Kapitel 20: pratikramaṇa-prathama-sopānam
Die erste Stufe der Gottesverwirklichung
Skandha 2, Adhyāya 1. Quelle: vedabase.io, vers-für-vers abgerufen (nur Devanagari/IAST-Quelltext, keine vorhandene Übersetzung konsultiert). Śuka beginnt seine Antwort auf Parīkṣits Frage: die Sinnlosigkeit unachtsamen weltlichen Lebens und die Dringlichkeit, den Höchsten Herrn zu hören/preisen/erinnern (V.1-12), illustriert am Beispiel des Königsweisen Khaṭvāṅga, der binnen eines Augenblicks alles aufgab (V.13), und Parīkṣit selbst mit sieben verbleibenden Tagen ermahnt (V.14). Es folgt eine Anleitung zur meditativen Fixierung (dhāraṇā) auf die grobstoffliche, kosmische Gestalt des Höchsten (virāṭ-puruṣa) (V.15-23), mit einer ausführlichen, klassischen Zuordnung der Weltteile, Himmelsregionen, Götter, Naturerscheinungen und der vier Stände (varṇas) zu den Gliedern dieser kosmischen Gestalt (V.24-38), abschließend mit der Aufforderung, das Selbst als den wahren Hort der Wonne zu verehren und sich an nichts anderem festzuhaften (V.39).
Śrī Śuka sprach: Diese deine Frage, o König, zum Wohl der Welt gestellt, ist die vorzüglichste — von den Selbstkundigen gebilligt als die höchste unter den zu hörenden Dingen.
Zu hörende Dinge und dergleichen gibt es zu Tausenden für Menschen, die das Wesen des Selbst nicht erkennen, in den Häusern der Haushälter, o Herrscher der Könige.
Durch Schlaf wird die Nacht hinweggenommen, oder auch die Lebenszeit durch Geschlechtsverkehr; und tagsüber, o König, durch das Streben nach Gewinn oder durch das Ernähren der Familie.
Wort für Wort
nidrayā hriyate naktam
durch Schlaf wird die Nacht hinweggenommen
vyavāyena ca vā vayaḥ
oder auch durch Geschlechtsverkehr die Lebenszeit
divā ca artha-īhayā rājan
und tagsüber durch das Streben nach Gewinn, o König
dehāpatya-kalatrādiṣv
ātma-sainyeṣv asatsv api
teṣāṁ pramatto nidhanaṁ
paśyann api na paśyati
An Körper, Nachkommen, Gattin und dergleichen — die wie das eigene Heer sind, obwohl sie nicht wirklich beständig sind — unachtsam gebunden, sieht er, obwohl er ihren Untergang sieht, ihn doch nicht.
Wort für Wort
deha-apatya-kalatra-ādiṣu
an Körper, Nachkommen, Gattin und dergleichen
ātma-sainyeṣu asatsu api
die das eigene Heer sind, obwohl nicht beständig
teṣām pramattaḥ
an ihnen unachtsam/berauscht
nidhanam paśyan api na paśyati
obwohl er den Untergang sieht, sieht er ihn doch nicht
etāvān sāṅkhya-yogābhyāṁ
sva-dharma-pariniṣṭhayā
janma-lābhaḥ paraḥ puṁsām
ante nārāyaṇa-smṛtiḥ
So groß, wie es durch Sāṅkhya und Yoga oder durch Standhaftigkeit in der eigenen Pflicht erreichbar ist, ist der höchste Gewinn der Geburt für die Menschen: am Ende die Erinnerung an Nārāyaṇa.
Wort für Wort
etāvān
so groß wie dies
sāṅkhya-yogābhyām sva-dharma-pariniṣṭhayā
durch Sāṅkhya und Yoga, durch Standhaftigkeit in der eigenen Pflicht
prāyeṇa munayo rājan
nivṛttā vidhi-ṣedhataḥ
nairguṇya-sthā ramante sma
guṇānukathane hareḥ
Meistenteils haben sich die Weisen, o König, von Geboten und Verboten zurückgezogen, und, in transzendentalem Gleichmut verweilend, fanden sie ihre Freude am Erzählen der Eigenschaften Haris.
Dieses Purāṇa mit Namen Bhāgavata, das dem Wissen des Brahman gleichkommt, habe ich zu Beginn des Dvāpara-Zeitalters von meinem Vater Dvaipāyana studiert.
Wort für Wort
idam bhāgavatam nāma purāṇam
dieses Purāṇa mit Namen Bhāgavata
brahma-sammitam
das dem Brahman-Wissen gleichkommt
adhītavān dvāpara-ādau
habe ich studiert zu Beginn des Dvāpara
pituḥ dvaipāyanāt aham
von meinem Vater Dvaipāyana
[Anm.: Śukas Angabe, das Werk bereits 'zu Beginn des Dvāpara' erlernt zu haben, steht in einer gewissen Spannung zur Rahmenhandlung, die am Ende des Dvāpara/Beginn des Kali spielt - wohl als Verweis auf eine frühere Lehrübertragung durch Vyāsa zu verstehen, unabhängig vom gegenwärtigen Erzählanlass.]
pariniṣṭhito 'pi nairguṇya
uttama-śloka-līlayā
gṛhīta-cetā rājarṣe
ākhyānaṁ yad adhītavān
Obwohl ich in Eigenschaftslosigkeit fest verankert war, wurde, o Königsweiser, mein Geist durch die Taten des Hochgepriesenen ergriffen — das ist die Erzählung, die ich studiert habe.
tad ahaṁ te 'bhidhāsyāmi
mahā-pauruṣiko bhavān
yasya śraddadhatām āśu
syān mukunde matiḥ satī
Das werde ich dir verkünden, denn du bist ein großer Verehrer des Höchsten Puruṣa — durch diese Erzählung möge rasch für jene, die Vertrauen hegen, wahrhaftige Gesinnung zu Mukunda entstehen.
Dies ist für jene, die Entsagung üben, die von nirgendher drohende Furchtlosigkeit begehren, für die Yogīs, o König, als Mittel erwiesen: das wiederholte Besingen des Namens Haris.
Was nützen dem Unachtsamen die vielen, unbewusst verstreichenden Jahre hier? Besser ist ein bewusst erlebter Augenblick, durch den man zum höchsten Wohl gelangt.
Der Königsweise namens Khaṭvāṅga, als er die genaue Begrenztheit seiner Lebenszeit hier erkannte, gab binnen eines Augenblicks alles auf und ging zu Hari, dem Furchtlosigkeit-Verleihenden.
Auch für dich, o Nachkomme des Kuru, ist nun die Grenze des Lebens sieben Tage; bereite dir daher binnen dieser Zeit all das, was für den Weg nach dem Tod nützlich ist.
anta-kāle tu puruṣa
āgate gata-sādhvasaḥ
chindyād asaṅga-śastreṇa
spṛhāṁ dehe 'nu ye ca tam
Zur Zeit des Endes aber, wenn sie herangekommen ist, möge der Mensch, ohne Beklommenheit, mit dem Schwert der Nichtbindung die Sehnsucht nach dem Körper und dem, was ihm anhängt, durchtrennen.
Wort für Wort
anta-kāle tu puruṣaḥ
zur Zeit des Endes aber der Mensch
āgate gata-sādhvasaḥ
wenn sie herangekommen ist, ohne Beklommenheit
chindyāt asaṅga-śastreṇa
möge er durchtrennen mit dem Schwert der Nichtbindung
spṛhām dehe anu ye ca tam
die Sehnsucht nach dem Körper und dem, was ihm folgt
Vom Haus fortgezogen, der Standhafte, im Wasser einer heiligen Pilgerstätte gebadet, an reinem, abgeschiedenem Ort sitzend, auf einem vorschriftsgemäß bereiteten Sitz —
abhyasen manasā śuddhaṁ
trivṛd-brahmākṣaraṁ param
mano yacchej jita-śvāso
brahma-bījam avismaran
— möge er mit reinem Geist die dreifache, höchste Brahman-Silbe [Oṃ] wiederholen; möge er, den Atem beherrschend, den Geist zügeln, ohne die Brahman-Keimsilbe zu vergessen.
Möge er, den Verstand als Wagenlenker nutzend, mit dem Geist die Sinne von den Sinnesobjekten zurückhalten; den durch frühere Taten fortgerissenen Geist möge er durch Einsicht auf das Heilsame richten.
tatraikāvayavaṁ dhyāyed
avyucchinnena cetasā
mano nirviṣayaṁ yuktvā
tataḥ kiñcana na smaret
padaṁ tat paramaṁ viṣṇor
mano yatra prasīdati
Darin möge er mit ununterbrochenem Bewusstsein auf ein einziges Glied der Gestalt Gottes meditieren; den Geist, von allen anderen Objekten gelöst, darauf versenkend, möge er sich danach an nichts anderes mehr erinnern — dies ist jener höchste Ort Viṣṇus, an dem der Geist zur Ruhe kommt.
rajas-tamobhyām ākṣiptaṁ
vimūḍhaṁ mana ātmanaḥ
yacched dhāraṇayā dhīro
hanti yā tat-kṛtaṁ malam
Den durch Leidenschaft und Dunkelheit fortgerissenen, verwirrten Geist des Selbst möge der Standhafte durch meditative Fixierung zügeln — jene Fixierung, die den von jenen Qualitäten verursachten Schmutz vernichtet.
Wenn diese Fixierung beständig geübt wird, entsteht für den Yogī, dessen Merkmal die Hingabe ist, rasch die vollständige Verbindung — für den, der darin die segensreiche Zuflucht erblickt.
Der König sprach: Wie, o Brahmane, wird diese Fixierung geübt, worauf gerichtet gilt sie als recht, und welcher Art muss sie sein, die rasch den Schmutz des Geistes eines Menschen hinwegnimmt?
Śrī Śuka sprach: Die Sitzhaltung gemeistert, den Atem gemeistert, die Bindung gemeistert, die Sinne gemeistert, möge er mit Einsicht den Geist auf die grobstoffliche Gestalt des Erhabenen richten.
viśeṣas tasya deho 'yaṁ
sthaviṣṭhaś ca sthavīyasām
yatredaṁ vyajyate viśvaṁ
bhūtaṁ bhavyaṁ bhavac ca sat
Eine Besonderheit ist dieser sein Körper, der grobstofflichste unter den grobstofflichen Dingen, worin sich dieses ganze Universum offenbart — das Vergangene, das Zukünftige und das Gegenwärtige, was je ist.
aṇḍa-kośe śarīre 'smin
saptāvaraṇa-saṁyute
vairājaḥ puruṣo yo 'sau
bhagavān dhāraṇāśrayaḥ
In diesem Körper, der Form eines Welteis, mit sieben Hüllen versehen, weilt jener kosmische Puruṣa, der Virāṭ, der Erhabene, die Stütze der meditativen Fixierung.
pātālam etasya hi pāda-mūlaṁ
paṭhanti pārṣṇi-prapade rasātalam
mahātalaṁ viśva-sṛjo 'tha gulphau
talātalaṁ vai puruṣasya jaṅghe
Pātāla, so sagt man, ist die Sohle seines Fußes; Rasātala nennt man Ferse und Vorderfuß; Mahātala sind die Knöchel des Weltschöpfers; Talātala sind fürwahr die Unterschenkel des Puruṣa.
Wort für Wort
pātālam etasya hi pāda-mūlam
Pātāla ist die Sohle seines Fußes
paṭhanti pārṣṇi-prapade rasātalam
Rasātala nennt man Ferse und Vorderfuß
mahātalam viśva-sṛjaḥ atha gulphau
Mahātala die Knöchel des Weltschöpfers
talātalam vai puruṣasya jaṅghe
Talātala die Unterschenkel des Puruṣa
[Anm.: Es folgt eine klassische kosmologische Zuordnung der sieben unterirdischen Welten (Pātālas) zu den Gliedern der kosmischen Gestalt (virāṭ-puruṣa), von unten nach oben aufsteigend.]
dve jānunī sutalaṁ viśva-mūrter
ūru-dvayaṁ vitalaṁ cātalaṁ ca
mahītalaṁ taj-jaghanaṁ mahīpate
nabhastalaṁ nābhi-saro gṛṇanti
Die beiden Knie der Weltgestalt nennt man Sutala, das Schenkelpaar Vitala und Atala; Mahītala ist dessen Hüfte, o Herr der Erde, Nabhastala nennt man den Nabel-See.
uraḥ-sthalaṁ jyotir-anīkam asya
grīvā mahar vadanaṁ vai jano 'sya
tapo varāṭīṁ vidur ādi-puṁsaḥ
satyaṁ tu śīrṣāṇi sahasra-śīrṣṇaḥ
Seine Brust ist die Sphäre der Lichter, sein Hals ist Maharloka, sein Antlitz fürwahr ist Janaloka; Tapoloka kennt man als die Stirn des Urmenschen, Satyaloka aber sind die Häupter des Tausendhäuptigen.
Indra und die anderen Götter, so sagt man, sind seine leuchtenden Arme; seine Ohren sind die Himmelsrichtungen, sein Hörvermögen der Schall; die beiden Aśvins sind die Nasenlöcher des Höchsten, sein Geruchssinn der Duft, sein Mund das entzündete Feuer.
Wort für Wort
indra-ādayaḥ bāhavaḥ āhuḥ usrāḥ
Indra u.a. sind seine leuchtenden Arme
karṇau diśaḥ śrotram amuṣya śabdaḥ
seine Ohren die Richtungen, sein Hören der Schall
nāsatya-dasrau paramasya nāse
die Aśvins die Nasenlöcher des Höchsten
ghrāṇaḥ asya gandhaḥ mukham agniḥ iddhaḥ
sein Geruch der Duft, sein Mund das entzündete Feuer
dyaur akṣiṇī cakṣur abhūt pataṅgaḥ
pakṣmāṇi viṣṇor ahanī ubhe ca
tad-bhrū-vijṛmbhaḥ parameṣṭhi-dhiṣṇyam
āpo 'sya tālū rasa eva jihvā
Der Himmel ist seine beiden Augen, sein Sehvermögen ist die Sonne geworden; Viṣṇus Wimpern sind Tag und Nacht; das Spiel seiner Brauen ist der Sitz des Höchsten; die Wasser sind sein Gaumen, der Geschmack fürwahr seine Zunge.
Die Veda-Metren nennt man das Haupt des Unendlichen; seine Fangzähne sind Yama; die Liebreiz-Anteile seine übrigen Zähne; sein Lächeln ist die berauschende Māyā; die unendliche Schöpfung ist das, was aus seinem Seitenblick entlassen wird.
Wort für Wort
chandāṁsi anantasya śiraḥ gṛṇanti
die Veda-Metren das Haupt des Unendlichen
daṁṣṭrāḥ yamaḥ
seine Fangzähne sind Yama
sneha-kalāḥ dvijāni
die Liebreiz-Anteile seine Zähne
hāsaḥ jana-unmāda-karī ca māyā
sein Lächeln die berauschende Māyā
duranta-sargaḥ yat-apāṅga-mokṣaḥ
die Schöpfung, was aus seinem Seitenblick entlassen wird
vrīḍottarauṣṭho 'dhara eva lobho
dharmaḥ stano 'dharma-patho 'sya pṛṣṭham
kas tasya meḍhraṁ vṛṣaṇau ca mitrau
kukṣiḥ samudrā girayo 'sthi-saṅghāḥ
Die Scham ist seine Oberlippe, die Gier fürwahr seine Unterlippe; Dharma ist seine Brust, der Pfad des Unrechts sein Rücken; Prajāpati ist sein Zeugungsglied, und Mitra und Varuṇa seine Hoden; die Ozeane sind sein Leib, die Berge die Ansammlung seiner Knochen.
Wort für Wort
vrīḍā-uttara-oṣṭhaḥ
die Scham seine Oberlippe
adharaḥ eva lobhaḥ
die Unterlippe die Gier
dharmaḥ stanaḥ
Dharma seine Brust
adharma-pathaḥ asya pṛṣṭham
der Unrechtspfad sein Rücken
kaḥ tasya meḍhram
Prajāpati sein Zeugungsglied
vṛṣaṇau ca mitrau
und Mitra-Varuṇa seine Hoden
kukṣiḥ samudrāḥ girayaḥ asthi-saṅghāḥ
die Ozeane sein Leib, die Berge seine Knochen
[Anm.: 'Mitrau' (Dual) wird hier als das Götterpaar Mitra-Varuṇa gedeutet, dem traditionell eine Zuordnung zu den beiden Hoden zugeschrieben wird.]
Die Flüsse sind seine Adern, und die auf der Erde wachsenden Bäume sind seine Körperhaare, des Weltkörpers, o Herrscher der Könige, des unendlich Kraftvollen, dessen Atem der Wind ist; sein Gang ist die Zeit, seine Tat der Strom der Erscheinungsweisen.
Wort für Wort
nadyaḥ asya nāḍyaḥ
die Flüsse seine Adern
atha tanū-ruhāṇi mahī-ruhāḥ
und seine Körperhaare die Erdbäume
viśva-tanoḥ nṛpendra ananta-vīryaḥ
des Weltkörpers, o Herrscher, des unendlich Kraftvollen
īśasya keśān vidur ambuvāhān
vāsas tu sandhyāṁ kuru-varya bhūmnaḥ
avyaktam āhur hṛdayaṁ manaś ca
sa candramāḥ sarva-vikāra-kośaḥ
Man kennt die Wolken als die Haare des Herrn, das Gewand aber, o Vortrefflichster der Kurus, ist die Abenddämmerung des Allmächtigen; das Unmanifeste nennt man sein Herz, und der Mond ist jener — der Speicher aller seelischen Wandlungen.
Wort für Wort
īśasya keśān viduḥ ambu-vāhān
die Haare des Herrn kennt man als die Wolken
vāsaḥ tu sandhyām kuru-varya bhūmnaḥ
das Gewand die Dämmerung, o Vortrefflichster der Kurus
Die Kraft des Erkennens nennt man Mahat, das innere Organ des Allbeseelenden ist Giritra; Pferde, Maultiere, Kamele und Elefanten sind seine Nägel; alle Wildtiere und Haustiere wohnen an seiner Hüftregion.
Die Vögel sind dessen mannigfaltige Artikulation, Manu ist seine Weisheit, der Mensch seine Wohnstatt; Gandharvas, Vidyādharas, Cāraṇas und Apsaras sind seine musikalischen Erinnerungen, die Kraft der Dämonenheere ist seine rohe Kraft.
Der Große Geist hat den Brahmanenstand als Antlitz, die Kṣatriyas als Arme, die Vaiśyas als Schenkel, die dunkle Kaste an seinen Füßen weilend; er ist versehen mit Scharen von Gottheiten unter verschiedenen Namen, wesenhaft aus Opfersubstanz, seine Tat das Ausbreiten des Opferrituals.
Wort für Wort
brahma-ānanam kṣatra-bhujaḥ mahātmā
der Große Geist: Brahmanen sein Antlitz, Kṣatriyas seine Arme
viṭ ūruḥ
die Vaiśyas seine Schenkel
aṅghri-śrita-kṛṣṇa-varṇaḥ
die dunkle Kaste an seinen Füßen weilend
nānā-abhidhā-abhījya-gaṇa-upapannaḥ
versehen mit unter vielen Namen zu verehrenden Scharen
dravya-ātmakaḥ karma vitāna-yogaḥ
wesenhaft aus Substanz, seine Tat das Ausbreiten des Ritus
iyān asāv īśvara-vigrahasya
yaḥ sanniveśaḥ kathito mayā te
sandhāryate 'smin vapuṣi sthaviṣṭhe
manaḥ sva-buddhyā na yato 'sti kiñcit
So groß ist diese Gestalt des Herrn, deren Anordnung ich dir dargelegt habe; auf diesen grobstofflichsten Körper werde der Geist durch die eigene Einsicht gerichtet, wodurch nichts anderes mehr in ihm bestehen bleibt.
Wort für Wort
iyān asau īśvara-vigrahasya
so groß ist diese Gestalt des Herrn
yaḥ sanniveśaḥ kathitaḥ mayā te
deren Anordnung ich dir dargelegt habe
sandhāryate asmin vapuṣi sthaviṣṭhe
werde auf diesen grobstofflichsten Körper gerichtet
Er, der durch alle Zustände des Verstandes als alles erfahren wird, das Selbst, wie der im Traum erblickte Einzige, der als viele Menschen erscheint — ihn, den wahrhaftigen Hort der Wonne, möge man verehren, und sich an nichts anderem festhaften, wodurch der Fall des Selbst droht.
Wort für Wort
sa sarva-dhī-vṛtti-anubhūta-sarvaḥ
er, durch alle Verstandeszustände als alles erfahren