Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 25: puruṣa-sūkta-pratyakṣīkaraṇam Der Puruṣa-Sūkta bestätigt

Skandha 2, Adhyāya 6. Quelle: vedabase.io, vers-für-vers abgerufen (V.13-16, V.40-41 und V.43-45 auf der Quellseite als zusammenhängende Einheiten gruppiert; V.6 ist im Original ein Halbvers). Brahmā setzt seine Belehrung Nāradas fort und ordnet, dem vedischen Puruṣa-Sūkta folgend, sämtliche Körperteile des kosmischen Puruṣa den Elementen, Sinnesbereichen, Welten, Wesenklassen und rituellen Kategorien zu (V.1-22). Es folgt Brahmās eigener Bericht über seine Entstehung aus dem Nabellotos und seine Zusammenstellung des ursprünglichen Opfers aus den Gliedern des Puruṣa, gefolgt von den Prajāpatis, Manus und weiteren Wesen, die ebenfalls opferten (V.23-33). Den Höhepunkt bildet Brahmās eindringliches Bekenntnis der eigenen Grenzen - trotz vollendeten Yoga und der Stellung als Herr der Prajāpatis vermochte er den Herrn nicht zu erfassen, aus dem er selbst entstand (V.34-39), gefolgt von einer Beschreibung des reinen, formlosen Wissens, das nur die befriedeten Weisen erkennen (V.40-42). Eine abschließende Aufzählung aller Wesensklassen und Eigenschaften, die letztlich vom Erhabenen sind (V.43-45), mündet in die Ankündigung, nun die līlā-Inkarnationen des Puruṣa der Reihe nach zu schildern (V.46).

brahmovāca vācāṁ vahner mukhaṁ kṣetraṁ chandasāṁ sapta dhātavaḥ havya-kavyāmṛtānnānāṁ jihvā sarva-rasasya ca

Brahmā sprach: Der Mund ist das Feld der Rede und des Feuers, der sieben Grundelemente der vedischen Versmaße; die Zunge ist das Feld der Opfergaben für Götter und Ahnen, der unsterblichen Speisen und aller Geschmäcker.

Wort für Wort
brahmā uvāca
Brahmā sprach
vācāṁ vahner mukhaṁ kṣetraṁ
der Mund ist das Feld der Rede und des Feuer(gottes)
chandasāṁ sapta dhātavaḥ
die sieben Grundelemente der Versmaße
havya-kavya-amṛta-annānāṁ
der Götter-, Ahnen- und Ambrosia-Opfergaben
jihvā sarva-rasasya ca
die Zunge (ist das Feld) aller Geschmäcker

sarvāsūnāṁ ca vāyoś ca tan-nāse paramāyaṇe aśvinor oṣadhīnāṁ ca ghrāṇo moda-pramodayoḥ

Seine beiden Nasenlöcher sind der höchste Zufluchtsort aller Lebensatmen und des Windgottes; der Geruchssinn ist der Sitz der Aśvin-Zwillinge, der Heilkräuter und von Freude und Wonne.

Wort für Wort
sarvāsūnāṁ ca vāyoś ca
aller Lebensatmen und des Windgottes
tan-nāse paramāyaṇe
seine beiden Nasenlöcher, der höchste Zufluchtsort
aśvinor oṣadhīnāṁ ca
der Aśvin-Zwillinge und der Heilkräuter
ghrāṇo moda-pramodayoḥ
der Geruchssinn, von Freude und Wonne

rūpāṇāṁ tejasāṁ cakṣur divaḥ sūryasya cākṣiṇī karṇau diśāṁ ca tīrthānāṁ śrotram ākāśa-śabdayoḥ

Das Auge ist das Feld der Formen und Lichter, Himmel und Sonne sind seine Augen; die Ohren sind das Feld der Himmelsrichtungen und heiligen Stätten, das Gehör das Feld von Äther und Klang.

Wort für Wort
rūpāṇāṁ tejasāṁ cakṣur
das Auge ist das Feld der Formen und Lichter
divaḥ sūryasya cākṣiṇī
Himmel und Sonne sind seine Augen
karṇau diśāṁ ca tīrthānāṁ
die Ohren sind das Feld der Himmelsrichtungen und heiligen Stätten
śrotram ākāśa-śabdayoḥ
das Gehör das Feld von Äther und Klang

tad-gātraṁ vastu-sārāṇāṁ saubhagasya ca bhājanam tvag asya sparśa-vāyoś ca sarva-medhasya caiva hi

Sein Körper ist das Gefäß der Essenz aller Dinge und des Wohlergehens; seine Haut ist das Feld des Tastsinns, der Luft und fürwahr auch aller Opferkraft.

Wort für Wort
tad-gātraṁ vastu-sārāṇāṁ
sein Körper (ist das Gefäß) der Essenz aller Dinge
saubhagasya ca bhājanam
und das Gefäß des Wohlergehens
tvag asya sparśa-vāyoś ca
seine Haut (ist das Feld) des Tastsinns und der Luft
sarva-medhasya caiva hi
und fürwahr auch aller Opferkraft

romāṇy udbhijja-jātīnāṁ yair vā yajñas tu sambhṛtaḥ keśa-śmaśru-nakhāny asya śilā-lohābhra-vidyutām

Seine Körperhaare sind das Feld der aus Samen wachsenden Pflanzenarten, durch die auch das Opfer bereitet wird; sein Haupthaar, Bart und Nägel sind das Feld der Steine, Metalle, Wolken und Blitze.

Wort für Wort
romāṇy udbhijja-jātīnāṁ
seine Körperhaare (sind das Feld) der aus Samen wachsenden Pflanzenarten
yair vā yajñas tu sambhṛtaḥ
durch die auch das Opfer bereitet wird
keśa-śmaśru-nakhāny asya
sein Haupthaar, Bart und Nägel
śilā-lohābhra-vidyutām
(sind das Feld) der Steine, Metalle, Wolken und Blitze

bāhavo loka-pālānāṁ prāyaśaḥ kṣema-karmaṇām

Seine Arme sind das Feld der Weltenhüter, zumeist derer, deren Aufgabe der Schutz der Wesen ist.

Wort für Wort
bāhavo loka-pālānāṁ
seine Arme (sind das Feld) der Weltenhüter
prāyaśaḥ kṣema-karmaṇām
zumeist derer, deren Aufgabe der Schutz (der Wesen) ist

[Anm.: dieser Vers besteht im Original nur aus einem Halbvers (zwei Pādas) - so auf der Quellseite bestätigt.]

vikramo bhūr bhuvaḥ svaś ca kṣemasya śaraṇasya ca sarva-kāma-varasyāpi hareś caraṇa āspadam

Sein Schreiten ist das Feld von Bhūr, Bhuvaḥ und Svar, des Schutzes und der Zuflucht; Haris Fuß ist der Sitz auch aller höchsten Wunscherfüllung.

Wort für Wort
vikramo bhūr bhuvaḥ svaś ca
sein Schreiten (ist das Feld) von Bhūr, Bhuvaḥ und Svar
kṣemasya śaraṇasya ca
des Schutzes und der Zuflucht
sarva-kāma-varasyāpi
auch aller höchsten Wunscherfüllung
hareś caraṇa āspadam
Haris Fuß ist der Sitz

apāṁ vīryasya sargasya parjanyasya prajāpateḥ puṁsaḥ śiśna upasthas tu prajāty-ānanda-nirvṛteḥ

Das Zeugungsglied der kosmischen Person ist das Feld der Gewässer, der Zeugungskraft, der Schöpfung, des Regengottes und des Herrn der Geschöpfe; der Schoß ist das Feld der Nachkommenschaft, der Freude und des Glücks.

Wort für Wort
apāṁ vīryasya sargasya
der Gewässer, der Zeugungskraft, der Schöpfung
parjanyasya prajāpateḥ
des Regengottes und des Herrn der Geschöpfe
puṁsaḥ śiśna upasthas tu
das Zeugungsglied der (kosmischen) Person, der Schoß aber
prajāty-ānanda-nirvṛteḥ
(ist das Feld) der Nachkommenschaft, der Freude und des Glücks

pāyur yamasya mitrasya parimokṣasya nārada hiṁsāyā nirṛter mṛtyor nirayasya gudaṁ smṛtaḥ

Der Anus, o Nārada, gilt als das Feld Yamas, Mitras und der Befreiung; der Darmausgang als das Feld der Gewalt, Nirṛtis, des Todes und der Hölle.

Wort für Wort
pāyur yamasya mitrasya
der Anus (ist das Feld) Yamas und Mitras
parimokṣasya nārada
der Befreiung, o Nārada
hiṁsāyā nirṛter mṛtyor
der Gewalt, Nirṛtis und des Todes
nirayasya gudaṁ smṛtaḥ
der Darmausgang gilt als (das Feld) der Hölle

parābhūter adharmasya tamasaś cāpi paścimaḥ nāḍyo nada-nadīnāṁ ca gotrāṇām asthi-saṁhatiḥ

Und sein hinterer Teil ist das Feld der Niederlage, des Unrechts und der Finsternis; seine Adern sind das Feld der Flüsse und Ströme, seine Knochenstruktur das Feld der Gebirge.

Wort für Wort
parābhūter adharmasya
der Niederlage und des Unrechts
tamasaś cāpi paścimaḥ
und der Finsternis (ist) sein hinterer (Teil)
nāḍyo nada-nadīnāṁ ca
seine Adern (sind das Feld) der Flüsse und Ströme
gotrāṇām asthi-saṁhatiḥ
seine Knochenstruktur (das Feld) der Gebirge

avyakta-rasa-sindhūnāṁ bhūtānāṁ nidhanasya ca udaraṁ viditaṁ puṁso hṛdayaṁ manasaḥ padam

Der Bauch der kosmischen Person ist bekannt als das Feld des Unmanifesten, der Geschmacksmeere und der Vernichtung der Wesen; das Herz ist der Sitz des Geistes.

Wort für Wort
avyakta-rasa-sindhūnāṁ
des Unmanifesten und der Geschmacksmeere
bhūtānāṁ nidhanasya ca
und der Vernichtung der Wesen
udaraṁ viditaṁ puṁso
der Bauch der (kosmischen) Person ist bekannt (als deren Feld)
hṛdayaṁ manasaḥ padam
das Herz ist der Sitz des Geistes

dharmasya mama tubhyaṁ ca kumārāṇāṁ bhavasya ca vijñānasya ca sattvasya parasyātmā parāyaṇam

Sein Selbst ist die höchste Zuflucht der Rechtschaffenheit, meiner selbst und deiner, der vier Kumāras und Śivas, des reinen Wissens und der Erscheinungsweise Sattva.

Wort für Wort
dharmasya mama tubhyaṁ ca
der Rechtschaffenheit, meiner (Brahmās) und deiner (Nāradas)
kumārāṇāṁ bhavasya ca
der (vier) Kumāras und Śivas
vijñānasya ca sattvasya
des (reinen) Wissens und der Erscheinungsweise Sattva
parasyātmā parāyaṇam
sein Selbst ist die höchste Zuflucht

ahaṁ bhavān bhavaś caiva ta ime munayo 'grajāḥ surāsura-narā nāgāḥ khagā mṛga-sarīsṛpāḥ gandharvāpsaraso yakṣā rakṣo-bhūta-gaṇoragāḥ paśavaḥ pitaraḥ siddhā vidyādhrāś cāraṇā drumāḥ anye ca vividhā jīvā jala-sthala-nabhaukasaḥ graharkṣa-ketavas tārās taḍitaḥ stanayitnavaḥ sarvaṁ puruṣa evedaṁ bhūtaṁ bhavyaṁ bhavac ca yat tenedam āvṛtaṁ viśvaṁ vitastim adhitiṣṭhati

Ich, du und ebenso Śiva, diese erstgeborenen Weisen, Götter, Dämonen, Menschen, Schlangenwesen, Vögel, Tiere und Kriechtiere; Gandharvas, Apsaras, Yakṣas, die Scharen der Rakṣas, Geister und Uragas, Vieh, Ahnen, Siddhas, Vidyādharas, Cāraṇas und Bäume; und andere vielfältige Lebewesen, die im Wasser, auf der Erde und im Luftraum wohnen, Planeten, Sternbilder, Kometen, Sterne, Blitze und Donner - all dies ist wahrlich nur der Puruṣa, was gewesen ist, was sein wird und was ist; von ihm ist dieses Universum umhüllt, und doch überragt er es um eine Spanne.

Wort für Wort
ahaṁ bhavān bhavaś caiva
ich, du und ebenso Śiva (Bhava)
ta ime munayo 'grajāḥ
diese erstgeborenen Weisen
surāsura-narā nāgāḥ khagā mṛga-sarīsṛpāḥ
Götter, Dämonen, Menschen, Schlangenwesen, Vögel, Tiere, Kriechtiere
gandharvāpsaraso yakṣā
Gandharvas, Apsaras, Yakṣas
rakṣo-bhūta-gaṇoragāḥ
die Scharen der Rakṣas, Geister und Uragas
paśavaḥ pitaraḥ siddhā
Vieh, Ahnen, Siddhas
vidyādhrāś cāraṇā drumāḥ
Vidyādharas, Cāraṇas, Bäume
anye ca vividhā jīvā
und andere vielfältige Lebewesen
jala-sthala-nabhaukasaḥ
die im Wasser, auf der Erde und im Luftraum wohnen
graharkṣa-ketavas tārās
Planeten, Sternbilder, Kometen, Sterne
taḍitaḥ stanayitnavaḥ
Blitze und Donner
sarvaṁ puruṣa evedaṁ
all dies ist wahrlich nur der Puruṣa
bhūtaṁ bhavyaṁ bhavac ca yat
was gewesen ist, was sein wird und was ist
tenedam āvṛtaṁ viśvaṁ
von ihm ist dieses Universum umhüllt
vitastim adhitiṣṭhati
und doch überragt er (es) um eine (Hand-)Spanne

[Anm.: der Schlussvers (16) ist ein direktes Echo des vedischen Puruṣa-Sūkta (Ṛgveda 10.90), das lehrt, dass das manifeste Universum nur einen Teil des Puruṣa ausmacht, während er selbst darüber hinausragt/transzendiert ("vitastim adhitiṣṭhati" - wörtlich "er steht, [das All] um eine Handspanne überragend").]

sva-dhiṣṇyaṁ pratapan prāṇo bahiś ca pratapaty asau evaṁ virājaṁ pratapaṁs tapaty antar bahiḥ pumān

Der Lebensatem, der seinen eigenen Sitz erwärmt, erwärmt auch das Äußere; ebenso erwärmt die kosmische Person, den Virāṭ durchglühend, von innen und außen.

Wort für Wort
sva-dhiṣṇyaṁ pratapan prāṇo
der Lebensatem, der seinen eigenen Sitz erwärmt
bahiś ca pratapaty asau
erwärmt auch das Äußere
evaṁ virājaṁ pratapaṁs
ebenso, den Virāṭ durchglühend
tapaty antar bahiḥ pumān
erwärmt die (kosmische) Person von innen und außen

so 'mṛtasyābhayasyeśo martyam annaṁ yad atyagāt mahimaiṣa tato brahman puruṣasya duratyayaḥ

Er, der Herr der Unsterblichkeit und Furchtlosigkeit, der über alles Sterbliche und alle Nahrung hinausgeht - dies, o Brahmane, ist die unüberwindliche Herrlichkeit des Puruṣa.

Wort für Wort
so 'mṛtasyābhayasyeśo
er, der Herr der Unsterblichkeit und Furchtlosigkeit
martyam annaṁ yad atyagāt
der über das Sterbliche und die Nahrung hinausgeht
mahimaiṣa tato brahman
dies, o Brahmane, ist diese Herrlichkeit
puruṣasya duratyayaḥ
des Puruṣa, die unüberwindliche

pādeṣu sarva-bhūtāni puṁsaḥ sthiti-pado viduḥ amṛtaṁ kṣemam abhayaṁ tri-mūrdhno 'dhāyi mūrdhasu

In den Füßen der kosmischen Person, so wissen die Weisen, befinden sich alle Wesen, der Standort der Existenz; Unsterblichkeit, Sicherheit und Furchtlosigkeit wurden in den Häuptern des Dreihäuptigen verankert.

Wort für Wort
pādeṣu sarva-bhūtāni
in den Füßen (befinden sich) alle Wesen
puṁsaḥ sthiti-pado viduḥ
der (kosmischen) Person, den Standort der Existenz, so wissen sie
amṛtaṁ kṣemam abhayaṁ
Unsterblichkeit, Sicherheit und Furchtlosigkeit
tri-mūrdhno 'dhāyi mūrdhasu
wurden in den Häuptern des Dreihäuptigen verankert

[?: "tri-mūrdhnaḥ" (des Dreihäuptigen) bezieht sich wohl auf eine dreifache Zuordnung der oberen Welten/Regionen zum Puruṣa, analog zur vierfüßigen Gliederung des Puruṣa-Sūkta - die genaue Zuordnung bleibt im Vers selbst unausgeführt.]

pādās trayo bahiś cāsann aprajānāṁ ya āśramāḥ antas tri-lokyās tv aparo gṛha-medho 'bṛhad-vrataḥ

Drei Füße des Puruṣa befanden sich außerhalb, entsprechend den Lebensstadien derer, die kinderlos bleiben; der vierte aber ist innerhalb der drei Welten, der Haushälter, dessen Gelübde nicht so streng ist.

Wort für Wort
pādās trayo bahiś cāsann
drei Füße befanden sich außerhalb
aprajānāṁ ya āśramāḥ
(entsprechend) den Lebensstadien derer, die kinderlos (bleiben)
antas tri-lokyās tv aparo
der vierte aber (ist) innerhalb der drei Welten
gṛha-medho 'bṛhad-vrataḥ
der Haushälter, dessen Gelübde nicht so streng ist

[Anm.: puruṣa-sūkta-artige Zuordnung der vier Lebensstadien (āśramas) zu den "Füßen" des Puruṣa - drei (Brahmacārin, Vānaprastha, Sannyāsin) als kinderlose, "äußere" Stadien, das vierte (Haushälter) als "innerhalb der drei Welten" verortet.]

sṛtī vicakrame viśvaṅ sāśanānaśane ubhe yad avidyā ca vidyā ca puruṣas tūbhayāśrayaḥ

Er durchschritt beide alles durchdringenden Wege - den mit und den ohne Genuss - welche Nichtwissen und Wissen sind; der Puruṣa aber ist die Zuflucht von beidem.

Wort für Wort
sṛtī vicakrame viśvaṅ
er durchschritt beide alles durchdringenden Wege
sāśanānaśane ubhe
den mit und den ohne Genuss/Nahrung
yad avidyā ca vidyā ca
welche Nichtwissen und Wissen (sind)
puruṣas tūbhayāśrayaḥ
der Puruṣa aber ist die Zuflucht von beidem

yasmād aṇḍaṁ virāḍ jajñe bhūtendriya-guṇātmakaḥ tad dravyam atyagād viśvaṁ gobhiḥ sūrya ivātapan

Aus ihm entstand das kosmische Ei, der Virāṭ, von der Natur der Elemente, Sinnesorgane und Erscheinungsweisen; jenes Substanzhafte überstrahlte er, das Universum, wie die Sonne mit ihren Strahlen.

Wort für Wort
yasmād aṇḍaṁ virāḍ jajñe
aus ihm entstand das (kosmische) Ei, der Virāṭ
bhūtendriya-guṇātmakaḥ
von der Natur der Elemente, Sinnesorgane und Erscheinungsweisen
tad dravyam atyagād viśvaṁ
jenes Substanzhafte, das Universum, überstrahlte er
gobhiḥ sūrya ivātapan
wie die Sonne mit ihren Strahlen

yadāsya nābhyān nalinād ahaṁ āsaṁ mahātmanaḥ nāvidaṁ yajña-sambhārān puruṣāvayavān ṛte

Als ich aus dem Lotos aus dem Nabel dieser großen Seele entstand, kannte ich die Opferbestandteile nicht, außer aus den Gliedern des Puruṣa.

Wort für Wort
yadāsya nābhyān nalinād
als aus dem Lotos aus seinem Nabel
ahaṁ āsaṁ mahātmanaḥ
ich, (aus dem Nabel) der großen Seele, entstand
nāvidaṁ yajña-sambhārān
kannte ich die Opferbestandteile nicht
puruṣāvayavān ṛte
außer aus den Gliedern des Puruṣa

teṣu yajñasya paśavaḥ savanaspatayaḥ kuśāḥ idaṁ ca deva-yajanaṁ kālaś coru-guṇānvitaḥ

Unter diesen Gliedern fand ich die Opfertiere, die Bäume und das Kuśa-Gras, diesen Ort der Götterverehrung, und die mit reichen Eigenschaften versehene Zeit.

Wort für Wort
teṣu yajñasya paśavaḥ
unter diesen (fand ich) die Opfertiere
savanaspatayaḥ kuśāḥ
die Bäume und das Kuśa-Gras
idaṁ ca deva-yajanaṁ
und diesen Ort der Götterverehrung
kālaś coru-guṇānvitaḥ
und die mit reichen Eigenschaften versehene Zeit

vastūny oṣadhayaḥ snehā rasa-loha-mṛdo jalam ṛco yajūṁṣi sāmāni cātur-hotraṁ ca sattama

Die Opfergegenstände, Heilkräuter, Fette, Säfte, Metalle, Erde und Wasser, die Ṛg-, Yajur- und Sāma-Verse, sowie die vierfache Priesterschaft, o Bester.

Wort für Wort
vastūny oṣadhayaḥ snehā
die (Opfer-)Gegenstände, Heilkräuter, Fette
rasa-loha-mṛdo jalam
Säfte, Metalle, Erde, Wasser
ṛco yajūṁṣi sāmāni
die Ṛg-, Yajur- und Sāma-(Verse)
cātur-hotraṁ ca sattama
und die vierfache Priesterschaft, o Bester

nāma-dheyāni mantrāś ca dakṣiṇāś ca vratāni ca devatānukramaḥ kalpaḥ saṅkalpas tantram eva ca

Die rituellen Namensgebungen, Mantras, Priestergaben und Gelübde, die Reihenfolge der Gottheiten, das Ritualhandbuch, die Willensentschlüsse und die Opfervorschriften.

Wort für Wort
nāma-dheyāni mantrāś ca
die Namensgebungen und Mantras
dakṣiṇāś ca vratāni ca
die Priestergaben und Gelübde
devatānukramaḥ kalpaḥ
die Reihenfolge der Gottheiten, das Ritualhandbuch
saṅkalpas tantram eva ca
die Willensentschlüsse und die Opfervorschriften

gatayo matayaś caiva prāyaścittaṁ samarpaṇam puruṣāvayavair ete sambhārāḥ sambhṛtā mayā

Die jenseitigen Bestimmungen, Lehrmeinungen, Sühneriten und die abschließende Hingabe - diese Opferbestandteile wurden von mir aus den Gliedern des Puruṣa zusammengetragen.

Wort für Wort
gatayo matayaś caiva
die (jenseitigen) Bestimmungen und Lehrmeinungen
prāyaścittaṁ samarpaṇam
die Sühneriten und die (abschließende) Hingabe
puruṣāvayavair ete
diese, aus den Gliedern des Puruṣa
sambhārāḥ sambhṛtā mayā
die Bestandteile, wurden von mir zusammengetragen

iti sambhṛta-sambhāraḥ puruṣāvayavair ahaṁ tam eva puruṣaṁ yajñaṁ tenaivāyajam īśvaram

So sammelte ich die Bestandteile aus den Gliedern des Puruṣa und verehrte eben mit diesem selbst - dem Puruṣa, dem Opfer - den Herrn.

Wort für Wort
iti sambhṛta-sambhāraḥ
so, die Bestandteile gesammelt habend
puruṣāvayavair ahaṁ
ich, aus den Gliedern des Puruṣa
tam eva puruṣaṁ yajñaṁ
eben mit diesem Puruṣa, dem Opfer
tenaivāyajam īśvaram
verehrte ich eben damit den Herrn

tatas te bhrātara ime prajānāṁ patayo nava ayajan vyaktam avyaktaṁ puruṣaṁ su-samāhitāḥ

Danach verehrten diese meine Brüder, die neun Herren der Geschöpfe, wohlgesammelt, den manifesten und unmanifesten Puruṣa.

Wort für Wort
tatas te bhrātara ime
danach diese meine Brüder
prajānāṁ patayo nava
die neun Herren der Geschöpfe
ayajan vyaktam avyaktaṁ
verehrten den manifesten und unmanifesten
puruṣaṁ su-samāhitāḥ
Puruṣa, wohlgesammelt

tataś ca manavaḥ kāle ījire ṛṣayo 'pare pitaro vibudhā daityā manuṣyāḥ kratubhir vibhum

Und dann verehrten mit der Zeit die Manus, andere Weise, die Ahnen, Götter, Dämonen und Menschen den Allmächtigen durch ihre Opferriten.

Wort für Wort
tataś ca manavaḥ kāle
und dann, mit der Zeit, die Manus
ījire ṛṣayo 'pare
verehrten, andere Weise
pitaro vibudhā daityā
die Ahnen, Götter, Dämonen
manuṣyāḥ kratubhir vibhum
die Menschen, den Allmächtigen, durch (ihre) Opferriten

nārāyaṇe bhagavati tad idaṁ viśvam āhitam gṛhīta-māyoru-guṇaḥ sargādāv aguṇaḥ svataḥ

In Nārāyaṇa, dem Erhabenen, ruht dieses ganze Universum; er, der die großen Eigenschaften der Māyā annimmt, ist am Anfang der Schöpfung von sich aus eigentlich eigenschaftslos.

Wort für Wort
nārāyaṇe bhagavati
in Nārāyaṇa, dem Erhabenen
tad idaṁ viśvam āhitam
ruht dieses ganze Universum
gṛhīta-māyoru-guṇaḥ
der die großen Eigenschaften der Māyā annimmt
sargādāv aguṇaḥ svataḥ
ist am Anfang der Schöpfung von sich aus eigenschaftslos

sṛjāmi tan-niyukto 'haṁ haro harati tad-vaśaḥ viśvaṁ puruṣa-rūpeṇa paripāti tri-śakti-dhṛk

Von ihm beauftragt, erschaffe ich; Hara, ihm unterworfen, zerstört; er selbst beschützt in Gestalt des Puruṣa das Universum, er, der Träger der drei Kräfte.

Wort für Wort
sṛjāmi tan-niyukto 'haṁ
von ihm beauftragt, erschaffe ich
haro harati tad-vaśaḥ
Hara (Śiva), ihm unterworfen, zerstört
viśvaṁ puruṣa-rūpeṇa
das Universum, in Gestalt des Puruṣa
paripāti tri-śakti-dhṛk
beschützt er, der Träger der drei Kräfte

iti te 'bhihitaṁ tāta yathedam anupṛcchasi nānyad bhagavataḥ kiñcid bhāvyaṁ sad-asad-ātmakam

So wurde dir dies erklärt, mein Sohn, so wie du danach gefragt hast; es gibt nichts anderes, das - seiend oder nichtseiend seiner Natur nach - außerhalb des Erhabenen zu denken wäre.

Wort für Wort
iti te 'bhihitaṁ tāta
so wurde dir dies erklärt, mein Sohn
yathedam anupṛcchasi
so wie du danach gefragt hast
nānyad bhagavataḥ kiñcid
nichts anderes außer dem Erhabenen
bhāvyaṁ sad-asad-ātmakam
wäre zu denken, seiend oder nichtseiend seiner Natur nach

na bhāratī me 'ṅga mṛṣopalakṣyate na vai kvacin me manaso mṛṣā gatiḥ na me hṛṣīkāṇi patanty asat-pathe yan me hṛdautkaṇṭhyavatā dhṛto hariḥ

Meine Rede wird nicht als trügerisch befunden, mein Geist nimmt niemals einen falschen Weg; meine Sinne verfallen nicht dem Pfad des Unrechten, weil Hari von mir mit Sehnsucht im Herzen gehalten wird.

Wort für Wort
na bhāratī me 'ṅga mṛṣopalakṣyate
meine Rede wird nicht als trügerisch befunden
na vai kvacin me manaso mṛṣā gatiḥ
mein Geist nimmt niemals einen falschen Weg
na me hṛṣīkāṇi patanty asat-pathe
meine Sinne verfallen nicht dem Pfad des Unrechten
yan me hṛdautkaṇṭhyavatā dhṛto hariḥ
weil Hari von mir mit Sehnsucht im Herzen gehalten wird

so 'haṁ samāmnāyamayas tapomayaḥ prajāpatīnām abhivanditaḥ patiḥ āsthāya yogaṁ nipuṇaṁ samāhitas taṁ nādhyagacchaṁ yata ātma-sambhavaḥ

Ich, der aus der heiligen Überlieferung und aus Buße Bestehende, der verehrte Herr der Prajāpatis, habe, obwohl ich mich in vollkommener Sammlung dem Yoga hingegeben habe, ihn nicht erreicht, aus dem doch mein eigenes Selbst entstand.

Wort für Wort
so 'haṁ samāmnāyamayas tapomayaḥ
ich, der aus der (heiligen) Überlieferung und aus Buße Bestehende
prajāpatīnām abhivanditaḥ patiḥ
der verehrte Herr der Prajāpatis
āsthāya yogaṁ nipuṇaṁ samāhitas
obwohl ich mich vollkommen gesammelt dem Yoga hingegeben habe
taṁ nādhyagacchaṁ yata ātma-sambhavaḥ
habe ich ihn nicht erreicht, aus dem (doch) mein Selbst entstand

[Anm.: bemerkenswertes Demutsbekenntnis Brahmās - trotz seiner Stellung als Herr der Prajāpatis und trotz vollendeter Yoga-Praxis vermochte er den Herrn, aus dem er selbst entstand, nicht vollständig zu erfassen.]

nato 'smy ahaṁ tac-caraṇaṁ samīyuṣāṁ bhavac-chidaṁ svasty-ayanaṁ sumaṅgalam yo hy ātma-māyā-vibhavaṁ sma paryagād yathā nabhaḥ svāntam athāpare kutaḥ

Ich verneige mich vor jenem Fuß des Herrn, der denen, die zu ihm gelangen, die Existenz zerschneidet, der ihr Heil und höchstes Wohl ist - er, der die Ausbreitung seiner eigenen Māyā selbst nicht ganz erfasst hat, wie der Äther nicht sein eigenes Ende kennt - wie viel weniger dann andere?

Wort für Wort
nato 'smy ahaṁ tac-caraṇaṁ samīyuṣāṁ
ich verneige mich vor jenem Fuß, (dem Fuß) derer, die (zu ihm) gelangen
bhavac-chidaṁ svasty-ayanaṁ sumaṅgalam
der die Existenz zerschneidet, Heil und höchstes Wohl
yo hy ātma-māyā-vibhavaṁ sma paryagād
der die Ausbreitung seiner eigenen Māyā (selbst) erfasst hat
yathā nabhaḥ svāntam athāpare kutaḥ
wie der Äther sein eigenes Ende - wie viel weniger dann andere

nāhaṁ na yūyaṁ yad-ṛtāṁ gatiṁ vidur na vāmadevaḥ kim utāpare surāḥ tan-māyayā mohita-buddhayas tv idaṁ vinirmitaṁ cātma-samaṁ vicakṣmahe

Weder ich noch ihr kennen seinen wahren Weg, noch Vāmadeva - wieviel weniger dann andere Götter; durch dessen Māyā im Verstand getäuscht, betrachten wir dieses Erschaffene als uns selbst gleichartig.

Wort für Wort
nāhaṁ na yūyaṁ yad-ṛtāṁ gatiṁ vidur
weder ich noch ihr kennen seinen wahren Weg
na vāmadevaḥ kim utāpare surāḥ
noch Vāmadeva (Śiva) - wieviel weniger andere Götter
tan-māyayā mohita-buddhayas tv idaṁ
durch dessen Māyā im Verstand getäuscht, dieses
vinirmitaṁ cātma-samaṁ vicakṣmahe
Erschaffene betrachten wir als uns selbst gleichartig

[?: die genaue Bedeutung von "ātma-samaṁ vicakṣmahe" - "wir betrachten (es) als uns selbst gleich" - bleibt knapp; sinngemäß gemeint ist wohl, dass selbst Brahmā und die Götter, durch Māyā getäuscht, das Geschaffene mit sich selbst auf einer Stufe wähnen, statt die Transzendenz des Herrn zu erkennen.]

yasyāvatāra-karmāṇi gāyanti hy asmad-ādayaḥ na yaṁ vidanti tattvena tasmai bhagavate namaḥ

Ihm, dessen Inkarnationstaten wir und andere fürwahr besingen, den wir aber der Wahrheit nach nicht kennen - ihm, dem Erhabenen, sei Verehrung.

Wort für Wort
yasyāvatāra-karmāṇi
dessen Inkarnationstaten
gāyanti hy asmad-ādayaḥ
wir und andere fürwahr besingen
na yaṁ vidanti tattvena
den wir der Wahrheit nach nicht kennen
tasmai bhagavate namaḥ
ihm, dem Erhabenen, sei Verehrung

sa eṣa ādyaḥ puruṣaḥ kalpe kalpe sṛjaty ajaḥ ātmātmany ātmanātmānaṁ sa saṁyacchati pāti ca

Er, dieser ursprüngliche, ungeborene Puruṣa, erschafft in jedem Weltzeitalter aufs Neue; er selbst zieht durch sich selbst sein eigenes Selbst in sich selbst zurück und erhält es auch.

Wort für Wort
sa eṣa ādyaḥ puruṣaḥ
er, dieser ursprüngliche Puruṣa
kalpe kalpe sṛjaty ajaḥ
erschafft, ungeboren, in jedem Weltzeitalter
ātmātmany ātmanātmānaṁ
das Selbst, im Selbst, durch das Selbst, das Selbst
sa saṁyacchati pāti ca
zieht er zurück und erhält (es) auch

[Anm.: dichte reflexive Wortfolge "ātmā ātmani ātmanā ātmānam" (Selbst - im Selbst - durch das Selbst - das Selbst) beschreibt die vollständige Selbstgenügsamkeit des Puruṣa bei Schöpfung, Erhaltung und Rückzug.]

viśuddhaṁ kevalaṁ jñānaṁ pratyak samyag avasthitam satyaṁ pūrṇam anādy-antaṁ nirguṇaṁ nityam advayam ṛṣe vidanti munayaḥ praśāntātmendriyāśayāḥ yadā tad evāsat-tarkais tirodhīyeta viplutam

Er ist reines, absolutes Wissen, in sich selbst zurückgewandt, vollkommen fest gegründet; wahr, vollständig, ohne Anfang und Ende, eigenschaftslos, ewig, nicht-zweifach. O Weiser, die Weisen mit befriedeter Seele, Sinnen und Denken erkennen ihn, wenn er nicht durch trügerische Spekulationen verdeckt und verwirrt wird.

Wort für Wort
viśuddhaṁ kevalaṁ jñānaṁ
reines, absolutes Wissen
pratyak samyag avasthitam
in sich selbst zurückgewandt, vollkommen fest gegründet
satyaṁ pūrṇam anādy-antaṁ
wahr, vollständig, ohne Anfang und Ende
nirguṇaṁ nityam advayam
eigenschaftslos, ewig, nicht-zweifach
ṛṣe vidanti munayaḥ
o Weiser, die Weisen erkennen (ihn)
praśāntātmendriyāśayāḥ
mit befriedeter Seele, Sinnen und Denken
yadā tad evāsat-tarkais
wenn er nicht durch trügerische Spekulationen
tirodhīyeta viplutam
verdeckt und verwirrt wird

ādyo 'vatāraḥ puruṣaḥ parasya kālaḥ svabhāvaḥ sad-asan-manaś ca dravyaṁ vikāro guṇa indriyāṇi virāṭ svarāṭ sthāsnu cariṣṇu bhūmnaḥ

Der Puruṣa ist die ursprüngliche Inkarnation des Höchsten; Zeit, Eigennatur, Sein und Nichtsein, Geist, Stoff, Umwandlung, Erscheinungsweisen, Sinnesorgane, der Virāṭ, der Svarāṭ, das Unbewegliche und das Bewegliche - all dies ist vom Erhabenen.

Wort für Wort
ādyo 'vatāraḥ puruṣaḥ parasya
der Puruṣa ist die ursprüngliche Inkarnation des Höchsten
kālaḥ svabhāvaḥ sad-asan-manaś ca
Zeit, Eigennatur, Sein und Nichtsein, Geist
dravyaṁ vikāro guṇa indriyāṇi
Stoff, Umwandlung, Erscheinungsweisen, Sinnesorgane
virāṭ svarāṭ sthāsnu cariṣṇu bhūmnaḥ
der Virāṭ, der Svarāṭ, das Unbewegliche und Bewegliche - (all dies ist) vom Erhabenen

ahaṁ bhavo yajña ime prajeśā dakṣādayo ye bhavad-ādayaś ca svarloka-pālāḥ khagaloka-pālā nṛloka-pālās talaloka-pālāḥ gandharva-vidyādhara-cāraṇeśā ye yakṣa-rakṣoraga-nāga-nāthāḥ ye vā ṛṣīṇām ṛṣabhāḥ pitṝṇāṁ daityendra-siddheśvara-dānavendrāḥ anye ca ye preta-piśāca-bhūta- kūṣmāṇḍa-yādo-mṛga-pakṣy-adhīśāḥ yat kiñca loke bhagavan mahasvad ojaḥ-sahasvad balavat kṣamāvat śrī-hrī-vibhūty-ātmavad adbhutārṇaṁ tattvaṁ paraṁ rūpavad asva-rūpam

Ich, Śiva, Yajña, diese Herren der Geschöpfe wie Dakṣa und andere, sowie du und andere, die Hüter der Himmelswelt, der Vogelwelt, der Menschenwelt und der unteren Welten; die Herren der Gandharvas, Vidyādharas und Cāraṇas, die Herren der Yakṣas, Rakṣas, Uragas und Nāgas, die Besten unter den Weisen und Ahnen, die Herren der Daityas, Siddhas und Dānavas, und andere, die Herrscher der Pretas, Piśācas, Bhūtas, Kūṣmāṇḍas, Wassertiere, wilden Tiere und Vögel - was auch immer in der Welt, o Erhabener, von Herrlichkeit, Kraft, Stärke, Macht und Geduld erfüllt ist, was Schönheit, Bescheidenheit, Reichtum und Selbstbewusstsein besitzt, was von wunderbarer Fülle ist - all das ist die höchste Wahrheit, die zugleich Form besitzt und formlos ist.

Wort für Wort
ahaṁ bhavo yajña ime prajeśā
ich, Śiva, Yajña, diese Herren der Geschöpfe
dakṣādayo ye bhavad-ādayaś ca
wie Dakṣa und andere, sowie du und andere
svarloka-pālāḥ khagaloka-pālā
die Hüter der Himmelswelt, der Vogelwelt
nṛloka-pālās talaloka-pālāḥ
der Menschenwelt und der unteren Welten
gandharva-vidyādhara-cāraṇeśā
die Herren der Gandharvas, Vidyādharas, Cāraṇas
ye yakṣa-rakṣoraga-nāga-nāthāḥ
die Herren der Yakṣas, Rakṣas, Uragas, Nāgas
ye vā ṛṣīṇām ṛṣabhāḥ pitṝṇāṁ
die Besten unter den Weisen und Ahnen
daityendra-siddheśvara-dānavendrāḥ
die Herren der Daityas, Siddhas und Dānavas
anye ca ye preta-piśāca-bhūta-
und andere, die Herrscher der Pretas, Piśācas, Geister
kūṣmāṇḍa-yādo-mṛga-pakṣy-adhīśāḥ
der Kūṣmāṇḍas, Wassertiere, wilden Tiere und Vögel
yat kiñca loke bhagavan mahasvad
was auch immer in der Welt, o Erhabener, von Herrlichkeit erfüllt ist
ojaḥ-sahasvad balavat kṣamāvat
von Kraft, Stärke, Macht und Geduld
śrī-hrī-vibhūty-ātmavad adbhutārṇaṁ
von Schönheit, Bescheidenheit, Reichtum, Selbstbewusstsein, wunderbarer Fülle
tattvaṁ paraṁ rūpavad asva-rūpam
(all das ist) die höchste Wahrheit, form-habend und formlos

prādhānyato yān ṛṣa āmananti līlāvatārān puruṣasya bhūmnaḥ āpīyatāṁ karṇa-kaṣāya-śoṣān anukramiṣye ta imān supeśān

Jene Spiel-Inkarnationen des überreichen Puruṣa, die die Weisen der Hauptsache nach überliefern - diese, die den Schmutz der Ohren austrocknen lassen, will ich dir nun der Reihe nach erzählen, diese wohlgeformten Erscheinungen, auf dass sie getrunken werden.

Wort für Wort
prādhānyato yān ṛṣa āmananti
die die Weisen der Hauptsache nach überliefern
līlāvatārān puruṣasya bhūmnaḥ
die Spiel-Inkarnationen des überreichen Puruṣa
āpīyatāṁ karṇa-kaṣāya-śoṣān
die den Schmutz der Ohren austrocknen lassen, auf dass sie getrunken werden
anukramiṣye ta imān supeśān
will ich dir diese wohlgeformten der Reihe nach (erzählen)

[Anm.: Überleitungsvers - Brahmā kündigt an, im Folgenden (ab Kapitel 7) die līlā-Inkarnationen (Spiel-Herabkünfte) des Puruṣa der Reihe nach zu schildern.]

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