Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 191: purūravā-urvaśī-mohanam König Purūravā, von Urvaśī bezaubert

Sanskrit-Text und Verszählung nach GRETIL (bhp_09u.htm), da vedabase.io ab Vers 2 durch Ratenbegrenzung (HTTP 429) blockiert war. Übersetzung und Wort-für-Wort-Glossen eigenständig aus dem Sanskrit erarbeitet.

śrī-śuka uvāca athātaḥ śrūyatāṁ rājan vaṁśaḥ somasya pāvanaḥ yasminn ailādayo bhūpāḥ kīrtyante puṇya-kīrtayaḥ

Śrī Śuka sprach: Nun höre, o König, von der reinigenden Dynastie des Mondgottes Soma, in der Könige wie Aila (Purūravā) und andere gepriesen werden, deren Ruhm heilig ist.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
atha ataḥ
nun, sodann
śrūyatām
es werde gehört
rājan
o König
vaṁśaḥ somasya
die Dynastie des Soma (Mondgottes)
pāvanaḥ
reinigend
yasmin
in welcher
aila-ādayaḥ bhūpāḥ
Aila (Purūravā) und andere Könige
kīrtyante
werden gepriesen
puṇya-kīrtayaḥ
von heiligem Ruhm

sahasra-śirasaḥ puṁso nābhi-hrada-saroruhāt jātasyāsīt suto dhātur atriḥ pitṛ-samo guṇaiḥ

Aus dem Lotus im Nabelsee des tausendköpfigen Puruṣa wurde [Brahmā] geboren; dessen Sohn war Atri, der an Eigenschaften seinem Vater gleich war.

Wort für Wort
sahasra-śirasaḥ puṁsaḥ
des tausendköpfigen Puruṣa (Höchsten Person)
nābhi-hrada-saroruhāt
aus dem Lotus im Nabelsee
jātasya
des Geborenen (Brahmās)
āsīt sutaḥ
es gab einen Sohn
dhātuḥ
des Schöpfers (Brahmā)
atriḥ
Atri
pitṛ-samaḥ guṇaiḥ
seinem Vater gleich an Eigenschaften

tasya dṛgbhyo 'bhavat putraḥ somo 'mṛtamayaḥ kila vipra-oṣadhy-uḍu-gaṇānāṁ brahmaṇā kalpitaḥ patiḥ

Aus dessen Augen entstand der Sohn Soma, ganz aus Nektar bestehend; von Brahmā wurde er zum Herrn der Brahmanen, der Heilkräuter und der Sternengruppen (Nakṣatras) eingesetzt.

Wort für Wort
tasya dṛgbhyaḥ
aus dessen Augen
abhavat putraḥ
entstand der Sohn
somaḥ
Soma (der Mond)
amṛtamayaḥ kila
wahrlich aus Nektar bestehend
vipra-oṣadhi-uḍu-gaṇānām
der Brahmanen, Heilkräuter und Sternenscharen
brahmaṇā
von Brahmā
kalpitaḥ patiḥ
als Herr eingesetzt

so 'yajad rājasūyena vijitya bhuvana-trayam patnīṁ bṛhaspater darpāt tārāṁ nāmāharad balāt

Er (Soma) vollzog, nachdem er die drei Welten erobert hatte, das Rājasūya-Opfer; aus Hochmut raubte er gewaltsam Tārā, die Gattin Bṛhaspatis, mit Namen.

Wort für Wort
saḥ ayajat
er opferte
rājasūyena
mit dem Rājasūya-Opfer
vijitya bhuvana-trayam
nachdem er die drei Welten erobert hatte
patnīm bṛhaspateḥ
die Gattin Bṛhaspatis
darpāt
aus Hochmut
tārām nāma
namens Tārā
āharat balāt
raubte er mit Gewalt

yadā sa deva-guruṇā yācito 'bhīkṣṇaśo madāt nātyajat tat-kṛte jajñe sura-dānava-vigrahaḥ

Als er (Soma), obwohl vom Guru der Götter (Bṛhaspati) wiederholt gebeten, sie aus Rausch (Stolz) nicht zurückgab, entstand ihretwegen ein Kampf zwischen Göttern und Dämonen.

Wort für Wort
yadā
als
saḥ deva-guruṇā
er vom Guru der Götter
yācitaḥ abhīkṣṇaśaḥ
wiederholt gebeten
madāt
aus Rausch/Stolz
na atyajat
gab er nicht zurück
tat-kṛte
ihretwegen
jajñe
entstand
sura-dānava-vigrahaḥ
ein Kampf zwischen Göttern und Dämonen

śukro bṛhaspater dveṣād agrahīt sāsuroḍupam haro guru-sutaṁ snehāt sarva-bhūta-gaṇāvṛtaḥ

Śukra ergriff aus Feindschaft gegen Bṛhaspati [die Partei] des Mondes samt den Dämonen; Hara (Śiva) [unterstützte], von seinen Scharen aller Wesen umgeben, aus Zuneigung den Sohn des Guru (Atri, d.h. Soma).

Wort für Wort
śukraḥ
Śukra
bṛhaspateḥ dveṣāt
aus Feindschaft gegen Bṛhaspati
agrahīt
ergriff, nahm Partei für
sa-asura-uḍupam
den Mond samt den Dämonen
haraḥ
Hara (Śiva)
guru-sutam
den Sohn des Guru (Atris)
snehāt
aus Zuneigung
sarva-bhūta-gaṇa-āvṛtaḥ
umgeben von allen Scharen der Wesen

[Anm.: "guru-sutam" bezieht sich auf Soma als Sohn des Weisen Atri; Śiva unterstützt ihn aus Zuneigung.]

sarva-deva-gaṇopeto mahendro guru-manvayāt surāsura-vināśo 'bhūt samaras tārakāmayaḥ

Mahendra, begleitet von allen Scharen der Götter, [stand] aus Gefolgschaft zum Guru [Bṛhaspati auf dessen Seite]; [so] entstand die Vernichtung von Göttern und Dämonen, die Schlacht, die Tārakāmaya ("das Verlangen nach Tārā") genannt wird.

Wort für Wort
sarva-deva-gaṇa-upetaḥ
begleitet von allen Scharen der Götter
mahā-indraḥ
der große Indra
guru-anvayāt
aus Gefolgschaft zum Guru
sura-asura-vināśaḥ
die Vernichtung von Göttern und Dämonen
abhūt
geschah
samaraḥ
die Schlacht
tārakāmayaḥ
genannt Tārakāmaya (der Kampf um Tārā)

nivedito 'thāṅgirasā somaṁ nirbhartsya viśva-kṛt tārāṁ sva-bhartre prāyacchad antarvatnīm avait patiḥ

Dann, von Āṅgirasa (Bṛhaspati) unterrichtet, tadelte der Weltenschöpfer (Brahmā) Soma streng und ließ ihn Tārā ihrem eigenen Gatten zurückgeben; der Gatte erkannte, dass sie schwanger war.

Wort für Wort
niveditaḥ atha
sodann benachrichtigt
āṅgirasā
von Āṅgirasa (Bṛhaspati)
somam nirbhartsya
nachdem er Soma streng getadelt hatte
viśva-kṛt
der Weltenschöpfer (Brahmā)
tārām
Tārā
sva-bhartre prāyacchat
gab er ihrem eigenen Gatten zurück
antarvatnīm
schwanger
avait patiḥ
der Gatte erkannte

tyaja tyajāśu duṣprajñe mat-kṣetrād āhitaṁ paraiḥ nāhaṁ tvāṁ bhasmasāt kuryāṁ striyaṁ sāntānike 'sati

[Bṛhaspati sprach:] Verstoße, verstoße rasch, du Törin, [das Kind], das von einem anderen in meinem Feld [Schoß] gesät wurde; ich werde dich nicht zu Asche verbrennen, o Frau, die du in Bezug auf Nachkommenschaft untreu bist.

Wort für Wort
tyaja tyaja āśu
verstoße, verstoße rasch
duṣprajñe
o Törin
mat-kṣetrāt
aus meinem Feld (Schoß)
āhitam paraiḥ
von anderen gesät/gezeugt
na aham tvām
ich werde dich nicht
bhasmasāt kuryām
zu Asche machen
striyam
o Frau
sāntānike asati
die du in Fragen der Nachkommenschaft untreu bist

tatyāja vrīḍitā tārā kumāraṁ kanaka-prabham spṛhām āṅgirasaś cakre kumāre soma eva ca

Beschämt verstieß Tārā den Knaben von goldenem Glanz; sowohl Āṅgirasa als auch Soma begehrten den Knaben [für sich].

Wort für Wort
tatyāja
verstieß
vrīḍitā tārā
die beschämte Tārā
kumāram kanaka-prabham
den Knaben von goldenem Glanz
spṛhām cakre
begehrte, verlangte danach
āṅgirasaḥ
Āṅgirasa (Bṛhaspati)
kumāre
nach dem Knaben
somaḥ eva ca
und auch Soma

mamāyaṁ na taveti uccais tasmin vivadamānayoḥ papracchur ṛṣayo devā naivoce vrīḍitā tu sā

"Er ist mein, nicht deiner!" - so stritten sie laut über ihn; die Weisen und Götter fragten [Tārā, wer der Vater sei], doch sie, beschämt, sagte es nicht.

Wort für Wort
mama ayam
er ist mein
na tava iti
"nicht deiner", [sprachen sie]
uccaiḥ
laut
tasmin vivadamānayoḥ
während die beiden [Bṛhaspati und Soma] über ihn stritten
papracchuḥ ṛṣayaḥ devāḥ
die Weisen und Götter fragten
na eva uce
sie sagte es nicht
vrīḍitā tu sā
denn sie war beschämt

kumāro mātaraṁ prāha kupito 'līka-lajjayā kiṁ na vacasy asad-vṛtte ātmāvadyaṁ vadāśu me

Der Knabe, zornig über die falsche Scham [seiner Mutter], sprach zu seiner Mutter: "Warum sprichst du nicht, du Schamlose? Sage mir rasch meinen [eigenen] Ursprung."

Wort für Wort
kumāraḥ mātaram prāha
der Knabe sprach zu [seiner] Mutter
kupitaḥ
zornig
alīka-lajjayā
wegen [ihrer] falschen Scham
kim na vacasi
warum sprichst du nicht
asad-vṛtte
o du von schlechtem Betragen
ātma-avadyam
meinen [eigenen] Makel/Ursprung
vada āśu me
sage mir rasch

brahmā tāṁ raha āhūya samaprākṣīc ca sāntvayan somasyety āha śanakaiḥ somas taṁ tāvad agrahīt

Brahmā rief sie beiseite, befragte sie und besänftigte sie zugleich; leise sagte sie: "[Er ist] Somas [Sohn]." Soma nahm ihn daraufhin sogleich an.

Wort für Wort
brahmā tām
Brahmā sie
rahaḥ āhūya
rief [sie] beiseite/ins Geheime
samaprākṣīt ca sāntvayan
und befragte sie, während er sie besänftigte
somasya iti āha śanakaiḥ
leise sagte sie: "[Er ist] Somas"
somaḥ tam tāvat agrahīt
Soma nahm ihn daraufhin sogleich an

tasyātma-yonir akṛta budha ity abhidhāṁ nṛpa buddhyā gambhīrayā yena putreṇāpo 'ḍurāṇ mudam

Der Selbstgeborene (Brahmā) gab ihm den Namen Budha, o König; durch diesen Sohn von tiefgründiger Weisheit erlangte der Sternenherr (Soma) Freude.

Wort für Wort
tasya
ihm
ātma-yoniḥ
der Selbstgeborene (Brahmā)
akṛta abhidhām
gab den Namen
budhaḥ iti
"Budha"
nṛpa
o König
buddhyā gambhīrayā
durch [seine] tiefgründige Weisheit
yena putreṇa
durch welchen Sohn
āpa uḍurāṭ
der Sternenherr (Soma) erlangte
mudam
Freude

[Anm.: Die Verbform āpa (von √āp) ist im GRETIL-Text mit dem folgenden Wort verschmolzen wiedergegeben (apoḍurāṇ); Lesart nach Sandhi-Auflösung āpa uḍurāṭ.]

tataḥ purūravā jajñe ilāyāṁ ya udāhṛtaḥ tasya rūpa-guṇaudārya- śīla-draviṇa-vikramān

Dann wurde Purūravā von Iḷā geboren, der [im Folgenden] beschrieben wird; seine Schönheit, Tugenden, Großmut, sein Charakter, Reichtum und seine Tapferkeit -

Wort für Wort
tataḥ
dann
purūravāḥ jajñe
Purūravā wurde geboren
ilāyām
von Iḷā
yaḥ udāhṛtaḥ
der [nun] beschrieben wird
tasya
seine
rūpa-guṇa-audārya-śīla-draviṇa-vikramān
Schönheit, Tugend, Großmut, Charakter, Reichtum und Tapferkeit

[Anm.: Satz wird in Vers 16 fortgeführt.]

śrutvorvaśīndra-bhavane gīyamānān surarṣiṇā tad-antikam upeyāya devī smara-śarārditā

- als sie [diese], im Palast Indras vom Götterweisen [Nārada] besungen, hörte, näherte sich Urvaśī ihm, die Göttin, von den Pfeilen des Liebesgottes gepeinigt.

Wort für Wort
śrutvā
nachdem sie gehört hatte
urvaśī
Urvaśī
indra-bhavane
im Palast Indras
gīyamānān
die besungen wurden
sura-ṛṣiṇā
vom Götterweisen (Nārada)
tad-antikam upeyāya
näherte sie sich ihm
devī
die Göttin
smara-śara-arditā
gepeinigt von den Pfeilen des Liebesgottes (Kāma)

mitrā-varuṇayoḥ śāpād āpannā nara-lokatām niśamya puruṣa-śreṣṭhaṁ kandarpam iva rūpiṇam dhṛtiṁ viṣṭabhya lalanā upatasthe tad-antike

Sie, die durch den Fluch von Mitra und Varuṇa in die Menschenwelt geraten war, hatte von dem besten der Männer gehört, der an Gestalt dem Liebesgott gleiche; die liebreizende [Frau] fasste sich in Geduld und trat vor ihn hin.

Wort für Wort
mitrā-varuṇayoḥ śāpāt
durch den Fluch von Mitra und Varuṇa
āpannā nara-lokatām
in den Zustand der Menschenwelt geraten
niśamya
nachdem sie gehört hatte
puruṣa-śreṣṭham
den besten der Männer
kandarpam iva rūpiṇam
an Gestalt wie der Liebesgott
dhṛtim viṣṭabhya
sich in Geduld/Fassung fassend
lalanā
die liebreizende Frau
upatasthe tad-antike
trat vor ihn hin, in seine Nähe

sa tāṁ vilokya nṛpatir harṣeṇotphulla-locanaḥ uvāca ślakṣṇayā vācā devīṁ hṛṣṭa-tanūruhaḥ

Der König, sie erblickend, seine Augen vor Freude weit geöffnet, sprach mit sanfter Stimme zur Göttin, während sich seine Körperhaare vor Entzücken sträubten.

Wort für Wort
saḥ tām vilokya
er, sie erblickend
nṛpatiḥ
der König
harṣeṇa utphulla-locanaḥ
die Augen vor Freude weit aufgerissen
uvāca
sprach
ślakṣṇayā vācā
mit sanfter Stimme
devīm
zur Göttin
hṛṣṭa-tanūruhaḥ
dessen Körperhaare sich vor Freude sträubten

śrī-rājovāca svāgataṁ te varārohe āsyatāṁ karavāma kim saṁramasva mayā sākaṁ ratir nau śāśvatīḥ samāḥ

Der König sprach: Willkommen sei dir, du Schönhüftige! Setze dich; was können wir tun? Erfreue dich zusammen mit mir - möge unsere Liebe ewige Jahre [währen].

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der König sprach
su-āgatam te
willkommen sei dir
vara-arohe
o Schönhüftige
āsyatām
setze dich
karavāma kim
was sollen wir tun
saṁramasva mayā sākam
erfreue dich zusammen mit mir
ratiḥ nau
unsere Liebe/Freude
śāśvatīḥ samāḥ
[für] ewige Jahre

urvaśy uvāca kasyās tvayi na sajjeta mano dṛṣṭiś ca sundara yad aṅgāntaram āsādya cyavate ha riraṁsayā

Urvaśī sprach: Wessen [Frau] Geist und Blick würden sich nicht an dich heften, du Schöner, da [jede Frau], die deiner Nähe begegnet, vor Verlangen nach Liebesvereinigung dahinschmilzt?

Wort für Wort
urvaśī uvāca
Urvaśī sprach
kasyāḥ
wessen [Frau]
tvayi na sajjeta
würde sich nicht an dich heften
manaḥ dṛṣṭiḥ ca
Geist und Blick
sundara
o Schöner
yat aṅga-antaram āsādya
da [jede], die deine Nähe erreicht
cyavate ha
wahrlich dahinschwindet/fällt
riraṁsayā
aus Verlangen nach Liebesvereinigung

etāv uraṇakau rājan nyāsau rakṣasva mānada saṁraṁsye bhavatā sākaṁ ślāghyaḥ strīṇāṁ varaḥ smṛtaḥ

O König, bewahre diese beiden Lämmer als anvertrautes Gut, du Ehrenwerter; ich werde mich mit dir vereinen - du bist rühmenswert, als der beste unter den [von] Frauen [Begehrten] bekannt.

Wort für Wort
etau uraṇakau
diese beiden Lämmer
rājan
o König
nyāsau
als anvertrautes Gut/Pfand
rakṣasva
bewahre
māna-da
o Ehrenwerter (der Achtung gewährt)
saṁraṁsye bhavatā sākam
ich werde mich mit dir vereinen
ślāghyaḥ
rühmenswert
strīṇām varaḥ smṛtaḥ
als der Beste unter [den von] Frauen [Begehrten] bekannt

ghṛtaṁ me vīra bhakṣyaṁ syān nekṣe tvānyatra maithunāt vivāsasaṁ tat tatheti pratipede mahā-manāḥ

"Geklärte Butter sei meine Nahrung, o Held, und außer bei der Vereinigung möge ich dich nicht unbekleidet sehen." - "So sei es", nahm der Großherzige diese Bedingung an.

Wort für Wort
ghṛtam me bhakṣyam syāt
geklärte Butter sei meine Nahrung
vīra
o Held
na īkṣe tvā anyatra
möge ich dich nicht anderswo/sonst sehen
maithunāt
außer bei der Liebesvereinigung
vivāsasam
unbekleidet
tat tathā iti
"so sei es"
pratipede mahā-manāḥ
nahm der Großherzige an

aho rūpam aho bhāvo nara-loka-vimohanam ko na seveta manujo devīṁ tvāṁ svayam āgatām

"Oh, welche Schönheit, oh, welcher Liebreiz, der die Menschenwelt betört! Welcher Mensch würde dich, die Göttin, die von selbst gekommen ist, nicht verehren?"

Wort für Wort
aho rūpam
oh, welche Schönheit
aho bhāvaḥ
oh, welcher Liebreiz/welches Wesen
nara-loka-vimohanam
das die Menschenwelt betört
kaḥ na seveta manujaḥ
welcher Mensch würde nicht verehren
devīm tvām
dich, die Göttin
svayam āgatām
die von selbst gekommen ist

[Anm.: Vermutlich ein Ausruf Śukadevas selbst, der die Erzählung unterbricht; kein Sprecherwechsel im Text vermerkt.]

tayā sa puruṣa-śreṣṭho ramayantyā yathārhataḥ reme sura-vihāreṣu kāmaṁ caitraratha-ādiṣu

Mit ihr, die ihn erfreute, genoss jener beste der Männer, wie es sich geziemte, nach Belieben in den göttlichen Lustgärten wie Caitraratha und anderen.

Wort für Wort
tayā
mit ihr
saḥ puruṣa-śreṣṭhaḥ
jener beste der Männer
ramayantyā
die [ihn] erfreute
yathā-arhataḥ
wie es sich geziemte
reme
genoss, freute sich
sura-vihāreṣu
in den göttlichen Lustgärten
kāmam
nach Belieben
caitraratha-ādiṣu
wie Caitraratha und anderen

ramamāṇas tayā devyā padma-kiñjalka-gandhayā tan-mukhāmoda-muṣito mumude 'har-gaṇān bahūn

Sich vergnügend mit jener Göttin, die nach Lotuspollen duftete, seiner Sinne beraubt durch den Duft ihres Antlitzes, freute er sich viele Reihen von Tagen hindurch.

Wort für Wort
ramamāṇaḥ
sich vergnügend
tayā devyā
mit jener Göttin
padma-kiñjalka-gandhayā
die nach Lotuspollen duftete
tat-mukha-āmoda-muṣitaḥ
beraubt [seiner Sinne] durch den Wohlgeruch ihres Antlitzes
mumude
freute sich
ahar-gaṇān bahūn
viele Reihen von Tagen

apaśyann urvaśīm indro gandharvān samacodayat urvaśī-rahitaṁ mahyam āsthānaṁ nātiśobhate

Indra, Urvaśī nicht sehend, spornte die Gandharvas an: "Meine Versammlungshalle glänzt nicht mehr recht ohne Urvaśī."

Wort für Wort
apaśyan urvaśīm
Urvaśī nicht sehend
indraḥ
Indra
gandharvān samacodayat
spornte die Gandharvas an
urvaśī-rahitam
ohne Urvaśī
mahyam āsthānam
meine Versammlungshalle
na atiśobhate
glänzt nicht sonderlich

te upetya mahā-rātre tamasi pratyupasthite urvaśyā uraṇau jahrur nyastau rājani jāyayā

Sie [die Gandharvas] kamen mitten in der Nacht, als die Dunkelheit hereingebrochen war, und raubten die beiden Lämmer Urvaśīs, die von der Gattin dem König anvertraut worden waren.

Wort für Wort
te upetya
sie, herangekommen
mahā-rātre
mitten in der Nacht
tamasi pratyupasthite
als die Dunkelheit eingetreten war
urvaśyāḥ uraṇau
die beiden Lämmer Urvaśīs
jahruḥ
raubten
nyastau rājani
dem König anvertraut
jāyayā
von [seiner] Gattin

niśamyākranditaṁ devī putrayor nīyamānayoḥ hatāsmy ahaṁ kunāthena napuṁsā vīra-māninā

Als die Göttin das Klagen der beiden "Söhne" hörte, die fortgetragen wurden, [sprach sie]: "Ich bin zugrunde gerichtet durch diesen schlechten Beschützer, einen Unmann, der sich für einen Helden hält!"

Wort für Wort
niśamya ākranditam
das Klagen hörend
devī
die Göttin
putrayoḥ nīyamānayoḥ
der beiden "Söhne", die fortgetragen wurden
hatā asmi aham
ich bin zugrunde gerichtet
ku-nāthena
durch einen schlechten Beschützer
napuṁsā
durch einen Unmann
vīra-māninā
der sich für einen Helden hält

yad-viśrambhād ahaṁ naṣṭā hṛtāpatyā ca dasyubhiḥ yaḥ śete niśi santrasto yathā nārī divā pumān

"Auf dessen Vertrauen hin ich zugrunde gehe, meiner Kinder durch Diebe beraubt - [ihm], der nachts verängstigt daliegt wie eine Frau, [und nur] am Tage wie ein Mann [erscheint]."

Wort für Wort
yat-viśrambhāt
auf dessen Vertrauen hin
aham naṣṭā
bin ich verloren/zugrunde gerichtet
hṛta-apatyā ca
und meiner Kinder beraubt
dasyubhiḥ
durch Diebe
yaḥ śete niśi
der nachts daliegt
santrastaḥ
verängstigt
yathā nārī
wie eine Frau
divā pumān
[doch] am Tage wie ein Mann

iti vāk-sāyakair biddhaḥ pratottrair iva kuñjaraḥ niśi nistriṁśam ādāya vivastro 'bhyadravad ruṣā

So durchbohrt von den Pfeilen ihrer Worte wie ein Elefant von Stacheln, ergriff er in der Nacht sein Schwert und stürmte nackt in Zorn hinaus.

Wort für Wort
iti
so
vāk-sāyakaiḥ biddhaḥ
durchbohrt von den Pfeilen der Worte
pratottraiḥ iva kuñjaraḥ
wie ein Elefant von Stacheln/Treibstöcken
niśi
in der Nacht
nistriṁśam ādāya
das Schwert ergreifend
vivastraḥ
unbekleidet
abhyadravat ruṣā
stürmte er in Zorn hinaus

te visṛjyoraṇau tatra vyadyotanta sma vidyutaḥ ādāya meṣāv āyāntaṁ nagnam aikṣata sā patim

Sie [die Gandharvas], die dort die beiden Lämmer fallen ließen, leuchteten auf wie Blitze; sie [Urvaśī] erblickte ihren Gatten, der die beiden Lämmer geholt hatte, nackt herankommend.

Wort für Wort
te visṛjya uraṇau
sie, die beiden Lämmer fallen lassend
tatra vyadyotanta sma
leuchteten dort auf
vidyutaḥ
wie Blitze
ādāya meṣau
die beiden Lämmer holend
āyāntam nagnam
der nackt herankam
aikṣata sā patim
sie erblickte ihren Gatten

ailo 'pi śayane jāyām apaśyan vimanā iva tac-citto vihvalaḥ śocan babhrāmonmattavan mahīm

Auch Aila (Purūravā), der seine Gattin nicht auf dem Lager sah, wie geistesabwesend, mit auf sie gerichtetem Sinn, verzweifelt und klagend, wanderte wie ein Wahnsinniger über die Erde.

Wort für Wort
ailaḥ api
auch Aila (Purūravā)
śayane jāyām apaśyan
seine Gattin nicht auf dem Lager sehend
vimanāḥ iva
wie geistesabwesend
tat-cittaḥ
dessen Sinn auf sie gerichtet
vihvalaḥ śocan
verwirrt, klagend
babhrāma unmattavat mahīm
wanderte wie ein Wahnsinniger über die Erde

sa tāṁ vīkṣya kurukṣetre sarasvatyāṁ ca tat-sakhīḥ pañca prahṛṣṭa-vadanaḥ prāha sūktaṁ purūravāḥ

Er, sie in Kurukṣetra an der [Flusses] Sarasvatī erblickend, zusammen mit ihren fünf Gefährtinnen, sprach Purūravā mit freudestrahlendem Antlitz wohlgesetzte Worte.

Wort für Wort
saḥ tām vīkṣya
er, sie erblickend
kurukṣetre sarasvatyām
in Kurukṣetra an der Sarasvatī
ca tat-sakhīḥ pañca
und ihre fünf Gefährtinnen
prahṛṣṭa-vadanaḥ
mit freudestrahlendem Antlitz
prāha sūktam
sprach wohlgesetzte Worte
purūravāḥ
Purūravā

aho jāye tiṣṭha tiṣṭha ghore na tyaktum arhasi māṁ tvam adyāpy anirvṛtya vacāṁsi kṛṇavāvahai

"Oh Gattin, bleib, bleib, du Grausame! Du solltest mich nicht verlassen. Ohne mich bis jetzt zufriedengestellt zu haben, lass uns Worte wechseln."

Wort für Wort
aho jāye
oh Gattin
tiṣṭha tiṣṭha
bleib, bleib
ghore
du Grausame
na tyaktum arhasi
du solltest nicht verlassen
mām tvam adya api
mich, [obwohl] du jetzt noch
anirvṛtya
ohne befriedigt/zufriedengestellt zu haben
vacāṁsi kṛṇavāvahai
lass uns Worte wechseln

su-deho 'yaṁ patatyatra devi dūraṁ hṛtas tvayā khādanty enaṁ vṛkā gṛdhrās tvat-prasādasya nāspadam

"Dieser schöne Körper fällt hier hin, o Göttin, von dir weit fortgetragen; Wölfe und Geier werden ihn verzehren, [da er] keine Stätte deiner Gnade mehr [ist]."

Wort für Wort
su-dehaḥ ayam
dieser schöne Körper
patati atra
fällt hier
devi
o Göttin
dūram hṛtaḥ tvayā
von dir weit fortgetragen
khādanti enam
sie werden ihn verzehren
vṛkāḥ gṛdhrāḥ
Wölfe und Geier
tvat-prasādasya
deiner Gnade
na āspadam
keine Stätte

urvaśy uvāca mā mṛthāḥ puruṣo 'si tvaṁ mā sma tvādyur vṛkā ime kvāpi sakhyaṁ na vai strīṇāṁ vṛkāṇāṁ hṛdayaṁ yathā

Urvaśī sprach: "Stirb nicht! Du bist ein Mann. Mögen dich diese Wölfe heute nicht fressen. Mit Frauen gibt es nirgends Freundschaft, denn [ihr Herz] gleicht dem Herzen der Wölfe."

Wort für Wort
urvaśī uvāca
Urvaśī sprach
mā mṛthāḥ
stirb nicht
puruṣaḥ asi tvam
du bist ein Mann
mā sma tvādyuḥ vṛkāḥ ime
mögen diese Wölfe dich nicht fressen
kva api sakhyam na
nirgends gibt es Freundschaft
vai strīṇām
wahrlich mit Frauen
vṛkāṇām hṛdayam yathā
wie das Herz der Wölfe

striyo hy akaruṇāḥ krūrā durmarṣāḥ priya-sāhasāḥ ghnanty alpārthe 'pi viśrabdhaṁ patiṁ bhrātaram apy uta

"Frauen sind ja mitleidlos, grausam, unduldsam, verwegenen Taten zugeneigt; sie töten selbst aus geringem Anlass den vertrauenden Gatten oder sogar den Bruder."

Wort für Wort
striyaḥ hi
Frauen sind ja
akaruṇāḥ krūrāḥ
mitleidlos, grausam
durmarṣāḥ
unduldsam
priya-sāhasāḥ
verwegenen Taten zugeneigt
ghnanti alpa-arthe api
sie töten selbst aus geringem Anlass
viśrabdham patim
den vertrauenden Gatten
bhrātaram api uta
oder sogar den Bruder

vidhāyālīka-viśrambham ajñeṣu tyakta-sauhṛdāḥ navaṁ navam abhīpsantyaḥ puṁścalyaḥ svaira-vṛttayaḥ

"Nachdem sie bei den Unwissenden falsches Vertrauen erweckt haben, ihre Zuneigung aufgebend, stets nach einem neuen [Liebhaber] verlangend, [sind sie] Wankelmütige, die nach eigenem Belieben handeln."

Wort für Wort
vidhāya
nachdem sie erweckt haben
alīka-viśrambham
falsches Vertrauen
ajñeṣu
bei den Unwissenden
tyakta-sauhṛdāḥ
ihre Zuneigung aufgebend
navam navam abhīpsantyaḥ
stets nach einem neuen [Liebhaber] verlangend
puṁścalyaḥ
Wankelmütige, Untreue
svaira-vṛttayaḥ
die nach eigenem Belieben handeln

saṁvatsarānte hi bhavān eka-rātraṁ mayeśvara raṁsyaty apatyāni ca te bhaviṣyanty aparāṇi bhoḥ

"Am Ende des Jahres, o Herr, wirst du fürwahr eine einzige Nacht mit mir zusammen sein, und du wirst noch weitere Kinder haben, o Herr."

Wort für Wort
saṁvatsara-ante hi
am Ende des Jahres, fürwahr
bhavān
du
eka-rātram
eine einzige Nacht
mayā īśvara
mit mir, o Herr
raṁsyati
wirst du dich vereinen
apatyāni ca te
und deine Kinder
bhaviṣyanti aparāṇi
es werden weitere geben
bhoḥ
o [Herr]

antarvatnīm upālakṣya devīṁ sa prayayau purīm punas tatra gato 'bdānte urvaśīṁ vīra-mātaram

Nachdem er bemerkt hatte, dass die Göttin schwanger war, kehrte er in seine Stadt zurück; wieder dorthin gegangen, [fand er] am Ende des Jahres Urvaśī, die Mutter eines Helden [geworden].

Wort für Wort
antarvatnīm upālakṣya
nachdem er bemerkt hatte, dass sie schwanger war
devīm
die Göttin
saḥ prayayau purīm
er kehrte in seine Stadt zurück
punaḥ tatra gataḥ
wieder dorthin gegangen
abda-ante
am Ende des Jahres
urvaśīm vīra-mātaram
Urvaśī, die Mutter eines Helden

upalabhya mudā yuktaḥ samuvāsa tayā niśām athainam urvaśī prāha kṛpaṇaṁ virahāturam

Nachdem er sie gefunden hatte, verbrachte er, von Freude erfüllt, die Nacht mit ihr; dann sprach Urvaśī zu ihm, der elend und von Trennungsschmerz gequält war.

Wort für Wort
upalabhya
nachdem er gefunden hatte
mudā yuktaḥ
von Freude erfüllt
samuvāsa tayā niśām
verbrachte mit ihr die Nacht
atha enam urvaśī prāha
dann sprach Urvaśī zu ihm
kṛpaṇam
der elend war
viraha-āturam
von Trennungsschmerz gequält

gandharvān upadhāvemāṁs tubhyaṁ dāsyanti mām iti tasya saṁstuvatas tuṣṭā agni-sthālīṁ dadur nṛpa urvaśīṁ manyamānas tāṁ so 'budhyata caran vane

"Wende dich verehrend an diese Gandharvas; sie werden mich dir [für immer] geben." - Während er sie pries, gaben sie, zufrieden gestellt, [ihm] ein Feuergefäß, o König; dieses für Urvaśī haltend, erkannte er, im Wald umherziehend, [die Wahrheit].

Wort für Wort
gandharvān upadhāva
wende dich verehrend an die Gandharvas
imān tubhyam dāsyanti mām iti
"sie werden mich dir geben"
tasya saṁstuvataḥ
während er sie pries
tuṣṭāḥ
zufriedengestellt
agni-sthālīm dadu
gaben ein Feuergefäß
nṛpa
o König
urvaśīm manyamānaḥ tām
dieses [Gefäß] für Urvaśī haltend
saḥ abudhyata
er erkannte/verstand
caran vane
im Wald umherwandernd

sthālīṁ nyasya vane gatvā gṛhān ādhyāyato niśi tretāyāṁ sampravṛttāyāṁ manasi trayy avartata

Nachdem er das Gefäß im Wald niedergesetzt und war nach Hause gegangen, entstand, als er nachts in Gedanken versunken war, als die Tretā [-Ordnung, das Ritual] sich entfaltete, das dreifache [Wissen der Veden] in seinem Geist.

Wort für Wort
sthālīm nyasya vane
das Gefäß im Wald niedersetzend
gatvā gṛhān
nach Hause gegangen
ādhyāyataḥ niśi
während er nachts in Gedanken versunken war
tretāyām sampravṛttāyām
als die Tretā (das dreifache Feueropfer) sich entfaltete
manasi trayī avartata
entstand das dreifache [Vedenwissen] im Geist

[Anm.: "tretāyām" kann sowohl das dreifache Feueropfer als auch das Tretā-Zeitalter bezeichnen; hier im Sinn des sich entfaltenden dreifachen Feuerrituals verstanden.]

sthālī-sthānaṁ gato 'śvatthaṁ śamī-garbhaṁ vilakṣya saḥ tena dve araṇī kṛtvā urvaśī-loka-kāmyayā

Er, zu der Stelle des Gefäßes gegangen, bemerkte einen Aśvattha-Baum, der im Innern eines Śamī-Baumes wuchs; daraus fertigte er zwei Reibhölzer, aus Verlangen nach der Welt Urvaśīs.

Wort für Wort
sthālī-sthānam gataḥ
zur Stelle des Gefäßes gegangen
aśvattham śamī-garbham
einen Aśvattha[-Baum] im Innern eines Śamī[-Baumes]
vilakṣya saḥ
er, [ihn] bemerkend
tena dve araṇī kṛtvā
daraus die zwei Reibhölzer machend
urvaśī-loka-kāmyayā
aus Verlangen nach der Welt Urvaśīs

urvaśīṁ mantrato dhyāyann adharāraṇim uttarām ātmānam ubhayor madhye yat tat prajananaṁ prabhuḥ

Während er nach der Vorschrift des Mantras Urvaśī als das untere Reibholz meditierte und [sich selbst] als das obere, [und] sich selbst zwischen beiden, [vollzog] der Herrscher jenes [Ritual des] Erzeugens.

Wort für Wort
urvaśīm mantrataḥ dhyāyan
Urvaśī gemäß der Mantra-Vorschrift meditierend
adhara-araṇim uttarām
[und] das untere und obere Reibholz [entsprechend]
ātmānam ubhayoḥ madhye
sich selbst zwischen beiden
yat tat prajananam
jenes Erzeugen
prabhuḥ
der Herrscher [vollzog]

[Anm.: Die Syntax ist elliptisch; "adharāraṇim" und "uttarām" beziehen sich vermutlich auf Urvaśī als unteres und Purūravā selbst als oberes Reibholz.]

tasya nirmanthanāj jāto jātavedā vibhāvasuḥ trayyā sa vidyayā rājñā putratve kalpitas trivṛt

Aus seinem Reiben entstand Jātavedas, der Alldurchleuchtende (Agni); dieser wurde durch das dreifache [Veden-]Wissen vom König in dreifacher Form in die Stellung eines Sohnes eingesetzt.

Wort für Wort
tasya nirmanthanāt
aus seinem Reiben
jātaḥ
entstand
jātavedāḥ vibhāvasuḥ
Jātavedas, der Alldurchleuchtende (Agni)
trayyā sa vidyayā
durch jenes dreifache [Veden-]Wissen
rājñā
vom König
putratve kalpitaḥ
in die Stellung eines Sohnes eingesetzt
trivṛt
in dreifacher Form

tenāyajata yajñeśaṁ bhagavantam adhokṣajam urvaśī-lokam anvicchan sarva-devamayaṁ harim

Mit diesem [Feuer] verehrte er den Herrn des Opfers, den Erhabenen, den Transzendentalen, Hari, der alle Götter in sich vereint, im Verlangen nach der Welt Urvaśīs.

Wort für Wort
tena
mit diesem [Feuer]
ayajata
verehrte er
yajña-īśam
den Herrn des Opfers
bhagavantam adhokṣajam
den Erhabenen, den Transzendentalen (jenseits der Sinne)
urvaśī-lokam anvicchan
im Verlangen nach der Welt Urvaśīs
sarva-deva-mayam harim
Hari, der alle Götter in sich vereint

eka eva purā vedaḥ praṇavaḥ sarva-vāṅmayaḥ devo nārāyaṇo nānya eko 'gnir varṇa eva ca

Einst war der Veda nur einer, die Silbe Om, bestehend aus aller Rede; [es gab] den einen Gott Nārāyaṇa und keinen anderen, ein einziges Feuer und auch nur einen [gesellschaftlichen] Stand.

Wort für Wort
ekaḥ eva purā vedaḥ
einst war der Veda nur einer
praṇavaḥ
die Silbe Om
sarva-vāṅmayaḥ
bestehend aus aller Rede
devaḥ nārāyaṇaḥ na anyaḥ
der Gott Nārāyaṇa, kein anderer
ekaḥ agniḥ
ein einziges Feuer
varṇaḥ eva ca
und auch nur ein [gesellschaftlicher] Stand

purūravasa evāsīt trayī tretā-mukhe nṛpa agninā prajayā rājā lokaṁ gāndharvam eyivān

Durch Purūravā allein entstand, o König, am Anfang der Tretā[-Ordnung] das dreifache [Vedenwissen]; durch das Feuer und durch die Nachkommenschaft gelangte der König in die Welt der Gandharvas.

Wort für Wort
purūravasaḥ eva āsīt
durch Purūravā allein entstand
trayī
das dreifache [Vedenwissen]
tretā-mukhe
am Anfang der Tretā[-Ordnung]
nṛpa
o König
agninā prajayā
durch das Feuer und durch die Nachkommenschaft
rājā
der König
lokam gāndharvam eyivān
gelangte in die Welt der Gandharvas

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