Übersetzt nach dem Sanskrit-Grundtext der GRETIL-Ausgabe (bhp_09u.htm, Verse BhP_09.09.001–047), da vedabase.io während der Bearbeitung durchgehend mit HTTP 429 (Rate Limit) blockiert war. Wort-für-Wort-Gliederung und deutsche Übersetzung wurden eigenständig aus dem Sanskrit erarbeitet.
śrīśuka uvāca
aṃśumāṃś ca tapas tepe gaṅgā-nayana-kāmyayā
kālaṃ mahāntaṃ nāśaknot tataḥ kālena saṃsthitaḥ
Śrī Śuka sprach: Auch Aṃśumān übte Askese, im Verlangen, die Gaṅgā herabzuführen; lange Zeit hindurch vermochte er es nicht, dann kam er durch die Zeit [den Tod] zu seinem Ende.
dilīpas tat-sutas tadvad aśaktaḥ kālam eyivān
bhagīrathas tasya sutas tepe sa sumahat tapaḥ
Dilīpa, dessen Sohn, war ebenso unfähig [es zu vollbringen] und ging [gleichfalls] zur Zeit [des Todes] ein; Bhagīratha, dessen [Dilīpas] Sohn, übte gewaltige Askese.
Die Göttin [Gaṅgā] erschien ihm, gnädig gestimmt: „Ich bin [bereit], dir einen Segen zu gewähren.“ So angesprochen, trug der König, sich verneigend, sein eigenes Anliegen vor.
ko 'pi dhārayitā vegaṃ patantyā me mahī-tale
anyathā bhū-talaṃ bhittvā nṛpa yāsye rasātalam
[Gaṅgā sprach:] „Wer wird die Wucht meines Falles auf die Erdoberfläche auffangen können? Sonst, o König, werde ich die Erdoberfläche durchbrechen und in die Unterwelt hinabsinken.“
Wort für Wort
kaḥ api
wer irgend
dhārayitā
wird auffangen können
vegam
die Wucht
patantyāḥ me
von mir, die ich herabfalle
mahī-tale
auf der Erdoberfläche
anyathā
andernfalls
bhū-talaṃ bhittvā
die Erdoberfläche durchbrechend
nṛpa
o König
yāsye
werde ich gehen
rasātalam
in die Unterwelt (Rasātala)
Kein eigener Sprecherwechsel-Vermerk im Quelltext; inhaltlich handelt es sich um die fortgesetzte Rede der Gaṅgā (1. Person „me/aham“ passt nicht zum König).
kiṃ cāhaṃ na bhuvaṃ yāsye narā mayy āmṛjanty agham
mṛjāmi tad aghaṃ kvāhaṃ rājaṃs tatra vicintyatām
„Und auch werde ich nicht zur Erde herabsteigen, denn die Menschen waschen ihre Sünde an mir ab; wohin soll ich dann jene Sünde [selbst] abwaschen, o König? Das möge bedacht werden.“
śrībhagīratha uvāca
sādhavo nyāsinaḥ śāntā brahmiṣṭhā loka-pāvanāḥ
haranty aghaṃ te 'ṅga-saṅgāt teṣv āste hy agha-bhid dhariḥ
Śrī Bhagīratha sprach: „Die Frommen, die Entsagten, die Friedvollen, die in Brahman Gegründeten, die Reiniger der Welt – sie nehmen deine Sünde fort durch die Berührung [deines] Wesens; denn in ihnen weilt Hari, der Sündenzerstörer.“
dhārayiṣyati te vegaṃ rudras tv ātmā śarīriṇām
yasminn otam idaṃ protaṃ viśvaṃ śāṭīva tantuṣu
„Rudra aber, die Seele aller verkörperten Wesen, wird deine Wucht auffangen – er, in dem dieses Universum längs- und quergewoben ist, wie ein Gewand in seinen Fäden.“
„So sei es“ – [damit] willigte Śiva, der allen Welten Wohltuende, in das vom König Geäußerte ein und trug achtsam die Gaṅgā, deren Wasser durch die Füße Haris geheiligt ist.
bhagīrathaḥ sa rājarṣir ninye bhuvana-pāvanīm
yatra sva-pitṝṇāṃ dehā bhasmī-bhūtāḥ sma śerate
Jener königliche Weise Bhagīratha führte sie, die Reinigerin des Universums, dorthin, wo die zu Asche gewordenen Leiber seiner eigenen Vorväter lagen.
Wort für Wort
bhagīrathaḥ
Bhagīratha
sa rāja-ṛṣiḥ
jener königliche Weise
ninye
führte
bhuvana-pāvanīm
die Reinigerin des Universums [Gaṅgā]
yatra
wohin, wo
sva-pitṝṇām
seiner eigenen Vorväter
dehāḥ
die Leiber
bhasmī-bhūtāḥ
zu Asche geworden
sma śerate
lagen dort
[Anm.: GRETIL liest an dieser Stelle fehlerhaft „svapit-ṇāṃ“ (offenbar durch Verlust des vokalischen ṝ im Digitalisat); rekonstruiert als „sva-pitṝṇāṃ“ („seiner eigenen Vorväter“), was Metrik und Sinn erfordern.]
yaj-jala-sparśa-mātreṇa brahma-daṇḍa-hatā api
sagarātmajā divaṃ jagmuḥ kevalaṃ deha-bhasmabhiḥ
Durch die bloße Berührung mit deren [der Gaṅgā] Wasser gelangten die Söhne Sagaras, obwohl vom Brahma-Fluch getötet, in den Himmel – [obgleich von ihnen] nur die Asche ihrer Leiber [übrig war].
bhasmī-bhūtāṅga-saṅgena svar-yātāḥ sagarātmajāḥ
kiṃ punaḥ śraddhayā devīṃ sevante ye dhṛta-vratāḥ
Durch die Berührung mit ihren zu Asche gewordenen Leibern gelangten die Söhne Sagaras zum Himmel – wie viel mehr [erlangen ihn] jene, die mit Glauben und festem Gelübde der Göttin [Gaṅgā] dienen?
na hy etat paramāścaryaṃ svardhunyā yad ihoditam
ananta-caraṇāmbhoja-prasūtāyā bhava-cchidaḥ
Dies, was hier von der Himmelsflussgöttin [Gaṅgā] berichtet wurde – ihr, die aus dem Lotosfuß Anantas [Viṣṇus] entsprungen ist und das [Rad des] weltlichen Daseins durchtrennt –, ist wahrlich kein sonderliches Wunder.
Indem die reinen Weisen den Geist voll Vertrauen auf sie richteten, gaben sie die schwer aufzugebende Wirkung der drei Erscheinungsweisen [der Natur] auf und gelangten sogleich zur Wesenseinheit mit ihr.
ṛtūparṇo nalasakho yo 'śvavidyām ayān nalāt
dattvākṣa-hṛdayaṃ cāsmai sarva-kāmas tu tat-sutaḥ
Von ihm [Ayutāyus stammte] Ṛtuparṇa, der Freund Nalas, der von Nala die Wissenschaft der Pferde erlangte und ihm dafür das Geheimnis des Würfelspiels gab; Sarvakāma aber war dessen [Ṛtuparṇas] Sohn.
Wort für Wort
ṛtūparṇaḥ
Ṛtuparṇa
nala-sakhaḥ
der Freund Nalas
yaḥ aśva-vidyām
der die Pferdewissenschaft
ayāt nalāt
von Nala erlangte
dattvā
gebend
akṣa-hṛdayam
das Geheimnis des Würfelspiels
ca asmai
und ihm
sarva-kāmaḥ tu
Sarvakāma aber
tat-sutaḥ
[war] dessen Sohn
[Anm.: GRETIL liest „tat-sutam“ (Akkusativ), was grammatisch nicht zum Kontext passt; nach Metrik und Sinn als Nominativ „tat-sutaḥ“ rekonstruiert.]
Von ihm [Sarvakāma] stammte Sudāsa, sein Sohn, der König [und] Gemahl der Madayantī, den man auch Mitrasaha nennt und bisweilen auch „Fleckfuß“ [Kalmāṣapāda]; durch den Fluch Vasiṣṭhas wurde er infolge seiner eigenen Tat zu einem Rākṣasa und blieb kinderlos.
Wort für Wort
tataḥ
von ihm, daraufhin
sudāsaḥ
Sudāsa
tat-putraḥ
dessen Sohn
damayantī-patiḥ
Gemahl der Madayantī
nṛpaḥ
der König
āhuḥ
man nennt
mitrasaham
Mitrasaha
yaṃ vai
den wahrlich
kalmāṣa-aṅghrim
„Fleckfuß“
uta kvacit
und mitunter
vasiṣṭha-śāpāt
durch den Fluch Vasiṣṭhas
rakṣaḥ abhūt
wurde er ein Rākṣasa
anapatyaḥ
kinderlos
sva-karmaṇā
durch seine eigene Tat
[Anm.: GRETIL liest hier „damayantī-patir“; in den folgenden Versen (24, 27, 36, 38) heißt die Gattin durchweg „Madayantī“ – vermutlich Schreibvariante/Verwechslung mit Damayantī, der Gattin Nalas, im Digitalisat. Als „Madayantī“ übersetzt.]
Śrī [Parīkṣit], der König, sprach: „Was war der Grund für den Fluch des Lehrers gegen den hochgesinnten Sohn Sudāsas? Dies möchten wir erfahren – man erzähle es, sofern es kein Geheimnis ist.“
śrīśuka uvāca
saudāso mṛgayāṃ kiñcic caran rakṣo jaghāna ha
mumoca bhrātaraṃ so 'tha gataḥ praticikīrṣayā
Śrī Śuka sprach: Saudāsa, einst auf der Jagd umherziehend, erschlug einen Rākṣasa; dessen Bruder entkam und ging darauf, zur Vergeltung entschlossen, fort.
Auf das Unheil des Königs sinnend, nahm er [der Rākṣasa] die Gestalt eines Kochs an und brachte, [Speise] zubereitend, dem speisen wollenden Lehrer [Vasiṣṭha] im Hause Menschenfleisch.
Als der erhabene [Vasiṣṭha] das ihm Vorgesetzte erblickte und es sogleich als unerlaubte Speise erkannte, verfluchte er zornig den König: „Fürwahr, so wirst du ein Rākṣasa werden!“
rakṣaḥ-kṛtaṃ tad viditvā cakre dvādaśa-vārṣikam
so 'py apo 'ñjalim ādāya guruṃ śaptuṃ samudyataḥ
Als er erkannte, dass dies das Werk des Rākṣasa war, legte [Vasiṣṭha für sich selbst] eine Zwölfjahresfrist [der Buße] fest; jener [der König] aber war seinerseits, Wasser in der hohlen Hand ergreifend, bereit, den Lehrer zu verfluchen.
Wort für Wort
rakṣaḥ-kṛtam
vom Rākṣasa bewirkt
tat viditvā
dies erkennend
cakre
legte er fest
dvādaśa-vārṣikam
eine Zwölfjahresfrist
saḥ api
er aber auch
apaḥ añjalim ādāya
Wasser in hohler Hand nehmend
gurum śaptum
den Lehrer zu verfluchen
samudyataḥ
bereit, im Begriff
[Anm.: Die genaue Bezugsperson der „Zwölfjahresfrist“ ist im Sanskrit knapp gehalten; nach dem Kontext (Vers 37: „nach zwölf Jahren vom Fluch befreit“) bezieht sie sich auf die von Vasiṣṭha über den König verhängte Dauer des Rākṣasa-Fluchs.]
Von Madayantī daran gehindert, ließ er das leuchtende Wasser zu seinen Füßen fallen; der König sah [von da an] alle Himmelsrichtungen, den Himmel und die ganze Erde von Leben durchdrungen.
Er, in ein Rākṣasa-Wesen versetzt, an dessen Fuß Flecken erschienen waren, erblickte einst zur Zeit der [ehelichen] Vereinigung ein im Wald lebendes Brahmanenpaar.
Von Hunger gequält, ergriff er den Brahmanen; dessen Gattin sprach, als sei [ihr Gatte] noch unerfüllten Zieles: „Du bist nicht wirklich ein Rākṣasa, [sondern] der große Streitwagenkämpfer der Ikṣvākus.“
„O Held, Gemahl der Madayantī, es geziemt dir nicht, Unrecht zu tun! Gib mir, die ich nach Nachkommenschaft verlange, meinen [sein Ziel] noch nicht erreichten Gatten, den Brahmanen, zurück.“
Wort für Wort
madayantyāḥ patiḥ
Gemahl der Madayantī
vīra
o Held
na adharmaṃ kartum arhasi
es geziemt dir nicht, Unrecht zu tun
dehi me
gib mir
apatya-kāmāyāḥ
die ich Nachkommenschaft begehre
akṛtārthaṃ patiṃ dvijam
meinen noch nicht ans Ziel gelangten Gatten, den Brahmanen
„Dieser Menschenleib, o König, gewährt dem Menschen alle Ziele [des Lebens]; darum, o Held, wird das Töten dieses [Menschen] als das Töten aller [seiner] Lebensziele bezeichnet.“
„Denn dieser Brahmane ist gelehrt, mit den Eigenschaften der Askese und des guten Charakters ausgestattet, [und] im Begriff, das Brahman zu verehren, das als der Höchste Purusa bezeichnet wird – der, obgleich er seinem Wesen nach die Seele aller Geschöpfe ist, in den Geschöpfen durch [die materiellen] Eigenschaften verborgen bleibt.“
Wort für Wort
eṣaḥ hi brāhmaṇaḥ
dieser Brahmane wahrlich
vidvān
gelehrt, weise
tapaḥ-śīla-guṇa-anvitaḥ
mit den Tugenden der Askese und des guten Charakters versehen
so 'yaṃ brahmarṣi-varyas te rājarṣi-pravarād vibho
katham arhati dharmajña vadhaṃ pitur ivātmajaḥ
„Dieser vortreffliche Brahmanenweise – wie könnte er, o Gebieter, o Kenner der Pflicht, von dir, dem vortrefflichsten der königlichen Weisen, den Tod verdienen, gleichwie ein Sohn [ihn nicht verdient] durch die Hand des Vaters?“
„Wie kannst du, der du unter den Guten geachtet bist, das Töten dieses Frommen, Sündlosen, [wie ein] Unschuldiger [zu Behandelnden], eines Verkünders des Brahman erwägen, so als wäre es das Töten einer Kuh?“
yady ayaṃ kriyate bhakṣyas tarhi māṃ khāda pūrvataḥ
na jīviṣye vinā yena kṣaṇaṃ ca mṛtakaṃ yathā
„Wenn dieser [Mann] zur Speise gemacht wird, dann verzehre zuerst mich! Ohne ihn werde ich nicht [weiter]leben können, nicht einmal einen Augenblick, einer Toten gleich.“
Obwohl sie so mitleiderregend sprach und wie eine Schutzlose wehklagte, verschlang Saudāsa, vom Fluch verblendet, [den Brahmanen] wie ein Tiger ein [wehrloses] Tier.
Als die Brahmanin ihren geliebten [Gatten] von dem Menschenfresser verzehrt sah, beklagte sie, [ihr eigenes Los] betrauernd, zornig geworden, wahrhaftig den Herrscher der Erde mit einem Fluch.
„Weil du, Sünder, mir, die ich nach [ehelicher] Vereinigung verlangte, den Gatten verzehrt hast, so ist auch dir, Unwissender, der Tod durch [eheliche] Vereinigung bestimmt.“
Nachdem sie so Mitrasaha verflucht hatte, warf sie, [ganz] der Welt ihres Gatten ergeben, dessen Gebeine in das lodernde Feuer und ging [selbst] dem Weg ihres Gatten [in den Tod] nach.
viśāpo dvādaśābdānte maithunāya samudyataḥ
vijñāpya brāhmaṇī-śāpaṃ mahiṣyā sa nivāritaḥ
Nach zwölf Jahren vom Fluch befreit, machte er sich zur [ehelichen] Vereinigung bereit; doch von seiner Hauptgemahlin, die ihm den Fluch der Brahmanin mitteilte, wurde er davon abgehalten.
ata ūrdhvaṃ sa tatyāja strī-sukhaṃ karmaṇāprajāḥ
vasiṣṭhas tad-anujñāto madayantyāṃ prajām adhāt
Von da an entsagte er, durch [sein früheres] Tun kinderlos, dem [ehelichen] Glück mit einer Frau; Vasiṣṭha, von ihm dazu ermächtigt, zeugte mit Madayantī Nachkommenschaft.
sā vai sapta samā garbham abibhran na vyajāyata
jaghne 'śmanodaraṃ tasyāḥ so 'śmakas tena kathyate
Sie trug wahrlich sieben Jahre lang die Leibesfrucht, ohne zu gebären; [schließlich] zerschlug sie ihren Leib mit einem Stein – deshalb wird er „Aśmaka“ [„der vom Stein“] genannt.
Von Aśmaka wurde ein Knabe geboren, der von Frauen beschützt wurde; er wurde „Nārīkavaca“ [„von Frauen beschirmt“] genannt und wurde, als [die Erde] frei von Kṣatriyas war, [zum König] Mūlaka.
tato daśarathas tasmāt putra aiḍaviḍis tataḥ
rājā viśvasaho yasya khaṭvāṅgaś cakravarty abhūt
Von ihm [stammte] Daśaratha; von diesem [entstand] als Sohn Aiḍaviḍi; von ihm [entstand] der König Viśvasaha, dessen [Sohn] Khaṭvāṅga zum Weltherrscher wurde.
Wort für Wort
tataḥ daśarathaḥ
von ihm entstand Daśaratha
tasmāt putraḥ aiḍaviḍiḥ
von diesem entstand als Sohn Aiḍaviḍi
tataḥ
von diesem
rājā viśvasahaḥ
der König Viśvasaha
yasya
dessen
khaṭvāṅgaḥ
Khaṭvāṅga
cakravartī abhūt
wurde Weltherrscher
[Anm.: Dieser Daśaratha ist nicht der spätere Vater Rāmas (dieser erscheint erst in Vers 41 des folgenden Kapitels 9.10 innerhalb der Raghu-Linie); Namensgleichheit ohne Identität.]
Er, von den Göttern gebeten, tötete im Kampf, unbezwingbar, die Daityas; als er erkannte, dass ihm nur noch ein Muhūrta Lebenszeit blieb, kehrte er in seine [himmlische] Stadt zurück und richtete seinen Geist [auf das Höchste].
na me brahma-kulāt prāṇāḥ kula-daivān na cātmajāḥ
na śriyo na mahī rājyaṃ na dārāś cātivallabhāḥ
„Weder ist mir das Leben, noch sind mir die Söhne – die man als Hausgottheit erachtet – lieber als das Geschlecht der Brahmanen; weder Reichtum, noch die Erde, das Königreich, noch die über alles geliebten Gattinnen [sind mir lieber als dieses].“
„Nicht einmal in der Kindheit fand mein Sinn je Gefallen am Unrecht; ich sah nie irgendetwas als [wahrhaft] wirklich an außer dem, der in erhabenen Versen gepriesen wird [Uttamaśloka, Viṣṇu].“
devaiḥ kāma-varo datto mahyaṃ tribhuvaneśvaraiḥ
na vṛṇe tam ahaṃ kāmaṃ bhūta-bhāvana-bhāvanaḥ
„Von den Göttern, den Herrschern der drei Welten, wurde mir ein Wunschgeschenk gewährt; [doch] ich, der ich auf den sinne, der das Werden aller Wesen bewirkt, begehre jenen Wunsch nicht.“
Wort für Wort
devaiḥ
von den Göttern
kāma-varaḥ dattaḥ
ein Wunschgeschenk wurde gegeben
mahyam
mir
tribhuvana-īśvaraiḥ
von den Herrschern der drei Welten
na vṛṇe
ich wähle, begehre nicht
tam ahaṃ kāmam
jenen Wunsch, ich
bhūta-bhāvana-bhāvanaḥ
der auf den sinnt, der das Werden der Geschöpfe bewirkt
ye vikṣiptendriya-dhiyo devās te sva-hṛdi sthitam
na vindanti priyaṃ śaśvad ātmānaṃ kim utāpare
„Die Götter [selbst], deren Sinne und Verstand zerstreut sind, finden nicht den geliebten, ewigen Selbst, der in ihrem eigenen Herzen weilt – um wie viel weniger andere [Wesen]?“
„Darum, die von Natur aus [in mir] tiefverwurzelte Anhaftung an die Erscheinungsweisen [der Natur], die von der Illusionsmacht des Herrn geschaffen und einer Gandharva-Stadt [einem Trugbild] gleich sind, aufgebend, ergebe ich mich ihm, dem Schöpfer des Universums, in liebender Hingabe.“
Wort für Wort
atha
darum, nun
īśa-māyā-raciteṣu guṇeṣu
in den von der Māyā des Herrn geschaffenen Erscheinungsweisen
saṅgam
die Anhaftung
gandharva-pura-upameṣu
die einer Gandharva-Stadt gleichen
rūḍham prakṛtyā ātmani
die von Natur aus im eigenen Selbst verwurzelt ist