Vidura sprach: Weshalb übte Dakṣa, der seine Tochter Liebende, gegen Bhava [Śiva], den Besten der Tugendhaften, Feindschaft aus, indem er seine eigene Tochter Satī missachtete?
Wort für Wort
viduraḥ uvāca
Vidura (Nom.) sprach
bhave
gegen Bhava/Śiva (Lok., Zielperson des Hasses)
śīlavatām śreṣṭhe
gegen den Besten (Lok.) der Tugendhaften (Gen.Pl.)
dakṣaḥ
Dakṣa (Nom.)
duhitṛ-vatsalaḥ
der seine Tochter Liebende (Nom., Kompositum)
vidveṣam akarot
übte (3.Sg.Impf.) Feindschaft (Akk.) aus
kasmāt
weshalb (Abl.)
anādṛtya
missachtend (Absolutiv)
ātmajām satīm
die eigene Tochter (Akk.), Satī (Akk., Apposition)
Wer hasst wie ihn, den Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, den Feindlosen, den von friedvoller Gestalt, den in sich selbst Ruhenden, die große Gottheit der Welt?
Wort für Wort
kaḥ
wer (Nom.)
tam
ihn (Akk.)
cara-acara-gurum
den Lehrer (Akk.) des Beweglichen und Unbeweglichen
etad ākhyāhi me brahman jāmātuḥ śvaśurasya ca
vidveṣas tu yataḥ prāṇāṁs tatyaje dustyajān satī
Erzähle mir dies, o Brahmane: wodurch entstand die Feindschaft zwischen dem Schwiegersohn und dem Schwiegervater, weswegen Satī ihr Leben aufgab, das doch so schwer aufzugeben ist?
Wort für Wort
etat ākhyāhi me
dies (Akk.) erzähle (Imp.) mir (Dat.)
brahman
o Brahmane (Vok.)
jāmātuḥ śvaśurasya ca
des Schwiegersohns (Gen.) und des Schwiegervaters (Gen.)
Maitreya sprach: Einst versammelten sich bei einem Opfer der Weltschöpfer die höchsten Weisen, und ebenso alle Scharen der Unsterblichen, die Weisen mitsamt ihren Gefolgsleuten und die Feuergötter.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
purā
einst, vordem
viśva-sṛjām satre
bei einem Opfer (Lok.) der Weltschöpfer (Gen.Pl.)
sametāḥ paramarṣayaḥ
versammelt (Nom.Pl.) die höchsten Weisen (Nom.Pl.)
tathā amara-gaṇāḥ sarve
und ebenso alle (Nom.Pl.) Scharen der Unsterblichen (Nom.Pl.)
tatra praviṣṭam ṛṣayo
dṛṣṭvārkam iva rociṣā
bhrājamānaṁ vitimiraṁ
kurvantaṁ tan mahat sadaḥ
Als die Weisen dort den Eingetretenen [Dakṣa] sahen, der wie die Sonne durch seinen Glanz strahlte und jene große Versammlung leuchtend und frei von Dunkel machte...
Wort für Wort
tatra praviṣṭam
den dort Eingetretenen (Akk., d.h. Dakṣa)
ṛṣayaḥ dṛṣṭvā
die Weisen (Nom.), nachdem sie gesehen hatten (Absolutiv)
arkam iva rociṣā
wie die Sonne (Akk.) durch Glanz (Instr.)
bhrājamānam
strahlend (Akk., Ptz.Präs.)
vitimiram kurvantam
frei von Dunkel machend (Akk., Ptz.Präs.)
tat mahat sadaḥ
jene (Akk.) große (Akk.) Versammlung (Akk.)
Das Objekt 'praviṣṭam' (der Eingetretene) bezieht sich, wie aus V. 7 hervorgeht, auf Dakṣa; der Satz ist syntaktisch auf V. 6-7 hin offen.
udatiṣṭhan sadasyās te sva-dhiṣṇyebhyaḥ sahāgnayaḥ
ṛte viriñcāṁ śarvaṁ ca tad-bhāsākṣipta-cetasaḥ
Jene Versammlungsmitglieder erhoben sich zusammen mit den Feuergöttern von ihren eigenen Sitzen, ihre Gedanken von jenem Glanz ergriffen - ausgenommen Brahmā und Śarva [Śiva].
Wort für Wort
udatiṣṭhan
sie erhoben sich (3.Pl.Impf.)
sadasyāḥ te
jene (Nom.Pl.) Versammlungsmitglieder (Nom.Pl.)
sva-dhiṣṇyebhyaḥ
von ihren eigenen Sitzen (Abl.Pl.)
saha-agnayaḥ
zusammen mit den Feuergöttern (Nom.Pl.)
ṛte viriñcām śarvam ca
ausgenommen (+Akk.) Brahmā (Akk.) und Śarva/Śiva (Akk.)
tad-bhāsa-ākṣipta-cetasaḥ
deren Gedanken (Nom.Pl.) von dessen Glanz ergriffen waren
Dakṣa, der Erhabene, wurde von den Herren der Versammlung gebührend geehrt; nachdem er sich vor dem Ungeborenen, dem Lehrer der Welt, verneigt hatte, setzte er sich auf dessen Geheiß.
Wort für Wort
sadasaḥ-patibhiḥ
von den Herren (Instr.Pl.) der Versammlung
dakṣaḥ bhagavān
Dakṣa (Nom.), der Erhabene (Nom.)
sādhu sat-kṛtaḥ
gebührend (Adv.) geehrt (Nom., PPP)
ajam loka-gurum natvā
vor dem Ungeborenen (Akk.), dem Lehrer der Welt (Akk.), sich verneigend (Absolutiv)
Als er Mṛḍa [Śiva] sah, der schon zuvor sitzend dort verweilte, ertrug er es nicht, von ihm missachtet zu sein; mit beiden Augen ihn anblickend, gleichsam verbrennend, sprach er auf feindselige Weise.
Wort für Wort
prāk-niṣaṇṇam mṛḍam dṛṣṭvā
nachdem er den schon zuvor sitzenden (Akk.) Mṛḍa/Śiva (Akk.) gesehen hatte (Absolutiv)
na amṛṣyat
er ertrug nicht (3.Sg.Impf.)
tad-anādṛtaḥ
von ihm missachtet (Nom., PPP)
uvāca vāmam
er sprach (3.Sg.Perf.) auf feindselige/verkehrte Weise (Akk., Adv.)
cakṣurbhyām abhivīkṣya
mit beiden Augen (Instr.Du.) anblickend (Absolutiv)
śrūyatāṁ brahmarṣayo me sahadevāḥ sahāgnayaḥ
sādhūnāṁ bruvato vṛttaṁ nājñānān na ca matsarāt
Hört mich an, ihr Brahmanenweisen, zusammen mit den Göttern und den Feuergöttern - mich, der ich über das Benehmen der Rechtschaffenen spreche, weder aus Unwissenheit noch aus Neid.
Wort für Wort
śrūyatām me
man höre (Imp.Pass.) mich (Gen./Akk.)
brahma-ṛṣayaḥ
o Brahmanenweise (Vok.Pl.)
saha-devāḥ saha-agnayaḥ
zusammen mit den Göttern, zusammen mit den Feuergöttern (Vok.Pl.)
Dieser hier aber ist ein Vernichter des Ruhmes der Weltenhüter, schamlos, durch dessen Starrsinn der von den Rechtschaffenen begangene Pfad besudelt wurde.
Wort für Wort
ayam tu
dieser hier (Nom.) aber
loka-pālānām yaśaḥ-ghnaḥ
der Ruhm-Vernichter (Nom.) der Weltenhüter (Gen.Pl.)
nirapatrapaḥ
schamlos (Nom.)
sadbhiḥ ācaritaḥ panthāḥ
der von den Rechtschaffenen (Instr.Pl.) begangene Pfad (Nom.)
yena stabdhena dūṣitaḥ
durch den Starrsinnigen (Instr.) besudelt (Nom., PPP)
eṣa me śiṣyatāṁ prāpto yan me duhitur agrahīt
pāṇiṁ viprāgni-mukhataḥ sāvitryā iva sādhuvat
Dieser hier ist in meine Schülerschaft gelangt, da er die Hand meiner Tochter vor Brahmanen und Feuer ergriff, wie man die der Sāvitrī [ergreift], scheinbar in rechtschaffener Weise.
Er, dessen Augen wie die eines Affen sind, ergriff die Hand von ihr, deren Augen wie die eines Rehkitzes sind, doch mir, dem das Aufstehen und die Ehrbezeugung gebühren, erwies er nicht einmal mit Worten die geziemende Achtung.
Wort für Wort
gṛhītvā
ergriffen habend (Absolutiv)
mṛga-śāva-akṣyāḥ pāṇim
die Hand (Akk.) von ihr, deren Augen wie ein Rehkitz sind (Gen.)
markaṭa-locanaḥ
der, dessen Augen wie die eines Affen sind (Nom.)
pratyutthāna-abhivāda-arhe
mir, dem Aufstehen und Ehrbezeugung gebühren (Dat./Lok.)
Ihm, dessen Riten verfallen sind, dem Unreinen, dem Stolzen, der alle Schranken der Sitte gebrochen hat, gab ich, obwohl ich nicht wollte, das Mädchen, wie man einem Śūdra die begehrenswerte [heilige] Rede [der Veden] gibt.
Wort für Wort
lupta-kriyāya
dem, dessen Riten verfallen sind (Dat.)
aśucaye
dem Unreinen (Dat.)
mānine
dem Stolzen (Dat.)
bhinna-setave
dem, der die Schranken der Sitte gebrochen hat (Dat.)
In den schrecklichen Wohnstätten der Verstorbenen, umgeben von Gespenstern und Geisterscharen, wandert er umher wie ein Wahnsinniger, nackt, mit zerzaustem Haar, lachend, weinend; er badet in der Asche des Scheiterhaufens, geschmückt mit einer Girlande aus Totenschädeln und mit Menschenknochen; nur dem Namen nach 'Śiva' [der Glückverheißende], in Wahrheit aber unheilvoll, verrückt, den Verrückten lieb - der Herr der Pramathas, jener, deren Wesen ganz aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit besteht.
Wort für Wort
preta-āvāseṣu ghoreṣu
in den schrecklichen (Lok.Pl.) Wohnstätten der Verstorbenen (Lok.Pl.)
pretaiḥ bhūta-gaṇaiḥ vṛtaḥ
umgeben (Nom.) von Gespenstern und Geisterscharen (Instr.Pl.)
aṭati unmatta-vat nagnaḥ
er wandert umher (3.Sg.Präs.), wie ein Wahnsinniger, nackt (Nom.)
vyupta-keśaḥ hasan rudan
mit zerzaustem Haar (Nom.), lachend, weinend (Ptz.Präs.)
citā-bhasma-kṛta-snānaḥ
der, dessen Bad aus der Asche des Scheiterhaufens gemacht ist (Nom.)
preta-srak-nṛ-asthi-bhūṣaṇaḥ
geschmückt mit einer Totenschädel-Girlande und Menschenknochen (Nom.)
śiva-apadeśaḥ hi aśivaḥ
nur dem Namen nach Śiva/glückverheißend, in Wahrheit aber unheilvoll (Nom.)
mattaḥ matta-jana-priyaḥ
verrückt (Nom.), den verrückten Leuten lieb (Nom.)
patiḥ pramatha-nāthānām
der Herr (Nom.) der Gebieter der Pramathas (Gen.Pl.)
tamaḥ-mātra-ātmaka-ātmanām
derer, deren Wesen einzig aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit besteht (Gen.Pl.)
tasmā unmāda-nāthāya naṣṭa-śaucāya durhṛde
dattā bata mayā sādhvī codite parameṣṭhinā
Ihm, dem Herrn der Wahnsinnigen, dem der Reinheit Verlustigen, dem von übler Gesinnung, wurde, ach, von mir die Tugendhafte gegeben, da ich vom höchsten Lehrer [Brahmā] dazu veranlasst wurde.
Wort für Wort
tasmai unmāda-nāthāya
ihm, dem Herrn der Wahnsinnigen (Dat.)
naṣṭa-śaucāya
dem, dessen Reinheit verloren ist (Dat.)
durhṛde
dem von übler Gesinnung (Dat.)
dattā bata mayā sādhvī
gegeben wurde (Nom., PPP), ach, von mir (Instr.) die Tugendhafte (Nom.)
codite parameṣṭhinā
da veranlasst (Instr.Abs.) durch den höchsten Lehrer (Instr.)
Maitreya sprach: Nachdem er so Giriśa [Śiva] geschmäht hatte, der doch ohne Feindseligkeit dastand, berührte Dakṣa daraufhin Wasser und begann, zornig, ihn zu verfluchen.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
vinindya evam
so geschmäht habend (Absolutiv)
saḥ giriśam
er (Nom.) den Giriśa/Śiva (Akk.)
apratīpam avasthitam
der ohne Feindseligkeit (Akk.) dastand (Akk., Ptz.Perf.)
dakṣaḥ atha apaḥ upaspṛśya
Dakṣa (Nom.), darauf Wasser (Akk.) berührend (Absolutiv)
kruddhaḥ śaptum pracakrame
zornig (Nom.) begann (3.Sg.Perf.) zu verfluchen (Inf.)
ayaṁ tu deva-yajana indropendrādibhir bhavaḥ
saha bhāgaṁ na labhatāṁ devair deva-gaṇādhamaḥ
Dieser Bhava [Śiva] aber, der Niedrigste der Götterscharen, soll beim Opfer der Götter zusammen mit Indra, Upendra und den anderen keinen Anteil zusammen mit den Göttern erhalten.
Wort für Wort
ayam tu bhavaḥ
dieser (Nom.) Bhava/Śiva (Nom.) aber
deva-yajane
beim Opfer der Götter (Lok.)
indra-upendra-ādibhiḥ
zusammen mit Indra, Upendra und den anderen (Instr.Pl.)
saha bhāgam na labhatām
soll keinen Anteil (Akk.) zusammen (mit) erlangen (3.Sg.Imp.)
Obwohl er von den Häuptern der Versammlung daran gehindert wurde, schleuderte Dakṣa gegen Giritra [Śiva] seinen Fluch; von dort hinausgehend, mit gesteigertem Zorn, ging er, o Kaurava, zu seiner eigenen Wohnstatt.
Wort für Wort
niṣidhyamānaḥ
gehindert werdend (Nom., Ptz.Präs.Pass.)
saḥ sadasya-mukhyaiḥ
er (Nom.) von den Häuptern der Versammlung (Instr.Pl.)
dakṣaḥ giritrāya
Dakṣa (Nom.) gegen Giritra/Śiva (Dat.)
visṛjya śāpam
einen Fluch (Akk.) schleudernd (Absolutiv)
tasmāt viniṣkramya
von dort (Abl.) hinausgehend (Absolutiv)
vivṛddha-manyuḥ
mit gesteigertem Zorn (Nom.)
jagāma kauravya
er ging (3.Sg.Perf.), o Kaurava (Vok., d.h. Vidura)
Als Nandīśvara, der Erste unter den Gefolgsleuten Giriśas, den Fluch vernahm, von Zorn rot gefärbt, schleuderte er einen furchtbaren Fluch gegen Dakṣa und auch gegen jene Brahmanen, die jener Unaussprechlichkeit [dem Verfluchen Śivas] zugestimmt hatten.
Wort für Wort
vijñāya śāpam
den Fluch (Akk.) erkannt/vernommen habend (Absolutiv)
giriśa-anuga-agraṇīḥ nandīśvaraḥ
Nandīśvara (Nom.), der Erste unter Giriśas Gefolgsleuten (Nom.)
roṣa-kaṣāya-dūṣitaḥ
von der Röte des Zorns befleckt (Nom.)
dakṣāya śāpam visasarja dāruṇam
gegen Dakṣa (Dat.) schleuderte (3.Sg.Aor.) einen furchtbaren (Akk.) Fluch (Akk.)
ye ca anvamodan
und diejenigen (Nom.Pl.), die zustimmten (3.Pl.Impf.)
tad-avācyatām
jener Unaussprechlichkeit (Akk., d.h. dem Verfluchen Śivas)
Wer, im Hinblick auf diesen sterblichen [Leib], dem Erhabenen [Śiva], der nicht feindselig ist, dennoch Feindschaft erweist - ein solcher Unwissender, von zwiefältiger [dualistischer] Sicht, möge in Wahrheit von der Wahrheit abgewandt sein.
Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom.)
etat martyam uddiśya
im Hinblick auf diesen sterblichen Leib (Akk.), (Absolutiv/Gerundium)
bhagavati apratidruhi
dem Erhabenen (Lok.), der nicht feindselig ist (Lok.)
druhyati
Feindschaft erweist (3.Sg.Präs.)
ajñaḥ pṛthak-dṛṣṭiḥ
der Unwissende (Nom.), von zwiefältiger Sicht (Nom.)
tattvataḥ vimukhaḥ bhavet
möge in Wahrheit (Adv.) abgewandt (Nom.) sein (3.Sg.Opt.)
An das Hausleben mit seiner trügerischen Frömmigkeit gebunden, aus Verlangen nach weltlichem Glück, breite er das Gewebe der [fruchtbringenden] Werke aus, seine Einsicht durch die Wortauslegungen der Veden verdorben.
Wort für Wort
gṛheṣu kūṭa-dharmeṣu
an das Hausleben (Lok.), an trügerische Frömmigkeit (Lok.)
saktaḥ
gebunden (Nom.)
grāmya-sukha-icchayā
aus Verlangen (Instr.) nach weltlichem Glück
karma-tantram vitanute
das Gewebe der Werke (Akk.) breitet er aus (3.Sg.Präs.Med.)
veda-vāda-vipanna-dhīḥ
der, dessen Einsicht durch Wortauslegungen der Veden verdorben ist (Nom.)
Durch eine Einsicht, die auf Fremdes [den Körper] bedacht ist, den Weg zum Selbst vergessend, ein Vieh, dem Verlangen nach Frauen ergeben - so möge Dakṣa in Kürze in besonderem Maße ziegenbock-gesichtig werden.
Wort für Wort
buddhyā parābhidhyāyinyā
durch die auf Fremdes bedachte (Instr.) Einsicht (Instr.)
vismṛta-ātma-gatiḥ
der, dessen Weg zum Selbst vergessen ist (Nom.)
paśuḥ
ein Vieh (Nom.)
strī-kāmaḥ
dem Verlangen nach Frauen ergeben (Nom.)
saḥ astu atitarām
er (Nom.) möge werden (3.Sg.Imp.) in besonderem Maße (Adv.)
dakṣaḥ basta-mukhaḥ acirāt
Dakṣa (Nom.) ziegenbock-gesichtig (Nom.) in Kürze (Abl./Adv.)
vidyā-buddhir avidyāyāṁ karmamayyām asau jaḍaḥ
saṁsarantv iha ye cāmum anu śarvāvamāninam
Er, dessen Wissen und Einsicht in der aus Werken bestehenden Unwissenheit befangen sind, stumpfsinnig - er und alle, die diesem, dem Śiva-Beleidiger, nachfolgen, mögen hier weiter im Kreislauf [der Wiedergeburten] wandern.
Wort für Wort
vidyā-buddhiḥ
der, dessen Wissen und Einsicht (Nom.)
avidyāyām karma-mayyām
in der aus Werken bestehenden (Lok.) Unwissenheit (Lok.)
asau jaḍaḥ
dieser (Nom.) Stumpfsinnige (Nom.)
saṁsarantu iha
sie mögen wandern (3.Pl.Imp.) hier (Adv.)
ye ca amum anu
und diejenigen (Nom.Pl.), die diesem (Akk.) nachfolgen
Durch die blumenreichen Worte der Veden, durch deren überreichen, aufwühlenden honigartigen Duft, ihr Innerstes aufgewühlt, mögen die Śiva-Hasser gänzlich verwirrt bleiben.
Wort für Wort
giraḥ śrutāyāḥ
die Worte (Instr./Gen., hier attributiv) der Veden (Gen.)
puṣpiṇyāḥ
der blumenreichen (Gen.)
madhu-gandhena bhūriṇā
durch den überreichen (Instr.) honigartigen Duft (Instr.)
Als alles-essende Brahmanen, die um des Lebensunterhalts willen Gelehrsamkeit, Askese und Gelübde auf sich genommen haben, an Reichtum, Körper und Sinnen ergötzt, mögen sie hier als Bettler umherwandern.
Wort für Wort
sarva-bhakṣāḥ dvijāḥ
alles-essende (Nom.Pl.) Brahmanen (Nom.Pl.)
vṛttyai
um des Lebensunterhalts willen (Dat.)
dhṛta-vidyā-tapaḥ-vratāḥ
die Gelehrsamkeit, Askese und Gelübde auf sich genommen haben (Nom.Pl.)
vitta-deha-indriya-ārāmāḥ
an Reichtum, Körper und Sinnen ergötzt (Nom.Pl.)
yācakāḥ vicarantu iha
als Bettler (Nom.Pl.) mögen sie umherwandern (3.Pl.Imp.) hier
Als er den so gegen die Brahmanenschaft ausgesprochenen Fluch vernommen hatte, schleuderte Bhṛgu seinerseits einen Fluch zurück, eine unüberwindliche Brahmanenstrafe.
Wort für Wort
tasya evam vadataḥ
von ihm (Gen.), der so sprach (Gen., Ptz.Präs.)
śāpam śrutvā
den Fluch (Akk.) gehört habend (Absolutiv)
dvija-kulāya vai
gegen die Brahmanenschaft (Dat.) fürwahr
bhṛguḥ pratyasṛjat śāpam
Bhṛgu (Nom.) schleuderte zurück (3.Sg.Impf.) einen Fluch (Akk.)
brahma-daṇḍam duratyayam
eine unüberwindliche (Akk.) Brahmanenstrafe (Akk.)
bhava-vrata-dharā ye ca ye ca tān samanuvratāḥ
pāṣaṇḍinas te bhavantu sac-chāstra-paripanthinaḥ
Die, welche das Gelübde des Bhava [Śiva] tragen, und die, welche diesen nachfolgen - sie mögen zu Häretikern werden, Widersachern der rechten Schriften.
Wort für Wort
bhava-vrata-dharāḥ ye
die (Nom.Pl.), welche das Gelübde des Bhava tragen (Nom.Pl.)
ca ye ca tān samanuvratāḥ
und die (Nom.Pl.), welche diesen (Akk.Pl.) nachfolgen (Nom.Pl.)
pāṣaṇḍinaḥ te bhavantu
zu Häretikern (Nom.Pl.) mögen sie (Nom.Pl.) werden (3.Pl.Imp.)
Rein-los, stumpfsinnig, Haarflechten, Asche und Knochen tragend, mögen sie in die Śiva-Einweihung eintreten, wo Wein und Rauschtrank als göttlich gelten.
Wort für Wort
naṣṭa-śaucāḥ
die, deren Reinheit verloren ist (Nom.Pl.)
mūḍha-dhiyaḥ
stumpfsinnig (Nom.Pl.)
jaṭā-bhasma-asthi-dhāriṇaḥ
Haarflechten, Asche und Knochen tragend (Nom.Pl.)
viśantu śiva-dīkṣāyām
mögen eintreten (3.Pl.Imp.) in die Śiva-Einweihung (Lok.)
yatra daivam sura-āsavam
wo Wein und Rauschtrank (Nom.) als göttlich (Nom.) gelten
brahma ca brāhmaṇāṁś caiva yad yūyaṁ parinindatha
setuṁ vidhāraṇaṁ puṁsām ataḥ pāṣaṇḍam āśritāḥ
Weil ihr das Brahman [die Veden] und die Brahmanen verunglimpft, den Damm, der die Menschen aufrechthält, deshalb habt ihr Zuflucht bei der Häresie genommen.
Wort für Wort
brahma ca brāhmaṇān ca eva
das Brahman/die Veden (Akk.) und auch die Brahmanen (Akk.)
yat yūyam parinindatha
weil ihr (Nom.) verunglimpft (2.Pl.Präs.)
setum vidhāraṇam puṁsām
den Damm (Akk.), die Stütze (Akk.) der Menschen (Gen.Pl.)
ataḥ pāṣaṇḍam āśritāḥ
deshalb bei der Häresie (Akk.) Zuflucht genommen habend (Nom.Pl., PPP)
tad brahma paramaṁ śuddhaṁ satāṁ vartma sanātanam
vigarhya yāta pāṣaṇḍaṁ daivaṁ vo yatra bhūta-rāṭ
Jenes höchste, reine Brahman, den ewigen Pfad der Rechtschaffenen verunglimpfend, möget ihr zur Häresie gehen, wo euch der Herr der Geisterscharen [Śiva] als Gottheit gilt.
Maitreya sprach: Als Bhṛgu so den Fluch aussprach, verließ jener erhabene Bhava [Śiva] daraufhin, gleichsam ein wenig bekümmert, zusammen mit seinem Gefolge [den Ort].
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
tasya evam vadataḥ
von ihm (Gen.), der so sprach (Gen., Ptz.Präs.)
śāpam bhṛgoḥ
den Fluch (Akk.) des Bhṛgu (Gen.)
saḥ bhagavān bhavaḥ
jener (Nom.) erhabene (Nom.) Bhava/Śiva (Nom.)
niścakrāma tataḥ kiñcit
verließ (3.Sg.Perf.) daraufhin ein wenig
vimanāḥ iva sānugaḥ
gleichsam bekümmert (Nom.), zusammen mit seinem Gefolge (Nom.)
Nachdem sie dort, wo die Gaṅgā mit der Yamunā vereint ist, das Abschlussbad genommen hatten, gingen sie alle mit reinem [leidenschaftslosem] Geist danach zu ihrer jeweils eigenen Wohnstatt.
Wort für Wort
āplutya avabhṛtham
das Abschlussbad (Akk.) genommen habend (Absolutiv)
yatra gaṅgā yamunayā anvitā
wo die Gaṅgā (Nom.) mit der Yamunā (Instr.) vereint ist (Nom.)
virajena ātmanā
mit reinem, leidenschaftslosem Geist (Instr.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
svam svam dhāma yayuḥ tataḥ
gingen (3.Pl.Perf.) danach zu ihrer jeweils eigenen (Akk.) Wohnstatt (Akk.)