Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 35: virāḍ-rūpa-varṇanam Beschreibung der Universalform

Skandha 3, Adhyāya 6. Quelle: vedabase.io, individuell verifizierte Einzelverse (1-40, keine vom Quelltext ausgewiesenen Gruppierungen). Maitreya beschreibt, wie der Herr in die noch ungeeinte Gruppe der 23 kosmischen Grundprinzipien (tattvas) eintrat und daraus den goldenen kosmischen Puruṣa (virāṭ) im Weltenei erzeugte (V.1-10); aus dessen durchglühtem, aufbrechendem Körper entstehen der Reihe nach die Sitze der Elementgottheiten - Agni (Mund/Sprache), Varuṇa (Gaumen/Geschmack), die Aśvins (Nase/Geruch), Tvaṣṭā (Augen/Sehen), Anila (Haut/Berührung), die Himmelsrichtungen (Ohren/Gehör), die Pflanzen (Körperhaare), Ka (Zeugungsglied/Wonne), Mitra (Ausscheidung), Indra (Hände/Greifen), Viṣṇu (Füße/Bewegung), Vāgīśa-Brahmā (Intellekt), der Mond (Herz/Gemüt), Abhimāna-Rudra (Ich-Bewusstsein/Handeln) und Mahat (Sattva/Erkenntnis) (V.11-26); sodann die Entstehung von Himmel, Erde und Luftraum aus Kopf, Füßen und Nabel, bewohnt je nach Guṇa-Vorherrschaft von Göttern, Menschen und Rudras Gefolgschaft, sowie die Entstehung der vier Stände (Brahmane, Kṣatriya, Vaiśya, Śūdra) aus Mund, Armen, Schenkeln und Füßen des Puruṣa (V.27-34); das Kapitel schließt mit Maitreyas Erklärung der Unbeschreiblichkeit der Yoga-Māyā, dem einzig wahren Nutzen der Sprache im Lobpreis Haris, und einem Verweis darauf, dass selbst Brahmā erst nach tausend Jahren Yoga-Versenkung die Größe des Puruṣa-Selbst erkannte (V.35-40).

iti tāsāṁ sva-śaktīnāṁ satīnām asametya saḥ prasupta-loka-tantrāṇāṁ niśāmya gatim īśvaraḥ

[Der Weise sprach:] So bemerkte der Herr den Zustand jener seiner eigenen Schöpfungsenergien [der 23 Tattvas], die noch nicht miteinander vereint waren und deren Weltordnungswirken noch schlief.

Wort für Wort
iti tāsāṁ sva-śaktīnām satīnām
so jener seiner eigenen [wirklichen] Energien
asametya
ohne [ihre] Vereinigung / bevor sie sich vereinigten
prasupta-loka-tantrāṇām
deren Weltordnungswirken noch schlief
niśāmya gatim īśvaraḥ
der Herr, [ihren] Zustand wahrnehmend

kāla-sañjñāṁ tadā devīṁ bibhrac-chaktim urukramaḥ trayoviṁśati tattvānāṁ gaṇaṁ yugapad āviśat

Der Weitschreitende [Viṣṇu], die damals 'Zeit' genannte Göttin als seine Kraft tragend, trat gleichzeitig in die Gruppe der 23 kosmischen Grundprinzipien ein.

Wort für Wort
kāla-sañjñāṁ tadā devīm
die damals mit Namen Zeit bezeichnete Göttin
bibhrat-śaktim urukramaḥ
tragend als Kraft, der Weitschreitende
trayoviṁśati tattvānāṁ gaṇam
die Gruppe der 23 Tattvas
yugapat āviśat
trat gleichzeitig ein

so 'nupraviṣṭo bhagavāṁś ceṣṭārūpeṇa taṁ gaṇam bhinnaṁ saṁyojayām āsa suptaṁ karma prabodhayan

Der eingetretene Erhabene vereinigte durch seine tätige Form jene bislang getrennte Gruppe der Prinzipien, indem er das schlafende Karma in ihnen erweckte.

Wort für Wort
saḥ anupraviṣṭaḥ bhagavān
er, der eingetretene Erhabene
ceṣṭā-rūpeṇa
durch [seine] Form der Bewegung/Aktivität
tam gaṇam bhinnam saṁyojayām āsa
vereinigte jene getrennte Gruppe
suptam karma prabodhayan
das schlafende Karma erweckend

prabuddha-karmā daivena trayoviṁśatiko gaṇaḥ prerito 'janayat svābhir mātrābhir adhipūruṣam

Die Gruppe der 23 Prinzipien, durch das Göttliche in ihrem Karma erweckt und angetrieben, erzeugte mit ihren eigenen Bestandteilen den überragenden kosmischen Puruṣa.

Wort für Wort
prabuddha-karmā daivena
durch das Göttliche mit erwecktem Karma
trayoviṁśatikaḥ gaṇaḥ
die Gruppe der 23
preritaḥ ajanayat
angetrieben erzeugte sie
svābhiḥ mātrābhiḥ adhipūruṣam
mit ihren eigenen Bestandteilen den überragenden Puruṣa

pareṇa viśatā svasmin mātrayā viśva-sṛg-gaṇaḥ cukṣobhānyonyam āsādya yasmin lokāś carācarāḥ

Durch den Höchsten, der mit seinem Anteil in sein Eigenes [die Materie] eintrat, geriet die Gruppe der Weltschöpfer-Prinzipien in gegenseitige Erregung, worin in der Folge die beweglichen und unbeweglichen Welten entstanden.

Wort für Wort
pareṇa viśatā svasmin
durch den Höchsten, der in sein Eigenes eintrat
mātrayā viśva-sṛk-gaṇaḥ
mit [seinem] Anteil, die Gruppe der Weltschöpfer
cukṣobha anyonyam āsādya
geriet in gegenseitige Erregung
yasmin lokāḥ cara-acarāḥ
worin die beweglichen und unbeweglichen Welten

hiraṇmayaḥ sa puruṣaḥ sahasra-parivatsarān āṇḍa-kośa uvāsāpsu sarva-sattvopabṛṁhitaḥ

Jener goldene Puruṣa weilte tausend göttliche Jahre lang im Weltenei, das im Wasser ruhte, erfüllt mit allen Wesenheiten.

Wort für Wort
hiraṇmayaḥ saḥ puruṣaḥ
jener goldene Puruṣa
sahasra-parivatsarān
tausend Jahre lang
āṇḍa-kośe uvāsa apsu
weilte im Weltenei im Wasser
sarva-sattva-upabṛṁhitaḥ
erfüllt mit allen Wesenheiten

sa vai viśva-sṛjāṁ garbho deva-karmātma-śaktimān vibabhājātmanātmānam ekadhā daśadhā tridhā

Er, fürwahr, der Keim der Weltschöpfer-Prinzipien, ausgestattet mit den Kräften der Götter, des Handelns und des eigenen Selbst, teilte sich selbst durch sich selbst - einfach, zehnfach und dreifach.

Wort für Wort
saḥ vai viśva-sṛjāṁ garbhaḥ
er, fürwahr, der Keim der Weltschöpfer
deva-karma-ātma-śaktimān
ausgestattet mit den Kräften der Götter, des Handelns, des Selbst
vibabhāja ātmanā ātmānam
teilte durch sich selbst sich selbst
ekadhā daśadhā tridhā
einfach, zehnfach, dreifach

eṣa hy aśeṣa-sattvānām ātmāṁśaḥ paramātmanaḥ ādyo 'vatāro yatrāsau bhūta-grāmo vibhāvyate

Dieser Puruṣa ist fürwahr der Seelen-Anteil des höchsten Selbst in allen Lebewesen, die erste Inkarnation, worin diese Gesamtheit der Geschöpfe zur Entfaltung gelangt.

Wort für Wort
eṣaḥ hi aśeṣa-sattvānām
dieser fürwahr aller Lebewesen
ātma-aṁśaḥ paramātmanaḥ
der Seelen-Anteil des höchsten Selbst
ādyaḥ avatāraḥ
die erste Inkarnation
yatra asau bhūta-grāmaḥ vibhāvyate
worin die Gesamtheit der Geschöpfe zur Entfaltung kommt

sādhyātmaḥ sādhidaivaś ca sādhibhūta iti tridhā virāṭ prāṇo daśa-vidha ekadhā hṛdayena ca

Der Virāṭ, die kosmische Gestalt, ist dreifach - gegliedert in adhyātma (das Individuelle), adhidaiva (das Göttliche) und adhibhūta (das Elementare) -, die Lebenskraft zehnfach, und einfach samt dem Herzen/Geist.

Wort für Wort
sa-adhyātmaḥ sa-adhidaivaḥ ca sa-adhibhūtaḥ iti tridhā
mit adhyātma, adhidaiva, adhibhūta - dreifach
virāṭ
der Virāṭ (die kosmische Gestalt)
prāṇaḥ daśa-vidhaḥ
die Lebenskraft zehnfach
ekadhā hṛdayena ca
und einfach samt dem Herzen

smaran viśva-sṛjām īśo vijñāpitam adhokṣajaḥ virājam atapat svena tejasaiṣāṁ vivṛttaye

Sich erinnernd an das ihm von den Weltschöpfer-Göttern Vorgetragene, durchglühte der Transzendente, der Herr der Weltschöpfer, den Virāṭ mit seiner eigenen Glut, zu deren voller Entfaltung.

Wort für Wort
smaran viśva-sṛjām īśaḥ
sich erinnernd, der Herr der Weltschöpfer
vijñāpitam adhokṣajaḥ
der Transzendente, [von ihnen] vorgetragen
virājam atapat
durchglühte den Virāṭ
svena tejasā eṣāṁ vivṛttaye
mit seiner eigenen Glut, zu deren Entfaltung

atha tasyābhitaptasya katidhāyatanāni ha nirabhidyanta devānāṁ tāni me gadataḥ śṛṇu

Darauf öffneten sich an diesem Durchglühten die Wohnstätten der Götter - höre von mir, wie sie es waren, während ich sie erzähle.

Wort für Wort
atha tasya abhitaptasya
darauf, von diesem Erhitzten
katidhā āyatanāni ha nirabhidyanta devānām
wie viele Wohnstätten der Götter sich öffneten
tāni me gadataḥ śṛṇu
höre diese von mir Erzählten

tasyāgnir āsyaṁ nirbhinnaṁ loka-pālo 'viśat padam vācā svāṁśena vaktavyaṁ yayāsau pratipadyate

In dessen aufgebrochenen Mund trat Agni, der Welthüter, als dessen Sitz ein, mit seinem eigenen Anteil, der Sprache, wodurch dieser Virāṭ die Fähigkeit des Sprechens erlangt.

Wort für Wort
tasya āsyam nirbhinnam
dessen aufgebrochener Mund
agniḥ loka-pālaḥ aviśat padam
Agni, der Welthüter, trat in [diesen] Sitz ein
vācā svāṁśena
mit [seinem] eigenen Anteil, der Sprache
vaktavyam yayā asau pratipadyate
wodurch dieser das zu Sprechende erlangt

nirbhinnaṁ tālu varuṇo loka-pālo 'viśad dhareḥ jihvayāṁśena ca rasaṁ yayāsau pratipadyate

In den aufgebrochenen Gaumen Haris trat Varuṇa, der Welthüter, ein, mit dem Anteil der Zunge, wodurch dieser den Geschmack erlangt.

Wort für Wort
nirbhinnam tālu
der aufgebrochene Gaumen
varuṇaḥ loka-pālaḥ aviśat hareḥ
Varuṇa, der Welthüter, trat ein bei Hari
jihvayā aṁśena ca rasam
mit dem Anteil der Zunge, den Geschmack
yayā asau pratipadyate
wodurch dieser erlangt

nirbhinne aśvinau nāse viṣṇor āviśatāṁ padam ghrāṇenāṁśena gandhasya pratipattir yato bhavet

In die aufgebrochenen Nasenlöcher Viṣṇus traten die beiden Aśvins als deren Sitz ein, mit dem Anteil des Geruchssinns, wodurch die Wahrnehmung des Geruchs entsteht.

Wort für Wort
nirbhinne nāse
die aufgebrochenen Nasenlöcher
aśvinau viṣṇoḥ āviśatām padam
die beiden Aśvins traten in [diesen] Sitz Viṣṇus ein
ghrāṇena aṁśena gandhasya
mit dem Anteil des Geruchssinns, des Geruchs
pratipattiḥ yataḥ bhavet
wodurch die Wahrnehmung entsteht

nirbhinne akṣiṇī tvaṣṭā loka-pālo 'viśad vibhoḥ cakṣuṣāṁśena rūpāṇāṁ pratipattir yato bhavet

In die aufgebrochenen Augen des Allmächtigen trat Tvaṣṭā, der Welthüter, ein, mit dem Anteil des Sehsinns, wodurch die Wahrnehmung der Formen entsteht.

Wort für Wort
nirbhinne akṣiṇī
die aufgebrochenen Augen
tvaṣṭā loka-pālaḥ aviśat vibhoḥ
Tvaṣṭā, der Welthüter, trat ein beim Allmächtigen
cakṣuṣā aṁśena rūpāṇām
mit dem Anteil des Sehsinns, der Formen
pratipattiḥ yataḥ bhavet
wodurch die Wahrnehmung entsteht

nirbhinnāny asya carmāṇi loka-pālo 'nilo 'viśat prāṇenāṁśena saṁsparśaṁ yenāsau pratipadyate

In dessen aufgebrochene Haut trat Anila [der Windgott], der Welthüter, ein, mit dem Anteil des Lebenshauchs, wodurch dieser die Berührungswahrnehmung erlangt.

Wort für Wort
nirbhinnāni asya carmāṇi
dessen aufgebrochene Haut
loka-pālaḥ anilaḥ aviśat
Anila, der Welthüter, trat ein
prāṇena aṁśena saṁsparśam
mit dem Anteil des Lebenshauchs, die Berührung
yena asau pratipadyate
wodurch dieser erlangt

karṇāv asya vinirbhinnau dhiṣṇyaṁ svaṁ viviśur diśaḥ śrotreṇāṁśena śabdasya siddhiṁ yena prapadyate

In dessen aufgebrochene Ohren traten die Himmelsrichtungen als ihren eigenen Sitz ein, mit dem Anteil des Gehörs, wodurch die Wahrnehmung des Schalls erlangt wird.

Wort für Wort
karṇau asya vinirbhinnau
dessen aufgebrochene Ohren
dhiṣṇyaṁ svam viviśuḥ diśaḥ
die Himmelsrichtungen traten in ihren eigenen Sitz ein
śrotreṇa aṁśena śabdasya
mit dem Anteil des Gehörs, des Schalls
siddhim yena prapadyate
wodurch die Vollendung erlangt wird

tvacam asya vinirbhinnāṁ viviśur dhiṣṇyam oṣadhīḥ aṁśena romabhiḥ kaṇḍūṁ yair asau pratipadyate

In dessen aufgebrochene Körperbehaarung traten die Pflanzen als deren Sitz ein, mit ihrem Anteil, durch die Körperhaare, wodurch dieser den Hautreiz [das Jucken] erlangt.

Wort für Wort
tvacam asya vinirbhinnām
dessen aufgebrochene Haut/Körperbehaarung
viviśuḥ dhiṣṇyam oṣadhīḥ
die Pflanzen traten als [deren] Sitz ein
aṁśena romabhiḥ kaṇḍūm
mit dem Anteil, durch die Körperhaare, das Jucken
yaiḥ asau pratipadyate
wodurch dieser erlangt

meḍhraṁ tasya vinirbhinnaṁ sva-dhiṣṇyaṁ ka upāviśat retasāṁśena yenāsāv ānandaṁ pratipadyate

In dessen aufgebrochenes Zeugungsglied ließ sich der Gott Ka als eigenen Sitz nieder, mit dem Anteil des Samens, wodurch dieser die sinnliche Wonne erlangt.

Wort für Wort
meḍhram tasya vinirbhinnam
dessen aufgebrochenes Zeugungsglied
ka upāviśat sva-dhiṣṇyam
Ka [der Wassergott/Prajāpati] setzte sich als eigenen Sitz
retasā aṁśena
mit dem Anteil des Samens
yena asau ānandam pratipadyate
wodurch dieser die Wonne erlangt

gudaṁ puṁso vinirbhinnaṁ mitro lokeśa āviśat pāyunāṁśena yenāsau visargaṁ pratipadyate

In das aufgebrochene Rektum des kosmischen Menschen trat Mitra, der Weltherr, ein, mit dem Anteil des Ausscheidungsorgans, wodurch dieser die Ausscheidung erlangt.

Wort für Wort
gudam puṁsaḥ vinirbhinnam
das aufgebrochene Rektum des [kosmischen] Menschen
mitraḥ lokeśaḥ āviśat
Mitra, der Weltherr, trat ein
pāyunā aṁśena
mit dem Anteil des Ausscheidungsorgans
yena asau visargam pratipadyate
wodurch dieser die Ausscheidung erlangt

hastāv asya vinirbhinnāv indraḥ svar-patir āviśat vārtayāṁśena puruṣo yayā vṛttiṁ prapadyate

In dessen aufgebrochene Hände trat Indra, der Herr des Himmels, ein, mit dem Anteil des Greifens, wodurch der Puruṣa den Lebensunterhalt erlangt.

Wort für Wort
hastau asya vinirbhinnau
dessen aufgebrochene Hände
indraḥ svaḥ-patiḥ āviśat
Indra, der Herr des Himmels, trat ein
vārtayā aṁśena puruṣaḥ
mit dem Anteil des Greifens, der Puruṣa
yayā vṛttim prapadyate
wodurch er den Lebenserwerb erlangt

pādāv asya vinirbhinnau lokeśo viṣṇur āviśat gatyā svāṁśena puruṣo yayā prāpyaṁ prapadyate

In dessen aufgebrochene Füße trat Viṣṇu, der Weltherr, ein, mit seinem eigenen Anteil, der Bewegung, wodurch der Puruṣa das zu Erreichende erlangt.

Wort für Wort
pādau asya vinirbhinnau
dessen aufgebrochene Füße
lokeśaḥ viṣṇuḥ āviśat
Viṣṇu, der Weltherr, trat ein
gatyā svāṁśena puruṣaḥ
mit [seinem] eigenen Anteil, der Bewegung, der Puruṣa
yayā prāpyam prapadyate
wodurch er das zu Erreichende erlangt

buddhiṁ cāsya vinirbhinnāṁ vāg-īśo dhiṣṇyam āviśat bodhenāṁśena boddhavyam pratipattir yato bhavet

Und in dessen aufgebrochenen Intellekt trat Vāgīśa [Brahmā, der Herr der Erkenntnis] als dessen Sitz ein, mit dem Anteil des Erkennens, wodurch die Wahrnehmung des zu Erkennenden entsteht.

Wort für Wort
buddhim ca asya vinirbhinnām
und dessen aufgebrochenen Intellekt
vāk-īśaḥ dhiṣṇyam āviśat
Vāgīśa trat als Sitz ein
bodhena aṁśena boddhavyam
mit dem Anteil des Erkennens, das zu Erkennende
pratipattiḥ yataḥ bhavet
wodurch die Wahrnehmung entsteht

hṛdayaṁ cāsya nirbhinnaṁ candramā dhiṣṇyam āviśat manasāṁśena yenāsau vikriyāṁ pratipadyate

Und in dessen aufgebrochenes Herz trat der Mond als dessen Sitz ein, mit dem Anteil des Geistes, wodurch dieser die innere Wandlung [Emotion] erlangt.

Wort für Wort
hṛdayam ca asya nirbhinnam
und dessen aufgebrochenes Herz
candramāḥ dhiṣṇyam āviśat
der Mond trat als [dessen] Sitz ein
manasā aṁśena
mit dem Anteil des Geistes
yena asau vikriyām pratipadyate
wodurch dieser die Wandlung erlangt

ātmānaṁ cāsya nirbhinnam abhimāno 'viśat padam karmaṇāṁśena yenāsau kartavyaṁ pratipadyate

Und in dessen aufgebrochenes Ich-Bewusstsein trat Abhimāna [die personifizierte Ich-Identifikation, Rudra] als Sitz ein, mit dem Anteil des Handelns, wodurch dieser das zu Verrichtende erlangt.

Wort für Wort
ātmānam ca asya nirbhinnam
und dessen aufgebrochenes Selbstgefühl
abhimānaḥ aviśat padam
Abhimāna trat als Sitz ein
karmaṇā aṁśena
mit dem Anteil des Handelns
yena asau kartavyam pratipadyate
wodurch dieser das zu Tuende erlangt

sattvaṁ cāsya vinirbhinnaṁ mahān dhiṣṇyam upāviśat cittenāṁśena yenāsau vijñānaṁ pratipadyate

Und in dessen aufgebrochenes Sattva-Prinzip ließ sich Mahat [das kosmische Erkenntnisprinzip] als Sitz nieder, mit dem Anteil des Denkvermögens, wodurch dieser das unterscheidende Wissen erlangt.

Wort für Wort
sattvam ca asya vinirbhinnam
und dessen aufgebrochenes Sattva
mahān dhiṣṇyam upāviśat
Mahat ließ sich als Sitz nieder
cittena aṁśena
mit dem Anteil des Denkvermögens
yena asau vijñānam pratipadyate
wodurch dieser das Wissen erlangt

śīrṣṇo 'sya dyaur dharā padbhyāṁ khaṁ nābher udapadyata guṇānāṁ vṛttayo yeṣu pratīyante surādayaḥ

Aus dessen Kopf entstand der Himmel, aus den Füßen die Erde, aus dem Nabel der Äther - dies sind die Wirkweisen der Guṇas, in denen die Götter und andere Wesen erkennbar werden.

Wort für Wort
śīrṣṇaḥ asya dyauḥ
aus dessen Kopf der Himmel
dharā padbhyām
die Erde aus den Füßen
khaṁ nābheḥ udapadyata
der Äther entstand aus dem Nabel
guṇānāṁ vṛttayaḥ yeṣu pratīyante surādayaḥ
die Wirkweisen der Guṇas, worin die Götter usw. erkennbar sind

ātyantikena sattvena divaṁ devāḥ prapedire dharāṁ rajaḥ-svabhāvena paṇayo ye ca tān anu

Durch das reine Sattva erreichten die Götter den Himmel; die Erde erreichten durch die Rajas-Natur die Händler [Menschen] und diejenigen, die ihnen folgen.

Wort für Wort
ātyantikena sattvena
durch das äußerste/reine Sattva
divam devāḥ prapedire
erreichten die Götter den Himmel
dharām rajaḥ-svabhāvena
die Erde durch die Rajas-Natur
paṇayaḥ ye ca tān anu
die Händler und die ihnen Folgenden

tārtīyena svabhāvena bhagavan-nābhim āśritāḥ ubhayor antaraṁ vyoma ye rudra-pārṣadāṁ gaṇāḥ

Durch die dritte Natur [Tamas] bewohnen die Scharen der Gefolgsleute Rudras den Zwischenraum von beiden - den Luftraum -, gelegen bei dem Nabel des Erhabenen.

Wort für Wort
tārtīyena svabhāvena
durch die dritte Natur
bhagavat-nābhim āśritāḥ
den Nabel des Erhabenen bewohnend
ubhayoḥ antaram vyoma
den Zwischenraum beider, der Luftraum
ye rudra-pārṣadāṁ gaṇāḥ
die Scharen der Gefolgsleute Rudras

mukhato 'vartata brahma puruṣasya kurūdvaha yas tūnmukhatvād varṇānāṁ mukhyo 'bhūd brāhmaṇo guruḥ

Aus dem Mund des Puruṣa entstand das heilige Wort [Brahman], oh Bester der Kurus, wodurch derjenige, der daraus hervorging, wegen seiner vordersten Stellung unter den Ständen zum Vornehmsten wurde - der Brahmane, der Lehrer.

Wort für Wort
mukhataḥ avartata brahma
aus dem Mund entstand das Brahman
puruṣasya kuru-udvaha
des Puruṣa, oh Bester der Kurus
yaḥ tu unmukhatvāt varṇānām
welcher wegen [seiner] vordersten Stellung unter den Ständen
mukhyaḥ abhūt brāhmaṇaḥ guruḥ
der Vornehmste wurde, der Brahmane, der Lehrer

bāhubhyo 'vartata kṣatraṁ kṣatriyas tad anuvrataḥ yo jātas trāyate varṇān pauruṣaḥ kaṇṭaka-kṣatāt

Aus den Armen entstand die Kriegermacht, und danach der Kṣatriya, ihr folgend - der vom Puruṣa stammend geboren wurde, um die Stände vor der Bedrohung zu schützen.

Wort für Wort
bāhubhyaḥ avartata kṣatram
aus den Armen entstand die Kriegermacht
kṣatriyaḥ tat-anuvrataḥ
der Kṣatriya, ihr folgend
yaḥ jātaḥ trāyate varṇān
der, geboren, die Stände schützt
pauruṣaḥ kaṇṭaka-kṣatāt
der vom Puruṣa stammend vor Bedrohung

viśo 'vartanta tasyorvor loka-vṛttikarīr vibhoḥ vaiśyas tad-udbhavo vārtāṁ nṛṇāṁ yaḥ samavartayat

Aus den Schenkeln des Allmächtigen entstanden die Nährstände, die den Lebensunterhalt der Welt bewirken; der Vaiśya, aus diesem hervorgegangen, etablierte den Erwerb für die Menschen.

Wort für Wort
viśaḥ avartanta tasya ūrvoḥ
die Nährstände entstanden aus dessen Schenkeln
loka-vṛtti-karīḥ vibhoḥ
die den Lebensunterhalt der Welt bewirken, des Allmächtigen
vaiśyaḥ tad-udbhavaḥ
der Vaiśya, aus diesem hervorgegangen
vārtāṁ nṛṇāṁ yaḥ samavartayat
welcher den Erwerb für die Menschen etablierte

padbhyāṁ bhagavato jajñe śuśrūṣā dharma-siddhaye tasyāṁ jātaḥ purā śūdro yad-vṛttyā tuṣyate hariḥ

Aus den Füßen des Erhabenen entstand der Dienst, zur Vollendung des Dharma; in diesem Wirken wurde einst der Śūdra geboren, durch dessen pflichtgetreue Tätigkeit Hari zufriedengestellt wird.

Wort für Wort
padbhyāṁ bhagavataḥ jajñe
aus den Füßen des Erhabenen entstand
śuśrūṣā dharma-siddhaye
der Dienst, zur Vollendung des Dharma
tasyām jātaḥ purā śūdraḥ
in diesem wurde einst der Śūdra geboren
yat-vṛttyā tuṣyate hariḥ
durch dessen Wirken Hari zufriedengestellt wird

ete varṇāḥ sva-dharmeṇa yajanti sva-guruṁ harim śraddhayātma-viśuddhy-arthaṁ yaj-jātāḥ saha vṛttibhiḥ

Diese Stände, aus dem kosmischen Puruṣa geboren samt ihren jeweiligen Berufstätigkeiten, verehren durch ihre eigene ständespezifische Pflicht mit Glauben ihren eigenen Lehrer, Hari, zum Zweck der Selbstläuterung.

Wort für Wort
ete varṇāḥ sva-dharmeṇa
diese Stände durch ihre eigene Pflicht
yajanti sva-gurum harim
verehren ihren eigenen Lehrer, Hari
śraddhayā ātma-viśuddhi-artham
mit Glauben, zum Zweck der Selbstläuterung
yat-jātāḥ saha vṛttibhiḥ
aus dem [Puruṣa] geboren, samt [ihren] Tätigkeiten

etat kṣattar bhagavato daiva-karmātma-rūpiṇaḥ kaḥ śraddadhyād upākartuṁ yoga-māyā-balodayam

Wer, oh Kṣattā, könnte es je wagen, die Entfaltung der Kraft der Yoga-Māyā dieses Erhabenen, dessen Gestalt aus dem Göttlichen, dem Handeln und dem Selbst besteht, vollständig zu beschreiben?

Wort für Wort
etat kṣattaḥ
dies, oh Kṣattā
bhagavataḥ daiva-karma-ātma-rūpiṇaḥ
des Erhabenen, dessen Gestalt aus Göttlichem, Handeln, Selbst
kaḥ śraddadhyāt upākartum
wer könnte es wagen zu beschreiben
yoga-māyā-bala-udayam
die Entfaltung der Kraft der Yoga-Māyā

tathāpi kīrtayāmy aṅga yathā-mati yathā-śrutam kīrtiṁ hareḥ svāṁ sat-kartuṁ giram anyābhidhāsatīm

Dennoch verkünde ich, oh Lieber, so gut es meiner Einsicht und meinem darüber Gehörten entspricht, um Haris eigenen Ruhm zu heiligen - und damit meine sonst Anderes benennende, sonst nichtige Sprache zu würdigen.

Wort für Wort
tathāpi kīrtayāmi aṅga
dennoch verkünde ich, oh Lieber
yathā-mati yathā-śrutam
so gut es meiner Einsicht und meinem Gehörten entspricht
kīrtim hareḥ svām sat-kartum
um Haris eigenen Ruhm zu heiligen
giram anya-abhidhā-asatīm
meine sonst Anderes benennende, nichtige Sprache

ekānta-lābhaṁ vacaso nu puṁsāṁ suśloka-mauler guṇa-vādam āhuḥ śruteś ca vidvadbhir upākṛtāyāṁ kathā-sudhāyām upasamprayogam

Als den einzig wahren Gewinn der menschlichen Sprache bezeichnen die Weisen fürwahr die Lobpreisung der Eigenschaften des herrlich Besungenen, und als den einzig wahren Gewinn des von den Gelehrten dargebrachten heiligen Hörens den Genuss im Nektar der göttlichen Erzählung.

Wort für Wort
ekānta-lābham vacasaḥ nu puṁsām
den einzigen Gewinn der Sprache der Menschen, fürwahr
suśloka-mauleḥ guṇa-vādam āhuḥ
nennen die Lobpreisung der Eigenschaften des herrlich Besungenen
śruteḥ ca vidvadbhiḥ upākṛtāyām
und des von den Gelehrten dargebrachten Hörens
kathā-sudhāyām upasamprayogam
den Genuss im Nektar der Erzählung

ātmano 'vasito vatsa mahimā kavinādinā saṁvatsara-sahasrānte dhiyā yoga-vipakkayā

Die Größe des Selbst [des kosmischen Puruṣa], oh Kind, wurde vom urzeitlichen Weisen [Brahmā] erst am Ende von tausend Jahren, mit durch Yoga gereiftem Verstand, erkannt.

Wort für Wort
ātmanaḥ avasitaḥ vatsa
die Herrlichkeit des Selbst, erkannt, oh Kind
mahimā kavinā ādinā
die Größe durch den urzeitlichen Weisen [Brahmā]
saṁvatsara-sahasra-ante
am Ende von tausend Jahren
dhiyā yoga-vipakkayā
mit durch Yoga gereiftem Verstand

ato bhagavato māyā māyinām api mohinī yat svayaṁ cātma-vartmātmā na veda kim utāpare

Deshalb ist die Māyā des Erhabenen selbst für die Meister der Illusion verwirrend, da sogar Brahmā selbst, der Selbstentstandene, seinen eigenen Ursprung nicht kennt - um wie viel weniger andere?

Wort für Wort
ataḥ bhagavataḥ māyā
deshalb die Māyā des Erhabenen
māyinām api mohinī
selbst für die Meister der Illusion verwirrend
yat svayam ca ātma-vartmā ātmā
da sogar [Brahmā] selbst, der Selbst-Wegkundige
na veda kim uta apare
nicht kennt - wieviel weniger andere

yato 'prāpya nyavartanta vācaś ca manasā saha ahaṁ cānya ime devās tasmai bhagavate namaḥ

Vor jenem, den, ihn nicht erreichend, die Worte samt dem Geist zurückkehrten - vor jenem Erhabenen verneigen wir uns, ich und diese anderen Götter: Verehrung sei ihm!

Wort für Wort
yataḥ aprāpya nyavartanta
von welchem, ihn nicht erreichend, zurückkehrten
vācaḥ ca manasā saha
die Worte samt dem Geist
aham ca anye ime devāḥ
ich und diese anderen Götter
tasmai bhagavate namaḥ
jenem Erhabenen sei Verehrung

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