Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 69: Dakṣa-kṛta-yajña-samāpanam [?] Das von Dakṣa vollzogene Opfer

maitreya uvāca ity ajenānunītena bhavena parituṣyatā abhyadhāyi mahā-bāho prahasya śrūyatām iti

Maitreya sprach: So wurde von Bhava [Śiva], der durch den Ungeborenen [Brahmā] besänftigt und dadurch zufrieden geworden war, lachend gesprochen: 'O Starkarmiger, höre!'

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
iti
so, folgendermaßen
ajena anunītena
durch den Ungeborenen [Brahmā] (Instr.), besänftigt (Instr.Part.Perf.Pass.)
bhavena parituṣyatā
durch Bhava [Śiva] (Instr.), zufrieden werdend (Instr.Part.Präs.)
abhyadhāyi
es wurde gesagt (3.Sg.Aor.Pass.)
mahā-bāho
o Starkarmiger (Vok.)
prahasya
lachend (Absolutiv)
śrūyatām iti
es werde gehört! (3.Sg.Imp.Pass.), so

mahādeva uvāca nāghaṁ prajeśa bālānāṁ varṇaye nānucintaye deva-māyābhibhūtānāṁ daṇḍas tatra dhṛto mayā

Mahādeva sprach: O Herr der Geschöpfe, ich betrachte es nicht als Vergehen der Kinder, noch denke ich [lange] darüber nach; bei denen, die von göttlicher Māyā überwältigt sind, wurde von mir dort [nur] die Rute gehalten.

Wort für Wort
mahādevaḥ uvāca
Mahādeva (Nom.) sprach
na agham prajā-īśa
nicht [ist es] ein Vergehen (Akk.), o Herr der Geschöpfe (Vok.)
bālānām varṇaye
der Kinder (Gen.Pl.) betrachte ich (1.Sg.Präs.Med.)
na anucintaye
ich denke nicht [lange] nach (1.Sg.Präs.Med.)
deva-māyā-abhibhūtānām
der von göttlicher Māyā Überwältigten (Gen.Pl.)
daṇḍaḥ tatra dhṛtaḥ mayā
die Rute (Nom.) wurde dort gehalten (Nom.Part.Perf.Pass.) von mir (Instr.)

prajāpater dagdha-śīrṣṇo bhavatv aja-mukhaṁ śiraḥ mitrasya cakṣuṣekṣeta bhāgaṁ svaṁ barhiṣo bhagaḥ

Dem Prajāpati [Dakṣa], dessen Haupt verbrannt ist, werde ein Haupt mit dem Antlitz eines Ziegenbocks zuteil; Bhaga möge mit dem Auge des Mitra seinen eigenen Anteil am Opfer sehen.

Wort für Wort
prajāpateḥ dagdha-śīrṣṇaḥ
des Prajāpati (Gen.), dessen Haupt verbrannt ist (Gen.)
bhavatu aja-mukham śiraḥ
es werde (3.Sg.Imp.) ein Haupt (Nom.) mit dem Antlitz eines Ziegenbocks (Nom.)
mitrasya cakṣuṣā īkṣeta
mit dem Auge (Instr.) des Mitra (Gen.) möge er sehen (3.Sg.Opt.Med.)
bhāgam svam barhiṣaḥ
den eigenen Anteil (Akk.) am Opfer (Gen.)
bhagaḥ
Bhaga (Nom.)

pūṣā tu yajamānasya dadbhir jakṣatu piṣṭa-bhuk devāḥ prakṛta-sarvāṅgā ye ma uccheṣaṇaṁ daduḥ

Pūṣan aber, der Mehlesser, möge mit den Zähnen des Opferherrn kauen; die Götter, die mir eine Rest[speise] gaben, sollen [wieder] alle ihre Glieder wiederhergestellt haben.

Wort für Wort
pūṣā tu yajamānasya dadbhiḥ
Pūṣan (Nom.) aber mit den Zähnen (Instr.Pl.) des Opferherrn (Gen.)
jakṣatu piṣṭa-bhuk
er kaue (3.Sg.Imp.), der Mehlesser (Nom.)
devāḥ prakṛta-sarva-aṅgāḥ
die Götter (Nom.Pl.), mit wiederhergestellten allen Gliedern (Nom.Pl.)
ye me uccheṣaṇam daduḥ
die (Nom.Pl.), welche mir (Dat.) eine Restspeise (Akk.) gaben (3.Pl.Perf.)

bāhubhyām aśvinoḥ pūṣṇo hastābhyāṁ kṛta-bāhavaḥ bhavantv adhvaryavaś cānye basta-śmaśrur bhṛgur bhavet

Mit den beiden Armen der Aśvins und den beiden Händen Pūṣans sollen die übrigen Adhvaryu-Priester mit Armen versehen sein; Bhṛgu aber möge einen Ziegenbart tragen.

Wort für Wort
bāhubhyām aśvinoḥ
mit den beiden Armen (Instr.Dual) der beiden Aśvins (Gen.Dual)
pūṣṇaḥ hastābhyām
des Pūṣan (Gen.) mit den beiden Händen (Instr.Dual)
kṛta-bāhavaḥ bhavantu
mit gemachten Armen (Nom.Pl.) sollen sie sein (3.Pl.Imp.)
adhvaryavaḥ ca anye
die Adhvaryu-Priester (Nom.Pl.) und die übrigen (Nom.Pl.)
basta-śmaśruḥ bhṛguḥ bhavet
mit Ziegenbart (Nom.) möge Bhṛgu (Nom.) sein (3.Sg.Opt.)

maitreya uvāca tadā sarvāṇi bhūtāni śrutvā mīḍhuṣṭamoditam parituṣṭātmabhis tāta sādhu sādhv ity athābruvan

Maitreya sprach: Da sprachen, o Lieber, alle Wesen, nachdem sie das vom Besten der Freigebigen [Śiva] Gesagte gehört hatten, mit zufriedenem Herzen: 'Gut, gut!'

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
tadā sarvāṇi bhūtāni
dann alle (Nom.Pl.) Wesen (Nom.Pl.)
śrutvā mīḍhuṣṭama-uditam
nachdem sie gehört hatten (Absolutiv) das vom Besten der Freigebigen Gesagte (Akk.)
parituṣṭa-ātmabhiḥ tāta
mit zufriedenem Herzen (Instr.Pl.), o Lieber (Vok.)
sādhu sādhu iti atha abruvan
'gut, gut!' so sprachen sie dann (3.Pl.Impf.)

tato mīḍhvāṁsam āmantrya śunāsīrāḥ saharṣibhiḥ bhūyas tad deva-yajanaṁ sa-mīḍhvad-vedhaso yayuḥ

Danach gingen die [Götter] mit Indra an der Spitze, nachdem sie den Freigebigen [Śiva] eingeladen hatten, zusammen mit den Weisen und mit Śiva und Brahmā wieder zu jenem Opferplatz der Götter.

Wort für Wort
tataḥ mīḍhvāṁsam āmantrya
danach den Freigebigen [Śiva] (Akk.) eingeladen habend (Absolutiv)
śunāsīrāḥ saha-ṛṣibhiḥ
die [Götter] mit Indra an der Spitze (Nom.Pl.), zusammen mit den Weisen (Instr.)
bhūyaḥ tat deva-yajanam
wieder (zu) jenem (Akk.) Opferplatz der Götter (Akk.)
sa-mīḍhvat-vedhasaḥ yayuḥ
zusammen mit dem Freigebigen und dem Schöpfer [Brahmā] (Nom.Pl.) gingen sie (3.Pl.Perf.)

vidhāya kārtsnyena ca tad yad āha bhagavān bhavaḥ sandadhuḥ kasya kāyena savanīya-paśoḥ śiraḥ

Nachdem sie das, was der erhabene Bhava gesagt hatte, vollständig ausgeführt hatten, fügten sie mit dem Körper des Ka [Dakṣa] das Haupt des zum Opfer bestimmten Tieres an.

Wort für Wort
vidhāya kārtsnyena ca
ausgeführt habend (Absolutiv) vollständig (Instr.) und
tat yat āha bhagavān bhavaḥ
das (Akk.), was (Akk.) der erhabene (Nom.) Bhava (Nom.) gesagt hatte (3.Sg.Perf.)
sandadhuḥ kasya kāyena
sie fügten an (3.Pl.Perf.) an den Körper (Instr.) des Ka [Dakṣa] (Gen.)
savanīya-paśoḥ śiraḥ
des zum Opfer bestimmten Tieres (Gen.) das Haupt (Akk.)

'kasya' (Gen. von 'ka') spielt vermutlich auf Dakṣas/Prajāpatis Beinamen 'Ka' an [?].

sandhīyamāne śirasi dakṣo rudrābhivīkṣitaḥ sadyaḥ supta ivottasthau dadṛśe cāgrato mṛḍam

Während das Haupt angefügt wurde, erwachte Dakṣa, von Rudra angeblickt, sogleich wie ein Schlafender und sah den Gnädigen [Śiva] vor sich.

Wort für Wort
sandhīyamāne śirasi
während [ihm] das Haupt (Lok.) angefügt wurde (Lok.Part.Präs.Pass.)
dakṣaḥ rudra-abhivīkṣitaḥ
Dakṣa (Nom.), von Rudra angeblickt (Nom.)
sadyaḥ suptaḥ iva uttasthau
sogleich wie ein Schlafender (Nom.) erwachte er (3.Sg.Perf.)
dadṛśe ca agrataḥ mṛḍam
und er sah (3.Sg.Perf.Med.) vor sich (Adv.) den Gnädigen [Śiva] (Akk.)

tadā vṛṣadhvaja-dveṣa- kalilātmā prajāpatiḥ śivāvalokād abhavac charad-dhrada ivāmalaḥ

Da wurde Prajāpati [Dakṣa], dessen Seele durch Hass gegen den, dessen Banner der Stier ist [Śiva], getrübt war, durch dessen Blick rein wie ein herbstlicher See.

Wort für Wort
tadā vṛṣadhvaja-dveṣa-kalila-ātmā
dann [er,] dessen Seele durch Hass gegen den Stierbanner-Träger [Śiva] getrübt war (Nom.)
prajāpatiḥ śiva-avalokāt
Prajāpati (Nom.), durch den Blick Śivas (Abl.)
abhavat śarat-hradaḥ iva amalaḥ
wurde (3.Sg.Impf.) rein (Nom.) wie ein herbstlicher See (Nom.)

bhava-stavāya kṛta-dhīr nāśaknod anurāgataḥ autkaṇṭhyād bāṣpa-kalayā samparetāṁ sutāṁ smaran

Obwohl er den Entschluss gefasst hatte, Bhava zu preisen, vermochte er es vor Zuneigung nicht - aus Sehnsucht, mit einem Tränenstrom, an die verstorbene Tochter [Satī] denkend.

Wort für Wort
bhava-stavāya kṛta-dhīḥ
zum Lobpreis Bhavas (Dat.), mit gefasstem Entschluss (Nom.)
na aśaknot anurāgataḥ
nicht vermochte er (3.Sg.Impf.), aus Zuneigung (Adv.)
autkaṇṭhyāt bāṣpa-kalayā
aus Sehnsucht (Abl.), mit einem Tränenstrom (Instr.)
samparetām sutām smaran
an die verstorbene (Akk.) Tochter (Akk.) sich erinnernd (Part.Präs.)

kṛcchrāt saṁstabhya ca manaḥ prema-vihvalitaḥ sudhīḥ śaśaṁsa nirvyalīkena bhāveneśaṁ prajāpatiḥ

Prajāpati, obgleich von Liebe überwältigt, doch weise, fasste mit Mühe seinen Geist und pries mit aufrichtiger Gesinnung den Herrn.

Wort für Wort
kṛcchrāt saṁstabhya ca manaḥ
mit Mühe (Adv.), gefestigt habend (Absolutiv) und den Geist (Akk.)
prema-vihvalitaḥ sudhīḥ
von Liebe überwältigt (Nom.), der Weise (Nom.)
śaśaṁsa nirvyalīkena bhāvena
er pries (3.Sg.Perf.) mit aufrichtiger (Instr.) Gesinnung (Instr.)
īśam prajāpatiḥ
den Herrn (Akk.), Prajāpati (Nom.)

dakṣa uvāca bhūyān anugraha aho bhavatā kṛto me daṇḍas tvayā mayi bhṛto yad api pralabdhaḥ na brahma-bandhuṣu ca vāṁ bhagavann avajñā tubhyaṁ hareś ca kuta eva dhṛta-vrateṣu

Dakṣa sprach: Ach, eine sehr große Gnade hast du mir erwiesen, o Herr; obwohl ich verspottet wurde, hast du die Strafe [nur] auf mir gehalten. Doch selbst bei unwürdigen Brahmanen gibt es bei euch beiden keine Missachtung - wie könnte es sie dann bei dir und bei Hari geben, gegenüber denen, die [ihre] Gelübde treu halten?

Wort für Wort
dakṣaḥ uvāca
Dakṣa (Nom.) sprach
bhūyān anugrahaḥ aho
eine sehr große (Nom.) Gnade (Nom.), ach
bhavatā kṛtaḥ me
von dir (Instr.) erwiesen (Nom.) mir (Dat.)
daṇḍaḥ tvayā mayi bhṛtaḥ
die Strafe (Nom.) wurde von dir (Instr.) an mir (Lok.) getragen (Nom.)
yat api pralabdhaḥ
obwohl [ich] verspottet [wurde] (Nom.)
na brahma-bandhuṣu ca vām
nicht bei unwürdigen Brahmanen (Lok.Pl.) [gibt es] bei euch beiden (Gen./Akk.)
bhagavan avajñā
o Herr (Vok.) Missachtung (Nom.)
tubhyam hareḥ ca kutaḥ eva
bei dir (Dat.) und bei Hari (Gen.) - woher [gäbe es sie] denn
dhṛta-vrateṣu
bei denen, die [ihre] Gelübde halten (Lok.Pl.)

vidyā-tapo-vrata-dharān mukhataḥ sma viprān brahmātma-tattvam avituṁ prathamaṁ tvam asrāk tad brāhmaṇān parama sarva-vipatsu pāsi pālaḥ paśūn iva vibho pragṛhīta-daṇḍaḥ

Du erschufst zuerst aus [deinem] Mund die Brahmanen, die Träger von Wissen, Askese und Gelübden, um die Wahrheit von Brahman und Selbst zu bewahren. Deshalb beschützt du, o Höchster, die Brahmanen in allen Gefahren, wie ein Hirte mit erhobenem Stab das Vieh, o Mächtiger.

Wort für Wort
vidyā-tapaḥ-vrata-dharān
die Träger (Akk.Pl.) von Wissen, Askese und Gelübde
mukhataḥ sma viprān
aus dem Mund (Adv.) [erschufst du] einst die Brahmanen (Akk.Pl.)
brahma-ātma-tattvam avitum
die Wahrheit von Brahman und Selbst (Akk.) zu bewahren (Infinitiv)
prathamam tvam asrāk
zuerst (Adv.) du (Nom.) erschufst (2.Sg.Aor.)
tat brāhmaṇān parama
deshalb die Brahmanen (Akk.Pl.), o Höchster (Vok.)
sarva-vipatsu pāsi
in allen Gefahren (Lok.Pl.) beschützt du (2.Sg.Präs.)
pālaḥ paśūn iva vibho
wie ein Hirte (Nom.) das Vieh (Akk.Pl.), o Mächtiger (Vok.)
pragṛhīta-daṇḍaḥ
mit erhobenem Stab (Nom.)

yo 'sau mayāvidita-tattva-dṛśā sabhāyāṁ kṣipto durukti-viśikhair vigaṇayya tan mām arvāk patantam arhattama-nindayāpād dṛṣṭyārdrayā sa bhagavān sva-kṛtena tuṣyet

Der, welcher, als ich mit unwissender Sicht der Wahrheit dich in der Versammlung mit den Pfeilen böser Worte traf, mich - der durch die Verleumdung des Verehrungswürdigsten nach unten fiel - dennoch, ohne [Vergeltung] zu bedenken, mit mitleidig-feuchtem Blick rettete: möge dieser Erhabene mit seiner eigenen Tat zufrieden sein.

Wort für Wort
yaḥ asau mayā
welcher, jener [du], von mir (Instr.)
avidita-tattva-dṛśā sabhāyām
mit unwissender Sicht der Wahrheit (Instr.), in der Versammlung (Lok.)
kṣiptaḥ durukti-viśikhaiḥ
getroffen (Nom.) mit den Pfeilen böser Worte (Instr.Pl.)
vigaṇayya tat mām
nicht beachtend (Absolutiv) das, mich (Akk.)
arvāk patantam
nach unten fallend (Akk.Part.Präs.)
arhattama-nindayā apāt
durch die Verleumdung des Verehrungswürdigsten (Instr.) rettete er (3.Sg.Aor.)
dṛṣṭyā ārdrayā saḥ bhagavān
mit feuchtem Blick (Instr.) er, der Erhabene (Nom.)
sva-kṛtena tuṣyet
durch seine eigene Tat (Instr.) möge er zufrieden sein (3.Sg.Opt.)

maitreya uvāca kṣamāpyaivaṁ sa mīḍhvāṁsaṁ brahmaṇā cānumantritaḥ karma santānayām āsa sopādhyāyartvig-ādibhiḥ

Maitreya sprach: Nachdem er so von Śiva Vergebung erlangt hatte und von Brahmā dazu ermutigt worden war, setzte er [Dakṣa] das Opferwerk zusammen mit den Lehrern, Priestern und anderen fort.

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
kṣamā āpya evam saḥ mīḍhvāṁsam
Vergebung (Akk.) erlangt habend (Absolutiv), so er vom Freigebigen [Śiva] (Akk./Gen.)
brahmaṇā ca anumantritaḥ
und von Brahmā (Instr.) ermutigt (Nom.)
karma santānayām āsa
das [Opfer-]Werk (Akk.) setzte er fort (3.Sg.Perf.periphr.)
sa-upādhyāya-ṛtvik-ādibhiḥ
zusammen mit Lehrern, Priestern und anderen (Instr.)

vaiṣṇavaṁ yajña-santatyai tri-kapālaṁ dvijottamāḥ puroḍāśaṁ niravapan vīra-saṁsarga-śuddhaye

Zur Fortsetzung des Opfers brachten die besten der Zweifachgeborenen den Viṣṇu geweihten, aus drei Teilen bestehenden Opferkuchen dar, zur Reinigung von der Berührung des Helden [Vīrabhadra].

Wort für Wort
vaiṣṇavam yajña-santatyai
den Viṣṇu geweihten (Akk.), zur Fortsetzung des Opfers (Dat.)
tri-kapālam dvija-uttamāḥ
aus drei Teilen bestehenden (Akk.), die besten der Zweifachgeborenen (Nom.Pl.)
puroḍāśam niravapan
den Opferkuchen (Akk.) brachten sie dar (3.Pl.Impf.)
vīra-saṁsarga-śuddhaye
zur Reinigung von der Berührung des Helden (Dat.)

adhvaryuṇātta-haviṣā yajamāno viśāmpate dhiyā viśuddhayā dadhyau tathā prādurabhūd dhariḥ

O Herr der Untertanen, der Opferherr [Dakṣa] meditierte mit gereinigtem Geist, während vom Adhvaryu-Priester die Opferspende dargeboten wurde, und sogleich erschien Hari.

Wort für Wort
adhvaryuṇā ātta-haviṣā
durch den Adhvaryu-Priester (Instr.), mit der genommenen/dargebotenen Opferspende (Instr.)
yajamānaḥ viśām-pate
der Opferherr (Nom.), o Herr der Untertanen (Vok.)
dhiyā viśuddhayā dadhyau
mit gereinigtem (Instr.) Geist (Instr.) meditierte er (3.Sg.Perf.)
tathā prāduḥ abhūt hariḥ
sogleich erschien (3.Sg.Impf.) Hari (Nom.)

tadā sva-prabhayā teṣāṁ dyotayantyā diśo daśa muṣṇaṁs teja upānītas tārkṣyeṇa stotra-vājinā

Dann, von Garuḍa herangebracht, dessen Flügel Stotra und Vājin heißen, [erschien er] mit seinem eigenen Glanz, der die zehn Himmelsrichtungen erleuchtete und den Glanz jener [Anwesenden] überstrahlte.

Wort für Wort
tadā sva-prabhayā
dann mit dem eigenen Glanz (Instr.)
teṣām dyotayantyā diśaḥ daśa
jener (Gen.Pl.) [Glanz überstrahlend], die zehn (Akk.Pl.) Himmelsrichtungen (Akk.Pl.) erleuchtend (Instr.Part.Präs.f.)
muṣṇan tejaḥ
raubend/übertreffend (Part.Präs.) den Glanz (Akk.)
upānītaḥ tārkṣyeṇa
herangebracht (Nom.) von Garuḍa (Instr.)
stotra-vājinā
dessen Flügel Stotra und Vājin heißen (Instr.)

śyāmo hiraṇya-raśano 'rka-kirīṭa-juṣṭo nīlālaka-bhramara-maṇḍita-kuṇḍalāsyaḥ śaṅkhābja-cakra-śara-cāpa-gadāsi-carma- vyagrair hiraṇmaya-bhujair iva karṇikāraḥ

Dunkel [von Farbe], mit goldenem Gewand, mit einem sonnengleich strahlenden Diadem versehen, das Antlitz geschmückt mit Ohrringen inmitten bienenschwarzer Locken, glich er mit seinen goldenen, mit Muschelhorn, Lotus, Diskus, Pfeil, Bogen, Keule, Schwert und Schild beschäftigten Armen einem [blühenden] Karṇikāra-Baum.

Wort für Wort
śyāmaḥ hiraṇya-raśanaḥ
dunkel (Nom.), mit goldenem Gewand (Nom.)
arka-kirīṭa-juṣṭaḥ
mit sonnengleich strahlendem Diadem versehen (Nom.)
nīla-alaka-bhramara-maṇḍita-kuṇḍala-āsyaḥ
dessen Antlitz, geschmückt mit Ohrringen inmitten bienengleicher blauschwarzer Locken (Nom.)
śaṅkha-abja-cakra-śara-cāpa-gadā-asi-carma-vyagraiḥ
beschäftigt mit Muschelhorn, Lotus, Diskus, Pfeil, Bogen, Keule, Schwert, Schild (Instr.Pl.)
hiraṇmaya-bhujaiḥ iva karṇikāraḥ
mit goldenen Armen (Instr.Pl.) wie ein Karṇikāra-Baum (Nom.)

vakṣasy adhiśrita-vadhūr vana-māly udāra- hāsāvaloka-kalayā ramayaṁś ca viśvam pārśva-bhramad-vyajana-cāmara-rāja-haṁsaḥ śvetātapatra-śaśinopari rajyamānaḥ

An dessen Brust die Gattin [Lakṣmī] weilte, bekränzt mit Waldblumen, der mit einem Hauch seines edlen, lächelnden Blickes das All erfreute, an dessen Seite ein königlicher Schwan als Yakschwanz-Fächer sich hin- und herbewegte, und der oben unter dem mondgleichen weißen Sonnenschirm erstrahlte.

Wort für Wort
vakṣasi adhiśrita-vadhūḥ
an der Brust (Lok.) die weilende Gattin [Lakṣmī] (Nom.)
vana-mālī udāra-hāsa-avaloka-kalayā
bekränzt mit Waldblumen (Nom.), durch einen Hauch (Instr.) edlen lächelnden Blickes (Instr.)
ramayan ca viśvam
erfreuend (Part.Präs.) und das All (Akk.)
pārśva-bhramat-vyajana-cāmara-rāja-haṁsaḥ
an dessen Seite sich bewegend ein königlicher Schwan als Yak-Fächer (Nom.)
śveta-ātapatra-śaśinā upari rajyamānaḥ
mit dem mondgleichen weißen Sonnenschirm (Instr.) oben erstrahlend (Nom.Part.Präs.Pass.)

tam upāgatam ālakṣya sarve sura-gaṇādayaḥ praṇemuḥ sahasotthāya brahmendra-tryakṣa-nāyakāḥ

Als sie ihn ankommen sahen, erhoben sich alle - die Götterscharen und andere, angeführt von Brahmā, Indra und dem Dreiäugigen [Śiva] - sogleich und verneigten sich.

Wort für Wort
tam upāgatam ālakṣya
ihn (Akk.), den Angekommenen (Akk.), erblickt habend (Absolutiv)
sarve sura-gaṇa-ādayaḥ
alle (Nom.Pl.), die Götterscharen und andere (Nom.Pl.)
praṇemuḥ sahasā utthāya
sie verneigten sich (3.Pl.Perf.), plötzlich sich erhoben habend (Absolutiv)
brahma-indra-tri-akṣa-nāyakāḥ
angeführt von Brahmā, Indra und dem Dreiäugigen [Śiva] (Nom.Pl.)

tat-tejasā hata-rucaḥ sanna-jihvāḥ sa-sādhvasāḥ mūrdhnā dhṛtāñjali-puṭā upatasthur adhokṣajam

Durch dessen Glanz an eigenem Glanz übertroffen, mit erlahmter Zunge, von Ehrfurcht ergriffen, mit zum Haupt erhobenen gefalteten Händen, verehrten sie Adhokṣaja.

Wort für Wort
tat-tejasā hata-rucaḥ
durch dessen Glanz (Instr.) deren Glanz vernichtet war (Nom.Pl.)
sanna-jihvāḥ sa-sādhvasāḥ
deren Zungen erlahmt waren (Nom.Pl.), von Ehrfurcht ergriffen (Nom.Pl.)
mūrdhnā dhṛta-añjali-puṭāḥ
mit zum Haupt (Instr.) erhobenen gefalteten Händen (Nom.Pl.)
upatasthuḥ adhokṣajam
sie verehrten (3.Pl.Perf.) den Transzendenten [Viṣṇu] (Akk.)

apy arvāg-vṛttayo yasya mahi tv ātmabhuv-ādayaḥ yathā-mati gṛṇanti sma kṛtānugraha-vigraham

Selbst Brahmā und andere, deren Erfassungsvermögen [seine] Größe nicht [ganz] zu fassen vermag, priesen, [jeder] gemäß seinem Verstand, die aus Gnade angenommene Gestalt.

Wort für Wort
api arvāk-vṛttayaḥ yasya
selbst die, deren Wirken diesseitig/unzureichend ist (Nom.Pl.), dessen (Gen.)
mahi tu ātmabhū-ādayaḥ
Größe (Akk.) aber Brahmā und andere (Nom.Pl.)
yathā-mati gṛṇanti sma
gemäß [ihrem] Verstand (Adv.) priesen sie (3.Pl.Impf.)
kṛta-anugraha-vigraham
die aus Gnade angenommene Gestalt (Akk.)

dakṣo gṛhītārhaṇa-sādanottamaṁ yajñeśvaraṁ viśva-sṛjāṁ paraṁ gurum sunanda-nandādy-anugair vṛtaṁ mudā gṛṇan prapede prayataḥ kṛtāñjaliḥ

Dakṣa, der den besten Ehrenanteil empfangen hatte, nahm, indem er mit Freude den Herrn des Opfers, den höchsten Lehrer der Weltschöpfer, umgeben von Gefolgsleuten wie Sunanda und Nanda, pries, mit gesammeltem Geist und gefalteten Händen Zuflucht [bei ihm].

Wort für Wort
dakṣaḥ gṛhīta-arhaṇa-sādana-uttamam
Dakṣa (Nom.), den, der den besten Ehrenanteil empfangen hatte (Akk.)
yajña-īśvaram viśva-sṛjām param gurum
den Herrn des Opfers (Akk.), der Weltschöpfer (Gen.Pl.) höchsten Lehrer (Akk.)
sunanda-nanda-ādi-anugaiḥ vṛtam mudā
von Gefolgsleuten wie Sunanda und Nanda (Instr.) umgeben (Akk.), mit Freude (Instr.)
gṛṇan prapede
preisend (Part.Präs.) nahm er Zuflucht (3.Sg.Perf.Med.)
prayataḥ kṛta-añjaliḥ
gesammelten Geistes (Nom.), mit gefalteten Händen (Nom.)

dakṣa uvāca śuddhaṁ sva-dhāmny uparatākhila-buddhy-avasthaṁ cin-mātram ekam abhayaṁ pratiṣidhya māyām tiṣṭhaṁs tayaiva puruṣatvam upetya tasyām āste bhavān apariśuddha ivātma-tantraḥ

Dakṣa sprach: Obwohl du, rein, in deinem eigenen Reich weilend, in einem Zustand, der jenseits allen [dualistischen] Denkens ist, einzig, reines Bewusstsein, furchtlos - [eigentlich] die Māyā zurückweisend [bist] - weilst du, selbstherrlich, dennoch eben durch sie, nachdem du die Rolle des [handelnden] Puruṣa angenommen hast, in ihr, wie [wärst du] unrein.

Wort für Wort
śuddham sva-dhāmni
rein (Akk.) im eigenen Reich (Lok.)
uparata-akhila-buddhi-avastham
dessen Zustand von allem [dualistischen] Denken zurückgezogen ist (Akk.)
cit-mātram ekam abhayam
reines Bewusstsein (Akk.), einzig (Akk.), furchtlos (Akk.)
pratiṣidhya māyām
zurückweisend (Absolutiv) die Māyā (Akk.)
tiṣṭhan tayā eva puruṣatvam upetya
verweilend (Part.Präs.), eben durch sie (Instr.) die Rolle des Puruṣa (Akk.) angenommen habend (Absolutiv)
tasyām āste bhavān
in ihr (Lok.) weilst du (2.Sg.Präs.), du (Nom.)
apariśuddhaḥ iva ātma-tantraḥ
wie unrein (Nom.), selbstherrlich/unabhängig (Nom.)

ṛtvija ūcuḥ tattvaṁ na te vayam anañjana rudra-śāpāt karmaṇy avagraha-dhiyo bhagavan vidāmaḥ dharmopalakṣaṇam idaṁ trivṛd adhvarākhyaṁ jñātaṁ yad-artham adhidaivam ado vyavasthāḥ

Die Priester sprachen: Deine Wahrheit kennen wir nicht, o Unbefleckter, o Herr, da unser Verstand durch Rudras Fluch an [fruchtbringende] Handlung gebunden ist. Dieses dreifache, 'Opfer' genannte [Ritual] ist [uns nur] als Kennzeichen der Pflicht bekannt; zu welchem Zweck diese Anordnungen bezüglich der Gottheiten [bestehen, wissen wir nicht].

Wort für Wort
ṛtvijaḥ ūcuḥ
die Priester (Nom.Pl.) sprachen
tattvam na te vayam anañjana
die Wahrheit (Akk.) nicht deine (Gen.) [kennen] wir (Nom.), o Unbefleckter (Vok.)
rudra-śāpāt karmaṇi avagraha-dhiyaḥ
durch Rudras Fluch (Abl.), deren Verstand an Handlung (Lok.) gebunden ist (Nom.Pl.)
bhagavan vidāmaḥ
o Herr (Vok.), wir wissen (1.Pl.Präs.)
dharma-upalakṣaṇam idam tri-vṛt adhvara-ākhyam
als Kennzeichen der Pflicht (Akk.) dieses (Akk.) dreifache, 'Opfer' genannte (Akk.)
jñātam yat-artham adhidaivam adaḥ vyavasthāḥ
bekannt (Nom./Akk.); zu welchem Zweck (Adv.) diese (Nom.Pl.) Anordnungen (Nom.Pl.) bezüglich der Gottheiten (Akk.) [bestehen, wissen wir nicht]

sadasyā ūcuḥ utpatty-adhvany aśaraṇa uru-kleśa-durge 'ntakogra- vyālānviṣṭe viṣaya-mṛga-tṛṣy ātma-gehoru-bhāraḥ dvandva-śvabhre khala-mṛga-bhaye śoka-dāve 'jña-sārthaḥ pādaukas te śaraṇada kadā yāti kāmopasṛṣṭaḥ

Die Versammelten sprachen: Auf dem schutzlosen Weg der [wiederholten] Geburt, in der Festung großer Qual, durchzogen von den furchtbaren Schlangen des Todes, mit der schweren Last von Körper und Haus in der Trugbild-Fata-Morgana der Sinnesobjekte, in der Grube der Gegensatzpaare, in Furcht vor bösen wilden Tieren, im Waldbrand der Trauer - wann geht der von Begierde befallene, unwissende Haufen, o Zufluchtgeber, zur Zuflucht deiner Füße?

Wort für Wort
sadasyāḥ ūcuḥ
die Versammelten (Nom.Pl.) sprachen
utpatti-adhvani aśaraṇe
auf dem Weg der Geburt (Lok.), der schutzlos ist (Lok.)
uru-kleśa-durge antaka-ugra-vyāla-anviṣṭe
in der Festung großer Qual (Lok.), durchzogen von den furchtbaren Schlangen des Todes (Lok.)
viṣaya-mṛga-tṛṣi ātma-geha-uru-bhāraḥ
in der Sinnesobjekt-Fata-Morgana (Lok.), mit der schweren Last (Nom.) von Körper und Haus
dvandva-śvabhre khala-mṛga-bhaye
in der Grube der Gegensatzpaare (Lok.), in Furcht vor bösen wilden Tieren (Lok.)
śoka-dāve ajña-sa-arthaḥ
im Waldbrand der Trauer (Lok.), der unwissende Haufe mitsamt seinen Interessen (Nom.)
pāda-okaḥ te śaraṇa-da
zur Zuflucht deiner Füße (Akk.), o Zufluchtgeber (Vok.)
kadā yāti kāma-upasṛṣṭaḥ
wann geht er (3.Sg.Präs.), von Begierde befallen (Nom.)

rudra uvāca tava varada varāṅghrāv āśiṣehākhilārthe hy api munibhir asaktair ādareṇārhaṇīye yadi racita-dhiyaṁ māvidya-loko 'paviddhaṁ japati na gaṇaye tat tvat-parānugraheṇa

Rudra sprach: O Gewährer von Segen, an deinen köstlichen Füßen, die selbst von unangehafteten Weisen mit Verehrung für jedes Ziel hier [in der Welt] erwünscht und verehrungswürdig sind - wenn die unwissende Welt mich, dessen Geist [darauf] gerichtet ist, als 'verworfen' bezeichnet, achte ich nicht darauf, um deinetwillen, aus Hingabe zu dir.

Wort für Wort
rudraḥ uvāca
Rudra (Nom.) sprach
tava vara-da vara-aṅghrau
dein (Gen.), o Gewährer von Segen (Vok.), an [deinen] köstlichen Füßen (Lok.)
āśiṣā iha akhila-arthe
mit einem Wunsch (Instr.), hier (Adv.), für jedes Ziel (Lok.)
hi api munibhiḥ asaktaiḥ ādareṇa arhaṇīye
wahrlich selbst von den unangehafteten (Instr.) Weisen (Instr.) mit Verehrung (Instr.), [den Füßen] die verehrungswürdig sind (Lok.)
yadi racita-dhiyam mā
wenn [sie] mich (Akk.), dessen Geist [darauf] gerichtet ist (Akk.)
avidya-lokaḥ apaviddham japati
die unwissende Welt (Nom.) als verworfen (Akk.) bezeichnet (3.Sg.Präs.)
na gaṇaye tat
ich achte nicht darauf (1.Sg.Präs.), das
tvat-para-anugraheṇa
wegen [meiner] auf dich gerichteten Hingabe (Instr.)

bhṛgur uvāca yan māyayā gahanayāpahṛtātma-bodhā brahmādayas tanu-bhṛtas tamasi svapantaḥ nātman-śritaṁ tava vidanty adhunāpi tattvaṁ so 'yaṁ prasīdatu bhavān praṇatātma-bandhuḥ

Bhṛgu sprach: Selbst Brahmā und andere verkörperte Wesen, deren Selbsterkenntnis von deiner undurchdringlichen Māyā geraubt ist, in Dunkelheit schlafend, kennen selbst jetzt nicht deine im Selbst gegründete wahre Natur. Möge eben dieser du, der Freund der ergebenen Seelen, gnädig sein.

Wort für Wort
bhṛguḥ uvāca
Bhṛgu (Nom.) sprach
yat māyayā gahanayā
durch dessen undurchdringliche (Instr.) Māyā (Instr.)
apahṛta-ātma-bodhāḥ brahma-ādayaḥ tanu-bhṛtaḥ
deren Selbsterkenntnis geraubt ist (Nom.Pl.), Brahmā und andere (Nom.Pl.), verkörperte Wesen (Nom.Pl.)
tamasi svapantaḥ
in Dunkelheit (Lok.) schlafend (Nom.Pl.Part.Präs.)
na ātman-śritam tava vidanti adhunā api tattvam
nicht die im Selbst gegründete (Akk.) deine (Gen.) wahre Natur (Akk.) kennen sie (3.Pl.Präs.), selbst jetzt
saḥ ayam prasīdatu bhavān
eben dieser du (Nom.) sei gnädig (3.Sg.Imp.), du (Nom.)
praṇata-ātma-bandhuḥ
der Freund der ergebenen Seelen (Nom.)

brahmovāca naitat svarūpaṁ bhavato 'sau padārtha- bheda-grahaiḥ puruṣo yāvad īkṣet jñānasya cārthasya guṇasya cāśrayo māyāmayād vyatirikto matas tvam

Brahmā sprach: Dies ist nicht dein wahres Wesen, solange ein Mensch [es] durch das Erfassen unterschiedener Gegenstände wahrzunehmen sucht. Du wirst als die Grundlage von Wissen, Erkenntnisgegenstand und Erkenntnisvermögen angesehen - [und dabei doch als] von dem aus Māyā Bestehenden verschieden.

Wort für Wort
brahmā uvāca
Brahmā (Nom.) sprach
na etat svarūpam bhavataḥ
nicht dies (Nom.) [ist] das wahre Wesen (Nom.) deines (Gen.)
asau padārtha-bheda-grahaiḥ
jenes [Wahrnehmen], durch das Erfassen unterschiedener Gegenstände (Instr.)
puruṣaḥ yāvat īkṣet
ein Mensch (Nom.), solange er wahrnehmen würde (3.Sg.Opt.)
jñānasya ca arthasya guṇasya ca āśrayaḥ
des Wissens (Gen.) und des Gegenstands (Gen.) und des Erkenntnisvermögens (Gen.) Grundlage (Nom.)
māyā-mayāt vyatiriktaḥ mataḥ tvam
von dem aus Māyā Bestehenden (Abl.) verschieden (Nom.) angesehen (Nom.) du (Nom.)

indra uvāca idam apy acyuta viśva-bhāvanaṁ vapur ānanda-karaṁ mano-dṛśām sura-vidviṭ-kṣapaṇair udāyudhair bhuja-daṇḍair upapannam aṣṭabhiḥ

Indra sprach: Auch diese Gestalt, o Unfehlbarer, zum Wohl des Universums, Freude bereitend für Geist und Auge, versehen mit acht Armen, die mit erhobenen Waffen die Feinde der Götter vernichten -

Wort für Wort
indraḥ uvāca
Indra (Nom.) sprach
idam api acyuta viśva-bhāvanam
auch diese (Nom.), o Unfehlbarer (Vok.), zum Wohl des Universums (Nom.)
vapuḥ ānanda-karam mano-dṛśām
Gestalt (Nom.), Freude bereitend (Nom.) für Geist und Auge (Gen.Pl.)
sura-vidviṭ-kṣapaṇaiḥ ud-āyudhaiḥ
mit [Waffen], die die Feinde der Götter vernichten (Instr.Pl.), mit erhobenen Waffen (Instr.Pl.)
bhuja-daṇḍaiḥ upapannam aṣṭabhiḥ
mit [den] Armen (Instr.Pl.) versehen (Akk.), mit acht (Instr.Pl.)

Der Vers bricht syntaktisch ab (Fortsetzung wohl in einem nicht überlieferten oder hier nicht erfassten Folgeteil) [?].

patnya ūcuḥ yajño 'yaṁ tava yajanāya kena sṛṣṭo vidhvastaḥ paśupatinādya dakṣa-kopāt taṁ nas tvaṁ śava-śayanābha-śānta-medhaṁ yajñātman nalina-rucā dṛśā punīhi

Die Ehefrauen sprachen: Dieses Opfer, von wem [Brahmā] auch immer zu deiner Verehrung veranstaltet, das heute von Paśupati aus Zorn gegen Dakṣa zerstört wurde - reinige du es, o Seele des Opfers, das einem daliegenden Leichnam gleicht und dessen Schwung erloschen ist, für uns mit deinem lotusgleich strahlenden Blick.

Wort für Wort
patnyaḥ ūcuḥ
die Ehefrauen (Nom.Pl.) sprachen
yajñaḥ ayam tava yajanāya kena sṛṣṭaḥ
dieses Opfer (Nom.), von wem (Instr.) zu deiner Verehrung (Dat.) veranstaltet (Nom.)
vidhvastaḥ paśupatinā adya dakṣa-kopāt
zerstört (Nom.) von Paśupati (Instr.) heute aus Zorn gegen Dakṣa (Abl.)
tam naḥ tvam śava-śayana-ābha-śānta-medham
es (Akk.) für uns (Gen./Dat.) du (Nom.), das einem daliegenden Leichnam gleicht (Akk.), dessen Schwung erloschen ist (Akk.)
yajña-ātman nalina-rucā dṛśā punīhi
o Seele des Opfers (Vok.), mit lotusgleichem Glanz (Instr.), mit [deinem] Blick (Instr.) reinige! (2.Sg.Imp.)

ṛṣaya ūcuḥ ananvitaṁ te bhagavan viceṣṭitaṁ yad ātmanā carasi hi karma nājyase vibhūtaye yata upasedur īśvarīṁ na manyate svayam anuvartatīṁ bhavān

Die Weisen sprachen: Unerklärlich ist dein Tun, o Herr - denn du handelst aus dir selbst, doch wirst durch die Handlung nicht gebunden; obwohl [andere] um ihrer Macht willen der Herrin [Lakṣmī] dienen, achtest du selbst sie, die dir doch folgt, nicht [besonders].

Wort für Wort
ṛṣayaḥ ūcuḥ
die Weisen (Nom.Pl.) sprachen
ananvitam te bhagavan viceṣṭitam
unerklärlich (Nom.) dein (Gen.), o Herr (Vok.), Tun (Nom.)
yat ātmanā carasi hi karma na ajyase
weil du aus dir selbst (Instr.) handelst (2.Sg.Präs.), denn durch die Handlung (Akk.) wirst du nicht gebunden (2.Sg.Präs.Pass.)
vibhūtaye yataḥ upaseduḥ īśvarīm
um [ihrer] Macht willen (Dat.), weshalb sie sich nahten/dienten (3.Pl.Perf.) der Herrin [Lakṣmī] (Akk.)
na manyate svayam anuvartatīm bhavān
nicht achtet (3.Sg.Präs.) selbst die [ihm] folgende (Akk.) du (Nom.)

siddhā ūcuḥ ayaṁ tvat-kathā-mṛṣṭa-pīyūṣa-nadyāṁ mano-vāraṇaḥ kleśa-dāvāgni-dagdhaḥ tṛṣārto 'vagāḍho na sasmāra dāvaṁ na niṣkrāmati brahma-sampannavan naḥ

Die Siddhas sprachen: Dieser Elefant unseres Geistes, vom Waldbrand der Leiden verbrannt, von Durst gequält, [einmal] eingetaucht in den Fluss des durch deine Erzählungen geläuterten Nektars, erinnert sich nicht mehr an den Waldbrand und kommt nicht mehr heraus, als sei er in Brahman aufgegangen.

Wort für Wort
siddhāḥ ūcuḥ
die Siddhas (Nom.Pl.) sprachen
ayam tvat-kathā-mṛṣṭa-pīyūṣa-nadyām
dieser (Nom.), im Fluss (Lok.) des durch deine Erzählungen geläuterten Nektars
manaḥ-vāraṇaḥ kleśa-dāva-agni-dagdhaḥ
der Elefant des Geistes (Nom.), vom Waldbrand der Leiden verbrannt (Nom.)
tṛṣā-ārtaḥ avagāḍhaḥ
von Durst gequält (Nom.), eingetaucht (Nom.)
na sasmāra dāvam
er erinnert sich nicht (3.Sg.Perf.) an den Waldbrand (Akk.)
na niṣkrāmati brahma-sampanna-vat naḥ
er kommt nicht heraus (3.Sg.Präs.), wie in Brahman aufgegangen, unser (Gen.Pl.)

yajamāny uvāca svāgataṁ te prasīdeśa tubhyaṁ namaḥ śrīnivāsa śriyā kāntayā trāhi naḥ tvām ṛte 'dhīśa nāṅgair makhaḥ śobhate śīrṣa-hīnaḥ ka-bandho yathā puruṣaḥ

Die Opferherrin sprach: Willkommen dir, sei gnädig, o Herr, dir Verehrung; o Wohnstatt der Śrī, rette uns mit [deiner] geliebten Gemahlin Śrī. Ohne dich, o Oberherr, erstrahlt das Opfer nicht durch seine Glieder, wie ein hauptloser Mensch nur ein Rumpf [ist].

Wort für Wort
yajamānī uvāca
die Opferherrin (Nom.) sprach
su-āgatam te prasīda īśa
Willkommen (Nom.) dir (Dat./Gen.), sei gnädig (2.Sg.Imp.), o Herr (Vok.)
tubhyam namaḥ śrīnivāsa
dir (Dat.) Verehrung (Nom.), o Wohnstatt der Śrī (Vok.)
śriyā kāntayā trāhi naḥ
mit [deiner] geliebten (Instr.) Gemahlin Śrī (Instr.) rette (2.Sg.Imp.) uns (Akk.)
tvām ṛte adhīśa
ohne dich (Akk.), o Oberherr (Vok.)
na aṅgaiḥ makhaḥ śobhate
nicht durch [seine] Glieder (Instr.Pl.) erstrahlt (3.Sg.Präs.) das Opfer (Nom.)
śīrṣa-hīnaḥ ka-bandhaḥ yathā puruṣaḥ
wie ein hauptloser (Nom.) Rumpf (Nom.) [ist] ein Mensch (Nom.)

lokapālā ūcuḥ dṛṣṭaḥ kiṁ no dṛgbhir asad-grahais tvaṁ pratyag-draṣṭā dṛśyate yena viśvam māyā hy eṣā bhavadīyā hi bhūman yas tvaṁ ṣaṣṭhaḥ pañcabhir bhāsi bhūtaiḥ

Die Weltenhüter sprachen: Werden wir dich etwa mit unseren Augen sehen, die [nur] Unwirkliches erfassen - dich, den inneren Betrachter, durch den das Universum gesehen wird? Dies ist ja wahrlich deine Māyā, o Alldurchdringender, dass du, der du [eigentlich der sechste bist, jenseits der fünf Elemente], als sechster mit den fünf [groben] Elementen erscheinst.

Wort für Wort
lokapālāḥ ūcuḥ
die Weltenhüter (Nom.Pl.) sprachen
dṛṣṭaḥ kim naḥ dṛgbhiḥ asat-grahaiḥ tvam
gesehen (Nom.), etwa? von uns (Instr.) mit den Augen (Instr.Pl.), die Unwirkliches erfassen (Instr.Pl.), du (Nom.)
pratyak-draṣṭā dṛśyate yena viśvam
der innere Betrachter (Nom.), gesehen wird (3.Sg.Präs.Pass.), durch den (Instr.) das Universum (Nom.)
māyā hi eṣā bhavadīyā hi bhūman
denn dies (Nom.) ist deine (Nom.) Māyā (Nom.), o Alldurchdringender (Vok.)
yaḥ tvam ṣaṣṭhaḥ pañcabhiḥ bhāsi bhūtaiḥ
der du (Nom.), als sechster (Nom.), mit den fünf (Instr.Pl.) Elementen (Instr.Pl.) erscheinst (2.Sg.Präs.)

yogeśvarā ūcuḥ preyān na te 'nyo 'sty amutas tvayi prabho viśvātmanīkṣen na pṛthag ya ātmanaḥ athāpi bhaktyeśa tayopadhāvatām ananya-vṛttyānugṛhāṇa vatsala

Die Herren des Yoga sprachen: Keiner ist dir teurer, o Herr, als der, welcher [dich], in der Allseele [weilend], nicht getrennt vom [eigenen] Selbst sähe. Dennoch, o Herr, erweise mit Hingabe denen Gnade, die dir mit ungeteilter Haltung dienen, o Liebevoller.

Wort für Wort
yoga-īśvarāḥ ūcuḥ
die Herren des Yoga (Nom.Pl.) sprachen
preyān na te anyaḥ asti amutaḥ tvayi prabho
teurer (Nom.) [ist] dir (Dat.) kein anderer (Nom.) als dieser, in dir (Lok.), o Herr (Vok.)
viśva-ātmani īkṣet na pṛthak yaḥ ātmanaḥ
in der Allseele (Lok.) sähe (3.Sg.Opt.) nicht getrennt (Adv.) vom [eigenen] Selbst (Abl./Gen.), wer
atha api bhaktyā īśa
dennoch mit Hingabe (Instr.), o Herr (Vok.)
tayā upadhāvatām ananya-vṛttyā anugṛhāṇa vatsala
mit dieser (Instr.) [Hingabe] Dienenden (Gen.Pl.) mit ungeteilter Haltung (Instr.) erweise Gnade! (2.Sg.Imp.), o Liebevoller (Vok.)

jagad-udbhava-sthiti-layeṣu daivato bahu-bhidyamāna-guṇayātma-māyayā racitātma-bheda-mataye sva-saṁsthayā vinivartita-bhrama-guṇātmane namaḥ

Verehrung dir, der du durch deine eigene, sich in den [drei] Erscheinungsweisen vielfach differenzierende Māyā bei Entstehung, Erhaltung und Auflösung der Welt aus [göttlicher] Fügung [handelst] und [so] die Vorstellung von Unterschiedenheit des Selbst [in den Wesen] hervorrufst, [zugleich aber] durch deine eigene [wahre] Verfassung die Verwirrung der [materiellen] Eigenschaften zum Stillstand bringst.

Wort für Wort
jagat-udbhava-sthiti-layeṣu daivataḥ
bei Entstehung, Erhaltung und Auflösung der Welt (Lok.Pl.), aus [göttlicher] Fügung (Adv.)
bahu-bhidyamāna-guṇayā ātma-māyayā
durch die sich vielfach differenzierende (Instr.) [aus den Erscheinungsweisen bestehende] eigene Māyā (Instr.)
racita-ātma-bheda-mataye
dem, der die Vorstellung von Unterschiedenheit des Selbst hervorruft (Dat.)
sva-saṁsthayā vinivartita-bhrama-guṇa-ātmane
durch die eigene [wahre] Verfassung (Instr.), dem, dessen Wesen die Verwirrung der Eigenschaften zum Stillstand bringt (Dat.)
namaḥ
Verehrung

brahmovāca namas te śrita-sattvāya dharmādīnāṁ ca sūtaye nirguṇāya ca yat-kāṣṭhāṁ nāhaṁ vedāpare 'pi ca

Der [personifizierte] Veda sprach: Verehrung dir, der du die Erscheinungsweise der Güte angenommen hast, dem Ursprung von Dharma und anderem, dem Eigenschaftslosen, dessen höchsten Zustand weder ich noch andere kennen.

Wort für Wort
namaḥ te śrita-sattvāya
Verehrung (Nom.) dir (Dat.), dem, der die Erscheinungsweise der Güte angenommen hat (Dat.)
dharma-ādīnām ca sūtaye
von Dharma und anderem (Gen.Pl.) und dem Ursprung (Dat.)
nirguṇāya ca yat-kāṣṭhām
dem Eigenschaftslosen (Dat.) und dessen höchsten Zustand (Akk.)
na aham veda apare api ca
nicht ich (Nom.) kenne (1.Sg.Perf.), auch andere (Nom.Pl.) [nicht]

Sprecher dieses und der folgenden vier Verse (40-44) sind vermutlich die personifizierten Vedas bzw. verschiedene Wesensgruppen [?]; 'brahmā' hier wohl i.S.v. 'der Veda' zu verstehen, nicht Gott Brahmā.

agnir uvāca yat-tejasāhaṁ susamiddha-tejā havyaṁ vahe svadhvara ājya-siktam taṁ yajñiyaṁ pañca-vidhaṁ ca pañcabhiḥ sviṣṭaṁ yajurbhiḥ praṇato 'smi yajñam

Agni sprach: Durch dessen Glanz ich, von hell entfachtem Glanz, im wohlvollzogenen Opfer die mit Ghee begossene Opfergabe darbringe - vor ihm, dem Opferwürdigen, dem Fünffachen, der mit den fünf Yajus-Sprüchen wohlverehrt wird, dem Opfer[herrn, Yajña] verneige ich mich.

Wort für Wort
agniḥ uvāca
Agni (Nom.) sprach
yat-tejasā aham su-samiddha-tejāḥ
durch dessen Glanz (Instr.) ich (Nom.), von hell entfachtem Glanz (Nom.)
havyam vahe su-adhvare ājya-siktam
die Opfergabe (Akk.) trage/bringe ich dar (1.Sg.Präs.Med.), im wohlvollzogenen Opfer (Lok.), mit Ghee begossen (Akk.)
tam yajñiyam pañca-vidham ca pañcabhiḥ
ihn (Akk.), den Opferwürdigen (Akk.), den Fünffachen (Akk.), und mit den fünf (Instr.Pl.)
su-iṣṭam yajurbhiḥ praṇataḥ asmi yajñam
wohlverehrt (Akk.) mit den Yajus-Sprüchen (Instr.Pl.), verneigt bin ich (1.Sg.), dem Opfer[herrn] (Akk.)

devā ūcuḥ purā kalpāpāye sva-kṛtam udarī-kṛtya vikṛtaṁ tvam evādyas tasmin salila uragendrādhiśayane pumān śeṣe siddhair hṛdi vimṛśitādhyātma-padaviḥ sa evādyākṣṇor yaḥ pathi carasi bhṛtyān avasi naḥ

Die Götter sprachen: Einst, beim Ende des Weltzeitalters, hast du, der Uranfängliche selbst, das von dir selbst Geschaffene, die [gesamte] Wirkung, in deinen Leib aufgenommen und ruhst als der [Ur-]Mensch [Puruṣa] in jenem Wasser auf dem Lager des Schlangenfürsten [Śeṣa], während die Vollendeten im Herzen deinen Pfad der Selbsterkenntnis erforschen; eben er, der du jetzt auf dem Pfad der [beiden] Augen wandelst, beschütze unsere Diener.

Wort für Wort
devāḥ ūcuḥ
die Götter (Nom.Pl.) sprachen
purā kalpa-apāye sva-kṛtam udarī-kṛtya vikṛtam
einst (Adv.) beim Ende des Weltzeitalters (Lok.), das von dir selbst Geschaffene (Akk.) in den Leib aufgenommen habend (Absolutiv), die Wirkung (Akk.)
tvam eva ādyaḥ tasmin salile
du (Nom.) selbst, der Uranfängliche (Nom.), in jenem Wasser (Lok.)
uraga-indra-adhiśayane pumān śeṣe
auf dem Lager des Schlangenfürsten (Lok.), der [Ur-]Mensch (Nom.), ruhst du (2.Sg.Präs.Med.)
siddhaiḥ hṛdi vimṛśita-adhyātma-padaviḥ
von den Vollendeten (Instr.), im Herzen (Lok.), dessen Pfad der Selbsterkenntnis erforscht wird (Nom.)
saḥ eva adya akṣṇoḥ yaḥ pathi carasi
eben er (Nom.), jetzt, der du (Nom.) auf dem Pfad (Lok.) der [beiden] Augen (Gen.Dual) wandelst (2.Sg.Präs.)
bhṛtyān avasi naḥ
die Diener (Akk.) beschütze (2.Sg.Präs./Imp.) unsere (Gen.Pl.)

gandharvā ūcuḥ aṁśāṁśās te deva marīcy-ādaya ete brahmendrādyā deva-gaṇā rudra-purogāḥ krīḍā-bhāṇḍaṁ viśvam idaṁ yasya vibhūman tasmai nityaṁ nātha namas te karavāma

Die Gandharvas sprachen: Teile von [deinen] Teilen [sind], o Gott, diese - Marīci und andere, die Götterscharen angeführt von Brahmā und Indra, mit Rudra an der Spitze. Dieses Universum ist dein Spielzeug, o Allmächtiger. Ihm, dir, o Herr, wollen wir immerdar Verehrung erweisen.

Wort für Wort
gandharvāḥ ūcuḥ
die Gandharvas (Nom.Pl.) sprachen
aṁśa-aṁśāḥ te deva marīci-ādayaḥ ete
Teile von Teilen (Nom.Pl.) dir (Gen.), o Gott (Vok.), Marīci und andere (Nom.Pl.), diese (Nom.Pl.)
brahma-indra-ādyāḥ deva-gaṇāḥ rudra-purogāḥ
angeführt von Brahmā und Indra (Nom.Pl.), die Götterscharen (Nom.Pl.), mit Rudra an der Spitze (Nom.Pl.)
krīḍā-bhāṇḍam viśvam idam yasya vibhūman
Spielzeug (Nom.) [ist] dieses Universum (Nom.), dessen (Gen.), o Allmächtiger (Vok.)
tasmai nityam nātha namaḥ te karavāma
ihm (Dat.), immerdar, o Herr (Vok.), Verehrung (Akk.) dir (Dat.) wollen wir erweisen (1.Pl.Opt.)

vidyādharā ūcuḥ tvan-māyayārtham abhipadya kalevare 'smin kṛtvā mamāham iti durmatir utpathaiḥ svaiḥ kṣipto 'py asad-viṣaya-lālasa ātma-mohaṁ yuṣmat-kathāmṛta-niṣevaka udvyudasyet

Die Vidyādharas sprachen: Wer, durch deine Māyā diesen Körper erlangend, den Gedanken 'mein, ich' [in Bezug auf ihn] bildet und, ein Tor, durch seine eigenen Irrwege fortgerissen, nach vergänglichen Sinnesobjekten begierig ist - selbst er kann, wenn er den Nektar eurer [heiligen] Erzählungen genießt, die Verblendung des Selbst[begriffs] von sich abwerfen.

Wort für Wort
vidyādharāḥ ūcuḥ
die Vidyādharas (Nom.Pl.) sprachen
tvat-māyayā artham abhipadya kalevare asmin
durch deine Māyā (Instr.), das [körperliche] Vermögen (Akk.) erlangt habend (Absolutiv), in diesem Körper (Lok.)
kṛtvā mama aham iti durmatiḥ
gebildet habend (Absolutiv) [den Gedanken] 'mein, ich' - so der Tor (Nom.)
utpathaiḥ svaiḥ kṣiptaḥ api
durch seine eigenen (Instr.) Irrwege (Instr.) fortgerissen (Nom.), obwohl
asat-viṣaya-lālasaḥ ātma-moham
begierig nach vergänglichen Sinnesobjekten (Nom.), die Verblendung des Selbst[begriffs] (Akk.)
yuṣmat-kathā-amṛta-niṣevakaḥ ut-vyudasyet
wer den Nektar eurer Erzählungen genießt (Nom.), möge [sie] gänzlich abwerfen (3.Sg.Opt.)

brāhmaṇā ūcuḥ tvaṁ kratus tvaṁ havis tvaṁ hutāśaḥ svayaṁ tvaṁ hi mantraḥ samid-darbha-pātrāṇi ca tvaṁ sadasyartvijo dampatī devatā agnihotraṁ svadhā soma ājyaṁ paśuḥ

Die Brahmanen sprachen: Du bist der Opferritus, du die Opfergabe, du selbst das Opferfeuer, du gewiss der heilige Spruch, Brennholz, Kuśa-Gras und Gefäße; du bist die Versammlungsmitglieder und Priester, das [Opfer-]Paar, die Gottheit, das Feueropfer, die Ahnenspende, der Soma, das Ghee, das Opfertier.

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ ūcuḥ
die Brahmanen (Nom.Pl.) sprachen
tvam kratuḥ tvam haviḥ tvam hutāśaḥ svayam
du (Nom.) der Opferritus (Nom.), du die Opfergabe (Nom.), du selbst das Opferfeuer (Nom.)
tvam hi mantraḥ samit-darbha-pātrāṇi ca
du gewiss der heilige Spruch (Nom.), Brennholz, Kuśa-Gras und Gefäße (Nom.Pl.) und
tvam sadasya-ṛtvijaḥ dam-patī devatā
du die Versammlungsmitglieder und Priester (Nom.Pl.), das [Opfer-]Paar (Nom.Dual), die Gottheit (Nom.)
agnihotram svadhā somaḥ ājyam paśuḥ
das Feueropfer (Nom.), die Ahnenspende (Nom.), der Soma (Nom.), das Ghee (Nom.), das Opfertier (Nom.)

tvaṁ purā gāṁ rasāyā mahā-sūkaro daṁṣṭrayā padminīṁ vāraṇendro yathā stūyamāno nadal līlayā yogibhir vyujjahartha trayī-gātra yajña-kratuḥ

Du hast einst als großer Eber, gepriesen von den Yogis, brüllend, die Erde mühelos mit deinem Stoßzahn aus den [Wasser-]Tiefen emporgehoben, wie ein Elefantenfürst einen Lotusteich, o du, dessen Leib die dreifache [Veda-]Wissenschaft ist, der du die Gestalt des Opfers [hast].

Wort für Wort
tvam purā gām rasāyāḥ mahā-sūkaraḥ
du (Nom.) einst (Adv.) die Erde (Akk.) aus den [Wasser-]Tiefen (Abl.), als großer Eber (Nom.)
daṁṣṭrayā padminīm vāraṇa-indraḥ yathā
mit dem Stoßzahn (Instr.) eine Lotusblüte/einen Lotusteich (Akk.), wie ein Elefantenfürst (Nom.)
stūyamānaḥ nadan līlayā yogibhiḥ
gepriesen werdend (Nom.), brüllend (Part.Präs.), mühelos (Instr.), von den Yogis (Instr.Pl.)
vyujjahartha trayī-gātra yajña-kratuḥ
hobst empor (2.Sg.Perf.), o du, dessen Leib die dreifache [Wissenschaft ist] (Vok.), der die Gestalt des Opfers hat (Nom.)

sa prasīda tvam asmākam ākāṅkṣatāṁ darśanaṁ te paribhraṣṭa-sat-karmaṇām kīrtyamāne nṛbhir nāmni yajñeśa te yajña-vighnāḥ kṣayaṁ yānti tasmai namaḥ

So sei du gnädig uns, deren rechtes Handeln zunichte geworden ist, die [wir dennoch] deinen Anblick ersehnen. Wenn, o Herr des Opfers, dein Name von den Menschen gepriesen wird, gehen Opferhindernisse zugrunde; ihm sei Verehrung.

Wort für Wort
saḥ prasīda tvam asmākam ākāṅkṣatām
so sei du (Nom.) gnädig! (2.Sg.Imp.) unser (Gen.Pl.), die [wir] ersehnen (Gen.Pl.Part.Präs.)
darśanam te paribhraṣṭa-sat-karmaṇām
deinen Anblick (Akk.), deren rechtes Handeln zunichte gefallen ist (Gen.Pl.)
kīrtyamāne nṛbhiḥ nāmni yajña-īśa te
während gepriesen wird (Lok.Part.Präs.Pass.) von den Menschen (Instr.Pl.) der Name (Lok.), o Herr des Opfers (Vok.), dein (Gen.)
yajña-vighnāḥ kṣayam yānti tasmai namaḥ
die Opferhindernisse (Nom.Pl.) gehen zum Untergang (Akk.) [3.Pl.Präs.], ihm (Dat.) Verehrung (Nom.)

maitreya uvāca iti dakṣaḥ kavir yajñaṁ bhadra rudrābhimarśitam kīrtyamāne hṛṣīkeśe sanninye yajña-bhāvane

Maitreya sprach: So, o Guter, führte der weise Dakṣa, während Hṛṣīkeśa, der Erhalter des Opfers, gepriesen wurde, das von Rudra berührte [gestörte] Opfer zu Ende.

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
iti dakṣaḥ kaviḥ yajñam
so (Adv.) Dakṣa (Nom.), der Weise (Nom.), das Opfer (Akk.)
bhadra rudra-abhimarśitam
o Guter (Vok.), von Rudra berührt/gestört (Akk.)
kīrtyamāne hṛṣīkeśe
während gepriesen wurde (Lok.Part.Präs.Pass.) Hṛṣīkeśa (Lok.)
sanninye yajña-bhāvane
führte er zu Ende (3.Sg.Perf.Med.), der Erhalter des Opfers (Lok.)

bhagavān svena bhāgena sarvātmā sarva-bhāga-bhuk dakṣaṁ babhāṣa ābhāṣya prīyamāṇa ivānagha

Der Erhabene, mit seinem eigenen Anteil [zufrieden], die Allseele, der Genießer aller [Opfer-]Anteile, wandte sich, o Sündloser, an Dakṣa und sprach, wie erfreut, zu ihm.

Wort für Wort
bhagavān svena bhāgena
der Erhabene (Nom.) mit seinem eigenen Anteil (Instr.)
sarva-ātmā sarva-bhāga-bhuk
die Allseele (Nom.), der Genießer aller Anteile (Nom.)
dakṣam babhāṣa ābhāṣya
zu Dakṣa (Akk.) sprach er (3.Sg.Perf.), angesprochen habend (Absolutiv)
prīyamāṇaḥ iva anagha
wie erfreut (Nom.), o Sündloser (Vok.)

śrī-bhagavān uvāca ahaṁ brahmā ca śarvaś ca jagataḥ kāraṇaṁ param ātmeśvara upadraṣṭā svayan-dṛg aviśeṣaṇaḥ

Der erhabene Herr sprach: Ich, Brahmā und Śarva [Śiva] - [wir sind] die höchste Ursache der Welt - als die Überseele, der Zeuge, der aus sich selbst Sehende, ohne Unterschied.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der erhabene Herr (Nom.) sprach
aham brahmā ca śarvaḥ ca
ich (Nom.), Brahmā (Nom.) und Śarva [Śiva] (Nom.) und
jagataḥ kāraṇam param
der Welt (Gen.) Ursache (Nom.), höchste (Nom.)
ātma-īśvaraḥ upadraṣṭā
die Überseele (Nom.), der Zeuge (Nom.)
svayam-dṛk aviśeṣaṇaḥ
der aus sich selbst Sehende (Nom.), ohne Unterschiedsmerkmal (Nom.)

ātma-māyāṁ samāviśya so 'haṁ guṇamayīṁ dvija sṛjan rakṣan haran viśvaṁ dadhre saṁjñāṁ kriyocitām

Indem ich, eben ich, in meine eigene, aus den [drei] Erscheinungsweisen bestehende Māyā eingehe, o Zweifachgeborener, nehme ich, das Universum erschaffend, erhaltend und vernichtend, eine der jeweiligen Tätigkeit entsprechende Bezeichnung an.

Wort für Wort
ātma-māyām samāviśya
in die eigene Māyā (Akk.) eingegangen (Absolutiv)
saḥ aham guṇa-mayīm dvija
eben ich (Nom.), aus den Erscheinungsweisen bestehend (Akk.), o Zweifachgeborener (Vok.)
sṛjan rakṣan haran viśvam
erschaffend, erhaltend, vernichtend (Part.Präs.) das Universum (Akk.)
dadhre saṁjñām kriyā-ucitām
nehme ich an (1.Sg.Perf.Med.) eine Bezeichnung (Akk.), der Tätigkeit entsprechend (Akk.)

tasmin brahmaṇy advitīye kevale paramātmani brahma-rudrau ca bhūtāni bhedenājño 'nupaśyati

In jenem einzigen, zweitlosen Brahman, der höchsten Seele, erblickt der Unwissende Brahmā und Rudra sowie die [übrigen] Wesen als unterschieden.

Wort für Wort
tasmin brahmaṇi advitīye
in jenem Brahman (Lok.), ohne ein Zweites (Lok.)
kevale parama-ātmani
allein/einzig (Lok.), in der höchsten Seele (Lok.)
brahma-rudrau ca bhūtāni
Brahmā und Rudra (Akk.Dual) und die Wesen (Akk.Pl.)
bhedena ajñaḥ anupaśyati
als unterschieden (Instr.) der Unwissende (Nom.) erblickt (3.Sg.Präs.)

yathā pumān na svāṅgeṣu śiraḥ-pāṇy-ādiṣu kvacit pārakya-buddhiṁ kurute evaṁ bhūteṣu mat-paraḥ

Wie ein Mensch unter seinen eigenen Gliedern - Kopf, Hand und so fort - niemals die Vorstellung von 'einem anderen zugehörig' hegt, so [tut es auch] mein Ergebener unter den [verschiedenen] Wesen.

Wort für Wort
yathā pumān na sva-aṅgeṣu
wie ein Mensch (Nom.) nicht unter seinen eigenen Gliedern (Lok.Pl.)
śiraḥ-pāṇi-ādiṣu kvacit
Kopf, Hand und so fort (Lok.Pl.), jemals
pārakya-buddhim kurute
die Vorstellung von 'einem anderen zugehörig' (Akk.) hegt (3.Sg.Präs.Med.)
evam bhūteṣu mat-paraḥ
so unter den Wesen (Lok.Pl.) mein Ergebener (Nom.)

trayāṇām eka-bhāvānāṁ yo na paśyati vai bhidām sarva-bhūtātmanāṁ brahman sa śāntim adhigacchati

Wer bei den Dreien, die von einer Wesenheit sind, der Seele aller Wesen, keine Unterschiedenheit sieht, o Dakṣa, der erlangt Frieden.

Wort für Wort
trayāṇām eka-bhāvānām
der Dreien (Gen.Pl.), die von einer Wesenheit sind (Gen.Pl.)
yaḥ na paśyati vai bhidām
wer (Nom.) nicht sieht (3.Sg.Präs.) fürwahr Unterschiedenheit (Akk.)
sarva-bhūta-ātmanām brahman
der Seele aller Wesen (Gen.Pl.), o Dakṣa (Vok.)
saḥ śāntim adhigacchati
der (Nom.) Frieden (Akk.) erlangt (3.Sg.Präs.)

Mit 'den Dreien' sind wohl Brahmā, Rudra und der Erhabene selbst (vgl. Vers 50, 52) gemeint [?].

maitreya uvāca evaṁ bhagavatādiṣṭaḥ prajāpati-patir harim arcitvā kratunā svena devān ubhayato 'yajat

Maitreya sprach: So vom Erhabenen unterwiesen, verehrte der Herr der Prajāpatis [Dakṣa], nachdem er Hari mit seinem eigenen Opferritus verehrt hatte, die Götter auf beiderlei Weise [zugleich].

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
evam bhagavatā ādiṣṭaḥ
so vom Erhabenen (Instr.) unterwiesen (Nom.)
prajāpati-patiḥ harim
der Herr der Prajāpatis (Nom.) Hari (Akk.)
arcitvā kratunā svena
verehrt habend (Absolutiv) mit seinem eigenen Opferritus (Instr.)
devān ubhayataḥ ayajat
die Götter (Akk.Pl.) auf beiderlei Weise (Adv.) verehrte er (3.Sg.Impf.)

rudraṁ ca svena bhāgena hy upādhāvat samāhitaḥ karmaṇodavasānena somapān itarān api udavasya sahartvigbhiḥ sasnāv avabhṛthaṁ tataḥ

Und Rudra verehrte er gewiss mit seinem eigenen Anteil, gesammelten Geistes, durch den Abschlussritus, ebenso die übrigen somatrinkenden [Götter]; nachdem er die Abschlusshandlung vollzogen hatte, badete er danach zusammen mit den Priestern das Avabhṛtha-Reinigungsbad.

Wort für Wort
rudram ca svena bhāgena
und Rudra (Akk.) mit seinem eigenen Anteil (Instr.)
hi upādhāvat samāhitaḥ
gewiss verehrte er (3.Sg.Impf.), gesammelten Geistes (Nom.)
karmaṇā udavasānena
durch den Ritus (Instr.) der Beendigung[shandlung] (Instr.)
soma-pān itarān api
die Somatrinker (Akk.Pl.), die übrigen (Akk.Pl.), auch
udavasya saha-ṛtvigbhiḥ
die Abschlusshandlung vollzogen habend (Absolutiv), zusammen mit den Priestern (Instr.)
sasnau avabhṛtham tataḥ
er badete (3.Sg.Perf.) das Avabhṛtha-Bad (Akk.) danach

tasmā apy anubhāvena svenaivāvāpta-rādhase dharma eva matiṁ dattvā tridaśās te divaṁ yayuḥ

Nachdem sie auch ihm, der durch seine eigene Macht Vollendung erlangt hatte, eine [nunmehr] eben auf Dharma [gerichtete] Gesinnung gegeben hatten, gingen jene Götter zum Himmel.

Wort für Wort
tasmai api anubhāvena
ihm (Dat.) auch durch [dessen] Macht/Wirken (Instr.)
svena eva avāpta-rādhase
durch sein eigenes (Instr.), dem, der Erfolg erlangt hatte (Dat.)
dharme eva matim dattvā
auf Dharma (Lok.) eben Gesinnung (Akk.) gegeben habend (Absolutiv)
tridaśāḥ te divam yayuḥ
die Götter (Nom.Pl.), jene, zum Himmel (Akk.) gingen sie (3.Pl.Perf.)

evaṁ dākṣāyaṇī hitvā satī pūrva-kalevaram jajñe himavataḥ kṣetre menāyām iti śuśruma

So, nachdem sie ihren früheren Körper aufgegeben hatte, wurde die Tochter Dakṣas, Satī, in Menā, der Gattin des Himavat, [wieder]geboren - so haben wir gehört.

Wort für Wort
evam dākṣāyaṇī hitvā
so die Tochter Dakṣas (Nom.), aufgegeben habend (Absolutiv)
satī pūrva-kalevaram
Satī (Nom.), ihren früheren Körper (Akk.)
jajñe himavataḥ kṣetre
wurde geboren (3.Sg.Perf.Med.) in der Gattin (Lok.) des Himavat (Gen.)
menāyām iti śuśruma
in Menā (Lok.) - so haben wir gehört (1.Pl.Perf.)

tam eva dayitaṁ bhūya āvṛṅkte patim ambikā ananya-bhāvaika-gatiṁ śaktiḥ supteva pūruṣam

Eben ihn, den Geliebten, erwählt Ambikā wieder zum Gatten, dessen einziges Ziel unwandelbare Zuneigung ist - wie die [zuvor] schlummernde [weibliche] Kraft den [männlichen] Geist [wieder ergreift].

Wort für Wort
tam eva dayitam bhūyaḥ
eben ihn (Akk.), den Geliebten (Akk.), wieder
āvṛṅkte patim ambikā
erwählt (3.Sg.Präs.Med.) zum Gatten (Akk.) Ambikā (Nom.)
ananya-bhāva-eka-gatim
dessen einziges Ziel unwandelbare Zuneigung ist (Akk.)
śaktiḥ suptā iva pūruṣam
die [weibliche] Kraft (Nom.), wie [zuvor] schlummernd (Nom.), den [männlichen] Geist (Akk.)

etad bhagavataḥ śambhoḥ karma dakṣādhvara-druhaḥ śrutaṁ bhāgavatāc chiṣyād uddhavān me bṛhaspateḥ

Diese Geschichte des erhabenen Śambhu [Śiva], der das Opfer Dakṣas störte, habe ich von Uddhava vernommen, dem gottgeweihten Schüler des Bṛhaspati.

Wort für Wort
etat bhagavataḥ śambhoḥ
diese (Akk.) des erhabenen (Gen.) Śambhu [Śiva] (Gen.)
karma dakṣa-adhvara-druhaḥ
die Tat/Geschichte (Akk.) dessen, der Dakṣas Opfer störte (Gen.)
śrutam bhāgavatāt śiṣyāt
gehört (Nom.) von dem gottgeweihten (Abl.) Schüler (Abl.)
uddhavāt me bṛhaspateḥ
von Uddhava (Abl.), von mir/durch mich, des Bṛhaspati (Gen.)

idaṁ pavitraṁ param īśa-ceṣṭitaṁ yaśasyam āyuṣyam aghaugha-marṣaṇam yo nityadākarṇya naro 'nukīrtayed dhunoty aghaṁ kaurava bhakti-bhāvataḥ

Dieses höchst reine Wirken des Herrn - Ruhm bringend, Lebensdauer verleihend, die Flut der Sünden vernichtend - wer als Mensch es beständig anhört und nacherzählt, o Nachkomme der Kurus, tilgt aus hingebungsvoller Gesinnung [alle] Sünde.

Wort für Wort
idam pavitram param īśa-ceṣṭitam
dieses (Nom.) reine (Nom.), höchste (Nom.), Wirken des Herrn (Nom.)
yaśasyam āyuṣyam agha-ogha-marṣaṇam
Ruhm bringend (Nom.), Lebensdauer verleihend (Nom.), die Flut der Sünden vernichtend (Nom.)
yaḥ nityadā ākarṇya naraḥ anukīrtayet
wer (Nom.) beständig (Adv.) gehört habend (Absolutiv), ein Mensch (Nom.), möge nacherzählen (3.Sg.Opt.)
dhunoti agham kaurava bhakti-bhāvataḥ
er tilgt (3.Sg.Präs.) Sünde (Akk.), o Nachkomme der Kurus (Vok.), aus hingebungsvoller Gesinnung (Adv.)

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