Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 163: devāsura-saṅgrāmaḥ Die Schlacht zwischen Göttern und Dämonen

śrī-śuka uvāca / iti dānava-daiteyā nāvindann amṛtaṁ nṛpa / yuktāḥ karmaṇi yattāś ca vāsudeva-parāṅmukhāḥ

Śrī Śuka sprach: So erlangten die Dānavas und Daityas den Nektar nicht, o König, obwohl sie sich vereint und angestrengt um das Werk bemühten – denn sie waren Vāsudeva abgewandt.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti
so, auf diese Weise
dānava-daiteyāḥ
die Dānavas und Daityas (Dämonen)
na
nicht
avindan
sie erlangten
amṛtam
den Nektar
nṛpa
o König
yuktāḥ
vereint (bei der Arbeit)
karmaṇi
bei der Arbeit (dem Quirlen)
yattāḥ
sich anstrengend, bemüht
ca
und
vāsudeva-parāṅmukhāḥ
Vāsudeva abgewandt

sādhayitvāmṛtaṁ rājan pāyayitvā svakān surān / paśyatāṁ sarva-bhūtānāṁ yayau garuḍa-vāhanaḥ

Nachdem Er den Nektar bereitet und Seine eigenen Götter davon hatte trinken lassen, entfernte sich, vor den Augen aller Wesen, der auf Garuḍa Reitende, o König.

Wort für Wort
sādhayitvā
nachdem er vollbracht/erlangt hatte
amṛtam
den Nektar
rājan
o König
pāyayitvā
nachdem er hatte trinken lassen
svakān
die Seinigen (Eigenen)
surān
die Götter
paśyatām
vor den Augen von
sarva-bhūtānām
aller Wesen
yayau
er ging fort
garuḍa-vāhanaḥ
der auf Garuḍa Reitende

sapatnānāṁ parām ṛddhiṁ dṛṣṭvā te diti-nandanāḥ / amṛṣyamāṇā utpetur devān pratyudyatāyudhāḥ

Als die Söhne der Diti den höchsten Wohlstand ihrer Rivalen erblickten, konnten sie das nicht ertragen und stürmten mit erhobenen Waffen auf die Götter los.

Wort für Wort
sapatnānām
der Rivalen
parām
höchste
ṛddhim
Fülle, Wohlstand
dṛṣṭvā
erblickend
te
sie
diti-nandanāḥ
die Söhne der Diti
amṛṣyamāṇāḥ
es nicht ertragend
utpetuḥ
sie sprangen auf, stürmten los
devān
gegen die Götter
pratyudyata-āyudhāḥ
mit erhobenen Waffen

tataḥ sura-gaṇāḥ sarve sudhayā pītayaidhitāḥ / pratisaṁyuyudhuḥ śastrair nārāyaṇa-padāśrayāḥ

Darauf kämpften alle Scharen der Götter, gestärkt durch den getrunkenen Nektar und Zuflucht suchend an den Füßen Nārāyaṇas, mit ihren Waffen zurück.

Wort für Wort
tataḥ
darauf
sura-gaṇāḥ
die Scharen der Götter
sarve
alle
sudhayā
durch den Nektar
pītayā
der getrunkene
edhitāḥ
gestärkt
pratisaṁyuyudhuḥ
sie kämpften zurück
śastraiḥ
mit Waffen
nārāyaṇa-pada-āśrayāḥ
Zuflucht an den Füßen Nārāyaṇas suchend

tatra daivāsuro nāma raṇaḥ parama-dāruṇaḥ / rodhasy udanvato rājaṁs tumulo roma-harṣaṇaḥ

Dort, am Ufer des Milchozeans, entbrannte, o König, die höchst furchtbare, tosende und haarsträubende Schlacht, die als 'die zwischen Göttern und Dämonen' bekannt ist.

Wort für Wort
tatra
dort
daiva-asuraḥ
Götter-und-Dämonen-
nāma
genannt
raṇaḥ
die Schlacht
parama-dāruṇaḥ
höchst furchtbar
rodhasi
am Ufer
udanvataḥ
des Milchozeans
rājan
o König
tumulaḥ
tosend, tumultartig
roma-harṣaṇaḥ
haarsträubend

tatrānyonyaṁ sapatnās te saṁrabdha-manaso raṇe / samāsādyāsibhir bāṇair nijaghnur vividhāyudhaiḥ

Dort trafen die Rivalen, erzürnten Sinnes, in der Schlacht aufeinander und erschlugen einander mit Schwertern, Pfeilen und vielerlei anderen Waffen.

Wort für Wort
tatra
dort
anyonyam
einander
sapatnāḥ
die Rivalen
te
sie
saṁrabdha-manasaḥ
erzürnten Sinnes
raṇe
in der Schlacht
samāsādya
aufeinandertreffend
asibhiḥ
mit Schwertern
bāṇaiḥ
mit Pfeilen
nijaghnuḥ
sie erschlugen
vividha-āyudhaiḥ
mit vielerlei Waffen

śaṅkha-tūrya-mṛdaṅgānāṁ bherī-ḍamariṇāṁ mahān / hasty-aśva-ratha-pattīnāṁ nadatāṁ nisvano 'bhavat

Ein gewaltiges Getöse entstand von Muschelhörnern, Trompeten, Trommeln, Kesselpauken und kleinen Handtrommeln sowie vom Lärm der Elefanten, Pferde, Wagenkämpfer und Fußsoldaten.

Wort für Wort
śaṅkha
von Muschelhörnern
tūrya
von Trompeten
mṛdaṅgānām
und von Trommeln
bherī
von Kesselpauken
ḍamariṇām
und von kleinen Handtrommeln
mahān
gewaltig
hasti
von Elefanten
aśva
von Pferden
ratha-pattīnām
von Wagenkämpfern und Fußsoldaten
nadatām
die tönten, lärmten
nisvanaḥ
ein Getöse
abhavat
entstand

rathino rathibhis tatra pattibhiḥ saha pattayaḥ / hayā hayair ibhāś cebhaiḥ samasajjanta saṁyuge

Dort prallten Wagenkämpfer mit Wagenkämpfern, Fußsoldaten mit Fußsoldaten, Pferde mit Pferden und Elefanten mit Elefanten in der Schlacht aufeinander.

Wort für Wort
rathinaḥ
Wagenkämpfer
rathibhiḥ
mit Wagenkämpfern
tatra
dort
pattibhiḥ
mit Fußsoldaten
saha
zusammen mit
pattayaḥ
Fußsoldaten
hayāḥ
Pferde
hayaiḥ
mit Pferden
ibhāḥ
Elefanten
ca
und
ibhaiḥ
mit Elefanten
samasajjanta
sie prallten aufeinander, verwickelten sich
saṁyuge
in der Schlacht

[Anm.: vedabase.io blockierte diese Einzelvers-URL dauerhaft (HTTP 429); Sanskrit-Text daher aus der lokalen GRETIL-Quelldatei (bhp_08u.htm, BhP_08.10.008) entnommen und mit den erfolgreich abgerufenen Nachbarversen (7, 9) kreuzgeprüft; deutsche Übersetzung und wfw-Gloss eigenständig erarbeitet.]

uṣṭraiḥ kecid ibhaiḥ kecid apare yuyudhuḥ kharaiḥ / kecid gaura-mukhair ṛkṣair dvīpibhir haribhir bhaṭāḥ

Manche Krieger kämpften auf Kamelen, manche auf Elefanten, andere auf Eseln, manche auf weißgesichtigen Affen, auf Bären, auf Panthern und auf Löwen.

Wort für Wort
uṣṭraiḥ
mit Kamelen
kecit
manche
ibhaiḥ
mit Elefanten
kecit
manche
apare
andere
yuyudhuḥ
sie kämpften
kharaiḥ
mit Eseln
kecit
manche
gaura-mukhaiḥ
mit weißgesichtigen (Affen)
ṛkṣaiḥ
mit Bären
dvīpibhiḥ
mit Panthern/Tigern
haribhiḥ
mit Löwen
bhaṭāḥ
die Krieger

[Anm.: gaura-mukhaiḥ wörtl. 'weißgesichtig' – Bezug auf Affen ist kontextuell erschlossen, nicht lexikalisch fixiert.]

gṛdhraiḥ kaṅkair bakair anye śyena-bhāsais timiṅgilaiḥ / śarabhair mahiṣaiḥ khaḍgair go-vṛṣair gavayāruṇaiḥ

Andere kämpften auf Geiern, Reihern, Kranichen, Falken, Bhāsa-Vögeln, Walfischen, Śarabhas, Büffeln, Nashörnern, Rindern, Stieren, Waldrindern und Aruṇas.

Wort für Wort
gṛdhraiḥ
mit Geiern
kaṅkaiḥ
mit Reihern
bakaiḥ
mit Kranichen
anye
andere
śyena
mit Falken
bhāsaiḥ
mit Bhāsa-Vögeln
timiṅgilaiḥ
mit Walfischen
śarabhaiḥ
mit Śarabhas (mythischen Achtfüßlern)
mahiṣaiḥ
mit Büffeln
khaḍgaiḥ
mit Nashörnern
go-vṛṣaiḥ
mit Kühen und Stieren
gavaya-aruṇaiḥ
mit Waldrindern und Aruṇas

śivābhir ākhubhiḥ kecit kṛkalāsaiḥ śaśair naraiḥ / bastair eke kṛṣṇa-sārair haṁsair anye ca sūkaraiḥ

Manche kämpften auf Schakalen, großen Ratten, Eidechsen, Hasen und Menschen, andere auf Ziegenböcken, schwarzen Antilopen, Schwänen und Ebern.

Wort für Wort
śivābhiḥ
mit Schakalen
ākhubhiḥ
mit großen Ratten
kecit
manche
kṛkalāsaiḥ
mit Eidechsen
śaśaiḥ
mit Hasen
naraiḥ
mit Menschen
bastaiḥ
mit Ziegenböcken
eke
manche
kṛṣṇa-sāraiḥ
mit schwarzen Antilopen
haṁsaiḥ
mit Schwänen
anye
andere
ca
und
sūkaraiḥ
mit Ebern

anye jala-sthala-khagaiḥ sattvair vikṛta-vigrahaiḥ / senayor ubhayo rājan viviśus te 'grato 'grataḥ

Andere ritten auf Lebewesen aus Wasser, Land und Luft mit ungewöhnlichen Gestalten, und so zogen sie, o König, Reihe um Reihe an die Spitze der beiden Heere.

Wort für Wort
anye
andere
jala-sthala-khagaiḥ
mit Wasser-, Land- und Lufttieren
sattvaiḥ
mit Lebewesen
vikṛta-vigrahaiḥ
mit ungewöhnlichen/entstellten Gestalten
senayoḥ
der beiden Heere
ubhayoḥ
beider
rājan
o König
viviśuḥ
sie zogen ein, traten vor
te
sie
agrataḥ agrataḥ
Reihe um Reihe, an vorderster Front

citra-dhvaja-paṭai rājann ātapatraiḥ sitāmalaiḥ / mahā-dhanair vajra-daṇḍair vyajanair bārha-cāmaraiḥ

Mit bunt bemalten Fahnentüchern, o König, mit reinweißen Sonnenschirmen, mit sehr kostbaren, diamantenbesetzten Stäben, mit Fächern und Pfauenfederwedeln –

Wort für Wort
citra-dhvaja-paṭaiḥ
mit bunt bemalten Fahnentüchern
rājan
o König
ātapatraiḥ
mit Sonnenschirmen
sita-amalaiḥ
reinweißen
mahā-dhanaiḥ
sehr kostbaren
vajra-daṇḍaiḥ
mit diamantenbesetzten Stäben
vyajanaiḥ
mit Fächern
bārha-cāmaraiḥ
mit Pfauenfederwedeln

Satz (ein zusammenhängender Vergleich) setzt sich fort in Vers 14–15.

vātoddhūtottaroṣṇīṣair arcirbhir varma-bhūṣaṇaiḥ / sphuradbhir viśadaiḥ śastraiḥ sutarāṁ sūrya-raśmibhiḥ

– mit im Wind flatternden Turbanenden, mit dem Glanz von Rüstungen und Schmuckstücken, mit funkelnden, blanken Waffen, ganz den Strahlen der Sonne gleich –

Wort für Wort
vāta-uddhūta
vom Wind aufgewirbelt, flatternd
uttara-uṣṇīṣaiḥ
mit den oberen Turbanenden
arcirbhiḥ
mit dem Glanz
varma-bhūṣaṇaiḥ
von Rüstungen und Schmuckstücken
sphuradbhiḥ
funkelnd
viśadaiḥ
blank, hell
śastraiḥ
mit Waffen
sutarām
überaus, ganz besonders
sūrya-raśmibhiḥ
mit den Strahlen der Sonne

Fortsetzung des Satzes aus Vers 13, abgeschlossen in Vers 15.

deva-dānava-vīrāṇāṁ dhvajinyau pāṇḍu-nandana / rejatur vīra-mālābhir yādasām iva sāgarau

– erstrahlten die beiden Heere der Helden von Göttern und Dānavas, o Sohn des Pāṇḍu, mit ihren Heldengirlanden wie zwei Ozeane voller Wasserwesen.

Wort für Wort
deva-dānava-vīrāṇām
der Helden der Götter und Dānavas
dhvajinyau
die beiden (banner-tragenden) Heere
pāṇḍu-nandana
o Sohn des Pāṇḍu
rejatuḥ
sie erstrahlten
vīra-mālābhiḥ
mit Heldengirlanden
yādasām
der Wasserwesen
iva
wie
sāgarau
zwei Ozeane

vairocano baliḥ saṅkhye so 'surāṇāṁ camū-patiḥ / yānaṁ vaihāyasaṁ nāma kāma-gaṁ maya-nirmitam

Bali, der Sohn Virocanas, der Heerführer der Dämonen, [bestieg] in der Schlacht ein Fahrzeug namens Vaihāyasa, das nach Belieben flog und von Maya erschaffen worden war –

Wort für Wort
vairocanaḥ
der Sohn Virocanas
baliḥ
Bali (Mahārāja)
saṅkhye
in der Schlacht
saḥ
er
asurāṇām
der Dämonen
camū-patiḥ
der Heerführer
yānam
ein Fahrzeug
vaihāyasam
Vaihāyasa ("Himmelswagen")
nāma
genannt
kāma-gam
nach Belieben fliegend
maya-nirmitam
von Maya erbaut

Satz setzt sich fort in Vers 17–18.

sarva-sāṅgrāmikopetaṁ sarvāścaryamayaṁ prabho / apratarkyam anirdeśyaṁ dṛśyamānam adarśanam

– ausgestattet mit allen Kampfgeräten, voller Wunder jeglicher Art, o Herr, unbegreiflich, unbeschreiblich, bald sichtbar, bald unsichtbar –

Wort für Wort
sarva-sāṅgrāmika-upetam
mit allen Kampfgeräten ausgestattet
sarva-āścarya-mayam
voller Wunder jeglicher Art
prabho
o Herr
apratarkyam
unbegreiflich, jenseits der Logik
anirdeśyam
unbeschreiblich
dṛśyamānam
bisweilen sichtbar
adarśanam
bisweilen unsichtbar

Fortsetzung aus Vers 16, abgeschlossen in Vers 18.

āsthitas tad vimānāgryaṁ sarvānīkādhipair vṛtaḥ / bāla-vyajana-chatrāgryai reje candra ivodaye

– auf jenem vorzüglichen Luftfahrzeug thronend, von allen Heerführern umgeben und mit den prächtigsten Wedeln, Fächern und Schirmen geschmückt, erstrahlte er wie der aufgehende Mond.

Wort für Wort
āsthitaḥ
darauf sitzend, thronend
tat
jenes
vimāna-agryam
vorzügliche Luftfahrzeug
sarva-anīka-adhipaiḥ
von allen Heerführern
vṛtaḥ
umgeben
bāla-vyajana-chatra-agryaiḥ
mit den vorzüglichsten Wedeln, Fächern und Schirmen
reje
er erstrahlte
candraḥ
der Mond
iva
wie
udaye
beim Aufgang

tasyāsan sarvato yānair yūthānāṁ patayo 'surāḥ / namuciḥ śambaro bāṇo vipracittir ayomukhaḥ

Um ihn herum standen ringsum, mit ihren Fahrzeugen, die dämonischen Anführer der Truppenscharen: Namuci, Śambara, Bāṇa, Vipracitti und Ayomukha –

Wort für Wort
tasya
um ihn (Bali)
āsan
waren, standen
sarvataḥ
ringsum
yānaiḥ
mit (ihren) Fahrzeugen
yūthānām
der Scharen/Truppen
patayaḥ
die Anführer
asurāḥ
die Dämonen
namuciḥ
Namuci
śambaraḥ
Śambara
bāṇaḥ
Bāṇa
vipracittiḥ
Vipracitti
ayomukhaḥ
Ayomukha

Namensaufzählung, Satz setzt sich fort bis Vers 23.

dvimūrdhā kālanābho 'tha prahetir hetir ilvalaḥ / śakunir bhūta-santāpo vajra-daṁṣṭro virocanaḥ

– Dvimūrdhā, Kālanābha, ferner Praheti, Heti, Ilvala, Śakuni, Bhūtasantāpa, Vajradaṁṣṭra und Virocana –

Wort für Wort
dvimūrdhā
Dvimūrdhā
kālanābhaḥ
Kālanābha
atha
ferner
prahetiḥ
Praheti
hetiḥ
Heti
ilvalaḥ
Ilvala
śakuniḥ
Śakuni
bhūta-santāpaḥ
Bhūtasantāpa
vajra-daṁṣṭraḥ
Vajradaṁṣṭra
virocanaḥ
Virocana

Fortsetzung der Namensaufzählung aus Vers 19.

hayagrīvaḥ śaṅkuśirāḥ kapilo meghadundubhiḥ / tārakaś cakradṛk śumbho niśumbho jambha utkalaḥ

– Hayagrīva, Śaṅkuśirā, Kapila, Meghadundubhi, Tāraka, Cakradṛk, Śumbha, Niśumbha, Jambha und Utkala –

Wort für Wort
hayagrīvaḥ
Hayagrīva
śaṅkuśirāḥ
Śaṅkuśirā
kapilaḥ
Kapila
meghadundubhiḥ
Meghadundubhi
tārakaḥ
Tāraka
cakradṛk
Cakradṛk
śumbhaḥ
Śumbha
niśumbhaḥ
Niśumbha
jambhaḥ
Jambha
utkalaḥ
Utkala

Fortsetzung der Namensaufzählung.

ariṣṭo 'riṣṭanemiś ca mayaś ca tripurādhipaḥ / anye pauloma-kāleyā nivātakavacādayaḥ

– Ariṣṭa, Ariṣṭanemi und Maya, der Herrscher von Tripura, sowie andere: die Paulomas und Kāleyas, angeführt von Nivātakavaca –

Wort für Wort
ariṣṭaḥ
Ariṣṭa
ariṣṭanemiḥ
Ariṣṭanemi
ca
und
mayaḥ
Maya
ca
und
tripurādhipaḥ
der Herrscher von Tripura
anye
andere
pauloma-kāleyāḥ
die Paulomas und Kāleyas
nivātakavaca-ādayaḥ
mit Nivātakavaca an der Spitze

Fortsetzung der Namensaufzählung, abgeschlossen in Vers 23.

alabdha-bhāgāḥ somasya kevalaṁ kleśa-bhāginaḥ / sarva ete raṇa-mukhe bahuśo nirjitāmarāḥ

– sie alle, die keinen Anteil am Soma erlangt, sondern nur an der Mühsal teilgehabt hatten, bezwangen vielfach die Unsterblichen an der Spitze der Schlacht.

Wort für Wort
alabdha-bhāgāḥ
die keinen Anteil erlangt hatten
somasya
am Soma(-Nektar)
kevalam
lediglich, nur
kleśa-bhāginaḥ
Anteilhaber an der Mühsal
sarve
alle
ete
diese
raṇa-mukhe
an der Spitze der Schlacht
bahuśaḥ
vielfach, wiederholt
nirjita-amarāḥ
die Unsterblichen bezwingend

siṁha-nādān vimuñcantaḥ śaṅkhān dadhmur mahā-ravān / dṛṣṭvā sapatnān utsiktān balabhit kupito bhṛśam

Löwengebrüll ausstoßend, bliesen sie mit gewaltigem Klang die Muschelhörner; und als Indra, der Bezwinger Balas, seine übermütig gewordenen Rivalen sah, wurde er heftig zornig.

Wort für Wort
siṁha-nādān
Löwengebrüll(-artige Laute)
vimuñcantaḥ
ausstoßend
śaṅkhān
die Muschelhörner
dadhmuḥ
sie bliesen
mahā-ravān
mit gewaltigem Klang
dṛṣṭvā
sehend
sapatnān
die Rivalen
utsiktān
übermütig geworden
balabhit
der Bezwinger Balas (Indra)
kupitaḥ
erzürnt
bhṛśam
heftig

airāvataṁ dik-kariṇam ārūḍhaḥ śuśubhe sva-rāṭ / yathā sravat-prasravaṇam udayādrim ahar-patiḥ

Auf Airāvata reitend, den Elefanten der Himmelsrichtungen, erstrahlte der Selbstherrscher Indra, wie die Sonne über dem quellenreichen Sonnenaufgangsberg.

Wort für Wort
airāvatam
Airāvata
dik-kariṇam
den Elefanten der Himmelsrichtungen
ārūḍhaḥ
aufgestiegen, reitend
śuśubhe
er erstrahlte
sva-rāṭ
der Selbstherrscher (Indra)
yathā
wie
sravat-prasravaṇam
mit fließenden Quellen
udaya-adrim
den Sonnenaufgangsberg
ahaḥ-patiḥ
der Herr des Tages (die Sonne)

tasyāsan sarvato devā nānā-vāha-dhvajāyudhāḥ / lokapālāḥ saha-gaṇair vāyv-agni-varuṇādayaḥ

Um ihn herum standen ringsum die Götter mit ihren verschiedenen Reittieren, Bannern und Waffen: die Weltenhüter, samt ihren Scharen, Vāyu, Agni, Varuṇa und andere.

Wort für Wort
tasya
um ihn
āsan
standen, waren
sarvataḥ
ringsum
devāḥ
die Götter
nānā-vāha
mit verschiedenerlei Reittieren
dhvaja-āyudhāḥ
und mit Bannern und Waffen
loka-pālāḥ
die Weltenhüter
saha-gaṇaiḥ
mit ihren Scharen
vāyu-agni-varuṇa-ādayaḥ
Vāyu, Agni, Varuṇa und andere

te 'nyonyam abhisaṁsṛtya kṣipanto marmabhir mithaḥ / āhvayanto viśanto 'gre yuyudhur dvandva-yodhinaḥ

Aufeinander zugehend, einander an den wunden Punkten verhöhnend, sich gegenseitig herausfordernd, traten sie vor und kämpften als Zweikämpfer.

Wort für Wort
te
sie
anyonyam
einander
abhisaṁsṛtya
aufeinander zutretend
kṣipantaḥ
verhöhnend, verletzend
marmabhiḥ
an den empfindlichen Stellen
mithaḥ
gegenseitig
āhvayantaḥ
sich herausfordernd
viśantaḥ
hineingehend, eintretend
agre
vorne, an der Spitze
yuyudhuḥ
sie kämpften
dvandva-yodhinaḥ
als Zweikämpfer

yuyodha baliḥ indreṇa tārakeṇa guho 'syata / varuṇo hetināyudhyan mitro rājan prahetinā

Bali kämpfte mit Indra, Guha (Kārttikeya) focht mit Tāraka, Varuṇa kämpfte mit Heti, und Mitra, o König, mit Praheti.

Wort für Wort
yuyodha
er kämpfte
baliḥ
Bali
indreṇa
mit Indra
tārakeṇa
mit Tāraka
guhaḥ
Guha (Kārttikeya)
asyata
er kämpfte, schleuderte (Waffen)
varuṇaḥ
Varuṇa
hetinā
mit Heti
ayudhyat
kämpfte
mitraḥ
Mitra
rājan
o König
prahetinā
mit Praheti

yamas tu kālanābhena viśvakarmā mayena vai / śambaro yuyudhe tvaṣṭrā savitrā tu virocanaḥ

Yama kämpfte mit Kālanābha, Viśvakarmā fürwahr mit Maya, Śambara kämpfte mit Tvaṣṭā, und Virocana mit Savitṛ.

Wort für Wort
yamaḥ
Yama
tu
aber, und
kālanābhena
mit Kālanābha
viśvakarmā
Viśvakarmā
mayena
mit Maya
vai
fürwahr
śambaraḥ
Śambara
yuyudhe
kämpfte
tvaṣṭrā
mit Tvaṣṭā
savitrā
mit Savitṛ (dem Sonnengott)
tu
und
virocanaḥ
Virocana

aparājitena namucir aśvinau vṛṣaparvaṇā / sūryo bali-sutair devo bāṇa-jyeṣṭhaiḥ śatena ca

Namuci [kämpfte] mit Aparājita, die beiden Aśvins mit Vṛṣaparvā, und der Sonnengott mit den hundert Söhnen Balis, deren ältester Bāṇa war.

Wort für Wort
aparājitena
mit Aparājita
namuciḥ
Namuci
aśvinau
die beiden Aśvins
vṛṣaparvaṇā
mit Vṛṣaparvā
sūryaḥ
die Sonne
bali-sutaiḥ
mit den Söhnen Balis
devaḥ
der Gott
bāṇa-jyeṣṭhaiḥ
mit Bāṇa als ältestem
śatena
hundert an der Zahl
ca
und

rāhuṇā ca tathā somaḥ pulomnā yuyudhe 'nilaḥ / niśumbha-śumbhayor devī bhadrakālī tarasvinī

Der Mondgott [kämpfte] mit Rāhu, und ebenso kämpfte Anila, der Windgott, mit Puloma; gegen Niśumbha und Śumbha [kämpfte] die kraftvolle Göttin Bhadrakālī.

Wort für Wort
rāhuṇā
mit Rāhu
ca
und
tathā
ebenso
somaḥ
der Mondgott
pulomnā
mit Puloma
yuyudhe
kämpfte
anilaḥ
Anila (der Windgott)
niśumbha-śumbhayoḥ
gegen Niśumbha und Śumbha
devī
die Göttin
bhadrakālī
Bhadrakālī
tarasvinī
die Kraftvolle

vṛṣākapis tu jambhena mahiṣeṇa vibhāvasuḥ / ilvalaḥ saha vātāpir brahma-putrair arindama

Vṛṣākapi [Śiva] aber [kämpfte] mit Jambha, Vibhāvasu [Agni] mit Mahiṣa, und Ilvala samt Vātāpi mit den Söhnen Brahmās, o Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
vṛṣākapiḥ
Vṛṣākapi (Śiva)
tu
aber
jambhena
mit Jambha
mahiṣeṇa
mit Mahiṣa
vibhāvasuḥ
Vibhāvasu (Agni)
ilvalaḥ
Ilvala
saha vātāpiḥ
samt Vātāpi
brahma-putraiḥ
mit den Söhnen Brahmās
arindama
o Bezwinger der Feinde

kāmadevena durmarṣa utkalo mātṛbhiḥ saha / bṛhaspatiś cośanasā narakeṇa śanaiścaraḥ

Durmarṣa [kämpfte] mit Kāmadeva, Utkala samt den Müttergöttinnen, Bṛhaspati mit Uśanas, und Śanaiścara mit Naraka.

Wort für Wort
kāmadevena
mit Kāmadeva
durmarṣaḥ
Durmarṣa
utkalaḥ
Utkala
mātṛbhiḥ saha
samt den Müttergöttinnen
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati
ca
und
uśanasā
mit Uśanas (Śukra)
narakeṇa
mit Naraka
śanaiścaraḥ
Śanaiścara (Saturn)

maruto nivātakavacaiḥ kāleyair vasavo 'marāḥ / viśvedevās tu paulomai rudrāḥ krodhavaśaiḥ saha

Die Maruts [kämpften] mit den Nivātakavacas, die unsterblichen Vasus mit den Kāleyas, die Viśvedevas aber mit den Paulomas, und die Rudras samt den Krodhavaśas.

Wort für Wort
marutaḥ
die Maruts
nivātakavacaiḥ
mit den Nivātakavacas
kāleyaiḥ
mit den Kāleyas
vasavaḥ
die Vasus
amarāḥ
die Unsterblichen
viśvedevāḥ
die Viśvedevas
tu
aber
paulomaiḥ
mit den Paulomas
rudrāḥ
die Rudras
krodhavaśaiḥ saha
samt den Krodhavaśas

ta evam ājāv asurāḥ surendrā dvandvena saṁhatya ca yudhyamānāḥ / anyonyam āsādya nijaghnur ojasā jigīṣavas tīkṣṇa-śarāsi-tomaraiḥ

So kämpften die Dämonen und die Götterfürsten auf dem Schlachtfeld, paarweise zusammengeschlossen, und griffen einander an; siegesbegierig erschlugen sie sich gegenseitig mit Kraft, mit scharfen Pfeilen, Schwertern und Lanzen.

Wort für Wort
te
sie
evam
so
ājau
auf dem Schlachtfeld
asurāḥ
die Dämonen
sura-indrāḥ
und die Götterfürsten
dvandvena
paarweise
saṁhatya
sich zusammenschließend
ca
und
yudhyamānāḥ
kämpfend
anyonyam
einander
āsādya
erreichend, angreifend
nijaghnuḥ
sie erschlugen
ojasā
mit Kraft
jigīṣavaḥ
siegesbegierig
tīkṣṇa-śara-asi-tomaraiḥ
mit scharfen Pfeilen, Schwertern und Lanzen

bhuśuṇḍibhiś cakra-gadarṣṭi-paṭṭiśaiḥ śakty-ulmukaiḥ prāsa-paraśvadhair api / nistriṁśa-bhallaiḥ parighaiḥ samudgaraiḥ sabhindipālaiś ca śirāṁsi cicchiduḥ

Mit Bhuśuṇḍi-Waffen, Diskusen, Keulen, Ṛṣṭi-Speeren, Paṭṭiśa-Waffen, Śakti-Wurfspeeren, Feuerbränden, Prāsa-Lanzen und Streitäxten, auch mit Schwertern, Bhalla-Pfeilen, eisenbeschlagenen Stangen, Hämmern und Wurfspießen hieben sie einander die Häupter ab.

Wort für Wort
bhuśuṇḍibhiḥ
mit Bhuśuṇḍi-Waffen (Schleudern)
cakra
mit Diskusen
gadā
mit Keulen
ṛṣṭi
mit Ṛṣṭi-Speeren
paṭṭiśaiḥ
mit Paṭṭiśa-Waffen
śakti
mit Śakti-Wurfspeeren
ulmukaiḥ
mit Feuerbränden
prāsa
mit Prāsa-Lanzen
paraśvadhaiḥ
mit Streitäxten
api
auch
nistriṁśa
mit Schwertern
bhallaiḥ
mit Bhalla-Pfeilen
parighaiḥ
mit eisenbeschlagenen Stangen
samudgaraiḥ
mit Hämmern
sa-bhindipālaiḥ
samt Wurfspießen
ca
und
śirāṁsi
die Häupter
cicchiduḥ
sie hieben ab, zerschnitten

gajās turaṅgāḥ sarathāḥ padātayaḥ sāroha-vāhā vividhā vikhaṇḍitāḥ / nikṛtta-bāhūru-śirodharāṅghrayaś chinna-dhvajeṣvāsa-tanutra-bhūṣaṇāḥ

Elefanten, Pferde samt Wagen, Fußsoldaten samt Reitern und Trägern wurden auf mannigfache Weise zerschlagen – mit abgehauenen Armen, Schenkeln, Hälsen und Füßen, mit zerschnittenen Bannern, Bögen, Rüstungen und Schmuckstücken.

Wort für Wort
gajāḥ
Elefanten
turaṅgāḥ
Pferde
sa-rathāḥ
samt Wagen
padātayaḥ
Fußsoldaten
sa-āroha-vāhāḥ
samt Reitern und Trägern
vividhāḥ
mannigfaltig
vikhaṇḍitāḥ
zerstückelt, zerschlagen
nikṛtta-bāhu
abgehauene Arme
ūru
Schenkel
śirodhara
Hälse
aṅghrayaḥ
Füße
chinna-dhvaja
zerschnittene Banner
iṣvāsa
Bögen
tanutra
Rüstungen
bhūṣaṇāḥ
Schmuckstücke

teṣāṁ padāghāta-rathāṅga-cūrṇitād āyodhanād ulbaṇa utthitas tadā / reṇur diśaḥ khaṁ dyumaṇiṁ ca chādayan nyavartatāsṛk-srutibhiḥ pariplutāt

Von den Fußtritten und Wagenrädern zu Staub zermahlen, stieg vom Schlachtfeld ein gewaltiger Staub auf, der die Himmelsrichtungen, den Luftraum und die Sonne verhüllte; doch er legte sich wieder, weil der Boden von Blutströmen durchtränkt und überflutet war.

Wort für Wort
teṣām
von ihnen (den Kämpfenden)
pada-āghāta
vom Aufschlagen der Füße
ratha-aṅga
und der Wagenräder
cūrṇitāt
zu Staub zermahlen
āyodhanāt
vom Schlachtfeld
ulbaṇaḥ
gewaltig
utthitaḥ
aufgestiegen
tadā
da, damals
reṇuḥ
der Staub
diśaḥ
die Himmelsrichtungen
kham
den Luftraum
dyumaṇim
die Sonne
ca
und
chādayan
verhüllend
nyavartata
legte sich, kam zur Ruhe
asṛk-srutibhiḥ
durch Blutströme
pariplutāt
durchtränkt, überflutet

śirobhir uddhūta-kirīṭa-kuṇḍalaiḥ saṁrambha-dṛgbhiḥ paridaṣṭa-dacchadaiḥ / mahā-bhujaiḥ sābharaṇaiḥ sahāyudhaiḥ sā prāstṛtā bhūḥ karabhorubhir babhau

Übersät mit Häuptern, denen Helme und Ohrringe entfallen waren, mit zornstarrenden Augen und zerbissenen Lippen, mit gewaltigen Armen samt Schmuckstücken und Waffen sowie mit Schenkeln, die den Rüsseln von Elefanten glichen, bot das Schlachtfeld diesen Anblick.

Wort für Wort
śirobhiḥ
mit Häuptern
uddhūta
abgeworfen, heruntergefallen
kirīṭa-kuṇḍalaiḥ
mit Helmen und Ohrringen
saṁrambha-dṛgbhiḥ
mit zornerfüllten (starrenden) Augen
paridaṣṭa-dacchadaiḥ
mit zerbissenen Lippen
mahā-bhujaiḥ
mit großen Armen
sa-ābharaṇaiḥ
samt Schmuckstücken
saha-āyudhaiḥ
samt Waffen
sā
jenes (Schlachtfeld)
prāstṛtā
übersät
bhūḥ
der Boden
karabha-ūrubhiḥ
mit elefantenrüsselgleichen Schenkeln
babhau
es erstrahlte, zeigte sich

kabandhās tatra cotpetuḥ patita-sva-śiro-'kṣibhiḥ / udyatāyudha-dordaṇḍair ādhāvanto bhaṭān mṛdhe

Und dort erhoben sich kopflose Rümpfe – während ihre eigenen abgefallenen Häupter mit den Augen zusahen – mit erhobenen, waffentragenden Armen, und stürmten im Kampf auf die Krieger los.

Wort für Wort
kabandhāḥ
kopflose Rümpfe
tatra
dort
ca
und
utpetuḥ
sie erhoben sich, sprangen auf
patita-sva-śiraḥ-akṣibhiḥ
mit ihren eigenen, herabgefallenen Häuptern und Augen
udyata-āyudha-dordaṇḍaiḥ
mit erhobenen, waffentragenden Armen
ādhāvantaḥ
herbeistürmend
bhaṭān
auf die Krieger
mṛdhe
im Kampf

balir mahendraṁ daśabhis tribhir airāvataṁ śaraiḥ / caturbhiś caturo vāhān ekenāroham ārcchayat

Bali traf den großen Indra mit zehn Pfeilen, Airāvata mit drei, dessen vier Begleittiere mit vier Pfeilen, und den Lenker mit einem einzigen.

Wort für Wort
baliḥ
Bali
mahā-indram
den großen Indra
daśabhiḥ
mit zehn (Pfeilen)
tribhiḥ
mit drei
airāvatam
Airāvata
śaraiḥ
mit Pfeilen
caturbhiḥ
mit vier
caturaḥ
die vier
vāhān
Tragtiere
ekena
mit einem
āroham
den Lenker, Führer
ārcchayat
er traf

sa tān āpatataḥ śakras tāvadbhiḥ śīghra-vikramaḥ / ciccheda niśitair bhallair asamprāptān hasann iva

Indra, rasch im Angriff, zerschnitt jene heranfliegenden Pfeile mit ebenso vielen scharfen Bhalla-Pfeilen, noch ehe sie ihn erreichten – wie im Scherz.

Wort für Wort
saḥ
er
tān
jene (Pfeile)
āpatataḥ
heranfliegende
śakraḥ
Indra
tāvadbhiḥ
mit ebenso vielen
śīghra-vikramaḥ
von raschem Angriff
ciccheda
er zerschnitt
niśitaiḥ
mit scharfen
bhallaiḥ
mit Bhalla-Pfeilen
asamprāptān
noch nicht angekommene (Pfeile)
hasan iva
wie lächelnd

tasya karmottamaṁ vīkṣya durmarṣaḥ śaktim ādade / tāṁ jvalantīṁ maholkābhāṁ hasta-sthām acchinad dhariḥ

Als er Indras höchst meisterhafte Tat sah, ergriff der unduldsame [Bali] die Śakti-Waffe, doch Indra zerschlug jene lodernde, einem großen Feuerbrand gleichende Waffe, noch während sie in seiner Hand war.

Wort für Wort
tasya
dessen (Indras)
karma-uttamam
höchst meisterhafte Tat
vīkṣya
sehend
durmarṣaḥ
der Unduldsame (Bali)
śaktim
die Śakti-Waffe
ādade
er ergriff
tām
jene
jvalantīm
lodernde
mahā-ulkā-ābhām
einem großen Feuerbrand gleichend
hasta-sthām
noch in der Hand befindlich
acchinat
er zerschlug
hariḥ
Indra

tataḥ śūlaṁ tataḥ prāsaṁ tatas tomaram ṛṣṭayaḥ / yad yac chastraṁ samādadyāt sarvaṁ tad acchinad vibhuḥ

Darauf den Speer, darauf die Prāsa-Lanze, darauf die Tomara-Lanze und die Ṛṣṭi-Speere – welche Waffe auch immer [Bali] ergriff, jede einzelne zerschlug der mächtige [Indra].

Wort für Wort
tataḥ
darauf
śūlam
den Speer, Dreizack
tataḥ
darauf
prāsam
die Prāsa-Lanze
tataḥ
darauf
tomaram
die Tomara-Lanze
ṛṣṭayaḥ
die Ṛṣṭi-Speere
yat yat
was auch immer
śastram
Waffe
samādadyāt
er ergriff
sarvam
alles
tat
dieses
acchinat
er zerschlug
vibhuḥ
der Mächtige (Indra)

sasarjāthāsurīṁ māyām antardhāna-gato 'suraḥ / tataḥ prādurabhūc chailaḥ surānīkopari prabho

Daraufhin entfesselte der Dämon, unsichtbar geworden, dämonische Zauberkraft; und darauf erschien, o Herr, ein Berg über dem Heer der Götter.

Wort für Wort
sasarja
er entfesselte
atha
nun, daraufhin
āsurīm
dämonische
māyām
Illusion, Zauberkraft
antardhāna-gataḥ
unsichtbar geworden
asuraḥ
der Dämon
tataḥ
darauf
prādurabhūt
es erschien
śailaḥ
ein Berg
sura-anīka-upari
über dem Heer der Götter
prabho
o Herr

tato nipetus taravo dahyamānā davāgninā / śilāḥ saṭaṅka-śikharāś cūrṇayantyo dviṣad-balam

Von jenem Berg stürzten brennende, vom Waldbrand erfasste Bäume herab, sowie Felsen mit meißelscharfen Spitzen, die die feindliche Streitmacht zermalmten.

Wort für Wort
tataḥ
von jenem (Berg)
nipetuḥ
sie stürzten herab
taravaḥ
Bäume
dahyamānāḥ
brennende
dava-agninā
durch Waldfeuer
śilāḥ
Felsen
sa-ṭaṅka-śikharāḥ
mit meißelspitzen Gipfeln
cūrṇayantyaḥ
zermalmend
dviṣat-balam
die Streitmacht der Feinde

mahoragāḥ samutpetur daṁdaśūkāḥ savṛścikāḥ / siṁha-vyāghra-varāhāś ca mardayanto mahā-gajāḥ

Große Schlangen und andere Giftwesen samt Skorpionen fielen über sie her, und Löwen, Tiger und Eber sowie zermalmende große Elefanten.

Wort für Wort
mahā-uragāḥ
große Schlangen
samutpetuḥ
sie sprangen hervor, überfielen
daṁdaśūkāḥ
Giftschlangen/-tiere
sa-vṛścikāḥ
samt Skorpionen
siṁha-vyāghra-varāhāḥ
Löwen, Tiger und Eber
ca
und
mardayantaḥ
zermalmend
mahā-gajāḥ
große Elefanten

yātudhānyaś ca śataśaḥ śūla-hastā vivāsasaḥ / chindhi bhindhīti vādinyas tathā rakṣo-gaṇāḥ prabho

Und zu Hunderten kamen unbekleidete Hexen mit Dreizacken in den Händen, 'Zerschneide! Durchbohre!' rufend, ebenso Scharen von Rākṣasas, o Herr.

Wort für Wort
yātudhānyaḥ
dämonische Frauen (Hexen)
ca
und
śataśaḥ
zu Hunderten
śūla-hastāḥ
mit Dreizacken in den Händen
vivāsasaḥ
unbekleidet
chindhi
zerschneide!
bhindhi
durchbohre!
iti
so
vādinyaḥ
rufend
tathā
ebenso
rakṣaḥ-gaṇāḥ
Scharen von Rākṣasas
prabho
o Herr

tato mahā-ghanā vyomni gambhīra-paruṣa-svanāḥ / aṅgārān mumucur vātair āhatāḥ stanayitnavaḥ

Darauf entluden gewaltige Wolken am Himmel, von Winden gepeitscht, unter tiefem, rauem Donnergrollen glühende Kohlen.

Wort für Wort
tataḥ
darauf
mahā-ghanāḥ
gewaltige Wolken
vyomni
am Himmel
gambhīra-paruṣa-svanāḥ
mit tiefem, rauem Grollen
aṅgārān
glühende Kohlen
mumucuḥ
sie entließen, ließen fallen
vātaiḥ
von Winden
āhatāḥ
gepeitscht
stanayitnavaḥ
donnernd

sṛṣṭo daityena sumahān vahniḥ śvasana-sārathiḥ / sāṁvartaka ivātyugro vibudha-dhvajinīm adhāk

Ein überaus gewaltiges, vom Wind angetriebenes Feuer, vom Dämon entfacht, überaus furchtbar wie das Weltvernichtungsfeuer Sāṁvartaka, verbrannte das Heer der Götter.

Wort für Wort
sṛṣṭaḥ
erzeugt, entfacht
daityena
vom Dämon
su-mahān
überaus gewaltig
vahniḥ
ein Feuer
śvasana-sārathiḥ
vom Wind angetrieben (mit dem Wind als Wagenlenker)
sāṁvartakaḥ
das Weltvernichtungsfeuer Sāṁvartaka
iva
wie
ati-ugraḥ
überaus furchtbar
vibudha-dhvajinīm
das Heer der Götter
adhāk
verbrannte

tataḥ samudra udvelaḥ sarvataḥ pratyadṛśyata / pracaṇḍa-vātair uddhūta-taraṅgāvarta-bhīṣaṇaḥ

Darauf zeigte sich überallhin der Ozean, über seine Ufer tretend, furchterregend durch die von heftigen Winden aufgewühlten Wellen und Strudel.

Wort für Wort
tataḥ
darauf
samudraḥ
der Ozean
udvelaḥ
über die Ufer tretend
sarvataḥ
überallhin
pratyadṛśyata
er zeigte sich
pracaṇḍa-vātaiḥ
durch heftige Winde
uddhūta
aufgewühlt
taraṅga-āvarta
Wellen und Strudel
bhīṣaṇaḥ
furchterregend

evaṁ daityair mahā-māyair alakṣya-gatibhī raṇe / sṛjyamānāsu māyāsu viṣeduḥ sura-sainikāḥ

So verzagten die Soldaten der Götter angesichts der Zauberwerke, die von den großen, in ihrer Bewegung unsichtbaren Zauberkundigen der Dämonen in der Schlacht erzeugt wurden.

Wort für Wort
evam
so
daityaiḥ
von den Dämonen
mahā-māyaiḥ
großen Zauberkundigen
alakṣya-gatibhiḥ
deren Bewegung unsichtbar war
raṇe
in der Schlacht
sṛjyamānāsu
die erzeugt wurden
māyāsu
die Zauberwerke, Illusionen
viṣeduḥ
sie verzagten, wurden mutlos
sura-sainikāḥ
die Soldaten der Götter

na tat-pratividhiṁ yatra vidur indrādayo nṛpa / dhyātaḥ prādurabhūt tatra bhagavān viśva-bhāvanaḥ

Als Indra und die anderen kein Gegenmittel dafür kannten, o König, erschien dort, kaum dass sie an ihn dachten, der Erhabene Herr, der Schöpfer des Universums.

Wort für Wort
na
nicht
tat-pratividhim
das Gegenmittel dazu
yatra
worin, wobei
viduḥ
sie wussten, kannten
indra-ādayaḥ
Indra und die anderen
nṛpa
o König
dhyātaḥ
angerufen, gedacht (an ihn)
prādurabhūt
er erschien
tatra
dort
bhagavān
der Erhabene Herr
viśva-bhāvanaḥ
der Schöpfer des Universums

tataḥ suparṇāṁsa-kṛtāṅghri-pallavaḥ piśaṅga-vāsā nava-kañja-locanaḥ / adṛśyatāṣṭāyudha-bāhur ullasac chrī-kaustubhānarghya-kirīṭa-kuṇḍalaḥ

Darauf wurde Er sichtbar, dessen zarte Füße auf Garuḍas Schultern ruhten, in gelbe Gewänder gekleidet, mit Augen wie frisch erblühte Lotusblüten, mit acht waffentragenden Armen, geschmückt mit dem strahlenden, unschätzbar wertvollen Kaustubha-Juwel sowie Helm und Ohrringen.

Wort für Wort
tataḥ
darauf
suparṇa-aṁsa-kṛta-aṅghri-pallavaḥ
dessen zarte Füße auf Garuḍas Schultern ruhten
piśaṅga-vāsāḥ
in gelbe Gewänder gekleidet
nava-kañja-locanaḥ
mit Augen wie frisch erblühte Lotusblüten
adṛśyata
er wurde sichtbar
aṣṭa-āyudha-bāhuḥ
mit acht waffentragenden Armen
ullasat
erstrahlend
śrī-kaustubha
mit Śrī und dem Kaustubha-Juwel
anarghya
unschätzbar wertvoll
kirīṭa-kuṇḍalaḥ
mit Helm und Ohrringen

tasmin praviṣṭe 'sura-kūṭa-karmajā māyā vineśur mahinā mahīyasaḥ / svapno yathā hi pratibodha āgate hari-smṛtiḥ sarva-vipad-vimokṣaṇam

Als Er eintrat, verschwanden durch die Macht des Erhabenen die aus dem trügerischen Tun der Dämonen entstandenen Illusionen – wie ein Traum beim Erwachen; denn fürwahr, die Erinnerung an Hari befreit von jeglicher Gefahr.

Wort für Wort
tasmin
als Er
praviṣṭe
eingetreten war
asura-kūṭa-karma-jā
aus dem trügerischen Tun der Dämonen entstanden
māyā
die Illusion(en)
vineśuḥ
sie verschwanden, wurden zunichte
mahinā
durch die Macht
mahīyasaḥ
des Größten
svapnaḥ
ein Traum
yathā
wie
hi
fürwahr
pratibodhe āgate
wenn das Erwachen eingetreten ist
hari-smṛtiḥ
die Erinnerung an Hari
sarva-vipad-vimokṣaṇam
die Befreiung von jeglicher Gefahr

dṛṣṭvā mṛdhe garuḍa-vāham ibhāri-vāha āvidhya śūlam ahinod atha kālanemiḥ / tal līlayā garuḍa-mūrdhni patad gṛhītvā tenāhanan nṛpa savāham ariṁ tryadhīśaḥ

Als Kālanemi, der auf einem Löwen ritt, im Kampf den auf Garuḍa Reitenden erblickte, schwang er seinen Dreizack und schleuderte ihn; doch der Herr der drei Welten ergriff ihn mühelos, als er auf Garuḍas Haupt niederfiel, und tötete mit demselben Dreizack, o König, den Feind samt seinem Reittier.

Wort für Wort
dṛṣṭvā
sehend
mṛdhe
im Kampf
garuḍa-vāham
den auf Garuḍa Reitenden
ibhāri-vāhaḥ
der auf einem Löwen Reitende
āvidhya
schwingend
śūlam
den Dreizack
ahinot
er schleuderte
atha
darauf
kālanemiḥ
Kālanemi
tat
jenen (Dreizack)
līlayā
mühelos, spielerisch
garuḍa-mūrdhni
auf Garuḍas Haupt
patat
herabfallend
gṛhītvā
ergreifend
tena
mit ihm (demselben Dreizack)
ahanat
er tötete
nṛpa
o König
sa-vāham
samt seinem Reittier
arim
den Feind
tri-adhīśaḥ
der Herr der drei Welten

mālī sumāly atibalau yudhi petatur yac-cakreṇa kṛtta-śirasāv atha mālyavāṁs tam / āhatya tigma-gadayāhanad aṇḍajendraṁ tāvac chiro 'cchinad arer nadato 'riṇādyaḥ

Mālī und Sumālī, die beiden überaus Starken, fielen im Kampf, ihre Häupter von Seinem Diskus abgetrennt; darauf griff Mālyavān Ihn an und schlug mit einer schweren Keule Garuḍa, den König der Vogelgeborenen – doch sogleich trennte der Uranfängliche mit Seinem Diskus das Haupt des brüllenden Feindes ab.

Wort für Wort
mālī sumālī
Mālī und Sumālī
atibalau
die beiden überaus Starken
yudhi
im Kampf
petatuḥ
sie fielen
yat-cakreṇa
durch dessen Diskus
kṛtta-śirasau
deren Häupter abgetrennt wurden
atha
darauf
mālyavān
Mālyavān
tam
Ihn
āhatya
angreifend
tigma-gadayā
mit einer schweren Keule
ahanat
er schlug
aṇḍaja-indram
Garuḍa, den König der Vogelgeborenen
tāvat
sogleich
śiraḥ
das Haupt
acchinat
er trennte ab
areḥ
des Feindes
nadataḥ
der brüllte
ariṇā
mit dem Diskus
ādyaḥ
der Uranfängliche

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