Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 155 Die Krise des Elefanten Gajendra

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śrī-śuka uvāca āsīd girivaro rājaṃs trikūṭa iti viśrutaḥ kṣīrodenāvṛtaḥ śrīmān yojanāyutamucchritaḥ

Śrī Śuka sprach: Es gab, o König, einen besten der Berge, bekannt als Trikūṭa, vom Milchozean umgeben, prächtig, zehntausend Yojana hoch aufragend.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
āsīt
war
girivaraḥ
der beste der Berge
rājan
o König
trikūṭaḥ
Trikūṭa
iti
so (genannt)
viśrutaḥ
wohlbekannt, berühmt
kṣīra-udena
vom Milchozean
āvṛtaḥ
umgeben
śrīmān
prächtig, glanzvoll
yojana-ayutam
zehntausend Yojana
ucchritaḥ
hochragend, erhaben

tāvatā vistṛtaḥ paryak tribhiḥ śṛṅgaiḥ payonidhim diśaḥ khaṃ rocayannāste raupyāyasahiraṇmayaiḥ

Ebenso weit ringsum bis in den Milchozean ausgedehnt, steht er da mit drei Gipfeln - aus Silber, Eisen und Gold - und erhellt die Himmelsrichtungen und den Luftraum.

Wort für Wort
tāvatā
ebenso weit
vistṛtaḥ
ausgedehnt
paryak
ringsum
tribhiḥ
mit drei
śṛṅgaiḥ
Gipfeln
payonidhim
in den Milchozean (hinein)
diśaḥ
die Himmelsrichtungen
kham
den Luftraum, Himmel
rocayan
erstrahlen lassend
āste
er weilt, steht
raupya-āyasa-hiraṇmayaiḥ
aus Silber, Eisen und Gold bestehend

[Anm.: 'payonidhim' als Akk. der Richtung/Ausdehnung ('bis in den Milchozean hinein') gedeutet, syntaktisch nicht völlig eindeutig.]

anyaiśca kakubhaḥ sarvā ratnadhātuvicitritaiḥ nānādrumalatāgulmairnirghoṣairnirjharāmbhasām

Und mit den übrigen Gipfeln, die alle Himmelsrichtungen bunt schmücken durch Edelsteine und Mineralien, [reich] an verschiedenartigen Bäumen, Schlingpflanzen und Sträuchern, [erfüllt] vom Rauschen der Wasserfallwasser.

Wort für Wort
anyaiḥ
mit anderen (Gipfeln)
ca
und
kakubhaḥ
die Himmelsrichtungen
sarvāḥ
alle
ratna-dhātu-vicitritaiḥ
durch Edelsteine und Mineralien bunt gemacht
nānā-druma-latā-gulmaiḥ
mit verschiedenartigen Bäumen, Schlingpflanzen und Sträuchern
nirghoṣaiḥ
mit dem Tosen, Rauschen
nirjhara-ambhasām
der Wasser der Wasserfälle

sa cāvanijyamānāṅghriḥ samantāt payaūrmibhiḥ karoti śyāmalāṃ bhūmiṃ harinmarakatāśmabhiḥ

Und er, dessen Fuß ringsum von den Wellen der Milch gewaschen wird, macht durch seine grünen Smaragdsteine den Boden dunkelgrün.

Wort für Wort
saḥ
er (der Berg)
ca
und
avanijyamāna-aṅghriḥ
dessen Fuß gewaschen wird
samantāt
ringsum
paya-ūrmibhiḥ
durch die Wellen der Milch
karoti
macht
śyāmalām
dunkelgrün
bhūmim
den Boden
harit
grün
marakata
Smaragd
aśmabhiḥ
durch die Steine

siddhacāraṇagandharvairvidyādharamahoragaiḥ kinnarairapsarobhiśca krīḍadbhirjuṣṭakandaraḥ

[Der Berg ist ein solcher,] dessen Höhlen von Siddhas, Cāraṇas, Gandharvas, Vidyādharas, großen Schlangenwesen sowie von dort spielenden Kinnaras und Apsaras besucht werden.

Wort für Wort
siddha
Siddhas
cāraṇa
Cāraṇas
gandharvaiḥ
Gandharvas
vidyādhara
Vidyādharas
mahā-uragaiḥ
großen Schlangenwesen
kinnaraiḥ
Kinnaras
apsarobhiḥ
Apsaras
ca
und
krīḍadbhiḥ
die spielen
juṣṭa-kandaraḥ
dessen Höhlen besucht sind

yatra saṅgītasannādairnadadguhamamarṣayā abhigarjanti harayaḥ ślāghinaḥ paraśaṅkayā

Wo, wegen des Widerhalls der Gesänge, stolze Löwen, im Argwohn auf einen rivalisierenden anderen, aus Unmut zurückbrüllen, sodass die Höhle ertönt.

Wort für Wort
yatra
wo
saṅgīta-sannādaiḥ
durch die Klänge des Gesangs
nadat-guham
die widerhallende Höhle (machend)
amarṣayā
aus Unmut
abhigarjanti
sie brüllen zurück, entgegen
harayaḥ
die Löwen
ślāghinaḥ
stolze
paraśaṅkayā
im Argwohn auf einen anderen (Rivalen)

nānāraṇyapaśuvrāta saṅkuladroṇyalaṅkṛtaḥ citradrumasurodyāna kalakaṇṭhavihaṅgamaḥ

[Der Berg ist] geschmückt mit Bergtälern, die von Scharen verschiedenartiger Waldtiere überfüllt sind, und mit Göttergärten voll bunter Bäume, belebt von süßstimmigen Vögeln.

Wort für Wort
nānā-araṇya-paśu-vrāta
durch Scharen verschiedenartiger Waldtiere
saṅkula
dicht bevölkert, überfüllt
droṇi
Bergtal
alaṅkṛtaḥ
geschmückt
citra-druma
bunte Bäume
sura-udyāna
Göttergärten
kalakaṇṭha
süßstimmig
vihaṅgamaḥ
Vögel

saritsarobhiracchodaiḥ pulinairmaṇivālukaiḥ devastrīmajjanāmoda saurabhāmbvanilairyutaḥ

[Der Berg ist] versehen mit Flüssen und Seen von klarem Wasser, mit Sandufern aus juwelenartigem Sand, mit duftenden Wassern und Winden, erfüllt vom Wohlgeruch des Badens der Götterfrauen.

Wort für Wort
sarit-sarobhiḥ
mit Flüssen und Seen
accha-udaiḥ
mit klarem Wasser
pulinaiḥ
mit Sandufern
maṇi-vālukaiḥ
mit juwelenartigem Sand
deva-strī-majjana-āmoda
Wohlgeruch vom Baden der Götterfrauen
saurabha
duftend
ambu
Wasser
anilaiḥ
Winde
yutaḥ
versehen mit, ausgestattet

tasya droṇyāṃ bhagavato varuṇasya mahātmanaḥ udyānamṛtuman nāma ākrīḍaṃ surayoṣitām

In dessen Bergtal befindet sich der Garten des erhabenen, großmütigen Varuṇa, namens Ṛtumat, ein Lustort der Götterfrauen.

Wort für Wort
tasya
dessen (des Berges)
droṇyām
im Bergtal
bhagavataḥ
des erhabenen
varuṇasya
Varuṇas
mahātmanaḥ
des großmütigen, hochseeligen
udyānam
der Garten
ṛtumat nāma
namens Ṛtumat
ākrīḍam
Lustort, Spielplatz
sura-yoṣitām
der Götterfrauen

sarvato 'laṅkṛtaṃ divyairnityapuṣpaphaladrumaiḥ mandāraiḥ pārijātaiśca pāṭalāśokacampakaiḥ

Der Garten ist überall geschmückt mit göttlichen, immer blühenden und fruchttragenden Bäumen - mit Mandāras, Pārijātas, sowie Pāṭalas, Aśokas und Campakas.

Wort für Wort
sarvataḥ
überall
alaṅkṛtam
geschmückt
divyaiḥ
mit göttlichen
nitya-puṣpa-phala-drumaiḥ
mit stets blühenden und fruchttragenden Bäumen
mandāraiḥ
mit Mandāra-Bäumen
pārijātaiḥ
mit Pārijāta-Bäumen
ca
und
pāṭala
Pāṭala
aśoka
Aśoka
campakaiḥ
Campaka-Bäumen

cūtaiḥ piyālaiḥ panasairāmrairāmrātakairapi kramukairnārikelaiśca kharjūrairbījapūrakaiḥ

mit Cūta-, Piyāla-, Jackfrucht-, Mango- und auch Āmrātaka-Bäumen, mit Betelnusspalmen, Kokospalmen, Dattelpalmen und Zitronenbäumen.

Wort für Wort
cūtaiḥ
mit Cūta-Bäumen (Mango-Art)
piyālaiḥ
mit Piyāla-Bäumen
panasaiḥ
mit Jackfruchtbäumen
āmraiḥ
mit Mangobäumen
āmrātakaiḥ
mit Āmrātaka-Bäumen
api
auch
kramukaiḥ
mit Betelnusspalmen
nārikelaiḥ
mit Kokospalmen
ca
und
kharjūraiḥ
mit Dattelpalmen
bījapūrakaiḥ
mit Zitronenbäumen

madhukaiḥ śālatālaiśca tamālairasanārjunaiḥ ariṣṭoḍumbaraplakṣairvaṭaiḥ kiṃśukacandanaiḥ

mit Madhuka-, Śāla- und Palmyrabäumen, mit Tamāla-, Asana- und Arjunabäumen, mit Ariṣṭa-, Uḍumbara- und Plakṣa(Feigen)bäumen, mit Banyanbäumen, Kiṃśuka- und Sandelbäumen.

Wort für Wort
madhukaiḥ
mit Madhuka-Bäumen
śāla-tālaiḥ
mit Śāla- und Palmyrabäumen
ca
und
tamālaiḥ
mit Tamāla-Bäumen
asana-arjunaiḥ
mit Asana- und Arjunabäumen
ariṣṭa-uḍumbara-plakṣaiḥ
mit Ariṣṭa-, Uḍumbara- und Plakṣabäumen
vaṭaiḥ
mit Banyanbäumen
kiṃśuka-candanaiḥ
mit Kiṃśuka- und Sandelbäumen

picumardaiḥ kovidāraiḥ saralaiḥ suradārubhiḥ drākṣekṣurambhājambubhirbadaryakṣābhayāmalaiḥ

mit Niembäumen, Kovidāras, Kiefern, Zedern, mit Weinreben, Zuckerrohr, Bananen und Jambubäumen, mit Jujube-, Akṣa-, Abhaya- und Amla-Bäumen.

Wort für Wort
picumardaiḥ
mit Niembäumen
kovidāraiḥ
mit Kovidāra-Bäumen
saralaiḥ
mit Kiefern
suradārubhiḥ
mit Zedern (Devadāru)
drākṣā
Weinreben
ikṣu
Zuckerrohr
rambhā
Bananenstauden
jambubhiḥ
Jambu(Rosenapfel)-Bäume
badari
Jujube
akṣa
Akṣa-Baum
abhaya
Abhaya(-Myrobalan)
āmalaiḥ
Āmalaka(Amla)-Bäume

bilvaiḥ kapitthairjambīrairvṛto bhallātakādibhiḥ tasmin saraḥ suvipulaṃ lasatkāñcanapaṅkajam

umgeben von Bilva-, Kapittha- und Jambīra-Bäumen sowie Bhallātaka und anderen - in diesem Garten liegt ein sehr ausgedehnter See mit glänzenden goldenen Lotusblüten.

Wort für Wort
bilvaiḥ
mit Bilvabäumen
kapitthaiḥ
mit Kapitthabäumen
jambīraiḥ
mit Jambīra(Zitronen)bäumen
vṛtaḥ
umgeben
bhallātaka-ādibhiḥ
mit Bhallātaka und anderen
tasmin
in diesem
saraḥ
ein See
suvipulam
sehr ausgedehnt
lasat-kāñcana-paṅkajam
mit glänzenden goldenen Lotusblüten

kumudotpalakahlāra śatapatraśriyorjitam mattaṣaṭpadanirghuṣṭaṃ śakuntaiśca kalasvanaiḥ

Der See ist reich an der Pracht von Kumuda-, Utpala- und Kahlāra-Lotusblüten sowie der hundertblättrigen Lotusblume, widerhallend vom Summen berauschter Bienen und von Vögeln mit lieblichen Stimmen.

Wort für Wort
kumuda-utpala-kahlāra
Kumuda-, Utpala- und Kahlāra-Lotus
śatapatra-śriyā
mit der Pracht der hundertblättrigen (Lotusblume)
ūrjitam
reich versehen, gestärkt
matta-ṣaṭpada-nirghuṣṭam
widerhallend vom Summen berauschter Bienen
śakuntaiḥ
von Vögeln
ca
und
kalasvanaiḥ
mit lieblichen Stimmen

haṃsakāraṇḍavākīrṇaṃ cakrāhvaiḥ sārasairapi jalakukkuṭakoyaṣṭi dātyūhakulakūjitam

Der See ist übersät mit Schwänen und Kāraṇḍava-Enten, auch mit Cakravāka-Enten und Kranichen, erfüllt vom Rufen der Scharen von Wasserhühnern, Koyaṣṭi-Vögeln und Dātyūhas.

Wort für Wort
haṃsa-kāraṇḍava-ākīrṇam
übersät mit Schwänen und Kāraṇḍava-Enten
cakrāhvaiḥ
mit Cakravāka(Brahmani-)Enten
sārasaiḥ
mit Kranichen
api
auch
jala-kukkuṭa
Wasserhühner
koyaṣṭi
Koyaṣṭi-Vögel
dātyūha-kula
Scharen von Dātyūha(Wasserhühnern)
kūjitam
erfüllt vom Rufen

matsyakacchapasañcāra calatpadmarajaḥpayaḥ kadambavetasanala nīpavañjulakairvṛtam

dessen Wasser durch das Umherziehen von Fischen und Schildkröten vom aufgewirbelten Lotusstaub bewegt wird, umgeben von Kadamba-Bäumen, Rohr, Schilf, Nīpa- und Vañjulaka-Bäumen.

Wort für Wort
matsya-kacchapa-sañcāra
durch das Umherziehen von Fischen und Schildkröten
calat-padma-rajaḥ-payaḥ
dessen Wasser vom aufgewirbelten Lotusstaub bewegt ist
kadamba-vetasa-nala
mit Kadambabäumen, Rohr und Schilf
nīpa-vañjulakaiḥ
mit Nīpa- und Vañjulakabäumen
vṛtam
umgeben

kundaiḥ kurubakāśokaiḥ śirīṣaiḥ kūṭajeṅgudaiḥ kubjakaiḥ svarṇayūthībhirnāgapunnāgajātibhiḥ

mit Kunda-Jasmin, Kurubaka- und Aśoka-Bäumen, mit Śirīṣa-, Kūṭaja- und Iṅguda-Bäumen, mit Kubjaka-Jasmin, goldenem Yūthī-Jasmin, Nāga-, Punnāga- und Jāti-Jasmin.

Wort für Wort
kundaiḥ
mit Kunda(Jasmin)-Sträuchern
kurubaka-aśokaiḥ
mit Kurubaka- und Aśokabäumen
śirīṣaiḥ
mit Śirīṣabäumen
kūṭaja-iṅgudaiḥ
mit Kūṭaja- und Iṅgudabäumen
kubjakaiḥ
mit Kubjaka(Strauchjasmin)
svarṇayūthībhiḥ
mit goldenem Yūthī-Jasmin
nāga-punnāga-jātibhiḥ
mit Nāga-, Punnāga- und Jāti(Jasmin)blüten

mallikāśatapatraiśca mādhavījālakādibhiḥ śobhitaṃ tīrajaiścānyairnityartubhiralaṃ drumaiḥ

Und geschmückt mit Mallikā- und Śatapatra-Blüten, mit Mādhavī, Jālaka und anderen, sowie mit anderen, am Ufer wachsenden Bäumen, die reichlich zu jeder Jahreszeit blühen.

Wort für Wort
mallikā-śatapatraiḥ
mit Mallikā(Jasmin)- und Śatapatra(hundertblättrigen Lotus)
ca
und
mādhavī-jālaka-ādibhiḥ
mit Mādhavī, Jālaka und anderen
śobhitam
geschmückt
tīra-jaiḥ
mit ufernwachsenden
ca
und
anyaiḥ
mit anderen
nitya-ṛtubhiḥ
zu jeder Jahreszeit
alam
reichlich, genug
drumaiḥ
mit Bäumen

tatraikadā tadgirikānanāśrayaḥ kareṇubhirvāraṇayūthapaścaran sakaṇṭakaṃ kīcakaveṇuvetravad viśālagulmaṃ prarujan vanaspatīn

Dort, einst, wandelte der in jenem Berg-Wald hausende Leitbulle einer Elefantenherde mit seinen Elefantenkühen umher, das dornenbewehrte, dichte Gebüsch von Bambus, Rohr und Rattan sowie andere Bäume zerbrechend.

Wort für Wort
tatra
dort
ekadā
einst
tat-giri-kānana-āśrayaḥ
der in jenem Bergwald wohnende
kareṇubhiḥ
mit den Elefantenkühen
vāraṇa-yūtha-paḥ
der Leitbulle der Elefantenherde
caran
umherwandernd
sakaṇṭakam
dornenbewehrt
kīcaka-veṇu-vetra-vat
wie Bambus, Rohr und Rattan
viśāla-gulmam
dichtes Gebüsch
prarujan
zerbrechend
vanaspatīn
die Bäume

yadgandhamātrāddharayo gajendrā vyāghrādayo vyālamṛgāḥ sakhaḍgāḥ mahoragāścāpi bhayāddravanti sagaurakṛṣṇāḥ sarabhāścamaryaḥ

Vor dessen bloßem Geruch schon fliehen aus Furcht Löwen, Elefantenfürsten, Tiger und andere reißende wilde Tiere, samt Nashörnern, auch große Schlangen, gelblich-weiße und schwarze Śarabhas und Yak-Kühe.

Wort für Wort
yat-gandha-mātrāt
vor dessen bloßem Geruch
harayaḥ
Löwen
gajendrāḥ
Elefantenfürsten
vyāghra-ādayaḥ
Tiger und andere
vyāla-mṛgāḥ
reißende, wilde Tiere
sa-khaḍgāḥ
samt Nashörnern
mahā-uragāḥ
große Schlangen
ca api
und auch
bhayāt
aus Furcht
dravanti
fliehen
sa-gaura-kṛṣṇāḥ
gelblich-weiß und schwarz
sarabhāḥ
Śarabhas (Fabelwesen)
camaryaḥ
Yak-Kühe

vṛkā varāhā mahiṣarkṣaśalyā gopucchaśālāvṛkamarkaṭāśca anyatra kṣudrā hariṇāḥ śaśādayaś caranty abhītā yadanugraheṇa

Wölfe, Wildschweine, Büffel, Bären, Stachelschweine, Gopuccha-Tiere, Wildhunde und Affen [fliehen ebenso]; anderswo aber weiden furchtlos, durch dessen Gnade, kleine Rehe, Hasen und andere.

Wort für Wort
vṛkāḥ
Wölfe
varāhāḥ
Wildschweine
mahiṣa-ṛkṣa-śalyāḥ
Büffel, Bären, Stachelschweine
gopuccha-śālāvṛka-markaṭāḥ
Gopuccha-Tiere, Wildhunde, Affen
ca
und
anyatra
anderswo
kṣudrāḥ
die kleinen
hariṇāḥ
Rehe
śaśa-ādayaḥ
Hasen und andere
caranti
weiden, wandeln
abhītāḥ
furchtlos
yat-anugraheṇa
durch dessen Gnade

[Anm.: 'gopuccha' wörtlich 'kuhschwänzig' - Bezeichnung für ein Tier mit kuhartigem Schwanz (evtl. eine Yak- oder Wildrinderart); genaue Art unsicher [?].]

sa gharmataptaḥ karibhiḥ kareṇubhir vṛto madacyutkarabhairanudrutaḥ giriṃ garimṇā paritaḥ prakampayan niṣevyamāṇo 'likulairmadāśanaiḥ

Erhitzt von der Sommerglut, umgeben von Elefantenbullen und -kühen, gefolgt von den brunftsaft-tropfenden Jungelefanten, den Berg ringsum durch sein Gewicht erschütternd, umworben von Bienenscharen, die den Brunftsaft trinken.

Wort für Wort
saḥ
er
gharma-taptaḥ
erhitzt von der Sommerglut
karibhiḥ
von Elefantenbullen
kareṇubhiḥ
von Elefantenkühen
vṛtaḥ
umgeben
mada-cyut-karabhaiḥ
von brunftsafttropfenden Jungelefanten
anudrutaḥ
gefolgt
girim
den Berg
garimṇā
durch sein Gewicht
paritaḥ
ringsum
prakampayan
erschütternd
niṣevyamāṇaḥ
umworben
ali-kulaiḥ
von Bienenscharen
mada-aśanaiḥ
die den Brunftsaft trinken

saro 'nilaṃ paṅkajareṇurūṣitaṃ jighran vidūrān madavihvalekṣaṇaḥ vṛtaḥ svayūthena tṛṣārditena tat sarovarābhyāsamathāgamaddrutam

Als er von ferne den mit Lotusblütenstaub durchtränkten Wind vom See her roch, mit vor Brunft verwirrten Augen, kam er, umgeben von seiner eigenen, vom Durst gequälten Herde, eilig zu jener Seenähe.

Wort für Wort
saraḥ-anilam
den Wind vom See
paṅkaja-reṇu-rūṣitam
durchtränkt mit Lotusstaub
jighran
riechend
vidūrāt
von ferne
mada-vihvala-īkṣaṇaḥ
mit brunfttrüben Augen
vṛtaḥ
umgeben
sva-yūthena
von seiner eigenen Herde
tṛṣā-arditena
die vom Durst gequält ist
tat-sarovara-abhyāsam
zur Nähe jenes Sees
atha
dann
āgamat
kam er
drutam
eilig

vigāhya tasminnamṛtāmbu nirmalaṃ hemāravindotpalareṇurūṣitam papau nikāmaṃ nijapuṣkaroddhṛtam ātmānamadbhiḥ snapayan gataklamaḥ

In jenen See eintauchend, trank er nach Herzenslust das reine, nektargleiche, mit dem Blütenstaub goldener Lotusse und Blaulotusse durchtränkte Wasser, mit dem eigenen Rüssel geschöpft, und badete sich selbst darin, wobei seine Erschöpfung wich.

Wort für Wort
vigāhya
eintauchend
tasmin
in jenem
amṛta-ambu
das nektargleiche Wasser
nirmalam
rein
hema-aravinda-utpala-reṇu-rūṣitam
durchtränkt mit dem Staub goldener Lotusse und Blaulotusse
papau
er trank
nikāmam
nach Herzenslust
nija-puṣkara-uddhṛtam
mit dem eigenen Rüssel geschöpft
ātmānam
sich selbst
adbhiḥ
mit dem Wasser
snapayan
badend
gata-klamaḥ
der Erschöpfung ledig

sa puṣkareṇoddhṛtaśīkarāmbubhir nipāyayan saṃsnapayan yathā gṛhī ghṛṇī kareṇuḥ karabhāṃśca durmado nācaṣṭa kṛcchraṃ kṛpaṇo 'jamāyayā

Er, mit dem vom Rüssel emporgehobenen, versprühten Wasser die Elefantenkühe und Jungelefanten wie ein liebevoller Hausvater tränkend und besprengend, ganz von Brunft berauscht, bemerkte - der Bedauernswerte, durch die Māyā des Ungeborenen getäuscht - die drohende Not nicht.

Wort für Wort
saḥ
er
puṣkareṇa
mit dem Rüssel
uddhṛta-śīkara-ambubhiḥ
mit dem emporgehobenen, versprühten Wasser
nipāyayan
zu trinken gebend
saṃsnapayan
badend, besprengend
yathā gṛhī
wie ein Hausvater
ghṛṇī
liebevoll, mitleidig
kareṇuḥ
die Elefantenkühe
karabhān
die Jungelefanten
ca
und
durmadaḥ
stark berauscht (von Brunft)
na ācaṣṭa
er bemerkte nicht
kṛcchram
die Gefahr, Not
kṛpaṇaḥ
der Bedauernswerte
aja-māyayā
durch die Māyā des Ungeborenen

taṃ tatra kaścin nṛpa daivacodito grāho balīyāṃścaraṇe ruṣāgrahīt yadṛcchayaivaṃ vyasanaṃ gato gajo yathābalaṃ so 'tibalo vicakrame

Dort, o König, packte ihn ein gewisses, vom Schicksal getriebenes, überaus starkes Krokodil wütend am Fuß. Der Elefant, so durch Zufall in dieses Unglück geraten, der überaus Kraftvolle, kämpfte nach seinem Vermögen.

Wort für Wort
tam
ihn
tatra
dort
kaścit
irgendein
nṛpa
o König
daiva-coditaḥ
vom Schicksal getrieben
grāhaḥ
ein Krokodil
balīyān
sehr stark
caraṇe
am Fuß
ruṣā
mit Wut
agrahīt
packte
yadṛcchayā
durch Zufall
evam
so
vyasanam
Unglück
gataḥ
geraten
gajaḥ
der Elefant
yathābalam
nach seiner Kraft
saḥ
er
atibalaḥ
der überaus Starke
vicakrame
kämpfte, mühte sich

tathāturaṃ yūthapatiṃ kareṇavo vikṛṣyamāṇaṃ tarasā balīyasā vicukruśurdīnadhiyo 'pare gajāḥ pārṣṇigrahāstārayituṃ na cāśakan

So schrien die Elefantenkühe laut auf, als der Herr der Herde, gequält, mit überwältigender Kraft ins Wasser gezogen wurde; die übrigen Elefanten, kleinmütig, packten ihn am Hinterteil, vermochten ihn aber nicht zu retten.

Wort für Wort
tathā
so
āturam
gequält, leidend
yūthapatim
den Herrn der Herde
kareṇavaḥ
die Elefantenkühe
vikṛṣyamāṇam
der gezogen wurde
tarasā balīyasā
mit überwältigender Kraft
vicukruśuḥ
sie schrien
dīna-dhiyaḥ
kleinmütig
apare gajāḥ
die übrigen Elefanten
pārṣṇi-grahāḥ
die am Hinterteil packten
tārayitum
zu retten
na ca aśakan
vermochten aber nicht

niyudhyatorevamibhendranakrayor vikarṣatorantarato bahirmithaḥ samāḥ sahasraṃ vyagaman mahīpate saprāṇayościtramamaṃsatāmarāḥ

So vergingen, während die beiden - Elefantenfürst und Krokodil - miteinander kämpften und sich wechselseitig hinein und heraus zerrten, tausend Jahre, o Herrscher der Erde; und die Götter hielten es für erstaunlich, dass beide noch am Leben waren.

Wort für Wort
niyudhyatoḥ
der beiden kämpfenden
evam
so
ibha-indra-nakrayoḥ
des Elefantenfürsten und des Krokodils
vikarṣatoḥ
der beiden ziehenden
antarataḥ
hinein
bahiḥ
heraus
mithaḥ
wechselseitig
samāḥ sahasram
tausend Jahre
vyagaman
vergingen
mahīpate
o Herrscher der Erde
sa-prāṇayoḥ
der beiden lebenden
citram
erstaunlich
amaṃsata
hielten es für
amarāḥ
die Götter

tato gajendrasya manobalaujasāṃ kālena dīrgheṇa mahān abhūdvyayaḥ vikṛṣyamāṇasya jale 'vasīdato viparyayo 'bhūt sakalaṃ jalaukasaḥ

Danach entstand durch die lange Zeit ein großer Schwund an Geisteskraft, Körperkraft und Vitalität des Elefantenfürsten, der immer wieder ins Wasser gezogen wurde und dort erschöpft zusammensank; beim Wasserbewohner hingegen kehrte sich alles vollständig um.

Wort für Wort
tataḥ
dann
gajendrasya
des Elefantenfürsten
manaḥ-bala-ojasām
von Geisteskraft, Kraft und Vitalität
kālena dīrgheṇa
durch die lange Zeit
mahān
groß
abhūt
entstand
vyayaḥ
Schwund, Verlust
vikṛṣyamāṇasya
der gezogen wurde
jale
im Wasser
avasīdataḥ
der zusammensank, erschöpfte
viparyayaḥ
Umkehrung
abhūt
geschah
sakalam
vollständig
jala-okasaḥ
beim Wasserbewohner (Krokodil)

itthaṃ gajendraḥ sa yadāpa saṅkaṭaṃ prāṇasya dehī vivaśo yadṛcchayā apārayannātmavimokṣaṇe ciraṃ dadhyāvimāṃ buddhimathābhyapadyata

Als der Elefantenfürst so, hilflos durch Zufall in diese Lebensgefahr geraten, das verkörperte Wesen, lange Zeit nachsann, unfähig sich selbst zu befreien, da kam er zu folgendem Entschluss.

Wort für Wort
ittham
so
gajendraḥ
der Elefantenfürst
saḥ
er
yadā
als
āpa
geriet in
saṅkaṭam
Gefahr, Bedrängnis
prāṇasya
des Lebens
dehī
das verkörperte Wesen
vivaśaḥ
hilflos
yadṛcchayā
durch Zufall
apārayan
unfähig
ātma-vimokṣaṇe
zur eigenen Befreiung
ciram
lange
dadhyau
er sann nach
imām buddhim
diesen Entschluss
atha
dann
abhyapadyata
erlangte er, kam zu

na māmime jñātaya āturaṃ gajāḥ kutaḥ kariṇyaḥ prabhavanti mocitum grāheṇa pāśena vidhāturāvṛto 'py ahaṃ ca taṃ yāmi paraṃ parāyaṇam

Diese meine Verwandten, die Elefanten, vermögen mich, den Leidenden, nicht zu befreien - geschweige denn die Elefantenkühe. Von der Fessel des Krokodils, von der Vorsehung umschlungen, will ich dennoch zu jener höchsten Zuflucht gehen.

Wort für Wort
na
nicht
mām
mich
ime
diese
jñātayaḥ
Verwandten
āturam
den Leidenden
gajāḥ
die Elefanten
kutaḥ
wie erst recht nicht
kariṇyaḥ
die Elefantenkühe
prabhavanti
vermögen
mocitum
zu befreien
grāheṇa pāśena
durch die Fessel des Krokodils
vidhātuḥ
der Vorsehung
āvṛtaḥ
umschlungen, gebunden
api
obwohl
aham
ich
ca
und, so
tam
zu jenem
yāmi
gehe ich
param parāyaṇam
der höchsten Zuflucht

yaḥ kaścaneśo balino 'ntakoragāt pracaṇḍavegādabhidhāvato bhṛśam bhītaṃ prapannaṃ paripāti yadbhayān mṛtyuḥ pradhāvaty araṇaṃ tamīmahi

Welcher Herr auch immer es sei, der den Verängstigten, sich Ergebenden vor der mächtigen Todesschlange beschützt, die mit gewaltiger Geschwindigkeit heftig heranstürzt, vor dessen Furcht selbst der Tod davonflieht - jenen Retter wollen wir aufsuchen.

Wort für Wort
yaḥ
welcher
kaścana
irgendein
īśaḥ
Herr
balinaḥ
des mächtigen
antaka-uragāt
vor der Todesschlange
pracaṇḍa-vegāt
die mit gewaltiger Geschwindigkeit
abhidhāvataḥ
heranstürzt
bhṛśam
heftig
bhītam
den Verängstigten
prapannam
den sich Ergebenden
paripāti
beschützt
yat-bhayāt
aus Furcht vor dem
mṛtyuḥ
der Tod
pradhāvati
davonflieht
araṇam
den Retter
tam
jenen
īmahi
wir wollen aufsuchen

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