Kapitel 7: aśvatthāmnaḥ brahmāstranivāraṇam
Vyāsas Komposition des Bhāgavata und die Bändigung von Aśvatthāmans Brahma-Waffe
Der Rahmenerzähler kehrt zur eigentlichen Handlung zurück: Vyāsa, nach Nāradas Ermahnung in Versenkung die vollkommene Person und ihre Māyā erschauend, verfasst die Bhāgavata-Saṃhitā und lehrt sie Śuka (V.1-12, darin die berühmten Verse über die grundlose Hingabe selbst der "in sich selbst ruhenden" Weisen, V.10). Es folgt die Erzählung von Aśvatthāmans nächtlichem Gemetzel an Draupadīs schlafenden Söhnen, seiner Flucht vor Arjuna, dem gegenseitigen Einsatz und - auf Kṛṣṇas Geheiß - der Zurücknahme zweier Brahma-Waffen, seiner Gefangennahme und Draupadīs mitleidsvollem Eintreten für sein Leben, sowie der abschließenden, von Kṛṣṇa vermittelten Kompromisslösung: Aśvatthāman wird nicht getötet, aber seines Stirnjuwels beraubt, geschoren und aus dem Lager verbannt.
{Śaunaka sprach:} Als Nārada fortgegangen war, o Sūta, was tat der erhabene Bādarāyaṇa [Vyāsa] daraufhin, nachdem er dessen Absicht vernommen hatte, o Mächtiger?
In jener seiner eigenen, mit einem Hain von Badarī-Bäumen geschmückten Einsiedelei setzte sich Vyāsa nieder, berührte [rituell] das Wasser und versenkte sein Denken von selbst in Sammlung.
Als sein Denken durch Bhaktiyoga vollkommen gesammelt und makellos geworden war, erblickte er die vollkommene Person (Puruṣa) und die Māyā, die auf jener beruht.
Durch die [Māyā] getäuscht, hält das individuelle Selbst (Jīva), obwohl jenseits [der Guṇas], sich selbst für aus den drei Guṇas bestehend und gerät dadurch in das von ihr bewirkte Übel.
Wort für Wort
yayā sammohito jīva
durch die [Māyā] getäuschte Jīva
ātmānaṃ triguṇātmakam
hält sich selbst für aus den drei Guṇas bestehend
paro 'pi manute 'narthaṃ
obwohl jenseits [der Guṇas], [hält er dies für] ein Übel
Da er, der Wissende, sah, dass die Welt den unmittelbar zur Beruhigung des Übels führenden Bhaktiyoga zu Adhokṣaja nicht kannte, verfasste er die Sātvata-Saṃhitā [das Bhāgavata].
Wort für Wort
anarthopaśamaṃ sākṣād
unmittelbar zur Beruhigung des Übels
bhaktiyogam adhokṣaje
den Bhaktiyoga zu Adhokṣaja
lokasyājānato vidvāṃś
da der Wissende sah, dass die Welt [ihn] nicht kannte
cakre sātvatasaṃhitām
verfasste er die Sātvata-Saṃhitā
[Anm.: Schlüsselvers, der den Zweck der Komposition des Bhāgavata-Purāṇa unmittelbar benennt.]
sa vai nivṛttinirataḥ sarvatropekṣako muniḥ / kasya vā bṛhatīm etām ātmārāmaḥ samabhyasat //
{Śaunaka sprach:} Er [Śuka], fürwahr der Weltentsagung ergeben, überall gleichgültig, ein in sich selbst Ruhender (Ātmārāma) - für wessen [Nutzen] studierte er dieses gewaltige [Werk]?
{Sūta sprach:} Auch die in sich selbst ruhenden Weisen, obgleich von [allen] Fesseln befreit, erweisen dem Weitschreitenden [Viṣṇu] grundlose Hingabe - so [beschaffen] sind die Eigenschaften Haris.
Wort für Wort
ātmārāmāś ca munayo
auch die in sich selbst ruhenden Weisen
nirgranthā apy urukrame
obgleich von Fesseln befreit, dem Weitschreitenden
kurvanty ahaitukīṃ bhaktim
erweisen sie grundlose Hingabe
ittham-bhūta-guṇo hariḥ
so beschaffen sind die Eigenschaften Haris
[Anm.: einer der berühmtesten Verse des Bhāgavata-Purāṇa zur Erklärung, warum selbst bereits befreite Weise wie Śuka sich der Bhakti zuwenden.]
Der erhabene Sohn des Bādarāyaṇa [Śuka], sein Denken von Haris Eigenschaften gefesselt, den Anhängern Viṣṇus lieb, studierte stets diese große Erzählung.
Nun werde ich die Geburt, die Taten und das Hinscheiden des königlichen Weisen Parīkṣit erzählen, sowie das Ende der Söhne des Pāṇḍu - den Anlass des Aufkommens der Kṛṣṇa-Erzählung.
Wort für Wort
parīkṣito 'tha rājarṣer
des königlichen Weisen Parīkṣit
janma-karma-vilāpanam
Geburt, Taten, Hinscheiden
saṃsthāṃ ca pāṇḍuputrāṇāṃ
und das Ende der Söhne des Pāṇḍu
vakṣye kṛṣṇakathodayam
werde ich erzählen - den Anlass der Kṛṣṇa-Erzählung
[Anm.: Übergangsvers, der den Inhalt der folgenden Kapitel (bis Skandha 1 Ende) ankündigt.]
Als in der Schlacht der Kauravas und Sṛñjayas die Helden zum Heldentod gegangen waren, und als der Sohn des Dhṛtarāṣṭra [Duryodhana], durch den Schlag von Vṛkodaras [Bhīmas] Keule an [seinem] Schenkelstab (Bein) gebrochen war...
bhartuḥ priyaṃ drauṇir iti sma paśyan kṛṣṇāsutānāṃ svapatāṃ śirāṃsi / upāharad vipriyam eva tasya jugupsitaṃ karma vigarhayanti //
...da, den [Anblick der] Häupter der schlafenden Söhne der Kṛṣṇā [Draupadī] als [vermeintlichen] Gefallen für seinen Herrn erachtend, brachte der Sohn des Droṇa [Aśvatthāman] ihm eben eine unliebsame [Gabe] dar - eine abscheuliche Tat, die [alle] verurteilen.
Wort für Wort
bhartuḥ priyaṃ drauṇir iti sma paśyan
meinend, seinem Herrn einen Gefallen zu tun, der Sohn des Droṇa
Die Mutter [Draupadī], vom schrecklichen Tod ihrer Söhne, der Kinder, vernehmend, in Schmerz versunken, weinte da, ihre Augen von Tränen umflort; sie tröstend, sprach der Diademträger [Arjuna].
Wort für Wort
mātā śiśūnāṃ nidhanaṃ sutānāṃ niśamya ghoraṃ
die Mutter, vom schrecklichen Tod ihrer Söhne, der Kinder, vernehmend
tadā śucas te pramṛjāmi bhadre yad brahmabandhoḥ śira ātatāyinaḥ / gāṇḍīvamuktair viśikhair upāhare tvākramya yat snāsyasi dagdhaputrā //
'Dann werde ich, meine Liebe, deinen Kummer trocknen, wenn ich mit den vom Gāṇḍīva abgeschossenen Pfeilen das Haupt dieses todeswürdigen Verräter-Brahmanen herbeibringe, [und] du, [darauf] tretend, dich [dann erst] baden wirst, du, deren Söhne verbrannt wurden.'
Wort für Wort
tadā śucas te pramṛjāmi bhadre
dann werde ich deinen Kummer trocknen, meine Liebe
yad brahmabandhoḥ śira ātatāyinaḥ
wenn ich das Haupt dieses todeswürdigen Verräter-Brahmanen
gāṇḍīvamuktair viśikhair upāhare
mit den vom Gāṇḍīva abgeschossenen Pfeilen herbeibringe
tvākramya yat snāsyasi dagdhaputrā
du, darauf tretend, [dann] baden wirst, du deren Söhne verbrannt wurden
So die Geliebte mit lieblichen, kunstvollen Worten getröstet habend, jagte er, gerüstet, mit schrecklichem Bogen, er mit dem Affen-Banner, dessen Wagenlenker der Vertraute des Unfehlbaren [Kṛṣṇa] ist, dem Sohn des Lehrers [Aśvatthāman] mit dem Wagen nach.
Wort für Wort
iti priyāṃ valgu-vicitra-jalpaiḥ
so die Geliebte mit lieblichen, kunstvollen Worten
sa sāntvayitvācyutamitrasūtaḥ
er getröstet habend, dessen Wagenlenker der Vertraute des Unfehlbaren ist
anvādravad daṃśita ugradhanvā
jagte er nach, gerüstet, mit schrecklichem Bogen
kapidhvajo guruputraṃ rathena
der mit dem Affen-Banner, dem Sohn des Lehrers, mit dem Wagen
tam āpatantaṃ sa vilakṣya dūrāt kumārahodvignamanā rathena / parādravat prāṇaparīpsurur vyāṃ yāvadgamaṃ rudrabhayād yathā kaḥ //
Diesen [Arjuna] von ferne herannahen sehend, floh er, der Kindermörder [Aśvatthāman], erschrockenen Sinnes, mit seinem Wagen, sein Leben zu retten begierig, über die Erde, so weit er konnte, wie irgendjemand aus Furcht vor Rudra.
Wort für Wort
tam āpatantaṃ sa vilakṣya dūrāt
diesen herannahen sehend von ferne
kumārahodvignamanā rathena
der Kindermörder, erschrockenen Sinnes, mit dem Wagen
parādravat prāṇaparīpsurur
floh er, sein Leben zu retten begierig
vyāṃ yāvadgamaṃ rudrabhayād yathā kaḥ
über die Erde, so weit er konnte, wie irgendjemand aus Furcht vor Rudra
Als er sich selbst schutzlos sah, [sein] Pferd erschöpft, dachte der Sohn eines Brahmanen [Aśvatthāman] an die Brahma-Kopf-Waffe als seinen Selbstschutz.
athopaspṛśya salilaṃ sandadhe tat samāhitaḥ / ajānann api saṃhāraṃ prāṇakṛcchra upasthite //
Da berührte er [rituell] das Wasser und legte, konzentriert, jene [Waffe] an, obwohl er, [selbst] die Zurücknahme nicht kennend, da seine Lebensgefahr bevorstand.
{Arjuna sprach:} 'Kṛṣṇa, Kṛṣṇa, du Starkarmiger, der du deinen Anhängern Furchtlosigkeit gewährst! Du allein bist die Erlösung derer, die im [Feuer des Daseins-]Kreislaufs verbrennen.'
'Du bist die ursprüngliche Person, unmittelbar der Herr, jenseits der Urnatur (Prakṛti); die Māyā durch [deine] Bewusstseinskraft von dir weisend, verharrst du in reiner Einheit in dir selbst.'
Wort für Wort
tvam ādyaḥ puruṣaḥ sākṣād īśvaraḥ
du bist die ursprüngliche Person, unmittelbar der Herr
sa eva jīvalokasya māyāmohitacetasaḥ / vidhatse svena vīryeṇa śreyo dharmādilakṣaṇam //
'Eben du bestimmst, für die von Māyā verblendeten Sinne der Lebewesen-Welt, durch deine eigene Kraft das Heilsame, gekennzeichnet durch Dharma und die anderen [Lebensziele].'
'So [geschieht] auch diese deine Herabkunft, um der Erde ihre Last fortzunehmen, und um deiner [Anhänger], die keine andere Zuflucht haben, wiederholtes Gedenken [an dich zu ermöglichen].'
{Śrī-Bhagavān sprach:} 'Weißt du, dies ist die Brahma-Waffe des Sohnes des Droṇa, die [nun] gezeigt wurde; er selbst kennt jedoch nicht deren Zurücknahme, da [seine eigene] Lebensgefahr bevorstand.'
na hy asyānyatamaṃ kiñcid astraṃ pratyavakarśanam / jahy astrateja unnaddham astrajño hy astratejasā //
'Denn es gibt keine andere Waffe, die diese abwehren könnte; lösche [du], der du die Waffen kennst, die aufgebäumte Waffenglut durch [die Kraft einer anderen] Waffenglut.'
Wort für Wort
na hy asyānyatamaṃ kiñcid
denn es gibt keine andere
astraṃ pratyavakarśanam
Waffe, die diese abwehren könnte
jahy astrateja unnaddham
lösche die aufgebäumte Waffenglut
astrajño hy astratejasā
der du die Waffen kennst, durch [andere] Waffenglut
{Sūta sprach:} Nachdem er dies vom Erhabenen vernommen hatte, berührte der Sohn der Phālgunī [Arjuna], der Vernichter feindlicher Helden, das Wasser, umschritt [die Waffe] und legte die Brahma-Waffe [dagegen] an.
Wort für Wort
śrutvā bhagavatā proktaṃ
nachdem er dies vom Erhabenen vernommen hatte
phālgunaḥ paravīrahā
der Sohn der Phālgunī, Vernichter feindlicher Helden
Nachdem sich die beiden, von Pfeilen umgebenen Glutmassen vereinigt hatten, wuchsen sie, Himmel, Erde und Luftraum umhüllend, an, gleich Sonne und Feuer.
Als sie den gewaltigen, die drei Welten verbrennenden Glanz der beiden Waffen sahen, hielten alle Geschöpfe, [selbst] verbrennend, dies für das Feuer der Weltauflösung (Sāṃvartaka).
Darauf ergriff er rasch den grausamen Sohn der Gautamī [Aśvatthāman] und band ihn, seine Augen kupferrot vor Zorn, mit einem Strick, wie man ein Tier bindet.
{Śrī-Bhagavān sprach (Fortsetzung):} 'Diesen sollst du nicht schonen, Sohn des Pṛthā; töte diesen Verräter-Brahmanen, der schuldlose, schlafende Kinder in der Nacht getötet hat.'
'Einen Berauschten, Unachtsamen, Wahnsinnigen, Schlafenden, ein Kind, eine Frau, einen Einfältigen, einen sich Ergebenden, einen Wagenlosen, einen Erschrockenen tötet der Dharmakundige nicht als Feind.'
Wort für Wort
mattaṃ pramattam unmattaṃ
einen Berauschten, Unachtsamen, Wahnsinnigen
suptaṃ bālaṃ striyaṃ jaḍam
einen Schlafenden, ein Kind, eine Frau, einen Einfältigen
'Wer, ohne Erbarmen und niederträchtig, sein eigenes Leben durch [die Vernichtung] fremden Lebens ernährt, dessen Tötung ist fürwahr sein Heil, da der Mensch durch dieses Vergehen [immer weiter] hinabsinkt.'
pratiśrutaṃ ca bhavatā pāñcālyai śṛṇvato mama / āhariṣye śiras tasya yas te mānini putrahā //
'Auch hast du selbst der Pāñcālī [Draupadī] versprochen, während ich zuhörte: Ich werde den Kopf dessen herbeibringen, der dir, du Stolze, die Söhne getötet hat.'
tad asau vadhyatāṃ pāpa ātatāyy ātmabandhuhā / bhartuś ca vipriyaṃ vīra kṛtavān kulapāṃsanaḥ //
'Darum soll jener Sündige getötet werden, der Angreifer, der Töter der eigenen Verwandten, der, o Held, seinem Herrn Unliebes getan hat, die Schande [seines] Geschlechts.'
{Sūta sprach:} So, von Kṛṣṇa, der [zugleich] den Dharma prüfte, angetrieben, wollte der Sohn des Pṛthā [Arjuna] dennoch nicht den Sohn des Lehrers töten, obwohl dieser Große selbst ein [Kinder-]Mörder war.
Darauf, zu seinem eigenen Lager zurückgekehrt, meldete der Wagenlenker, der Vertraute Govindas [Arjuna], dies seiner Geliebten [Draupadī], die um ihre getöteten Söhne trauerte.
Als sie jenen wie ein Tier Herbeigeführten sah, mit dem Strick gebunden, das Gesicht abgewandt vor seiner verabscheuungswürdigen Tat, den Sohn des Lehrers, von Kṛṣṇa gedemütigt, verneigte sich Kṛṣṇā [Draupadī] - von Natur aus liebevoll - dennoch aus Mitleid vor ihm.
Wort für Wort
tathāhṛtaṃ paśuvat pāśabaddham
so wie ein Tier herbeigeführt, mit dem Strick gebunden
avāṅmukhaṃ karmajugupsitena
das Gesicht abgewandt vor seiner verabscheuungswürdigen Tat
nirīkṣya kṛṣṇāpakṛtaṃ guroḥ sutaṃ
sah sie den Sohn des Lehrers, von Kṛṣṇa gedemütigt
vāmasvabhāvā kṛpayā nanāma ca
verneigte sie, von Natur liebevoll, sich dennoch aus Mitleid
Und die Tugendhafte [Draupadī], das Anführen [Aśvatthāmans] in Fesseln nicht ertragend, sprach: 'Man löse ihn, man löse ihn - dieser Brahmane ist doch unser höchster Lehrer.'
sarahasyo dhanurvedaḥ savisargopasaṃyamaḥ / astragrāmaś ca bhavatā śikṣito yad-anugrahāt //
'Das geheimnisreiche Bogenkriegs-Wissen, samt dessen Anwendung und Zurücknahme, sowie die ganze Waffenkunst wurde von euch durch seine [Droṇas] Gnade erlernt.'
'Eben dieser erhabene Droṇa lebt fort in Gestalt seines Nachkommens; sein halbes Selbst, die Gattin, lebt [noch]; sie, die Mutter eines Helden, Kṛpī, ist ihm [im Tod] nicht gefolgt.'
'Darum, o Kenner des Dharma, du Hochbeglückter, geziemt es sich für euch nicht, dass diese ehrwürdige, hochangesehene, stets zu verehrende Familie Elend erleide.'
'Möge seine Mutter, die Gautamī [Kṛpī], deren Gottheit ihr Gatte ist, nicht weinen, so wie ich, von Kindesverlust gequält, immer wieder mit tränenüberströmtem Gesicht weine.'
'Ein Brahmanengeschlecht, das von unbeherrschten Königen erzürnt wurde - [ein solches] Geschlecht verbrennt jene rasch, samt ihrem Gefolge, [selbst] von Kummer getroffen.'
{Sūta sprach:} O Brahmanen, der König, der Sohn des Dharma [Yudhiṣṭhira], hieß diese der Königin [Draupadī] gemäße, gerechte, mitleidvolle, aufrichtige, gleichmütige und erhabene Rede gut.
nakulaḥ sahadevaś ca yuyudhāno dhanañjayaḥ / bhagavān devakīputro ye cānye yāś ca yoṣitaḥ //
Nakula und Sahadeva, Yuyudhāna, Dhanañjaya [Arjuna], der erhabene Sohn der Devakī [Kṛṣṇa], und die anderen, die dort waren, sowie die Frauen [stimmten dem zu].
tatrāha amarṣito bhīmas tasya śreyān vadhaḥ smṛtaḥ / na bhartur nātmanaś cārthe yo 'han suptān śiśūn vṛthā //
Doch Bhīma sprach dort, unwillig: dessen Tötung sei das Bessere für ihn, [der] weder um des Herrn noch um seiner selbst willen grundlos schlafende Kinder getötet habe.
niśamya bhīmagaditaṃ draupadyāś ca caturbhujaḥ / ālokya vadanaṃ sakhyur idam āha hasann iva //
Nachdem er Bhīmas Rede und [den Gesichtsausdruck] der Draupadī vernommen hatte, blickte der Vierarmige [Kṛṣṇa] das Gesicht seines Freundes [Arjuna] an und sprach, wie lächelnd, Folgendes.
{Śrī-Bhagavān sprach:} 'Ein Verräter-Brahmane soll nicht getötet werden, [doch] ein todeswürdiger Angreifer ist zu töten; von mir selbst wurde beides überliefert - befolge [diese] Unterweisung.'
kuru pratiśrutaṃ satyaṃ yat tat sāntvayatā priyām / priyaṃ ca bhīmasenasya pāñcālyā mahyam eva ca //
'Erfülle das wahrhaftige Versprechen, das du der Geliebten zum Trost gegeben hast, und zugleich den Wunsch Bhīmasenas, der Pāñcālī, und auch meinen eigenen.'
Ihn, den vom Strick Gebundenen, dessen Glanz durch den Kindermord getrübt war, [nun] des Juwelenglanzes beraubt, entließ er, [von den Fesseln] befreit, aus dem Lager.
Kahlschur, Wegnahme des Besitzes, und ebenso Vertreibung vom [Wohn-]Ort - dies eben ist die 'Tötung' von Verräter-Brahmanen; eine andere, den Körper [betreffende], gibt es nicht.
Wort für Wort
vapanaṃ draviṇādānaṃ
Kahlschur, Wegnahme des Besitzes
sthānān niryāpaṇaṃ tathā
und ebenso Vertreibung vom Ort
eṣa hi brahmabandhūnāṃ vadho
dies eben ist die Tötung von Verräter-Brahmanen
nānyo 'sti daihikaḥ
eine andere, den Körper [betreffende], gibt es nicht