Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 15: pāṇḍava-svargārohaṇam (mahāprasthānārambhaḥ) Die Pāṇḍavas treten rechtzeitig zurück

Arjuna kehrt aus Dvārakā zurück und gesteht Yudhiṣṭhira unter Tränen, dass er von räuberischen Hirten besiegt wurde – ein Zeichen, dass Kṛṣṇas Schutz gewichen ist (V.1-21). Auf Yudhiṣṭhiras Frage berichtet er vom gegenseitigen Vernichtungskampf der berauschten und verfluchten Yadus in Prabhāsa (V.22-26) und tröstet sich mit Kṛṣṇas eigenen Worten (V.27). Durch Meditation über Kṛṣṇa gewinnt Arjuna die Erinnerung an die einst empfangene Bhagavad-Gītā-Lehre zurück und wird von Kummer frei (V.28-31). Yudhiṣṭhira, vom Verscheiden Kṛṣṇas und dem Ende des Yadu-Geschlechts hörend, fasst den Entschluss zum Aufbruch (V.32); auch Kuntī erlangt durch Hingabe die Erlösung (V.33). Es folgt eine philosophische Reflexion über Kṛṣṇas Ablegen seines irdischen Körpers als bewusste, willentliche Handlung (V.34-36) und der Beginn des Kali-Zeitalters. Yudhiṣṭhira weiht Parīkṣit in Hastināpura und Vajra in Mathurā zu Königen, vollzieht die Abschlussriten und bereitet sich – mit den äußeren Zeichen eines Asketen – auf den letzten Weg nach Norden vor (V.37-44). Seine Brüder folgen ihm; alle Pāṇḍavas, Kuntī, Vidura und Draupadī erlangen durch ihre lebenslange Hingabe die Vereinigung mit Kṛṣṇa (V.45-50). Ein abschließender Segensvers preist das Hören dieser Erzählung (V.51).

sūta uvāca evaṁ kṛṣṇa-sakhaḥ kṛṣṇo bhrātrā rājñā vikalpitaḥ | nānā-śaṅkāspadaṁ rūpaṁ kṛṣṇa-viśleṣa-karśitaḥ ||

Sūta sprach: So wurde Kṛṣṇa [Arjuna, „der Dunkle“], der Freund Kṛṣṇas, von seinem königlichen Bruder argwöhnisch betrachtet, [denn] seine durch die Trennung von Kṛṣṇa abgezehrte Gestalt bot Anlass zu vielerlei Befürchtungen.

Wort für Wort
sūta uvāca
Sūta sprach
evam
so
kṛṣṇa-sakhaḥ kṛṣṇaḥ
Kṛṣṇa (Arjuna), der Freund Kṛṣṇas
bhrātrā rājñā
vom königlichen Bruder
vikalpitaḥ
argwöhnisch betrachtet
nānā-śaṅkāspadam rūpam
eine zu vielerlei Befürchtungen Anlass gebende Gestalt
kṛṣṇa-viśleṣa-karśitaḥ
abgezehrt durch die Trennung von Kṛṣṇa

[Anm.: Arjuna trägt selbst den Beinamen „Kṛṣṇa“ (der Dunkle) – hier klanglich dem Freund Kṛṣṇa gegenübergestellt.]

śokena śuṣyad-vadana-hṛt-sarojo hata-prabhaḥ | vibhuṁ tam evānusmaran nāśaknot pratibhāṣitum ||

Durch Kummer verdorrten sein Gesicht und der Lotos seines Herzens, seines Glanzes beraubt; da er sich stets jenes Allmächtigen erinnerte, vermochte er nicht zu antworten.

Wort für Wort
śokena
durch Kummer
śuṣyad-vadana-hṛt-sarojaḥ
dessen Gesicht und Herzenslotos verdorrend
hata-prabhaḥ
seines Glanzes beraubt
vibhum tam eva anusmaran
eben jenen Allmächtigen sich erinnernd
na aśaknot pratibhāṣitum
er vermochte nicht zu antworten

kṛcchreṇa saṁstabhya śucaḥ pāṇinā mṛjya netrayoḥ | parokṣeṇa samunnaddha-praṇayautkaṇṭhya-kātaraḥ ||

Mit Mühe seinen Kummer unterdrückend, sich mit der Hand die Augen abwischend, bestürzt von der durch die Abwesenheit [Kṛṣṇas] angeschwollenen Sehnsucht der Liebe,

Wort für Wort
kṛcchreṇa
mit Mühe
saṁstabhya śucaḥ
den Kummer unterdrückend
pāṇinā mṛjya netrayoḥ
mit der Hand die Augen abwischend
parokṣeṇa
durch die Abwesenheit
samunnaddha-praṇaya-autkaṇṭhya-kātaraḥ
bestürzt von der angeschwollenen Sehnsucht der Liebe

sakhyaṁ maitrīṁ sauhṛdaṁ ca sārathyādiṣu saṁsmaran | nṛpam agrajam ity āha bāṣpa-gadgadayā girā ||

sich der Freundschaft, des freundschaftlichen Verhältnisses und der Herzensverbundenheit [Kṛṣṇas], [gezeigt] im Wagenlenken und anderem, erinnernd, sprach er zu seinem königlichen älteren Bruder mit von Tränen erstickter Stimme:

Wort für Wort
sakhyam maitrīm sauhṛdam ca
Freundschaft, freundschaftliches Verhältnis und Herzensverbundenheit
sārathya-ādiṣu
im Wagenlenken u.a.
saṁsmaran
sich erinnernd
nṛpam agrajam iti āha
sprach er so zum königlichen älteren Bruder
bāṣpa-gadgadayā girā
mit von Tränen erstickter Stimme

arjuna uvāca vañcito 'haṁ mahā-rāja hariṇā bandhu-rūpiṇā | yena me 'pahṛtaṁ tejo deva-vismāpanaṁ mahat ||

Arjuna sprach: Betrogen wurde ich, o großer König, von Hari, der die Gestalt eines Verwandten annahm, von dem meine große, selbst die Götter in Staunen versetzende Macht weggenommen wurde.

Wort für Wort
arjunaḥ uvāca
Arjuna sprach
vañcitaḥ aham
betrogen [wurde] ich
mahā-rāja
o großer König
hariṇā bandhu-rūpiṇā
von Hari, der die Gestalt eines Verwandten annahm
yena me apahṛtam tejaḥ
von dem meine Macht weggenommen wurde
deva-vismāpanam mahat
die große, die Götter in Staunen versetzende

yasya kṣaṇa-viyogena loko hy apriya-darśanaḥ | ukthena rahito hy eṣa mṛtakaḥ procyate yathā ||

[Kṛṣṇa,] durch dessen [auch nur] augenblickliche Trennung die Welt fürwahr unangenehm anzuschauen wird – so wie dieser [Körper], des Lebenshauches beraubt, als Leichnam bezeichnet wird –

Wort für Wort
yasya kṣaṇa-viyogena
durch dessen augenblickliche Trennung
lokaḥ hi apriya-darśanaḥ
die Welt fürwahr unangenehm anzuschauen [wird]
ukthena rahitaḥ
des Lebenshauchs (?) beraubt
hi eṣa mṛtakaḥ procyate yathā
so wie dieser als Leichnam bezeichnet wird

[?: „ukthena“ wörtlich „der heiligen Lobrede/des Lebenshauchs“ – im Vergleich mit dem Leichnam ist die genaue gemeinte Bedeutung (Lebensatem oder Veda-Rezitation) unsicher.]

yat-saṁśrayād drupada-geham upāgatānāṁ rājñāṁ svayaṁvara-mukhe smara-durmadānām | tejo hṛtaṁ khalu mayābhihataś ca matsyaḥ sajjīkṛtena dhanuṣādhigatā ca kṛṣṇā ||

Durch dessen [Kṛṣṇas] Schutz wurde fürwahr den Königen, die zum Hause Drupadas gekommen waren, von Liebesverlangen trunken, zu Beginn des Svayaṁvara ihre Macht von mir genommen, der Fisch [das Ziel] von mir mit gespanntem Bogen getroffen und Kṛṣṇā [Draupadī] gewonnen.

Wort für Wort
yat-saṁśrayāt
durch dessen Schutz
drupada-geham upāgatānām rājñām
der zum Hause Drupadas gekommenen Könige
svayaṁvara-mukhe
zu Beginn des Svayaṁvara
smara-durmadānām
die von Liebesverlangen trunken waren
tejaḥ hṛtam khalu mayā
die Macht wurde fürwahr von mir genommen
abhihataḥ ca matsyaḥ
und der Fisch wurde getroffen
sajjīkṛtena dhanuṣā
mit dem gespannten Bogen
adhigatā ca kṛṣṇā
und Kṛṣṇā (Draupadī) wurde gewonnen

yat-sannidhāv aham u khāṇḍavam agnaye 'dām indraṁ ca sāmara-gaṇaṁ tarasā vijitya | labdhā sabhā maya-kṛtādbhuta-śilpa-māyā digbhyo 'haran nṛpatayo balim adhvare te ||

In dessen Gegenwart übergab ich fürwahr den Khāṇḍava-Wald dem Feuer, nachdem ich Indra samt der Schar der Götter durch Kraft besiegt hatte; [dadurch] wurde die von Maya mit wunderbarer Kunstfertigkeit und Zauberkraft erschaffene Versammlungshalle erlangt, aus [allen] Himmelsrichtungen brachten die Könige Tribut zu deinem Opfer.

Wort für Wort
yat-sannidhau aham u
in dessen Gegenwart ich fürwahr
khāṇḍavam agnaye adām
den Khāṇḍava-Wald dem Feuer übergab
indram ca sāmara-gaṇam tarasā vijitya
und Indra samt der Götterschar durch Kraft besiegend
labdhā sabhā
die Versammlungshalle wurde erlangt
maya-kṛta-adbhuta-śilpa-māyā
von Maya erschaffen, wunderbar an Kunstfertigkeit und Zauberkraft
digbhyaḥ aharan nṛpatayaḥ balim adhvare te
aus den Himmelsrichtungen brachten die Könige Tribut zu deinem Opfer

yat-tejasā nṛpa-śiro-'ṅghrim ahan makhārtham āryo 'nujas tava gajāyuta-sattva-vīryaḥ | tenāhṛtāḥ pramatha-nātha-makhāya bhūpā yan-mocitās tad-anayan balim adhvare te ||

Durch dessen Macht erschlug dein edler jüngerer Bruder [Bhīma], mit der Kraft von zehntausend Elefanten, für das [Rājasūya-]Opfer jenen [Jarāsandha], zu dessen Füßen [gefangene] Königshäupter [lagen]; die von ihm für das Opfer an den Herrn der Pramathas [Śiva] hergebrachten Könige wurden durch ihn befreit und brachten darauf Tribut zu deinem Opfer.

Wort für Wort
yat-tejasā
durch dessen Macht
nṛpa-śiraḥ-aṅghrim ahan makhārtham
erschlug [ihn, der] Königshäupter [wie] Füße [hatte], für das Opfer
āryaḥ anujaḥ tava
dein edler jüngerer Bruder
gaja-ayuta-sattva-vīryaḥ
mit der Kraft und Stärke von zehntausend Elefanten
tena āhṛtāḥ pramatha-nātha-makhāya bhūpāḥ
die von jenem für das Opfer an den Herrn der Pramathas hergebrachten Könige
yan-mocitāḥ
die von ihm befreit wurden
tad-anayan balim adhvare te
brachten darauf Tribut zu deinem Opfer

[Anm.: Bezug auf Bhīmas Tötung Jarāsandhas, der gefangene Könige dem Śiva opfern wollte; die befreiten Könige huldigten anschließend Yudhiṣṭhiras Rājasūya-Opfer.]

patnyās tavādhimakha-kḷpta-mahābhiṣeka-ślāghiṣṭha-cāru-kabaraṁ kitavaiḥ sabhāyām | spṛṣṭaṁ vikīrya padayoḥ patitāśru-mukhyā yas tat-striyo 'kṛta-hateśa-vimukta-keśāḥ ||

Er [Bhīma], durch dessen [Tat] die Frauen jener [Kaurava], deren Herren erschlagen wurden, ihr Haar aufgelöst [trugen] – [er, an den] sich jene [Draupadī] wandte, deren beim großen, vor deinem Opfer vollzogenen Weihungsfest gerühmtes, schönes geflochtenes Haar von den Falschspielern [Duḥśāsana] in der Versammlung angefasst [und] zerzaust wurde, [während sie] mit tränenüberströmtem Gesicht [ihm] zu Füßen fiel –

Wort für Wort
patnyāḥ tava
deiner Gattin [Draupadī]
adhimakha-kḷpta-mahābhiṣeka
beim großen, vor dem Opfer vollzogenen Weihungsfest
ślāghiṣṭha-cāru-kabaram
das gerühmte, schöne geflochtene Haar
kitavaiḥ sabhāyām spṛṣṭam vikīrya
von den Falschspielern in der Versammlung angefasst und zerzaust
padayoḥ patita-aśru-mukhyā
die mit tränenüberströmtem Gesicht [ihm] zu Füßen fiel
yaḥ tat-striyaḥ akṛta-hata-īśa-vimukta-keśāḥ
er, durch den die Frauen jener, deren Herren erschlagen wurden, das Haar gelöst [trugen]

[Anm.: Bezug auf Draupadīs Erniedrigung im Würfelspiel und Bhīmas späteren Rachefeldzug, durch den die Kaurava-Witwen nach dem Tod ihrer Gatten selbst das Haar aufgelöst trugen – Zeichen der Trauer. Der Satz ist syntaktisch mit V.9 verknüpft (Bhīma als Subjekt).]

yo no jugopa vana etya duranta-kṛcchrād durvāsaso 'ri-racitād ayutāgra-bhug yaḥ | śākānna-śiṣṭam upayujya yatas tri-lokīṁ tṛptām amaṁsta salile vinimagna-saṅghaḥ ||

Er [Kṛṣṇa], der uns, [als wir] in den Wald gekommen waren, vor der endlosen Bedrängnis beschützte, die von Durvāsas, [unserem] Feind [zuliebe angestiftet], angerichtet wurde – der, indem er den Rest von Gemüse und Reis [aus Draupadīs Topf] verzehrte, wodurch er die drei Welten für gesättigt erklärte, [dabei] zuerst den zehntausend [Schülern des Durvāsas], deren Schar im Wasser untergetaucht war, [Sättigung schenkte] –

Wort für Wort
yaḥ naḥ jugopa
der uns beschützte
vane etya
in den Wald gekommen
duranta-kṛcchrāt
vor der endlosen Bedrängnis
durvāsasaḥ ari-racitāt
die von Durvāsas, dem Feind, angerichtet wurde
ayuta-agra-bhuk yaḥ
der zehntausend [Schülern] zuerst zu essen gab
śāka-anna-śiṣṭam upayujya
den Rest von Gemüse und Reis verzehrend
yataḥ tri-lokīm tṛptām amaṁsta
wodurch er die drei Welten für gesättigt erklärte
salile vinimagna-saṅghaḥ
deren Schar im Wasser untergetaucht war

[Anm.: Episode des unerschöpflichen Topfes (Akṣayapātra) und Durvāsas' Besuch, von Duryodhana als Falle gegen die Pāṇḍavas eingefädelt; durch Kṛṣṇas Verzehr eines Speiserestes wurden alle Wesen, einschließlich der badenden Muni-Schüler, gesättigt.]

yat-tejasātha bhagavān yudhi śūla-pāṇir vismāpitaḥ sagirijo 'stram adān nijaṁ me | anye 'pi cāham amunaiva kalevareṇa prāpto mahendra-bhavane mahad-āsanārdham ||

Durch dessen Macht wurde ferner der erhabene Dreizackträger [Śiva] samt der Bergestochter [Pārvatī] im Kampf in Staunen versetzt und gab mir seine eigene Waffe [Pāśupata]; und auch ich gelangte, ebenso wie andere, noch mit eben diesem [sterblichen] Körper in Indras Palast zur Hälfte des großen Thrones.

Wort für Wort
yat-tejasā atha
durch dessen Macht ferner
bhagavān śūla-pāṇiḥ
der erhabene Dreizackträger (Śiva)
yudhi vismāpitaḥ
im Kampf in Staunen versetzt
sa-girijaḥ
samt der Bergestochter (Pārvatī)
astram adāt nijam me
gab mir seine eigene Waffe
anye api ca aham
und auch ich, wie andere
amunā eva kalevareṇa
mit eben diesem [sterblichen] Körper
prāptaḥ mahendra-bhavane mahat-āsana-ardham
gelangte in Indras Palast zur Hälfte des großen Thrones

[Anm.: Arjunas Kampf mit Śiva (als Kirāta verkleidet) um die Pāśupata-Waffe und sein anschließender Aufenthalt in Indras Himmel.]

tatraiva me viharato bhuja-daṇḍa-yugmaṁ gāṇḍīva-lakṣaṇam arāti-vadhāya devāḥ | sendrāḥ śritā yad-anubhāvitam ājamīḍha tenāham adya muṣitaḥ puruṣeṇa bhūmnā ||

Während ich mich eben dort [im Himmel] vergnügte, nahmen die Götter samt Indra Zuflucht zu meinem Armpaar, gekennzeichnet durch [den Bogen] Gāṇḍīva, zur Tötung der Feinde – [einem Armpaar, das] von jenem [Kṛṣṇa] mit Macht ausgestattet war, o Ājamīḍha [Yudhiṣṭhira]; von eben diesem großen, allumfassenden Wesen [Kṛṣṇa] bin ich heute beraubt.

Wort für Wort
tatra eva me viharataḥ
während ich mich eben dort vergnügte
bhuja-daṇḍa-yugmam
das Paar meiner Arme
gāṇḍīva-lakṣaṇam
gekennzeichnet durch Gāṇḍīva
arāti-vadhāya devāḥ sa-indrāḥ śritāḥ
zur Tötung der Feinde nahmen die Götter samt Indra Zuflucht [dazu]
yad-anubhāvitam ājamīḍha
von jenem mit Macht ausgestattet, o Ājamīḍha
tena aham adya muṣitaḥ
von eben diesem bin ich heute beraubt
puruṣeṇa bhūmnā
von dem großen Wesen (Puruṣa)

yad-bāndhavaḥ kuru-balābdhim ananta-pāram eko rathena tatare 'ham atīrya-sattvam | pratyāhṛtaṁ bahu dhanaṁ ca mayā pareṣāṁ tejās-padaṁ maṇimayaṁ ca hṛtaṁ śirobhyaḥ ||

Als dessen [Kṛṣṇas] Verbündeter durchquerte ich allein mit [meinem] Wagen das Heeresmeer der Kurus, dessen Ufer unermesslich war [und] das von [anderen] Wesen nicht zu durchqueren war; und viel Reichtum wurde von mir zurückerobert, und das aus Juwelen bestehende Zeichen der Macht [die Kronen] wurde von den Häuptern der anderen [Feinde] genommen.

Wort für Wort
yad-bāndhavaḥ
dessen Verbündeter [seiend]
kuru-bala-abdhim ananta-pāram
das Heeresmeer der Kurus, dessen Ufer unermesslich war
ekaḥ rathena tatare aham
allein mit dem Wagen durchquerte ich
atīrya-sattvam
das von [anderen] Wesen nicht zu durchqueren war
pratyāhṛtam bahu dhanam ca mayā
und viel Reichtum wurde von mir zurückgeholt
pareṣām tejaḥ-padam maṇimayam ca hṛtam śirobhyaḥ
und das aus Juwelen bestehende Machtzeichen wurde von den Häuptern der anderen genommen

yo bhīṣma-karṇa-guru-śalya-camūṣv adabhra-rājanya-varya-ratha-maṇḍala-maṇḍitāsu | agrecaro mama vibho ratha-yūthapānām āyur manāṁsi ca dṛśā saha oja ārcchat ||

Er [Kṛṣṇa], der, o Herr, mir in den mit den Wagenkreisen zahlreicher vortrefflicher Fürsten geschmückten Heeren des Bhīṣma, Karṇa, [des] Lehrers [Droṇa] und Śalya vorausging, nahm mit [seinem bloßen] Blick den Anführern der Wagenscharen Lebenskraft, Verstand und Kraft.

Wort für Wort
yaḥ
der
bhīṣma-karṇa-guru-śalya-camūṣu
in den Heeren des Bhīṣma, Karṇa, des Lehrers (Droṇa) und Śalya
adabhra-rājanya-varya-ratha-maṇḍala-maṇḍitāsu
geschmückt mit den Wagenkreisen zahlreicher vortrefflicher Fürsten
agrecaraḥ mama vibho
mir vorausgehend, o Herr
ratha-yūthapānām āyuḥ manāṁsi ca
der Anführer der Wagenscharen Lebenskraft und Verstand
dṛśā saha ojaḥ ārcchat
nahm mit [seinem] Blick [zugleich ihre] Kraft

yad-doḥṣu mā praṇihitaṁ guru-bhīṣma-karṇa-naptṛ-trigarta-śalya-saindhava-bāhlikādyaiḥ | astrāṇy amogha-mahimāni nirūpitāni nopaspṛśur nṛhari-dāsam ivāsurāṇi ||

In dessen [Kṛṣṇas] Armen geborgen, berührten mich die von [Droṇa, dem] Lehrer, Bhīṣma, Karṇa, [Bhīṣmas] Enkel, den Trigartas, Śalya, dem Sindhu-Fürsten, Bāhlika und anderen auf mich gerichteten Waffen von unfehlbarer Macht nicht – so wie [die Waffen] der Dämonen den Diener des Nṛhari [Prahlāda] nicht [berührten].

Wort für Wort
yad-doḥṣu mā praṇihitam
in dessen Armen ich geborgen
guru-bhīṣma-karṇa-naptṛ-trigarta-śalya-saindhava-bāhlika-ādyaiḥ
von Droṇa, Bhīṣma, Karṇa, [dessen] Enkel, den Trigartas, Śalya, dem Sindhu-Fürsten, Bāhlika u.a.
astrāṇi amogha-mahimāni nirūpitāni
die auf mich gerichteten Waffen von unfehlbarer Macht
na upaspṛśuḥ
berührten nicht
nṛhari-dāsam iva asurāṇi
wie [die Waffen] der Dämonen den Diener des Nṛhari [nicht berührten]

[Anm.: Vergleich mit Prahlāda, der als Bhakta Narasiṁhas (Nṛhari) von den Waffen der ihn verfolgenden Dämonen unversehrt blieb.]

sautye vṛtaḥ kumatinātmada īśvaro me yat-pāda-padmam abhavāya bhajanti bhavyāḥ | māṁ śrānta-vāham arayo rathino bhuvi-ṣṭhaṁ na prāharan yad-anubhāva-nirasta-cittāḥ ||

Von mir Toren wurde er, der sich selbst schenkende Herr, mein [Kṛṣṇa], dessen Lotosfüße die Erhabenen zur Erlösung von der Wiedergeburt verehren, zum Wagenlenkeramt bestellt; [und dank ihm] schlugen die feindlichen Wagenkämpfer, deren Sinn durch dessen Macht gebannt war, mich, dessen Zugtiere erschöpft und der auf dem Boden stand, nicht.

Wort für Wort
sautye vṛtaḥ kumatinā
zum Wagenlenkeramt erwählt von mir Toren
ātmadaḥ īśvaraḥ me
der sich selbst schenkende Herr, mein [Kṛṣṇa]
yat-pāda-padmam abhavāya bhajanti bhavyāḥ
dessen Lotosfüße die Erhabenen zur Erlösung verehren
mām śrānta-vāham
mich, dessen Zugtiere erschöpft waren
arayaḥ rathinaḥ bhuvi-ṣṭham
die feindlichen Wagenkämpfer [mich], auf dem Boden stehend
na prāharan
schlugen nicht
yad-anubhāva-nirasta-cittāḥ
deren Sinn durch dessen Macht gebannt war

narmāṇy udāra-rucira-smita-śobhitāni he pārtha he 'rjuna sakhe kuru-nandaneti | sañjalpitāni nara-deva hṛdi-spṛśāni smartur luṭhanti hṛdayaṁ mama mādhavasya ||

Die mit großmütigem, anmutigem Lächeln geschmückten Scherzworte des Mādhava [Kṛṣṇa] – „He Pārtha, he Arjuna, Freund, Sohn der Kurus!“ – so von ihm gesprochene, das Herz berührende Worte, o Menschenfürst, wühlen [nun], da ich mich [ihrer] erinnere, in meinem Herzen.

Wort für Wort
narmāṇi udāra-rucira-smita-śobhitāni
die mit großmütigem, anmutigem Lächeln geschmückten Scherzworte
he pārtha he arjuna sakhe kuru-nandana iti
„he Pārtha, he Arjuna, Freund, Sohn der Kurus!“ so
sañjalpitāni nara-deva hṛdi-spṛśāni
die gesprochenen, das Herz berührenden [Worte], o Menschenfürst
smartuḥ luṭhanti hṛdayam mama
wühlen im Herzen von mir, der sich erinnert
mādhavasya
des Mādhava

śayyāsanāṭana-vikatthana-bhojanādiṣv aikyād vayasya ṛtavān iti vipralabdhaḥ | sakhyuḥ sakheva pitṛvat tanayasya sarvaṁ sehe mahān mahitayā kumater aghaṁ me ||

Wegen [unserer] Vertrautheit beim Liegen, Sitzen, Umherwandern, Prahlen, Speisen und anderem wurde er von mir geneckt: „Freund, du bist ja [wirklich] wahrhaftig!“ – so [spottete ich]; wie ein Freund [die Neckereien] eines Freundes, wie ein Vater [die Fehler] eines Sohnes [erträgt], so ertrug er, der Große, in seiner Erhabenheit all das Vergehen von mir Toren.

Wort für Wort
śayyā-āsana-aṭana-vikatthana-bhojana-ādiṣu
beim Liegen, Sitzen, Umherwandern, Prahlen, Speisen u.a.
aikyāt
wegen [unserer] Vertrautheit
vayasya ṛtavān iti vipralabdhaḥ
„Freund, du bist wahrhaftig!“ so wurde er geneckt
sakhyuḥ sakhā iva
wie ein Freund [gegenüber] dem Freund
pitṛvat tanayasya
wie ein Vater [gegenüber dem Fehler] des Sohnes
sarvam sehe mahān mahitayā
alles ertrug der Große in [seiner] Erhabenheit
kumateḥ agham me
das Vergehen von mir Toren

so 'haṁ nṛpendra rahitaḥ puruṣottamena sakhyā priyeṇa suhṛdā hṛdayena śūnyaḥ | adhvany urukrama-parigraham aṅga rakṣan gopair asadbhir abaleva vinirjito 'smi ||

Eben ich, o Fürst der Könige, beraubt des höchsten Purusa, des lieben Freundes und Wohlgesinnten, im Herzen leer, bin, o Bruder, während ich auf dem Weg den Besitz [Harem] des Urukrama [Kṛṣṇa] beschützte, von unwürdigen Hirten wie eine schwache Frau besiegt worden.

Wort für Wort
saḥ aham nṛpendra
eben ich, o Fürst der Könige
rahitaḥ puruṣottamena
beraubt des höchsten Purusa
sakhyā priyeṇa suhṛdā
des lieben Freundes und Wohlgesinnten
hṛdayena śūnyaḥ
im Herzen leer
adhvani urukrama-parigraham aṅga rakṣan
auf dem Weg den Besitz des Urukrama (Kṛṣṇa) beschützend, o Bruder
gopaiḥ asadbhiḥ abalā iva vinirjitaḥ asmi
bin ich von unwürdigen Hirten wie eine schwache Frau besiegt worden

[Anm.: Bezug auf den überlieferten Bericht, dass Arjuna, als er die überlebenden Yadu-Frauen nach Kṛṣṇas Verschwinden eskortierte, von räuberischen Hirtenstämmen (Ābhīras) überwältigt wurde – deutliches Zeichen des Schwindens seiner von Kṛṣṇa verliehenen Kraft.]

tad vai dhanus ta iṣavaḥ sa ratho hayās te so 'haṁ rathī nṛpatayo yata ānamanti | sarvaṁ kṣaṇena tad abhūd asad īśa-riktaṁ bhasman hutaṁ kuhaka-rāddham ivoptam ūṣyām ||

Eben jener Bogen [Gāṇḍīva], jene Pfeile, jener Wagen, jene Pferde, ich selbst, eben jener Wagenkämpfer, vor dem sich die Könige verneigten – all das wurde, ohne den Herrn [Kṛṣṇa], im Augenblick nichtig, wie eine in Asche gegossene [Opfergabe], wie durch Zauberei Vollbrachtes, wie [Samen], ausgesät in salzhaltige Erde.

Wort für Wort
tat vai dhanuḥ
eben jener Bogen
te iṣavaḥ
jene Pfeile
saḥ rathaḥ hayāḥ te
jener Wagen, jene Pferde
saḥ aham rathī
ich, eben jener Wagenkämpfer
nṛpatayaḥ yataḥ ānamanti
vor dem sich die Könige verneigten
sarvam kṣaṇena tat abhūt asat
das alles wurde im Augenblick nichtig
īśa-riktam
ohne den Herrn
bhasman hutam
wie eine in Asche gegossene [Opfergabe]
kuhaka-rāddham iva
wie durch Zauberei Vollbrachtes
uptam ūṣyām
wie [Samen] in salzhaltige Erde ausgesät

rājaṁs tvayānupṛṣṭānāṁ suhṛdāṁ naḥ suhṛt-pure | vipra-śāpa-vimūḍhānāṁ nighnatāṁ muṣṭibhir mithaḥ ||

O König, von unseren Freunden, nach denen du gefragt hast, in [ihrer] Stadt – die, durch den Fluch der Brahmanen verwirrt, einander mit Fäusten schlugen –

Wort für Wort
rājan
o König
tvayā anupṛṣṭānām suhṛdām naḥ
von unseren Freunden, nach denen du gefragt hast
suhṛt-pure
in [ihrer] Stadt
vipra-śāpa-vimūḍhānām
die durch den Fluch der Brahmanen verwirrt waren
nighnatām muṣṭibhiḥ mithaḥ
die einander mit Fäusten schlugen

[Anm.: Der Brahmanenfluch bezieht sich auf den Fluch der Weisen (u.a. Viśvāmitra, Kaṇva, Nārada), die von den jungen Yadu-Prinzen verspottet wurden (Sāmba als Schwangere verkleidet) und daraufhin die Geburt einer eisernen Keule prophezeiten, aus der die Waffen für den späteren gegenseitigen Bruderkrieg der Yadus entstanden.]

vāruṇīṁ madirāṁ pītvā madonmathita-cetasām | ajānatām ivānyonyaṁ catuḥ-pañcāvaśeṣitāḥ ||

– die, nachdem sie den Wein Vāruṇī getrunken hatten, mit vom Rausch aufgewühltem Sinn einander schlugen, als kennten sie einander nicht – blieben nur vier oder fünf übrig.

Wort für Wort
vāruṇīm madirām pītvā
nachdem sie den Wein Vāruṇī getrunken hatten
mada-unmathita-cetasām
deren Sinn durch den Rausch aufgewühlt war
ajānatām iva anyonyam
als kennten sie einander nicht
catuḥ-pañca-avaśeṣitāḥ
[nur] vier oder fünf blieben übrig

prāyeṇaitad bhagavata īśvarasya viceṣṭitam | mitho nighnanti bhūtāni bhāvayanti ca yan mithaḥ ||

Zumeist ist dies das Wirken des erhabenen Herrn: dass die Wesen einander töten, und dass sie einander [auch wieder] fördern.

Wort für Wort
prāyeṇa etat
zumeist ist dies
bhagavataḥ īśvarasya viceṣṭitam
das Wirken des erhabenen Herrn
mithaḥ nighnanti bhūtāni
die Wesen töten einander
bhāvayanti ca yat mithaḥ
und dass sie einander [auch] fördern

jalaukasāṁ jale yadvan mahānto 'danty aṇīyasaḥ | durbalān balino rājan mahānto balino mithaḥ ||

So wie unter den Wasserbewohnern im Wasser die Großen die Kleineren fressen, die Starken die Schwachen, o König, [ja sogar] die Großen und Starken einander –

Wort für Wort
jalaukasām jale
unter den Wasserbewohnern im Wasser
yadvat mahāntaḥ adanti aṇīyasaḥ
so wie die Großen die Kleineren fressen
durbalān balinaḥ
[so fressen] die Starken die Schwachen
rājan
o König
mahāntaḥ balinaḥ mithaḥ
die Großen und Starken einander

evaṁ baliṣṭhair yadubhir mahadbhir itarān vibhuḥ | yadūn yadubhir anyonyaṁ bhū-bhārān sañjahāra ha ||

– ebenso ließ der Allmächtige die stärksten, größten Yadus die anderen [Yadus], die Yadus die Yadus, gegenseitig [vernichten] und beseitigte so fürwahr die Last der Erde.

Wort für Wort
evam baliṣṭhaiḥ yadubhiḥ mahadbhiḥ
ebenso durch die stärksten, größten Yadus
itarān vibhuḥ
[ließ] der Allmächtige die anderen [vernichten]
yadūn yadubhiḥ anyonyam
die Yadus durch die Yadus, gegenseitig
bhū-bhārān sañjahāra ha
beseitigte fürwahr die Last der Erde

deśa-kālārtha-yuktāni hṛt-tāpopaśamāni ca | haranti smarataś cittaṁ govindābhihitāni me ||

Die von Govinda zu mir gesprochenen, dem Ort, der Zeit und dem Sinn angemessenen, meine Herzensglut lindernden [Worte] rauben mir, dem mich [ihrer] erinnernden, das Herz.

Wort für Wort
deśa-kāla-artha-yuktāni
dem Ort, der Zeit und dem Sinn angemessen
hṛt-tāpa-upaśamāni ca
und die Herzensglut lindernd
haranti smarataḥ cittam
sie rauben das Herz dessen, der sich erinnert
govinda-abhihitāni me
die von Govinda zu mir gesprochenen [Worte]

sūta uvāca evaṁ cintayato jiṣṇoḥ kṛṣṇa-pāda-saroruham | sauhārdenātigāḍhena śāntāsīd vimalā matiḥ ||

Sūta sprach: Während Jiṣṇu [Arjuna] so über den Lotosfuß Kṛṣṇas nachsann, wurde durch [seine] überaus tiefe Zuneigung sein Sinn ruhig und rein.

Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta sprach
evam cintayataḥ jiṣṇoḥ
während Jiṣṇu (Arjuna) so nachsann
kṛṣṇa-pāda-saroruham
über den Lotosfuß Kṛṣṇas
sauhārdena atigāḍhena
durch überaus tiefe Zuneigung
śāntā āsīt vimalā matiḥ
wurde [sein] Sinn ruhig und rein

vāsudevāṅghry-anudhyāna-paribṛṁhita-raṁhasā | bhaktyā nirmathitāśeṣa-kaṣāya-dhiṣaṇo 'rjunaḥ ||

Arjuna, dessen Denken durch die vom Sinnen über Vāsudevas Füße gesteigerte Kraft der Hingabe alle Trübung ausgerieben hatte,

Wort für Wort
vāsudeva-aṅghri-anudhyāna-paribṛṁhita-raṁhasā
durch die vom Sinnen über Vāsudevas Füße gesteigerte Kraft
bhaktyā
durch Hingabe
nirmathita-aśeṣa-kaṣāya-dhiṣaṇaḥ
dessen Denken alle Trübung ausgerieben hatte
arjunaḥ
Arjuna

[Anm.: Dieser Vers bildet syntaktisch die Fortsetzung von V.28 und leitet zu V.30 über.]

gītaṁ bhagavatā jñānaṁ yat tat saṅgrāma-mūrdhani | kāla-karma-tamo-ruddhaṁ punar adhyagamat prabhuḥ ||

…erlangte er, der Herr [Arjuna], von neuem das vom Erhabenen [einst] gesungene Wissen, das er an der Spitze der Schlacht [erhalten, inzwischen aber] durch die Dunkelheit von Zeit und weltlichem Tun verschüttet [hatte].

Wort für Wort
gītam bhagavatā jñānam
das vom Erhabenen gesungene Wissen
yat tat saṅgrāma-mūrdhani
das [er] an der Spitze der Schlacht [erhalten hatte]
kāla-karma-tamaḥ-ruddham
durch die Dunkelheit von Zeit und Handeln verschüttet
punaḥ adhyagamat prabhuḥ
erlangte der Herr (Arjuna) von neuem

[Anm.: Bezug auf die Bhagavad-Gītā, deren Lehre Arjuna durch die Zeit wieder in Vergessenheit geraten war und die er nun durch seine erneuerte Hingabe wiedererlangte.]

viśoko brahma-sampattyā sañchinna-dvaita-saṁśayaḥ | līna-prakṛti-nairguṇyād aliṅgatvād asambhavaḥ ||

[Arjuna wurde] frei von Kummer durch die Erlangung des Brahman, [sein] Zweifel an der Dualität zerschnitten; da [seine] Natur in [der] Eigenschaftslosigkeit aufgegangen [und er] merkmallos [geworden war], [erschien er] wie einer, der nicht [wieder in die Existenz] eingeht.

Wort für Wort
viśokaḥ
frei von Kummer
brahma-sampattyā
durch die Erlangung des Brahman
sañchinna-dvaita-saṁśayaḥ
dessen Zweifel an der Dualität zerschnitten war
līna-prakṛti-nairguṇyāt
da [seine] Natur in der Eigenschaftslosigkeit aufgegangen war
aliṅgatvāt asambhavaḥ
wegen der Merkmallosigkeit [wie] nicht [wieder] entstehend

[?: Die genaue syntaktische Bindung von „asambhavaḥ“ – bezogen auf zukünftige Nicht-Wiedergeburt oder gegenwärtigen Zustand – ist unsicher.]

niśamya bhagavan-mārgaṁ saṁsthāṁ yadu-kulasya ca | svaḥ-pathāya matiṁ cakre nibhṛtātmā yudhiṣṭhiraḥ ||

Nachdem er von dem Weggang des Erhabenen und dem Ende des Yadu-Geschlechts vernommen hatte, fasste Yudhiṣṭhira, mit beherrschtem Gemüt, den Entschluss zum Aufbruch [wörtl.: zum Weg zum Himmel].

Wort für Wort
niśamya
nachdem er vernommen hatte
bhagavat-mārgam
den Weggang des Erhabenen
saṁsthām yadu-kulasya ca
und das Ende des Yadu-Geschlechts
svaḥ-pathāya matim cakre
fasste den Entschluss zum Weg zum Himmel
nibhṛta-ātmā yudhiṣṭhiraḥ
Yudhiṣṭhira mit beherrschtem Gemüt

pṛthāpy anuśrutya dhanañjayoditaṁ nāśaṁ yadūnāṁ bhagavad-gatiṁ ca tām | ekānta-bhaktyā bhagavaty adhokṣaje niveśitātmopararāma saṁsṛteḥ ||

Auch Pṛthā [Kuntī], nachdem sie von Dhanañjaya [Arjuna] den Untergang der Yadus und jenes Verscheiden des Erhabenen vernommen hatte, versenkte durch ausschließliche Hingabe ihr Selbst in den erhabenen Adhokṣaja und kam so zur Ruhe vom Kreislauf [der Wiedergeburten].

Wort für Wort
pṛthā api anuśrutya
auch Pṛthā, nachdem sie vernommen hatte
dhanañjaya-uditam
von Dhanañjaya (Arjuna) Berichtetes
nāśam yadūnām
den Untergang der Yadus
bhagavat-gatim ca tām
und jenes Verscheiden des Erhabenen
ekānta-bhaktyā bhagavati adhokṣaje
durch ausschließliche Hingabe zum erhabenen Adhokṣaja
niveśita-ātmā upararāma saṁsṛteḥ
ihr Selbst versenkend kam sie zur Ruhe vom Kreislauf

yayāharad bhuvo bhāraṁ tāṁ tanuṁ vijahāv ajaḥ | kaṇṭakaṁ kaṇṭakeneva dvayaṁ cāpīśituḥ samam ||

Eben jenen Körper, mit dem er die Last der Erde weggenommen hatte, legte der Ungeborene [wieder] ab – wie [man] einen Dorn mit einem [anderen] Dorn [entfernt]; und beides [Annehmen und Ablegen des Körpers] ist für den Herrn gleich[gültig].

Wort für Wort
yayā ahārat bhuvaḥ bhāram
mit welchem [Körper] er die Last der Erde wegnahm
tām tanum vijahau ajaḥ
eben jenen Körper legte der Ungeborene ab
kaṇṭakam kaṇṭakena iva
wie einen Dorn mit einem Dorn
dvayam ca api īśituḥ samam
und beides ist für den Herrn gleich[gültig]

yathā matsyādi-rūpāṇi dhatte jahyād yathā naṭaḥ | bhū-bhāraḥ kṣapito yena jahau tac ca kalevaram ||

So wie er die Gestalten des Fisches und anderer [Avatāras] annimmt [und wieder] ablegt wie ein Schauspieler [seine Rollen], [so] legte er auch jenen Körper ab, durch den die Last der Erde vermindert worden war.

Wort für Wort
yathā matsya-ādi-rūpāṇi dhatte
so wie er die Gestalten des Fisches u.a. annimmt
jahyāt yathā naṭaḥ
[und] ablegt wie ein Schauspieler
bhū-bhāraḥ kṣapitaḥ yena
durch welchen [Körper] die Last der Erde vermindert wurde
jahau tat ca kalevaram
auch jenen Körper legte er ab

yadā mukundo bhagavān imāṁ mahīṁ jahau sva-tanvā śravaṇīya-sat-kathaḥ | tadāhar evāpratibuddha-cetasām abhadra-hetuḥ kalir anvavartata ||

Als der erhabene Mukunda, dessen [Taten] wunderbare, hörenswerte Geschichten [darstellen], diese Erde mit seinem eigenen Körper verließ, trat eben an jenem Tag für die im Geiste nicht Erwachten Kali ein, die Ursache des Unheils.

Wort für Wort
yadā mukundaḥ bhagavān
als der erhabene Mukunda
imām mahīm jahau sva-tanvā
diese Erde mit seinem eigenen Körper verließ
śravaṇīya-sat-kathaḥ
dessen Geschichten hörenswert sind
tadā ahaḥ eva
eben an jenem Tag
apratibuddha-cetasām
für die im Geiste nicht Erwachten
abhadra-hetuḥ kaliḥ anvavartata
trat Kali, die Ursache des Unheils, ein

yudhiṣṭhiras tat parisarpaṇaṁ budhaḥ pure ca rāṣṭre ca gṛhe tathātmani | vibhāvya lobhānṛta-jihma-hiṁsanādy-adharma-cakraṁ gamanāya paryadhāt ||

Yudhiṣṭhira, der Weise, erkannte jenes Sich-Ausbreiten [des Kali] in der Stadt, im Reich, im Haus und ebenso in sich selbst, [erkannte] das Rad des Unrechts, [bestehend] aus Gier, Lüge, Betrug, Gewalt und anderem, und rüstete sich zum Aufbruch.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ budhaḥ
Yudhiṣṭhira, der Weise
tat parisarpaṇam
jenes Sich-Ausbreiten [des Kali]
pure ca rāṣṭre ca gṛhe tathā ātmani
in der Stadt, im Reich, im Haus und ebenso in sich selbst
vibhāvya
erkennend
lobha-anṛta-jihma-hiṁsana-ādi-adharma-cakram
das Rad des Unrechts aus Gier, Lüge, Betrug, Gewalt u.a.
gamanāya paryadhāt
rüstete er sich zum Aufbruch

sva-rāṭ pautraṁ vinayinam ātmanaḥ susamaṁ guṇaiḥ | toya-nīvyāḥ patiṁ bhūmer abhyaṣiñcad gajāhvaye ||

Der selbstherrschende [Yudhiṣṭhira] weihte [seinen] Enkel [Parīkṣit], den Wohlerzogenen, der ihm an Eigenschaften nahezu gleich war, in Gajāhvaya [Hastināpura] zum Herrn der vom Wasser umgürteten Erde.

Wort für Wort
sva-rāṭ
der selbstherrschende [König]
pautram vinayinam
den wohlerzogenen Enkel
ātmanaḥ susamam guṇaiḥ
ihm an Eigenschaften nahezu gleich
toya-nīvyāḥ patim bhūmeḥ
zum Herrn der vom Wasser umgürteten Erde
abhyaṣiñcat gajāhvaye
weihte er in Gajāhvaya (Hastināpura)

mathurāyāṁ tathā vajraṁ śūrasena-patiṁ tataḥ | prājāpatyāṁ nirūpyeṣṭim agnīn apibad īśvaraḥ ||

Ebenso [weihte er] in Mathurā Vajra zum Herrn der Śūrasenas; darauf vollzog der Herrscher [Yudhiṣṭhira] das Prājāpatya-Opfer und nahm [danach rituell] die [Opfer-]Feuer in sich auf.

Wort für Wort
mathurāyām tathā vajram
ebenso in Mathurā Vajra
śūrasena-patim
zum Herrn der Śūrasenas
tataḥ prājāpatyām iṣṭim nirūpya
darauf, nachdem er das Prājāpatya-Opfer vollzogen hatte
agnīn apibat īśvaraḥ
nahm der Herrscher die Opferfeuer in sich auf

[Anm.: Das „Trinken“ der Opferfeuer bezeichnet den rituellen Akt, mit dem ein König beim Übergang in den Entsagungsstand (Sannyāsa) die heiligen Feuer symbolisch in sich aufnimmt.]

visṛjya tatra tat sarvaṁ dukūla-valayādikam | nirmamo nirahaṅkāraḥ sañchinnāśeṣa-bandhanaḥ ||

Nachdem er dort all das – die feinen Gewänder, Armreifen und anderes – abgelegt hatte, [war er] frei von „Mein“ und „Ich“, alle seine Fesseln durchtrennt.

Wort für Wort
visṛjya tatra tat sarvam
nachdem er dort all das abgelegt hatte
dukūla-valaya-ādikam
die feinen Gewänder, Armreifen u.a.
nirmamaḥ nirahaṅkāraḥ
frei von „Mein“ und „Ich“
sañchinna-aśeṣa-bandhanaḥ
dessen sämtliche Fesseln durchtrennt waren

vācaṁ juhāva manasi tat prāṇa itare ca tam | mṛtyāv apānaṁ sotsargaṁ taṁ pañcatve hy ajohavīt ||

Die Sprache ließ er im Geist aufgehen, [den] Geist wiederum im Lebensatem, und die anderen [Sinne ebenso]; jenen [Atem, verbunden mit dem] Sich-Lösen im Absterben, opferte er fürwahr in die fünf [groben] Elemente.

Wort für Wort
vācam juhāva manasi
die Sprache opferte er in den Geist
tat prāṇe itare ca tam
jenen [Geist] in den Lebensatem, und die anderen [ebenso]
mṛtyau apānam sa-utsargam
im Ausatmen des Todes, mit [dessen] Loslassen
tam pañcatve hi ajohavīt
eben diesen opferte er fürwahr in die fünf Elemente

[?: Die genaue Abfolge des yogischen Auflösungsprozesses (Sprache→Geist→Atem→Tod→Elemente) folgt einer bekannten Formel (vgl. Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad), ist hier jedoch stark komprimiert wiedergegeben.]

tritve hutvā ca pañcatvaṁ tac caikatve 'juhon muniḥ | sarvam ātmany ajuhavīd brahmaṇy ātmānam avyaye ||

Und nachdem er die fünf [groben Elemente] in die drei [Erscheinungsweisen] geopfert hatte, opferte der Weise auch jenes [Dreiergefüge] in die Einheit; alles opferte er in das Selbst, [und schließlich] das Selbst in das unvergängliche Brahman.

Wort für Wort
tritve hutvā ca pañcatvam
und nachdem er die fünf [Elemente] in die drei [Guṇas] geopfert hatte
tat ca ekatve ajuhot muniḥ
opferte der Weise auch jenes in die Einheit
sarvam ātmani ajuhavīt
alles opferte er in das Selbst
brahmaṇi ātmānam avyaye
[und] das Selbst in das unvergängliche Brahman

cīra-vāsā nirāhāro baddha-vāṅ mukta-mūrdhajaḥ | darśayann ātmano rūpaṁ jaḍonmatta-piśācavat | anavekṣamāṇo niragād aśṛṇvan badhiro yathā ||

In Rindenkleidung gehüllt, ohne Nahrung, mit verschlossener Sprache, mit offenem Haar, seine [äußere] Gestalt wie [die] eines Stumpfsinnigen, Wahnsinnigen oder Unholds zeigend, ohne sich [um etwas] zu kümmern, wie ein Tauber nicht hörend, ging er [Yudhiṣṭhira] hinaus.

Wort für Wort
cīra-vāsāḥ nirāhāraḥ
in Rindenkleidung gehüllt, ohne Nahrung
baddha-vāk mukta-mūrdhajaḥ
mit verschlossener Sprache, mit offenem Haar
darśayan ātmanaḥ rūpam
seine [äußere] Gestalt zeigend
jaḍa-unmatta-piśāca-vat
wie ein Stumpfsinniger, Wahnsinniger oder Unhold
anavekṣamāṇaḥ niragāt
ohne sich zu kümmern ging er hinaus
aśṛṇvan badhiraḥ yathā
nicht hörend, wie ein Tauber

udīcīṁ praviveśāśāṁ gata-pūrvāṁ mahātmabhiḥ | hṛdi brahma paraṁ dhyāyan nāvarteta yato gataḥ ||

Er betrat die nördliche Richtung, die zuvor von großen Seelen begangene, im Herzen das höchste Brahman meditierend, [dorthin] von wo man, einmal gegangen, nicht [mehr] zurückkehrt.

Wort für Wort
udīcīm āśām praviveśa
die nördliche Richtung betrat er
gata-pūrvām mahātmabhiḥ
die zuvor von großen Seelen begangene
hṛdi brahma param dhyāyan
im Herzen das höchste Brahman meditierend
na āvarteta yataḥ gataḥ
von wo man, gegangen, nicht zurückkehrt

[...] bhrātaraḥ kṛta-niścayāḥ | kalinādharma-mitreṇa dṛṣṭvā spṛṣṭāḥ prajā bhuvi ||

Die Brüder [Yudhiṣṭhiras], [zum gleichen] Entschluss gelangt, als sie sahen, [wie] die Geschöpfe auf der Erde von Kali, dem Freund des Unrechts, berührt wurden, [folgten ihm nach].

Wort für Wort
bhrātaraḥ kṛta-niścayāḥ
die Brüder, zum [gleichen] Entschluss gelangt
kalinā adharma-mitreṇa
von Kali, dem Freund des Unrechts
dṛṣṭvā spṛṣṭāḥ prajā bhuvi
sehend, wie die Geschöpfe auf der Erde berührt wurden

[Anm.: Die erste Vershälfte fehlt in der abgerufenen Quelle (nur die zweite Halbzeile war verfügbar); die Übersetzung stützt sich auf den erkennbaren Sinnzusammenhang mit V.44 und V.46.]

te sādhu-kṛta-sarvārthā jñātvātyantikam ātmanaḥ | manasā dhārayām āsur vaikuṇṭha-caraṇāmbujam ||

Sie, die alle [ihre] Aufgaben wohl vollbracht hatten, erkennend das letzte [Ziel] des Selbst, hielten im Geist den Lotosfuß Vaikuṇṭhas [Kṛṣṇas] fest.

Wort für Wort
te sādhu-kṛta-sarva-arthāḥ
sie, die alle [ihre] Ziele wohl vollbracht hatten
jñātvā ātyantikam ātmanaḥ
erkennend das Endgültige des Selbst
manasā dhārayām āsuḥ
hielten im Geist fest
vaikuṇṭha-caraṇa-ambujam
den Lotosfuß Vaikuṇṭhas

tad-dhyānodriktayā bhaktyā viśuddha-dhiṣaṇāḥ pare | tasmin nārāyaṇa-pade ekānta-matayo gatim ||

Sie, deren Erkenntnis durch die aus der Meditation über ihn [Kṛṣṇa] hervorquellende Hingabe höchst geläutert war, mit ausschließlich [darauf] gerichtetem Sinn, [erlangten] jenen Zustand Nārāyaṇas – den [im nächsten Vers genannten] Gang –

Wort für Wort
tad-dhyāna-udriktayā bhaktyā
durch die aus der Meditation über ihn hervorquellende Hingabe
viśuddha-dhiṣaṇāḥ pare
die höchste, geläuterte Erkenntnis [erlangt hatten]
tasmin nārāyaṇa-pade
zu jenem Zustand Nārāyaṇas
ekānta-matayaḥ gatim
mit ausschließlich [darauf] gerichtetem Sinn den Gang

avāpur duravāpāṁ te asadbhir viṣayātmabhiḥ | vidhūta-kalmaṣā sthānaṁ virajenātmanaiva hi ||

– erlangten den schwer erreichbaren [Zustand], der von den Unwürdigen, den den Sinnesobjekten Ergebenen, [nicht erlangbar ist] – [sie erlangten] fürwahr mit ihrem von Leidenschaft befreiten Selbst diesen Ort, [ihre] Verunreinigung abgeschüttelt.

Wort für Wort
avāpuḥ duravāpām
erlangten den schwer erreichbaren [Zustand]
te asadbhiḥ viṣaya-ātmabhiḥ
der von den Unwürdigen, den den Sinnesobjekten Ergebenen, [nicht erlangbar ist]
vidhūta-kalmaṣāḥ sthānam
[ihre] Verunreinigung abgeschüttelt, den Ort
virajena ātmanā eva hi
fürwahr mit eben [ihrem] von Leidenschaft befreiten Selbst

viduro 'pi parityajya prabhāse deham ātmanaḥ | kṛṣṇāveśena tac-cittaḥ pitṛbhiḥ sva-kṣayaṁ yayau ||

Auch Vidura, dessen Sinn von Kṛṣṇa ganz erfüllt war, ging, nachdem er in Prabhāsa seinen Körper aufgegeben hatte, mit den Vorvätern zu seiner [himmlischen] Wohnstätte.

Wort für Wort
viduraḥ api
auch Vidura
parityajya prabhāse deham ātmanaḥ
nachdem er in Prabhāsa seinen Körper aufgegeben hatte
kṛṣṇa-āveśena tac-cittaḥ
dessen Sinn von Kṛṣṇa ganz erfüllt war
pitṛbhiḥ sva-kṣayam yayau
ging mit den Vorvätern zu seiner [eigenen] Wohnstätte

[Anm.: „pitṛbhiḥ“ könnte wörtlich „mit den [verstorbenen] Vorvätern“ oder übertragen „zu den Vorvätern“ bedeuten; die Wendung bleibt leicht mehrdeutig.]

draupadī ca tadājñāya patīnām anapekṣatām | vāsudeve bhagavati hy ekānta-matir āpa tam ||

Und Draupadī, als sie die [innere] Loslösung ihrer Gatten erkannt hatte, erlangte, mit fürwahr ausschließlich auf den erhabenen Vāsudeva gerichtetem Sinn, eben ihn.

Wort für Wort
draupadī ca tadā ājñāya
und Draupadī, als sie [dies] erkannt hatte
patīnām anapekṣatām
die Gleichgültigkeit [Loslösung] ihrer Gatten
vāsudeve bhagavati
zum erhabenen Vāsudeva
hi ekānta-matiḥ āpa tam
fürwahr mit ausschließlich [darauf] gerichtetem Sinn erlangte sie ihn

[?: „patīnām anapekṣatām“ könnte sich sowohl auf die innere Entsagung der Pāṇḍava-Brüder als auch auf ihre bevorstehende Trennung von Draupadī beziehen; beide Deutungen sind mit dem Kontext (Vorbereitung des Mahāprasthāna) vereinbar.]

yaḥ śraddhayaitad bhagavat-priyāṇāṁ pāṇḍoḥ sutānām iti samprayāṇam | śṛṇoty alaṁ svastyayanaṁ pavitraṁ labdhvā harau bhaktim upaiti siddhim ||

Wer mit Glauben von diesem Heimgang der dem Erhabenen lieben Söhne des Pāṇḍu hört, [diesem] wahrhaft heilbringenden, reinigenden [Ereignis], der erlangt, [solches] empfangend, die Vollendung der Hingabe an Hari.

Wort für Wort
yaḥ śraddhayā etat
wer mit Glauben dies
bhagavat-priyāṇām pāṇḍoḥ sutānām
der dem Erhabenen lieben Söhne des Pāṇḍu
iti samprayāṇam śṛṇoti
diesen Heimgang hört
alam svastyayanam pavitram
das wahrhaft heilbringende, reinigende [Ereignis]
labdhvā harau bhaktim upaiti siddhim
empfangend erlangt er die Vollendung der Hingabe an Hari

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