śrī-rājovāca
manvantareṣu bhagavan
yathā manv-ādayas tv ime
yasmin karmaṇi ye yena
niyuktās tad vadasva me
Śrī Rājā sprach: O Erhabener, wie diese – die Manus und die übrigen – in den Zeitaltern der Manus [Manvantaras] eingesetzt sind: in welcher Aufgabe, wer von wem eingesetzt wurde – das sage mir.
śrī-ṛṣir uvāca
manavo manu-putrāś ca
munayaś ca mahī-pate
indrāḥ sura-gaṇāś caiva
sarve puruṣa-śāsanāḥ
Śrī Ṛṣi sprach: Die Manus und die Söhne der Manus, die Weisen, o Herrscher der Erde, die Indras und die Scharen der Götter – sie alle stehen unter der Herrschaft des [Höchsten] Puruṣa.
Wort für Wort
śrī-ṛṣiḥ uvāca
der glorreiche Weise [Śukadeva] (Nom.) sprach (Perf.)
manavaḥ
die Manus (Nom. Pl.)
manu-putrāḥ
die Söhne der Manus (Nom. Pl.)
ca
und
munayaḥ
die Weisen, Munis (Nom. Pl.)
ca
und
mahī-pate
o Herr der Erde [König] (Vok. Sg.)
indrāḥ
die Indras (Nom. Pl.)
sura-gaṇāḥ
die Scharen der Götter (Nom. Pl.)
ca eva
und gewiss, und fürwahr
sarve
alle (Nom. Pl.)
puruṣa-śāsanāḥ
der Herrschaft des [Höchsten] Puruṣa unterstehend (Nom. Pl., Bahuvrīhi)
Yajña und die anderen [Gestalten], die als Erscheinungsformen des Puruṣa genannt wurden, o König – von ihnen angetrieben, leiten die Manus und die übrigen den Lauf der Welt.
Wort für Wort
yajña-ādayaḥ
Yajña und die anderen (Nom. Pl.)
yāḥ
welche (Nom. Pl. fem.)
kathitāḥ
genannt, dargelegt (Nom. Pl., Part.)
pauruṣyaḥ
zum Puruṣa gehörig, von ihm stammend (Nom. Pl., Adj.)
tanavaḥ
Körper, Erscheinungsformen (Nom. Pl. fem.)
nṛpa
o König (Vok. Sg.)
manu-ādayaḥ
die Manus und die übrigen (Nom. Pl.)
jagat-yātrām
den Weltenlauf, die Angelegenheiten der Welt (Akk. Sg.)
nayanti
sie leiten, führen (Präs. 3. Pl.)
ābhiḥ
durch diese [Erscheinungsformen] (Instr. Pl. fem.)
pracoditāḥ
angetrieben, veranlasst (Nom. Pl., Part.)
Kongruenz von pauruṣyaḥ mit dem fem. Pl. tanavaḥ ist morphologisch nicht ganz eindeutig; Sinn nach Kontext (Erscheinungsformen des Puruṣa) erschlossen [?].
Am Ende eines jeden Catur-yuga erschauten die Weisen durch Askese, wie im Laufe der Zeit die Gesamtheit der vedischen Unterweisungen – aus der die ewige Dharma [hervorgeht] – verloren ging.
Wort für Wort
catur-yuga-ante
am Ende eines jeden Vierer-Zeitalters [Catur-yuga] (Lok. Sg.)
kālena
durch die Zeit, im Laufe der Zeit (Instr. Sg.)
grastān
verschlungen, verloren (Akk. Pl., Part.)
śruti-gaṇān
die Gesamtheit der vedischen Unterweisungen (Akk. Pl.)
tato dharmaṁ catuṣpādaṁ
manavo hariṇoditāḥ
yuktāḥ sañcārayanty addhā
sve sve kāle mahīṁ nṛpa
Daraufhin, o König, lassen die von Hari angewiesenen und [damit] betrauten Manus die vierfüßige Dharma unmittelbar, ein jeder zu seiner eigenen Zeit, auf Erden [wieder] Fuß fassen.
Wort für Wort
tataḥ
daraufhin, danach
dharmam
die Dharma (Akk. Sg.)
catuḥ-pādam
die vierfüßige, aus vier Teilen bestehende (Akk. Sg., Adj.)
manavaḥ
die Manus (Nom. Pl.)
hariṇā
von Hari (Instr. Sg.)
uditāḥ
angewiesen, ermahnt (Nom. Pl., Part.)
yuktāḥ
beauftragt, betraut (Nom. Pl., Part.)
sañcārayanti
sie lassen [wieder] Fuß fassen, etablieren (Kaus. Präs. 3. Pl.)
pālayanti prajā-pālā
yāvad antaṁ vibhāgaśaḥ
yajña-bhāga-bhujo devā
ye ca tatrānvitāś ca taiḥ
Die Hüter der Untertanen [Könige, Nachkommen der Manus] verwalten [die Welt] abschnittsweise bis ans Ende [ihrer Zeit]; die Götter, welche den Opferanteil genießen, und jene, die sonst noch damit verbunden sind, [wirken] zusammen mit ihnen.
Indra, der die vom Erhabenen verliehene, gewaltige Herrlichkeit der drei Welten genießt, beschützt die drei Welten und lässt es nach Bedarf in der Welt regnen.
Und Hari verkündet, dem jeweiligen Zeitalter entsprechend, das Wissen, indem er die Gestalt eines Vollendeten [Siddha] annimmt; das Handeln [Karma], indem er die Gestalt eines Weisen [Ṛṣi] trägt; und den Yoga, indem er die Gestalt eines Meisters des Yoga [Yogeśa] annimmt.
Wort für Wort
jñānam
das Wissen (Akk. Sg.)
ca
und
anuyugam
entsprechend dem Zeitalter (Adv.)
brūte
er verkündet (Präs. 3. Sg. Ātm.)
hariḥ
Hari (Nom. Sg.)
siddha-svarūpa-dhṛk
die Gestalt eines Vollendeten [Siddha] tragend (Nom. Sg.)
ṛṣi-rūpa-dharaḥ
die Gestalt eines Weisen [Ṛṣi] tragend (Nom. Sg.)
karma
das Handeln, Karma (Akk. Sg.)
yogam
den Yoga (Akk. Sg.)
yoga-īśa-rūpa-dhṛk
die Gestalt eines Meisters des Yoga tragend (Nom. Sg.)
In Gestalt des Herrn der Geschöpfe [Prajāpati bewirkt er] die Schöpfung [der Nachkommenschaft]; in Gestalt des [selbstherrschenden] Königs möge er die Übeltäter vernichten; in Gestalt der Zeit [bewirkt er] die Vernichtung von allem – je nach gesonderter Erscheinungsweise [Guṇa].
Wort für Wort
sargam
die Schöpfung [der Nachkommenschaft] (Akk. Sg.)
prajā-īśa-rūpeṇa
in Gestalt des Herrn der Geschöpfe [Prajāpati] (Instr. Sg.)
dasyūn
die Räuber, Übeltäter (Akk. Pl.)
hanyāt
er möge töten, vernichten (Optativ 3. Sg.)
sva-rāṭ-vapuḥ
in Gestalt des [selbstherrschenden] Königs (Nom. Sg., Bahuvrīhi)
kāla-rūpeṇa
in Gestalt der Zeit (Instr. Sg.)
sarveṣām
von allem (Gen. Pl.)
abhāvāya
zur Vernichtung, zum Nichtsein (Dat. Sg.)
pṛthak
je einzeln, gesondert
guṇaḥ
mit [seiner jeweiligen] Erscheinungsweise, Eigenschaft (Nom. Sg.)
stūyamāno janair ebhir
māyayā nāma-rūpayā
vimohitātmabhir nānā-
darśanair na ca dṛśyate
Obwohl er von diesen Menschen, deren Sinn durch die aus Namen und Form [bestehende] Māyā verwirrt ist, gepriesen wird, wird er durch die mannigfaltigen [philosophischen] Sichtweisen dennoch nicht erkannt.
Wort für Wort
stūyamānaḥ
gepriesen werdend (Nom. Sg., Part. Pass.)
janaiḥ
von den Menschen (Instr. Pl.)
ebhiḥ
von diesen (Instr. Pl.)
māyayā
durch die Māyā (Instr. Sg.)
nāma-rūpayā
die aus Namen und Form [bestehende] (Instr. Sg., Adj.)
vimohita-ātmabhiḥ
deren Sinn verwirrt ist (Instr. Pl., Bahuvrīhi)
nānā-darśanaiḥ
durch mannigfaltige [philosophische] Sichtweisen (Instr. Pl.)