Kapitel 15: pāṇḍava-svargārohaṇam (mahāprasthānārambhaḥ)
Die Pāṇḍavas treten rechtzeitig zurück
Arjuna kehrt aus Dvārakā zurück und gesteht Yudhiṣṭhira unter Tränen, dass er von räuberischen Hirten besiegt wurde – ein Zeichen, dass Kṛṣṇas Schutz gewichen ist (V.1-21). Auf Yudhiṣṭhiras Frage berichtet er vom gegenseitigen Vernichtungskampf der berauschten und verfluchten Yadus in Prabhāsa (V.22-26) und tröstet sich mit Kṛṣṇas eigenen Worten (V.27). Durch Meditation über Kṛṣṇa gewinnt Arjuna die Erinnerung an die einst empfangene Bhagavad-Gītā-Lehre zurück und wird von Kummer frei (V.28-31). Yudhiṣṭhira, vom Verscheiden Kṛṣṇas und dem Ende des Yadu-Geschlechts hörend, fasst den Entschluss zum Aufbruch (V.32); auch Kuntī erlangt durch Hingabe die Erlösung (V.33). Es folgt eine philosophische Reflexion über Kṛṣṇas Ablegen seines irdischen Körpers als bewusste, willentliche Handlung (V.34-36) und der Beginn des Kali-Zeitalters. Yudhiṣṭhira weiht Parīkṣit in Hastināpura und Vajra in Mathurā zu Königen, vollzieht die Abschlussriten und bereitet sich – mit den äußeren Zeichen eines Asketen – auf den letzten Weg nach Norden vor (V.37-44). Seine Brüder folgen ihm; alle Pāṇḍavas, Kuntī, Vidura und Draupadī erlangen durch ihre lebenslange Hingabe die Vereinigung mit Kṛṣṇa (V.45-50). Ein abschließender Segensvers preist das Hören dieser Erzählung (V.51).
Sūta sprach: So wurde Kṛṣṇa [Arjuna, „der Dunkle“], der Freund Kṛṣṇas, von seinem königlichen Bruder argwöhnisch betrachtet, [denn] seine durch die Trennung von Kṛṣṇa abgezehrte Gestalt bot Anlass zu vielerlei Befürchtungen.
Wort für Wort
sūta uvāca
Sūta sprach
evam
so
kṛṣṇa-sakhaḥ kṛṣṇaḥ
Kṛṣṇa (Arjuna), der Freund Kṛṣṇas
bhrātrā rājñā
vom königlichen Bruder
vikalpitaḥ
argwöhnisch betrachtet
nānā-śaṅkāspadam rūpam
eine zu vielerlei Befürchtungen Anlass gebende Gestalt
kṛṣṇa-viśleṣa-karśitaḥ
abgezehrt durch die Trennung von Kṛṣṇa
[Anm.: Arjuna trägt selbst den Beinamen „Kṛṣṇa“ (der Dunkle) – hier klanglich dem Freund Kṛṣṇa gegenübergestellt.]
śokena śuṣyad-vadana-hṛt-sarojo hata-prabhaḥ |
vibhuṁ tam evānusmaran nāśaknot pratibhāṣitum ||
Durch Kummer verdorrten sein Gesicht und der Lotos seines Herzens, seines Glanzes beraubt; da er sich stets jenes Allmächtigen erinnerte, vermochte er nicht zu antworten.
Mit Mühe seinen Kummer unterdrückend, sich mit der Hand die Augen abwischend, bestürzt von der durch die Abwesenheit [Kṛṣṇas] angeschwollenen Sehnsucht der Liebe,
Wort für Wort
kṛcchreṇa
mit Mühe
saṁstabhya śucaḥ
den Kummer unterdrückend
pāṇinā mṛjya netrayoḥ
mit der Hand die Augen abwischend
parokṣeṇa
durch die Abwesenheit
samunnaddha-praṇaya-autkaṇṭhya-kātaraḥ
bestürzt von der angeschwollenen Sehnsucht der Liebe
sich der Freundschaft, des freundschaftlichen Verhältnisses und der Herzensverbundenheit [Kṛṣṇas], [gezeigt] im Wagenlenken und anderem, erinnernd, sprach er zu seinem königlichen älteren Bruder mit von Tränen erstickter Stimme:
Wort für Wort
sakhyam maitrīm sauhṛdam ca
Freundschaft, freundschaftliches Verhältnis und Herzensverbundenheit
Arjuna sprach: Betrogen wurde ich, o großer König, von Hari, der die Gestalt eines Verwandten annahm, von dem meine große, selbst die Götter in Staunen versetzende Macht weggenommen wurde.
yasya kṣaṇa-viyogena loko hy apriya-darśanaḥ |
ukthena rahito hy eṣa mṛtakaḥ procyate yathā ||
[Kṛṣṇa,] durch dessen [auch nur] augenblickliche Trennung die Welt fürwahr unangenehm anzuschauen wird – so wie dieser [Körper], des Lebenshauches beraubt, als Leichnam bezeichnet wird –
Wort für Wort
yasya kṣaṇa-viyogena
durch dessen augenblickliche Trennung
lokaḥ hi apriya-darśanaḥ
die Welt fürwahr unangenehm anzuschauen [wird]
ukthena rahitaḥ
des Lebenshauchs (?) beraubt
hi eṣa mṛtakaḥ procyate yathā
so wie dieser als Leichnam bezeichnet wird
[?: „ukthena“ wörtlich „der heiligen Lobrede/des Lebenshauchs“ – im Vergleich mit dem Leichnam ist die genaue gemeinte Bedeutung (Lebensatem oder Veda-Rezitation) unsicher.]
yat-saṁśrayād drupada-geham upāgatānāṁ rājñāṁ svayaṁvara-mukhe smara-durmadānām |
tejo hṛtaṁ khalu mayābhihataś ca matsyaḥ sajjīkṛtena dhanuṣādhigatā ca kṛṣṇā ||
Durch dessen [Kṛṣṇas] Schutz wurde fürwahr den Königen, die zum Hause Drupadas gekommen waren, von Liebesverlangen trunken, zu Beginn des Svayaṁvara ihre Macht von mir genommen, der Fisch [das Ziel] von mir mit gespanntem Bogen getroffen und Kṛṣṇā [Draupadī] gewonnen.
yat-sannidhāv aham u khāṇḍavam agnaye 'dām indraṁ ca sāmara-gaṇaṁ tarasā vijitya |
labdhā sabhā maya-kṛtādbhuta-śilpa-māyā digbhyo 'haran nṛpatayo balim adhvare te ||
In dessen Gegenwart übergab ich fürwahr den Khāṇḍava-Wald dem Feuer, nachdem ich Indra samt der Schar der Götter durch Kraft besiegt hatte; [dadurch] wurde die von Maya mit wunderbarer Kunstfertigkeit und Zauberkraft erschaffene Versammlungshalle erlangt, aus [allen] Himmelsrichtungen brachten die Könige Tribut zu deinem Opfer.
Wort für Wort
yat-sannidhau aham u
in dessen Gegenwart ich fürwahr
khāṇḍavam agnaye adām
den Khāṇḍava-Wald dem Feuer übergab
indram ca sāmara-gaṇam tarasā vijitya
und Indra samt der Götterschar durch Kraft besiegend
labdhā sabhā
die Versammlungshalle wurde erlangt
maya-kṛta-adbhuta-śilpa-māyā
von Maya erschaffen, wunderbar an Kunstfertigkeit und Zauberkraft
digbhyaḥ aharan nṛpatayaḥ balim adhvare te
aus den Himmelsrichtungen brachten die Könige Tribut zu deinem Opfer
Durch dessen Macht erschlug dein edler jüngerer Bruder [Bhīma], mit der Kraft von zehntausend Elefanten, für das [Rājasūya-]Opfer jenen [Jarāsandha], zu dessen Füßen [gefangene] Königshäupter [lagen]; die von ihm für das Opfer an den Herrn der Pramathas [Śiva] hergebrachten Könige wurden durch ihn befreit und brachten darauf Tribut zu deinem Opfer.
Wort für Wort
yat-tejasā
durch dessen Macht
nṛpa-śiraḥ-aṅghrim ahan makhārtham
erschlug [ihn, der] Königshäupter [wie] Füße [hatte], für das Opfer
āryaḥ anujaḥ tava
dein edler jüngerer Bruder
gaja-ayuta-sattva-vīryaḥ
mit der Kraft und Stärke von zehntausend Elefanten
tena āhṛtāḥ pramatha-nātha-makhāya bhūpāḥ
die von jenem für das Opfer an den Herrn der Pramathas hergebrachten Könige
yan-mocitāḥ
die von ihm befreit wurden
tad-anayan balim adhvare te
brachten darauf Tribut zu deinem Opfer
[Anm.: Bezug auf Bhīmas Tötung Jarāsandhas, der gefangene Könige dem Śiva opfern wollte; die befreiten Könige huldigten anschließend Yudhiṣṭhiras Rājasūya-Opfer.]
Er [Bhīma], durch dessen [Tat] die Frauen jener [Kaurava], deren Herren erschlagen wurden, ihr Haar aufgelöst [trugen] – [er, an den] sich jene [Draupadī] wandte, deren beim großen, vor deinem Opfer vollzogenen Weihungsfest gerühmtes, schönes geflochtenes Haar von den Falschspielern [Duḥśāsana] in der Versammlung angefasst [und] zerzaust wurde, [während sie] mit tränenüberströmtem Gesicht [ihm] zu Füßen fiel –
Wort für Wort
patnyāḥ tava
deiner Gattin [Draupadī]
adhimakha-kḷpta-mahābhiṣeka
beim großen, vor dem Opfer vollzogenen Weihungsfest
ślāghiṣṭha-cāru-kabaram
das gerühmte, schöne geflochtene Haar
kitavaiḥ sabhāyām spṛṣṭam vikīrya
von den Falschspielern in der Versammlung angefasst und zerzaust
padayoḥ patita-aśru-mukhyā
die mit tränenüberströmtem Gesicht [ihm] zu Füßen fiel
yaḥ tat-striyaḥ akṛta-hata-īśa-vimukta-keśāḥ
er, durch den die Frauen jener, deren Herren erschlagen wurden, das Haar gelöst [trugen]
[Anm.: Bezug auf Draupadīs Erniedrigung im Würfelspiel und Bhīmas späteren Rachefeldzug, durch den die Kaurava-Witwen nach dem Tod ihrer Gatten selbst das Haar aufgelöst trugen – Zeichen der Trauer. Der Satz ist syntaktisch mit V.9 verknüpft (Bhīma als Subjekt).]
yo no jugopa vana etya duranta-kṛcchrād durvāsaso 'ri-racitād ayutāgra-bhug yaḥ |
śākānna-śiṣṭam upayujya yatas tri-lokīṁ tṛptām amaṁsta salile vinimagna-saṅghaḥ ||
Er [Kṛṣṇa], der uns, [als wir] in den Wald gekommen waren, vor der endlosen Bedrängnis beschützte, die von Durvāsas, [unserem] Feind [zuliebe angestiftet], angerichtet wurde – der, indem er den Rest von Gemüse und Reis [aus Draupadīs Topf] verzehrte, wodurch er die drei Welten für gesättigt erklärte, [dabei] zuerst den zehntausend [Schülern des Durvāsas], deren Schar im Wasser untergetaucht war, [Sättigung schenkte] –
Wort für Wort
yaḥ naḥ jugopa
der uns beschützte
vane etya
in den Wald gekommen
duranta-kṛcchrāt
vor der endlosen Bedrängnis
durvāsasaḥ ari-racitāt
die von Durvāsas, dem Feind, angerichtet wurde
ayuta-agra-bhuk yaḥ
der zehntausend [Schülern] zuerst zu essen gab
śāka-anna-śiṣṭam upayujya
den Rest von Gemüse und Reis verzehrend
yataḥ tri-lokīm tṛptām amaṁsta
wodurch er die drei Welten für gesättigt erklärte
salile vinimagna-saṅghaḥ
deren Schar im Wasser untergetaucht war
[Anm.: Episode des unerschöpflichen Topfes (Akṣayapātra) und Durvāsas' Besuch, von Duryodhana als Falle gegen die Pāṇḍavas eingefädelt; durch Kṛṣṇas Verzehr eines Speiserestes wurden alle Wesen, einschließlich der badenden Muni-Schüler, gesättigt.]
Durch dessen Macht wurde ferner der erhabene Dreizackträger [Śiva] samt der Bergestochter [Pārvatī] im Kampf in Staunen versetzt und gab mir seine eigene Waffe [Pāśupata]; und auch ich gelangte, ebenso wie andere, noch mit eben diesem [sterblichen] Körper in Indras Palast zur Hälfte des großen Thrones.
Wort für Wort
yat-tejasā atha
durch dessen Macht ferner
bhagavān śūla-pāṇiḥ
der erhabene Dreizackträger (Śiva)
yudhi vismāpitaḥ
im Kampf in Staunen versetzt
sa-girijaḥ
samt der Bergestochter (Pārvatī)
astram adāt nijam me
gab mir seine eigene Waffe
anye api ca aham
und auch ich, wie andere
amunā eva kalevareṇa
mit eben diesem [sterblichen] Körper
prāptaḥ mahendra-bhavane mahat-āsana-ardham
gelangte in Indras Palast zur Hälfte des großen Thrones
[Anm.: Arjunas Kampf mit Śiva (als Kirāta verkleidet) um die Pāśupata-Waffe und sein anschließender Aufenthalt in Indras Himmel.]
Während ich mich eben dort [im Himmel] vergnügte, nahmen die Götter samt Indra Zuflucht zu meinem Armpaar, gekennzeichnet durch [den Bogen] Gāṇḍīva, zur Tötung der Feinde – [einem Armpaar, das] von jenem [Kṛṣṇa] mit Macht ausgestattet war, o Ājamīḍha [Yudhiṣṭhira]; von eben diesem großen, allumfassenden Wesen [Kṛṣṇa] bin ich heute beraubt.
Wort für Wort
tatra eva me viharataḥ
während ich mich eben dort vergnügte
bhuja-daṇḍa-yugmam
das Paar meiner Arme
gāṇḍīva-lakṣaṇam
gekennzeichnet durch Gāṇḍīva
arāti-vadhāya devāḥ sa-indrāḥ śritāḥ
zur Tötung der Feinde nahmen die Götter samt Indra Zuflucht [dazu]
Als dessen [Kṛṣṇas] Verbündeter durchquerte ich allein mit [meinem] Wagen das Heeresmeer der Kurus, dessen Ufer unermesslich war [und] das von [anderen] Wesen nicht zu durchqueren war; und viel Reichtum wurde von mir zurückerobert, und das aus Juwelen bestehende Zeichen der Macht [die Kronen] wurde von den Häuptern der anderen [Feinde] genommen.
Wort für Wort
yad-bāndhavaḥ
dessen Verbündeter [seiend]
kuru-bala-abdhim ananta-pāram
das Heeresmeer der Kurus, dessen Ufer unermesslich war
ekaḥ rathena tatare aham
allein mit dem Wagen durchquerte ich
atīrya-sattvam
das von [anderen] Wesen nicht zu durchqueren war
pratyāhṛtam bahu dhanam ca mayā
und viel Reichtum wurde von mir zurückgeholt
pareṣām tejaḥ-padam maṇimayam ca hṛtam śirobhyaḥ
und das aus Juwelen bestehende Machtzeichen wurde von den Häuptern der anderen genommen
yo bhīṣma-karṇa-guru-śalya-camūṣv adabhra-rājanya-varya-ratha-maṇḍala-maṇḍitāsu |
agrecaro mama vibho ratha-yūthapānām āyur manāṁsi ca dṛśā saha oja ārcchat ||
Er [Kṛṣṇa], der, o Herr, mir in den mit den Wagenkreisen zahlreicher vortrefflicher Fürsten geschmückten Heeren des Bhīṣma, Karṇa, [des] Lehrers [Droṇa] und Śalya vorausging, nahm mit [seinem bloßen] Blick den Anführern der Wagenscharen Lebenskraft, Verstand und Kraft.
Wort für Wort
yaḥ
der
bhīṣma-karṇa-guru-śalya-camūṣu
in den Heeren des Bhīṣma, Karṇa, des Lehrers (Droṇa) und Śalya
adabhra-rājanya-varya-ratha-maṇḍala-maṇḍitāsu
geschmückt mit den Wagenkreisen zahlreicher vortrefflicher Fürsten
agrecaraḥ mama vibho
mir vorausgehend, o Herr
ratha-yūthapānām āyuḥ manāṁsi ca
der Anführer der Wagenscharen Lebenskraft und Verstand
In dessen [Kṛṣṇas] Armen geborgen, berührten mich die von [Droṇa, dem] Lehrer, Bhīṣma, Karṇa, [Bhīṣmas] Enkel, den Trigartas, Śalya, dem Sindhu-Fürsten, Bāhlika und anderen auf mich gerichteten Waffen von unfehlbarer Macht nicht – so wie [die Waffen] der Dämonen den Diener des Nṛhari [Prahlāda] nicht [berührten].
sautye vṛtaḥ kumatinātmada īśvaro me yat-pāda-padmam abhavāya bhajanti bhavyāḥ |
māṁ śrānta-vāham arayo rathino bhuvi-ṣṭhaṁ na prāharan yad-anubhāva-nirasta-cittāḥ ||
Von mir Toren wurde er, der sich selbst schenkende Herr, mein [Kṛṣṇa], dessen Lotosfüße die Erhabenen zur Erlösung von der Wiedergeburt verehren, zum Wagenlenkeramt bestellt; [und dank ihm] schlugen die feindlichen Wagenkämpfer, deren Sinn durch dessen Macht gebannt war, mich, dessen Zugtiere erschöpft und der auf dem Boden stand, nicht.
Wort für Wort
sautye vṛtaḥ kumatinā
zum Wagenlenkeramt erwählt von mir Toren
ātmadaḥ īśvaraḥ me
der sich selbst schenkende Herr, mein [Kṛṣṇa]
yat-pāda-padmam abhavāya bhajanti bhavyāḥ
dessen Lotosfüße die Erhabenen zur Erlösung verehren
mām śrānta-vāham
mich, dessen Zugtiere erschöpft waren
arayaḥ rathinaḥ bhuvi-ṣṭham
die feindlichen Wagenkämpfer [mich], auf dem Boden stehend
narmāṇy udāra-rucira-smita-śobhitāni he pārtha he 'rjuna sakhe kuru-nandaneti |
sañjalpitāni nara-deva hṛdi-spṛśāni smartur luṭhanti hṛdayaṁ mama mādhavasya ||
Die mit großmütigem, anmutigem Lächeln geschmückten Scherzworte des Mādhava [Kṛṣṇa] – „He Pārtha, he Arjuna, Freund, Sohn der Kurus!“ – so von ihm gesprochene, das Herz berührende Worte, o Menschenfürst, wühlen [nun], da ich mich [ihrer] erinnere, in meinem Herzen.
Wort für Wort
narmāṇi udāra-rucira-smita-śobhitāni
die mit großmütigem, anmutigem Lächeln geschmückten Scherzworte
he pārtha he arjuna sakhe kuru-nandana iti
„he Pārtha, he Arjuna, Freund, Sohn der Kurus!“ so
sañjalpitāni nara-deva hṛdi-spṛśāni
die gesprochenen, das Herz berührenden [Worte], o Menschenfürst
Wegen [unserer] Vertrautheit beim Liegen, Sitzen, Umherwandern, Prahlen, Speisen und anderem wurde er von mir geneckt: „Freund, du bist ja [wirklich] wahrhaftig!“ – so [spottete ich]; wie ein Freund [die Neckereien] eines Freundes, wie ein Vater [die Fehler] eines Sohnes [erträgt], so ertrug er, der Große, in seiner Erhabenheit all das Vergehen von mir Toren.
Wort für Wort
śayyā-āsana-aṭana-vikatthana-bhojana-ādiṣu
beim Liegen, Sitzen, Umherwandern, Prahlen, Speisen u.a.
Eben ich, o Fürst der Könige, beraubt des höchsten Purusa, des lieben Freundes und Wohlgesinnten, im Herzen leer, bin, o Bruder, während ich auf dem Weg den Besitz [Harem] des Urukrama [Kṛṣṇa] beschützte, von unwürdigen Hirten wie eine schwache Frau besiegt worden.
Wort für Wort
saḥ aham nṛpendra
eben ich, o Fürst der Könige
rahitaḥ puruṣottamena
beraubt des höchsten Purusa
sakhyā priyeṇa suhṛdā
des lieben Freundes und Wohlgesinnten
hṛdayena śūnyaḥ
im Herzen leer
adhvani urukrama-parigraham aṅga rakṣan
auf dem Weg den Besitz des Urukrama (Kṛṣṇa) beschützend, o Bruder
gopaiḥ asadbhiḥ abalā iva vinirjitaḥ asmi
bin ich von unwürdigen Hirten wie eine schwache Frau besiegt worden
[Anm.: Bezug auf den überlieferten Bericht, dass Arjuna, als er die überlebenden Yadu-Frauen nach Kṛṣṇas Verschwinden eskortierte, von räuberischen Hirtenstämmen (Ābhīras) überwältigt wurde – deutliches Zeichen des Schwindens seiner von Kṛṣṇa verliehenen Kraft.]
tad vai dhanus ta iṣavaḥ sa ratho hayās te so 'haṁ rathī nṛpatayo yata ānamanti |
sarvaṁ kṣaṇena tad abhūd asad īśa-riktaṁ bhasman hutaṁ kuhaka-rāddham ivoptam ūṣyām ||
Eben jener Bogen [Gāṇḍīva], jene Pfeile, jener Wagen, jene Pferde, ich selbst, eben jener Wagenkämpfer, vor dem sich die Könige verneigten – all das wurde, ohne den Herrn [Kṛṣṇa], im Augenblick nichtig, wie eine in Asche gegossene [Opfergabe], wie durch Zauberei Vollbrachtes, wie [Samen], ausgesät in salzhaltige Erde.
O König, von unseren Freunden, nach denen du gefragt hast, in [ihrer] Stadt – die, durch den Fluch der Brahmanen verwirrt, einander mit Fäusten schlugen –
Wort für Wort
rājan
o König
tvayā anupṛṣṭānām suhṛdām naḥ
von unseren Freunden, nach denen du gefragt hast
suhṛt-pure
in [ihrer] Stadt
vipra-śāpa-vimūḍhānām
die durch den Fluch der Brahmanen verwirrt waren
nighnatām muṣṭibhiḥ mithaḥ
die einander mit Fäusten schlugen
[Anm.: Der Brahmanenfluch bezieht sich auf den Fluch der Weisen (u.a. Viśvāmitra, Kaṇva, Nārada), die von den jungen Yadu-Prinzen verspottet wurden (Sāmba als Schwangere verkleidet) und daraufhin die Geburt einer eisernen Keule prophezeiten, aus der die Waffen für den späteren gegenseitigen Bruderkrieg der Yadus entstanden.]
– die, nachdem sie den Wein Vāruṇī getrunken hatten, mit vom Rausch aufgewühltem Sinn einander schlugen, als kennten sie einander nicht – blieben nur vier oder fünf übrig.
So wie unter den Wasserbewohnern im Wasser die Großen die Kleineren fressen, die Starken die Schwachen, o König, [ja sogar] die Großen und Starken einander –
– ebenso ließ der Allmächtige die stärksten, größten Yadus die anderen [Yadus], die Yadus die Yadus, gegenseitig [vernichten] und beseitigte so fürwahr die Last der Erde.
deśa-kālārtha-yuktāni hṛt-tāpopaśamāni ca |
haranti smarataś cittaṁ govindābhihitāni me ||
Die von Govinda zu mir gesprochenen, dem Ort, der Zeit und dem Sinn angemessenen, meine Herzensglut lindernden [Worte] rauben mir, dem mich [ihrer] erinnernden, das Herz.
…erlangte er, der Herr [Arjuna], von neuem das vom Erhabenen [einst] gesungene Wissen, das er an der Spitze der Schlacht [erhalten, inzwischen aber] durch die Dunkelheit von Zeit und weltlichem Tun verschüttet [hatte].
Wort für Wort
gītam bhagavatā jñānam
das vom Erhabenen gesungene Wissen
yat tat saṅgrāma-mūrdhani
das [er] an der Spitze der Schlacht [erhalten hatte]
kāla-karma-tamaḥ-ruddham
durch die Dunkelheit von Zeit und Handeln verschüttet
punaḥ adhyagamat prabhuḥ
erlangte der Herr (Arjuna) von neuem
[Anm.: Bezug auf die Bhagavad-Gītā, deren Lehre Arjuna durch die Zeit wieder in Vergessenheit geraten war und die er nun durch seine erneuerte Hingabe wiedererlangte.]
[Arjuna wurde] frei von Kummer durch die Erlangung des Brahman, [sein] Zweifel an der Dualität zerschnitten; da [seine] Natur in [der] Eigenschaftslosigkeit aufgegangen [und er] merkmallos [geworden war], [erschien er] wie einer, der nicht [wieder in die Existenz] eingeht.
Wort für Wort
viśokaḥ
frei von Kummer
brahma-sampattyā
durch die Erlangung des Brahman
sañchinna-dvaita-saṁśayaḥ
dessen Zweifel an der Dualität zerschnitten war
līna-prakṛti-nairguṇyāt
da [seine] Natur in der Eigenschaftslosigkeit aufgegangen war
aliṅgatvāt asambhavaḥ
wegen der Merkmallosigkeit [wie] nicht [wieder] entstehend
[?: Die genaue syntaktische Bindung von „asambhavaḥ“ – bezogen auf zukünftige Nicht-Wiedergeburt oder gegenwärtigen Zustand – ist unsicher.]
Nachdem er von dem Weggang des Erhabenen und dem Ende des Yadu-Geschlechts vernommen hatte, fasste Yudhiṣṭhira, mit beherrschtem Gemüt, den Entschluss zum Aufbruch [wörtl.: zum Weg zum Himmel].
pṛthāpy anuśrutya dhanañjayoditaṁ nāśaṁ yadūnāṁ bhagavad-gatiṁ ca tām |
ekānta-bhaktyā bhagavaty adhokṣaje niveśitātmopararāma saṁsṛteḥ ||
Auch Pṛthā [Kuntī], nachdem sie von Dhanañjaya [Arjuna] den Untergang der Yadus und jenes Verscheiden des Erhabenen vernommen hatte, versenkte durch ausschließliche Hingabe ihr Selbst in den erhabenen Adhokṣaja und kam so zur Ruhe vom Kreislauf [der Wiedergeburten].
Wort für Wort
pṛthā api anuśrutya
auch Pṛthā, nachdem sie vernommen hatte
dhanañjaya-uditam
von Dhanañjaya (Arjuna) Berichtetes
nāśam yadūnām
den Untergang der Yadus
bhagavat-gatim ca tām
und jenes Verscheiden des Erhabenen
ekānta-bhaktyā bhagavati adhokṣaje
durch ausschließliche Hingabe zum erhabenen Adhokṣaja
niveśita-ātmā upararāma saṁsṛteḥ
ihr Selbst versenkend kam sie zur Ruhe vom Kreislauf
Eben jenen Körper, mit dem er die Last der Erde weggenommen hatte, legte der Ungeborene [wieder] ab – wie [man] einen Dorn mit einem [anderen] Dorn [entfernt]; und beides [Annehmen und Ablegen des Körpers] ist für den Herrn gleich[gültig].
So wie er die Gestalten des Fisches und anderer [Avatāras] annimmt [und wieder] ablegt wie ein Schauspieler [seine Rollen], [so] legte er auch jenen Körper ab, durch den die Last der Erde vermindert worden war.
Wort für Wort
yathā matsya-ādi-rūpāṇi dhatte
so wie er die Gestalten des Fisches u.a. annimmt
jahyāt yathā naṭaḥ
[und] ablegt wie ein Schauspieler
bhū-bhāraḥ kṣapitaḥ yena
durch welchen [Körper] die Last der Erde vermindert wurde
Als der erhabene Mukunda, dessen [Taten] wunderbare, hörenswerte Geschichten [darstellen], diese Erde mit seinem eigenen Körper verließ, trat eben an jenem Tag für die im Geiste nicht Erwachten Kali ein, die Ursache des Unheils.
yudhiṣṭhiras tat parisarpaṇaṁ budhaḥ pure ca rāṣṭre ca gṛhe tathātmani |
vibhāvya lobhānṛta-jihma-hiṁsanādy-adharma-cakraṁ gamanāya paryadhāt ||
Yudhiṣṭhira, der Weise, erkannte jenes Sich-Ausbreiten [des Kali] in der Stadt, im Reich, im Haus und ebenso in sich selbst, [erkannte] das Rad des Unrechts, [bestehend] aus Gier, Lüge, Betrug, Gewalt und anderem, und rüstete sich zum Aufbruch.
Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ budhaḥ
Yudhiṣṭhira, der Weise
tat parisarpaṇam
jenes Sich-Ausbreiten [des Kali]
pure ca rāṣṭre ca gṛhe tathā ātmani
in der Stadt, im Reich, im Haus und ebenso in sich selbst
vibhāvya
erkennend
lobha-anṛta-jihma-hiṁsana-ādi-adharma-cakram
das Rad des Unrechts aus Gier, Lüge, Betrug, Gewalt u.a.
Der selbstherrschende [Yudhiṣṭhira] weihte [seinen] Enkel [Parīkṣit], den Wohlerzogenen, der ihm an Eigenschaften nahezu gleich war, in Gajāhvaya [Hastināpura] zum Herrn der vom Wasser umgürteten Erde.
Ebenso [weihte er] in Mathurā Vajra zum Herrn der Śūrasenas; darauf vollzog der Herrscher [Yudhiṣṭhira] das Prājāpatya-Opfer und nahm [danach rituell] die [Opfer-]Feuer in sich auf.
Wort für Wort
mathurāyām tathā vajram
ebenso in Mathurā Vajra
śūrasena-patim
zum Herrn der Śūrasenas
tataḥ prājāpatyām iṣṭim nirūpya
darauf, nachdem er das Prājāpatya-Opfer vollzogen hatte
agnīn apibat īśvaraḥ
nahm der Herrscher die Opferfeuer in sich auf
[Anm.: Das „Trinken“ der Opferfeuer bezeichnet den rituellen Akt, mit dem ein König beim Übergang in den Entsagungsstand (Sannyāsa) die heiligen Feuer symbolisch in sich aufnimmt.]
visṛjya tatra tat sarvaṁ dukūla-valayādikam |
nirmamo nirahaṅkāraḥ sañchinnāśeṣa-bandhanaḥ ||
Nachdem er dort all das – die feinen Gewänder, Armreifen und anderes – abgelegt hatte, [war er] frei von „Mein“ und „Ich“, alle seine Fesseln durchtrennt.
vācaṁ juhāva manasi tat prāṇa itare ca tam |
mṛtyāv apānaṁ sotsargaṁ taṁ pañcatve hy ajohavīt ||
Die Sprache ließ er im Geist aufgehen, [den] Geist wiederum im Lebensatem, und die anderen [Sinne ebenso]; jenen [Atem, verbunden mit dem] Sich-Lösen im Absterben, opferte er fürwahr in die fünf [groben] Elemente.
Wort für Wort
vācam juhāva manasi
die Sprache opferte er in den Geist
tat prāṇe itare ca tam
jenen [Geist] in den Lebensatem, und die anderen [ebenso]
mṛtyau apānam sa-utsargam
im Ausatmen des Todes, mit [dessen] Loslassen
tam pañcatve hi ajohavīt
eben diesen opferte er fürwahr in die fünf Elemente
[?: Die genaue Abfolge des yogischen Auflösungsprozesses (Sprache→Geist→Atem→Tod→Elemente) folgt einer bekannten Formel (vgl. Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad), ist hier jedoch stark komprimiert wiedergegeben.]
Und nachdem er die fünf [groben Elemente] in die drei [Erscheinungsweisen] geopfert hatte, opferte der Weise auch jenes [Dreiergefüge] in die Einheit; alles opferte er in das Selbst, [und schließlich] das Selbst in das unvergängliche Brahman.
Wort für Wort
tritve hutvā ca pañcatvam
und nachdem er die fünf [Elemente] in die drei [Guṇas] geopfert hatte
In Rindenkleidung gehüllt, ohne Nahrung, mit verschlossener Sprache, mit offenem Haar, seine [äußere] Gestalt wie [die] eines Stumpfsinnigen, Wahnsinnigen oder Unholds zeigend, ohne sich [um etwas] zu kümmern, wie ein Tauber nicht hörend, ging er [Yudhiṣṭhira] hinaus.
Er betrat die nördliche Richtung, die zuvor von großen Seelen begangene, im Herzen das höchste Brahman meditierend, [dorthin] von wo man, einmal gegangen, nicht [mehr] zurückkehrt.
Die Brüder [Yudhiṣṭhiras], [zum gleichen] Entschluss gelangt, als sie sahen, [wie] die Geschöpfe auf der Erde von Kali, dem Freund des Unrechts, berührt wurden, [folgten ihm nach].
Wort für Wort
bhrātaraḥ kṛta-niścayāḥ
die Brüder, zum [gleichen] Entschluss gelangt
kalinā adharma-mitreṇa
von Kali, dem Freund des Unrechts
dṛṣṭvā spṛṣṭāḥ prajā bhuvi
sehend, wie die Geschöpfe auf der Erde berührt wurden
[Anm.: Die erste Vershälfte fehlt in der abgerufenen Quelle (nur die zweite Halbzeile war verfügbar); die Übersetzung stützt sich auf den erkennbaren Sinnzusammenhang mit V.44 und V.46.]
tad-dhyānodriktayā bhaktyā viśuddha-dhiṣaṇāḥ pare |
tasmin nārāyaṇa-pade ekānta-matayo gatim ||
Sie, deren Erkenntnis durch die aus der Meditation über ihn [Kṛṣṇa] hervorquellende Hingabe höchst geläutert war, mit ausschließlich [darauf] gerichtetem Sinn, [erlangten] jenen Zustand Nārāyaṇas – den [im nächsten Vers genannten] Gang –
Wort für Wort
tad-dhyāna-udriktayā bhaktyā
durch die aus der Meditation über ihn hervorquellende Hingabe
viśuddha-dhiṣaṇāḥ pare
die höchste, geläuterte Erkenntnis [erlangt hatten]
tasmin nārāyaṇa-pade
zu jenem Zustand Nārāyaṇas
ekānta-matayaḥ gatim
mit ausschließlich [darauf] gerichtetem Sinn den Gang
avāpur duravāpāṁ te asadbhir viṣayātmabhiḥ |
vidhūta-kalmaṣā sthānaṁ virajenātmanaiva hi ||
– erlangten den schwer erreichbaren [Zustand], der von den Unwürdigen, den den Sinnesobjekten Ergebenen, [nicht erlangbar ist] – [sie erlangten] fürwahr mit ihrem von Leidenschaft befreiten Selbst diesen Ort, [ihre] Verunreinigung abgeschüttelt.
Wort für Wort
avāpuḥ duravāpām
erlangten den schwer erreichbaren [Zustand]
te asadbhiḥ viṣaya-ātmabhiḥ
der von den Unwürdigen, den den Sinnesobjekten Ergebenen, [nicht erlangbar ist]
vidhūta-kalmaṣāḥ sthānam
[ihre] Verunreinigung abgeschüttelt, den Ort
virajena ātmanā eva hi
fürwahr mit eben [ihrem] von Leidenschaft befreiten Selbst
Auch Vidura, dessen Sinn von Kṛṣṇa ganz erfüllt war, ging, nachdem er in Prabhāsa seinen Körper aufgegeben hatte, mit den Vorvätern zu seiner [himmlischen] Wohnstätte.
Wort für Wort
viduraḥ api
auch Vidura
parityajya prabhāse deham ātmanaḥ
nachdem er in Prabhāsa seinen Körper aufgegeben hatte
kṛṣṇa-āveśena tac-cittaḥ
dessen Sinn von Kṛṣṇa ganz erfüllt war
pitṛbhiḥ sva-kṣayam yayau
ging mit den Vorvätern zu seiner [eigenen] Wohnstätte
[Anm.: „pitṛbhiḥ“ könnte wörtlich „mit den [verstorbenen] Vorvätern“ oder übertragen „zu den Vorvätern“ bedeuten; die Wendung bleibt leicht mehrdeutig.]
draupadī ca tadājñāya patīnām anapekṣatām |
vāsudeve bhagavati hy ekānta-matir āpa tam ||
Und Draupadī, als sie die [innere] Loslösung ihrer Gatten erkannt hatte, erlangte, mit fürwahr ausschließlich auf den erhabenen Vāsudeva gerichtetem Sinn, eben ihn.
Wort für Wort
draupadī ca tadā ājñāya
und Draupadī, als sie [dies] erkannt hatte
patīnām anapekṣatām
die Gleichgültigkeit [Loslösung] ihrer Gatten
vāsudeve bhagavati
zum erhabenen Vāsudeva
hi ekānta-matiḥ āpa tam
fürwahr mit ausschließlich [darauf] gerichtetem Sinn erlangte sie ihn
[?: „patīnām anapekṣatām“ könnte sich sowohl auf die innere Entsagung der Pāṇḍava-Brüder als auch auf ihre bevorstehende Trennung von Draupadī beziehen; beide Deutungen sind mit dem Kontext (Vorbereitung des Mahāprasthāna) vereinbar.]
Wer mit Glauben von diesem Heimgang der dem Erhabenen lieben Söhne des Pāṇḍu hört, [diesem] wahrhaft heilbringenden, reinigenden [Ereignis], der erlangt, [solches] empfangend, die Vollendung der Hingabe an Hari.
Wort für Wort
yaḥ śraddhayā etat
wer mit Glauben dies
bhagavat-priyāṇām pāṇḍoḥ sutānām
der dem Erhabenen lieben Söhne des Pāṇḍu
iti samprayāṇam śṛṇoti
diesen Heimgang hört
alam svastyayanam pavitram
das wahrhaft heilbringende, reinigende [Ereignis]
labdhvā harau bhaktim upaiti siddhim
empfangend erlangt er die Vollendung der Hingabe an Hari