Śrī Śuka sprach: Als sein Vater sich so [dem Pfad der Entsagung] zugewandt hatte, stand Āgnīdhra unter dessen Anweisung und beschützte die Bewohner von Jambūdvīpa als seine Untertanen vollständig, wie eigene leibliche Söhne, indem er die religiösen Prinzipien im Auge behielt.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom. Sg.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
evam
so, derart (Adv.)
pitari
als der Vater (Lok., Lok. absolutus)
sampravṛtte
übergegangen war [zum Pfad der Entsagung] (Lok. Sg., Part. Perf. Pass.)
sa ca kadācit pitṛloka-kāmaḥ sura-vara-vanitākrīḍācala-droṇyāṁ bhagavantaṁ viśva-sṛjāṁ patim ābhṛta-paricaryopakaraṇa ātmaikāgryeṇa tapasvy ārādhayāṁ babhūva.
Und er, der einst die Welt der Vorväter (Pitṛloka) begehrte, begann – nachdem er die Utensilien für den Verehrungsdienst zusammengetragen hatte – im Bergtal, dem Spielplatz der Frauen der besten Götter, mit einzig auf das Selbst gerichteter Aufmerksamkeit als Asket den mächtigen Herrn der Weltenschöpfer zu verehren.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
ca
und (Partikel)
kadācit
einst (Adv.)
pitṛloka-kāmaḥ
die Pitṛloka-Welt begehrend (Nom., Bahuvrīhi)
sura-vara-vanitā-ākrīḍa-acala-droṇyām
im Bergtal, dem Spielplatz der Frauen der besten Götter (Lok.)
bhagavantam
den mächtigen Herrn (Akk.)
viśva-sṛjām
der Weltenschöpfer (Gen. Pl.)
patim
den Gebieter (Akk.)
ābhṛta-paricaryā-upakaraṇaḥ
der die Utensilien des Verehrungsdienstes zusammengetragen hatte (Nom., Bahuvrīhi)
ātma-eka-agryeṇa
mit einzig auf das Selbst gerichteter [Aufmerksamkeit] (Instr.)
tapasvī
der Asket (Nom.)
ārādhayām babhūva
er begann zu verehren (3. Sg. Perf. periphrastisch)
sā ca tad-āśramopavanam ati-ramaṇīyaṁ vividha-nibiḍa-viṭapi-viṭapa-nikara-saṁśliṣṭa-puraṭa-latārūḍha-sthala-vihaṅgama-mithunaiḥ procyamāna-śrutibhiḥ pratibodhyamāna-salila-kukkuṭa-kāraṇḍava-kalahaṁsādibhir vicitram upakūjitāmala-jalāśaya-kamalākaram upababhrāma.
Und sie durchwanderte den überaus lieblichen Park bei dessen Einsiedelei – einen bunten [Ort], wo goldene Ranken sich mit den Massen der Zweige dichter, mannigfaltiger Bäume verschlungen hatten, auf denen Paare von Landvögeln wohlklingende Laute ertönen ließen, welche von Wasserhühnern, Tauchenten, Gänsen und anderen [Wasservögeln] in einem klaren, von Vogelrufen erfüllten Lotusteich erwidert wurden.
Wort für Wort
sā
sie (Nom.)
ca
und
tad-āśrama-upavanam
den Park bei dessen Einsiedelei (Akk.)
ati-ramaṇīyam
überaus lieblich (Akk., Adj.)
vividha-nibiḍa-viṭapi-viṭapa-nikara-saṁśliṣṭa
verschlungen mit Massen von Zweigen dichter, mannigfaltiger Bäume (Adj.-Kompositum)
puraṭa-latā-ārūḍha
von goldenen Ranken emporbewachsen (Adj.-Kompositum)
sthala-vihaṅgama-mithunaiḥ
durch Paare von Landvögeln (Instr.)
procyamāna-śrutibhiḥ
mit ertönenden Lauten (Instr.)
pratibodhyamāna
erwidert werdend (Part. Präs. Pass.)
salila-kukkuṭa-kāraṇḍava-kalahaṁsa-ādibhiḥ
durch Wasserhühner, Tauchenten, Gänse und andere (Instr.)
vicitram
bunt, mannigfaltig (Akk.)
upakūjita-amala-jala-āśaya-kamala-ākaram
mit einem klaren, von Vogellauten erfüllten Lotus-Wasserbecken (Akk., Adj.)
Als der Königssohn den bei jedem Schritt klirrenden, angenehmen Klang des Fußschmucks jener vernommen hatte, deren Gang das liebliche Spiel des Schreitens und Fußsetzens war, öffnete er das durch die Verbindung der Versenkung halbgeschlossene Paar seiner lotusknospengleichen Augen ein wenig und erblickte [sie].
Wort für Wort
tasyāḥ
von ihr (Gen.)
sulalita-gamana-pada-vinyāsa-gati-vilāsāyāḥ
deren Gang das liebliche Spiel des Schreitens und Fußsetzens war (Gen., Bahuvrīhi)
ca
und
anupadam
bei jedem Schritt (Adv.)
khaṇa-khaṇāyamāna-rucira-caraṇa-ābharaṇa-svanam
den klirrenden, angenehmen Klang des Fußschmucks (Akk.)
upākarṇya
gehört habend (Absolutiv)
naradeva-kumāraḥ
der Königssohn (Nom.)
samādhi-yogena
durch die Verbindung der Versenkung (Instr.)
āmīlita-nayana-nalina-mukula-yugalam
das Paar halbgeschlossener, lotusknospengleicher Augen (Akk.)
Er [sah] sie unweit, wie eine Biene an schönen Blüten riechend, [sie,] die mit ihrem Gang, ihrem Spiel, ihrer Scheu, ihrer Bescheidenheit, ihren Blicken und den Gliedern ihrer wohltönenden Silben, welche Herz und Auge der Himmlischen wie der Menschen entzückten, im Herzen der Männer dem Blumenbewaffneten [Kāma] eine Bresche bereitete – die Göttin, deren Hüftgürtel, [beschwert] vom Gewicht ihrer Haarflechten und ihrer krugartigen, sanft bebenden Brüste, sich in eilig gesetzten Schritten [bewegte], bedrängt von Scharen trunken-blinder Bienen, angezogen vom Wohlgeruch ihres lachenden Sprechens und dem aus ihrem eigenen Mund fließenden, met-artigen Nektar. Durch den bloßen Anblick von ihr, unter die Botmäßigkeit des mächtigen, [nun] seine Gelegenheit ergreifenden Kāma gebracht, sprach er wie betäubt also:
Wort für Wort
tām
sie (Akk.)
eva
gerade, geradezu (Partikel)
avidūre
unweit, in der Nähe (Adv.)
madhukarīm iva
wie eine Biene (Akk., Vergleich)
sumanasaḥ
schöne Blüten (Akk. Pl.)
upajighrantīm
beriechend (Akk. Sg. f. Part. Präs.)
divija-manuja-manaḥ-nayana-āhlāda-dughaiḥ
durch [Eigenschaften], die Herz und Auge der Götter und Menschen Wonne spenden (Instr.)
Wer bist du, und was willst du tun, o Bester der Weisen, auf diesem Berg? Bist du irgendeine Illusionskraft (māyā) des höchsten, transzendenten Gottes? Trägst du die beiden sehnenlosen Bögen um eines Freundes oder um deiner selbst willen? Oder jagst du im Wald die achtlos-berauschten Wildtiere?
Wort für Wort
kā
wer (Fragepron. Nom. Sg. f.)
tvam
du (Nom.)
cikīrṣasi
willst du tun (Desiderativ, 2. Sg. Präs.)
ca
und
kim
was
muni-varya
o Bester der Weisen (Vok.)
śaile
auf diesem Berg (Lok.)
māyā
Illusionskraft (Nom.)
asi
bist du (2. Sg. Präs.)
kāpi
irgendeine (Nom. f.)
bhagavat-para-devatāyāḥ
des höchsten, transzendenten Gottes (Gen.)
vijye
ohne Sehne (Akk. Dual, Adj.)
bibharṣi
du trägst (2. Sg. Präs.)
dhanuṣī
zwei Bögen (Akk. Dual)
suhṛt-ātmanaḥ
eines Freundes/für dich selbst (Gen.)
arthe
um ... willen (mit Gen.)
kiṃ vā
oder etwa
mṛgān
Wildtiere (Akk. Pl.)
mṛgayase
jagst du (2. Sg. Präs. Med.)
vipine
im Wald (Lok.)
pramattān
die achtlos-berauschten (Akk. Pl.)
[Anm.: Ab hier bis Vers 15 spricht offenbar Pūrvacitti zu Āgnīdhra, wobei sie dessen asketische Erscheinung (Augenbrauen als Bögen, Blicke als Pfeile, Haarlocken usw.) in rätselhaften Bildern beschreibt; die maskulinen Vokative (muni-varya, brahman, dvija) richten sich an den als Asket auftretenden Āgnīdhra.]
bāṇāv imau bhagavataḥ śata-patra-patrau śāntāv apuṅkha-rucirāv ati-tigma-dantau kasmai yuyuṅkṣasi vane vicaran na vidmaḥ kṣemāya no jaḍa-dhiyāṁ tava vikramo 'stu
Diese deine beiden Pfeile, o Mächtiger, gefiedert mit hundert Blütenblättern, ruhig, ohne Schaft und dennoch schön, mit überaus scharfen Spitzen – auf wen willst du sie richten, während du im Wald umherwanderst? Wir wissen es nicht; möge deine Kraft uns Einfältigen zum Heil gereichen.
Wort für Wort
bāṇau
zwei Pfeile (Akk. Dual)
imau
diese (Akk. Dual)
bhagavataḥ
deine, des Mächtigen (Gen.)
śata-patra-patrau
mit Federn aus hundert Blättern [lotusblattgleich befiedert] (Akk. Dual, Adj.)
Diese deine Schüler rezitieren ringsumher, sie singen unaufhörlich das Sāman samt seinem Geheimnis für den Herrn; von deinem Haarschopf herabgefallene Blütenregen genießen sie alle, wie Scharen von Weisen die Zweige der Veden [verehren].
Wort für Wort
śiṣyāḥ
Schüler (Nom. Pl.)
ime
diese (Nom. Pl.)
bhagavataḥ
deine, des Mächtigen (Gen.)
paritaḥ
ringsumher (Adv.)
paṭhanti
sie rezitieren (3. Pl. Präs.)
gāyanti
sie singen (3. Pl. Präs.)
sāma
das Sāman (Akk.)
sa-rahasyam
mit seinem geheimen Teil (Akk., Adj.)
ajasram
unaufhörlich (Adv.)
īśam
für den Herrn (Akk.)
yuṣmat-śikhā-vilulitāḥ
von deinem Haarschopf herabgefallen (Nom. Pl., Adj.)
vācaṁ paraṁ caraṇa-pañjara-tittirīṇāṁ brahmann arūpa-mukharāṁ śṛṇavāma tubhyam labdhā kadamba-rucir aṅka-viṭaṅka-bimbe yasyām alāta-paridhiḥ kva ca valkalaṁ te
Wir hören, o Brahmane, für dich die außergewöhnliche Stimme der Rebhühner in deinem Fußkäfig [an deinen Fußschellen], die, gestaltlos, deutlich ertönt. An der runden Scheibe [an deinem Zeichen], die die Farbe der Kadamba-Blüte erlangt hat, an welcher ein Kreis von Feuerglut [erscheint] – wo aber ist [nun] dein Rindenkleid?
Wort für Wort
vācam
die Stimme, den Laut (Akk.)
param
höchst, außergewöhnlich (Akk., Adj.)
caraṇa-pañjara
im Käfig der Füße [Fußschellen] (Kompositionsglied)
tittirīṇām
der Rebhühner (Gen. Pl.)
brahman
o Brahmane (Vok.)
arūpa
gestaltlos (Adj.)
mukharām
deutlich hörbar, laut (Akk., Adj.)
śṛṇavāma
wir hören (1. Pl. Präs.)
tubhyam
für dich (Dat.)
labdhā
erlangt (Nom. f. Part. Perf. Pass.)
kadamba-ruciḥ
die Farbe der Kadamba-Blüte [habend] (Nom., Adj.) [?]
aṅka-viṭaṅka-bimbe
an der runden Scheibe des Zeichens (Lok.) [?]
yasyām
an welcher (Lok.)
alāta-paridhiḥ
ein Kreis von Feuerglut (Nom.) [?]
kva
wo
ca
und, auch
valkalam
das Rindenkleid (Nom.)
te
dein (Gen.)
[Anm.: aṅka-viṭaṅka-bimbe und alāta-paridhiḥ bleiben unklare, vermutlich metaphorische Ausdrücke [?] – möglicherweise Bezeichnungen für ein Schmuckstück oder Tilaka-Zeichen des Asketen.]
kiṁ sambhṛtaṁ rucirayor dvija śṛṅgayos te madhye kṛśo vahasi yatra dṛśiḥ śritā me paṅko 'ruṇaḥ surabhīr ātma-viṣāṇa īdṛg yenāśramaṁ subhaga me surabhī-karoṣi
Was, o Zweifachgeborener, ist in deinen beiden schönen Hörnern enthalten, zwischen denen du schmal [wenig] [etwas] trägst, worauf mein Blick geheftet ist? [Ist es] roter, duftender Schlamm [Puder] an deinen eigenen Hörnern, derart, womit du, o Glücklicher, meine Einsiedelei duften lässt?
Zeige mir, o bester Freund, deine Welt, von der du herstammst, [du,] der auf solche Weise an der Brust zwei beispiellose Glieder trägt, die den Geist eines [Wesens] wie mich emporheben, und der im Antlitz vieles Wunderbare – süßen Saft, Liebreiz, Nektar und dergleichen – birgt.
Wort für Wort
lokam
die Welt (Akk.)
pradarśaya
zeige! (2. Sg. Imperativ, Kausativ)
suhṛt-tama
o bester Freund (Vok.)
tāvakam
dein (Akk.)
me
mir (Dat.)
yatratyaḥ
dort befindlich, von dort stammend (Nom.)
ittham
so, auf solche Weise (Adv.)
urasā
an der Brust (Instr.)
avayavau
zwei Glieder (Akk. Dual)
apūrvau
beispiellos, nie dagewesen (Akk. Dual, Adj.)
asmat-vidhasya
eines [Wesens] wie ich (Gen.)
manaḥ-unnayanau
die den Geist emporheben (Akk. Dual, Adj.)
bibharti
er trägt (3. Sg. Präs.)
bahu
viel
adbhutam
Wunderbares (Akk.)
sarasa-rāsa-sudhā-ādi
süßer Saft, Liebreiz, Nektar und dergleichen (Akk.) [?]
vaktre
im Antlitz, im Mund (Lok.)
[Anm.: sarasa-rāsa-sudhādi im Munde des Sprechers bleibt bildhaft-mehrdeutig [?].]
kā vātma-vṛttir adanād dhavir aṅga vāti viṣṇoḥ kalāsy animiṣonmakarau ca karṇau udvigna-mīna-yugalaṁ dvija-paṅkti-śocir āsanna-bhṛṅga-nikaraṁ sara in mukhaṁ te
Oder was ist [deine] Nahrung zum Unterhalt des Leibes? Vom Kauen her duftet [dein Atem] wie ein Opferstoff, mein Lieber. Bist du eine Ausstrahlung Viṣṇus? Deine beiden Ohren sind zwei unbewegliche, funkelnde Meeresungeheuer; dein Antlitz [gleicht] geradezu einem See mit einem unruhigen Fischpaar [den Augen], mit dem Glanz einer Zahnreihe und nahestehenden Scharen von Bienen.
Wort für Wort
kā vā
oder was (Nom. f.)
ātma-vṛttiḥ
Lebensunterhalt, Nahrung (Nom.)
adanāt
vom Kauen her (Ablativ)
haviḥ
Opferstoff (Nom.)
aṅga
mein Lieber (Vok.)
vāti
duftet, weht (3. Sg. Präs.)
viṣṇoḥ
Viṣṇus (Gen.)
kalā
ein Teil, eine Ausstrahlung (Nom.)
asi
bist du (2. Sg.)
animiṣa-unmakarau
zwei unbewegliche, funkelnde Meeresungeheuer (Nom. Dual, Adj.)
yo 'sau tvayā kara-saroja-hataḥ pataṅgo dikṣu bhraman bhramata ejayate 'kṣiṇī me muktaṁ na te smarasi vakra-jaṭā-varūthaṁ kaṣṭo 'nilo harati lampaṭa eṣa nīvīm
Jener [fliegende Ball], der von deiner Lotushand geschlagen, in alle Richtungen umherfliegt – sein Umherfliegen lässt meine beiden Augen erzittern. Erinnerst du dich nicht [mehr] an das gelöste Bündel deiner lockigen Zöpfe? Beschwerlich ist dieser Wind – wie ein Lüsterner entreißt er [mir] das untere Gewand.
Wort für Wort
yaḥ
welcher (Nom.)
asau
jener (Nom.)
tvayā
von dir (Instr.)
kara-saroja-hataḥ
von der Lotushand geschlagen (Nom., Adj.)
pataṅgaḥ
der Fliegende, der Ball (Nom.) [?]
dikṣu
in die Richtungen (Lok. Pl.)
bhraman
umherfliegend (Nom. Part. Präs.)
bhramataḥ
seines Umherfliegens (Gen.)
ejayate
lässt erzittern (3. Sg. Präs. Kausativ)
akṣiṇī
beide Augen (Akk. Dual)
me
meine (Gen.)
muktam
gelöst, aufgelöst (Akk.)
na
nicht
te
du (Nom.)
smarasi
erinnerst du dich (2. Sg. Präs.)
vakra-jaṭā-varūtham
das Bündel der lockigen Flechten (Akk.)
kaṣṭaḥ
beschwerlich, quälend (Nom.)
anilaḥ
der Wind (Nom.)
harati
er raubt, entreißt (3. Sg. Präs.)
lampaṭaḥ
lüstern, begehrlich (Nom., Adj.)
eṣaḥ
dieser (Nom.)
nīvīm
das untere Gewand, den Hüftschurz (Akk.)
[Anm.: pataṅgaḥ wörtlich 'der Fliegende' – hier wohl ein Ballspiel-Gegenstand [?].]
rūpaṁ tapodhana tapaś caratāṁ tapoghnaṁ hy etat tu kena tapasā bhavatopalabdham cartuṁ tapo 'rhasi mayā saha mitra mahyaṁ kiṁ vā prasīdati sa vai bhava-bhāvano me
O Schatz der Askese, diese deine Schönheit ist für die, welche Askese üben, geradezu askesevernichtend! Durch welche Askese hast du sie erlangt? Du solltest, o Freund, mit mir zusammen Askese üben – oder ist etwa jener, der Schöpfer des Werdens, mir gnädig gestimmt [durch dich]?
na tvāṁ tyajāmi dayitaṁ dvija-deva-dattaṁ yasmin mano dṛg api no na viyāti lagnam māṁ cāru-śṛṅgy arhasi netum anuvrataṁ te cittaṁ yataḥ pratisarantu śivāḥ sacivyaḥ
Ich werde dich nicht verlassen, du Liebe, von dem Gott der Zweifachgeborenen [Brahmā] gegeben, an dem mein Geist und ebenso mein Blick unablässig haften und sich nicht lösen. Mich, deinen ergebenen [Verehrer], solltest du führen, o du mit den schönen Hörnern, wohin auch immer dein Herz [dich zieht] – mögen die günstigen Begleiterinnen [dir] folgen.
Wort für Wort
na
nicht
tvām
dich (Akk.)
tyajāmi
ich verlasse (1. Sg. Präs.)
dayitam
Geliebte (Akk.)
dvija-deva-dattam
von dem Gott der Zweifachgeborenen [Brahmā] gegeben (Akk., Adj.)
yasmin
an welcher (Lok.)
manaḥ
der Geist (Nom.)
dṛk
der Blick (Nom.)
api
auch
naḥ
mein, unser (Gen.)
na viyāti
weicht nicht (3. Sg. Präs.)
lagnam
anhaftend (Nom., Adj.)
mām
mich (Akk.)
cāru-śṛṅgi
o du mit den schönen Hörnern (Vok.) [?]
arhasi
du solltest (2. Sg.)
netum
zu führen (Infinitiv)
anuvratam
den ergebenen Nachfolger (Akk.)
te
dein (Gen.)
cittam
das Herz, der Sinn (Nom.)
yataḥ
wohin, woher
pratisarantu
sie mögen folgen (3. Pl. Imperativ)
śivāḥ
günstige, wohlwollende (Nom. Pl.)
sacivyaḥ
Begleiterinnen (Nom. Pl.)
[Anm.: Ab hier antwortet offenbar Āgnīdhra der Pūrvacitti; cāru-śṛṅgi (fem. Vok. 'mit den schönen Hörnern') spiegelt spielerisch die vorangegangene Bildersprache [?].]
Śrī Śuka sprach: So gewann Āgnīdhra, dessen Verstand dem der Götter glich, der überaus kundig darin war, Frauen zu gewinnen, mit weltgewandter, kunstfertiger Rede die Gunst jener Götterbraut.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti
so
lalanā-anunaya
im Gewinnen von Frauen (Kompositionsglied)
ati-viśāradaḥ
überaus kundig, erfahren (Nom.)
grāmya-vaidagdhyayā
durch weltlich-geschickte (Instr., Adj.)
paribhāṣayā
durch [gewählte] Rede (Instr.)
tām
sie (Akk.)
vibudha-vadhūm
die Götterbraut (Akk.)
vibudha-matiḥ
dessen Verstand dem der Götter [gleich war] (Nom., Bahuvrīhi)
adhisabhājayām āsa
er gewann für sich, machte geneigt (3. Sg. Perf. periphrastisch)
sā ca tatas tasya vīra-yūtha-pater buddhi-śīla-rūpa-vayaḥ-śriyaudāryeṇa parākṣipta-manās tena sahāyutāyuta-parivatsaropalakṣaṇaṁ kālaṁ jambūdvīpa-patinā bhauma-svarga-bhogān bubhuje.
Und sie, deren Geist von da an durch die Klugheit, den Charakter, die Schönheit, die Jugend, die Pracht und die Großmut jenes Anführers der Heldenschar hingerissen war, genoss danach mit ihm, dem Herrn von Jambūdvīpa, für eine Zeitspanne von zehntausend mal zehntausend Jahren [gemeinsam] irdische und himmlische Freuden.
Wort für Wort
sā
sie (Nom.)
ca
und
tataḥ
daraufhin, seitdem (Adv.)
tasya
von ihm (Gen.)
vīra-yūtha-pateḥ
des Anführers der Heldenschar (Gen.)
buddhi-śīla-rūpa-vayaḥ-śriyā-audāryeṇa
durch Klugheit, Charakter, Schönheit, Jugend, Pracht und Großmut (Instr.)
parākṣipta-manāḥ
deren Geist hingerissen war (Nom., Adj.)
tena saha
mit ihm (Instr.)
ayuta-ayuta-parivatsara-upalakṣaṇam
gekennzeichnet durch [einen Zeitraum von] zehntausend mal zehntausend Jahren (Akk., Adj.)
tasyām u ha vā ātmajān sa rāja-vara āgnīdhro nābhi-kimpuruṣa-harivarṣelāvṛta-ramyaka-hiraṇmaya-kuru-bhadrāśva-ketumāla-saṁjñān nava putrān ajanayat.
In ihr nun zeugte jener beste der Könige, Āgnīdhra, fürwahr neun Söhne mit den Namen Nābhi, Kimpuruṣa, Harivarṣa, Ilāvṛta, Ramyaka, Hiraṇmaya, Kuru, Bhadrāśva und Ketumāla.
Nachdem sie [in dieser Weise] Jahr für Jahr neun Söhne geboren hatte, verließ Pūrvacitti sie geradewegs im Haus zurücklassend und näherte sich abermals dem ungeborenen Gott [Brahmā].
Jene Söhne Āgnīdhras, durch die Gnade der Mutter von Geburt an mit festem Körperbau und Kraft ausgestattet, wurden vom Vater [unter sich] aufgeteilt und genossen [beherrschten], je ihrem Anteil entsprechend, die nach ihren eigenen Namen benannten Länder [varṣas] von Jambūdvīpa.
Wort für Wort
āgnīdhra-sutāḥ
die Söhne Āgnīdhras (Nom. Pl.)
te
jene, sie (Nom. Pl.)
mātuḥ
der Mutter (Gen.)
anugrahāt
durch die Gnade (Ablativ)
autpattikena
von Geburt an, angeboren (Instr., Adj.)
eva
geradezu
saṁhanana-bala-upetāḥ
mit festem Körperbau und Kraft ausgestattet (Nom. Pl., Adj.)
König Āgnīdhra, unbefriedigt in seinen Wünschen, Tag für Tag ausschließlich an die Apsaras denkend, erlangte durch die vedischen Schriften Zugang zu ihrer gemeinsamen Welt, wo [auch] die Vorväter sich erfreuen.
Wort für Wort
āgnīdhraḥ
Āgnīdhra (Nom.)
rājā
der König (Nom.)
atṛptaḥ
unbefriedigt (Nom., Adj.)
kāmānām
der Wünsche (Gen. Pl.)
apsarasam
an die Apsaras (Akk.)
eva
allein, nur
anudinam
Tag für Tag (Adv.)
adhi-manyamānaḥ
überaus denkend an (Nom. Sg. Part. Präs. Med.)
tasyāḥ
von ihr (Gen.)
sa-lokatām
die Gemeinsamkeit der Welt [denselben Aufenthaltsort] (Akk.)
Als der Vater verschieden war, heirateten die neun Brüder die neun Töchter Merus, mit den Namen Merudevī, Pratirūpā, Ugradaṃṣṭrī, Latā, Ramyā, Śyāmā, Nārī, Bhadrā und Devavīti.
Wort für Wort
samparete
als [er] verschieden war (Lok. absolutus, Part. Perf.)