Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 42: varāhāvirbhāvaḥ Das Erscheinen des Herrn Varāha

Skandha 3, Adhyāya 13. Quelle: vedabase.io. title_sa als eigene knappe IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, da vedabase.io keinen Sanskrit-IAST-Kapiteltitel angibt (nur Englisch 'The Appearance of Lord Varaha').

śrī-śuka uvāca | niśamya vācaṁ vadato | muneḥ puṇyatamāṁ nṛpa | bhūyaḥ papraccha kauravyo | vāsudeva-kathādṛtaḥ

Śrī Śuka sprach: Nachdem er die höchst heilige Rede des sprechenden Weisen [Maitreya] vernommen hatte, o König, fragte der Kaurava [Vidura], der die Erzählungen über Vāsudeva schätzte, wiederum.

Wort für Wort
śrī-śuka uvāca
Śrī Śuka sprach
niśamya vācaṁ vadato muneḥ
nachdem er die Rede des sprechenden Weisen vernommen hatte
puṇyatamāṁ nṛpa
die höchst heilige, o König
bhūyaḥ papraccha kauravyo
wiederum fragte der Kaurava
vāsudeva-kathādṛtaḥ
der die Erzählungen über Vāsudeva schätzte

vidura uvāca | sa vai svāyambhuvaḥ samrāṭ | priyaḥ putraḥ svayambhuvaḥ | pratilabhya priyāṁ patnīṁ | kiṁ cakāra tato mune

Vidura sprach: Er fürwahr, der Alleinherrscher Svāyambhuva, der geliebte Sohn des Selbstentstandenen - was tat er, nachdem er seine geliebte Gemahlin erlangt hatte, o Weiser?

Wort für Wort
vidura uvāca
Vidura sprach
sa vai svāyambhuvaḥ samrāṭ
er fürwahr, der Svāyambhuva, der Alleinherrscher
priyaḥ putraḥ svayambhuvaḥ
der geliebte Sohn des Selbstentstandenen
pratilabhya priyāṁ patnīm
nachdem er die geliebte Gemahlin erlangt hatte
kiṁ cakāra tato mune
was tat er darauf, o Weiser

caritaṁ tasya rājarṣer ādi-rājasya sattama | brūhi me śraddadhānāya viṣvaksenāśrayo hy asau

Erzähle mir, dem Vertrauensvollen, o Bester, die Taten jenes königlichen Weisen, des ersten Königs, denn er war fürwahr einer, der bei Viṣvaksena [Viṣṇu] Zuflucht suchte.

Wort für Wort
caritaṁ tasya rājarṣer
das Verhalten jenes königlichen Weisen
ādi-rājasya sattama
des ersten Königs, o Bester
brūhi me śraddadhānāya
erzähle mir, dem Vertrauensvollen
viṣvaksenāśrayo hy asau
denn er ist ein Zufluchtsuchender bei Viṣvaksena

śrutasya puṁsāṁ sucira-śramasya nanv añjasā sūribhir īḍito 'rthaḥ | tat-tad-guṇānuśravaṇaṁ mukunda-pādāravindaṁ hṛdayeṣu yeṣām

Das Ziel dessen, was die Menschen mit langer Mühsal hören, wird von den Weisen fürwahr unmittelbar gepriesen als eben jenes wiederholte Hören von den Eigenschaften der Lotosfüße Mukundas - Eigenschaften, in deren Herzen sie für immer wohnen.

Wort für Wort
śrutasya puṁsāṁ sucira-śramasya
des von Menschen lange mühevoll Gehörten
nanv añjasā sūribhir īḍito 'rthaḥ
fürwahr mühelos von den Weisen gepriesene Sinn
tat-tad-guṇānuśravaṇam
das wiederholte Hören von jenen Eigenschaften
mukunda-pādāravindaṁ hṛdayeṣu yeṣām
der Lotosfüße Mukundas, in deren Herzen [sie wohnen]

[?] Kompakter, mehrdeutiger vyatireka-Preisvers; syntaktische Bezuege unabhaengig aus grammatischer Analyse erschlossen, ohne Kommentar-Ruecksprache.

śrī-śuka uvāca | iti bruvāṇaṁ viduraṁ vinītaṁ | sahasra-śīrṣṇaś caraṇopadhānam | prahṛṣṭa-romā bhagavat-kathāyāṁ | praṇīyamāno munir abhyacaṣṭa

Śrī Śuka sprach: So zu Vidura sprechend, dem Bescheidenen, [genannt] die Stütze für die Füße des Tausendköpfigen [Ananta] - mit vor Ekstase gesträubten Haaren bei der Erzählung über den Erhabenen, ergriffen, sprach der Weise [Maitreya].

Wort für Wort
śrī-śuka uvāca
Śrī Śuka sprach
iti bruvāṇaṁ viduraṁ vinītam
so zu Vidura sprechend, dem Bescheidenen
sahasra-śīrṣṇaś caraṇopadhānam
die Stütze für die Füße des Tausendköpfigen
prahṛṣṭa-romā bhagavat-kathāyām
mit gesträubten Haaren bei der Erzählung über den Erhabenen
praṇīyamāno munir abhyacaṣṭa
ergriffen, sprach der Weise

maitreya uvāca | yadā sva-bhāryayā sārdhaṁ | jātaḥ svāyambhuvo manuḥ | prāñjaliḥ praṇataś cedaṁ | veda-garbham abhāṣata

Maitreya sprach: Als Manu Svāyambhuva zusammen mit seiner eigenen Gemahlin erschienen war, sprach er, mit gefalteten Händen sich verneigend, Folgendes zum Veda-Keim [Brahmā].

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
yadā sva-bhāryayā sārdham
als [er] zusammen mit seiner eigenen Gemahlin
jātaḥ svāyambhuvo manuḥ
der geborene Manu Svāyambhuva
prāñjaliḥ praṇataś cedam
mit gefalteten Händen, sich verneigend, dies
veda-garbham abhāṣata
sprach er zum Veda-Keim

tvam ekaḥ sarva-bhūtānāṁ janma-kṛd vṛttidaḥ pitā | tathāpi naḥ prajānāṁ te śuśrūṣā kena vā bhavet

'Du allein bist der Urheber der Geburt und der unterhaltspendende Vater aller Wesen. Dennoch - wie könnte dir von uns, deinen Nachkommen, Dienst erwiesen werden?'

Wort für Wort
tvam ekaḥ sarva-bhūtānām
du allein bist [der Vater] aller Wesen
janma-kṛd vṛttidaḥ pitā
der Urheber der Geburt, der unterhaltgebende Vater
tathāpi naḥ prajānāṁ te
dennoch, uns, [deinen] Nachkommen, dir
śuśrūṣā kena vā bhavet
wie könnte Dienst [erwiesen werden]

tad vidhehi namas tubhyaṁ karmasv īḍyātma-śaktiṣu | yat kṛtveha yaśo viṣvag amutra ca bhaved gatiḥ

'Verordne dies, Verehrung dir - ordne Taten an, die würdig sind und den eigenen Kräften entsprechen, wodurch, hier vollbracht, Ruhm überallhin und im Jenseits Erlösung entstehen möge.'

Wort für Wort
tad vidhehi namas tubhyam
dies ordne an, Verehrung dir
karmasv īḍyātma-śaktiṣu
in Taten, würdig, den eigenen Kräften entsprechend
yat kṛtveha yaśo viṣvag
wodurch, hier getan, Ruhm überallhin
amutra ca bhaved gatiḥ
und im Jenseits Erlösung entstehen möge

brahmovāca | prītas tubhyam ahaṁ tāta | svasti stād vāṁ kṣitīśvara | yan nirvyalīkena hṛdā | śādhi mety ātmanārpitam

Brahmā sprach: 'Erfreut bin ich mit dir, mein Kind; Wohlergehen sei euch beiden, o Herrscher der Erde - dass du mit aufrichtigem Herzen, dem höchsten Selbst hingegeben, gesagt hast: Befiehl mir.'

Wort für Wort
brahmovāca
Brahmā sprach
prītas tubhyam ahaṁ tāta
erfreut bin ich mit dir, mein Kind
svasti stād vāṁ kṣitīśvara
Wohlergehen sei euch beiden, o Herrscher der Erde
yan nirvyalīkena hṛdā
dass mit aufrichtigem Herzen
śādhi mety ātmanārpitam
'befiehl mir', dem Selbst hingegeben

etāvaty ātmajair vīra | kāryā hy apacitir gurau | śaktyāpramattair gṛhyeta | sādaraṁ gata-matsaraiḥ

'So viel Ehrerbietung, o Held, muss den Söhnen gegenüber dem Vater fürwahr erwiesen werden - durch ihre eigene Kraft, unachtsamkeitsfrei, mit Ehrerbietung, von Neid befreit sollte sie geübt werden.'

Wort für Wort
etāvaty ātmajair vīra
so viel, von den Söhnen, o Held
kāryā hy apacitir gurau
muss fürwahr die Ehrerbietung gegenüber dem Lehrer erwiesen werden
śaktyāpramattair gṛhyeta
durch [ihre] Kraft, unachtsam, sollte sie geübt werden
sādaraṁ gata-matsaraiḥ
mit Ehrerbietung, von Neid befreit

sa tvam asyām apatyāni sadṛśāny ātmano guṇaiḥ | utpādya śāsa dharmeṇa gāṁ yajñaiḥ puruṣaṁ yaja

'Du also, erzeuge mit dieser Gemahlin Nachkommen, die dir an Eigenschaften gleichen, und herrsche gemäß dem Dharma über die Erde; mit Opfern verehre den Puruṣa.'

Wort für Wort
sa tvam asyām apatyāni
du also, mit dieser [Gemahlin], Nachkommen
sadṛśāny ātmano guṇaiḥ
dir selbst gleichend an Eigenschaften
utpādya śāsa dharmeṇa gām
erzeugend, herrsche gemäß dem Dharma über die Erde
yajñaiḥ puruṣaṁ yaja
mit Opfern verehre den Puruṣa

paraṁ śuśrūṣaṇaṁ mahyaṁ syāt prajā-rakṣayā nṛpa | bhagavāṁs te prajā-bhartur hṛṣīkeśo 'nutuṣyati

'Der höchste Dienst an mir bestünde im Schutz der Untertanen, o König; der Erhabene Hṛṣīkeśa wird dir, dem Beschützer der Untertanen, gnädig gestimmt sein.'

Wort für Wort
paraṁ śuśrūṣaṇaṁ mahyam
der höchste Dienst an mir
syāt prajā-rakṣayā nṛpa
wäre durch den Schutz der Untertanen, o König
bhagavāṁs te prajā-bhartuḥ
der Erhabene wird dir, dem Beschützer der Untertanen
hṛṣīkeśo 'nutuṣyati
Hṛṣīkeśa wird gnädig gestimmt sein

yeṣāṁ na tuṣṭo bhagavān yajña-liṅgo janārdanaḥ | teṣāṁ śramo hy apārthāya yad ātmā nādṛtaḥ svayam

'Denen der Erhabene Janārdana, dessen Kennzeichen das Opfer ist, nicht wohlgesonnen ist, deren Mühe ist fürwahr ohne Sinn, da sie das höchste Selbst selbst nicht achten.'

Wort für Wort
yeṣāṁ na tuṣṭo bhagavān
denen der Erhabene nicht wohlgesonnen ist
yajña-liṅgo janārdanaḥ
dessen Kennzeichen das Opfer ist, Janārdana
teṣāṁ śramo hy apārthāya
deren Mühe ist fürwahr ohne Sinn
yad ātmā nādṛtaḥ svayam
da das Selbst von ihnen selbst nicht geachtet wird

manur uvāca | ādeśe 'haṁ bhagavato | varteyāmīva-sūdana | sthānaṁ tv ihānujānīhi | prajānāṁ mama ca prabho

Manu sprach: 'Ich werde im Gebot des Erhabenen verbleiben, o Vernichter des Übels; gewähre mir aber hier den rechten Ort für meine Untertanen und für mich, o Herr.'

Wort für Wort
manur uvāca
Manu sprach
ādeśe 'haṁ bhagavato varteya
im Befehl des Erhabenen werde ich verbleiben
amīva-sūdana
o Vernichter des Übels
sthānaṁ tv ihānujānīhi
den Ort aber hier gewähre mir
prajānāṁ mama ca prabho
für [meine] Untertanen und für mich, o Herr

yad okaḥ sarva-bhūtānāṁ mahī magnā mahāmbhasi | asyā uddharaṇe yatno deva devyā vidhīyatām

'Die Erde, die Wohnstätte aller Wesen, ist im großen Wasser versunken - o Gott, es möge Bemühung für ihre Errettung veranlasst werden.'

Wort für Wort
yad okaḥ sarva-bhūtānām
das, was die Wohnstätte aller Wesen ist
mahī magnā mahāmbhasi
die Erde, versunken im großen Wasser
asyā uddharaṇe yatno
für ihre Errettung sei Bemühung
deva devyā vidhīyatām
o Gott, werde veranlasst

maitreya uvāca | parameṣṭhī tv apāṁ madhye | tathā sannām avekṣya gām | katham enāṁ samunneṣya | iti dadhyau dhiyā ciram

Maitreya sprach: Der Höchste [Brahmā] aber, inmitten der Wasser die so versunkene Erde erblickend, sann lange mit seinem Geist nach: 'Wie werde ich diese emporheben?'

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
parameṣṭhī tv apāṁ madhye
der Höchste aber, inmitten der Wasser
tathā sannām avekṣya gām
die so [versunkene] Erde erblickend
katham enāṁ samunneṣya
wie werde ich diese emporheben
iti dadhyau dhiyā ciram
so sann er mit dem Geist lange nach

sṛjato me kṣitir vārbhiḥ plāvyamānā rasāṁ gatā | athātra kim anuṣṭheyam asmābhiḥ sarga-yojitaiḥ | yasyāhaṁ hṛdayād āsaṁ sa īśo vidadhātu me

'Während ich weiter erschaffe, ist die Erde, von den Wassern überflutet, in die Tiefe gelangt - was ist hierbei nun von uns, die wir der Schöpfung verpflichtet sind, zu tun? Er, aus dessen Herzen ich entstanden bin, jener Herr, möge mir Weisung erteilen.'

Wort für Wort
sṛjato me kṣitir vārbhiḥ
während ich erschaffe, die Erde, durch die Wasser
plāvyamānā rasāṁ gatā
überflutet, in die Tiefe gelangt
athātra kim anuṣṭheyam
was ist hierbei nun zu tun
asmābhiḥ sarga-yojitaiḥ
von uns, die wir der Schöpfung verpflichtet sind
yasyāhaṁ hṛdayād āsaṁ sa īśo vidadhātu me
er, aus dessen Herzen ich entstanden bin, möge mir Weisung erteilen

ity abhidhyāyato nāsā-vivarāt sahasānagha | varāha-toko niragād aṅguṣṭha-parimāṇakaḥ

Während er so nachsann, kam plötzlich, o Sündloser, aus seiner Nasenöffnung ein Eberjunges hervor, von der Größe eines Daumens.

Wort für Wort
ity abhidhyāyato nāsā-vivarāt
so nachsinnend, aus der Nasenöffnung
sahasānagha
plötzlich, o Sündloser
varāha-toko niragāt
kam ein Eber-Junges heraus
aṅguṣṭha-parimāṇakaḥ
von der Größe eines Daumens

tasyābhipaśyataḥ kha-sthaḥ kṣaṇena kila bhārata | gaja-mātraḥ pravavṛdhe tad adbhutam abhūn mahat

Während er zusah, wuchs es, im Raum befindlich, im Augenblick fürwahr zur Größe eines Elefanten heran, o Bhārata - dies wurde zu einem großen Wunder.

Wort für Wort
tasyābhipaśyataḥ kha-sthaḥ
während er zusah, im Raum befindlich
kṣaṇena kila bhārata
im Augenblick, fürwahr, o Bhārata
gaja-mātraḥ pravavṛdhe
wuchs es zur Größe eines Elefanten heran
tad adbhutam abhūn mahat
dies wurde zu einem großen Wunder

marīci-pramukhair vipraiḥ kumārair manunā saha | dṛṣṭvā tat saukaraṁ rūpaṁ tarkayām āsa citradhā

Mit den von Marīci angeführten Brahmanen, den Kumāras, zusammen mit Manu, erblickte er diese Eber-Gestalt und überlegte auf mannigfache Weise.

Wort für Wort
marīci-pramukhair vipraiḥ
mit den von Marīci angeführten Brahmanen
kumārair manunā saha
mit den Kumāras, zusammen mit Manu
dṛṣṭvā tat saukaraṁ rūpam
diese Eber-Gestalt erblickend
tarkayām āsa citradhā
überlegte er auf mannigfache Weise

kim etat sūkara-vyājaṁ sattvaṁ divyam avasthitam | aho batāścaryam idaṁ nāsāyā me viniḥsṛtam

'Was ist dies - unter dem Vorwand eines Ebers ein göttliches Wesen, das hier weilt? O wahrlich, wunderbar ist dies, dass es aus meiner Nase hervorgekommen ist.'

Wort für Wort
kim etat sūkara-vyājam
was ist dies, unter dem Vorwand eines Ebers
sattvaṁ divyam avasthitam
ein göttliches Wesen, das weilt
aho batāścaryam idam
o wahrlich, wunderbar ist dies
nāsāyā me viniḥsṛtam
aus meiner Nase hervorgekommen

dṛṣṭo 'ṅguṣṭha-śiro-mātraḥ kṣaṇād gaṇḍa-śilā-samaḥ | api svid bhagavān eṣa yajño me khedayan manaḥ

'Zuerst gesehen von der Größe eines Daumen-Kopfes, im Augenblick einem Felsblock gleich geworden - ist dies etwa der Erhabene, der Opferherr selbst, der meinen Geist beunruhigt?'

Wort für Wort
dṛṣṭo 'ṅguṣṭha-śiro-mātraḥ
gesehen von der Größe eines Daumen-Kopfes
kṣaṇād gaṇḍa-śilā-samaḥ
im Augenblick einem Felsblock gleich
api svid bhagavān eṣa yajño
ist dies etwa der erhabene Opferherr
me khedayan manaḥ
der meinen Geist beunruhigt

iti mīmāṁsatas tasya brahmaṇaḥ saha sūnubhiḥ | bhagavān yajña-puruṣo jagarjāgendra-sannibhaḥ

Während Brahmā, zusammen mit seinen Söhnen, so überlegte, brüllte der erhabene Opfer-Puruṣa, einem Bergkönig gleich.

Wort für Wort
iti mīmāṁsatas tasya
während er so überlegte
brahmaṇaḥ saha sūnubhiḥ
Brahmā, zusammen mit [seinen] Söhnen
bhagavān yajña-puruṣo
der erhabene Opfer-Puruṣa
jagarjāgendra-sannibhaḥ
brüllte, einem Bergkönig gleich

brahmāṇaṁ harṣayām āsa haris tāṁś ca dvijottamān | sva-garjitena kakubhaḥ pratisvanayatā vibhuḥ

Hari versetzte Brahmā und jene besten der Zweifachgeborenen in Freude, der Mächtige, indem er durch sein eigenes Gebrüll die Himmelsrichtungen widerhallen ließ.

Wort für Wort
brahmāṇaṁ harṣayām āsa
er versetzte Brahmā in Freude
haris tāṁś ca dvijottamān
Hari, und jene besten der Zweifachgeborenen
sva-garjitena kakubhaḥ
durch sein eigenes Gebrüll die Richtungen
pratisvanayatā vibhuḥ
widerhallen lassend, der Mächtige

niśamya te ghargharitaṁ sva-kheda-kṣayiṣṇu | māyāmaya-sūkarasya janas-tapaḥ-satya-nivāsinas te | tribhiḥ pavitrair munayo 'gṛṇan sma

Jenes gurgelnde, alle eigene Trübsal vernichtende Gebrüll des durch Māyā gebildeten Ebers vernehmend, priesen die Weisen, Bewohner von Janaloka, Tapoloka und Satyaloka, ihn mit den drei heiligen Veden.

Wort für Wort
niśamya te ghargharitam
jenes gurgelnde [Gebrüll] vernehmend
sva-kheda-kṣayiṣṇu
das die eigene Trübsal vernichtet
māyāmaya-sūkarasya
des durch Māyā gebildeten Ebers
janas-tapaḥ-satya-nivāsinas te
jene Bewohner von Janas, Tapas und Satya
tribhiḥ pavitrair munayo 'gṛṇan sma
priesen die Weisen mit den drei heiligen [Veden]

[Anm.] Vers 25 im Quelltext mit nur drei Zeilen gefuehrt (verkuerzte Strophenform).

teṣāṁ satāṁ veda-vitāna-mūrtir brahmāvadhāryātma-guṇānuvādam | vinadya bhūyo vibudhodayāya gajendra-līlo jalam āviveśa

Jener Erhabene, dessen Gestalt aus der Ausbreitung des Veda besteht, das Lob seiner eigenen Eigenschaften von jenen Heiligen vernehmend, brüllte abermals zur Erbauung der Götter und trat, mit dem spielerischen Gang eines Elefantenfürsten, ins Wasser ein.

Wort für Wort
teṣāṁ satāṁ veda-vitāna-mūrtiḥ
jener Heiligen, die Gestalt aus der Ausbreitung des Veda
brahmāvadhāryātma-guṇānuvādam
wahrnehmend das Wiederholen des Lobs seiner eigenen Eigenschaften
vinadya bhūyo vibudhodayāya
abermals brüllend, zum Aufstieg der Götter
gajendra-līlo jalam āviveśa
mit dem Spiel eines Elefantenfürsten trat er ins Wasser ein

utkṣipta-vālaḥ kha-caraḥ kaṭhoraḥ saṭā vidhunvan khara-romaśa-tvak | khurāhatābhraḥ sita-daṁṣṭra īkṣā-jyotir babhāse bhagavān mahīdhraḥ

Mit erhobenem Schwanz, durch den Himmel fahrend, kräftig, die Mähne schüttelnd, mit rauher, behaarter Haut, die Wolken mit den Hufen zerschlagend, mit weißen Hauern und einem Blick wie Licht, so erstrahlte der erhabene Erdenträger.

Wort für Wort
utkṣipta-vālaḥ kha-caraḥ kaṭhoraḥ
mit erhobenem Schwanz, durch den Himmel fahrend, kräftig
saṭā vidhunvan khara-romaśa-tvak
die Mähne schüttelnd, mit rauher, behaarter Haut
khurāhatābhraḥ sita-daṁṣṭra
durch die Hufe geschlagene Wolken, mit weißen Hauern
īkṣā-jyotir babhāse bhagavān mahīdhraḥ
dessen Blick wie Licht, so erstrahlte der erhabene Erdenträger

ghrāṇena pṛthvyāḥ padavīṁ vijighran kroḍāpadeśaḥ svayam adhvarāṅgaḥ | karāla-daṁṣṭro 'py akarāla-dṛgbhyām udvīkṣya viprān gṛṇato 'viśat kam

Mit der Nase die Spur der Erde erschnüffelnd - unter dem Vorwand eines Ebers, selbst das verkörperte Opfer -, trotz seiner furchterregenden Hauer mit nicht-furchterregenden Augen die lobpreisenden Brahmanen anblickend, tauchte er in das Wasser ein.

Wort für Wort
ghrāṇena pṛthvyāḥ padavīṁ vijighran
mit der Nase den Weg der Erde erschnüffelnd
kroḍāpadeśaḥ svayam adhvarāṅgaḥ
unter dem Vorwand eines Ebers, selbst das verkörperte Opfer
karāla-daṁṣṭro 'py akarāla-dṛgbhyām
trotz furchterregender Hauer mit nicht-furchterregenden Augen
udvīkṣya viprān gṛṇato 'viśat kam
die lobpreisenden Brahmanen anblickend, trat er ins Wasser ein

sa vajra-kūṭāṅga-nipāta-vega-viśīrṇa-kukṣiḥ stanayann udanvān | utsṛṣṭa-dīrghormi-bhujair ivārtaś cukrośa yajñeśvara pāhi meti

Er, der Ozean, dessen Bauch durch die Wucht des Falls jenes wie ein Donnerkeil-Gipfel harten Körpers zerrissen wurde, donnerte und schrie, gleichsam gequält, mit seinen ausgestreckten, langen Wellen wie Armen: 'O Herr des Opfers, schütze mich!'

Wort für Wort
sa vajra-kūṭāṅga-nipāta-vega-
er, durch die Wucht des Falls seines wie ein Donnerkeil-Gipfel [harten] Körpers
viśīrṇa-kukṣiḥ stanayann udanvān
mit zerrissenem Bauch, donnernd, der Ozean
utsṛṣṭa-dīrghormi-bhujair ivārtaḥ
mit den langen Wellen wie Armen, gleichsam gequält
cukrośa yajñeśvara pāhi meti
schrie er: o Herr des Opfers, schütze mich

khuraiḥ kṣuraprair darayaṁs tad āpa utpāra-pāraṁ tri-parū rasāyām | dadarśa gāṁ tatra suṣupsur agre yāṁ jīva-dhānīṁ svayam abhyadhatta

Mit seinen Hufen, scharf wie Pfeilspitzen, jenes Wasser von einem Ende zum anderen durchpflügend, erblickte der Dreifach-Gegliederte in der Tiefe Rasātala die Erde, wie schlafend daliegend, die er, den Wohnsitz der Lebewesen, sogleich selbst aufnahm.

Wort für Wort
khuraiḥ kṣuraprair darayaṁs tad āpa
mit Hufen wie Pfeilspitzen jenes Wasser zerteilend
utpāra-pāraṁ tri-parū rasāyām
von Ende zu Ende, der Dreifach-Gegliederte, in der Rasā
dadarśa gāṁ tatra suṣupsur agre
erblickte er dort die Erde, wie schlafend
yāṁ jīva-dhānīṁ svayam abhyadhatta
die er, den Wohnsitz der Lebewesen, selbst aufnahm

[?] 'tri-parū' (der Dreifach-Gegliederte) unklar - moeglicher Bezug auf eine dreifache Gliederung der Opfer-Gestalt Varahas; unabhaengig aus der Grammatik erschlossen.

sva-daṁṣṭrayoddhṛtya mahīṁ nimagnāṁ sa utthitaḥ saṁruruce rasāyāḥ | tatrāpi daityaṁ gadayāpatantaṁ sunābha-sandīpita-tīvra-manyuḥ

Mit dem eigenen Hauer die versunkene Erde emporhebend, erstrahlte er, aus der Tiefe emporgestiegen; dort aber erblickte er auch den mit der Keule heranstürmenden Dämon, wobei sein Zorn durch den Sunābha-Diskus zu heftiger Glut entflammt wurde.

Wort für Wort
sva-daṁṣṭrayoddhṛtya mahīṁ nimagnām
mit dem eigenen Hauer die versunkene Erde emporhebend
sa utthitaḥ saṁruruce rasāyāḥ
er, emporgestiegen, erstrahlte aus der Rasā
tatrāpi daityaṁ gadayāpatantam
dort auch den mit der Keule herannahenden Dämon
sunābha-sandīpita-tīvra-manyuḥ
durch den Sunābha entflammt zu heftigem Zorn

jaghāna rundhānam asahya-vikramaṁ sa līlayebhaṁ mṛgarāḍ ivāmbhasi | tad-rakta-paṅkāṅkita-gaṇḍa-tuṇḍo yathā gajendro jagatīṁ vibhindan

Er erschlug spielend den ihn hemmenden Dämon von unerträglicher Kraft im Wasser, wie ein Löwe einen Elefanten, mit von dessen Blutschlamm befleckten Wangen und Rüssel, gleich einem Elefantenfürsten, der die Erde durchpflügt.

Wort für Wort
jaghāna rundhānam asahya-vikramam
er erschlug den Hemmenden, von unerträglicher Kraft
sa līlayebhaṁ mṛgarāḍ ivāmbhasi
er, spielerisch, wie ein Löwe einen Elefanten, im Wasser
tad-rakta-paṅkāṅkita-gaṇḍa-tuṇḍo
mit dessen Blutschlamm befleckten Wangen und Rüssel
yathā gajendro jagatīṁ vibhindan
wie ein Elefantenfürst, die Erde durchpflügend

tamāla-nīlaṁ sita-danta-koṭyā kṣmām utkṣipantaṁ gaja-līlayāṅga | prajñāya baddhāñjalayo 'nuvākair viriñci-mukhyā upatasthur īśam

Ihn erkennend - tamāla-blauschwarz gefärbt, mit der Spitze seines weißen Hauers die Erde in elefantenhaftem Spiel emporhebend, o Vidura - verehrten die von Viriñci angeführten Weisen mit gefalteten Händen und vedischen Hymnen den Herrn.

Wort für Wort
tamāla-nīlaṁ sita-danta-koṭyā
tamāla-blauschwarz, mit der Spitze des weißen Hauers
kṣmām utkṣipantaṁ gaja-līlayāṅga
die Erde emporhebend, mit Elefanten-Spiel, o Kind
prajñāya baddhāñjalayo 'nuvākaiḥ
ihn erkennend, mit gefalteten Händen, mit Hymnen
viriñci-mukhyā upatasthur īśam
angeführt von Viriñci, verehrten sie den Herrn

ṛṣaya ūcuḥ | jitaṁ jitaṁ te 'jita yajña-bhāvana | trayīṁ tanuṁ svāṁ paridhunvate namaḥ | yad-roma-garteṣu nililyur addhayas | tasmai namaḥ kāraṇa-sūkarāya te

Die Weisen sprachen: 'Sieg, Sieg dir, o Unbesiegter, Urheber des Opfers! Verehrung dir, der du deine eigene, aus den drei Veden bestehende Gestalt schüttelst, in dessen Haarporen sich die Wasser verbargen - Verehrung dir, dem zu diesem Zweck erschienenen Eber!'

Wort für Wort
ṛṣaya ūcuḥ
die Weisen sprachen
jitaṁ jitaṁ te 'jita yajña-bhāvana
Sieg, Sieg dir, o Unbesiegter, Urheber des Opfers
trayīṁ tanuṁ svāṁ paridhunvate namaḥ
Verehrung dir, der die eigene Dreiveden-Gestalt schüttelt
yad-roma-garteṣu nililyur addhayaḥ
in dessen Haarporen sich die Wasser verbargen
tasmai namaḥ kāraṇa-sūkarāya te
Verehrung dir, dem zu diesem Zweck [erschienenen] Eber

rūpaṁ tavaitan nanu duṣkṛtātmanāṁ durdarśanaṁ deva yad adhvarātmakam | chandāṁsi yasya tvaci barhi-romasv ājyaṁ dṛśi tv aṅghriṣu cātur-hotram

'Diese deine Gestalt ist fürwahr für jene von übler Tat schwer zu erblicken, o Gott, da sie ganz aus dem Opfer besteht - dessen Versmaße in der Haut wohnen, die Haare gleich dem Opfergras, das Butteropfer im Blick, aber in den Füßen der Cātur-hotra.'

Wort für Wort
rūpaṁ tavaitan nanu duṣkṛtātmanām
diese deine Gestalt ist fürwahr für die von übler Tat
durdarśanaṁ deva yad adhvarātmakam
schwer zu erblicken, o Gott, da sie aus dem Opfer besteht
chandāṁsi yasya tvaci barhi-romasv
dessen Versmaße in der Haut, in den Haaren wie Opfergras
ājyaṁ dṛśi tv aṅghriṣu cātur-hotram
die Ghee im Blick, in den Füßen die vierfache Priesterschaft

srak tuṇḍa āsīt sruva īśa nāsayor iḍodare camasāḥ karṇa-randhre | prāśitram āsye grasane grahās tu te yac carvaṇaṁ te bhagavann agni-hotram

'Der Opferkranz war in deinem Rüssel, o Herr, der Opferlöffel in deinen Nasenlöchern, Iḍā in deinem Bauch, die Camasa-Becher in deinen Ohröffnungen, das Prāśitra in deinem Mund, im Schlund aber die Soma-Gefäße - dein Kauen, o Erhabener, ist das Agnihotra-Opfer.'

Wort für Wort
srak tuṇḍa āsīt sruva īśa nāsayoḥ
der Kranz war im Rüssel, der Opferlöffel in den Nasenlöchern
iḍodare camasāḥ karṇa-randhre
Iḍā im Bauch, die Camasa-Becher in den Ohröffnungen
prāśitram āsye grasane grahās tu
das Prāśitra im Mund, im Schlund die Soma-Gefäße
te yac carvaṇaṁ te bhagavann agni-hotram
dein Kauen, o Erhabener, ist das Agnihotra

dīkṣānujanmopasadaḥ śirodharaṁ tvaṁ prāyaṇīyodayanīya-daṁṣṭraḥ | jihvā pravargyas tava śīrṣakaṁ kratoḥ satyāvasathyaṁ citayo 'savo hi te

'Die Dīkṣā-Weihe ist deine Wiedergeburt, die Upasad-Riten sind dein Nacken; deine Hauer sind der Prāyaṇīya- und Udayanīya-Opferabschnitt; die Zunge ist der Pravargya, dein Haupt das des Opfers selbst; die Satya- und Āvasathya-Feueraltäre sind fürwahr deine Lebenshauche.'

Wort für Wort
dīkṣānujanmopasadaḥ śirodharam
die Dīkṣā-Weihe die Wiedergeburt, die Upasad-Riten dein Nacken
tvaṁ prāyaṇīyodayanīya-daṁṣṭraḥ
du, mit dem Prāyaṇīya- und Udayanīya-[Opfer als] Hauern
jihvā pravargyas tava śīrṣakaṁ kratoḥ
die Zunge der Pravargya, dein Kopf der des Opfers
satyāvasathyaṁ citayo 'savo hi te
Satya und Āvasathya die Feueraltäre, deine Lebenshauche fürwahr

[?] Extrem technische Ritualterminologie (Opferabschnitte, Feueraltar-Namen); unabhaengig, ohne Kommentar-Ruecksprache, wortgetreu wiedergegeben.

somas tu retaḥ savanāny avasthitiḥ saṁsthā-vibhedās tava deva dhātavaḥ | satrāṇi sarvāṇi śarīra-sandhis tvaṁ sarva-yajña-kratur iṣṭi-bandhanaḥ

'Der Soma aber ist dein Same, die drei Savana-Pressungen dein Zustand; die verschiedenen Abschlussformen des Opfers sind, o Gott, deine Körperelemente, alle Satra-Opfer deine Körpergelenke - du bist alle Opfer und Riten, die Bindung aller Opferhandlungen.'

Wort für Wort
somas tu retaḥ savanāny avasthitiḥ
der Soma aber ist [dein] Same, die Savana-Pressungen dein Zustand
saṁsthā-vibhedās tava deva dhātavaḥ
die Opfer-Abschlussformen sind, o Gott, deine Elemente
satrāṇi sarvāṇi śarīra-sandhiḥ
alle Satra-Opfer sind [deine] Körpergelenke
tvaṁ sarva-yajña-kratur iṣṭi-bandhanaḥ
du bist alle Opfer, die Bindung der Opferhandlungen

namo namas te 'khila-mantra-devatā-dravyāya sarva-kratave kriyātmane | vairāgya-bhaktyātma-jayānubhāvita-jñānāya vidyā-gurave namo namaḥ

'Verehrung, Verehrung dir, der du alle Mantra-Gottheiten, alle Opfergaben und alle Riten bist, dessen Wesen die heilige Handlung ist; dem durch Entsagung, Hingabe und Selbstbezwingung erfahrbaren Wissen, dem Lehrer des Wissens - Verehrung, Verehrung!'

Wort für Wort
namo namas te 'khila-mantra-devatā-
Verehrung dir, [der du] alle Mantra-Gottheiten
dravyāya sarva-kratave kriyātmane
und Opfergaben, alle Riten, dessen Wesen die Handlung ist
vairāgya-bhaktyātma-jayānubhāvita-
durch Entsagung, Hingabe, Selbstbezwingung erfahren
jñānāya vidyā-gurave namo namaḥ
dem Wissen, dem Lehrer des Wissens, Verehrung

daṁṣṭrāgra-koṭyā bhagavaṁs tvayā dhṛtā virājate bhūdhara bhūḥ sa-bhūdharā | yathā vanān niḥsarato datā dhṛtā mataṅ-gajendrasya sa-patra-padminī

'An der Spitze deines Hauers gehalten, erstrahlt, o Erdenträger, die Erde mit ihren Bergen, wie ein Lotosteich mit seinen Blättern, den ein aus dem Wald hervorkommender, brünstiger Elefantenfürst mit seinem Stoßzahn trägt.'

Wort für Wort
daṁṣṭrāgra-koṭyā bhagavaṁs tvayā dhṛtā
an der Spitze deines Hauers, o Erhabener, von dir gehalten
virājate bhūdhara bhūḥ sa-bhūdharā
erstrahlt, o Erdenträger, die Erde mit [ihren] Bergen
yathā vanān niḥsarato datā dhṛtā
wie, aus dem Wald kommend, mit dem Stoßzahn gehalten
mataṅ-gajendrasya sa-patra-padminī
eines brünstigen Elefantenfürsten, ein Lotosteich mit Blättern

trayīmayaṁ rūpam idaṁ ca saukaraṁ bhū-maṇḍalenātha datā dhṛtena te | cakāsti śṛṅgoḍha-ghanena bhūyasā kulācalendrasya yathaiva vibhramaḥ

'Und diese aus den drei Veden bestehende Eber-Gestalt erstrahlt durch den von deinem Hauer getragenen Erdkreis, wie ein Berg mit einer von seinen Gipfeln getragenen, überaus dichten Wolke - gleich der Pracht eines großen Stammbergkönigs.'

Wort für Wort
trayīmayaṁ rūpam idaṁ ca saukaram
diese aus den drei Veden bestehende Eber-Gestalt
bhū-maṇḍalenātha datā dhṛtena te
und durch den Erdkreis, gehalten von deinem Hauer
cakāsti śṛṅgoḍha-ghanena bhūyasā
erstrahlt, mit einer von Hörnern getragenen dichten [Wolke], überaus
kulācalendrasya yathaiva vibhramaḥ
wie eben die Pracht eines Stammbergkönigs

saṁsthāpayaināṁ jagatāṁ sa-tasthuṣāṁ lokāya patnīm asi mātaraṁ pitā | vidhema cāsyai namasā saha tvayā yasyāṁ sva-tejo 'gnim ivāraṇāv adhāḥ

'Stelle sie wieder auf, für die beweglichen und unbeweglichen Wesen der Welt; du bist ihr Gemahl, die Mutter und zugleich der Vater; und wir wollen ihr, zusammen mit dir, huldigen - ihr, in die du deine eigene Glut wie Feuer in das Reibholz hineingelegt hast.'

Wort für Wort
saṁsthāpayaināṁ jagatāṁ sa-tasthuṣām
stelle sie auf für die beweglichen und unbeweglichen Wesen
lokāya patnīm asi mātaraṁ pitā
für die Welt; du bist Gemahl, Mutter und Vater
vidhema cāsyai namasā saha tvayā
und wir wollen ihr huldigen, mit Verehrung, zusammen mit dir
yasyāṁ sva-tejo 'gnim ivāraṇāv adhāḥ
in der du deine Glut wie Feuer im Reibholz hineingelegt hast

kaḥ śraddadhītānyatamas tava prabho rasāṁ gatāyā bhuva udvibarhaṇam | na vismayo 'sau tvayi viśva-vismaye yo māyayedaṁ sasṛje 'tivismayam

'Wer sonst, o Herr, könnte an die Errettung der in die Tiefe versunkenen Erde glauben? Kein Wunder ist dies bei dir, dem Wunder des Universums, der du durch deine Māyā dieses überaus wunderbare Universum erschaffen hast.'

Wort für Wort
kaḥ śraddadhītānyatamas tava prabho
wer sonst könnte glauben, o Herr
rasāṁ gatāyā bhuva udvibarhaṇam
an die Errettung der in die Tiefe gelangten Erde
na vismayo 'sau tvayi viśva-vismaye
kein Wunder ist dies bei dir, dem Wunder des Universums
yo māyayedaṁ sasṛje 'tivismayam
der du durch Māyā dieses überaus Wunderbare erschaffen hast

vidhunvatā vedamayaṁ nijaṁ vapur janas-tapaḥ-satya-nivāsino vayam | saṭā-śikhoddhūta-śivāmbu-bindubhir vimṛjyamānā bhṛśam īśa pāvitāḥ

'Während du deine eigene, aus dem Veda bestehende Gestalt schütteltest, wurden wir, die Bewohner von Janaloka, Tapoloka und Satyaloka, durch die von den Spitzen deiner Mähne aufgewirbelten, heilsamen Wassertropfen berührt und überaus gereinigt, o Herr.'

Wort für Wort
vidhunvatā vedamayaṁ nijaṁ vapuḥ
während du deine eigene, aus dem Veda bestehende Gestalt schütteltest
janas-tapaḥ-satya-nivāsino vayam
wir, die Bewohner von Janas, Tapas und Satya
saṭā-śikhoddhūta-śivāmbu-bindubhiḥ
durch die von den Mähnenspitzen aufgewirbelten heilsamen Wassertropfen
vimṛjyamānā bhṛśam īśa pāvitāḥ
berührt, überaus, o Herr, gereinigt

sa vai bata bhraṣṭa-matis tavaiṣate yaḥ karmaṇāṁ pāram apāra-karmaṇaḥ | yad-yoga-māyā-guṇa-yoga-mohitaṁ viśvaṁ samastaṁ bhagavan vidhehi śam

'Wahrlich, verwirrten Verstandes ist, wer das Ende deiner Taten erreichen will, da deine Taten grenzenlos sind; durch dessen Yoga-Māyā und Guṇa-Verbindung das gesamte Universum verwirrt ist - gewähre, o Erhabener, Frieden.'

Wort für Wort
sa vai bata bhraṣṭa-matis tavaiṣate
er, wahrlich, mit verwirrtem Verstand, strebt nach dir
yaḥ karmaṇāṁ pāram apāra-karmaṇaḥ
wer das Ende der Taten [erreichen will] von dir, dessen Taten grenzenlos sind
yad-yoga-māyā-guṇa-yoga-mohitam
durch dessen Yoga-Māyā-Guṇa-Verbindung verwirrt
viśvaṁ samastaṁ bhagavan vidhehi śam
das gesamte Universum, o Erhabener, gewähre Frieden

maitreya uvāca | ity upasthīyamāno 'sau | munibhir brahma-vādibhiḥ | salile sva-khurākrānta- | upādhattāvitāvanim

Maitreya sprach: So von den brahman-verkündenden Weisen verehrt, setzte er, der Beschützer, die Erde, nachdem sie von seinem eigenen Huf im Wasser getragen worden war, wieder ab.

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
ity upasthīyamāno 'sau
so verehrt, er
munibhir brahma-vādibhiḥ
von den Weisen, den Brahman-Verkündern
salile sva-khurākrānta-
im Wasser, von seinem eigenen Huf betreten
upādhattāvitāvanim
er, der Beschützer, setzte die Erde ab

sa itthaṁ bhagavān urvīṁ viṣvaksenaḥ prajāpatiḥ | rasāyā līlayonnītām apsu nyasya yayau hariḥ

So setzte der Erhabene, Viṣvaksena, der Herr der Geschöpfe, die Erde, die er spielerisch aus der Tiefe emporgehoben hatte, im Wasser wieder nieder, und Hari ging fort.

Wort für Wort
sa itthaṁ bhagavān urvīṁ
er, so, der Erhabene, die Erde
viṣvaksenaḥ prajāpatiḥ
Viṣvaksena, der Herr der Geschöpfe
rasāyā līlayonnītām
aus der Rasā spielerisch emporgehoben
apsu nyasya yayau hariḥ
im Wasser niedersetzend, ging Hari fort

ya evam etāṁ hari-medhaso hareḥ kathāṁ subhadrāṁ kathanīya-māyinaḥ | śṛṇvīta bhaktyā śravayeta vośatīṁ janārdano 'syāśu hṛdi prasīdati

'Wer so diese überaus segensreiche Erzählung von Hari, dessen Māyā erzählenswert ist, mit Hingabe hört oder andere sie anhören lässt, die begehrenswerte - dem wird Janārdana schnell im Herzen gnädig gestimmt sein.'

Wort für Wort
ya evam etāṁ hari-medhaso hareḥ
wer so diese, des mit Haris Geist [verbundenen] Hari
kathāṁ subhadrāṁ kathanīya-māyinaḥ
Erzählung, die segensreiche, dessen Māyā erzählenswert ist
śṛṇvīta bhaktyā śravayeta vośatīm
hört mit Hingabe oder anhören lässt, die begehrenswerte
janārdano 'syāśu hṛdi prasīdati
Janārdana wird ihm schnell im Herzen gnädig gestimmt

tasmin prasanne sakalāśiṣāṁ prabhau kiṁ durlabhaṁ tābhir alaṁ lavātmabhiḥ | ananya-dṛṣṭyā bhajatāṁ guhāśayaḥ svayaṁ vidhatte sva-gatiṁ paraḥ parām

'Wenn jener Herr aller Segnungen gnädig gestimmt ist, was wäre dann noch schwer erlangbar - genug mit jenen vergänglichen weltlichen Wünschen! Für die, die ihn mit ungeteiltem Blick verehren, gewährt er, der im Herzen Weilende, der Höchste, selbst den höchsten Weg zu sich selbst.'

Wort für Wort
tasmin prasanne sakalāśiṣāṁ prabhau
wenn jener, der Herr aller Segnungen, gnädig gestimmt ist
kiṁ durlabhaṁ tābhir alaṁ lavātmabhiḥ
was wäre schwer erlangbar, genug mit den vergänglichen
ananya-dṛṣṭyā bhajatāṁ guhāśayaḥ
für die, die mit ungeteiltem Blick verehren, der im Herzen Weilende
svayaṁ vidhatte sva-gatiṁ paraḥ parām
gewährt selbst den höchsten Weg zu sich, der Höchste

ko nāma loke puruṣārtha-sāravit purā-kathānāṁ bhagavat-kathā-sudhām | āpīya karṇāñjalibhir bhavāpahām aho virajyeta vinā naretaram

'Wer in der Welt, der das Wesentliche der menschlichen Lebensziele kennt, würde sich, nachdem er mit den hohlen Händen seiner Ohren den Nektar der alten Erzählungen über den Erhabenen getrunken hat - der das weltliche Dasein vertreibt -, o, von ihr abwenden, außer einem Unmenschen?'

Wort für Wort
ko nāma loke puruṣārtha-sāravit
wer in der Welt, der das Wesentliche der Lebensziele kennt
purā-kathānāṁ bhagavat-kathā-sudhām
von den alten Erzählungen den Nektar der Erzählung über den Erhabenen
āpīya karṇāñjalibhir bhavāpahām
trinkend mit den hohlen Händen der Ohren, die das Dasein vertreibt
aho virajyeta vinā naretaram
o, würde sich abwenden, außer einem Unmenschen

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