Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 39: sarga-vibhāgaḥ Die Unterteilungen der Schöpfung

Skandha 3, Adhyāya 10. Quelle: vedabase.io, Sanskrit-Kapiteltitel dort nicht in IAST angegeben (nur Englisch 'Divisions of the Creation'); title_sa daher als knappe eigene IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, nicht dem Quelltext entnommen.

vidura uvāca | antarhite bhagavati brahmā loka-pitāmahaḥ | prajāḥ sasarja katidhā daihikīr mānasīr vibhuḥ

Vidura sprach: Nachdem der Erhabene entschwunden war, wie viele Arten von Geschöpfen erschuf Brahmā, der Großvater der Welten, der Mächtige - körperliche und geistige?

Wort für Wort
vidura uvāca
Vidura sprach
antarhite bhagavati
als der Erhabene entschwunden war
brahmā loka-pitāmahaḥ
Brahmā, der Großvater der Welten
prajāḥ sasarja katidhā
wie viele Arten von Geschöpfen erschuf er
daihikīr mānasīr vibhuḥ
körperliche und geistige, der Mächtige

ye ca me bhagavan pṛṣṭās | tvayy arthā bahuvittama | tān vadasvānupūrvyeṇa | chindhi naḥ sarva-saṁśayān

Und die Belange, nach denen ich dich gefragt habe, o Erhabener, du Kenner der meisten Dinge - sprich sie der Reihe nach aus, zerschneide all unsere Zweifel.

Wort für Wort
ye ca me bhagavan pṛṣṭās
und die [Belange], die ich dich gefragt habe, o Erhabener
tvayy arthā bahuvittama
die Belange an dich, o Kenner der meisten Dinge
tān vadasvānupūrvyeṇa
sprich diese der Reihe nach aus
chindhi naḥ sarva-saṁśayān
zerschneide all unsere Zweifel

evaṁ sañcoditas tena kṣattrā kauṣāravir muniḥ | prītaḥ pratyāha tān praśnān hṛdi-sthān atha bhārgava

So von Kṣattā [Vidura] angespornt, antwortete der weise Sohn der Kuṣāru [Maitreya], erfreut, auf jene im Herzen gegenwärtigen Fragen, o Bhārgava.

Wort für Wort
evaṁ sañcoditas tena
so von ihm angespornt
kṣattrā kauṣāravir muniḥ
von Kṣattā [Vidura], der weise Sohn der Kuṣāru [Maitreya]
prītaḥ pratyāha tān praśnān
erfreut beantwortete er jene Fragen
hṛdi-sthān atha bhārgava
die im Herzen gegenwärtig waren, o Bhārgava

maitreya uvāca | viriñco 'pi tathā cakre | divyaṁ varṣa-śataṁ tapaḥ | ātmany ātmānam āveśya | yathāha bhagavān ajaḥ

Maitreya sprach: Auch Viriñca [Brahmā] übte ebenso hundert göttliche Jahre Askese, indem er das Selbst ins Selbst versenkte, wie es der erhabene Ungeborene [ihm] gesagt hatte.

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
viriñco 'pi tathā cakre
auch Viriñca [Brahmā] tat so
divyaṁ varṣa-śataṁ tapaḥ
hundert göttliche Jahre Askese
ātmany ātmānam āveśya
indem er das Selbst ins Selbst versenkte
yathāha bhagavān ajaḥ
wie es der erhabene Ungeborene gesagt hatte

tad vilokyābja-sambhūto | vāyunā yad-adhiṣṭhitaḥ | padmam ambhaś ca tat-kāla-kṛta-vīryeṇa kampitam

Dies erblickend - der aus dem Lotos Entstandene [Brahmā sah], wie der Lotos, auf dem er ruhte, [?] und das Wasser durch die zu jener Zeit erzeugte Kraft [des Windes] erschüttert wurden.

Wort für Wort
tad vilokya
dies erblickend
abja-sambhūtaḥ
der aus dem Lotos Entstandene [Brahmā]
vāyunā yad-adhiṣṭhitaḥ
[der Lotos,] worauf der Wind ruhte / den der Wind erfasst hatte
padmam ambhaś ca
den Lotos und das Wasser
tat-kāla-kṛta-vīryeṇa kampitam
durch die zu jener Zeit erzeugte Kraft erschüttert

[?] Bezug von 'vāyunā yad-adhiṣṭhitaḥ' (ob der Lotos vom Wind getragen wird oder Brahmā selbst gemeint ist) im Quelltext nicht eindeutig aufgeloest, unabhaengig als wahrscheinlichste grammatische Lesart uebersetzt.

tapasā hy edhamānena | vidyayā cātma-saṁsthayā | vivṛddha-vijñāna-balo | nyapād vāyuṁ sahāmbhasā

Durch die wachsende Askese und durch das im Selbst gegründete Wissen, dessen Erkenntniskraft angewachsen war, verschlang er [Brahmā] den Wind zusammen mit dem Wasser.

Wort für Wort
tapasā hy edhamānena
durch die wachsende Askese
vidyayā cātma-saṁsthayā
und durch das im Selbst gegründete Wissen
vivṛddha-vijñāna-balaḥ
dessen Erkenntniskraft angewachsen war
nyapād vāyuṁ sahāmbhasā
er verschlang den Wind zusammen mit dem Wasser

tad vilokya viyad-vyāpi puṣkaraṁ yad-adhiṣṭhitam | anena lokān prāg-līnān kalpitāsmīty acintayat

Dies erblickend - den den Raum durchdringenden Lotos, auf dem er ruhte - dachte er: 'Durch diesen werde ich die zuvor aufgelösten Welten gestalten.'

Wort für Wort
tad vilokya
dies erblickend
viyad-vyāpi puṣkaram
den den Raum durchdringenden Lotos
yad-adhiṣṭhitam
auf dem er ruhte
anena lokān prāg-līnān
durch diesen die zuvor aufgelösten Welten
kalpitāsmīty acintayat
'werde ich gestalten', so dachte er

padma-kośaṁ tadāviśya bhagavat-karma-coditaḥ | ekaṁ vyabhāṅkṣīd urudhā tridhā bhāvyaṁ dvi-saptadhā

Dann in den Lotoskelch eintretend, angetrieben durch das Wirken des Erhabenen, teilte er das Eine vielfach - dreifach, [und] das Werdende vierzehnfach.

Wort für Wort
padma-kośaṁ tadāviśya
dann in den Lotoskelch eintretend
bhagavat-karma-coditaḥ
angetrieben durch das Wirken des Erhabenen
ekaṁ vyabhāṅkṣīd urudhā
er teilte das Eine vielfach
tridhā bhāvyaṁ dvi-saptadhā
dreifach, das Werdende vierzehnfach

etāvāñ jīva-lokasya | saṁsthā-bhedaḥ samāhṛtaḥ | dharmasya hy animittasya | vipākaḥ parameṣṭhy asau

So viel wurde zur Unterteilung der Anordnung der Welt der Lebewesen zusammengefasst; denn dies ist die Frucht des ursachenlosen Dharma, o Erhabenster.

Wort für Wort
etāvāñ jīva-lokasya
so viel [gehört] zur Welt der Lebewesen
saṁsthā-bhedaḥ samāhṛtaḥ
die Unterteilung der Anordnung wurde zusammengefasst
dharmasya hy animittasya
denn des ursachenlosen Dharma
vipākaḥ parameṣṭhy asau
dies ist die Frucht, o Erhabenster

vidura uvāca | yathāttha bahu-rūpasya | harer adbhuta-karmaṇaḥ | kālākhyaṁ lakṣaṇaṁ brahman | yathā varṇaya naḥ prabho

Vidura sprach: Wie du von dem vielgestaltigen Hari, dessen Taten wunderbar sind, gesprochen hast - beschreibe uns, o Brahmane, o Herr, das als 'Zeit' bezeichnete Merkmal.

Wort für Wort
vidura uvāca
Vidura sprach
yathāttha bahu-rūpasya
wie du gesagt hast von dem Vielgestaltigen
harer adbhuta-karmaṇaḥ
Haris, dessen Taten wunderbar sind
kālākhyaṁ lakṣaṇaṁ brahman
das als Zeit benannte Merkmal, o Brahmane
yathā varṇaya naḥ prabho
beschreibe es uns bitte, o Herr

guṇa-vyatikarākāro nirviśeṣo 'pratiṣṭhitaḥ | puruṣas tad-upādānam ātmānaṁ līlayāsṛjat

Der Puruṣa, dessen Gestalt aus der Vermischung der Guṇas entsteht, unbestimmt und ohne festen Grund, erschuf mit dieser [Zeit] als Werkzeug spielerisch sich selbst.

Wort für Wort
guṇa-vyatikarākāraḥ
dessen Gestalt aus der Vermischung der Guṇas entsteht
nirviśeṣo 'pratiṣṭhitaḥ
unbestimmt, ohne festen Grund
puruṣas tad-upādānam
der Puruṣa, mit diesem [der Zeit] als Werkzeug
ātmānaṁ līlayāsṛjat
erschuf spielerisch sich selbst

viśvaṁ vai brahma-tan-mātraṁ saṁsthitaṁ viṣṇu-māyayā | īśvareṇa paricchinnaṁ kālenāvyakta-mūrtinā

Das Universum ist wahrlich nur Brahman, bestehend durch Viṣṇus Māyā, begrenzt durch den Herrn [in Gestalt] der Zeit, deren Form unmanifest ist.

Wort für Wort
viśvaṁ vai brahma-tan-mātram
das Universum ist wahrlich nur Brahman
saṁsthitaṁ viṣṇu-māyayā
bestehend durch Viṣṇus Māyā
īśvareṇa paricchinnam
begrenzt durch den Herrn
kālenāvyakta-mūrtinā
durch die Zeit, deren Gestalt unmanifest ist

yathedānīṁ tathāgre ca paścād apy etad īdṛśam

Wie es jetzt ist, so war es zuvor, und auch danach wird dies ebenso sein.

Wort für Wort
yathedānīṁ
wie jetzt
tathāgre ca
so auch zuvor
paścād apy etad īdṛśam
auch danach wird dies ebenso sein

[Anm.] Kurzer Halbvers (nur eine Zeile) im Quelltext als eigenstaendiger Vers 13 gefuehrt; setzt den Gedanken ueber die unveraenderliche Natur des Universums aus Vers 12 fort.

sargo nava-vidhas tasya prākṛto vaikṛtas tu yaḥ | kāla-dravya-guṇair asya tri-vidhaḥ pratisaṅkramaḥ

Seine Schöpfung ist neunfacher Art: die eine ist die ursprüngliche (prākṛta), die andere die abgewandelte (vaikṛta); durch Zeit, Substanz und Guṇas ist deren Wandlung [wiederum] dreifacher Art.

Wort für Wort
sargo nava-vidhas tasya
seine Schöpfung ist neunfacher Art
prākṛto vaikṛtas tu yaḥ
die eine ist ursprünglich, die andere abgewandelt
kāla-dravya-guṇair asya
durch Zeit, Substanz und Guṇas
tri-vidhaḥ pratisaṅkramaḥ
ist deren Wandlung dreifacher Art

ādyas tu mahataḥ sargo | guṇa-vaiṣamyam ātmanaḥ | dvitīyas tv ahamo yatra | dravya-jñāna-kriyodayaḥ

Die erste [Schöpfung] aber ist die des Mahat - die Ungleichheit der Guṇas der Urnatur; die zweite ist die des Ahaṅkāra, worin das Entstehen von Substanz, Erkenntnisvermögen und Handlungsvermögen erfolgt.

Wort für Wort
ādyas tu mahataḥ sargaḥ
die erste aber ist die Schöpfung des Mahat
guṇa-vaiṣamyam ātmanaḥ
die Ungleichheit der Guṇas der Urnatur
dvitīyas tv ahamo yatra
die zweite aber ist die des Ahaṅkāra, worin
dravya-jñāna-kriyodayaḥ
das Entstehen von Substanz, Erkenntnis und Handlung

bhūta-sargas tṛtīyas tu tan-mātro dravya-śaktimān | caturtha aindriyaḥ sargo yas tu jñāna-kriyātmakaḥ

Die dritte aber ist die Schöpfung der Elemente aus den Feinstoffen, die die Kraft der Substanz besitzen; die vierte ist die Schöpfung der Sinnesorgane, die aus Erkenntnis- und Handlungssinnen besteht.

Wort für Wort
bhūta-sargas tṛtīyas tu
die dritte aber ist die Schöpfung der Elemente
tan-mātro dravya-śaktimān
aus den Feinstoffen, die die Kraft der Substanz besitzen
caturtha aindriyaḥ sargaḥ
die vierte ist die Schöpfung der Sinnesorgane
yas tu jñāna-kriyātmakaḥ
die aus Erkenntnis- und Handlungssinnen besteht

vaikāriko deva-sargaḥ pañcamo yan-mayaṁ manaḥ | ṣaṣṭhas tu tamasaḥ sargo yas tv abuddhi-kṛtaḥ prabhoḥ

Die fünfte ist die aus Vaikārika hervorgehende Schöpfung der Götter, aus welcher auch der Geist besteht; die sechste aber ist die aus Tamas entstandene Schöpfung, die vom Herrn als Ursache des Unverstandes gemacht wurde.

Wort für Wort
vaikāriko deva-sargaḥ
die aus Vaikārika hervorgehende Schöpfung der Götter
pañcamo yan-mayaṁ manaḥ
die fünfte, aus welcher der Geist besteht
ṣaṣṭhas tu tamasaḥ sargaḥ
die sechste aber ist die Schöpfung aus Tamas
yas tv abuddhi-kṛtaḥ prabhoḥ
die vom Herrn als Unverstand gemacht wurde

ṣaḍ ime prākṛtāḥ sargā | vaikṛtān api me śṛṇu | rajo-bhājo bhagavato | līleyaṁ hari-medhasaḥ

Diese sechs sind die ursprünglichen Schöpfungen; höre von mir nun auch die abgewandelten - dies ist das Spiel des mit Rajas verbundenen Erhabenen [Brahmā], dessen Geist auf Hari gerichtet ist.

Wort für Wort
ṣaḍ ime prākṛtāḥ sargāḥ
diese sechs sind die ursprünglichen Schöpfungen
vaikṛtān api me śṛṇu
höre von mir auch die abgewandelten
rajo-bhājo bhagavataḥ
des mit Rajas verbundenen Erhabenen
līleyaṁ hari-medhasaḥ
dies ist das Spiel dessen, dessen Geist auf Hari gerichtet ist

saptamo mukhya-sargas tu ṣaḍ-vidhas tasthuṣāṁ ca yaḥ | vanaspaty-oṣadhi-latā-tvaksārā vīrudho drumāḥ

Die siebte aber ist die Hauptschöpfung, sechsfacher Art, der unbeweglichen Wesen: fruchttragende Bäume, Kräuter, Schlingpflanzen, rindenreiche Sträucher, Kriechpflanzen und blühende Bäume.

Wort für Wort
saptamo mukhya-sargas tu
die siebte aber ist die Hauptschöpfung
ṣaḍ-vidhas tasthuṣāṁ ca yaḥ
sechsfacher Art, die der unbeweglichen [Wesen]
vanaspaty-oṣadhi-latā-
fruchttragende Bäume, Kräuter, Schlingpflanzen
tvaksārā vīrudho drumāḥ
rindenreiche Sträucher, Kriechpflanzen, blühende Bäume

utsrotasas tamaḥ-prāyā | antaḥ-sparśā viśeṣiṇaḥ

[Sie sind] nach oben wachsend, überwiegend von Tamas geprägt, innerlich empfindungsfähig, mit eigenen Unterscheidungsmerkmalen.

Wort für Wort
utsrotasas
nach oben wachsend
tamaḥ-prāyāḥ
überwiegend von Tamas geprägt
antaḥ-sparśā viśeṣiṇaḥ
innerlich empfindungsfähig, mit eigenen Unterscheidungsmerkmalen

[Anm.] Kurzer Halbvers (nur eine Zeile) im Quelltext als eigenstaendiger Vers 20 gefuehrt; setzt die Aufzaehlung der Pflanzenmerkmale aus Vers 19 syntaktisch fort.

tiraścām aṣṭamaḥ sargaḥ so 'ṣṭāviṁśad-vidho mataḥ | avido bhūri-tamaso ghrāṇa-jñā hṛdy avedinaḥ

Die achte Schöpfung ist die der Tiere, sie gilt als achtundzwanzigfacher Art - unwissend, reich an Tamas, durch den Geruchssinn erkennend, im Herzen ohne Erkenntnis.

Wort für Wort
tiraścām aṣṭamaḥ sargaḥ
die achte Schöpfung ist die der Tiere
so 'ṣṭāviṁśad-vidho mataḥ
diese gilt als achtundzwanzigfacher Art
avido bhūri-tamasaḥ
unwissend, reich an Tamas
ghrāṇa-jñā hṛdy avedinaḥ
durch den Geruchssinn erkennend, im Herzen ohne Erkenntnis

gaur ajo mahiṣaḥ kṛṣṇaḥ | sūkaro gavayo ruruḥ | dvi-śaphāḥ paśavaś ceme | avir uṣṭraś ca sattama

Rind, Ziege, Büffel, Schwarzbock, Schwein, Wildrind, Hirsch - diese Tiere mit gespaltenen Hufen, sowie Schaf und Kamel, o Bester.

Wort für Wort
gaur ajo mahiṣaḥ kṛṣṇaḥ
Rind, Ziege, Büffel, Schwarzbock
sūkaro gavayo ruruḥ
Schwein, Wildrind, Hirsch
dvi-śaphāḥ paśavaś ceme
diese Tiere mit gespaltenen Hufen
avir uṣṭraś ca sattama
Schaf und Kamel, o Bester

kharo 'śvo 'śvataro gauraḥ śarabhaś camarī tathā | ete caika-śaphāḥ kṣattaḥ śṛṇu pañca-nakhān paśūn

Esel, Pferd, Maultier, Gaura, Śarabha und Camarī [Yak] - diese sind einhufige Tiere, o Kṣattā; höre nun von den fünfkralligen Tieren.

Wort für Wort
kharo 'śvo 'śvataro gauraḥ
Esel, Pferd, Maultier, Gaura [wildes Rind]
śarabhaś camarī tathā
Śarabha und Camarī [Yak]
ete caika-śaphāḥ kṣattaḥ
diese sind einhufig, o Kṣattā
śṛṇu pañca-nakhān paśūn
höre von den fünfkralligen Tieren

śvā sṛgālo vṛko vyāghro mārjāraḥ śaśa-śallakau | siṁhaḥ kapir gajaḥ kūrmo godhā ca makarādayaḥ

Hund, Schakal, Wolf, Tiger, Katze, Hase und Stachelschwein, Löwe, Affe, Elefant, Schildkröte, Waran-Eidechse und Krokodile und dergleichen.

Wort für Wort
śvā sṛgālo vṛko vyāghraḥ
Hund, Schakal, Wolf, Tiger
mārjāraḥ śaśa-śallakau
Katze, Hase und Stachelschwein
siṁhaḥ kapir gajaḥ kūrmo
Löwe, Affe, Elefant, Schildkröte
godhā ca makarādayaḥ
Waran-Eidechse und Krokodile und dergleichen

kaṅka-gṛdhra-baka-śyena-bhāsa-bhallūka-barhiṇaḥ | haṁsa-sārasa-cakrāhva-kākolūkādayaḥ khagāḥ

Reiher, Geier, Kranich, Falke, Bhāsa-Vogel, Bär, Pfau, Schwan, Kranich, Cakravāka-Vogel, Krähe, Eule und dergleichen Vögel.

Wort für Wort
kaṅka-gṛdhra-baka-śyena-
Reiher, Geier, Kranich, Falke
bhāsa-bhallūka-barhiṇaḥ
Bhāsa-Vogel, Bär, Pfau
haṁsa-sārasa-cakrāhva-
Schwan, Kranich, Cakravāka-Vogel
kākolūkādayaḥ khagāḥ
Krähe, Eule und dergleichen Vögel

arvāk-srotas tu navamaḥ kṣattar eka-vidho nṛṇām | rajo 'dhikāḥ karma-parā duḥkhe ca sukha-māninaḥ

Die neunte aber, o Kṣattā, genannt Arvāk-srotas, ist von einheitlicher Art - die der Menschen: reich an Rajas, dem Handeln hingegeben und im Leid noch Glück wähnend.

Wort für Wort
arvāk-srotas tu navamaḥ
die neunte aber, [genannt] Arvāk-srotas
kṣattar eka-vidho nṛṇām
o Kṣattā, ist einheitlicher Art, die der Menschen
rajo 'dhikāḥ karma-parāḥ
reich an Rajas, dem Handeln hingegeben
duḥkhe ca sukha-māninaḥ
und im Leid Glück wähnend

vaikṛtās traya evaite deva-sargaś ca sattama | vaikārikas tu yaḥ proktaḥ kaumāras tūbhayātmakaḥ

Diese drei eben sind die abgewandelten Schöpfungen, und dazu die Schöpfung der Götter, o Bester - jene, die als vaikārika bezeichnet wird; der Kaumāra-Sarga aber ist von beiderlei Wesen zugleich.

Wort für Wort
vaikṛtās traya evaite
diese drei eben sind die abgewandelten [Schöpfungen]
deva-sargaś ca sattama
und die Schöpfung der Götter, o Bester
vaikārikas tu yaḥ proktaḥ
jene, die als vaikārika bezeichnet wird
kaumāras tūbhayātmakaḥ
der Kaumāra-Sarga aber ist von beiderlei Wesen

deva-sargaś cāṣṭa-vidho vibudhāḥ pitaro 'surāḥ | gandharvāpsarasaḥ siddhā yakṣa-rakṣāṁsi cāraṇāḥ || bhūta-preta-piśācāś ca vidyādharāḥ kinnarādayaḥ | daśaite vidurākhyātāḥ sargās te viśva-sṛk-kṛtāḥ

Und die Schöpfung der Götter ist [genannt] achtfacher Art: die Götter, die Ahnen, die Asuras, die Gandharvas und Apsaras, die Siddhas, die Yakṣas und Rākṣasas, die Cāraṇas, sowie die Bhūtas, Pretas und Piśācas, die Vidyādharas, Kinnaras und dergleichen - diese zehn [Arten], o Vidura, wurden dir nun genannt als die vom Weltenschöpfer gemachten Schöpfungen.

Wort für Wort
deva-sargaś cāṣṭa-vidhaḥ
und die Schöpfung der Götter ist achtfacher Art
vibudhāḥ pitaro 'surāḥ
die Götter, die Ahnen, die Asuras
gandharvāpsarasaḥ siddhāḥ
die Gandharvas und Apsaras, die Siddhas
yakṣa-rakṣāṁsi cāraṇāḥ
die Yakṣas und Rākṣasas, die Cāraṇas
bhūta-preta-piśācāś ca
und die Bhūtas, Pretas, Piśācas
vidyādharāḥ kinnarādayaḥ
die Vidyādharas, Kinnaras und dergleichen
daśaite vidurākhyātāḥ
diese zehn, o Vidura, wurden genannt
sargās te viśva-sṛk-kṛtāḥ
als Schöpfungen, die vom Weltenschöpfer gemacht wurden

[?] Der Quelltext benennt diese Schöpfung selbst als 'achtfacher Art' (aṣṭa-vidhaḥ), zaehlt anschliessend jedoch zehn (daśa) Kategorien auf - Widerspruch im Ausgangstext selbst, hier unaufgeloest wiedergegeben, ohne Ruecksprache mit Fremduebersetzungen.

ataḥ paraṁ pravakṣyāmi vaṁśān manvantarāṇi ca | evaṁ rajaḥ-plutaḥ sraṣṭā kalpādiṣv ātmabhūr hariḥ | sṛjaty amogha-saṅkalpa ātmaivātmānam ātmanā

Danach werde ich weiter die Königsgeschlechter und die Manv-antaras verkünden. So erschafft, vom Rajas durchdrungen, der Schöpfer - der Selbstentstandene, [hier] Hari [genannt], dessen Entschluss nie fehlgeht - zu Beginn der Weltzeitalter durch sich selbst sich selbst.

Wort für Wort
ataḥ paraṁ pravakṣyāmi
danach werde ich weiter verkünden
vaṁśān manvantarāṇi ca
die Königsgeschlechter und die Manv-antaras
evaṁ rajaḥ-plutaḥ sraṣṭā
so, vom Rajas durchdrungen, der Schöpfer
kalpādiṣv ātmabhūr hariḥ
der Selbstentstandene, Hari, zu Beginn der Weltzeitalter
sṛjaty amogha-saṅkalpaḥ
erschafft, dessen Entschluss nie fehlgeht
ātmaivātmānam ātmanā
er selbst sich selbst durch sich selbst

[Anm.] 'Hariḥ' bezeichnet hier vermutlich Brahmā (ātmabhūḥ, der Selbstentstandene) als von Haris/Viṣṇus Schoepfungskraft erfuellten Handelnden, nicht Viṣṇu selbst - im Sinne einer engen Identifikation von Schoepfer und hoechstem Herrn, wie es der Kontext dieses Kapitels durchgehend nahelegt.

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