Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 97: ṛṣabhadeva-bhagavallakṣaṇam [?] Die Merkmale Ṛṣabhadevas, der Höchsten Persönlichkeit Gottes

śrī-śuka uvāca | atha ha tam utpattyaivābhivyajyamāna-bhagaval-lakṣaṇaṁ sāmyopaśama-vairāgyaiśvarya-mahā-vibhūtibhir anudinam edhamānānubhāvaṁ prakṛtayaḥ prajā brāhmaṇā devatāś cāvani-tala-samavanāyātitarāṁ jagṛdhuḥ

Śrī Śuka sprach: Da nun begehrten die Minister, die Untertanen, die Brahmanen und die Gottheiten überaus danach, ihn zum Schutz der Erdoberfläche (zu erheben) – ihn, dessen gottgleiche Merkmale sich bereits durch seine Geburt offenbart hatten und dessen von Tag zu Tag wachsende Erhabenheit sich durch Gleichmut, innere Ruhe, Entsagung, Herrschermacht und große Machtfülle auszeichnete.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
atha ha
da nun, hierauf fürwahr (Adv.)
tam
ihn (Akk.Sg., =Ṛṣabha)
utpattyā
durch (seine) Geburt (Instr.)
eva
allein, schon (Partikel)
abhivyajyamāna-bhagavat-lakṣaṇam
dessen Merkmale der Gottheit sich offenbarten (Akk., Bahuvrihi)
sāmya-upaśama-vairāgya-aiśvarya-mahā-vibhūtibhiḥ
durch Gleichmut, innere Ruhe, Entsagung, Herrschermacht und große Machtfülle (Instr.Pl.)
anudinam
Tag für Tag (Adv.)
edhamāna-anubhāvam
dessen Erhabenheit zunahm (Akk., Bahuvrihi)
prakṛtayaḥ
die Minister (Nom.Pl.)
prajāḥ
die Untertanen (Nom.Pl.)
brāhmaṇāḥ
die Brahmanen (Nom.Pl.)
devatāḥ
die Gottheiten (Nom.Pl.)
ca
und
avani-tala-samavanāya
zum Schutz der Erdoberfläche (Dat., Zweck)
atitarām
überaus, sehr (Adv.)
jagṛdhuḥ
sie begehrten (3.Pl.Perf. von √gṛdh)

tasya ha vā itthaṁ varṣmaṇā varīyasā bṛhac-chlokena caujasā balena śriyā yaśasā vīrya-śauryābhyāṁ ca pitā ṛṣabha itīdaṁ nāma cakāra

Dessen Vater gab ihm fürwahr aufgrund solcher (Eigenschaften) – der erhabensten Körpergestalt, hohen Ruhmes, Kraft, Stärke, Schönheit, Ansehens sowie Tatkraft und Heldenmut – den Namen 'Ṛṣabha' [der Stier, der Vorzüglichste].

Wort für Wort
tasya
dessen (Gen.Sg.)
ha vā
fürwahr, gewiss (Partikel)
ittham
so, auf diese Weise (Adv.)
varṣmaṇā
durch (seine) Körpergestalt (Instr.)
varīyasā
der erhabensten (Instr., Komparativ)
bṛhat-ślokena
durch hohen Ruhm (Instr.)
ca
und
ojasā
durch Kraft, Vitalität (Instr.)
balena
durch Stärke (Instr.)
śriyā
durch Schönheit, Glanz (Instr.)
yaśasā
durch Ruhm (Instr.)
vīrya-śauryābhyām
durch Tatkraft und Heldenmut (Instr.Dual)
ca
und
pitā
der Vater (Nom.)
ṛṣabhaḥ
'der Stier, der Vorzüglichste' (Nom., wird Name)
iti
so (lautend)
idam
diesen (Akk.)
nāma
Namen (Akk.)
cakāra
machte, gab (3.Sg.Perf. von √kṛ)

yasya hīndraḥ spardhamāno bhagavān varṣe na vavarṣa tad avadhārya bhagavān ṛṣabhadevo yogeśvaraḥ prahasyātma-yogamāyayā sva-varṣam ajanābhaṁ nāmābhyavarṣat

Denn als der erhabene Indra, von Eifersucht (erfüllt), auf dessen (Nābhis) Land nicht regnen ließ, erkannte der erhabene Ṛṣabhadeva, der Herr aller mystischen Kräfte, dies, und lächelnd beregnete er durch seine eigene yogische Zaubermacht sein Land namens Ajanābha.

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen., bezogen auf Nābhi)
hi
denn, fürwahr
indraḥ
Indra (Nom.)
spardhamānaḥ
eifersüchtig, neidisch seiend (Nom., Präs.Part.)
bhagavān
der Erhabene, Mächtige (Nom., =Indra)
varṣe
auf dem Land (Lok.)
na vavarṣa
regnete nicht (3.Sg.Perf.neg. von √vṛṣ)
tat
das, dies (Akk.)
avadhārya
nachdem er erkannt hatte (Absol.)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
ṛṣabhadevaḥ
Ṛṣabhadeva (Nom.)
yoga-īśvaraḥ
der Herr der mystischen Kräfte (Nom.)
prahasya
lächelnd (Absol.)
ātma-yoga-māyayā
durch seine eigene yogische Zaubermacht (Instr.)
sva-varṣam
sein eigenes Land (Akk.)
ajanābham
Ajanābha (Akk., Name)
nāma
mit Namen (Akk., adv.)
abhyavarṣat
er beregnete (3.Sg.Impf. von abhi-√vṛṣ)

nābhis tu yathābhilaṣitaṁ suprajastvam avarudhyāti-pramoda-bhara-vihvalo gadgadākṣarayā girā svairaṁ gṛhīta-naraloka-sadharmaṁ bhagavantaṁ purāṇa-puruṣaṁ māyā-vilasita-matir vatsa tāteti sānurāgam upalālayan parāṁ nirvṛtim upagataḥ

Nābhi aber, der so, wie er es sich gewünscht hatte, einen vortrefflichen Sohn erlangt hatte, ganz überwältigt von der Last übergroßer Freude, mit vor Rührung stockender Stimme – dessen Verstand durch (dessen eigene) Zaubermacht getäuscht war – hätschelte mit Zuneigung den Erhabenen, die uranfängliche Person, der aus eigenem Willen die Gepflogenheiten der Menschenwelt angenommen hatte, indem er sprach: 'Mein Kind, mein Lieber!' – und gelangte so zu höchster Wonne.

Wort für Wort
nābhiḥ
Nābhi (Nom.)
tu
aber, nun
yathā-abhilaṣitam
dem Wunsch entsprechend (Akk., Adv.)
su-prajastvam
einen vortrefflichen Sohn (Akk.)
avarudhya
erlangt habend (Absol.)
ati-pramoda-bhara-vihvalaḥ
überwältigt von der Last übergroßer Freude (Nom., Bahuvrihi)
gadgada-akṣarayā
mit stockenden Silben (Instr.)
girā
mit Stimme (Instr.)
svairam
aus eigenem Willen (Adv.)
gṛhīta-naraloka-sadharmam
der die Gepflogenheiten der Menschenwelt angenommen hatte (Akk.)
bhagavantam
den Erhabenen (Akk.)
purāṇa-puruṣam
die uranfängliche Person (Akk.)
māyā-vilasita-matiḥ
dessen Verstand durch die Zaubermacht umspielt war (Nom.)
vatsa
mein Kind (Vok.)
tāta
mein Lieber (Vok.)
iti
so (sprechend)
sa-anurāgam
mit Zuneigung (Adv.)
upalālayan
liebkosend (Nom., Präs.Part.)
parām
höchste (Akk.)
nirvṛtim
Wonne, Glückseligkeit (Akk.)
upagataḥ
erlangt habend (Nom., Part.Perf.)

[Anm.: 'māyā-vilasita-matiḥ' bezieht sich auf Nābhi, dessen Erkenntnis durch die Illusionsmacht des Herrn umspielt/getrübt war, sodass er in seinem Sohn zunächst nur das gewöhnliche Kind sah.]

viditānurāgam āpaura-prakṛti jana-pado rājā nābhir ātmajaṁ samaya-setu-rakṣāyām abhiṣicya brāhmaṇeṣūpanidhāya saha merudevyā viśālāyāṁ prasanna-nipuṇena tapasā samādhi-yogena nara-nārāyaṇākhyaṁ bhagavantaṁ vāsudevam upāsīnaḥ kālena tan-mahimānam avāpa

Der König Nābhi, der Herrscher des Reiches, bei den Bürgern und Amtsträgern für seine Zuneigung (zum Volk) wohlbekannt, salbte seinen Sohn zum Schutz der (heiligen) Ordnungsgrenzen, vertraute (das Reich) den Brahmanen an, und erlangte, während er zusammen mit Merudevī in Viśālā durch heitere und geschickte Askese sowie durch die Vertiefung in Versenkung den unter dem Namen Nara-Nārāyaṇa bekannten erhabenen Vāsudeva verehrte, im Laufe der Zeit dessen Herrlichkeit.

Wort für Wort
vidita-anurāgam
dessen Zuneigung wohlbekannt war (Akk.)
āpaura-prakṛti
bei Bürgern und Amtsträgern (Lok./Adv.)
jana-padaḥ
der Herrscher des Reiches (Nom.)
rājā
der König (Nom.)
nābhiḥ
Nābhi (Nom., Apposition)
ātmajam
seinen Sohn (Akk.)
samaya-setu-rakṣāyām
zum Schutz der Ordnungsgrenzen (Lok., Zweck)
abhiṣicya
nachdem er (ihn) gesalbt hatte (Absol.)
brāhmaṇeṣu
den Brahmanen (Lok.)
upanidhāya
anvertraut habend (Absol.)
saha merudevyā
zusammen mit Merudevī (Instr.)
viśālāyām
in Viśālā (Lok., Ortsname)
prasanna-nipuṇena tapasā
durch heitere und geschickt ausgeführte Askese (Instr.)
samādhi-yogena
durch die Verbindung der Versenkung (Instr.)
nara-nārāyaṇa-ākhyam
genannt Nara-Nārāyaṇa (Akk.)
bhagavantam vāsudevam
den erhabenen Vāsudeva (Akk.)
upāsīnaḥ
verehrend (Nom., Präs.Part.)
kālena
im Laufe der Zeit (Instr.)
tat-mahimānam
dessen Herrlichkeit (Akk.)
avāpa
erlangte (3.Sg.Perf. von √āp)

yasya ha pāṇḍaveya ślokāv udāharanti | ko nu tat karma rājarṣer nābher anv ācaret pumān | apatyatām agād yasya hariḥ śuddhena karmaṇā

Über ihn, o Nachkomme des Pāṇḍu, rezitiert man fürwahr zwei Verse: 'Welcher Mann könnte wohl jene Tat des königlichen Sehers Nābhi nachvollziehen, dessen Sohn Hari durch reines Handeln wurde?'

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen., =Nābhi)
ha
fürwahr
pāṇḍaveya
o Nachkomme des Pāṇḍu (Vok.)
ślokau
zwei Verse (Akk.Dual)
udāharanti
man rezitiert (3.Pl.Präs.)
kaḥ
wer (Nom.)
nu
denn (Partikel)
tat karma
jene Tat (Akk.)
rāja-ṛṣeḥ
des königlichen Sehers (Gen.)
nābheḥ
Nābhis (Gen.)
anu ācaret
könnte nachvollziehen (3.Sg.Opt. von anu-√car)
pumān
ein Mann (Nom.)
apatyatām
die Sohnschaft (Akk.)
agāt
erlangte, wurde (3.Sg.Aor. von √gam)
yasya
dessen (Gen.)
hariḥ
Hari (Nom.)
śuddhena karmaṇā
durch reines Handeln (Instr.)

brahmaṇyo 'nyaḥ kuto nābher viprā maṅgala-pūjitāḥ | yasya barhiṣi yajñeśaṁ darśayām āsur ojasā

Wo gäbe es außer Nābhi einen anderen, den Brahmanen so zugetanen (König)? Die von ihm wohlgeehrten Brahmanen ließen durch ihre (brahmanische) Kraft auf dem Opferplatz den Herrn des Opfers (persönlich) erscheinen.

Wort für Wort
brahmaṇyaḥ
den Brahmanen zugetan (Nom.)
anyaḥ
ein anderer (Nom.)
kutaḥ
woher, wo denn (Adv.)
nābheḥ
außer Nābhi (Abl.)
viprāḥ
die Brahmanen (Nom.Pl.)
maṅgala-pūjitāḥ
wohlgeehrt, beglückt verehrt (Nom.Pl.)
yasya
dessen (Gen.)
barhiṣi
auf dem Opferplatz (Lok.)
yajña-īśam
den Herrn des Opfers (Akk.)
darśayām āsuḥ
sie ließen erscheinen (3.Pl.Perf.periphr. von √dṛś, Kaus.)
ojasā
durch (ihre) Kraft (Instr.)

atha ha bhagavān ṛṣabhadevaḥ sva-varṣaṁ karma-kṣetram anumanyamānaḥ pradarśita-gurukula-vāso labdha-varair gurubhir anujñāto gṛhamedhināṁ dharmān anuśikṣamāṇo jayantyām indra-dattāyām ubhaya-lakṣaṇaṁ karma samāmnāyāmnātam abhiyuñjann ātmajānām ātma-samānānāṁ śataṁ janayām āsa

Hierauf, da der erhabene Ṛṣabhadeva sein eigenes Reich als Feld religiöser Pflichterfüllung betrachtete, nachdem er zuvor den Aufenthalt im Hause des Lehrers vorgelebt hatte und von den Lehrern, die ihn mit Segensgaben bedacht hatten, entlassen worden war, übte er – die Pflichten der Haushälter lehrend – ein Handeln von beiderlei Art aus, wie es in der heiligen Überlieferung gelehrt wird, und zeugte mit Jayantī, die ihm von Indra gegeben worden war, hundert Söhne, ihm selbst ebenbürtig.

Wort für Wort
atha ha
hierauf, da nun
bhagavān ṛṣabhadevaḥ
der erhabene Ṛṣabhadeva (Nom.)
sva-varṣam
sein eigenes Reich (Akk.)
karma-kṣetram
als Feld der Pflichterfüllung (Akk., Präd.)
anumanyamānaḥ
betrachtend, anerkennend (Nom., Präs.Part.)
pradarśita-gurukula-vāsaḥ
der den Aufenthalt im Hause des Lehrers vorgelebt hatte (Nom.)
labdha-varaiḥ
die Segensgaben erhalten hatten (Instr.Pl.)
gurubhiḥ
von den Lehrern (Instr.Pl.)
anujñātaḥ
entlassen, ermächtigt (Nom., PPP)
gṛhamedhinām dharmān
die Pflichten der Haushälter (Akk.Pl.)
anuśikṣamāṇaḥ
lehrend, vorlebend (Nom., Präs.Part.)
jayantyām
in/mit Jayantī (Lok.)
indra-dattāyām
die von Indra gegeben worden war (Lok.)
ubhaya-lakṣaṇam karma
Handeln von beiderlei Art (Akk.)
samāmnāya-āmnātam
wie in der heiligen Überlieferung gelehrt (Akk., PPP)
abhiyuñjan
ausübend (Nom., Präs.Part.)
ātmajānām
der Söhne (Gen.Pl.)
ātma-samānānām
ihm selbst gleich (Gen.Pl.)
śatam
hundert (Akk.)
janayām āsa
er zeugte (3.Sg.Perf.periphr. von √jan, Kaus.)

yeṣāṁ khalu mahā-yogī bharato jyeṣṭhaḥ śreṣṭha-guṇa āsīd yenedaṁ varṣaṁ bhāratam iti vyapadiśanti

Unter diesen (Söhnen) war fürwahr der große Yogi Bharata der älteste, von vorzüglichsten Eigenschaften; nach ihm nennt man dieses Land 'Bhārata'.

Wort für Wort
yeṣām
von diesen (Gen.Pl.)
khalu
fürwahr
mahā-yogī
der große Yogi (Nom.)
bharataḥ
Bharata (Nom.)
jyeṣṭhaḥ
der älteste (Nom.)
śreṣṭha-guṇaḥ
von vorzüglichsten Eigenschaften (Nom., Bahuvrihi)
āsīt
war (3.Sg.Impf. von √as)
yena
durch/wegen dessen (Instr.)
idam varṣam
dieses Land (Nom.)
bhāratam
Bhārata (Nom., Präd.)
iti
so
vyapadiśanti
man bezeichnet (3.Pl.Präs.)

tam anu kuśāvarta ilāvarto brahmāvarto malayaḥ ketur bhadrasena indraspṛg vidarbhaḥ kīkaṭa iti nava navati pradhānāḥ

Nach ihm (folgten) Kuśāvarta, Ilāvarta, Brahmāvarta, Malaya, Ketu, Bhadrasena, Indraspṛk, Vidarbha und Kīkaṭa – diese neun waren die Vornehmsten unter den (übrigen) neunzig (Söhnen).

Wort für Wort
tam anu
nach ihm (Akk.+Adv.)
kuśāvartaḥ
Kuśāvarta (Nom.)
ilāvartaḥ
Ilāvarta (Nom.)
brahmāvartaḥ
Brahmāvarta (Nom.)
malayaḥ
Malaya (Nom.)
ketuḥ
Ketu (Nom.)
bhadrasenaḥ
Bhadrasena (Nom.)
indraspṛk
Indraspṛk (Nom.)
vidarbhaḥ
Vidarbha (Nom.)
kīkaṭaḥ
Kīkaṭa (Nom.)
iti
so (benannt)
nava
neun
navati-pradhānāḥ
die Vornehmsten der Neunzig (Nom.Pl.)

kavir havir antarikṣaḥ prabuddhaḥ pippalāyanaḥ | āvirhotro 'tha drumilaś camasaḥ karabhājanaḥ || iti bhāgavata-dharma-darśanā nava mahā-bhāgavatās teṣāṁ sucaritaṁ bhagavan-mahimopabṛṁhitaṁ vasudeva-nārada-saṁvādam upaśamāyanam upariṣṭād varṇayiṣyāmaḥ

Kavi, Havi, Antarikṣa, Prabuddha, Pippalāyana, Āvirhotra, ferner Drumila, Camasa und Karabhājana – diese neun großen Bhāgavatas waren Kenner der Bhāgavata-Religion. Ihr vorzügliches Wirken, bereichert durch die Herrlichkeit des Erhabenen, werde ich im Rahmen des Gesprächs zwischen Vasudeva und Nārada, das (den Geist) zur Ruhe bringt, später noch beschreiben.

Wort für Wort
kaviḥ
Kavi (Nom.)
haviḥ
Havi (Nom.)
antarikṣaḥ
Antarikṣa (Nom.)
prabuddhaḥ
Prabuddha (Nom.)
pippalāyanaḥ
Pippalāyana (Nom.)
āvirhotraḥ
Āvirhotra (Nom.)
atha
ferner
drumilaḥ
Drumila (Nom.)
camasaḥ
Camasa (Nom.)
karabhājanaḥ
Karabhājana (Nom.)
iti
so (benannt)
bhāgavata-dharma-darśanāḥ
Kenner der Bhāgavata-Religion (Nom.Pl.)
nava
neun
mahā-bhāgavatāḥ
große Geweihte (Nom.Pl.)
teṣām
von diesen (Gen.Pl.)
sucaritam
das vorzügliche Wirken (Akk.)
bhagavat-mahimā-upabṛṁhitam
bereichert durch die Herrlichkeit des Erhabenen (Akk.)
vasudeva-nārada-saṁvādam
das Gespräch zwischen Vasudeva und Nārada (Akk.)
upaśamāyanam
das zur Ruhe führt (Akk.)
upariṣṭāt
später, weiter oben (Adv.)
varṇayiṣyāmaḥ
ich/wir werde(n) beschreiben (1.Pl.Fut.)

yavīyāṁsa ekāśītir jāyanteyāḥ pitur ādeśakarā mahā-śālīnā mahā-śrotriyā yajña-śīlāḥ karma-viśuddhā brāhmaṇā babhūvuḥ

Die jüngeren, einundachtzig Söhne der Jayantī, dem Befehl ihres Vaters gehorsam, wurden – von großer Wohlerzogenheit, sehr gelehrt in den Veden, geübt im Opferwesen und rein in ihrem Handeln – zu Brahmanen.

Wort für Wort
yavīyāṁsaḥ
die jüngeren (Nom.Pl., Komparativ)
ekāśītiḥ
einundachtzig (Nom.)
jāyanteyāḥ
die Söhne der Jayantī (Nom.Pl.)
pituḥ
des Vaters (Gen.)
ādeśakarāḥ
dem Befehl gehorsam (Nom.Pl.)
mahā-śālīnāḥ
von großer Wohlerzogenheit (Nom.Pl.)
mahā-śrotriyāḥ
sehr gelehrt in den Veden (Nom.Pl.)
yajña-śīlāḥ
geübt im Opferwesen (Nom.Pl.)
karma-viśuddhāḥ
rein in ihrem Handeln (Nom.Pl.)
brāhmaṇāḥ
Brahmanen (Nom.Pl., Präd.)
babhūvuḥ
wurden (3.Pl.Perf. von √bhū)

bhagavān ṛṣabha-saṁjña ātma-tantraḥ svayaṁ nitya-nivṛttānartha-paramparaḥ kevalānandānubhava īśvara eva viparītavat karmāṇy ārabhamāṇaḥ kālenānugataṁ dharmam ācaraṇenopaśikṣayann atad-vidāṁ sama upaśānto maitraḥ kāruṇiko dharmārtha-yaśaḥ-prajānandāmṛtāvarodhena gṛheṣu lokaṁ niyamayat

Der Erhabene, mit Namen Ṛṣabha, autonom aus sich selbst heraus, dessen Kette von Übeln auf ewig aufgehoben ist, dessen Erfahrung reine Wonne ist, der Gebieter – er nahm, geradezu wie das Gegenteil (dessen, was er in Wahrheit ist), (weltliche) Handlungen auf sich und lehrte, indem er sie selbst ausübte, denen, die dies nicht verstanden, die im Laufe der Zeit vernachlässigte Dharma; gleichmütig, friedvoll, freundlich und mitleidig, leitete er im Haushälterleben die Menschen an, auf dass sie Dharma, Wohlstand, Ruhm, Nachkommenschaft, Freude und Unsterblichkeit erlangten.

Wort für Wort
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
ṛṣabha-saṁjñaḥ
mit Namen Ṛṣabha (Nom.)
ātma-tantraḥ
autonom, aus sich selbst abhängig (Nom.)
svayam
selbst
nitya-nivṛtta-anartha-paramparaḥ
dessen Kette von Übeln ewig aufgehoben ist (Nom., Bahuvrihi)
kevala-ānanda-anubhavaḥ
dessen Erfahrung reine Wonne ist (Nom., Bahuvrihi)
īśvaraḥ
der Gebieter (Nom.)
eva
geradezu
viparīta-vat
wie das Gegenteil (Adv.)
karmāṇi
Handlungen (Akk.Pl.)
ārabhamāṇaḥ
unternehmend (Nom., Präs.Part.)
kālena anugatam
im Laufe der Zeit vernachlässigt (Akk.)
dharmam
die Dharma (Akk.)
ācaraṇena
durch eigenes Ausüben (Instr.)
upaśikṣayan
lehrend (Nom., Präs.Part.)
a-tat-vidām
derer, die dies nicht kennen (Gen.Pl.)
samaḥ
gleichmütig (Nom.)
upaśāntaḥ
friedvoll (Nom.)
maitraḥ
freundlich (Nom.)
kāruṇikaḥ
mitleidig (Nom.)
dharma-artha-yaśaḥ-prajā-ānanda-amṛta-avarodhena
durch das Erlangen von Dharma, Wohlstand, Ruhm, Nachkommenschaft, Freude und Unsterblichkeit (Instr.)
gṛheṣu
im Haushälterleben (Lok.)
lokam
die Menschen (Akk.)
niyamayat
er leitete an (3.Sg.Impf.Kaus. von ni-√yam)

yad yac chīrṣaṇyācaritaṁ tat tad anuvartate lokaḥ

Was auch immer von den Führenden (vorbildlich) getan wird, dem folgt jeweils die (übrige) Welt nach.

Wort für Wort
yat yat
was auch immer (Akk., wiederholt)
śīrṣaṇya
von den Führenden, Hervorragenden (Adj., Kompositumsglied)
ācaritam
getan, praktiziert (Akk., PPP)
tat tat
das jeweils (Akk., wiederholt)
anuvartate
folgt nach (3.Sg.Präs.Med. von anu-√vṛt)
lokaḥ
die Welt, die Leute (Nom.)

yadyapi sva-viditaṁ sakala-dharmaṁ brāhmaṁ guhyaṁ brāhmaṇair darśita-mārgeṇa sāmādibhir upāyair janatām anuśaśāsa

Obwohl ihm die gesamte, geheime, brahmanische Dharma (ohnehin) wohlbekannt war, regierte er das Volk auf dem von den Brahmanen gewiesenen Weg, mit Mitteln wie Besänftigung und dergleichen.

Wort für Wort
yadyapi
obwohl
sva-viditam
ihm selbst wohlbekannt (Akk.)
sakala-dharmam
die gesamte Dharma (Akk.)
brāhmam
die brahmanische, vedische (Akk., Adj.)
guhyam
geheim (Akk.)
brāhmaṇaiḥ darśita-mārgeṇa
auf dem von den Brahmanen gewiesenen Weg (Instr.)
sāma-ādibhiḥ upāyaiḥ
mit Mitteln wie Besänftigung usw. (Instr.Pl.)
janatām
das Volk (Akk.)
anuśaśāsa
er regierte, unterwies (3.Sg.Perf. von anu-√śās)

dravya-deśa-kāla-vayaḥ-śraddhartvig-vividhoddeśopacitaiḥ sarvair api kratubhir yathopadeśaṁ śata-kṛtva iyāja

Mit allen Arten von Opferzeremonien, ausgestattet mit den (rechten) Opfergaben, dem (rechten) Ort, der (rechten) Zeit, dem (rechten) Lebensalter, Hingabe, Priestern und den verschiedenen frommen Absichten, verehrte er, der Überlieferung gemäß, (den Herrn) hundertmal.

Wort für Wort
dravya
die Opfergaben
deśa
der (geeignete) Ort
kāla
die (geeignete) Zeit
vayaḥ
das (geeignete) Lebensalter
śraddhā
die Hingabe, der Glaube
ṛtvik
die Priester
vividha-uddeśa
die verschiedenen (frommen) Absichten
upacitaiḥ
ausgestattet mit (Instr.Pl.)
sarvaiḥ api kratubhiḥ
mit allen Arten von Opferzeremonien (Instr.Pl.)
yathā-upadeśam
der Überlieferung gemäß (Adv.)
śata-kṛtvaḥ
hundertmal (Adv.)
iyāja
er opferte, verehrte (3.Sg.Perf. von √yaj)

bhagavatarṣabheṇa parirakṣyamāṇa etasmin varṣe na kaścana puruṣo vāñchaty avidyamānam ivātmano 'nyasmāt kathañcana kimapi karhicid avekṣate bhartary anusavanaṁ vijṛmbhita-snehātiśayam antareṇa

Während dieses Land vom erhabenen Ṛṣabha beschützt wurde, begehrte kein Mensch für sich irgendetwas von einem anderen, als ob es (für ihn) nicht existierte; ohne die sich beständig entfaltende, übergroße Zuneigung (im Herzen zu tragen) sah niemand jemals in irgendeiner Weise auf etwas (anderes) als den Herrscher.

Wort für Wort
bhagavatā ṛṣabheṇa
vom erhabenen Ṛṣabha (Instr.)
parirakṣyamāṇe
während beschützt wurde (Lok.absol., Passiv-Part.)
etasmin varṣe
auf diesem Land (Lok.)
na kaścana puruṣaḥ
kein Mensch (Nom.)
vāñchati
begehrt (3.Sg.Präs.)
avidyamānam iva
als ob nicht vorhanden (Akk.)
ātmanaḥ
für sich selbst (Gen./Abl.)
anyasmāt
von einem anderen (Abl.)
kathañcana
auf irgendeine Weise
kimapi
irgendetwas (Akk.)
karhicit
jemals
avekṣate
sieht hin, achtet auf (3.Sg.Präs.Med. von ava-√īkṣ)
bhartari
auf den Herrscher (Lok.)
anusavanam
fortwährend, beständig (Adv.)
vijṛmbhita-sneha-atiśayam
übergroße, sich entfaltende Zuneigung (Akk.)
antareṇa
ohne (+Akk.)

[Anm.: Die Satzkonstruktion ist stark verdichtet; die Zuordnung von 'antareṇa' (ohne) zu 'avekṣate' folgt der naheliegendsten grammatischen Lesart, wonach das Fehlen übergroßer Zuneigung zum Herrscher als undenkbar dargestellt wird [?].]

sa kadācid aṭamāno bhagavān ṛṣabho brahmāvarta-gato brahmarṣi-pravara-sabhāyāṁ prajānāṁ niśāmayantīnām ātmajān avahitātmanaḥ praśraya-praṇaya-bhara-suyantritān apy upaśikṣayann iti hovāca

Einst, als der erhabene Ṛṣabha, umherwandernd, nach Brahmāvarta gelangt war, unterwies er in einer Versammlung der vorzüglichsten brahmanischen Weisen, während die Untertanen zuhörten, seine Söhne – deren Geist aufmerksam gesammelt war und die durch die Last von Bescheidenheit und Zuneigung wohl gebändigt waren, obwohl (es dessen kaum bedurfte) – und sprach fürwahr also:

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
kadācit
einst (Adv.)
aṭamānaḥ
umherwandernd (Nom., Präs.Part.)
bhagavān ṛṣabhaḥ
der erhabene Ṛṣabha (Nom.)
brahmāvarta-gataḥ
nach Brahmāvarta gelangt (Nom.)
brahmarṣi-pravara-sabhāyām
in einer Versammlung der vorzüglichsten brahmanischen Weisen (Lok.)
prajānām niśāmayantīnām
während die Untertanen zuhörten (Gen.Pl.Abs.)
ātmajān
seine Söhne (Akk.Pl.)
avahita-ātmanaḥ
deren Geist gesammelt war (Akk.Pl.)
praśraya-praṇaya-bhara-suyantritān
durch die Last von Bescheidenheit und Zuneigung wohl gebändigt (Akk.Pl.)
api
obwohl, sogar
upaśikṣayan
unterweisend (Nom., Präs.Part.)
iti
so
ha
fürwahr
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)

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