Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 58: bhakti-yoga-vivaraṇam Erläuterung des Bhakti-Yoga durch Kapila

devahūtir uvāca / lakṣaṇaṁ mahad-ādīnāṁ prakṛteḥ puruṣasya ca / svarūpaṁ lakṣyate 'mīṣāṁ yena tat-pāramārthikam

Devahūti sprach: Die Merkmale des Mahat und der übrigen Kategorien, der Urnatur (prakṛti) und des Purusha, sowie ihr wahres Wesen, wodurch deren höchste Wirklichkeit erkannt wird [hast du mir dargelegt].

Wort für Wort
devahūtiḥ uvāca
Devahūti sprach
lakṣaṇaṁ mahad-ādīnāṁ
die Merkmale des Mahat und der übrigen (Kategorien)
prakṛteḥ puruṣasya ca
der Urnatur und des Purusha
svarūpaṁ lakṣyate
das wahre Wesen wird erkannt/gekennzeichnet
amīṣāṁ yena
wodurch von diesen
tat-pāramārthikam
jenes, was ihre höchste Wirklichkeit ist

yathā sāṅkhyeṣu kathitaṁ yan-mūlaṁ tat pracakṣate / bhakti-yogasya me mārgaṁ brūhi vistaraśaḥ prabho

So wie es in der Sāṅkhya-Lehre dargelegt wird und man das, was deren Wurzelgrund ist, [als solches] bezeichnet [?] – erkläre mir, o Herr, ausführlich den Pfad des Bhakti-Yoga zu diesem.

Wort für Wort
yathā sāṅkhyeṣu kathitaṁ
so wie es in der Sāṅkhya-Lehre dargelegt ist
yan-mūlaṁ tat pracakṣate
das, was deren Wurzel ist, [so] bezeichnet man es
bhakti-yogasya me mārgaṁ
den Pfad des Bhakti-Yoga [dazu] mir
brūhi vistaraśaḥ prabho
erkläre ausführlich, o Herr

Anm.: Satzbezug zu 'yan-mūlam' philologisch nicht eindeutig; Übersetzung mit [?] markiert.

virāgo yena puruṣo bhagavan sarvato bhavet / ācakṣva jīva-lokasya vividhā mama saṁsṛtīḥ

O Herr, wodurch ein Mensch vollständig Entsagung (virāga) erlangen kann – [das], und die mannigfaltigen Kreisläufe der Geburt und des Todes der Lebewesen, erkläre mir.

Wort für Wort
virāgo yena puruṣo
Entsagung, wodurch ein Mensch
bhagavan sarvato bhavet
o Herr, vollständig werden möge
ācakṣva jīva-lokasya
erkläre [mir] der Welt der Lebewesen
vividhā mama saṁsṛtīḥ
die mannigfaltigen Kreisläufe (von Geburt und Tod) mir

kālasyeśvara-rūpasya pareṣāṁ ca parasya te / svarūpaṁ bata kurvanti yad-dhetoḥ kuśalaṁ janāḥ

[Erkläre auch] die wahre Natur der Zeit, die die Gestalt des Herrschers (Īśvara) trägt, und der anderen [Mächte] sowie deine eigene als der Höchste – ach, wodurch die Menschen fromme Taten vollbringen.

Wort für Wort
kālasya īśvara-rūpasya
der Zeit, die die Gestalt des Herrschers hat
pareṣāṁ ca parasya te
und der anderen sowie deiner als des Höchsten
svarūpaṁ bata
das wahre Wesen, ach
kurvanti yad-dhetoḥ kuśalaṁ janāḥ
weswegen die Menschen fromme/heilsame Taten vollbringen

Anm.: Bezug von 'pareṣāṁ' unklar (evtl. andere Gottheiten); Satz schließt an das 'ācakṣva' aus V.3 an.

lokasya mithyābhimater acakṣuṣaś ciraṁ prasuptasya tamasy anāśraye / śrāntasya karmasv anuviddhayā dhiyā tvam āvirāsīḥ kila yoga-bhāskaraḥ

Für die Welt, die durch falsche Ich-Vorstellung blind ist, die lange in schutzloser Dunkelheit schläft, ermüdet durch den in weltliche Taten verstrickten Verstand – bist du, fürwahr, als die Sonne des Yoga erschienen.

Wort für Wort
lokasya mithyābhimateḥ acakṣuṣaḥ
für die Welt, die durch falsche Selbstvorstellung blind ist
ciraṁ prasuptasya tamasy anāśraye
die lange in schutzloser Dunkelheit schläft
śrāntasya karmasv anuviddhayā dhiyā
ermüdet durch den in (weltliche) Taten verstrickten Verstand
tvam āvirāsīḥ kila yoga-bhāskaraḥ
bist du, fürwahr, als die Sonne des Yoga erschienen

maitreya uvāca / iti mātur vacaḥ ślakṣṇaṁ pratinandya mahā-muniḥ / ābabhāṣe kuru-śreṣṭha prītas tāṁ karuṇārditaḥ

Maitreya sprach: Nachdem der große Weise [Kapila] die sanften Worte seiner Mutter so freudig aufgenommen hatte, o Bester der Kurus, sprach er, erfreut und von Mitgefühl bewegt, zu ihr.

Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
iti mātur vacaḥ ślakṣṇaṁ
so die sanften Worte der Mutter
pratinandya mahā-muniḥ
freudig aufnehmend, der große Weise
ābabhāṣe kuru-śreṣṭha
sprach, o Bester der Kurus
prītas tāṁ karuṇārditaḥ
erfreut, zu ihr, von Mitgefühl bewegt

śrī-bhagavān uvāca / bhakti-yogo bahu-vidho mārgair bhāmini bhāvyate / svabhāva-guṇa-mārgeṇa puṁsāṁ bhāvo vibhidyate

Der Erhabene Herr sprach: Bhakti-Yoga zeigt sich, o edle Frau, auf vielfältigen Wegen; gemäß dem Weg der eigenen Natur und der [materiellen] Erscheinungsweisen unterscheidet sich die Gesinnung der Menschen.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene Herr sprach
bhakti-yogo bahu-vidho mārgair
Bhakti-Yoga [zeigt sich] auf vielfältigen Wegen
bhāmini bhāvyate
o edle Frau, wird manifestiert
svabhāva-guṇa-mārgeṇa
gemäß dem Weg der eigenen Natur und der Erscheinungsweisen
puṁsāṁ bhāvo vibhidyate
die Gesinnung der Menschen unterscheidet sich

abhisandhāya yo hiṁsāṁ dambhaṁ mātsaryam eva vā / saṁrambhī bhinna-dṛg bhāvaṁ mayi kuryāt sa tāmasaḥ

Wer, Gewalt, Heuchelei oder auch Neid im Sinn habend, zornig und mit trennender Sicht Hingabe zu mir übt – dieser [Hingebende] steht in der Erscheinungsweise der Dunkelheit (tamas).

Wort für Wort
abhisandhāya yo hiṁsāṁ
wer, Gewalt im Sinn habend
dambhaṁ mātsaryam eva vā
Heuchelei oder auch Neid
saṁrambhī bhinna-dṛg
zornig, mit trennender Sicht
bhāvaṁ mayi kuryāt sa tāmasaḥ
Hingabe zu mir übt, dieser [ist] in der Erscheinungsweise der Dunkelheit

viṣayān abhisandhāya yaśa aiśvaryam eva vā / arcādāv arcayed yo māṁ pṛthag-bhāvaḥ sa rājasaḥ

Wer, Sinnesgenüsse, Ruhm oder auch Macht im Sinn habend, mich in der Bildgestalt (Arcā) und dergleichen verehrt, mit trennender Gesinnung – dieser [Hingebende] steht in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.

Wort für Wort
viṣayān abhisandhāya
Sinnesobjekte im Sinn habend
yaśa aiśvaryam eva vā
Ruhm oder auch Macht
arcādāv arcayed yo māṁ
wer mich in der Bildgestalt und dergleichen verehrt
pṛthag-bhāvaḥ sa rājasaḥ
mit trennender Gesinnung, dieser [ist] in der Erscheinungsweise der Leidenschaft

karma-nirhāram uddiśya parasmin vā tad-arpaṇam / yajet yaṣṭavyam iti vā pṛthag-bhāvaḥ sa sāttvikaḥ

Wer mit der Absicht, sich von den Wirkungen der Taten zu befreien, oder um sie dem Höchsten darzubringen, opfert – [im Gedanken] 'so ist zu verehren', [doch] mit trennender Gesinnung – dieser [Hingebende] steht in der Erscheinungsweise der Tugend.

Wort für Wort
karma-nirhāram uddiśya
mit der Absicht, [sich] von den Wirkungen der Taten [zu befreien]
parasmin vā tad-arpaṇam
oder um sie dem Höchsten darzubringen
yajet yaṣṭavyam iti vā
möge opfern, [im Gedanken] 'so ist zu verehren'
pṛthag-bhāvaḥ sa sāttvikaḥ
mit trennender Gesinnung, dieser [ist] in der Erscheinungsweise der Tugend

mad-guṇa-śruti-mātreṇa mayi sarva-guhāśaye / mano-gatir avicchinnā yathā gaṅgāmbhaso 'mbudhau

Durch das bloße Hören meiner Herrlichkeiten fließt der Lauf des Geistes ununterbrochen zu mir, der ich im Herzen aller wohne – so wie das Wasser der Gaṅgā ununterbrochen zum Meer fließt.

Wort für Wort
mad-guṇa-śruti-mātreṇa
durch das bloße Hören meiner Eigenschaften/Herrlichkeiten
mayi sarva-guhāśaye
zu mir, der im Herzen aller wohnt
mano-gatir avicchinnā
der Lauf des Geistes ununterbrochen
yathā gaṅgāmbhaso 'mbudhau
wie das Wasser der Gaṅgā zum Meer

lakṣaṇaṁ bhakti-yogasya nirguṇasya hy udāhṛtam / ahaituky avyavahitā yā bhaktiḥ puruṣottame

Fürwahr, das Kennzeichen des transzendenten (nirguṇa) Bhakti-Yoga wurde damit genannt: jene Hingabe zur höchsten Person, die grundlos und ununterbrochen ist.

Wort für Wort
lakṣaṇaṁ bhakti-yogasya
das Kennzeichen des Bhakti-Yoga
nirguṇasya hy udāhṛtam
des transzendenten, wurde fürwahr genannt
ahaituky avyavahitā
grundlos, ununterbrochen
yā bhaktiḥ puruṣottame
jene Hingabe zur höchsten Person

sālokya-sārṣṭi-sāmīpya- sārūpyaikatvam apy uta / dīyamānaṁ na gṛhṇanti vinā mat-sevanaṁ janāḥ

Sālokya, Sārṣṭi, Sāmīpya, Sārūpya und sogar Einheit [mit mir] – selbst wenn sie angeboten werden, nehmen [meine] Geweihten sie nicht an ohne den Dienst an mir.

Wort für Wort
sālokya-sārṣṭi-sāmīpya-sārūpya-ekatvam
gleiche Welt, gleiche Fülle, Nähe, gleiche Gestalt, Einheit
api uta dīyamānaṁ
selbst sogar, [auch] wenn angeboten
na gṛhṇanti
nehmen sie nicht an
vinā mat-sevanaṁ janāḥ
ohne Dienst an mir, [meine] Geweihten

sa eva bhakti-yogākhya ātyantika udāhṛtaḥ / yenātivrajya tri-guṇaṁ mad-bhāvāyopapadyate

Eben dieser, genannt Bhakti-Yoga, wurde als die höchste/endgültige [Stufe] bezeichnet, wodurch man, die drei Erscheinungsweisen [der Materie] überschreitend, zu meinem [transzendenten] Wesen gelangt.

Wort für Wort
sa eva bhakti-yogākhya
eben dieser, genannt Bhakti-Yoga
ātyantika udāhṛtaḥ
als die höchste/endgültige [Stufe] wurde genannt
yenātivrajya tri-guṇaṁ
wodurch, die drei Erscheinungsweisen überschreitend
mad-bhāvāyopapadyate
man zu meinem [transzendenten] Wesen gelangt

niṣevitenānimittena sva-dharmeṇa mahīyasā / kriyā-yogena śastena nātihiṁsreṇa nityaśaḥ

[Und] durch die beständige, ohne eigennütziges Motiv ausgeübte, erhabene eigene Pflicht – durch dieses vorzügliche, nicht übermäßig gewaltsame System tätiger Hingabe (kriyā-yoga) –

Wort für Wort
niṣevitena animittena
ausgeübt, ohne (eigennütziges) Motiv
sva-dharmeṇa mahīyasā
durch die eigene, erhabene Pflicht
kriyā-yogena śastena
durch [dieses] vorzügliche System tätiger Hingabe
na atihiṁsreṇa nityaśaḥ
nicht übermäßig gewaltsam, beständig

Satz setzt sich über V.16–19 fort.

mad-dhiṣṇya-darśana-sparśa-pūjā-stuty-abhivandanaiḥ / bhūteṣu mad-bhāvanayā sattvenāsaṅgamena ca

… durch das Anschauen, Berühren, Verehren, Lobpreisen und Verbeugen vor meinem Heiligtum, durch das Empfinden meiner Gegenwart in allen Lebewesen, mit Wesensgüte und Loslösung –

Wort für Wort
mad-dhiṣṇya-darśana-sparśa-pūjā-stuti-abhivandanaiḥ
durch Anschauen, Berühren, Verehren, Lobpreisen, Verbeugen vor meinem Heiligtum
bhūteṣu mad-bhāvanayā
durch das Empfinden meiner (Gegenwart) in [allen] Lebewesen
sattvena asaṅgamena ca
mit Wesensgüte und mit Loslösung

Fortsetzung des Satzes aus V.15.

mahatāṁ bahu-mānena dīnānām anukampayā / maitryā caivātma-tulyeṣu yamena niyamena ca

… mit großer Achtung gegenüber den Erhabenen, mit Mitgefühl gegenüber den Bedürftigen, mit Freundschaft gegenüber Gleichgestellten, mit Sinneskontrolle und [spiritueller] Disziplin –

Wort für Wort
mahatāṁ bahu-mānena
mit großer Achtung gegenüber den Erhabenen
dīnānām anukampayā
mit Mitgefühl gegenüber den Bedürftigen
maitryā ca eva ātma-tulyeṣu
und gewiss mit Freundschaft gegenüber Gleichgestellten
yamena niyamena ca
mit (äußerer) Sinneszügelung und (innerer) Disziplin

Fortsetzung des Satzes aus V.15.

ādhyātmikānuśravaṇān nāma-saṅkīrtanāc ca me / ārjavenārya-saṅgena nirahaṅkriyayā tathā

… durch das Anhören spiritueller Belehrungen und das gemeinsame Singen meines [heiligen] Namens, mit Aufrichtigkeit, mit dem Umgang mit Heiligen und ebenso ohne falsches Ego –

Wort für Wort
ādhyātmika-anuśravaṇāt
durch das (wiederholte) Anhören spiritueller Belehrung
nāma-saṅkīrtanāc ca me
und durch das gemeinsame Singen meines Namens
ārjavena ārya-saṅgena
mit Aufrichtigkeit, mit dem Umgang der Edlen
nirahaṅkriyayā tathā
und ebenso ohne falsches Ego

Fortsetzung des Satzes; endet in V.19.

mad-dharmaṇo guṇair etaiḥ parisaṁśuddha āśayaḥ / puruṣasyāñjasābhyeti śruta-mātra-guṇaṁ hi mām

… durch diese Eigenschaften wird das Herz eines Menschen, der meine [vorgeschriebenen] Pflichten befolgt, vollständig gereinigt; er gelangt mühelos zu mir, dessen Herrlichkeit fürwahr schon durch bloßes Hören [erfahren wird].

Wort für Wort
mad-dharmaṇo guṇair etaiḥ
dessen, der meine Pflichten (befolgt), durch diese Eigenschaften
parisaṁśuddha āśayaḥ
vollständig gereinigt [ist sein] Herz
puruṣasya añjasā abhyeti
eines Menschen, [er] gelangt mühelos
śruta-mātra-guṇaṁ hi mām
zu mir, dessen Herrlichkeit fürwahr schon durch bloßes Hören [bekannt ist]

yathā vāta-ratho ghrāṇam āvṛṅkte gandha āśayāt / evaṁ yoga-rataṁ ceta ātmānam avikāri yat

So wie der vom Wind getragene Duft von seiner Quelle her den Geruchssinn erreicht, so erreicht das im Yoga verankerte Bewusstsein das unveränderliche Selbst.

Wort für Wort
yathā vāta-ratho ghrāṇam
so wie der vom Wind getragene [Duft] den Geruchssinn
āvṛṅkte gandha āśayāt
erreicht, der Duft von seiner Quelle her
evaṁ yoga-rataṁ ceta
ebenso das im Yoga verankerte Bewusstsein
ātmānam avikāri yat
das unveränderliche Selbst, welches

ahaṁ sarveṣu bhūteṣu bhūtātmāvasthitaḥ sadā / tam avajñāya māṁ martyaḥ kurute 'rcā-viḍambanam

Ich weile stets als das Selbst der Lebewesen in allen Geschöpfen. Wer diesen [innewohnenden Herrn] missachtet, betreibt mit mir [in der Bildgestalt] nur eine Verspottung der Verehrung.

Wort für Wort
ahaṁ sarveṣu bhūteṣu
ich, in allen Lebewesen
bhūtātmāvasthitaḥ sadā
als das Selbst der Lebewesen weilend, immer
tam avajñāya māṁ martyaḥ
diesen missachtend, mich [verehrt] der sterbliche Mensch
kurute 'rcā-viḍambanam
betreibt [nur] eine Verspottung der Bildgestaltverehrung

yo māṁ sarveṣu bhūteṣu santam ātmānam īśvaram / hitvārcāṁ bhajate mauḍhyād bhasmany eva juhoti saḥ

Wer mich, der ich als das Selbst und der Herrscher in allen Lebewesen gegenwärtig bin, übergeht und aus Torheit [nur] die Bildgestalt verehrt, der opfert nur in Asche.

Wort für Wort
yo māṁ sarveṣu bhūteṣu
wer mich in allen Lebewesen
santam ātmānam īśvaram
als das gegenwärtige Selbst, den Herrscher
hitvārcāṁ bhajate mauḍhyād
übergehend, die Bildgestalt verehrt, aus Torheit
bhasmany eva juhoti saḥ
der opfert nur in Asche

dviṣataḥ para-kāye māṁ mānino bhinna-darśinaḥ / bhūteṣu baddha-vairasya na manaḥ śāntim ṛcchati

Wer mich hasst, wenn ich im Körper eines anderen [weile], wer stolz ist und [Dinge] als getrennt betrachtet – dessen Geist, der Feindschaft gegenüber den Lebewesen hegt, erlangt keinen Frieden.

Wort für Wort
dviṣataḥ para-kāye māṁ
der [mich] hasst, im Körper eines anderen mich
mānino bhinna-darśinaḥ
des Stolzen, der [Dinge] getrennt sieht
bhūteṣu baddha-vairasya
dessen Feindschaft gegenüber den Lebewesen fest verwurzelt ist
na manaḥ śāntim ṛcchati
dessen Geist keinen Frieden erlangt

aham uccāvacair dravyaiḥ kriyayotpannayānaghe / naiva tuṣye 'rcito 'rcāyāṁ bhūta-grāmāvamāninaḥ

O Sündenlose, ich bin, auch wenn ich in der Bildgestalt mit aufwendigen wie einfachen Gaben durch Rituale verehrt werde, keineswegs zufrieden [mit einem], der die Gesamtheit der Lebewesen missachtet.

Wort für Wort
aham uccāvacair dravyaiḥ
ich, durch hohe und niedrige (aufwendige und einfache) Gaben
kriyayā utpannayā anaghe
durch Rituale hervorgebracht, o Sündenlose
naiva tuṣye 'rcito 'rcāyāṁ
bin keineswegs zufrieden, [selbst wenn] in der Bildgestalt verehrt
bhūta-grāma-avamāninaḥ
von einem, der die Gesamtheit der Lebewesen missachtet

arcādāv arcayet tāvad īśvaraṁ māṁ sva-karma-kṛt / yāvan na veda sva-hṛdi sarva-bhūteṣv avasthitam

Wer seine [vorgeschriebenen] Pflichten ausführt, möge mich, den Herrscher, in der Bildgestalt und dergleichen so lange verehren, bis er [mich] als im eigenen Herzen und in allen Lebewesen gegenwärtig erkennt.

Wort für Wort
arcādāv arcayet tāvad
in der Bildgestalt und dergleichen möge er verehren, so lange
īśvaraṁ māṁ sva-karma-kṛt
mich, den Herrscher, wer seine [eigene] Pflicht ausführt
yāvan na veda sva-hṛdi
solange er nicht im eigenen Herzen erkennt
sarva-bhūteṣv avasthitam
[mich] als in allen Lebewesen gegenwärtig

ātmanaś ca parasyāpi yaḥ karoty antarodaram / tasya bhinna-dṛśo mṛtyur vidadhe bhayam ulbaṇam

Wer zwischen dem eigenen Selbst und dem eines anderen einen Unterschied macht – für den, der [so] getrennt sieht, bereite ich als der Tod gewaltige Furcht.

Wort für Wort
ātmanaś ca parasyāpi
des eigenen [Selbst] und auch eines anderen
yaḥ karoty antarodaram
wer einen Unterschied/eine Trennung macht
tasya bhinna-dṛśo mṛtyur
für den, der getrennt sieht, [ich als] der Tod
vidadhe bhayam ulbaṇam
bereite gewaltige Furcht

atha māṁ sarva-bhūteṣu bhūtātmānaṁ kṛtālayam / arhayed dāna-mānābhyāṁ maitryābhinnena cakṣuṣā

Daher möge man mich, der als Seele der Lebewesen in allen Geschöpfen Wohnung genommen hat, mit Gaben und Achtung, mit Freundschaft und mit ungeteiltem [gleichmütigem] Blick verehren.

Wort für Wort
atha māṁ sarva-bhūteṣu
daher mich, in allen Lebewesen
bhūtātmānaṁ kṛtālayam
als die Seele der Lebewesen, der Wohnung genommen hat
arhayed dāna-mānābhyāṁ
möge man verehren, mit Gaben und Achtung
maitryābhinnena cakṣuṣā
mit Freundschaft, mit ungeteiltem Blick

jīvāḥ śreṣṭhā hy ajīvānāṁ tataḥ prāṇa-bhṛtaḥ śubhe / tataḥ sa-cittāḥ pravarās tataś cendriya-vṛttayaḥ

O Gesegnete, die belebten Wesen stehen fürwahr höher als die unbelebten [Dinge]; höher als diese die mit Lebensatem versehenen [Wesen]; höher als diese die mit Bewusstsein begabten; und höher als diese die mit [entwickelten] Sinnesfunktionen begabten Wesen.

Wort für Wort
jīvāḥ śreṣṭhā hy ajīvānāṁ
die belebten Wesen [sind] fürwahr höher als die unbelebten
tataḥ prāṇa-bhṛtaḥ śubhe
höher als diese die Lebensatem tragenden, o Gesegnete
tataḥ sa-cittāḥ pravarās
höher als diese die mit Bewusstsein begabten
tataś ca indriya-vṛttayaḥ
und höher als diese die mit Sinnesfunktionen begabten

tatrāpi sparśa-vedibhyaḥ pravarā rasa-vedinaḥ / tebhyo gandha-vidaḥ śreṣṭhās tataḥ śabda-vido varāḥ

Darunter wiederum stehen die, die Geschmack wahrnehmen, höher als die, die [nur] Berührung wahrnehmen; höher als diese die, die Geruch wahrnehmen; und höher als diese die, die Klang wahrnehmen.

Wort für Wort
tatrāpi sparśa-vedibhyaḥ
darunter auch, als die, die Berührung wahrnehmen
pravarā rasa-vedinaḥ
höherstehend die, die Geschmack wahrnehmen
tebhyo gandha-vidaḥ śreṣṭhās
als diese höherstehend die, die Geruch wahrnehmen
tataḥ śabda-vido varāḥ
höher als diese die, die Klang wahrnehmen

rūpa-bheda-vidas tatra tataś cobhayato-dataḥ / teṣāṁ bahu-padāḥ śreṣṭhāś catuṣ-pādas tato dvi-pāt

Darunter [stehen] die, die Unterschiede der Gestalt wahrnehmen [die Sehenden]; höher als diese die, die auf beiden Kiefern Zähne haben; unter diesen die Vielfüßigen höherstehend; höher als die Vielfüßigen die Vierfüßigen; und höher als diese der Zweifüßige [Mensch].

Wort für Wort
rūpa-bheda-vidas tatra
die Unterschiede der Gestalt Wahrnehmenden, darunter
tataś cobhayato-dataḥ
und höher als diese die auf beiden [Kiefern] Zähne Habenden
teṣāṁ bahu-padāḥ śreṣṭhāś
unter diesen die Vielfüßigen höherstehend
catuṣ-pādas tato dvi-pāt
die Vierfüßigen, höher als diese der Zweifüßige

tato varṇāś ca catvāras teṣāṁ brāhmaṇa uttamaḥ / brāhmaṇeṣv api veda-jño hy artha-jño 'bhyadhikas tataḥ

Über [dem Menschen stehen] die vier [sozialen] Stände; unter diesen ist der Brahmane der höchste; selbst unter den Brahmanen ist fürwahr der, der den [wahren] Sinn [der Veden] kennt, höherstehend als der, der [nur] die Veden [dem Wortlaut nach] kennt.

Wort für Wort
tato varṇāś ca catvāras
über diesem die vier Stände
teṣāṁ brāhmaṇa uttamaḥ
unter diesen der Brahmane, der höchste
brāhmaṇeṣv api veda-jño
selbst unter den Brahmanen der, der die Veden kennt
hy artha-jño 'bhyadhikas tataḥ
fürwahr der, der [ihren] Sinn kennt, höherstehend als jener

artha-jñāt saṁśaya-cchettā tataḥ śreyān sva-karma-kṛt / mukta-saṅgas tato bhūyān adogdhā dharmam ātmanaḥ

Höherstehend als der, der [nur] den Sinn kennt, ist der, der Zweifel auflöst; vortrefflicher als dieser, wer seine [vorgeschriebene] Pflicht ausführt; noch vortrefflicher als dieser, wer von [materieller] Anhaftung frei ist; [und am vortrefflichsten], wer die religiöse Pflicht nicht zu seinem eigenen [Vorteil] missbraucht.

Wort für Wort
artha-jñāt saṁśaya-cchettā
als der, der [nur] den Sinn kennt, [höher steht] wer Zweifel zerschneidet
tataḥ śreyān sva-karma-kṛt
als dieser vortrefflicher, wer die eigene Pflicht ausführt
mukta-saṅgas tato bhūyān
der von Anhaftung Befreite, noch vortrefflicher als dieser
adogdhā dharmam ātmanaḥ
wer die [religiöse] Pflicht nicht für sich selbst missbraucht

tasmān mayy arpitāśeṣa-kriyārthātmā nirantaraḥ / mayy arpitātmanaḥ puṁso mayi sannyasta-karmaṇaḥ / na paśyāmi paraṁ bhūtam akartuḥ sama-darśanāt

Höher als dieser also [ist der Mensch, der] alle Handlungen, ihren Zweck und sein Selbst mir beständig dargebracht hat: Ein höheres Wesen als einen Menschen, dessen Selbst mir dargebracht ist, dessen Taten mir übergeben sind, der durch sein Gleich-Sehen [aller Wesen nicht mehr als bloß] Handelnder [gilt] – ein solches sehe ich nicht.

Wort für Wort
tasmān mayy arpitāśeṣa-kriyārthātmā nirantaraḥ
höher als dieser, wer alle Handlungen, deren Zweck und sein Selbst mir beständig dargebracht hat
mayy arpitātmanaḥ puṁso
eines Menschen, dessen Selbst mir dargebracht ist
mayi sannyasta-karmaṇaḥ
dessen Taten mir übergeben sind
na paśyāmi paraṁ bhūtam
ich sehe kein höheres Wesen
akartuḥ sama-darśanāt
eines Nicht-Handelnden, wegen [seines] Gleich-Sehens

manasaitāni bhūtāni praṇamed bahu-mānayan / īśvaro jīva-kalayā praviṣṭo bhagavān iti

Im Geiste möge man diesen Lebewesen Ehrerbietung erweisen, sie hoch achtend [im Bewusstsein]: 'Der Erhabene Herr, der Herrscher, ist durch seine Erweiterung als individuelle Seele [in sie] eingegangen.'

Wort für Wort
manasā etāni bhūtāni
im Geiste diesen Lebewesen
praṇamed bahu-mānayan
möge Ehrerbietung erweisen, hoch achtend
īśvaro jīva-kalayā
der Herrscher, durch [seine] Erweiterung als Lebewesen
praviṣṭo bhagavān iti
ist eingegangen, der Erhabene Herr, [so denkend]

bhakti-yogaś ca yogaś ca mayā mānavy udīritaḥ / yayor ekatareṇaiva puruṣaḥ puruṣaṁ vrajet

O Tochter Manus, sowohl Bhakti-Yoga als auch [der Aṣṭāṅga-]Yoga wurden von mir dargelegt; durch einen von beiden allein kann ein Mensch zur höchsten Person gelangen.

Wort für Wort
bhakti-yogaś ca yogaś ca
sowohl Bhakti-Yoga als auch [der (Aṣṭāṅga-)] Yoga
mayā mānavy udīritaḥ
wurden von mir dargelegt, o Tochter Manus
yayor ekatareṇaiva
durch einen von beiden allein
puruṣaḥ puruṣaṁ vrajet
kann ein Mensch zur höchsten Person gelangen

etad bhagavato rūpaṁ brahmaṇaḥ paramātmanaḥ / paraṁ pradhānaṁ puruṣaṁ daivaṁ karma-viceṣṭitam

Dies ist die Gestalt des Erhabenen Herrn – [zugleich] Brahman, Paramātmā, das Höchste, die Urmaterie (pradhāna) und der Purusha – göttlich [gelenkt], dessen Wirken sich im Karma [entfaltet].

Wort für Wort
etad bhagavato rūpaṁ
dies [ist] die Gestalt des Erhabenen Herrn
brahmaṇaḥ paramātmanaḥ
des Brahman, der Überseele
paraṁ pradhānaṁ puruṣaṁ
des Höchsten, der Urmaterie, des Purusha
daivaṁ karma-viceṣṭitam
göttlich [gelenkt], dessen Wirken das Karma [ist]

Anm.: Verbindung der Epitheta zum folgenden Thema (kāla) philologisch nicht restlos eindeutig [?].

rūpa-bhedāspadaṁ divyaṁ kāla ity abhidhīyate / bhūtānāṁ mahad-ādīnāṁ yato bhinna-dṛśāṁ bhayam

Jene göttliche [Macht], die der Grund der Veränderung der Formen ist, wird Zeit (kāla) genannt; von ihr [entsteht] Furcht für die Geschöpfe – angefangen beim Mahat-tattva –, die [Dinge] getrennt [von Gott] wahrnehmen.

Wort für Wort
rūpa-bhedāspadaṁ divyaṁ
der Grund der Veränderung der Formen, jene göttliche [Macht]
kāla ity abhidhīyate
wird Zeit genannt
bhūtānāṁ mahad-ādīnāṁ
der Geschöpfe, angefangen beim Mahat[-tattva]
yato bhinna-dṛśāṁ bhayam
von der [entsteht] Furcht für die, die getrennt sehen

yo 'ntaḥ praviśya bhūtāni bhūtair atty akhilāśrayaḥ / sa viṣṇv-ākhyo 'dhiyajño 'sau kālaḥ kalayatāṁ prabhuḥ

Der, welcher, in die Geschöpfe eindringend, [diese] durch [andere] Geschöpfe verzehrt, die Stütze von allem – dieser, genannt Viṣṇu, der Herr der Opfer (Adhiyajña), jener ist die Zeit (kāla), der Herr unter den Herrschenden.

Wort für Wort
yo 'ntaḥ praviśya bhūtāni
der, welcher, innerlich in die Geschöpfe eindringend
bhūtair atty akhilāśrayaḥ
durch (andere) Geschöpfe verzehrt, die Stütze von allem
sa viṣṇv-ākhyo 'dhiyajño 'sau
dieser, genannt Viṣṇu, der Herr der Opfer, jener
kālaḥ kalayatāṁ prabhuḥ
[ist] die Zeit, der Herr unter den Herrschenden

na cāsya kaścid dayito na dveṣyo na ca bāndhavaḥ / āviśaty apramatto 'sau pramattaṁ janam anta-kṛt

Für ihn gibt es weder einen Geliebten noch einen Gehassten noch einen Verwandten; wachsam befällt jener, der [allem] ein Ende bereitet, den unachtsamen Menschen.

Wort für Wort
na cāsya kaścid dayito
und für ihn gibt es keinen Geliebten
na dveṣyo na ca bāndhavaḥ
keinen Gehassten und keinen Verwandten
āviśaty apramatto 'sau
befällt, wachsam, jener
pramattaṁ janam anta-kṛt
den unachtsamen Menschen, der [allem] ein Ende bereitet

yad-bhayād vāti vāto 'yaṁ sūryas tapati yad-bhayāt / yad-bhayād varṣate devo bha-gaṇo bhāti yad-bhayāt

Aus Furcht vor wem dieser Wind weht, aus Furcht vor wem die Sonne brennt, aus Furcht vor wem der Regengott regnet, aus Furcht vor wem die Sternenschar leuchtet –

Wort für Wort
yad-bhayād vāti vāto 'yaṁ
aus Furcht vor wem dieser Wind weht
sūryas tapati yad-bhayāt
die Sonne brennt, aus Furcht vor wem
yad-bhayād varṣate devo
aus Furcht vor wem der Regengott regnet
bha-gaṇo bhāti yad-bhayāt
die Sternenschar leuchtet, aus Furcht vor wem

Satz setzt sich über V.41–45 fort.

yad vanaspatayo bhītā latāś cauṣadhibhiḥ saha / sve sve kāle 'bhigṛhṇanti puṣpāṇi ca phalāni ca

… vor wem die Bäume, die Ranken zusammen mit den Kräutern, aus Furcht jeweils zur rechten Zeit Blüten und Früchte hervorbringen,

Wort für Wort
yad vanaspatayo bhītā
vor wem die Bäume, aus Furcht
latāś cauṣadhibhiḥ saha
die Ranken zusammen mit den Kräutern
sve sve kāle 'bhigṛhṇanti
jeweils zu ihrer eigenen Zeit hervorbringen
puṣpāṇi ca phalāni ca
Blüten und Früchte

Fortsetzung des Satzes aus V.40.

sravanti sarito bhītā notsarpaty udadhir yataḥ / agnir indhe sa-giribhir bhūr na majjati yad-bhayāt

… aus Furcht wovor die Flüsse fließen, das Meer nicht über seine Ufer tritt, das Feuer brennt, und die Erde samt ihren Bergen nicht versinkt –

Wort für Wort
sravanti sarito bhītā
aus Furcht fließen die Flüsse
notsarpaty udadhir yataḥ
vor wem das Meer nicht übertritt
agnir indhe sa-giribhir
das Feuer brennt, samt den Bergen
bhūr na majjati yad-bhayāt
die Erde nicht versinkt, aus Furcht vor wem

Fortsetzung des Satzes aus V.40.

nabho dadāti śvasatāṁ padaṁ yan-niyamād adaḥ / lokaṁ sva-dehaṁ tanute mahān saptabhir āvṛtam

… unter wessen Kontrolle der Himmel[-raum] den Atmenden [Lebewesen] Platz gewährt, [und] das Mahat[-tattva] jenes Universum als seinen eigenen, von sieben [Hüllen] umgebenen Körper ausbreitet –

Wort für Wort
nabho dadāti śvasatāṁ padaṁ
der Himmel(-raum) gewährt den Atmenden Platz
yan-niyamād adaḥ lokaṁ
unter wessen Kontrolle jenes Universum
sva-dehaṁ tanute mahān
als eigenen Körper ausbreitet, das Mahat[-tattva]
saptabhir āvṛtam
von sieben [Hüllen] umgeben

Fortsetzung des Satzes aus V.40.

guṇābhimānino devāḥ sargādiṣv asya yad-bhayāt / vartante 'nuyugaṁ yeṣāṁ vaśa etac carācaram

… aus Furcht vor wem die Götter, die sich mit den [drei] Erscheinungsweisen [der Natur] identifizieren, entsprechend den Zeitaltern bei der Schöpfung dieses [Universums] und so weiter wirken – unter deren Kontrolle alles Bewegliche und Unbewegliche steht –

Wort für Wort
guṇābhimānino devāḥ
die Götter, die sich mit den Erscheinungsweisen identifizieren
sargādiṣv asya yad-bhayāt
aus Furcht vor wem bei der Schöpfung dieses [Universums] und so weiter
vartante 'nuyugaṁ
wirken, entsprechend den Zeitaltern
yeṣāṁ vaśa etac carācaram
unter deren Kontrolle dieses Bewegliche und Unbewegliche [steht]

Fortsetzung des Satzes aus V.40.

so 'nanto 'nta-karaḥ kālo 'nādir ādi-kṛd avyayaḥ / janaṁ janena janayan mārayan mṛtyunāntakam

Diese unendliche Zeit (kāla), die [allem] ein Ende bereitet, ohne Anfang, der Urheber allen Beginns, unvergänglich – sie erzeugt Wesen durch [andere] Wesen und tötet [sie], ja bereitet sogar dem Tod selbst durch den Tod ein Ende.

Wort für Wort
so 'nanto 'nta-karaḥ kālo
diese unendliche, [allem] ein Ende bereitende Zeit
'nādir ādi-kṛd avyayaḥ
ohne Anfang, Urheber allen Beginns, unvergänglich
janaṁ janena janayan
Wesen durch [andere] Wesen erzeugend
mārayan mṛtyunāntakam
tötend, [selbst] dem Tod durch den Tod ein Ende bereitend

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