Maitreya sprach: So wurde von Bhava [Śiva], der durch den Ungeborenen [Brahmā] besänftigt und dadurch zufrieden geworden war, lachend gesprochen: 'O Starkarmiger, höre!'
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
iti
so, folgendermaßen
ajena anunītena
durch den Ungeborenen [Brahmā] (Instr.), besänftigt (Instr.Part.Perf.Pass.)
bhavena parituṣyatā
durch Bhava [Śiva] (Instr.), zufrieden werdend (Instr.Part.Präs.)
Mahādeva sprach: O Herr der Geschöpfe, ich betrachte es nicht als Vergehen der Kinder, noch denke ich [lange] darüber nach; bei denen, die von göttlicher Māyā überwältigt sind, wurde von mir dort [nur] die Rute gehalten.
Wort für Wort
mahādevaḥ uvāca
Mahādeva (Nom.) sprach
na agham prajā-īśa
nicht [ist es] ein Vergehen (Akk.), o Herr der Geschöpfe (Vok.)
bālānām varṇaye
der Kinder (Gen.Pl.) betrachte ich (1.Sg.Präs.Med.)
na anucintaye
ich denke nicht [lange] nach (1.Sg.Präs.Med.)
deva-māyā-abhibhūtānām
der von göttlicher Māyā Überwältigten (Gen.Pl.)
daṇḍaḥ tatra dhṛtaḥ mayā
die Rute (Nom.) wurde dort gehalten (Nom.Part.Perf.Pass.) von mir (Instr.)
Dem Prajāpati [Dakṣa], dessen Haupt verbrannt ist, werde ein Haupt mit dem Antlitz eines Ziegenbocks zuteil; Bhaga möge mit dem Auge des Mitra seinen eigenen Anteil am Opfer sehen.
Wort für Wort
prajāpateḥ dagdha-śīrṣṇaḥ
des Prajāpati (Gen.), dessen Haupt verbrannt ist (Gen.)
bhavatu aja-mukham śiraḥ
es werde (3.Sg.Imp.) ein Haupt (Nom.) mit dem Antlitz eines Ziegenbocks (Nom.)
mitrasya cakṣuṣā īkṣeta
mit dem Auge (Instr.) des Mitra (Gen.) möge er sehen (3.Sg.Opt.Med.)
pūṣā tu yajamānasya
dadbhir jakṣatu piṣṭa-bhuk
devāḥ prakṛta-sarvāṅgā
ye ma uccheṣaṇaṁ daduḥ
Pūṣan aber, der Mehlesser, möge mit den Zähnen des Opferherrn kauen; die Götter, die mir eine Rest[speise] gaben, sollen [wieder] alle ihre Glieder wiederhergestellt haben.
Wort für Wort
pūṣā tu yajamānasya dadbhiḥ
Pūṣan (Nom.) aber mit den Zähnen (Instr.Pl.) des Opferherrn (Gen.)
jakṣatu piṣṭa-bhuk
er kaue (3.Sg.Imp.), der Mehlesser (Nom.)
devāḥ prakṛta-sarva-aṅgāḥ
die Götter (Nom.Pl.), mit wiederhergestellten allen Gliedern (Nom.Pl.)
ye me uccheṣaṇam daduḥ
die (Nom.Pl.), welche mir (Dat.) eine Restspeise (Akk.) gaben (3.Pl.Perf.)
Mit den beiden Armen der Aśvins und den beiden Händen Pūṣans sollen die übrigen Adhvaryu-Priester mit Armen versehen sein; Bhṛgu aber möge einen Ziegenbart tragen.
Wort für Wort
bāhubhyām aśvinoḥ
mit den beiden Armen (Instr.Dual) der beiden Aśvins (Gen.Dual)
pūṣṇaḥ hastābhyām
des Pūṣan (Gen.) mit den beiden Händen (Instr.Dual)
kṛta-bāhavaḥ bhavantu
mit gemachten Armen (Nom.Pl.) sollen sie sein (3.Pl.Imp.)
adhvaryavaḥ ca anye
die Adhvaryu-Priester (Nom.Pl.) und die übrigen (Nom.Pl.)
basta-śmaśruḥ bhṛguḥ bhavet
mit Ziegenbart (Nom.) möge Bhṛgu (Nom.) sein (3.Sg.Opt.)
Maitreya sprach: Da sprachen, o Lieber, alle Wesen, nachdem sie das vom Besten der Freigebigen [Śiva] Gesagte gehört hatten, mit zufriedenem Herzen: 'Gut, gut!'
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
tadā sarvāṇi bhūtāni
dann alle (Nom.Pl.) Wesen (Nom.Pl.)
śrutvā mīḍhuṣṭama-uditam
nachdem sie gehört hatten (Absolutiv) das vom Besten der Freigebigen Gesagte (Akk.)
parituṣṭa-ātmabhiḥ tāta
mit zufriedenem Herzen (Instr.Pl.), o Lieber (Vok.)
tato mīḍhvāṁsam āmantrya
śunāsīrāḥ saharṣibhiḥ
bhūyas tad deva-yajanaṁ
sa-mīḍhvad-vedhaso yayuḥ
Danach gingen die [Götter] mit Indra an der Spitze, nachdem sie den Freigebigen [Śiva] eingeladen hatten, zusammen mit den Weisen und mit Śiva und Brahmā wieder zu jenem Opferplatz der Götter.
Wort für Wort
tataḥ mīḍhvāṁsam āmantrya
danach den Freigebigen [Śiva] (Akk.) eingeladen habend (Absolutiv)
śunāsīrāḥ saha-ṛṣibhiḥ
die [Götter] mit Indra an der Spitze (Nom.Pl.), zusammen mit den Weisen (Instr.)
bhūyaḥ tat deva-yajanam
wieder (zu) jenem (Akk.) Opferplatz der Götter (Akk.)
sa-mīḍhvat-vedhasaḥ yayuḥ
zusammen mit dem Freigebigen und dem Schöpfer [Brahmā] (Nom.Pl.) gingen sie (3.Pl.Perf.)
vidhāya kārtsnyena ca
tad yad āha bhagavān bhavaḥ
sandadhuḥ kasya kāyena
savanīya-paśoḥ śiraḥ
Nachdem sie das, was der erhabene Bhava gesagt hatte, vollständig ausgeführt hatten, fügten sie mit dem Körper des Ka [Dakṣa] das Haupt des zum Opfer bestimmten Tieres an.
Wort für Wort
vidhāya kārtsnyena ca
ausgeführt habend (Absolutiv) vollständig (Instr.) und
tat yat āha bhagavān bhavaḥ
das (Akk.), was (Akk.) der erhabene (Nom.) Bhava (Nom.) gesagt hatte (3.Sg.Perf.)
sandadhuḥ kasya kāyena
sie fügten an (3.Pl.Perf.) an den Körper (Instr.) des Ka [Dakṣa] (Gen.)
savanīya-paśoḥ śiraḥ
des zum Opfer bestimmten Tieres (Gen.) das Haupt (Akk.)
'kasya' (Gen. von 'ka') spielt vermutlich auf Dakṣas/Prajāpatis Beinamen 'Ka' an [?].
Da wurde Prajāpati [Dakṣa], dessen Seele durch Hass gegen den, dessen Banner der Stier ist [Śiva], getrübt war, durch dessen Blick rein wie ein herbstlicher See.
Wort für Wort
tadā vṛṣadhvaja-dveṣa-kalila-ātmā
dann [er,] dessen Seele durch Hass gegen den Stierbanner-Träger [Śiva] getrübt war (Nom.)
prajāpatiḥ śiva-avalokāt
Prajāpati (Nom.), durch den Blick Śivas (Abl.)
abhavat śarat-hradaḥ iva amalaḥ
wurde (3.Sg.Impf.) rein (Nom.) wie ein herbstlicher See (Nom.)
Obwohl er den Entschluss gefasst hatte, Bhava zu preisen, vermochte er es vor Zuneigung nicht - aus Sehnsucht, mit einem Tränenstrom, an die verstorbene Tochter [Satī] denkend.
Wort für Wort
bhava-stavāya kṛta-dhīḥ
zum Lobpreis Bhavas (Dat.), mit gefasstem Entschluss (Nom.)
na aśaknot anurāgataḥ
nicht vermochte er (3.Sg.Impf.), aus Zuneigung (Adv.)
autkaṇṭhyāt bāṣpa-kalayā
aus Sehnsucht (Abl.), mit einem Tränenstrom (Instr.)
samparetām sutām smaran
an die verstorbene (Akk.) Tochter (Akk.) sich erinnernd (Part.Präs.)
dakṣa uvāca
bhūyān anugraha aho bhavatā kṛto me
daṇḍas tvayā mayi bhṛto yad api pralabdhaḥ
na brahma-bandhuṣu ca vāṁ bhagavann avajñā
tubhyaṁ hareś ca kuta eva dhṛta-vrateṣu
Dakṣa sprach: Ach, eine sehr große Gnade hast du mir erwiesen, o Herr; obwohl ich verspottet wurde, hast du die Strafe [nur] auf mir gehalten. Doch selbst bei unwürdigen Brahmanen gibt es bei euch beiden keine Missachtung - wie könnte es sie dann bei dir und bei Hari geben, gegenüber denen, die [ihre] Gelübde treu halten?
Wort für Wort
dakṣaḥ uvāca
Dakṣa (Nom.) sprach
bhūyān anugrahaḥ aho
eine sehr große (Nom.) Gnade (Nom.), ach
bhavatā kṛtaḥ me
von dir (Instr.) erwiesen (Nom.) mir (Dat.)
daṇḍaḥ tvayā mayi bhṛtaḥ
die Strafe (Nom.) wurde von dir (Instr.) an mir (Lok.) getragen (Nom.)
yat api pralabdhaḥ
obwohl [ich] verspottet [wurde] (Nom.)
na brahma-bandhuṣu ca vām
nicht bei unwürdigen Brahmanen (Lok.Pl.) [gibt es] bei euch beiden (Gen./Akk.)
bhagavan avajñā
o Herr (Vok.) Missachtung (Nom.)
tubhyam hareḥ ca kutaḥ eva
bei dir (Dat.) und bei Hari (Gen.) - woher [gäbe es sie] denn
vidyā-tapo-vrata-dharān
mukhataḥ sma viprān
brahmātma-tattvam avituṁ
prathamaṁ tvam asrāk
tad brāhmaṇān parama
sarva-vipatsu pāsi
pālaḥ paśūn iva vibho
pragṛhīta-daṇḍaḥ
Du erschufst zuerst aus [deinem] Mund die Brahmanen, die Träger von Wissen, Askese und Gelübden, um die Wahrheit von Brahman und Selbst zu bewahren. Deshalb beschützt du, o Höchster, die Brahmanen in allen Gefahren, wie ein Hirte mit erhobenem Stab das Vieh, o Mächtiger.
Wort für Wort
vidyā-tapaḥ-vrata-dharān
die Träger (Akk.Pl.) von Wissen, Askese und Gelübde
mukhataḥ sma viprān
aus dem Mund (Adv.) [erschufst du] einst die Brahmanen (Akk.Pl.)
brahma-ātma-tattvam avitum
die Wahrheit von Brahman und Selbst (Akk.) zu bewahren (Infinitiv)
prathamam tvam asrāk
zuerst (Adv.) du (Nom.) erschufst (2.Sg.Aor.)
tat brāhmaṇān parama
deshalb die Brahmanen (Akk.Pl.), o Höchster (Vok.)
sarva-vipatsu pāsi
in allen Gefahren (Lok.Pl.) beschützt du (2.Sg.Präs.)
pālaḥ paśūn iva vibho
wie ein Hirte (Nom.) das Vieh (Akk.Pl.), o Mächtiger (Vok.)
yo 'sau mayāvidita-tattva-dṛśā sabhāyāṁ
kṣipto durukti-viśikhair vigaṇayya tan mām
arvāk patantam arhattama-nindayāpād
dṛṣṭyārdrayā sa bhagavān sva-kṛtena tuṣyet
Der, welcher, als ich mit unwissender Sicht der Wahrheit dich in der Versammlung mit den Pfeilen böser Worte traf, mich - der durch die Verleumdung des Verehrungswürdigsten nach unten fiel - dennoch, ohne [Vergeltung] zu bedenken, mit mitleidig-feuchtem Blick rettete: möge dieser Erhabene mit seiner eigenen Tat zufrieden sein.
Wort für Wort
yaḥ asau mayā
welcher, jener [du], von mir (Instr.)
avidita-tattva-dṛśā sabhāyām
mit unwissender Sicht der Wahrheit (Instr.), in der Versammlung (Lok.)
kṣiptaḥ durukti-viśikhaiḥ
getroffen (Nom.) mit den Pfeilen böser Worte (Instr.Pl.)
vigaṇayya tat mām
nicht beachtend (Absolutiv) das, mich (Akk.)
arvāk patantam
nach unten fallend (Akk.Part.Präs.)
arhattama-nindayā apāt
durch die Verleumdung des Verehrungswürdigsten (Instr.) rettete er (3.Sg.Aor.)
dṛṣṭyā ārdrayā saḥ bhagavān
mit feuchtem Blick (Instr.) er, der Erhabene (Nom.)
sva-kṛtena tuṣyet
durch seine eigene Tat (Instr.) möge er zufrieden sein (3.Sg.Opt.)
Maitreya sprach: Nachdem er so von Śiva Vergebung erlangt hatte und von Brahmā dazu ermutigt worden war, setzte er [Dakṣa] das Opferwerk zusammen mit den Lehrern, Priestern und anderen fort.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
kṣamā āpya evam saḥ mīḍhvāṁsam
Vergebung (Akk.) erlangt habend (Absolutiv), so er vom Freigebigen [Śiva] (Akk./Gen.)
brahmaṇā ca anumantritaḥ
und von Brahmā (Instr.) ermutigt (Nom.)
karma santānayām āsa
das [Opfer-]Werk (Akk.) setzte er fort (3.Sg.Perf.periphr.)
sa-upādhyāya-ṛtvik-ādibhiḥ
zusammen mit Lehrern, Priestern und anderen (Instr.)
Zur Fortsetzung des Opfers brachten die besten der Zweifachgeborenen den Viṣṇu geweihten, aus drei Teilen bestehenden Opferkuchen dar, zur Reinigung von der Berührung des Helden [Vīrabhadra].
Wort für Wort
vaiṣṇavam yajña-santatyai
den Viṣṇu geweihten (Akk.), zur Fortsetzung des Opfers (Dat.)
tri-kapālam dvija-uttamāḥ
aus drei Teilen bestehenden (Akk.), die besten der Zweifachgeborenen (Nom.Pl.)
puroḍāśam niravapan
den Opferkuchen (Akk.) brachten sie dar (3.Pl.Impf.)
O Herr der Untertanen, der Opferherr [Dakṣa] meditierte mit gereinigtem Geist, während vom Adhvaryu-Priester die Opferspende dargeboten wurde, und sogleich erschien Hari.
Wort für Wort
adhvaryuṇā ātta-haviṣā
durch den Adhvaryu-Priester (Instr.), mit der genommenen/dargebotenen Opferspende (Instr.)
yajamānaḥ viśām-pate
der Opferherr (Nom.), o Herr der Untertanen (Vok.)
dhiyā viśuddhayā dadhyau
mit gereinigtem (Instr.) Geist (Instr.) meditierte er (3.Sg.Perf.)
Dann, von Garuḍa herangebracht, dessen Flügel Stotra und Vājin heißen, [erschien er] mit seinem eigenen Glanz, der die zehn Himmelsrichtungen erleuchtete und den Glanz jener [Anwesenden] überstrahlte.
Wort für Wort
tadā sva-prabhayā
dann mit dem eigenen Glanz (Instr.)
teṣām dyotayantyā diśaḥ daśa
jener (Gen.Pl.) [Glanz überstrahlend], die zehn (Akk.Pl.) Himmelsrichtungen (Akk.Pl.) erleuchtend (Instr.Part.Präs.f.)
muṣṇan tejaḥ
raubend/übertreffend (Part.Präs.) den Glanz (Akk.)
Dunkel [von Farbe], mit goldenem Gewand, mit einem sonnengleich strahlenden Diadem versehen, das Antlitz geschmückt mit Ohrringen inmitten bienenschwarzer Locken, glich er mit seinen goldenen, mit Muschelhorn, Lotus, Diskus, Pfeil, Bogen, Keule, Schwert und Schild beschäftigten Armen einem [blühenden] Karṇikāra-Baum.
Wort für Wort
śyāmaḥ hiraṇya-raśanaḥ
dunkel (Nom.), mit goldenem Gewand (Nom.)
arka-kirīṭa-juṣṭaḥ
mit sonnengleich strahlendem Diadem versehen (Nom.)
nīla-alaka-bhramara-maṇḍita-kuṇḍala-āsyaḥ
dessen Antlitz, geschmückt mit Ohrringen inmitten bienengleicher blauschwarzer Locken (Nom.)
An dessen Brust die Gattin [Lakṣmī] weilte, bekränzt mit Waldblumen, der mit einem Hauch seines edlen, lächelnden Blickes das All erfreute, an dessen Seite ein königlicher Schwan als Yakschwanz-Fächer sich hin- und herbewegte, und der oben unter dem mondgleichen weißen Sonnenschirm erstrahlte.
Wort für Wort
vakṣasi adhiśrita-vadhūḥ
an der Brust (Lok.) die weilende Gattin [Lakṣmī] (Nom.)
vana-mālī udāra-hāsa-avaloka-kalayā
bekränzt mit Waldblumen (Nom.), durch einen Hauch (Instr.) edlen lächelnden Blickes (Instr.)
ramayan ca viśvam
erfreuend (Part.Präs.) und das All (Akk.)
pārśva-bhramat-vyajana-cāmara-rāja-haṁsaḥ
an dessen Seite sich bewegend ein königlicher Schwan als Yak-Fächer (Nom.)
śveta-ātapatra-śaśinā upari rajyamānaḥ
mit dem mondgleichen weißen Sonnenschirm (Instr.) oben erstrahlend (Nom.Part.Präs.Pass.)
tam upāgatam ālakṣya
sarve sura-gaṇādayaḥ
praṇemuḥ sahasotthāya
brahmendra-tryakṣa-nāyakāḥ
Als sie ihn ankommen sahen, erhoben sich alle - die Götterscharen und andere, angeführt von Brahmā, Indra und dem Dreiäugigen [Śiva] - sogleich und verneigten sich.
Wort für Wort
tam upāgatam ālakṣya
ihn (Akk.), den Angekommenen (Akk.), erblickt habend (Absolutiv)
sarve sura-gaṇa-ādayaḥ
alle (Nom.Pl.), die Götterscharen und andere (Nom.Pl.)
praṇemuḥ sahasā utthāya
sie verneigten sich (3.Pl.Perf.), plötzlich sich erhoben habend (Absolutiv)
brahma-indra-tri-akṣa-nāyakāḥ
angeführt von Brahmā, Indra und dem Dreiäugigen [Śiva] (Nom.Pl.)
Durch dessen Glanz an eigenem Glanz übertroffen, mit erlahmter Zunge, von Ehrfurcht ergriffen, mit zum Haupt erhobenen gefalteten Händen, verehrten sie Adhokṣaja.
Wort für Wort
tat-tejasā hata-rucaḥ
durch dessen Glanz (Instr.) deren Glanz vernichtet war (Nom.Pl.)
sanna-jihvāḥ sa-sādhvasāḥ
deren Zungen erlahmt waren (Nom.Pl.), von Ehrfurcht ergriffen (Nom.Pl.)
mūrdhnā dhṛta-añjali-puṭāḥ
mit zum Haupt (Instr.) erhobenen gefalteten Händen (Nom.Pl.)
upatasthuḥ adhokṣajam
sie verehrten (3.Pl.Perf.) den Transzendenten [Viṣṇu] (Akk.)
apy arvāg-vṛttayo yasya
mahi tv ātmabhuv-ādayaḥ
yathā-mati gṛṇanti sma
kṛtānugraha-vigraham
Selbst Brahmā und andere, deren Erfassungsvermögen [seine] Größe nicht [ganz] zu fassen vermag, priesen, [jeder] gemäß seinem Verstand, die aus Gnade angenommene Gestalt.
Wort für Wort
api arvāk-vṛttayaḥ yasya
selbst die, deren Wirken diesseitig/unzureichend ist (Nom.Pl.), dessen (Gen.)
mahi tu ātmabhū-ādayaḥ
Größe (Akk.) aber Brahmā und andere (Nom.Pl.)
yathā-mati gṛṇanti sma
gemäß [ihrem] Verstand (Adv.) priesen sie (3.Pl.Impf.)
Dakṣa, der den besten Ehrenanteil empfangen hatte, nahm, indem er mit Freude den Herrn des Opfers, den höchsten Lehrer der Weltschöpfer, umgeben von Gefolgsleuten wie Sunanda und Nanda, pries, mit gesammeltem Geist und gefalteten Händen Zuflucht [bei ihm].
Wort für Wort
dakṣaḥ gṛhīta-arhaṇa-sādana-uttamam
Dakṣa (Nom.), den, der den besten Ehrenanteil empfangen hatte (Akk.)
yajña-īśvaram viśva-sṛjām param gurum
den Herrn des Opfers (Akk.), der Weltschöpfer (Gen.Pl.) höchsten Lehrer (Akk.)
sunanda-nanda-ādi-anugaiḥ vṛtam mudā
von Gefolgsleuten wie Sunanda und Nanda (Instr.) umgeben (Akk.), mit Freude (Instr.)
gṛṇan prapede
preisend (Part.Präs.) nahm er Zuflucht (3.Sg.Perf.Med.)
prayataḥ kṛta-añjaliḥ
gesammelten Geistes (Nom.), mit gefalteten Händen (Nom.)
Dakṣa sprach: Obwohl du, rein, in deinem eigenen Reich weilend, in einem Zustand, der jenseits allen [dualistischen] Denkens ist, einzig, reines Bewusstsein, furchtlos - [eigentlich] die Māyā zurückweisend [bist] - weilst du, selbstherrlich, dennoch eben durch sie, nachdem du die Rolle des [handelnden] Puruṣa angenommen hast, in ihr, wie [wärst du] unrein.
Wort für Wort
śuddham sva-dhāmni
rein (Akk.) im eigenen Reich (Lok.)
uparata-akhila-buddhi-avastham
dessen Zustand von allem [dualistischen] Denken zurückgezogen ist (Akk.)
Die Priester sprachen: Deine Wahrheit kennen wir nicht, o Unbefleckter, o Herr, da unser Verstand durch Rudras Fluch an [fruchtbringende] Handlung gebunden ist. Dieses dreifache, 'Opfer' genannte [Ritual] ist [uns nur] als Kennzeichen der Pflicht bekannt; zu welchem Zweck diese Anordnungen bezüglich der Gottheiten [bestehen, wissen wir nicht].
Wort für Wort
ṛtvijaḥ ūcuḥ
die Priester (Nom.Pl.) sprachen
tattvam na te vayam anañjana
die Wahrheit (Akk.) nicht deine (Gen.) [kennen] wir (Nom.), o Unbefleckter (Vok.)
rudra-śāpāt karmaṇi avagraha-dhiyaḥ
durch Rudras Fluch (Abl.), deren Verstand an Handlung (Lok.) gebunden ist (Nom.Pl.)
bhagavan vidāmaḥ
o Herr (Vok.), wir wissen (1.Pl.Präs.)
dharma-upalakṣaṇam idam tri-vṛt adhvara-ākhyam
als Kennzeichen der Pflicht (Akk.) dieses (Akk.) dreifache, 'Opfer' genannte (Akk.)
jñātam yat-artham adhidaivam adaḥ vyavasthāḥ
bekannt (Nom./Akk.); zu welchem Zweck (Adv.) diese (Nom.Pl.) Anordnungen (Nom.Pl.) bezüglich der Gottheiten (Akk.) [bestehen, wissen wir nicht]
Die Versammelten sprachen: Auf dem schutzlosen Weg der [wiederholten] Geburt, in der Festung großer Qual, durchzogen von den furchtbaren Schlangen des Todes, mit der schweren Last von Körper und Haus in der Trugbild-Fata-Morgana der Sinnesobjekte, in der Grube der Gegensatzpaare, in Furcht vor bösen wilden Tieren, im Waldbrand der Trauer - wann geht der von Begierde befallene, unwissende Haufen, o Zufluchtgeber, zur Zuflucht deiner Füße?
Wort für Wort
sadasyāḥ ūcuḥ
die Versammelten (Nom.Pl.) sprachen
utpatti-adhvani aśaraṇe
auf dem Weg der Geburt (Lok.), der schutzlos ist (Lok.)
uru-kleśa-durge antaka-ugra-vyāla-anviṣṭe
in der Festung großer Qual (Lok.), durchzogen von den furchtbaren Schlangen des Todes (Lok.)
viṣaya-mṛga-tṛṣi ātma-geha-uru-bhāraḥ
in der Sinnesobjekt-Fata-Morgana (Lok.), mit der schweren Last (Nom.) von Körper und Haus
dvandva-śvabhre khala-mṛga-bhaye
in der Grube der Gegensatzpaare (Lok.), in Furcht vor bösen wilden Tieren (Lok.)
śoka-dāve ajña-sa-arthaḥ
im Waldbrand der Trauer (Lok.), der unwissende Haufe mitsamt seinen Interessen (Nom.)
pāda-okaḥ te śaraṇa-da
zur Zuflucht deiner Füße (Akk.), o Zufluchtgeber (Vok.)
kadā yāti kāma-upasṛṣṭaḥ
wann geht er (3.Sg.Präs.), von Begierde befallen (Nom.)
rudra uvāca
tava varada varāṅghrāv āśiṣehākhilārthe
hy api munibhir asaktair ādareṇārhaṇīye
yadi racita-dhiyaṁ māvidya-loko 'paviddhaṁ
japati na gaṇaye tat tvat-parānugraheṇa
Rudra sprach: O Gewährer von Segen, an deinen köstlichen Füßen, die selbst von unangehafteten Weisen mit Verehrung für jedes Ziel hier [in der Welt] erwünscht und verehrungswürdig sind - wenn die unwissende Welt mich, dessen Geist [darauf] gerichtet ist, als 'verworfen' bezeichnet, achte ich nicht darauf, um deinetwillen, aus Hingabe zu dir.
Wort für Wort
rudraḥ uvāca
Rudra (Nom.) sprach
tava vara-da vara-aṅghrau
dein (Gen.), o Gewährer von Segen (Vok.), an [deinen] köstlichen Füßen (Lok.)
āśiṣā iha akhila-arthe
mit einem Wunsch (Instr.), hier (Adv.), für jedes Ziel (Lok.)
hi api munibhiḥ asaktaiḥ ādareṇa arhaṇīye
wahrlich selbst von den unangehafteten (Instr.) Weisen (Instr.) mit Verehrung (Instr.), [den Füßen] die verehrungswürdig sind (Lok.)
yadi racita-dhiyam mā
wenn [sie] mich (Akk.), dessen Geist [darauf] gerichtet ist (Akk.)
avidya-lokaḥ apaviddham japati
die unwissende Welt (Nom.) als verworfen (Akk.) bezeichnet (3.Sg.Präs.)
na gaṇaye tat
ich achte nicht darauf (1.Sg.Präs.), das
tvat-para-anugraheṇa
wegen [meiner] auf dich gerichteten Hingabe (Instr.)
bhṛgur uvāca
yan māyayā gahanayāpahṛtātma-bodhā
brahmādayas tanu-bhṛtas tamasi svapantaḥ
nātman-śritaṁ tava vidanty adhunāpi tattvaṁ
so 'yaṁ prasīdatu bhavān praṇatātma-bandhuḥ
Bhṛgu sprach: Selbst Brahmā und andere verkörperte Wesen, deren Selbsterkenntnis von deiner undurchdringlichen Māyā geraubt ist, in Dunkelheit schlafend, kennen selbst jetzt nicht deine im Selbst gegründete wahre Natur. Möge eben dieser du, der Freund der ergebenen Seelen, gnädig sein.
Wort für Wort
bhṛguḥ uvāca
Bhṛgu (Nom.) sprach
yat māyayā gahanayā
durch dessen undurchdringliche (Instr.) Māyā (Instr.)
apahṛta-ātma-bodhāḥ brahma-ādayaḥ tanu-bhṛtaḥ
deren Selbsterkenntnis geraubt ist (Nom.Pl.), Brahmā und andere (Nom.Pl.), verkörperte Wesen (Nom.Pl.)
tamasi svapantaḥ
in Dunkelheit (Lok.) schlafend (Nom.Pl.Part.Präs.)
na ātman-śritam tava vidanti adhunā api tattvam
nicht die im Selbst gegründete (Akk.) deine (Gen.) wahre Natur (Akk.) kennen sie (3.Pl.Präs.), selbst jetzt
saḥ ayam prasīdatu bhavān
eben dieser du (Nom.) sei gnädig (3.Sg.Imp.), du (Nom.)
Brahmā sprach: Dies ist nicht dein wahres Wesen, solange ein Mensch [es] durch das Erfassen unterschiedener Gegenstände wahrzunehmen sucht. Du wirst als die Grundlage von Wissen, Erkenntnisgegenstand und Erkenntnisvermögen angesehen - [und dabei doch als] von dem aus Māyā Bestehenden verschieden.
Wort für Wort
brahmā uvāca
Brahmā (Nom.) sprach
na etat svarūpam bhavataḥ
nicht dies (Nom.) [ist] das wahre Wesen (Nom.) deines (Gen.)
asau padārtha-bheda-grahaiḥ
jenes [Wahrnehmen], durch das Erfassen unterschiedener Gegenstände (Instr.)
puruṣaḥ yāvat īkṣet
ein Mensch (Nom.), solange er wahrnehmen würde (3.Sg.Opt.)
jñānasya ca arthasya guṇasya ca āśrayaḥ
des Wissens (Gen.) und des Gegenstands (Gen.) und des Erkenntnisvermögens (Gen.) Grundlage (Nom.)
māyā-mayāt vyatiriktaḥ mataḥ tvam
von dem aus Māyā Bestehenden (Abl.) verschieden (Nom.) angesehen (Nom.) du (Nom.)
Indra sprach: Auch diese Gestalt, o Unfehlbarer, zum Wohl des Universums, Freude bereitend für Geist und Auge, versehen mit acht Armen, die mit erhobenen Waffen die Feinde der Götter vernichten -
Wort für Wort
indraḥ uvāca
Indra (Nom.) sprach
idam api acyuta viśva-bhāvanam
auch diese (Nom.), o Unfehlbarer (Vok.), zum Wohl des Universums (Nom.)
vapuḥ ānanda-karam mano-dṛśām
Gestalt (Nom.), Freude bereitend (Nom.) für Geist und Auge (Gen.Pl.)
sura-vidviṭ-kṣapaṇaiḥ ud-āyudhaiḥ
mit [Waffen], die die Feinde der Götter vernichten (Instr.Pl.), mit erhobenen Waffen (Instr.Pl.)
bhuja-daṇḍaiḥ upapannam aṣṭabhiḥ
mit [den] Armen (Instr.Pl.) versehen (Akk.), mit acht (Instr.Pl.)
Der Vers bricht syntaktisch ab (Fortsetzung wohl in einem nicht überlieferten oder hier nicht erfassten Folgeteil) [?].
Die Ehefrauen sprachen: Dieses Opfer, von wem [Brahmā] auch immer zu deiner Verehrung veranstaltet, das heute von Paśupati aus Zorn gegen Dakṣa zerstört wurde - reinige du es, o Seele des Opfers, das einem daliegenden Leichnam gleicht und dessen Schwung erloschen ist, für uns mit deinem lotusgleich strahlenden Blick.
Wort für Wort
patnyaḥ ūcuḥ
die Ehefrauen (Nom.Pl.) sprachen
yajñaḥ ayam tava yajanāya kena sṛṣṭaḥ
dieses Opfer (Nom.), von wem (Instr.) zu deiner Verehrung (Dat.) veranstaltet (Nom.)
vidhvastaḥ paśupatinā adya dakṣa-kopāt
zerstört (Nom.) von Paśupati (Instr.) heute aus Zorn gegen Dakṣa (Abl.)
tam naḥ tvam śava-śayana-ābha-śānta-medham
es (Akk.) für uns (Gen./Dat.) du (Nom.), das einem daliegenden Leichnam gleicht (Akk.), dessen Schwung erloschen ist (Akk.)
yajña-ātman nalina-rucā dṛśā punīhi
o Seele des Opfers (Vok.), mit lotusgleichem Glanz (Instr.), mit [deinem] Blick (Instr.) reinige! (2.Sg.Imp.)
ṛṣaya ūcuḥ
ananvitaṁ te bhagavan viceṣṭitaṁ
yad ātmanā carasi hi karma nājyase
vibhūtaye yata upasedur īśvarīṁ
na manyate svayam anuvartatīṁ bhavān
Die Weisen sprachen: Unerklärlich ist dein Tun, o Herr - denn du handelst aus dir selbst, doch wirst durch die Handlung nicht gebunden; obwohl [andere] um ihrer Macht willen der Herrin [Lakṣmī] dienen, achtest du selbst sie, die dir doch folgt, nicht [besonders].
Wort für Wort
ṛṣayaḥ ūcuḥ
die Weisen (Nom.Pl.) sprachen
ananvitam te bhagavan viceṣṭitam
unerklärlich (Nom.) dein (Gen.), o Herr (Vok.), Tun (Nom.)
yat ātmanā carasi hi karma na ajyase
weil du aus dir selbst (Instr.) handelst (2.Sg.Präs.), denn durch die Handlung (Akk.) wirst du nicht gebunden (2.Sg.Präs.Pass.)
vibhūtaye yataḥ upaseduḥ īśvarīm
um [ihrer] Macht willen (Dat.), weshalb sie sich nahten/dienten (3.Pl.Perf.) der Herrin [Lakṣmī] (Akk.)
na manyate svayam anuvartatīm bhavān
nicht achtet (3.Sg.Präs.) selbst die [ihm] folgende (Akk.) du (Nom.)
siddhā ūcuḥ
ayaṁ tvat-kathā-mṛṣṭa-pīyūṣa-nadyāṁ
mano-vāraṇaḥ kleśa-dāvāgni-dagdhaḥ
tṛṣārto 'vagāḍho na sasmāra dāvaṁ
na niṣkrāmati brahma-sampannavan naḥ
Die Siddhas sprachen: Dieser Elefant unseres Geistes, vom Waldbrand der Leiden verbrannt, von Durst gequält, [einmal] eingetaucht in den Fluss des durch deine Erzählungen geläuterten Nektars, erinnert sich nicht mehr an den Waldbrand und kommt nicht mehr heraus, als sei er in Brahman aufgegangen.
Wort für Wort
siddhāḥ ūcuḥ
die Siddhas (Nom.Pl.) sprachen
ayam tvat-kathā-mṛṣṭa-pīyūṣa-nadyām
dieser (Nom.), im Fluss (Lok.) des durch deine Erzählungen geläuterten Nektars
manaḥ-vāraṇaḥ kleśa-dāva-agni-dagdhaḥ
der Elefant des Geistes (Nom.), vom Waldbrand der Leiden verbrannt (Nom.)
tṛṣā-ārtaḥ avagāḍhaḥ
von Durst gequält (Nom.), eingetaucht (Nom.)
na sasmāra dāvam
er erinnert sich nicht (3.Sg.Perf.) an den Waldbrand (Akk.)
na niṣkrāmati brahma-sampanna-vat naḥ
er kommt nicht heraus (3.Sg.Präs.), wie in Brahman aufgegangen, unser (Gen.Pl.)
Die Opferherrin sprach: Willkommen dir, sei gnädig, o Herr, dir Verehrung; o Wohnstatt der Śrī, rette uns mit [deiner] geliebten Gemahlin Śrī. Ohne dich, o Oberherr, erstrahlt das Opfer nicht durch seine Glieder, wie ein hauptloser Mensch nur ein Rumpf [ist].
Wort für Wort
yajamānī uvāca
die Opferherrin (Nom.) sprach
su-āgatam te prasīda īśa
Willkommen (Nom.) dir (Dat./Gen.), sei gnädig (2.Sg.Imp.), o Herr (Vok.)
tubhyam namaḥ śrīnivāsa
dir (Dat.) Verehrung (Nom.), o Wohnstatt der Śrī (Vok.)
śriyā kāntayā trāhi naḥ
mit [deiner] geliebten (Instr.) Gemahlin Śrī (Instr.) rette (2.Sg.Imp.) uns (Akk.)
tvām ṛte adhīśa
ohne dich (Akk.), o Oberherr (Vok.)
na aṅgaiḥ makhaḥ śobhate
nicht durch [seine] Glieder (Instr.Pl.) erstrahlt (3.Sg.Präs.) das Opfer (Nom.)
śīrṣa-hīnaḥ ka-bandhaḥ yathā puruṣaḥ
wie ein hauptloser (Nom.) Rumpf (Nom.) [ist] ein Mensch (Nom.)
lokapālā ūcuḥ
dṛṣṭaḥ kiṁ no dṛgbhir asad-grahais tvaṁ
pratyag-draṣṭā dṛśyate yena viśvam
māyā hy eṣā bhavadīyā hi bhūman
yas tvaṁ ṣaṣṭhaḥ pañcabhir bhāsi bhūtaiḥ
Die Weltenhüter sprachen: Werden wir dich etwa mit unseren Augen sehen, die [nur] Unwirkliches erfassen - dich, den inneren Betrachter, durch den das Universum gesehen wird? Dies ist ja wahrlich deine Māyā, o Alldurchdringender, dass du, der du [eigentlich der sechste bist, jenseits der fünf Elemente], als sechster mit den fünf [groben] Elementen erscheinst.
Wort für Wort
lokapālāḥ ūcuḥ
die Weltenhüter (Nom.Pl.) sprachen
dṛṣṭaḥ kim naḥ dṛgbhiḥ asat-grahaiḥ tvam
gesehen (Nom.), etwa? von uns (Instr.) mit den Augen (Instr.Pl.), die Unwirkliches erfassen (Instr.Pl.), du (Nom.)
pratyak-draṣṭā dṛśyate yena viśvam
der innere Betrachter (Nom.), gesehen wird (3.Sg.Präs.Pass.), durch den (Instr.) das Universum (Nom.)
māyā hi eṣā bhavadīyā hi bhūman
denn dies (Nom.) ist deine (Nom.) Māyā (Nom.), o Alldurchdringender (Vok.)
yaḥ tvam ṣaṣṭhaḥ pañcabhiḥ bhāsi bhūtaiḥ
der du (Nom.), als sechster (Nom.), mit den fünf (Instr.Pl.) Elementen (Instr.Pl.) erscheinst (2.Sg.Präs.)
yogeśvarā ūcuḥ
preyān na te 'nyo 'sty amutas tvayi prabho
viśvātmanīkṣen na pṛthag ya ātmanaḥ
athāpi bhaktyeśa tayopadhāvatām
ananya-vṛttyānugṛhāṇa vatsala
Die Herren des Yoga sprachen: Keiner ist dir teurer, o Herr, als der, welcher [dich], in der Allseele [weilend], nicht getrennt vom [eigenen] Selbst sähe. Dennoch, o Herr, erweise mit Hingabe denen Gnade, die dir mit ungeteilter Haltung dienen, o Liebevoller.
Wort für Wort
yoga-īśvarāḥ ūcuḥ
die Herren des Yoga (Nom.Pl.) sprachen
preyān na te anyaḥ asti amutaḥ tvayi prabho
teurer (Nom.) [ist] dir (Dat.) kein anderer (Nom.) als dieser, in dir (Lok.), o Herr (Vok.)
viśva-ātmani īkṣet na pṛthak yaḥ ātmanaḥ
in der Allseele (Lok.) sähe (3.Sg.Opt.) nicht getrennt (Adv.) vom [eigenen] Selbst (Abl./Gen.), wer
atha api bhaktyā īśa
dennoch mit Hingabe (Instr.), o Herr (Vok.)
tayā upadhāvatām ananya-vṛttyā anugṛhāṇa vatsala
mit dieser (Instr.) [Hingabe] Dienenden (Gen.Pl.) mit ungeteilter Haltung (Instr.) erweise Gnade! (2.Sg.Imp.), o Liebevoller (Vok.)
Verehrung dir, der du durch deine eigene, sich in den [drei] Erscheinungsweisen vielfach differenzierende Māyā bei Entstehung, Erhaltung und Auflösung der Welt aus [göttlicher] Fügung [handelst] und [so] die Vorstellung von Unterschiedenheit des Selbst [in den Wesen] hervorrufst, [zugleich aber] durch deine eigene [wahre] Verfassung die Verwirrung der [materiellen] Eigenschaften zum Stillstand bringst.
Wort für Wort
jagat-udbhava-sthiti-layeṣu daivataḥ
bei Entstehung, Erhaltung und Auflösung der Welt (Lok.Pl.), aus [göttlicher] Fügung (Adv.)
bahu-bhidyamāna-guṇayā ātma-māyayā
durch die sich vielfach differenzierende (Instr.) [aus den Erscheinungsweisen bestehende] eigene Māyā (Instr.)
racita-ātma-bheda-mataye
dem, der die Vorstellung von Unterschiedenheit des Selbst hervorruft (Dat.)
sva-saṁsthayā vinivartita-bhrama-guṇa-ātmane
durch die eigene [wahre] Verfassung (Instr.), dem, dessen Wesen die Verwirrung der Eigenschaften zum Stillstand bringt (Dat.)
brahmovāca
namas te śrita-sattvāya
dharmādīnāṁ ca sūtaye
nirguṇāya ca yat-kāṣṭhāṁ
nāhaṁ vedāpare 'pi ca
Der [personifizierte] Veda sprach: Verehrung dir, der du die Erscheinungsweise der Güte angenommen hast, dem Ursprung von Dharma und anderem, dem Eigenschaftslosen, dessen höchsten Zustand weder ich noch andere kennen.
Wort für Wort
namaḥ te śrita-sattvāya
Verehrung (Nom.) dir (Dat.), dem, der die Erscheinungsweise der Güte angenommen hat (Dat.)
dharma-ādīnām ca sūtaye
von Dharma und anderem (Gen.Pl.) und dem Ursprung (Dat.)
nirguṇāya ca yat-kāṣṭhām
dem Eigenschaftslosen (Dat.) und dessen höchsten Zustand (Akk.)
na aham veda apare api ca
nicht ich (Nom.) kenne (1.Sg.Perf.), auch andere (Nom.Pl.) [nicht]
Sprecher dieses und der folgenden vier Verse (40-44) sind vermutlich die personifizierten Vedas bzw. verschiedene Wesensgruppen [?]; 'brahmā' hier wohl i.S.v. 'der Veda' zu verstehen, nicht Gott Brahmā.
agnir uvāca
yat-tejasāhaṁ susamiddha-tejā
havyaṁ vahe svadhvara ājya-siktam
taṁ yajñiyaṁ pañca-vidhaṁ ca pañcabhiḥ
sviṣṭaṁ yajurbhiḥ praṇato 'smi yajñam
Agni sprach: Durch dessen Glanz ich, von hell entfachtem Glanz, im wohlvollzogenen Opfer die mit Ghee begossene Opfergabe darbringe - vor ihm, dem Opferwürdigen, dem Fünffachen, der mit den fünf Yajus-Sprüchen wohlverehrt wird, dem Opfer[herrn, Yajña] verneige ich mich.
Wort für Wort
agniḥ uvāca
Agni (Nom.) sprach
yat-tejasā aham su-samiddha-tejāḥ
durch dessen Glanz (Instr.) ich (Nom.), von hell entfachtem Glanz (Nom.)
havyam vahe su-adhvare ājya-siktam
die Opfergabe (Akk.) trage/bringe ich dar (1.Sg.Präs.Med.), im wohlvollzogenen Opfer (Lok.), mit Ghee begossen (Akk.)
tam yajñiyam pañca-vidham ca pañcabhiḥ
ihn (Akk.), den Opferwürdigen (Akk.), den Fünffachen (Akk.), und mit den fünf (Instr.Pl.)
su-iṣṭam yajurbhiḥ praṇataḥ asmi yajñam
wohlverehrt (Akk.) mit den Yajus-Sprüchen (Instr.Pl.), verneigt bin ich (1.Sg.), dem Opfer[herrn] (Akk.)
devā ūcuḥ
purā kalpāpāye sva-kṛtam udarī-kṛtya vikṛtaṁ
tvam evādyas tasmin salila uragendrādhiśayane
pumān śeṣe siddhair hṛdi vimṛśitādhyātma-padaviḥ
sa evādyākṣṇor yaḥ pathi carasi bhṛtyān avasi naḥ
Die Götter sprachen: Einst, beim Ende des Weltzeitalters, hast du, der Uranfängliche selbst, das von dir selbst Geschaffene, die [gesamte] Wirkung, in deinen Leib aufgenommen und ruhst als der [Ur-]Mensch [Puruṣa] in jenem Wasser auf dem Lager des Schlangenfürsten [Śeṣa], während die Vollendeten im Herzen deinen Pfad der Selbsterkenntnis erforschen; eben er, der du jetzt auf dem Pfad der [beiden] Augen wandelst, beschütze unsere Diener.
Wort für Wort
devāḥ ūcuḥ
die Götter (Nom.Pl.) sprachen
purā kalpa-apāye sva-kṛtam udarī-kṛtya vikṛtam
einst (Adv.) beim Ende des Weltzeitalters (Lok.), das von dir selbst Geschaffene (Akk.) in den Leib aufgenommen habend (Absolutiv), die Wirkung (Akk.)
tvam eva ādyaḥ tasmin salile
du (Nom.) selbst, der Uranfängliche (Nom.), in jenem Wasser (Lok.)
uraga-indra-adhiśayane pumān śeṣe
auf dem Lager des Schlangenfürsten (Lok.), der [Ur-]Mensch (Nom.), ruhst du (2.Sg.Präs.Med.)
siddhaiḥ hṛdi vimṛśita-adhyātma-padaviḥ
von den Vollendeten (Instr.), im Herzen (Lok.), dessen Pfad der Selbsterkenntnis erforscht wird (Nom.)
saḥ eva adya akṣṇoḥ yaḥ pathi carasi
eben er (Nom.), jetzt, der du (Nom.) auf dem Pfad (Lok.) der [beiden] Augen (Gen.Dual) wandelst (2.Sg.Präs.)
bhṛtyān avasi naḥ
die Diener (Akk.) beschütze (2.Sg.Präs./Imp.) unsere (Gen.Pl.)
gandharvā ūcuḥ
aṁśāṁśās te deva marīcy-ādaya ete
brahmendrādyā deva-gaṇā rudra-purogāḥ
krīḍā-bhāṇḍaṁ viśvam idaṁ yasya vibhūman
tasmai nityaṁ nātha namas te karavāma
Die Gandharvas sprachen: Teile von [deinen] Teilen [sind], o Gott, diese - Marīci und andere, die Götterscharen angeführt von Brahmā und Indra, mit Rudra an der Spitze. Dieses Universum ist dein Spielzeug, o Allmächtiger. Ihm, dir, o Herr, wollen wir immerdar Verehrung erweisen.
Wort für Wort
gandharvāḥ ūcuḥ
die Gandharvas (Nom.Pl.) sprachen
aṁśa-aṁśāḥ te deva marīci-ādayaḥ ete
Teile von Teilen (Nom.Pl.) dir (Gen.), o Gott (Vok.), Marīci und andere (Nom.Pl.), diese (Nom.Pl.)
brahma-indra-ādyāḥ deva-gaṇāḥ rudra-purogāḥ
angeführt von Brahmā und Indra (Nom.Pl.), die Götterscharen (Nom.Pl.), mit Rudra an der Spitze (Nom.Pl.)
krīḍā-bhāṇḍam viśvam idam yasya vibhūman
Spielzeug (Nom.) [ist] dieses Universum (Nom.), dessen (Gen.), o Allmächtiger (Vok.)
tasmai nityam nātha namaḥ te karavāma
ihm (Dat.), immerdar, o Herr (Vok.), Verehrung (Akk.) dir (Dat.) wollen wir erweisen (1.Pl.Opt.)
Die Vidyādharas sprachen: Wer, durch deine Māyā diesen Körper erlangend, den Gedanken 'mein, ich' [in Bezug auf ihn] bildet und, ein Tor, durch seine eigenen Irrwege fortgerissen, nach vergänglichen Sinnesobjekten begierig ist - selbst er kann, wenn er den Nektar eurer [heiligen] Erzählungen genießt, die Verblendung des Selbst[begriffs] von sich abwerfen.
Wort für Wort
vidyādharāḥ ūcuḥ
die Vidyādharas (Nom.Pl.) sprachen
tvat-māyayā artham abhipadya kalevare asmin
durch deine Māyā (Instr.), das [körperliche] Vermögen (Akk.) erlangt habend (Absolutiv), in diesem Körper (Lok.)
kṛtvā mama aham iti durmatiḥ
gebildet habend (Absolutiv) [den Gedanken] 'mein, ich' - so der Tor (Nom.)
utpathaiḥ svaiḥ kṣiptaḥ api
durch seine eigenen (Instr.) Irrwege (Instr.) fortgerissen (Nom.), obwohl
asat-viṣaya-lālasaḥ ātma-moham
begierig nach vergänglichen Sinnesobjekten (Nom.), die Verblendung des Selbst[begriffs] (Akk.)
yuṣmat-kathā-amṛta-niṣevakaḥ ut-vyudasyet
wer den Nektar eurer Erzählungen genießt (Nom.), möge [sie] gänzlich abwerfen (3.Sg.Opt.)
brāhmaṇā ūcuḥ
tvaṁ kratus tvaṁ havis tvaṁ hutāśaḥ svayaṁ
tvaṁ hi mantraḥ samid-darbha-pātrāṇi ca
tvaṁ sadasyartvijo dampatī devatā
agnihotraṁ svadhā soma ājyaṁ paśuḥ
Die Brahmanen sprachen: Du bist der Opferritus, du die Opfergabe, du selbst das Opferfeuer, du gewiss der heilige Spruch, Brennholz, Kuśa-Gras und Gefäße; du bist die Versammlungsmitglieder und Priester, das [Opfer-]Paar, die Gottheit, das Feueropfer, die Ahnenspende, der Soma, das Ghee, das Opfertier.
Wort für Wort
brāhmaṇāḥ ūcuḥ
die Brahmanen (Nom.Pl.) sprachen
tvam kratuḥ tvam haviḥ tvam hutāśaḥ svayam
du (Nom.) der Opferritus (Nom.), du die Opfergabe (Nom.), du selbst das Opferfeuer (Nom.)
tvam hi mantraḥ samit-darbha-pātrāṇi ca
du gewiss der heilige Spruch (Nom.), Brennholz, Kuśa-Gras und Gefäße (Nom.Pl.) und
tvam sadasya-ṛtvijaḥ dam-patī devatā
du die Versammlungsmitglieder und Priester (Nom.Pl.), das [Opfer-]Paar (Nom.Dual), die Gottheit (Nom.)
agnihotram svadhā somaḥ ājyam paśuḥ
das Feueropfer (Nom.), die Ahnenspende (Nom.), der Soma (Nom.), das Ghee (Nom.), das Opfertier (Nom.)
Du hast einst als großer Eber, gepriesen von den Yogis, brüllend, die Erde mühelos mit deinem Stoßzahn aus den [Wasser-]Tiefen emporgehoben, wie ein Elefantenfürst einen Lotusteich, o du, dessen Leib die dreifache [Veda-]Wissenschaft ist, der du die Gestalt des Opfers [hast].
Wort für Wort
tvam purā gām rasāyāḥ mahā-sūkaraḥ
du (Nom.) einst (Adv.) die Erde (Akk.) aus den [Wasser-]Tiefen (Abl.), als großer Eber (Nom.)
daṁṣṭrayā padminīm vāraṇa-indraḥ yathā
mit dem Stoßzahn (Instr.) eine Lotusblüte/einen Lotusteich (Akk.), wie ein Elefantenfürst (Nom.)
stūyamānaḥ nadan līlayā yogibhiḥ
gepriesen werdend (Nom.), brüllend (Part.Präs.), mühelos (Instr.), von den Yogis (Instr.Pl.)
vyujjahartha trayī-gātra yajña-kratuḥ
hobst empor (2.Sg.Perf.), o du, dessen Leib die dreifache [Wissenschaft ist] (Vok.), der die Gestalt des Opfers hat (Nom.)
sa prasīda tvam asmākam ākāṅkṣatāṁ
darśanaṁ te paribhraṣṭa-sat-karmaṇām
kīrtyamāne nṛbhir nāmni yajñeśa te
yajña-vighnāḥ kṣayaṁ yānti tasmai namaḥ
So sei du gnädig uns, deren rechtes Handeln zunichte geworden ist, die [wir dennoch] deinen Anblick ersehnen. Wenn, o Herr des Opfers, dein Name von den Menschen gepriesen wird, gehen Opferhindernisse zugrunde; ihm sei Verehrung.
Wort für Wort
saḥ prasīda tvam asmākam ākāṅkṣatām
so sei du (Nom.) gnädig! (2.Sg.Imp.) unser (Gen.Pl.), die [wir] ersehnen (Gen.Pl.Part.Präs.)
darśanam te paribhraṣṭa-sat-karmaṇām
deinen Anblick (Akk.), deren rechtes Handeln zunichte gefallen ist (Gen.Pl.)
kīrtyamāne nṛbhiḥ nāmni yajña-īśa te
während gepriesen wird (Lok.Part.Präs.Pass.) von den Menschen (Instr.Pl.) der Name (Lok.), o Herr des Opfers (Vok.), dein (Gen.)
yajña-vighnāḥ kṣayam yānti tasmai namaḥ
die Opferhindernisse (Nom.Pl.) gehen zum Untergang (Akk.) [3.Pl.Präs.], ihm (Dat.) Verehrung (Nom.)
Maitreya sprach: So, o Guter, führte der weise Dakṣa, während Hṛṣīkeśa, der Erhalter des Opfers, gepriesen wurde, das von Rudra berührte [gestörte] Opfer zu Ende.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
iti dakṣaḥ kaviḥ yajñam
so (Adv.) Dakṣa (Nom.), der Weise (Nom.), das Opfer (Akk.)
bhadra rudra-abhimarśitam
o Guter (Vok.), von Rudra berührt/gestört (Akk.)
kīrtyamāne hṛṣīkeśe
während gepriesen wurde (Lok.Part.Präs.Pass.) Hṛṣīkeśa (Lok.)
sanninye yajña-bhāvane
führte er zu Ende (3.Sg.Perf.Med.), der Erhalter des Opfers (Lok.)
Der Erhabene, mit seinem eigenen Anteil [zufrieden], die Allseele, der Genießer aller [Opfer-]Anteile, wandte sich, o Sündloser, an Dakṣa und sprach, wie erfreut, zu ihm.
Wort für Wort
bhagavān svena bhāgena
der Erhabene (Nom.) mit seinem eigenen Anteil (Instr.)
sarva-ātmā sarva-bhāga-bhuk
die Allseele (Nom.), der Genießer aller Anteile (Nom.)
dakṣam babhāṣa ābhāṣya
zu Dakṣa (Akk.) sprach er (3.Sg.Perf.), angesprochen habend (Absolutiv)
śrī-bhagavān uvāca
ahaṁ brahmā ca śarvaś ca
jagataḥ kāraṇaṁ param
ātmeśvara upadraṣṭā
svayan-dṛg aviśeṣaṇaḥ
Der erhabene Herr sprach: Ich, Brahmā und Śarva [Śiva] - [wir sind] die höchste Ursache der Welt - als die Überseele, der Zeuge, der aus sich selbst Sehende, ohne Unterschied.
Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der erhabene Herr (Nom.) sprach
aham brahmā ca śarvaḥ ca
ich (Nom.), Brahmā (Nom.) und Śarva [Śiva] (Nom.) und
jagataḥ kāraṇam param
der Welt (Gen.) Ursache (Nom.), höchste (Nom.)
ātma-īśvaraḥ upadraṣṭā
die Überseele (Nom.), der Zeuge (Nom.)
svayam-dṛk aviśeṣaṇaḥ
der aus sich selbst Sehende (Nom.), ohne Unterschiedsmerkmal (Nom.)
Indem ich, eben ich, in meine eigene, aus den [drei] Erscheinungsweisen bestehende Māyā eingehe, o Zweifachgeborener, nehme ich, das Universum erschaffend, erhaltend und vernichtend, eine der jeweiligen Tätigkeit entsprechende Bezeichnung an.
Wort für Wort
ātma-māyām samāviśya
in die eigene Māyā (Akk.) eingegangen (Absolutiv)
saḥ aham guṇa-mayīm dvija
eben ich (Nom.), aus den Erscheinungsweisen bestehend (Akk.), o Zweifachgeborener (Vok.)
sṛjan rakṣan haran viśvam
erschaffend, erhaltend, vernichtend (Part.Präs.) das Universum (Akk.)
dadhre saṁjñām kriyā-ucitām
nehme ich an (1.Sg.Perf.Med.) eine Bezeichnung (Akk.), der Tätigkeit entsprechend (Akk.)
Wie ein Mensch unter seinen eigenen Gliedern - Kopf, Hand und so fort - niemals die Vorstellung von 'einem anderen zugehörig' hegt, so [tut es auch] mein Ergebener unter den [verschiedenen] Wesen.
Wort für Wort
yathā pumān na sva-aṅgeṣu
wie ein Mensch (Nom.) nicht unter seinen eigenen Gliedern (Lok.Pl.)
śiraḥ-pāṇi-ādiṣu kvacit
Kopf, Hand und so fort (Lok.Pl.), jemals
pārakya-buddhim kurute
die Vorstellung von 'einem anderen zugehörig' (Akk.) hegt (3.Sg.Präs.Med.)
evam bhūteṣu mat-paraḥ
so unter den Wesen (Lok.Pl.) mein Ergebener (Nom.)
Maitreya sprach: So vom Erhabenen unterwiesen, verehrte der Herr der Prajāpatis [Dakṣa], nachdem er Hari mit seinem eigenen Opferritus verehrt hatte, die Götter auf beiderlei Weise [zugleich].
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
evam bhagavatā ādiṣṭaḥ
so vom Erhabenen (Instr.) unterwiesen (Nom.)
prajāpati-patiḥ harim
der Herr der Prajāpatis (Nom.) Hari (Akk.)
arcitvā kratunā svena
verehrt habend (Absolutiv) mit seinem eigenen Opferritus (Instr.)
devān ubhayataḥ ayajat
die Götter (Akk.Pl.) auf beiderlei Weise (Adv.) verehrte er (3.Sg.Impf.)
rudraṁ ca svena bhāgena
hy upādhāvat samāhitaḥ
karmaṇodavasānena
somapān itarān api
udavasya sahartvigbhiḥ
sasnāv avabhṛthaṁ tataḥ
Und Rudra verehrte er gewiss mit seinem eigenen Anteil, gesammelten Geistes, durch den Abschlussritus, ebenso die übrigen somatrinkenden [Götter]; nachdem er die Abschlusshandlung vollzogen hatte, badete er danach zusammen mit den Priestern das Avabhṛtha-Reinigungsbad.
Wort für Wort
rudram ca svena bhāgena
und Rudra (Akk.) mit seinem eigenen Anteil (Instr.)
hi upādhāvat samāhitaḥ
gewiss verehrte er (3.Sg.Impf.), gesammelten Geistes (Nom.)
karmaṇā udavasānena
durch den Ritus (Instr.) der Beendigung[shandlung] (Instr.)
soma-pān itarān api
die Somatrinker (Akk.Pl.), die übrigen (Akk.Pl.), auch
udavasya saha-ṛtvigbhiḥ
die Abschlusshandlung vollzogen habend (Absolutiv), zusammen mit den Priestern (Instr.)
sasnau avabhṛtham tataḥ
er badete (3.Sg.Perf.) das Avabhṛtha-Bad (Akk.) danach
tasmā apy anubhāvena
svenaivāvāpta-rādhase
dharma eva matiṁ dattvā
tridaśās te divaṁ yayuḥ
Nachdem sie auch ihm, der durch seine eigene Macht Vollendung erlangt hatte, eine [nunmehr] eben auf Dharma [gerichtete] Gesinnung gegeben hatten, gingen jene Götter zum Himmel.
Wort für Wort
tasmai api anubhāvena
ihm (Dat.) auch durch [dessen] Macht/Wirken (Instr.)
svena eva avāpta-rādhase
durch sein eigenes (Instr.), dem, der Erfolg erlangt hatte (Dat.)
dharme eva matim dattvā
auf Dharma (Lok.) eben Gesinnung (Akk.) gegeben habend (Absolutiv)
tridaśāḥ te divam yayuḥ
die Götter (Nom.Pl.), jene, zum Himmel (Akk.) gingen sie (3.Pl.Perf.)
So, nachdem sie ihren früheren Körper aufgegeben hatte, wurde die Tochter Dakṣas, Satī, in Menā, der Gattin des Himavat, [wieder]geboren - so haben wir gehört.
Wort für Wort
evam dākṣāyaṇī hitvā
so die Tochter Dakṣas (Nom.), aufgegeben habend (Absolutiv)
satī pūrva-kalevaram
Satī (Nom.), ihren früheren Körper (Akk.)
jajñe himavataḥ kṣetre
wurde geboren (3.Sg.Perf.Med.) in der Gattin (Lok.) des Himavat (Gen.)
tam eva dayitaṁ bhūya
āvṛṅkte patim ambikā
ananya-bhāvaika-gatiṁ
śaktiḥ supteva pūruṣam
Eben ihn, den Geliebten, erwählt Ambikā wieder zum Gatten, dessen einziges Ziel unwandelbare Zuneigung ist - wie die [zuvor] schlummernde [weibliche] Kraft den [männlichen] Geist [wieder ergreift].
Wort für Wort
tam eva dayitam bhūyaḥ
eben ihn (Akk.), den Geliebten (Akk.), wieder
āvṛṅkte patim ambikā
erwählt (3.Sg.Präs.Med.) zum Gatten (Akk.) Ambikā (Nom.)
ananya-bhāva-eka-gatim
dessen einziges Ziel unwandelbare Zuneigung ist (Akk.)
śaktiḥ suptā iva pūruṣam
die [weibliche] Kraft (Nom.), wie [zuvor] schlummernd (Nom.), den [männlichen] Geist (Akk.)
Dieses höchst reine Wirken des Herrn - Ruhm bringend, Lebensdauer verleihend, die Flut der Sünden vernichtend - wer als Mensch es beständig anhört und nacherzählt, o Nachkomme der Kurus, tilgt aus hingebungsvoller Gesinnung [alle] Sünde.
Wort für Wort
idam pavitram param īśa-ceṣṭitam
dieses (Nom.) reine (Nom.), höchste (Nom.), Wirken des Herrn (Nom.)
yaśasyam āyuṣyam agha-ogha-marṣaṇam
Ruhm bringend (Nom.), Lebensdauer verleihend (Nom.), die Flut der Sünden vernichtend (Nom.)
yaḥ nityadā ākarṇya naraḥ anukīrtayet
wer (Nom.) beständig (Adv.) gehört habend (Absolutiv), ein Mensch (Nom.), möge nacherzählen (3.Sg.Opt.)
dhunoti agham kaurava bhakti-bhāvataḥ
er tilgt (3.Sg.Präs.) Sünde (Akk.), o Nachkomme der Kurus (Vok.), aus hingebungsvoller Gesinnung (Adv.)