Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 132 König Indra, von sündiger Rückwirkung heimgesucht

śrī-śuka uvāca vṛtre hate trayo lokā vinā śakreṇa bhūrida sapālā hy abhavan sadyo vijvarā nirvṛtendriyāḥ

Śrī Śuka sprach: Als Vṛtra getötet war, wurden die drei Welten samt ihren Hütern, o Freigebiger, sogleich frei von Angst [Fieber], und ihre Sinne wurden befriedet - ausgenommen Śakra [Indra].

Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
vṛtre hate
als Vṛtra getötet war (Lok. abs.)
trayaḥ lokāḥ
die drei Welten (Nom. Pl.)
vinā śakreṇa
außer Śakra/Indra (Instr. mit vinā)
bhūri-da
o Freigebiger (Vok., Anrede an Parīkṣit)
sa-pālāḥ
samt ihren Hütern (Nom. Pl.)
hi
wahrlich
abhavan
wurden (3. Pl. Impf.)
sadyaḥ
sogleich
vijvarāḥ
frei von Fieber/Angst (Nom. Pl.)
nirvṛta-indriyāḥ
deren Sinne befriedet waren (Nom. Pl.)

devarṣi-pitṛ-bhūtāni daityā devānugāḥ svayam pratijagmuḥ sva-dhiṣṇyāni brahmeśendrādayas tataḥ

Die Götter, Weisen, die Bewohner Pitṛlokas und [übrigen] Wesen, die Daityas [und] die Gefolgsleute der Götter kehrten von selbst zu ihren eigenen Wohnstätten zurück; danach [auch] Brahmā, Śiva und die von Indra angeführten [Götter].

Wort für Wort
deva-ṛṣi-pitṛ-bhūtāni
Götter, Weise, Ahnen[bewohner] und [andere] Wesen (Nom. Pl. Neutr.)
daityāḥ
die Daityas (Nom. Pl.)
deva-anugāḥ
die Gefolgsleute der Götter (Nom. Pl.)
svayam
von selbst
pratijagmuḥ
kehrten zurück (3. Pl. Perf.)
sva-dhiṣṇyāni
zu den eigenen Wohnstätten (Akk. Pl.)
brahma
Brahmā (Kompositumsteil)
īśa
Śiva (Kompositumsteil)
indra-ādayaḥ
angeführt von Indra (Nom. Pl.)
tataḥ
danach

śrī-rājovāca indrasyānirvṛter hetuṁ śrotum icchāmi bho mune yenāsan sukhino devā harer duḥkhaṁ kuto 'bhavat

Der König sprach: Ich wünsche den Grund für Indras Unruhe [Missmut] zu hören, o Weiser - [den Grund], wodurch die Götter glücklich waren, [während] Haris [Indras] Kummer, woher entstand er?

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der König sprach
indrasya
Indras (Gen.)
anirvṛteḥ
der Unruhe/Unzufriedenheit (Gen.)
hetum
den Grund (Akk.)
śrotum
zu hören (Inf.)
icchāmi
ich wünsche (1. Sg. Präs.)
bhoḥ
oh (Interj.)
mune
o Weiser (Vok.)
yena
wodurch
āsan
waren (3. Pl. Impf.)
sukhinaḥ
glücklich (Nom. Pl.)
devāḥ
die Götter (Nom. Pl.)
hareḥ
Haris [hier: Indras, einer seiner Beinamen] (Gen.)
duḥkham
Kummer (Nom.)
kutaḥ
woher
abhavat
entstand (3. Sg. Impf.)

[Anm.: 'hareḥ' hier als Beiname Indras gedeutet (gemäß Kontext und wfw-Gloss 'of Indra'), nicht als Viṣṇu/Kṛṣṇa.]

śrī-śuka uvāca vṛtra-vikrama-saṁvignāḥ sarve devāḥ saharṣibhiḥ tad-vadhāyārthayann indraṁ naicchad bhīto bṛhad-vadhāt

Śrī Śuka sprach: Alle Götter, durch Vṛtras Kraftakte erschüttert, baten zusammen mit den Weisen um dessen Tötung; [doch] Indra, aus Furcht vor der Tötung des Großen [Brahmanenmordes], wollte nicht.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
vṛtra-vikrama-saṁvignāḥ
durch Vṛtras Kraftakte erschüttert (Nom. Pl.)
sarve devāḥ
alle Götter (Nom. Pl.)
saha ṛṣibhiḥ
zusammen mit den Weisen (Instr. Pl.)
tat-vadhāya
für dessen Tötung (Dat.)
ārthayan
baten (3. Pl. Impf.)
indram
Indra (Akk.)
na aicchat
wollte nicht (3. Sg. Impf.)
bhītaḥ
sich fürchtend (Nom. Sg.)
bṛhat-vadhāt
vor der Tötung des Großen [Brahmanenmord] (Abl.)

indra uvāca strī-bhū-druma-jalair eno viśvarūpa-vadhodbhavam vibhaktam anugṛhṇadbhir vṛtra-hatyāṁ kva mārjmy aham

Indra sprach: Die aus der Tötung Viśvarūpas entstandene Sünde wurde von Frauen, Erde, Bäumen und Wasser aufgeteilt, die mir damit Gunst erwiesen - wie [aber] werde ich mich von der Tötung Vṛtras reinigen?

Wort für Wort
indraḥ uvāca
Indra sprach
strī
durch Frauen (Kompositumsteil, Instr.)
bhū
die Erde (Kompositumsteil)
druma
die Bäume (Kompositumsteil)
jalaiḥ
und das Wasser (Instr. Pl.)
enaḥ
diese Sünde (Nom. Sg.)
viśvarūpa-vadha-udbhavam
aus der Tötung Viśvarūpas entstanden (Akk./Nom. Neutr.)
vibhaktam
aufgeteilt (Nom./Akk. Sg.)
anugṛhṇadbhiḥ
die Gunst erweisend (Instr. Pl. Part.)
vṛtra-hatyām
die Tötung Vṛtras (Akk.)
kva
wie/wo
mārjmi
ich reinige/werde loswerden (1. Sg. Präs.)
aham
ich (Nom.)

śrī-śuka uvāca ṛṣayas tad upākarṇya mahendram idam abruvan yājayiṣyāma bhadraṁ te hayamedhena mā sma bhaiḥ

Śrī Śuka sprach: Die Weisen, dies gehört habend, sprachen zu dem großen Indra dies: 'Wir werden [für dich] das Pferdeopfer durchführen lassen - Segen dir, fürchte dich nicht!'

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
ṛṣayaḥ
die Weisen (Nom. Pl.)
tat
das (Akk.)
upākarṇya
gehört habend (Ger.)
mahā-indram
zu dem großen Indra (Akk.)
idam
dies (Akk.)
abruvan
sprachen (3. Pl. Impf.)
yājayiṣyāmaḥ
wir werden [dich] opfern lassen (1. Pl. Fut. Kaus.)
bhadram te
Segen dir (Nom./Dat.)
hayamedhena
durch das Pferdeopfer (Instr.)
mā sma bhaiḥ
fürchte dich nicht (Inj.)

hayamedhena puruṣaṁ paramātmānam īśvaram iṣṭvā nārāyaṇaṁ devaṁ mokṣyase 'pi jagad-vadhāt

Wenn du durch das Pferdeopfer die [höchste] Person, die Überseele, den höchsten Herrscher, den Gott Nārāyaṇa, verehrt hast, wirst du sogar von der Sünde der Tötung der ganzen Welt befreit werden.

Wort für Wort
hayamedhena
durch das Pferdeopfer (Instr.)
puruṣam
die [höchste] Person (Akk.)
paramātmānam
die Überseele (Akk.)
īśvaram
den höchsten Herrscher (Akk.)
iṣṭvā
verehrt habend (Ger.)
nārāyaṇam devam
den Gott Nārāyaṇa (Akk.)
mokṣyase
du wirst befreit werden (2. Sg. Fut. Med.)
api
sogar
jagat-vadhāt
von der Tötung der [ganzen] Welt (Abl.)

brahma-hā pitṛ-hā go-ghno mātṛ-hācārya-hāghavān śvādaḥ pulkasako vāpi śuddhyeran yasya kīrtanāt tam aśvamedhena mahā-makhena śraddhānvito 'smābhir anuṣṭhitena hatvāpi sabrahma-carācaraṁ tvaṁ na lipyase kiṁ khala-nigraheṇa

Ein Brahmanentöter, ein Vatertöter, ein Kuhtöter, ein Muttertöter, ein Lehrertöter, ein [überhaupt] Sündiger, ein Hundefresser oder selbst ein Caṇḍāla - sie alle mögen durch das Besingen [Seines Namens] gereinigt werden. Wenn du Ihn durch das große Pferdeopfer, das mit Glauben von uns durchgeführt wird, verehrst, wirst du, selbst wenn du [die ganze Welt] mitsamt Brahmanen und beweglichen wie unbeweglichen Wesen getötet hättest, nicht befleckt - wieviel weniger [dann] durch die Bezwingung eines Schurken!

Wort für Wort
brahma-hā
ein Brahmanentöter (Nom. Sg.)
pitṛ-hā
ein Vatertöter (Nom. Sg.)
go-ghnaḥ
ein Kuhtöter (Nom. Sg.)
mātṛ-hā
ein Muttertöter (Nom. Sg.)
ācārya-hā
ein Lehrertöter (Nom. Sg.)
aghavān
ein Sündiger (Nom. Sg.)
śvādaḥ
ein Hundefresser (Nom. Sg.)
pulkasakaḥ
ein Caṇḍāla/Ausgestoßener (Nom. Sg.)
vā api
oder auch
śuddhyeran
sie mögen gereinigt werden (3. Pl. Opt. Pass.)
yasya
dessen [des Herrn] (Gen.)
kīrtanāt
durch das Besingen/Rezitieren [des Namens] (Abl.)
tam
Ihn (Akk.)
aśvamedhena
durch das Pferdeopfer (Instr.)
mahā-makhena
durch das große Opfer (Instr.)
śraddhā-anvitaḥ
mit Glauben ausgestattet (Nom. Sg., bezogen auf Indra)
asmābhiḥ
von uns (Instr. Pl.)
anuṣṭhitena
durchgeführt (Instr. Sg.)
hatvā
getötet habend (Ger.)
api
sogar/selbst wenn
sabrahma-carācaram
mitsamt Brahmanen und beweglichen wie unbeweglichen Wesen (Akk.)
tvam
du (Nom.)
na lipyase
wirst nicht befleckt (2. Sg. Präs. Med.)
kim
wie [erst], wieviel weniger (Frage-/Ausrufpartikel)
khala-nigraheṇa
durch die Bezwingung eines Schurken (Instr.)

śrī-śukaḥ uvāca evaṁ sañcodito viprair marutvān ahanad ripum brahma-hatyā hate tasminn āsasāda vṛṣākapim

Śrī Śuka sprach: So von den Brahmanen ermutigt, tötete Marutvān [Indra] den Feind; als jener getötet war, befiel die Sünde des Brahmanenmordes Vṛṣākapi [Indra].

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
evam
so
sañcoditaḥ
ermutigt/angetrieben (Nom. Sg.)
vipraiḥ
von den Brahmanen (Instr. Pl.)
marutvān
Indra [Herr der Maruts] (Nom. Sg.)
ahanat
tötete (3. Sg. Impf.)
ripum
den Feind (Akk.)
brahma-hatyā
die Sünde des Brahmanenmordes (Nom. Sg.)
hate tasmin
als jener [Vṛtra] getötet war (Lok. abs.)
āsasāda
befiel/näherte sich (3. Sg. Perf.)
vṛṣākapim
Vṛṣākapi [Indra] (Akk.)

tayendraḥ smāsahat tāpaṁ nirvṛtir nāmum āviśat hrīmantaṁ vācyatāṁ prāptaṁ sukhayanty api no guṇāḥ

Durch diese [Sünde] litt Indra fürwahr Qual; Freude erfüllte ihn nicht. Selbst gute Eigenschaften erfreuen nicht [mehr], wenn ein von Scham Erfüllter Tadel erlangt hat.

Wort für Wort
tayā
durch diese [Sünde] (Instr. Sg.)
indraḥ
Indra (Nom.)
sma asahat
erlitt fürwahr (3. Sg. Impf.)
tāpam
Qual (Akk.)
nirvṛtiḥ
Freude/Glück (Nom.)
na amum āviśat
kam nicht über ihn (3. Sg. Impf.)
hrīmantam
einen von Scham Erfüllten (Akk.)
vācyatām
Tadel/schlechten Ruf (Akk.)
prāptam
erlangt habend (Akk.)
sukhayanti
sie erfreuen (3. Pl. Präs.)
api
obwohl/selbst
no
nicht
guṇāḥ
die guten Eigenschaften (Nom. Pl.)

tāṁ dadarśānudhāvantīṁ cāṇḍālīm iva rūpiṇīm jarayā vepamānāṅgīṁ yakṣma-grastām asṛk-paṭām vikīrya palitān keśāṁs tiṣṭha tiṣṭheti bhāṣiṇīm mīna-gandhy-asu-gandhena kurvatīṁ mārga-dūṣaṇam

Er sah sie [die Sünde], ihn verfolgend, in Gestalt einer Caṇḍāla-Frau, deren Glieder vor Alter zitterten, die von Schwindsucht befallen war, deren Kleider blutbefleckt waren, die ihr graues Haar zerzaust hatte, 'bleib stehen, bleib stehen!' rufend, und die mit dem Gestank verwesenden Fischfleisches den Weg verunreinigte.

Wort für Wort
tām
sie [die Sünde] (Akk. Sg.)
dadarśa
er sah (3. Sg. Perf.)
anudhāvantīm
verfolgend (Akk. Sg. Part.)
cāṇḍālīm iva rūpiṇīm
in Gestalt einer Caṇḍāla-Frau (Akk. Sg.)
jarayā
durch Alter (Instr.)
vepamāna-aṅgīm
deren Glieder zitterten (Akk. Sg.)
yakṣma-grastām
von Schwindsucht befallen (Akk. Sg.)
asṛk-paṭām
deren Kleider blutbefleckt waren (Akk. Sg.)
vikīrya
zerzaust habend (Ger.)
palitān keśān
graue Haare (Akk. Pl.)
tiṣṭha tiṣṭha iti bhāṣiṇīm
'bleib stehen, bleib stehen' rufend (Akk. Sg. Part.)
mīna-gandhi-asu-gandhena
mit dem Gestank verwesenden Fischfleisches (Instr.)
kurvatīm
bewirkend (Akk. Sg. Part.)
mārga-dūṣaṇam
die Verunreinigung des Weges (Akk.)

nabho gato diśaḥ sarvāḥ sahasrākṣo viśāmpate prāg-udīcīṁ diśaṁ tūrṇaṁ praviṣṭo nṛpa mānasam

In den Himmel gegangen [und durch] alle Richtungen [fliehend], o Herr der Untertanen, betrat der Tausendäugige [Indra] eilig die nordöstliche Richtung [und] den [See] Mānasa, o König.

Wort für Wort
nabhaḥ gataḥ
in den Himmel gegangen (Nom. Sg.)
diśaḥ sarvāḥ
[durch] alle Richtungen (Akk. Pl.)
sahasra-akṣaḥ
der Tausendäugige [Indra] (Nom. Sg.)
viśāmpate
o Herr der Untertanen (Vok.)
prāk-udīcīm diśam
die nordöstliche Richtung (Akk.)
tūrṇam
eilig
praviṣṭaḥ
trat ein (Nom. Sg.)
nṛpa
o König (Vok.)
mānasam
[den See] Mānasa (Akk.)

sa āvasat puṣkara-nāla-tantūn alabdha-bhogo yad ihāgni-dūtaḥ varṣāṇi sāhasram alakṣito 'ntaḥ sañcintayan brahma-vadhād vimokṣam

Er wohnte in den Fasern eines Lotosstängels, ohne dort Wohlergehen zu finden - weil hier [selbst] Agni, der Bote [der Götter, ihn nicht aufspürte] [?] - tausend Jahre lang unbemerkt, in seinem Innern beständig über die Befreiung von der Brahmanentötung nachsinnend.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
āvasat
wohnte (3. Sg. Impf.)
puṣkara-nāla-tantūn
in den Fasern des Lotosstängels (Akk. Pl.)
alabdha-bhogaḥ
ohne Genuss/Wohlergehen zu erlangen (Nom. Sg.)
yat
weil/wo
iha
hier
agni-dūtaḥ
Agni [der Feuergott] als Bote (Nom. Sg.)
varṣāṇi sāhasram
tausend Jahre (Akk. Pl.)
alakṣitaḥ
unbemerkt/unsichtbar (Nom. Sg.)
antaḥ
im Innern (Adv.)
sañcintayan
beständig nachsinnend (Nom. Sg. Part.)
brahma-vadhāt
von der Tötung eines Brahmanen (Abl.)
vimokṣam
[über die] Befreiung (Akk.)

[?] Die genaue syntaktische Funktion von 'yad ihāgni-dūtaḥ' bleibt unklar; die wfw-Gloss gibt nur 'yat=which, iha=here, agni-dūtaḥ=the fire-god messenger' ohne Verb. Sinngemäß vermutlich: selbst Agni, der als Bote/Kundschafter der Götter überall das Feuer entzündet und alles aufspürt, konnte Indra dort nicht entdecken - daher blieb er unbemerkt.

tāvat triṇākaṁ nahuṣaḥ śaśāsa vidyā-tapo-yoga-balānubhāvaḥ sa sampad-aiśvarya-madāndha-buddhir nītas tiraścāṁ gatim indra-patnyā

Währenddessen beherrschte Nahuṣa den Himmel, ausgestattet mit der Macht von Wissen, Askese, mystischer Kraft und Stärke; er, dessen Verstand vom Rausch des Reichtums und der Herrschaft geblendet war, wurde durch Indras Gattin in den Zustand der Tiere [zur Schlange] geführt.

Wort für Wort
tāvat
währenddessen/solange
triṇākam
den Himmel (Akk.)
nahuṣaḥ
Nahuṣa (Nom.)
śaśāsa
beherrschte (3. Sg. Perf.)
vidyā-tapaḥ-yoga-bala-anubhāvaḥ
ausgestattet mit der Macht von Wissen, Askese, Yoga und Stärke (Nom. Sg.)
saḥ
er (Nom.)
sampat-aiśvarya-mada-andha-buddhiḥ
dessen Verstand vom Rausch des Reichtums und der Herrschaft geblendet war (Nom. Sg.)
nītaḥ
geführt (Nom. Sg.)
tiraścām gatim
in den Zustand der Tiere/Schlangen (Akk.)
indra-patnyā
durch Indras Gattin [Śacī] (Instr.)

tato gato brahma-giropahūta ṛtambhara-dhyāna-nivāritāghaḥ pāpas tu digdevatayā hataujās taṁ nābhyabhūd avitaṁ viṣṇu-patnyā

Danach [ging er], durch den Ruf der Brahmanen herbeigerufen, [und] durch Meditation auf den Wahrheittragenden [Herrn] seine Sünde abgewehrt habend; die Sünde aber, deren Kraft durch die Gottheit der Richtung [Rudra] gebrochen war, überwältigte ihn nicht, [da er] durch Viṣṇus Gattin beschützt [war].

Wort für Wort
tataḥ
danach
gataḥ
gegangen (Nom. Sg.)
brahma-girā
durch das Wort/den Ruf der Brahmanen (Instr.)
upahūtaḥ
herbeigerufen (Nom. Sg.)
ṛtambhara-dhyāna
durch Meditation auf den Wahrheittragenden [Herrn] (Instr.)
nivārita-aghaḥ
dessen Sünde abgewehrt war (Nom. Sg.)
pāpaḥ
die Sünde (Nom. Sg.)
tu
aber
dik-devatayā
durch die Gottheit der Richtung [Rudra] (Instr.)
hata-ojāḥ
deren Kraft vernichtet war (Nom. Sg.)
tam
ihn (Akk.)
na abhyabhūt
überwältigte nicht (3. Sg. Impf.)
avitam
beschützt (Akk. Sg.)
viṣṇu-patnyā
durch Viṣṇus Gattin [Lakṣmī] (Instr.)

[Anm.: Syntax elliptisch/komprimiert (Kāvya-Stil); Übersetzung sinngemäß rekonstruiert.]

taṁ ca brahmarṣayo 'bhyetya hayamedhena bhārata yathāvad dīkṣayāṁ cakruḥ puruṣārādhanena ha

Und die Brahmanen-Weisen traten zu ihm heran, o Bhārata, und weihten ihn ordnungsgemäß mit dem Pferdeopfer ein, das in der Verehrung der [Höchsten] Person besteht.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
ca
und
brahma-ṛṣayaḥ
die Brahmanen-Weisen (Nom. Pl.)
abhyetya
herangetreten (Ger.)
hayamedhena
mit dem Pferdeopfer (Instr.)
bhārata
o Bhārata [Nachkomme Bharatas, Parīkṣit] (Vok.)
yathāvat
ordnungsgemäß
dīkṣayām cakruḥ
sie weihten ein (3. Pl. Perf. periphr.)
puruṣa-ārādhanena
durch die Verehrung der [Höchsten] Person (Instr.)
ha
wahrlich

athejyamāne puruṣe sarva-devamayātmani aśvamedhe mahendreṇa vitate brahma-vādibhiḥ sa vai tvāṣṭra-vadho bhūyān api pāpa-cayo nṛpa nītas tenaiva śūnyāya nīhāra iva bhānunā

Dann, während vom großen Indra, [unterstützt] von den vedakundigen Brahmanen, das Pferdeopfer ausgebreitet wurde, in dem die [Höchste] Person verehrt wurde, deren Wesen alle Götter umfasst, wurde eben jene Sündenanhäufung - die Tötung von Tvaṣṭās Sohn [Vṛtra], mochte sie auch gewaltig gewesen sein - o König, eben dadurch zunichtegemacht, wie Nebel durch die Sonne.

Wort für Wort
atha
dann/darauf
ijyamāne
während verehrt wurde (Lok. Sg. Part. Pass.)
puruṣe
die [Höchste] Person (Lok.)
sarva-deva-maya-ātmani
dessen Wesen alle Götter umfasst (Lok. Sg.)
aśvamedhe
beim Pferdeopfer (Lok.)
mahā-indreṇa
durch den großen Indra (Instr.)
vitate
ausgebreitet/durchgeführt (Lok. Sg. Part.)
brahma-vādibhiḥ
durch die vedakundigen Brahmanen (Instr. Pl.)
saḥ
jene (Nom. Sg.)
vai
wahrlich
tvāṣṭra-vadhaḥ
die Tötung des Sohnes Tvaṣṭās [Vṛtra] (Nom.)
bhūyān api
obgleich gewaltig (Nom. Sg.)
pāpa-cayaḥ
die Sündenanhäufung (Nom. Sg.)
nṛpa
o König (Vok.)
nītaḥ
gebracht/gemacht (Nom. Sg.)
tena eva
eben dadurch (Instr.)
śūnyāya
zum Nichts (Dat.)
nīhāraḥ iva bhānunā
wie Nebel durch die Sonne (Nom./Instr.)

sa vājimedhena yathoditena vitāyamānena marīci-miśraiḥ iṣṭvādhiyajñaṁ puruṣaṁ purāṇam indro mahān āsa vidhūta-pāpaḥ

Er [Indra], nachdem er durch das wie beschrieben von Marīci und [den übrigen Weisen] durchgeführte Pferdeopfer den Herrn des Opfers, die uralte [Höchste] Person, verehrt hatte, wurde, von aller Sünde befreit, erhaben [groß].

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
vājimedhena
durch das Pferdeopfer (Instr.)
yathā-uditena
wie [zuvor] beschrieben (Instr.)
vitāyamānena
durchgeführt werdend (Instr. Sg. Part.)
marīci-miśraiḥ
von Marīci und den übrigen [Weisen] (Instr. Pl.)
iṣṭvā
verehrt habend (Ger.)
adhiyajñam
den Herrn des Opfers [die Überseele] (Akk.)
puruṣam purāṇam
die uralte [Höchste] Person (Akk.)
indraḥ
Indra (Nom.)
mahān āsa
wurde erhaben/groß (3. Sg. Perf.)
vidhūta-pāpaḥ
von aller Sünde befreit (Nom. Sg.)

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