Kapitel 112: Jambūdvīpa-varṣa-vibhāga [?] (aus V. 31 erschlossen; kein eigener Sanskrit-Kolophontitel überliefert)
Beschreibung der Insel Jambūdvīpa
Kombinierte Vers-Einheiten gemäß vedabase.io: 17-18 (Flüsse Bhārata-varṣas), 29-30 (Nebeninseln von Jambūdvīpa). In Vers 20 bricht die Sanskrit-Syntax ab (kein Hauptverb erkennbar); die Übersetzung ist sinngemäß ergänzt und das offene Ende mit [?] markiert.
Śrī Śuka sprach: Im Land Kimpuruṣa verehrt Hanumān, der höchste Geweihte, der stets der Nähe zu dessen [Rāmas] Füßen ergeben ist, zusammen mit den Kimpuruṣas mit ununterbrochener Hingabe den Herrn, die Urperson, den älteren Bruder Lakṣmaṇas, Rāma, der Sītā erfreut.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom. Sg.)
uvāca
sprach (Perf. 3. Sg.)
kimpuruṣe
in Kimpuruṣa (Lok. Sg.)
varṣe
im Land (Lok. Sg.)
bhagavantam
den Herrn (Akk. Sg.)
ādi-puruṣam
die Urperson (Akk. Sg.)
lakṣmaṇa-agra-jam
den älteren Bruder Lakṣmaṇas (Akk. Sg.)
sītā-abhirāmam
den, der Sītā erfreut (Akk. Sg.)
rāmam
Rāma (Akk. Sg.)
tat-caraṇa-sannikarṣa-abhirataḥ
der Nähe zu dessen Füßen ergeben (Nom. Sg.)
parama-bhāgavataḥ
der höchste Geweihte (Nom. Sg.)
hanumān
Hanumān (Nom. Sg.)
saha
zusammen mit
kimpuruṣaiḥ
mit den Kimpuruṣas (Instr. Pl.)
avirata-bhaktiḥ
von ununterbrochener Hingabe (Nom. Sg., Bahuvrīhi)
ārṣṭiṣeṇena saha gandharvair anugīyamānāṁ parama-kalyāṇīṁ bhartṛ-bhagavat-kathāṁ samupaśṛṇoti svayaṁ cedaṁ gāyati
Zusammen mit Ārṣṭiṣeṇa und den Gandharvas hört er aufmerksam der höchst verheißungsvollen Erzählung von seinem Herrn, dem Erhabenen, zu, die [von ihnen] gesungen wird, und er selbst singt dieses [Folgende]:
Wort für Wort
ārṣṭiṣeṇena
mit Ārṣṭiṣeṇa (Instr. Sg.)
saha
zusammen mit
gandharvaiḥ
mit den Gandharvas (Instr. Pl.)
anugīyamānām
die gesungen wird (Akk. Sg., Passiv-Part. Präs.)
parama-kalyāṇīm
höchst verheißungsvoll (Akk. Sg.)
bhartṛ-bhagavat-kathām
die Erzählung von [seinem] Herrn, dem Erhabenen (Akk. Sg.)
oṁ namo bhagavate uttamaślokāya nama ārya-lakṣaṇa-śīla-vratāya nama upaśikṣitātmana upāsita-lokāya namaḥ sādhu-vāda-nikaṣaṇāya namo brahmaṇya-devāya mahā-puruṣāya mahā-rājāya nama iti.
Oṃ, Verehrung dem Erhabenen, der mit den besten Versen [gepriesen wird], Verehrung dem, dessen Merkmale, Charakter und Gelübde edel sind, dem, dessen Sinne gezügelt sind und der von der Welt verehrt wird, Verehrung [dir], dem Prüfstein für die Rede der Rechtschaffenen, Verehrung dem Gott der Brahmanen, der großen Person, dem großen König - so [meine Verehrung].
Wort für Wort
om
Oṃ
namaḥ
Verehrung
bhagavate
dem Erhabenen (Dat. Sg.)
uttama-ślokāya
dem mit den besten Versen [Gepriesenen] (Dat. Sg.)
namaḥ
Verehrung
ārya-lakṣaṇa-śīla-vratāya
dem mit edlen Merkmalen, Charakter und Gelübden (Dat. Sg.)
yat tad viśuddhānubhava-mātram ekaṁ sva-tejasā dhvasta-guṇa-vyavastham pratyak praśāntaṁ sudhiyopalambhanaṁ hy anāma-rūpaṁ nirahaṁ prapadye
Ich nehme Zuflucht zu jenem Einen, das reine Erfahrung/Bewusstsein allein ist, dessen Anordnung der [materiellen] Erscheinungsweisen durch seine eigene Kraft zerstört ist, das nach innen gewandt und völlig friedvoll ist, das durch geläuterten Verstand wahrnehmbar ist, das wahrlich ohne [weltlichen] Namen und Form und ohne [falsches] Ich ist.
martyāvatāras tv iha martya-śikṣaṇaṁ rakṣo-vadhāyaiva na kevalaṁ vibhoḥ kuto 'nyathā syād ramataḥ sva ātmanaḥ sītā-kṛtāni vyasanānīśvarasya
Die Inkarnation als Sterblicher [dient] hier aber zur Unterweisung der Sterblichen, und nicht nur zur Tötung des Rākṣasa - [so ist es] beim Allmächtigen. Wie könnte es sonst sein, dass für den Herrn, der sich in sich selbst erfreut, die durch Sītā verursachten Leiden [entstehen]?
Wort für Wort
martya-avatāraḥ
die Inkarnation als Sterblicher (Nom. Sg.)
tu
aber
iha
hier
martya-śikṣaṇam
zur Unterweisung der Sterblichen (Nom. Sg., Zweck)
na vai sa ātmātmavatāṁ suhṛttamaḥ saktas tri-lokyāṁ bhagavān vāsudevaḥ na strī-kṛtaṁ kaśmalam aśnuvīta na lakṣmaṇaṁ cāpi vihātum arhati
Er, das Selbst der Selbstverwirklichten, ihr bester Freund, der erhabene Vāsudeva, ist wahrlich nicht an die drei Welten gebunden; er würde nicht die durch [seine] Frau verursachte Trübung erfahren, noch wäre er imstande, Lakṣmaṇa aufzugeben.
na janma nūnaṁ mahato na saubhagaṁ na vāṅ na buddhir nākṛtis toṣa-hetuḥ tair yad visṛṣṭān api no vanaukasaś cakāra sakhye bata lakṣmaṇāgrajaḥ
Wahrlich, nicht die [edle] Geburt, nicht das Glück, nicht die Rede, nicht die Intelligenz, noch die Gestalt sind die Ursache der Zufriedenheit des Großen; denn obwohl wir Waldbewohner [Affen] durch diese [Eigenschaften] ausgeschlossen waren, nahm der ältere Bruder Lakṣmaṇas uns doch, wie erstaunlich, in Freundschaft auf!
Sei es ein Gott, ein Dämon, oder auch ein Affe oder ein Mensch - wer immer mit ganzem Wesen Rāma verehrt, den Höchsten, der gute Taten anerkennt, Hari, der die Gestalt eines Menschen [angenommen hat], der [einst] die Bewohner des nördlichen Kosala zum Himmel führte - [der wird erlöst].
Auch im Land Bhārata übt der Erhabene, genannt Nara-Nārāyaṇa, dessen Wandel unergründlich ist, bis zum Ende des Kalpa aus Mitgefühl, um den nach Selbsterkenntnis Strebenden Gnade zu erweisen, jene Askese, durch die Rechtschaffenheit, Wissen, Entsagung, [mystische] Herrschermacht, Sinnesbeherrschung, Freiheit vom falschen Ich und Selbsterkenntnis vermehrt werden.
Der erhabene Nārada, der zusammen mit den Bewohnern Bhāratas, die dem System der varṇas und āśramas folgen, mittels der vom Herrn selbst verkündeten [Lehren von] Sāṅkhya und Yoga dem Sāvarṇi [Manu] die Beschreibung der Erhabenheit des Herrn lehren will, naht sich ihm [Nara-Nārāyaṇa] in Haltung höchster Hingabe und spricht dies:
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
nāradaḥ
Nārada (Nom. Sg.)
varṇa-āśrama-vatībhiḥ
die dem System der varṇas und āśramas folgen (Instr. Pl.)
bhāratībhiḥ
von Bhārata (Instr. Pl.)
prajābhiḥ
mit den Bewohnern (Instr. Pl.)
bhagavat-proktābhyām
vom Herrn verkündet (Instr. Dual)
sāṅkhya-yogābhyām
durch Sāṅkhya und Yoga (Instr. Dual)
bhagavat-anubhāva-upavarṇanam
die Beschreibung der Erhabenheit des Herrn (Akk. Sg.)
oṁ namo bhagavate upaśama-śīlāyoparatānātmyāya namo 'kiñcana-vittāya ṛṣi-ṛṣabhāya nara-nārāyaṇāya paramahaṁsa-parama-gurave ātmārāmādhipataye namo nama iti.
Oṃ, Verehrung dem Erhabenen, dessen Wesen Friedfertigkeit ist, der frei von Verbindung mit dem Nicht-Selbst ist, Verehrung [dir], der der Reichtum der Besitzlosen ist, dem Besten der Weisen, Nara-Nārāyaṇa, dem höchsten Lehrer der Paramahaṃsas, dem Herrn der im [eigenen] Selbst Erfreuten - Verehrung, Verehrung, so [spreche ich].
Wort für Wort
om
Oṃ
namaḥ
Verehrung
bhagavate
dem Erhabenen (Dat. Sg.)
upaśama-śīlāya
dessen Wesen Friedfertigkeit ist (Dat. Sg.)
uparata-anātmyāya
der frei von Verbindung mit dem Nicht-Selbst ist (Dat. Sg.)
gāyati cedam — kartāsya sargādiṣu yo na badhyate na hanyate deha-gato 'pi daihikaiḥ draṣṭur na dṛg yasya guṇair vidūṣyate tasmai namo 'sakta-vivikta-sākṣiṇe
Und er singt dies: 'Dem Handelnden bei der Schöpfung usw. dieses [Universums], der nicht gebunden wird, der nicht getötet wird, obwohl er verkörpert [erscheint], durch die körperlichen [Leiden], dessen Sehvermögen als Seher durch die [materiellen] Erscheinungsweisen nicht befleckt wird - ihm, dem unangehafteten, abgesonderten Zeugen, sei Verehrung.'
Wort für Wort
gāyati
er singt (Präs. 3. Sg.)
ca
und
idam
dies (Akk. Sg.)
kartā
der Handelnde (Nom. Sg.)
asya
dieses [Universums] (Gen. Sg.)
sarga-ādiṣu
bei Schöpfung usw. (Lok. Pl.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
na
nicht
badhyate
wird gebunden (Präs. Pass. 3. Sg.)
na
nicht
hanyate
wird getötet (Präs. Pass. 3. Sg.)
deha-gataḥ
verkörpert (Nom. Sg.)
api
obwohl
daihikaiḥ
durch die körperlichen [Leiden] (Instr. Pl.)
draṣṭuḥ
des Sehers (Gen. Sg.)
na
nicht
dṛk
die Sehkraft (Nom. Sg.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
guṇaiḥ
durch die Erscheinungsweisen (Instr. Pl.)
vidūṣyate
wird befleckt (Präs. Pass. 3. Sg.)
tasmai
ihm (Dat. Sg.)
namaḥ
Verehrung
asakta-vivikta-sākṣiṇe
dem unangehafteten, abgesonderten Zeugen (Dat. Sg.)
idaṁ hi yogeśvara yoga-naipuṇaṁ hiraṇyagarbho bhagavāñ jagāda yat yad anta-kāle tvayi nirguṇe mano bhaktyā dadhītojjhita-duṣkalevaraḥ
Dies wahrlich, o Herr des Yoga, ist die Meisterschaft im Yoga, die der erhabene Hiraṇyagarbha [Brahmā] verkündete: dass man zur Zeit des Todes, nachdem man diesen üblen Körper aufgegeben hat, mit Hingabe den Geist auf dich, den Eigenschaftslosen, richten möge.
Wort für Wort
idam
dies (Akk. Sg.)
hi
wahrlich
yoga-īśvara
o Herr des Yoga (Vok. Sg.)
yoga-naipuṇam
die Meisterschaft im Yoga (Akk. Sg.)
hiraṇyagarbhaḥ
Hiraṇyagarbha (Nom. Sg.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
jagāda
sprach (Perf. 3. Sg.)
yat
was
anta-kāle
zur Zeit des Endes/Todes (Lok. Sg.)
tvayi
auf dich (Lok. Sg.)
nirguṇe
den Eigenschaftslosen (Lok. Sg.)
manaḥ
den Geist (Akk. Sg.)
bhaktyā
mit Hingabe (Instr. Sg.)
dadhīta
man möge richten (Opt. 3. Sg.)
ujjhita-duṣkalevaraḥ
nachdem er den üblen Körper aufgegeben hat (Nom. Sg., Bahuvrīhi)
So wie der dem Verlangen nach diesseitigem und jenseitigem [Genuss] Verfallene um Söhne, Ehefrau und Reichtum besorgt ist, [so] möge, wer als Wissender aus Furcht vor dem Verlust dieses üblen Körpers [ebenso] bangt - dessen Bemühen ist nichts als bloße Mühsal.
Wort für Wort
yathā
wie
aihika-āmuṣmika-kāma-lampaṭaḥ
der dem Verlangen nach diesseitigem und jenseitigem [Genuss] verfallen ist (Nom. Sg.)
suteṣu
an Söhne (Lok. Pl.)
dāreṣu
an Ehefrau (Lok. Pl.)
dhaneṣu
an Reichtum (Lok. Pl.)
cintayan
denkend (Präs.-Part., Nom. Sg.)
śaṅketa
er würde fürchten (Opt. 3. Sg.)
vidvān
der Wissende (Nom. Sg.)
ku-kalevara-atyayāt
wegen des Verlustes des üblen Körpers (Abl. Sg.)
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
tasya
dessen (Gen. Sg.)
yatnaḥ
die Anstrengung (Nom. Sg.)
śramaḥ
Mühsal (Nom. Sg.)
eva
nur
kevalam
bloß
[?] Syntax der Vergleichs- und Relativkonstruktion im Original knapp; sinngemäß ergänzt.
Deshalb, o Herr, mögest du [bewirken], o Transzendenter, dass wir das durch deine Māyā dem üblen Körper verhaftete [Gefühl von] 'Ich' und 'Mein' durchtrennen, das sehr schwer zu durchtrennen ist, wodurch wir schnell [frei würden]; gewähre uns die Verbindung mit dir, die [uns] zur [zweiten] Natur werde - so [beten sie].
Auch in diesem Land Bhārata gibt es viele Flüsse und Berge: Malaya, Maṅgalaprastha, Maināka, Trikūṭa, Ṛṣabha, Kūṭaka, Kollaka, Sahya, Devagiri, Ṛṣyamūka, Śrīśaila, Veṅkaṭa, Mahendra, Vāridhāra, Vindhya, Śuktimān, Ṛkṣagiri, Pāriyātra, Droṇa, Citrakūṭa, Govardhana, Raivataka, Kakubha, Nīla, Gokāmukha, Indrakīla, Kāmagiri und andere, zu Hunderttausenden, Berge; von deren Abhängen entspringend gibt es unzählige große und kleine Flüsse.
Das Wasser dieser [Flüsse], die durch ihre bloßen Namen die Bewohner Bhāratas reinigen, berühren diese auch [rituell] mit dem Geist: Candravasā, Tāmraparṇī, Avaṭodā, Kṛtamālā, Vaihāyasī, Kāverī, Veṇī, Payasvinī, Śarkarāvartā, Tuṅgabhadrā, Kṛṣṇāveṇyā, Bhīmarathī, Godāvarī, Nirvindhyā, Payoṣṇī, Tāpī, Revā, Surasā, Narmadā, Carmaṇvatī, Sindhu, Andha und Śoṇa - diese zwei [Flüsse] -, Mahānadī, Vedasmṛti, Ṛṣikulyā, Trisāmā, Kauśikī, Mandākinī, Yamunā, Sarasvatī, Dṛṣadvatī, Gomatī, Sarayū, Rodhasvatī, Saptavatī, Suṣomā, Śatadrū, Candrabhāgā, Marudvṛdhā, Vitastā, Asiknī [und] Viśvā - so [heißen] die großen Flüsse.
asminn eva varṣe puruṣair labdha-janmabhiḥ śukla-lohita-kṛṣṇa-varṇena svārabdhena karmaṇā divya-mānuṣa-nāraka-gatayo bahvya ātmana ānupūrvyeṇa sarvā hy eva sarveṣāṁ vidhīyante yathā-varṇa-vidhānam apavargaś cāpi bhavati.
Eben in diesem Land werden den Menschen, die [hier] Geburt erlangt haben, durch das von ihnen selbst in Gang gesetzte Karma, [das ihrer] weißen, roten oder schwarzen [Wesensart entsprechend ist], der Reihe nach fürwahr alle vielfältigen göttlichen, menschlichen und höllischen Daseinsformen zugeteilt, entsprechend der Einteilung nach Kaste (varṇa) - und auch die Befreiung ist [hier] möglich.
Wort für Wort
asmin
in diesem (Lok. Sg.)
eva
eben
varṣe
Land (Lok. Sg.)
puruṣaiḥ
von den Menschen (Instr. Pl.)
labdha-janmabhiḥ
die Geburt erlangt haben (Instr. Pl.)
śukla-lohita-kṛṣṇa-varṇena
durch die weiße, rote, schwarze Art (Instr. Sg.)
sva-ārabdhena
selbst begonnen (Instr. Sg.)
karmaṇā
durch das Karma (Instr. Sg.)
divya-mānuṣa-nāraka-gatayaḥ
die göttlichen, menschlichen, höllischen Daseinsformen (Nom. Pl.)
yo 'sau bhagavati sarva-bhūtātmany anātmye 'nirukte 'nilayane paramātmani vāsudeve 'nanya-nimitta-bhakti-yoga-lakṣaṇo nānā-gati-nimittāvidyā-granthi-randhana-dvāreṇa yadā hi mahā-puruṣa-puruṣa-prasaṅgaḥ.
Wer, jenem Erhabenen zugewandt - dem Selbst aller Wesen, dem Nicht-Individuellen, dem Unbeschreiblichen, dem Ortlosen, dem höchsten Selbst, Vāsudeva -, gekennzeichnet ist durch Hingabe-Yoga ohne andere Ursache [als Ihn selbst], mittels des Durchbohrens des Knotens der Unwissenheit, der die Ursache der verschiedenen [Wiedergeburts-]Gänge ist - wenn dann fürwahr die Verbindung zwischen der Großen Person und der [individuellen] Person [entsteht] ... [?]
Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
asau
jener (Nom. Sg.)
bhagavati
auf den Erhabenen (Lok. Sg.)
sarva-bhūta-ātmani
das Selbst aller Wesen (Lok. Sg.)
anātmye
den Nicht-Individuellen (Lok. Sg.)
anirukte
den Unbeschreiblichen (Lok. Sg.)
anilayane
den Ortlosen (Lok. Sg.)
parama-ātmani
das höchste Selbst (Lok. Sg.)
vāsudeve
Vāsudeva (Lok. Sg.)
ananya-nimitta-bhakti-yoga-lakṣaṇaḥ
gekennzeichnet durch Hingabe-Yoga ohne andere Ursache (Nom. Sg.)
nānā-gati-nimitta-avidyā-granthi-randhana-dvāreṇa
mittels des Durchbohrens des Unwissenheitsknotens, der Ursache der verschiedenen [Wiedergeburts-]Gänge (Instr. Sg.)
yadā
wenn
hi
wahrlich
mahā-puruṣa-puruṣa-prasaṅgaḥ
die Verbindung zwischen der Großen Person und der [individuellen] Person (Nom. Sg.)
[Anm.: Der Satz ist im Sanskrit-Original syntaktisch unvollständig (kein Hauptverb zu "yadā hi ... prasaṅgaḥ" erkennbar; Anakoluth/Ellipse). Übersetzung sinngemäß rekonstruiert, offenes Satzende mit [?] markiert.]
etad eva hi devā gāyanti — aho amīṣāṁ kim akāri śobhanaṁ prasanna eṣāṁ svid uta svayaṁ hariḥ yair janma labdhaṁ nṛṣu bhāratājire mukunda-sevaupayikaṁ spṛhā hi naḥ
Eben dies singen wahrlich die Götter: 'Oh, was Gutes haben diese [Bewohner Bhāratas] wohl getan? Ist Hari selbst etwa mit ihnen zufrieden? - durch die [Menschen], von denen unter den Menschen auf dem Boden Bhāratas eine Geburt erlangt wurde, die dem Dienst an Mukunda förderlich ist. Auch unser Verlangen gilt wahrlich [dem]!'
Was [nützen] uns die schwer auszuführenden Opfer, Bußübungen, Gelübde, Wohltätigkeiten und dergleichen, oder [selbst] die geringfügige Erlangung des Himmels, wo doch die Erinnerung an die Lotosfüße Nārāyaṇas wegen des übermäßigen Sinnesvergnügens verlorengeht?
Wort für Wort
kim
was [nützt] (Frage-Pron.)
duṣkaraiḥ
mit schwer auszuführenden (Instr. Pl.)
naḥ
unseren (Gen. Pl.)
kratubhiḥ
mit Opfern (Instr. Pl.)
tapaḥ-vrataiḥ
mit Bußübungen und Gelübden (Instr. Pl.)
dāna-ādibhiḥ
mit Wohltätigkeit usw. (Instr. Pl.)
vā
oder
dyu-jayena
mit der Erlangung des Himmels (Instr. Sg.)
phalgunā
geringfügig (Instr. Sg.)
na
nicht
yatra
wo
nārāyaṇa-pāda-paṅkaja-smṛtiḥ
die Erinnerung an die Lotosfüße Nārāyaṇas (Nom. Sg.)
pramuṣṭa-atiśaya-indriya-utsavāt
wegen des durch übermäßigen Sinnesgenuss geraubten [Zustands] (Abl. Sg.)
Wertvoller als die Erlangung des Aufenthaltsortes derer, deren Lebensdauer einen [ganzen] Kalpa beträgt - [ein Ort,] der [doch wieder] der Wiedergeburt [unterliegt] - ist für die, deren Lebensdauer [nur] einen Augenblick beträgt, die Erlangung des Bodens von Bhārata: Die Verständigen, die mit [diesem nur] einen Augenblick [währenden] sterblichen [Körper] das Getane aufgebend entsagen, gelangen zum furchtlosen Zustand Haris.
Wort für Wort
kalpa-āyuṣām
derer, deren Lebensdauer ein Kalpa beträgt (Gen. Pl.)
sthāna-jayāt
als die Erlangung des [ihres] Aufenthaltsortes (Abl. Sg.)
punaḥ-bhavāt
der der Wiedergeburt [unterliegt] (Abl. Sg.)
kṣaṇa-āyuṣām
derer, deren Lebensdauer einen Augenblick beträgt (Gen. Pl.)
na yatra vaikuṇṭha-kathā-sudhāpagā na sādhavo bhāgavatās tadāśrayāḥ na yatra yajñeśa-makhā mahotsavāḥ sureśa-loko 'pi na vai sa sevyatām
Wo es nicht die Nektarflüsse der Erzählungen von Vaikuṇṭha gibt, wo es nicht die rechtschaffenen Geweihten gibt, die bei ihm Zuflucht haben, wo es nicht die Opfer für den Herrn der Opfer gibt, die großen Feste - selbst die Welt des Götterherrn möge nicht aufgesucht werden!
Wort für Wort
na
nicht
yatra
wo
vaikuṇṭha-kathā-sudhā-āpagāḥ
die Nektarflüsse der Erzählungen von Vaikuṇṭha (Nom. Pl.)
prāptā nṛ-jātiṁ tv iha ye ca jantavo jñāna-kriyā-dravya-kalāpa-sambhṛtām na vai yaterann apunar-bhavāya te bhūyo vanaukā iva yānti bandhanam
Wenn aber die Lebewesen, welche auch immer, die hier die Menschengeburt erlangt haben - die reich ausgestattet ist mit einer Fülle von Wissen, Handlung und [den entsprechenden] Mitteln - nicht nach der Freiheit von der Wiedergeburt streben, gehen sie wieder in die Gefangenschaft, wie Vögel [die ins Netz zurückkehren].
Wort für Wort
prāptāḥ
die erlangt haben (Nom. Pl.)
nṛ-jātim
die Menschengeburt (Akk. Sg.)
tu
aber
iha
hier
ye
welche (Nom. Pl.)
ca
auch
jantavaḥ
Lebewesen (Nom. Pl.)
jñāna-kriyā-dravya-kalāpa-sambhṛtām
reich ausgestattet mit Wissen, Handlung und Mitteln (Akk. Sg.)
Die von [den Menschen] mit Glauben auf dem Opfergras anteilig dargebrachte Opfergabe, geopfert gemäß [rechter] Vorschrift, Mantra und Substanz - obwohl mit unterschiedlichen Namen angerufen, nimmt der Eine [Gott], der Vollkommene, selbst der Herr aller Segnungen, sie mit Freude an.
Wahrhaftig gewährt er den Menschen, [wenn] darum gebeten, das Erbetene, [doch] er ist nicht [wirklich] der Gewährer von [weltlichem] Gewinn, weil daraus wiederum [neues] Verlangen [entsteht]; [vielmehr] verleiht er selbst denen, die ihn verehren, auch wenn sie es nicht wünschen, seine eigenen zarten Lotosfüße, die alles [weitere] Verlangen bedecken.
Wenn hier [im Himmel] für uns noch etwas vom himmlischen Glück übrigbleibt vom Verdienst eines gut ausgeführten Opfers, einer gut rezitierten Hymne [oder] einer guten Tat, dann möge uns dadurch eine Geburt mit [bleibender] Erinnerung [an den Herrn] im Land Ajanābha zuteilwerden - dem Land, dessen Verehrern Hari Wohlergehen verbreitet.
Wort für Wort
yadi
wenn
atra
hier
naḥ
unser (Gen. Pl.)
svarga-sukha-avaśeṣitam
das vom himmlischen Glück Übriggebliebene (Nom. Sg.)
Śrī Śuka sprach: Und von Jambūdvīpa, o König, [gibt es] acht Nebeninseln - so lehren fürwahr manche [Gelehrte] -, die von den Söhnen Sagaras bei der Suche nach dem [Opfer-]Pferd, indem sie diese Erde ringsum durchgruben, geschaffen wurden; und zwar folgendermaßen: Svarṇaprastha, Candraśukla, Āvartana, Ramaṇaka, Mandaraharina, Pāñcajanya, Siṁhala [und] Laṅkā.