Śrī Śuka sprach: So erlangten die Dānavas und Daityas den Nektar nicht, o König, obwohl sie sich vereint und angestrengt um das Werk bemühten – denn sie waren Vāsudeva abgewandt.
Nachdem Er den Nektar bereitet und Seine eigenen Götter davon hatte trinken lassen, entfernte sich, vor den Augen aller Wesen, der auf Garuḍa Reitende, o König.
Als die Söhne der Diti den höchsten Wohlstand ihrer Rivalen erblickten, konnten sie das nicht ertragen und stürmten mit erhobenen Waffen auf die Götter los.
Dort, am Ufer des Milchozeans, entbrannte, o König, die höchst furchtbare, tosende und haarsträubende Schlacht, die als 'die zwischen Göttern und Dämonen' bekannt ist.
Ein gewaltiges Getöse entstand von Muschelhörnern, Trompeten, Trommeln, Kesselpauken und kleinen Handtrommeln sowie vom Lärm der Elefanten, Pferde, Wagenkämpfer und Fußsoldaten.
rathino rathibhis tatra pattibhiḥ saha pattayaḥ / hayā hayair ibhāś cebhaiḥ samasajjanta saṁyuge
Dort prallten Wagenkämpfer mit Wagenkämpfern, Fußsoldaten mit Fußsoldaten, Pferde mit Pferden und Elefanten mit Elefanten in der Schlacht aufeinander.
Wort für Wort
rathinaḥ
Wagenkämpfer
rathibhiḥ
mit Wagenkämpfern
tatra
dort
pattibhiḥ
mit Fußsoldaten
saha
zusammen mit
pattayaḥ
Fußsoldaten
hayāḥ
Pferde
hayaiḥ
mit Pferden
ibhāḥ
Elefanten
ca
und
ibhaiḥ
mit Elefanten
samasajjanta
sie prallten aufeinander, verwickelten sich
saṁyuge
in der Schlacht
[Anm.: vedabase.io blockierte diese Einzelvers-URL dauerhaft (HTTP 429); Sanskrit-Text daher aus der lokalen GRETIL-Quelldatei (bhp_08u.htm, BhP_08.10.008) entnommen und mit den erfolgreich abgerufenen Nachbarversen (7, 9) kreuzgeprüft; deutsche Übersetzung und wfw-Gloss eigenständig erarbeitet.]
Andere ritten auf Lebewesen aus Wasser, Land und Luft mit ungewöhnlichen Gestalten, und so zogen sie, o König, Reihe um Reihe an die Spitze der beiden Heere.
Mit bunt bemalten Fahnentüchern, o König, mit reinweißen Sonnenschirmen, mit sehr kostbaren, diamantenbesetzten Stäben, mit Fächern und Pfauenfederwedeln –
Wort für Wort
citra-dhvaja-paṭaiḥ
mit bunt bemalten Fahnentüchern
rājan
o König
ātapatraiḥ
mit Sonnenschirmen
sita-amalaiḥ
reinweißen
mahā-dhanaiḥ
sehr kostbaren
vajra-daṇḍaiḥ
mit diamantenbesetzten Stäben
vyajanaiḥ
mit Fächern
bārha-cāmaraiḥ
mit Pfauenfederwedeln
Satz (ein zusammenhängender Vergleich) setzt sich fort in Vers 14–15.
– mit im Wind flatternden Turbanenden, mit dem Glanz von Rüstungen und Schmuckstücken, mit funkelnden, blanken Waffen, ganz den Strahlen der Sonne gleich –
Wort für Wort
vāta-uddhūta
vom Wind aufgewirbelt, flatternd
uttara-uṣṇīṣaiḥ
mit den oberen Turbanenden
arcirbhiḥ
mit dem Glanz
varma-bhūṣaṇaiḥ
von Rüstungen und Schmuckstücken
sphuradbhiḥ
funkelnd
viśadaiḥ
blank, hell
śastraiḥ
mit Waffen
sutarām
überaus, ganz besonders
sūrya-raśmibhiḥ
mit den Strahlen der Sonne
Fortsetzung des Satzes aus Vers 13, abgeschlossen in Vers 15.
Bali, der Sohn Virocanas, der Heerführer der Dämonen, [bestieg] in der Schlacht ein Fahrzeug namens Vaihāyasa, das nach Belieben flog und von Maya erschaffen worden war –
āsthitas tad vimānāgryaṁ sarvānīkādhipair vṛtaḥ / bāla-vyajana-chatrāgryai reje candra ivodaye
– auf jenem vorzüglichen Luftfahrzeug thronend, von allen Heerführern umgeben und mit den prächtigsten Wedeln, Fächern und Schirmen geschmückt, erstrahlte er wie der aufgehende Mond.
Wort für Wort
āsthitaḥ
darauf sitzend, thronend
tat
jenes
vimāna-agryam
vorzügliche Luftfahrzeug
sarva-anīka-adhipaiḥ
von allen Heerführern
vṛtaḥ
umgeben
bāla-vyajana-chatra-agryaiḥ
mit den vorzüglichsten Wedeln, Fächern und Schirmen
– sie alle, die keinen Anteil am Soma erlangt, sondern nur an der Mühsal teilgehabt hatten, bezwangen vielfach die Unsterblichen an der Spitze der Schlacht.
Löwengebrüll ausstoßend, bliesen sie mit gewaltigem Klang die Muschelhörner; und als Indra, der Bezwinger Balas, seine übermütig gewordenen Rivalen sah, wurde er heftig zornig.
Auf Airāvata reitend, den Elefanten der Himmelsrichtungen, erstrahlte der Selbstherrscher Indra, wie die Sonne über dem quellenreichen Sonnenaufgangsberg.
Um ihn herum standen ringsum die Götter mit ihren verschiedenen Reittieren, Bannern und Waffen: die Weltenhüter, samt ihren Scharen, Vāyu, Agni, Varuṇa und andere.
Der Mondgott [kämpfte] mit Rāhu, und ebenso kämpfte Anila, der Windgott, mit Puloma; gegen Niśumbha und Śumbha [kämpfte] die kraftvolle Göttin Bhadrakālī.
maruto nivātakavacaiḥ kāleyair vasavo 'marāḥ / viśvedevās tu paulomai rudrāḥ krodhavaśaiḥ saha
Die Maruts [kämpften] mit den Nivātakavacas, die unsterblichen Vasus mit den Kāleyas, die Viśvedevas aber mit den Paulomas, und die Rudras samt den Krodhavaśas.
ta evam ājāv asurāḥ surendrā dvandvena saṁhatya ca yudhyamānāḥ / anyonyam āsādya nijaghnur ojasā jigīṣavas tīkṣṇa-śarāsi-tomaraiḥ
So kämpften die Dämonen und die Götterfürsten auf dem Schlachtfeld, paarweise zusammengeschlossen, und griffen einander an; siegesbegierig erschlugen sie sich gegenseitig mit Kraft, mit scharfen Pfeilen, Schwertern und Lanzen.
bhuśuṇḍibhiś cakra-gadarṣṭi-paṭṭiśaiḥ śakty-ulmukaiḥ prāsa-paraśvadhair api / nistriṁśa-bhallaiḥ parighaiḥ samudgaraiḥ sabhindipālaiś ca śirāṁsi cicchiduḥ
Mit Bhuśuṇḍi-Waffen, Diskusen, Keulen, Ṛṣṭi-Speeren, Paṭṭiśa-Waffen, Śakti-Wurfspeeren, Feuerbränden, Prāsa-Lanzen und Streitäxten, auch mit Schwertern, Bhalla-Pfeilen, eisenbeschlagenen Stangen, Hämmern und Wurfspießen hieben sie einander die Häupter ab.
Elefanten, Pferde samt Wagen, Fußsoldaten samt Reitern und Trägern wurden auf mannigfache Weise zerschlagen – mit abgehauenen Armen, Schenkeln, Hälsen und Füßen, mit zerschnittenen Bannern, Bögen, Rüstungen und Schmuckstücken.
Von den Fußtritten und Wagenrädern zu Staub zermahlen, stieg vom Schlachtfeld ein gewaltiger Staub auf, der die Himmelsrichtungen, den Luftraum und die Sonne verhüllte; doch er legte sich wieder, weil der Boden von Blutströmen durchtränkt und überflutet war.
Übersät mit Häuptern, denen Helme und Ohrringe entfallen waren, mit zornstarrenden Augen und zerbissenen Lippen, mit gewaltigen Armen samt Schmuckstücken und Waffen sowie mit Schenkeln, die den Rüsseln von Elefanten glichen, bot das Schlachtfeld diesen Anblick.
kabandhās tatra cotpetuḥ patita-sva-śiro-'kṣibhiḥ / udyatāyudha-dordaṇḍair ādhāvanto bhaṭān mṛdhe
Und dort erhoben sich kopflose Rümpfe – während ihre eigenen abgefallenen Häupter mit den Augen zusahen – mit erhobenen, waffentragenden Armen, und stürmten im Kampf auf die Krieger los.
Wort für Wort
kabandhāḥ
kopflose Rümpfe
tatra
dort
ca
und
utpetuḥ
sie erhoben sich, sprangen auf
patita-sva-śiraḥ-akṣibhiḥ
mit ihren eigenen, herabgefallenen Häuptern und Augen
Indra, rasch im Angriff, zerschnitt jene heranfliegenden Pfeile mit ebenso vielen scharfen Bhalla-Pfeilen, noch ehe sie ihn erreichten – wie im Scherz.
Als er Indras höchst meisterhafte Tat sah, ergriff der unduldsame [Bali] die Śakti-Waffe, doch Indra zerschlug jene lodernde, einem großen Feuerbrand gleichende Waffe, noch während sie in seiner Hand war.
tataḥ śūlaṁ tataḥ prāsaṁ tatas tomaram ṛṣṭayaḥ / yad yac chastraṁ samādadyāt sarvaṁ tad acchinad vibhuḥ
Darauf den Speer, darauf die Prāsa-Lanze, darauf die Tomara-Lanze und die Ṛṣṭi-Speere – welche Waffe auch immer [Bali] ergriff, jede einzelne zerschlug der mächtige [Indra].
tato nipetus taravo dahyamānā davāgninā / śilāḥ saṭaṅka-śikharāś cūrṇayantyo dviṣad-balam
Von jenem Berg stürzten brennende, vom Waldbrand erfasste Bäume herab, sowie Felsen mit meißelscharfen Spitzen, die die feindliche Streitmacht zermalmten.
Ein überaus gewaltiges, vom Wind angetriebenes Feuer, vom Dämon entfacht, überaus furchtbar wie das Weltvernichtungsfeuer Sāṁvartaka, verbrannte das Heer der Götter.
Wort für Wort
sṛṣṭaḥ
erzeugt, entfacht
daityena
vom Dämon
su-mahān
überaus gewaltig
vahniḥ
ein Feuer
śvasana-sārathiḥ
vom Wind angetrieben (mit dem Wind als Wagenlenker)
So verzagten die Soldaten der Götter angesichts der Zauberwerke, die von den großen, in ihrer Bewegung unsichtbaren Zauberkundigen der Dämonen in der Schlacht erzeugt wurden.
na tat-pratividhiṁ yatra vidur indrādayo nṛpa / dhyātaḥ prādurabhūt tatra bhagavān viśva-bhāvanaḥ
Als Indra und die anderen kein Gegenmittel dafür kannten, o König, erschien dort, kaum dass sie an ihn dachten, der Erhabene Herr, der Schöpfer des Universums.
Darauf wurde Er sichtbar, dessen zarte Füße auf Garuḍas Schultern ruhten, in gelbe Gewänder gekleidet, mit Augen wie frisch erblühte Lotusblüten, mit acht waffentragenden Armen, geschmückt mit dem strahlenden, unschätzbar wertvollen Kaustubha-Juwel sowie Helm und Ohrringen.
Als Er eintrat, verschwanden durch die Macht des Erhabenen die aus dem trügerischen Tun der Dämonen entstandenen Illusionen – wie ein Traum beim Erwachen; denn fürwahr, die Erinnerung an Hari befreit von jeglicher Gefahr.
Als Kālanemi, der auf einem Löwen ritt, im Kampf den auf Garuḍa Reitenden erblickte, schwang er seinen Dreizack und schleuderte ihn; doch der Herr der drei Welten ergriff ihn mühelos, als er auf Garuḍas Haupt niederfiel, und tötete mit demselben Dreizack, o König, den Feind samt seinem Reittier.
Mālī und Sumālī, die beiden überaus Starken, fielen im Kampf, ihre Häupter von Seinem Diskus abgetrennt; darauf griff Mālyavān Ihn an und schlug mit einer schweren Keule Garuḍa, den König der Vogelgeborenen – doch sogleich trennte der Uranfängliche mit Seinem Diskus das Haupt des brüllenden Feindes ab.