Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 157: gajendrasya vaikuṇṭha-punarāgamanam Gajendra kehrt in die spirituelle Welt zurück

Quelle: vedabase.io (IAST + wfw-Gloss-Tabellen), Vers für Vers abgerufen, verse 1-14 vollständig (kein Blockieren aufgetreten, jedoch mehrere 429-Rate-Limits, die durch sequentielles Wiederholen aufgelöst wurden; GRETIL-Fallback (bhp_08u.htm) wurde zusätzlich zur Kreuzprüfung von Versanzahl und Sanskrit-Text herangezogen, nicht weil vedabase dauerhaft blockiert war). Das Kapitel umfasst gemäß beiden Quellen genau 14 Verse (Verse 3-4 und 11-12 bilden je einen zusammenhängenden Satz über zwei Ślokas und werden, wie auch von vedabase.io so dargeboten, als Doppeleinheiten geführt; die Verszählung selbst bleibt dadurch lückenlos 1-14). Der Sanskrit-Kapiteltitel ist in keiner der beiden Quellen überliefert (Purāṇa-Kapitel tragen traditionell keine Einzeltitel); vedabase.io gibt nur die englische Redaktionsüberschrift "Gajendra Returns to the Spiritual World" an. title_sa wurde daher redaktionell als sinngemäße IAST-Rückbildung dieses Titels erstellt, nicht aus einer Primärquelle zitiert. Alle deutschen Übersetzungen und wfw-Glossen wurden eigenständig Wort für Wort erarbeitet (Sanskrit-Grammatik direkt analysiert), nicht aus der vorhandenen englischen Bhaktivedanta-Übersetzung übernommen.

śrī-śuka uvāca / tadā devarṣi-gandharvā brahmeśāna-purogamāḥ / mumucuḥ kusumāsāraṁ śaṁsantaḥ karma tad dhareḥ

Śrī Śuka sprach: Da streuten die Götter, Weisen und Gandharvas, angeführt von Brahmā und Śiva, einen Blütenregen herab und priesen jene Tat Haris.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
tadā
da, damals
deva-ṛṣi-gandharvāḥ
die Götter, (göttlichen) Weisen und Gandharvas
brahma-īśāna-purogamāḥ
angeführt von Brahmā und Śiva
mumucuḥ
sie ließen herabfallen
kusuma-āsāram
einen Blütenregen
śaṁsantaḥ
lobpreisend
karma
die Tat
tat
jene
hareḥ
Haris

nedur dundubhayo divyā gandharvā nanṛtur jaguḥ / ṛṣayaś cāraṇāḥ siddhās tuṣṭuvuḥ puruṣottamam

Die himmlischen Kesseltrommeln erklangen, die Gandharvas tanzten und sangen, die Weisen, Cāraṇas und Siddhas priesen den höchsten Puruṣa.

Wort für Wort
neduḥ
sie erklangen
dundubhayaḥ
die Kesseltrommeln
divyāḥ
himmlischen
gandharvāḥ
die Gandharvas
nanṛtuḥ
sie tanzten
jaguḥ
sie sangen
ṛṣayaḥ
die Weisen
cāraṇāḥ
die Cāraṇas
siddhāḥ
die Siddhas
tuṣṭuvuḥ
priesen
puruṣottamam
den höchsten Puruṣa

yo 'sau grāhaḥ sa vai sadyaḥ paramāścarya-rūpa-dhṛk / mukto devala-śāpena hūhūr gandharva-sattamaḥ // praṇamya śirasādhīśam uttama-ślokam avyayam / agāyata yaśo-dhāma kīrtanya-guṇa-sat-katham

Jenes Krokodil - er, der sogleich, eine höchst wunderbare Gestalt annehmend, durch den Fluch Devalas befreit wurde, war Hūhū, der beste der Gandharvas. Er verneigte sich mit dem Haupt vor dem höchsten Herrn, dem Unvergänglichen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird, und besang die Stätte des Ruhmes - Ihn, dessen Eigenschaften und heilige Taten preiswürdig sind.

Wort für Wort
yaḥ asau
welches jenes
grāhaḥ
Krokodil
saḥ vai
er fürwahr
sadyaḥ
sogleich
parama-āścarya-rūpa-dhṛk
eine höchst wunderbare Gestalt annehmend
muktaḥ
befreit
devala-śāpena
durch den Fluch Devalas
hūhūḥ
(namens) Hūhū
gandharva-sattamaḥ
der beste der Gandharvas
praṇamya
sich verneigend
śirasā
mit dem Haupt
adhīśam
vor dem höchsten Herrn
uttama-ślokam
der mit erhabenen Versen gepriesen wird
avyayam
den Unvergänglichen
agāyata
er besang
yaśo-dhāma
die Stätte des Ruhmes
kīrtanya-guṇa-sat-katham
dessen Eigenschaften und wahre Taten preiswürdig sind

Zwei Ślokas bilden im Original einen zusammenhängenden Satz (so auch bei vedabase.io als 3-4 zusammengefasst); Verszählung dennoch lückenlos, da beide Nummern enthalten sind.

so 'nukampita īśena parikramya praṇamya tam / lokasya paśyato lokaṁ svam agān mukta-kilbiṣaḥ

Er, vom Herrn mit Mitgefühl bedacht, umschritt Ihn und verneigte sich vor Ihm; während die Welt zusah, ging er, von Sünde befreit, zu seiner eigenen Welt.

Wort für Wort
saḥ
er
anukampitaḥ
begnadigt / mit Mitgefühl bedacht
īśena
vom Herrn
parikramya
umschreitend
praṇamya
sich verneigend
tam
vor ihm
lokasya
der Welt (der Leute)
paśyataḥ
während (sie) zusahen
lokam
zur Welt
svam
seiner eigenen
agāt
ging er
mukta-kilbiṣaḥ
von Sünde befreit

gajendro bhagavat-sparśād vimukto 'jñāna-bandhanāt / prāpto bhagavato rūpaṁ pīta-vāsāś catur-bhujaḥ

Gajendra, durch die Berührung des Herrn von der Fessel der Unwissenheit befreit, erlangte die Gestalt des Herrn - gelb gekleidet und vierarmig.

Wort für Wort
gajendraḥ
Gajendra
bhagavat-sparśāt
durch die Berührung des Herrn
vimuktaḥ
befreit
ajñāna-bandhanāt
von der Fessel der Unwissenheit
prāptaḥ
erlangte
bhagavataḥ
des Herrn
rūpam
die Gestalt
pīta-vāsāḥ
gelb gekleidet
catur-bhujaḥ
vierarmig

sa vai pūrvam abhūd rājā pāṇḍyo draviḍa-sattamaḥ / indradyumna iti khyāto viṣṇu-vrata-parāyaṇaḥ

Er war fürwahr vormals ein König von Pāṇḍya, der beste der Draviḍas, bekannt unter dem Namen Indradyumna, dem Gelübde Viṣṇus hingegeben.

Wort für Wort
saḥ vai
er fürwahr
pūrvam
vormals
abhūt
war
rājā
ein König
pāṇḍyaḥ
von Pāṇḍya
draviḍa-sattamaḥ
der beste der Draviḍas
indradyumnaḥ
Indradyumna
iti khyātaḥ
so bekannt
viṣṇu-vrata-parāyaṇaḥ
dem Gelübde Viṣṇus hingegeben

sa ekadārādhana-kāla ātmavān gṛhīta-mauna-vrata īśvaraṁ harim / jaṭā-dharas tāpasa āpluto 'cyutaṁ samarcayām āsa kulācalāśramaḥ

Einst, zur Zeit der Verehrung, verehrte er, gesammelten Geistes, das Schweigegelübde haltend, mit verfilztem Haar, als Asket, ganz versunken, den höchsten Gebieter Hari, den Unfehlbaren - er, dessen Einsiedelei am Kulācala-Berg lag.

Wort für Wort
saḥ
er
ekadā
einst
ārādhana-kāle
zur Zeit der Verehrung
ātmavān
gesammelten Geistes
gṛhīta-mauna-vrataḥ
das Schweigegelübde haltend
īśvaram
den höchsten Gebieter
harim
Hari
jaṭā-dharaḥ
mit verfilztem Haar
tāpasaḥ
als Asket
āplutaḥ
ganz versunken [?: auch "gebadet" möglich]
acyutam
den Unfehlbaren
samarcayām āsa
er verehrte
kulācala-āśramaḥ
dessen Einsiedelei am Kulācala-Berg war

āplutaḥ ist doppeldeutig: wörtlich "gebadet/eingetaucht" (rituelle Waschung) oder übertragen "durchtränkt/versunken" (in Hingabe); hier als Letzteres gelesen, da im Kontext der Andachtsübung sparsamste sinngemäße Lesart.

yadṛcchayā tatra mahā-yaśā muniḥ samāgamac chiṣya-gaṇaiḥ pariśritaḥ / taṁ vīkṣya tūṣṇīm akṛtārhaṇādikaṁ rahasy upāsīnam ṛṣiś cukopa ha

Zufällig kam dort der hochberühmte Weise, umgeben von seiner Schülerschar, an. Als er ihn erblickte, der schweigend, ohne Ehrerbietung erwiesen zu haben, an einsamem Ort verweilte, wurde der Weise fürwahr zornig.

Wort für Wort
yadṛcchayā
aus eigenem Antrieb, unangekündigt
tatra
dort
mahā-yaśāḥ
der hochberühmte
muniḥ
der Weise (Agastya)
samāgamat
kam an
śiṣya-gaṇaiḥ
von seiner Schülerschar
pariśritaḥ
umgeben
tam
ihn
vīkṣya
erblickend
tūṣṇīm
schweigend
akṛta-arhaṇa-ādikam
der keine Ehrerbietung usw. erwiesen hatte
rahasi
an einsamem Ort
upāsīnam
verweilend (in Meditation)
ṛṣiḥ
der Weise
cukopa
wurde zornig
ha
fürwahr

tasmā imaṁ śāpam adād asādhur ayaṁ durātmākṛta-buddhir adya / viprāvamantā viśatāṁ tamisraṁ yathā gajaḥ stabdha-matiḥ sa eva

Ihm sprach er, nicht eben sanftmütig, diesen Fluch aus: 'Dieser Übelgesinnte hier, von ungebildetem Verstand, der Verächter eines Brahmanen, soll nun, er selbst von so starrem Sinn wie ein Elefant, in die Finsternis eingehen!'

Wort für Wort
tasmai
ihm
imam
diesen
śāpam
Fluch
adāt
sprach er aus
asādhuḥ
nicht sanftmütig (der Fluchende selbst)
ayam
dieser
durātmā
übelgesinnte (Seele)
akṛta-buddhiḥ
von ungebildetem Verstand
adya
nun
vipra-avamantā
der Verächter eines Brahmanen
viśatām
er soll eingehen
tamisram
in die Finsternis
yathā
wie
gajaḥ
ein Elefant
stabdha-matiḥ
von starrem Sinn
saḥ eva
er selbst

"asādhuḥ" (nom. sg.) bezieht sich grammatisch auf den Fluchenden (Agastya, hier ungewöhnlich unsanft handelnd), nicht auf Indradyumna - dieser wird erst im folgenden Relativsatz als "durātmā" usw. bezeichnet.

śrī-śuka uvāca / evaṁ śaptvā gato 'gastyo bhagavān nṛpa sānugaḥ / indradyumno 'pi rājarṣir diṣṭaṁ tad upadhārayan // āpannaḥ kauñjarīṁ yonim ātma-smṛti-vināśinīm / hary-arcanānubhāvena yad-gajatve 'py anusmṛtiḥ

Śrī Śuka sprach: So fluchte der mächtige Agastya, o König, und zog mit seinem Gefolge davon. Auch der königliche Weise Indradyumna, jenes Verhängnis erkennend, nahm die Geburt als Elefant an, die die Erinnerung an das Selbst zerstört - doch kraft seiner einstigen Verehrung Haris blieb ihm, selbst im Elefantendasein, die Erinnerung.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
evam
so
śaptvā
nachdem er geflucht hatte
gataḥ
ging fort
agastyaḥ
Agastya
bhagavān
der Mächtige
nṛpa
o König
sa-anugaḥ
mit seinem Gefolge
indradyumnaḥ
Indradyumna
api
auch
rāja-ṛṣiḥ
der königliche Weise
diṣṭam tat
jenes Verhängnis
upadhārayan
erkennend/bedenkend
āpannaḥ
nahm an
kauñjarīm yonim
die Geburt als Elefant
ātma-smṛti-vināśinīm
die die Erinnerung an das Selbst zerstört
hari-arcana-anubhāvena
kraft der Verehrung Haris
yat
wodurch
gajatve api
selbst im Elefantendasein
anusmṛtiḥ
(blieb) Erinnerung

Zwei Ślokas bilden im Original einen zusammenhängenden Satz (so auch bei vedabase.io als 11-12 zusammengefasst); Verszählung dennoch lückenlos, da beide Nummern enthalten sind.

evaṁ vimokṣya gaja-yūtha-pam abja-nābhas tenāpi pārṣada-gatiṁ gamitena yuktaḥ / gandharva-siddha-vibudhair upagīyamāna-karmādbhutaṁ sva-bhavanaṁ garuḍāsano 'gāt

So kehrte der Lotusnabelige, nachdem er den Herrn der Elefantenherde befreit und ihn zum Rang eines Gefährten geführt hatte, begleitet von ihm, auf Garuḍa sitzend, zu seiner eigenen Wohnstatt zurück, während Gandharvas, Siddhas und Weise seine wunderbaren Taten besangen.

Wort für Wort
evam
so
vimokṣya
nachdem er befreit hatte
gaja-yūtha-pam
den Herrn der Elefantenherde
abja-nābhaḥ
der Lotusnabelige
tena api
mit ihm auch
pārṣada-gatim
den Rang eines Gefährten
gamitena
der geführt worden war
yuktaḥ
begleitet
gandharva-siddha-vibudhaiḥ
von Gandharvas, Siddhas und Weisen
upagīyamāna-karma-adbhutam
dessen wunderbare Taten besungen wurden
sva-bhavanam
zu seiner eigenen Wohnstatt
garuḍa-āsanaḥ
auf Garuḍa sitzend
agāt
kehrte er zurück

etan mahā-rāja taverito mayā kṛṣṇānubhāvo gaja-rāja-mokṣaṇam / svargyaṁ yaśasyaṁ kali-kalmaṣāpahaṁ duḥsvapna-nāśaṁ kuru-varya śṛṇvatām

Dies, o großer König, wurde dir von mir dargelegt: die Macht Kṛṣṇas bei der Befreiung des Elefantenkönigs - himmelverleihend, ruhmbringend, die Sünde des Kali-Zeitalters vertreibend und üble Träume vernichtend für jene, die es hören, o Bester der Kurus.

Wort für Wort
etat
dies
mahā-rāja
o großer König
tava
dir
īritaḥ
wurde dargelegt
mayā
von mir
kṛṣṇa-anubhāvaḥ
die Macht Kṛṣṇas
gaja-rāja-mokṣaṇam
die Befreiung des Elefantenkönigs
svargyam
himmelverleihend
yaśasyam
ruhmbringend
kali-kalmaṣa-apaham
die Sünde des Kali-Zeitalters vertreibend
duḥsvapna-nāśam
üble Träume vernichtend
kuru-varya
o Bester der Kurus
śṛṇvatām
für jene, die (es) hören

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