Der Weise sprach: Wegen der Dreifachheit [der Erscheinungsweisen der Natur] des Handelnden sind, entsprechend dessen Geisteshaltung, die Wege des Karma verschiedenartig; sie alle entstehen nach dem Grade [der jeweiligen Eigenschaft] eines jeden.
Wort für Wort
ṛṣiḥ uvāca
der Weise sprach
tri-guṇatvāt
wegen der Dreifachheit der Erscheinungsweisen (Abl.Sg.)
Nun also: Ebenso ist, wegen der Verschiedenheit des Glaubens des Handelnden hinsichtlich dessen, was als verboten gekennzeichnet ist, [d.h.] der Sünde, die Frucht der Tat ungleichartig. Die Pfade, die als Umwandlung [dieser Sünde] gekennzeichnet sind und die, von denjenigen hervorgebracht, deren Begierden durch anfangslose Unwissenheit erzeugt wurden, zu Tausenden entstanden sind – diese werde ich ausführlich beschreiben.
Wort für Wort
atha idānīm
nun also, jetzt (Adv.)
pratiṣiddha-lakṣaṇasya
dessen, was durch das Verbotene gekennzeichnet ist (Gen.Sg., Bahuvrīhi)
adharmasya
des Unrechts, der Sünde (Gen.Sg.)
tathā eva
ebenso
kartuḥ
des Handelnden (Gen.Sg.)
śraddhāyāḥ
des Glaubens (Gen.Sg.)
vaisādṛśyāt
wegen der Verschiedenheit (Abl.Sg.)
karma-phalam
die Frucht der Tat (Nom.Sg.n.)
visadṛśam
ungleichartig (Nom.Sg.n.)
bhavati
ist, wird (3.Sg.)
yāḥ
welche (Nom.Pl.f., bez. auf sṛtayaḥ)
hi
fürwahr
anādi-avidyayā
durch die anfangslose Unwissenheit (Instr.Sg.)
kṛta-kāmānām
derer, deren Begierden erzeugt wurden (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
tat-pariṇāma-lakṣaṇāḥ
gekennzeichnet als deren Umwandlung (Nom.Pl.f., Bahuvrīhi)
Der König sprach: O Herr, sind die sogenannten Höllen besondere Orte, oder [liegen sie] außerhalb der drei Welten, oder etwa im Zwischenraum [innerhalb des Universums]?
ṛṣir uvāca
antarāla eva tri-jagatyās tu diśi dakṣiṇasyām adhastād bhūmer upariṣṭāc ca jalād yasyām agniṣvāttādayaḥ pitṛ-gaṇā diśi svānāṁ gotrāṇāṁ parameṇa samādhinā satyā evāśiṣa āśāsānā nivasanti.
Der Weise sprach: Eben im Zwischenraum der drei Welten, und zwar in südlicher Richtung, unterhalb der Erde und oberhalb des Wassers – dort, in welcher Richtung die Scharen der Ahnen, an deren Spitze die Agniṣvātta[-Ahnen] stehen, wohnen, indem sie durch höchste Versenkung für die eigenen Sippen wahrhaft erfüllende Segnungen erbitten.
Wort für Wort
ṛṣiḥ uvāca
der Weise sprach
antarāle
im Zwischenraum (Lok.Sg.)
eva
eben
tri-jagatyāḥ
der drei Welten (Gen.Sg.)
tu
aber, nun
diśi dakṣiṇasyām
in der südlichen Richtung (Lok.Sg.)
adhastāt bhūmeḥ
unterhalb der Erde (Abl.Sg.)
upariṣṭāt ca jalāt
und oberhalb des Wassers (Abl.Sg.)
yasyām
in welcher [Richtung] (Lok.Sg.f.)
agniṣvātta-ādayaḥ
die mit Agniṣvātta an der Spitze (Nom.Pl.)
pitṛ-gaṇāḥ
die Scharen der Ahnen (Nom.Pl.)
diśi
in [dieser] Richtung (Lok.Sg.)
svānām gotrāṇām
für die eigenen Sippen (Gen.Pl.)
parameṇa samādhinā
durch höchste Versenkung (Instr.Sg.)
satyāḥ
wahr, erfüllend (Nom.Pl.f.)
eva
gewiss
āśiṣaḥ
Segnungen, Wünsche (Akk.Pl.)
āśāsānāḥ
erbittend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
nivasanti
sie wohnen (3.Pl.)
Die Syntax ist stark elliptisch; das Prädikat zum Relativsatz 'yasyām ... nivasanti' bleibt implizit auf 'antarāle' bezogen.
Wo fürwahr der erhabene König der Ahnen, der Vaivasvata [Yama], wenn die verstorbenen Lebewesen von seinen eigenen Dienern in sein Reich gebracht worden sind, entsprechend ihrer Tat den Fehler [feststellend] – er, der den Befehl des Herrn niemals übertritt – mitsamt seiner Schar die Strafe verhängt.
Wort für Wort
yatra
wo (Adv.)
ha vāva
fürwahr
bhagavān
der Erhabene (Nom.Sg.)
pitṛ-rājaḥ
der König der Ahnen (Nom.Sg.)
vaivasvataḥ
der Sohn des Vivasvat (Nom.Sg.)
sva-viṣayam
in sein eigenes Reich (Akk.Sg.)
prāpiteṣu
nachdem gebracht worden (Lok.Pl., Part.Perf.Pass.Kaus.)
sva-puruṣaiḥ
durch seine eigenen Diener (Instr.Pl.)
jantuṣu
unter den Lebewesen (Lok.Pl.)
sampareteṣu
unter den Verstorbenen (Lok.Pl.)
yathā-karma-avadyam
dem Fehler entsprechend der Tat gemäß (Akk.Sg., Adv.)
doṣam
den Fehler, die Schuld (Akk.Sg.)
eva
eben
anullaṅghita-bhagavat-śāsanaḥ
dessen Befehl des Herrn nie übertreten wird (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
Dort zählen manche einundzwanzig Höllen; nun werden wir sie dir, o König, nach Namen, Gestalt und Merkmal der Reihe nach aufzählen: Tāmisra, Andhatāmisra, Raurava, Mahāraurava, Kumbhīpāka, Kālasūtra, Asipatravana, Sūkaramukha, Andhakūpa, Kṛmibhojana, Sandaṁśa, Taptasūrmi, Vajrakaṇṭaka-Śālmalī, Vaitaraṇī, Pūyoda, Prāṇarodha, Viśasana, Lālābhakṣa, Sārameyādana, Avīci, Ayaḥpāna – so [weit die einundzwanzig]; ferner Kṣārakardama, Rakṣogaṇabhojana, Śūlaprota, Daṇḍaśūka, Avaṭanirodhana, Paryāvartana, Sūcīmukha – so sind es achtundzwanzig Höllen, Stätten mannigfaltiger Qual.
Wort für Wort
tatra
dort
ha
fürwahr
eke
manche (Nom.Pl.)
narakān
die Höllen (Akk.Pl.)
eka-viṁśatim
einundzwanzig (Akk.)
gaṇayanti
zählen (3.Pl.)
atha
nun
tān
diese (Akk.Pl.)
te
dir (Dat.Sg.)
rājan
o König (Vok.Sg.)
nāma-rūpa-lakṣaṇataḥ
nach Namen, Gestalt und Merkmal (Abl./Adv.)
anukramiṣyāmaḥ
wir werden der Reihe nach aufzählen (1.Pl.Fut.)
tāmisraḥ ... sūcīmukham
die 28 Namen der Höllen (Nom.Sg. jeweils, Eigennamen)
iti
so
aṣṭā-viṁśatiḥ
achtundzwanzig (Nom.)
narakāḥ
Höllen (Nom.Pl.)
vividha-yātanā-bhūmayaḥ
Stätten mannigfaltiger Qual (Nom.Pl.)
Die Namen der 28 Höllen werden hier als Eigennamen unübersetzt gelassen; ihre wörtlichen Bedeutungen (z.B. 'Finsternis', 'sehr furchtbare Finsternis', 'sehr laut/grausam' usw.) treten in den Folgeversen jeweils im Kontext hervor.
tatra yas tu para-vittāpatya-kalatrāṇy apaharati sa hi kāla-pāśa-baddho yama-puruṣair ati-bhayānakais tāmisre narake balān nipātyate anaśanānudapāna-daṇḍa-tāḍana-santarjanādibhir yātanābhir yātyamāno jantur yatra kaśmalam āsādita ekadaiva mūrcchām upayāti tāmisra-prāye.
Wer davon aber das Vermögen, die Kinder und die Gattin eines anderen raubt, der wird, mit dem Strick der Zeit gebunden, von den überaus furchterregenden Männern Yamas mit Gewalt in die Hölle Tāmisra hinabgestürzt; dort, durch Qualen wie Hungern, Dürsten, Stockschläge und Drohungen gepeinigt, gerät das Lebewesen, nachdem es Elend erlangt hat, manchmal sogar in Ohnmacht – in jenem [Zustand], der fast gänzliche Finsternis ist.
Wort für Wort
tatra
dort, davon
yaḥ
wer (Nom.Sg.)
tu
aber
para-vitta-apatya-kalatrāṇi
das Vermögen, die Kinder und die Gattin eines anderen (Akk.Pl.)
apaharati
raubt (3.Sg.)
saḥ
der (Nom.Sg.)
hi
fürwahr
kāla-pāśa-baddhaḥ
gebunden mit dem Strick der Zeit (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
yama-puruṣaiḥ
durch die Männer Yamas (Instr.Pl.)
ati-bhayānakaiḥ
sehr furchterregende (Instr.Pl.)
tāmisre narake
in die Hölle Tāmisra (Lok., Zielangabe)
balāt
mit Gewalt (Abl.Sg.)
nipātyate
wird hinabgestürzt (3.Sg.Pass.)
anaśana-anudapāna-daṇḍa-tāḍana-santarjana-ādibhiḥ
durch Nichtessen, Nichttrinken von Wasser, Stockschläge, Züchtigung u.dgl. (Instr.Pl.)
yātanābhiḥ
durch Qualen (Instr.Pl.)
yātyamānaḥ
gequält werdend (Nom.Sg., Part.Präs.Pass.)
jantuḥ
das Lebewesen (Nom.Sg.)
yatra
wo
kaśmalam
Elend, Verwirrung (Akk.Sg.)
āsāditaḥ
erlangt habend (Nom.Sg., Part.Perf.Pass.)
ekadā
manchmal
eva
gerade
mūrcchām
Ohnmacht (Akk.Sg.)
upayāti
gerät (3.Sg.)
tāmisra-prāye
in [einem Zustand], der fast Finsternis ist (Lok.Sg.)
evam evāndhatāmisre yas tu vañcayitvā puruṣaṁ dārādīn upayuṅkte yatra śarīrī nipātyamāno yātanā-stho vedanayā naṣṭa-matir naṣṭa-dṛṣṭiś ca bhavati yathā vanaspatir vṛścyamāna-mūlas tasmād andhatāmisraṁ tam upadiśanti.
Ebenso [wird] in Andhatāmisra [gestürzt], wer, nachdem er einen Mann betrogen hat, sich dessen Gattin und [Kinder] aneignet: dort verliert der Verkörperte, hinabgestürzt und in der Qual befindlich, durch den Schmerz Verstand und Sehkraft, gleich einem Baum, dessen Wurzel abgehauen wird; deshalb nennen sie diese [Hölle] Andhatāmisra.
yas tv iha vā etad aham iti mamedam iti bhūta-droheṇa kevalaṁ sva-kuṭumbam evānudinaṁ prapuṣṇāti sa tad iha vihāya svayam eva tad-aśubhena raurave nipatati
Wer aber hier, [im Gedanken] 'dies bin ich' und 'dies ist mein', durch Feindschaft gegen [andere] Lebewesen ausschließlich seine eigene Familie Tag für Tag ernährt, der fällt, nachdem er dies hier zurückgelassen hat, durch die eigene Sünde selbst in [die Hölle] Raurava.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier, in diesem Leben
vā
oder
etat aham iti
"dies bin ich" (Gedanke)
mama idam iti
"dies ist mein" (Gedanke)
bhūta-droheṇa
durch Feindschaft gegen [andere] Lebewesen (Instr.Sg.)
ye tv iha yathaivāmunā vihiṁsitā jantavaḥ paratra yama-yātanām upagataṁ ta eva ruravo bhūtvā tathā tam eva vihiṁsanti tasmād rauravam ity āhū rurur iti sarpād ati-krūra-sattvasyāpadeśaḥ.
Diejenigen Lebewesen aber, die von diesem [Sünder] hier verletzt wurden, sie verletzen ihn dort, im Jenseits, wenn er zu Yamas Qual gelangt ist, in eben derselben Weise, nachdem sie zu Ruru[-Tieren] geworden sind; deshalb nennen sie [diese Hölle] Raurava – 'Ruru' ist die Bezeichnung für ein Wesen, das grausamer ist als eine Schlange.
Ebenso [ist] Mahāraurava, wo die Rurus, genannt Kravyāda [Fleischfresser], den hinabgestürzten Menschen um seines Fleisches willen töten, [wenn] er ausschließlich nur seinen [eigenen] Körper unterhielt.
yas tv iha vai ugraḥ paśūn pakṣiṇo vā prāṇata uparandhayati tam apakaruṇaṁ puruṣādair api vigarhitam amutra yamānucarāḥ kumbhīpāke tapta-taile uparandhayanti.
Wer aber hier grausam Tiere oder Vögel im lebendigen Zustand kocht, ihn, den Unbarmherzigen, der selbst von Menschenfressern verabscheut wird, kochen dort die Gefolgsleute Yamas in Kumbhīpāka in siedendem Öl.
yas tv iha brahma-dhruk sa kālasūtra-saṁjñake narake ayuta-yojana-parimaṇḍale tāmramaye tapta-khale upary-adhastād agny-arkābhyām ati-tapyamāne 'bhiniveśitaḥ kṣut-pipāsābhyāṁ ca dahyamānāntar-bahiḥ-śarīra āste śete ceṣṭate 'vatiṣṭhati paridhāvati ca yāvanti paśu-romāṇi tāvad varṣa-sahasrāṇi.
Wer aber hier ein Brahmanenfeind ist, der wird in der Hölle namens Kālasūtra – deren Umfang zehntausend Yojana [beträgt], die aus Kupfer besteht und deren glühender Boden von oben und unten durch Feuer und Sonne stark erhitzt wird – hineingesetzt; und, während sein Körper innen und außen von Hunger und Durst verbrannt wird, sitzt er, liegt, bewegt sich, steht und läuft umher – so viele tausend Jahre, wie ein Tier Haare hat.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
brahma-dhruk
ein Brahmanen-Feind/-Töter (Nom.Sg.)
saḥ
der
kālasūtra-saṁjñake narake
in der Hölle namens Kālasūtra (Lok.Sg.)
ayuta-yojana-parimaṇḍale
deren Umfang zehntausend Yojana [beträgt] (Lok.Sg., Bahuvrīhi)
tāmra-maye
aus Kupfer bestehend (Lok.Sg.)
tapta-khale
auf glühendem Boden (Lok.Sg.)
upari-adhastāt
von oben und von unten (Adv.)
agni-arkābhyām
durch Feuer und Sonne (Instr.Dual)
ati-tapyamāne
während [er] stark erhitzt wird (Lok.Sg., Part.Präs.Pass.)
abhiniveśitaḥ
hineingesetzt, eingelassen (Nom.Sg.)
kṣut-pipāsābhyām
durch Hunger und Durst (Instr.Dual)
ca
und
dahyamāna-antaḥ-bahiḥ-śarīraḥ
dessen Körper innen und außen verbrannt wird (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
yas tv iha vai nija-veda-pathād anāpady apagataḥ pākhaṇḍaṁ copagatas tam asi-patravanaṁ praveśya kaśayā praharanti tatra hāsāv itas tato dhāvamāna ubhayato dhārais tāla-vanāsi-patraiś chidyamāna-sarvāṅgo hā hato 'smīti paramayā vedanayā mūrcchitaḥ pade pade nipatati sva-dharmahā pākhaṇḍānugataṁ phalaṁ bhuṅkte.
Wer aber hier, ohne dass eine Notlage [bestünde], vom eigenen, im Veda [vorgeschriebenen] Pfad abgewichen und zu einer Irrlehre gelangt ist, ihn führen sie in den Wald mit den schwertartigen Blättern und schlagen ihn mit der Peitsche; dort, hierhin und dorthin laufend, mit sämtlichen Gliedern durch die beidseitig schneidenden, schwertartigen Palmblätter zerschnitten, ruft er 'ach, ich bin getötet!' und fällt, von höchstem Schmerz ohnmächtig geworden, bei jedem Schritt; der Zerstörer der eigenen [religiösen] Pflicht erleidet die der Irrlehre entsprechende Frucht.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
nija-veda-pathāt
vom eigenen, im Veda [vorgeschriebenen] Pfad (Abl.Sg.)
anāpadi
ohne dass eine Notlage [bestünde] (Lok.absol.)
apagataḥ
abgewichen (Nom.Sg.)
pākhaṇḍam
zu einer Irrlehre, Häresie (Akk.Sg.)
ca
und
upagataḥ
hingelangt (Nom.Sg.)
tam
ihn (Akk.Sg.)
asi-patravanam
in den Wald mit schwertartigen Blättern (Akk.Sg.)
praveśya
nachdem sie hineingeführt haben (Absolutiv, kausativ)
kaśayā
mit einer Peitsche (Instr.Sg.)
praharanti
schlagen (3.Pl.)
tatra
dort
ha
fürwahr
asau
jener (Nom.Sg.)
itaḥ tataḥ
hierhin und dorthin
dhāvamānaḥ
laufend (Nom.Sg., Part.Präs.)
ubhayataḥ dhāraiḥ
mit beidseitigen Schneiden (Instr.Pl.)
tāla-vana-asi-patraiḥ
durch die schwertartigen Blätter des Palmwaldes (Instr.Pl.)
chidyamāna-sarva-aṅgaḥ
dessen sämtliche Glieder zerschnitten werden (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
yaḥ tu iha vai rājā rāja-puruṣaḥ vā adaṇḍye daṇḍam praṇayati brāhmaṇe vā śarīra-daṇḍam saḥ pāpīyān narake amutra sūkaramukhe nipatati tatra ati-balaiḥ viniṣpiṣyamāṇa avayavaḥ yathā eva iha ikṣu-khaṇḍaḥ ārta-svareṇa svanayan kvacit mūrcchitaḥ kaśmalam upagataḥ yathā eva iha adṛṣṭa-doṣāḥ uparuddhāḥ
Wer aber hier, sei es ein König oder ein königlicher Beamter, gegen einen nicht zu Bestrafenden Strafe verhängt oder gegen einen Brahmanen Körperstrafe [verhängt], der, der überaus Sündige, fällt dort [im Jenseits] in die Hölle namens Sūkaramukha; dort, mit von den überaus starken [Dienern Yamas] zermalmten Gliedern, wie hier ein Stück Zuckerrohr, mit gequältem Laut schreiend, manchmal ohnmächtig und in Elend geraten – gerade wie hier [auf Erden] Schuldlose, die verhaftet wurden.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
rājā
ein König (Nom.Sg.)
rāja-puruṣaḥ
ein königlicher Beamter (Nom.Sg.)
vā
oder
adaṇḍye
gegen einen nicht zu Bestrafenden (Lok.Sg.)
daṇḍam
Strafe (Akk.Sg.)
praṇayati
verhängt (3.Sg.)
brāhmaṇe
gegen einen Brahmanen (Lok.Sg.)
vā
oder
śarīra-daṇḍam
Körperstrafe (Akk.Sg.)
saḥ
der
pāpīyān
der überaus Sündige (Nom.Sg.)
narake
in die Hölle (Lok.Sg., Ziel)
amutra
dort, im Jenseits
sūkaramukhe
namens Sūkaramukha (Lok.Sg.)
nipatati
fällt (3.Sg.)
tatra
dort
ati-balaiḥ
von den überaus starken [Dienern] (Instr.Pl.)
viniṣpiṣyamāṇa-avayavaḥ
dessen Glieder zermalmt werden (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
yas tv iha vai bhūtānām īśvaropakalpita-vṛttīnām avivikta-para-vyathānāṁ svayaṁ puruṣopakalpita-vṛttir vivikta-para-vyatho vyathām ācarati sa paratrāndhakūpe tad-abhidroheṇa nipatati tatra hāsau tair jantubhiḥ paśu-mṛga-pakṣi-sarīsṛpair maśaka-yūkā-matkuṇa-makṣikādibhir ye ke cābhidrugdhās taiḥ sarvato 'bhidruhyamānas tamasi vihata-nidrā-nirvṛtir alabdhāvasthānaḥ parikrāmati yathā kuśarīre jīvaḥ.
Wer aber hier, obwohl er selbst – dessen Lebensweise von Gott dem Menschen bestimmt wurde – den Schmerz anderer wohl unterscheiden kann, Lebewesen, deren Lebensweise vom Herrn [ihnen] bestimmt wurde [und] die den Schmerz anderer nicht unterscheiden können, Schmerz zufügt, der fällt im Jenseits durch eben jene Bosheit in [die Hölle] Andhakūpa; dort, fürwahr, von jenen Geschöpfen – Haustieren, Wildtieren, Vögeln, Kriechtieren, Mücken, Läusen, Wanzen, Fliegen und dergleichen –, welche auch immer [von ihm] misshandelt worden waren, von diesen nun von allen Seiten misshandelt, irrt er, dessen Schlaf und Ruhe in der Finsternis zerstört sind und der keinen [festen] Aufenthaltsort erlangt, umher, wie eine [verkörperte] Seele in einem niederen Körper.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
bhūtānām
der Lebewesen (Gen.Pl.)
īśvara-upakalpita-vṛttīnām
deren Lebensweise vom Herrn bestimmt wurde (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
avivikta-para-vyathānām
die den Schmerz anderer nicht unterscheiden können (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
svayam
selbst
puruṣa-upakalpita-vṛttiḥ
dessen Lebensweise vom [Höchsten] Menschen bestimmt wurde (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
vivikta-para-vyathaḥ
der den Schmerz anderer wohl unterscheiden kann (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
yas tv iha vā asaṁvibhajyāśnāti yat kiñcanopanatam anirmita-pañca-yajño vāyasa-saṁstutaḥ sa paratra kṛmibhojane narakādhame nipatati tatra śata-sahasra-yojane kṛmi-kuṇḍe kṛmi-bhūtaḥ svayaṁ kṛmibhir eva bhakṣyamāṇaḥ kṛmi-bhojano yāvat tad aprattāprahūtādo 'nirveśam ātmānaṁ yātayate.
Wer aber hier, ohne zu teilen, isst, was auch immer ihm dargeboten wurde, ohne die fünf [großen] Opfer vollzogen zu haben, [und] einem Raben gleicht, der fällt im Jenseits in die niedrigste Hölle, [genannt] Kṛmibhojana; dort, in dem hunderttausend Yojana [messenden] Wurmteich, selbst zu einem Wurm geworden, von [anderen] Würmern gefressen und selbst Würmer fressend, quält sich, wer ungeteilte, nicht dargebrachte [Speise] gegessen hat, ohne Sühne, so lange [wie der Teich währt].
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vā
oder
asaṁvibhajya
ohne zu teilen (Absolutiv)
aśnāti
isst (3.Sg.)
yat kiñcana
was auch immer (Akk.Sg.)
upanatam
dargeboten, erlangt (Akk.Sg.)
anirmita-pañca-yajñaḥ
der die fünf [großen] Opfer nicht vollzogen hat (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
vāyasa-saṁstutaḥ
mit einem Raben verglichen (Nom.Sg.)
saḥ
der
paratra
im Jenseits
kṛmibhojane
in Kṛmibhojana (Lok.Sg., Ziel)
naraka-adhame
in die niedrigste Hölle (Lok.Sg.)
nipatati
fällt (3.Sg.)
tatra
dort
śata-sahasra-yojane
der hunderttausend Yojana [misst] (Lok.Sg.)
kṛmi-kuṇḍe
im Wurmteich (Lok.Sg.)
kṛmi-bhūtaḥ
selbst zu einem Wurm geworden (Nom.Sg.)
svayam
selbst
kṛmibhiḥ
von [anderen] Würmern (Instr.Pl.)
eva
gerade
bhakṣyamāṇaḥ
gefressen werdend (Nom.Sg.)
kṛmi-bhojanaḥ
selbst Würmer fressend (Nom.Sg.)
yāvat tat
so lange wie das [reicht]
apratta-aprahūta-adaḥ
wer ungeteilte, nicht dargebrachte [Speise] isst (Nom.Sg.)
yas tv iha vai steyena balād vā hiraṇya-ratnādīni brāhmaṇasya vāpaharaty anyasya vānāpadi puruṣas tam amutra rājan yama-puruṣā ayasmayair agni-piṇḍaiḥ sandaṁśais tvaci niṣkuṣanti
Welcher Mensch aber hier durch Diebstahl oder mit Gewalt Gold, Edelsteine und dergleichen eines Brahmanen oder eines anderen raubt, ohne dass Not [bestünde], ihn, o König, reißen dort [im Jenseits] die Männer Yamas mit eisernen, feuerglühenden Klumpen [und] Zangen an der Haut ab.
Wer aber hier eine [ihm] nicht zugängliche Frau, oder eine Frau einen [ihr] nicht zugänglichen Mann aufsucht, jene beiden schlagen sie dort [im Jenseits] mit der Peitsche, und den Mann lassen sie ein glühendes, aus Eisen bestehendes [Frauen-]Bildnis umarmen, die Frau aber ein [ebensolches Bildnis] in Mannesgestalt.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vā
oder
agamyām
eine [ihm] nicht zugängliche, verbotene (Akk.Sg.f.)
yas tv iha vai sarvābhigamas tam amutra niraye vartamānaṁ vajrakaṇṭaka-śālmalīm āropya niṣkarṣanti
Wer aber hier wahllos [mit jedem, Mensch wie Tier] Verkehr sucht, ihn, wenn er sich dort in der Hölle befindet, lassen sie auf den Śālmalī[-Baum] mit den diamantharten Dornen hinaufsteigen und ziehen ihn [dann wieder] herab.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
sarva-abhigamaḥ
der zu allen geht [wahllosen Verkehr sucht] (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
tam
ihn (Akk.Sg.)
amutra
dort
niraye
in der Hölle (Lok.Sg.)
vartamānam
befindlich (Akk.Sg.)
vajra-kaṇṭaka-śālmalīm
auf den Śālmalī-Baum mit diamantharten Dornen (Akk.Sg., Ziel)
āropya
nachdem sie [ihn] hinaufsteigen lassen haben (Absolutiv, kausativ)
ye tv iha vai rājanyā rāja-puruṣā vā apākhaṇḍā dharma-setūn bhindanti te samparetya vaitaraṇyāṁ nipatanti bhinna-maryādās tasyāṁ niraya-parikhā-bhūtāyāṁ nadyāṁ yādo-gaṇair itas tato bhakṣyamāṇā ātmanā na viyujyamānāś cāsubhir uhyamānāḥ svāghena karma-pākam anusmaranto viṇ-mūtra-pūya-śoṇita-keśa-nakhāsthi-medo-māṁsa-vasā-vāhinyām upatapyante.
Diejenigen Könige oder königlichen Beamten aber, die hier, obgleich nicht [einmal] Häretiker, die Dämme der Rechtsordnung durchbrechen, sie fallen, nachdem sie gestorben sind, in den [Fluss] Vaitaraṇī – sie, deren [rechte] Grenzen durchbrochen sind; in jenem, zum Graben der Hölle gewordenen Fluss werden sie, von Scharen von Wassertieren hierhin und dorthin gefressen, ohne vom Leib getrennt zu werden und mit dem Lebensodem [weiter] fortgetragen, während sie sich an die Reifung ihrer eigenen Sünde erinnern, in [jenem Fluss], der Kot, Urin, Eiter, Blut, Haare, Nägel, Knochen, Fett, Fleisch und Mark führt, gequält.
Wort für Wort
ye
welche (Nom.Pl.)
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
rājanyāḥ
Könige, Kṣatriyas (Nom.Pl.)
rāja-puruṣāḥ
königliche Beamte (Nom.Pl.)
vā
oder
apākhaṇḍāḥ
nicht [einmal] Häretiker (Nom.Pl.)
dharma-setūn
die Dämme der Rechtsordnung (Akk.Pl.)
bhindanti
durchbrechen (3.Pl.)
te
diese (Nom.Pl.)
samparetya
nachdem sie gestorben sind (Absolutiv)
vaitaraṇyām
in den Vaitaraṇī (Lok.Sg., Ziel)
nipatanti
fallen (3.Pl.)
bhinna-maryādāḥ
deren [rechte] Grenzen durchbrochen sind (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
ye tv iha vai vṛṣalī-patayo naṣṭa-śaucācāra-niyamās tyakta-lajjāḥ paśu-caryāṁ caranti te cāpi pretya pūya-viṇ-mūtra-śleṣma-malā-pūrṇārṇave nipatanti tad evātibībhatsitam aśnanti.
Diejenigen aber, die hier, als Ehemänner von Śūdra-Frauen, Reinheit, gute Sitte und Regeln verloren und die Scham aufgegeben habend, ein tierisches Verhalten ausüben, auch sie fallen nach dem Tod in den mit Eiter, Kot, Urin, Schleim und Unrat gefüllten Ozean und essen eben dieses höchst Ekelhafte.
Wort für Wort
ye
welche
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
vṛṣalī-patayaḥ
Ehemänner von Śūdra-Frauen (Nom.Pl.)
naṣṭa-śauca-ācāra-niyamāḥ
deren Reinheit, gute Sitte und Regeln verloren sind (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
tyakta-lajjāḥ
die Scham aufgegeben habend (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
paśu-caryām
tierisches Verhalten (Akk.Sg.)
caranti
üben aus (3.Pl.)
te
diese (Nom.Pl.)
ca api
auch
pretya
nach dem Tod (Absolutiv)
pūya-viṭ-mūtra-śleṣma-malā-pūrṇa-arṇave
in den mit Eiter, Kot, Urin, Schleim und Unrat gefüllten Ozean (Lok.Sg., Ziel)
ye tv iha vai śva-gardabha-patayo brāhmaṇādayo mṛgayā vihārā atīrthe ca mṛgān nighnanti tān api samparetāḻ lakṣya-bhūtān yama-puruṣā iṣubhir vidhyanti.
Diejenigen aber, die hier, obgleich Brahmanen und andere, wie Halter von Hunden und Eseln, deren Vergnügen die Jagd ist, an unrechtem Ort Wildtiere töten, auch sie durchbohren die Männer Yamas, nachdem sie gestorben und zu Zielscheiben geworden sind, mit Pfeilen.
Wort für Wort
ye
welche
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
śva-gardabha-patayaḥ
Halter von Hunden und Eseln (Nom.Pl.)
brāhmaṇa-ādayaḥ
Brahmanen und andere (Nom.Pl.)
mṛgayā-vihārāḥ
deren Vergnügen die Jagd ist (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
atīrthe
an unrechtem Ort, außerhalb der Vorschrift (Lok.Sg.)
ye tv iha vai dāmbhikā dambha-yajñeṣu paśūn viśasanti tān amuṣmiḻ loke vaiśase narake patitān niraya-patayo yātayitvā viśasanti
Diejenigen aber, die hier, prahlerisch, bei Opfern, die [nur] der Prahlerei dienen, Tiere schlachten, sie, wenn sie in jener Welt in die Hölle Vaiśasa gefallen sind, schlachten die Herren der Hölle, nachdem sie sie gequält haben.
Wort für Wort
ye
welche
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
dāmbhikāḥ
Prahlerische, Heuchlerische (Nom.Pl.)
dambha-yajñeṣu
bei zur Prahlerei [durchgeführten] Opfern (Lok.Pl.)
yas tv iha vai savarṇāṁ bhāryāṁ dvijo retaḥ pāyayati kāma-mohitas taṁ pāpa-kṛtam amutra retaḥ-kulyāyāṁ pātayitvā retaḥ sampāyayanti.
Wer aber hier, von Begierde verblendet, als Zweimalgeborener seine [ranggleiche] Gattin Samen trinken lässt, ihn, den Sündentäter, werfen sie dort in einen Bach von Samen und lassen ihn Samen trinken.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vai
fürwahr
sa-varṇām
von gleicher Kaste (Akk.Sg.f., Bahuvrīhi)
bhāryām
die Gattin (Akk.Sg.)
dvijaḥ
ein Zweimalgeborener (Nom.Sg.)
retaḥ
Samen (Akk.Sg.)
pāyayati
trinken lässt (3.Sg., Kausativ)
kāma-mohitaḥ
von Begierde verblendet (Nom.Sg.)
tam
ihn (Akk.Sg.)
pāpa-kṛtam
den Sündentäter (Akk.Sg.)
amutra
dort
retaḥ-kulyāyām
in einen Bach von Samen (Lok.Sg., Ziel)
pātayitvā
nachdem sie [ihn] hineingeworfen haben (Absolutiv)
ye tv iha vai dasyavo 'gnidā garadā grāmān sārthān vā vilumpanti rājāno rāja-bhaṭā vā tāṁś cāpi hi paretya yamadūtā vajra-daṁṣṭrāḥ śvānaḥ sapta-śatāni viṁśatiś ca sarabhasaṁ khādanti.
Diejenigen aber, die hier, seien es Räuber, Brandstifter, Giftmischer, die Dörfer oder Handelskarawanen plündern, oder Könige und königliche Soldaten, auch sie verzehren, nachdem sie gestorben sind, die Boten Yamas – siebenhundertzwanzig Hunde mit diamantharten Fangzähnen – gierig.
yaḥ tu iha vā anṛtam vadati sākṣye dravya-vinimaye dāne vā kathañcit saḥ vai pretya narake avīcimati adhaḥ-śirāḥ niravakāśe yojana-śata ucchrāyāt giri-mūrdhnaḥ sampātyate yatra jalam iva sthalam aśma-pṛṣṭham avabhāsate tat avīcimat tilaśaḥ viśīryamāṇa-śarīraḥ na mriyamāṇaḥ punaḥ āropitaḥ nipatati
Wer aber hier bei einer Zeugenaussage, beim Warentausch oder bei einer Schenkung auf irgendeine Weise Unwahres spricht, der wird fürwahr nach dem Tod in der Hölle namens Avīcimat mit dem Kopf nach unten, ohne Halt, von einer Höhe von hundert Yojana vom Gipfel eines Berges hinabgestürzt, wo der [feste,] steinerne Boden wie Wasser erscheint, [obwohl er] wellenlos [ist]; dort, seinen Körper in sesamkorngroße [Stücke] zerschmettert, doch ohne zu sterben, wird er wieder hinaufgebracht und fällt [erneut].
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vā
oder
anṛtam
Unwahres (Akk.Sg.)
vadati
spricht (3.Sg.)
sākṣye
bei einer Zeugenaussage (Lok.Sg.)
dravya-vinimaye
beim Tausch von Waren (Lok.Sg.)
dāne
bei einer Schenkung (Lok.Sg.)
vā
oder
kathañcit
auf irgendeine Weise (Adv.)
saḥ
der
vai
fürwahr
pretya
nach dem Tod
narake avīcimati
in der Hölle Avīcimat (Lok.Sg.)
adhaḥ-śirāḥ
mit dem Kopf nach unten (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
niravakāśe
ohne Halt, ohne Stütze (Lok.Sg.)
yojana-śata-ucchrāyāt
von einer Höhe von hundert Yojana (Abl.Sg.)
giri-mūrdhnaḥ
vom Gipfel eines Berges (Abl.Sg.)
sampātyate
wird hinabgestürzt (3.Sg.Pass.)
yatra
wo
jalam iva
wie Wasser
sthalam
der [feste] Boden (Nom.Sg.)
aśma-pṛṣṭham
mit steinerner Oberfläche (Nom.Sg.)
avabhāsate
erscheint (3.Sg.)
tat
das (Nom.Sg.)
avīcimat
wellenlos (Nom.Sg.)
tilaśaḥ
in sesamkorngroße [Stücke] (Adv.)
viśīryamāṇa-śarīraḥ
dessen Körper zerschmettert wird (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
Wer aber hier, sei es ein Brahmane, ein Kṣatriya oder ein Vaiśya, der [zum Ritual] Soma trinkt, oder dessen Gattin, aus Unachtsamkeit berauschenden Trank trinkt, selbst wenn im Gelübde stehend – von diesen, nachdem sie in die Hölle geführt wurden, treten [die Diener Yamas] mit dem Fuß auf die Brust und gießen ihnen durch Feuer geschmolzenes, schwarzes Eisen in den Mund.
atha ca yas tv iha vā ātma-sambhāvanena svayam adhamo janma-tapo-vidyācāra-varṇāśramavato varīyaso na bahu manyeta sa mṛtaka eva mṛtvā kṣārakardame niraye 'vāk-śirā nipātito durantā yātanā hy aśnute.
Und ferner: Wer aber hier, selbst niedrig, aus Selbstüberschätzung den durch Geburt, Askese, Wissen, gutes Verhalten und [treue Befolgung der] Stände- und Lebensstufenordnung Vorzüglicheren nicht hochachtet, der ist [schon zu Lebzeiten] wie ein Leichnam; nach seinem [wirklichen] Tod wird er in der Hölle Kṣārakardama mit dem Kopf nach unten hinabgestürzt und erleidet fürwahr endlose Qualen.
Wort für Wort
atha ca
und ferner
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vā
oder
ātma-sambhāvanena
durch Selbstüberschätzung, falschen Stolz (Instr.Sg.)
svayam
selbst
adhamaḥ
der Niedrige (Nom.Sg.)
janma-tapo-vidyā-ācāra-varṇa-āśrama-vataḥ
den durch Geburt, Askese, Wissen, gutes Verhalten und Stände-/Lebensstufenordnung Ausgezeichneten (Akk./Gen.Sg., Bahuvrīhi)
ye tv iha vai puruṣāḥ puruṣa-medhena yajante yāś ca striyo nṛ-paśūn khādanti tāṁś ca te paśava iva nihatā yama-sadane yātayanto rakṣo-gaṇāḥ saunikā iva svadhitināvadāyāsṛk pibanti nṛtyanti ca gāyanti ca hṛṣyamāṇā yatheha puruṣādāḥ.
Diejenigen Männer aber, die hier durch ein Menschenopfer [einer Gottheit] opfern, und die Frauen, die die als Opfertier [dienenden] Menschen essen, sie werden dort in der Wohnstatt Yamas, wie Opfertiere getötet, von den quälenden Scharen der Rākṣasas wie von Schlächtern mit dem Beil zerstückelt; [diese] trinken das Blut, tanzen und singen, sich freuend, gleich Menschenfressern hier [auf Erden].
ye tv iha vā anāgaso 'raṇye grāme vā vaiśrambhakair upasṛtān upaviśrambhayya jijīviṣūn śūla-sūtrādiṣūpaprotān krīḍanakatayā yātayanti te 'pi ca pretya yama-yātanāsu śūlādiṣu protātmānaḥ kṣut-tṛḍbhyāṁ cābhihatāḥ kaṅka-vaṭādibhiś cetas tatas tigma-tuṇḍair āhanyamānā ātma-śamalaṁ smaranti.
Diejenigen aber, die hier schuldlose, im Wald oder im Dorf sich [ihnen] genähert habende, lebenswillige [Geschöpfe] mit vertrauenerweckenden [Worten] Vertrauen fassen lassen und sie dann, wie ein Spielzeug, an Spieße, Stricke und dergleichen aufgespießt, quälen, auch sie, nach dem Tod, unter den Qualen Yamas, deren Körper auf Spieße und dergleichen aufgespießt sind, von Hunger und Durst geplagt und von Reihern, Geiern und dergleichen mit scharfen Schnäbeln von überallher gehackt, erinnern sich an ihre eigene Sünde.
Wort für Wort
ye
welche
tu
aber
iha
hier
vā
oder
anāgasaḥ
die Schuldlosen (Akk.Pl.)
araṇye
im Wald (Lok.Sg.)
grāme
im Dorf (Lok.Sg.)
vā
oder
vaiśrambhakaiḥ
mit vertrauenerweckenden [Worten] (Instr.Pl.)
upasṛtān
die sich Genäherten (Akk.Pl.)
upaviśrambhayya
nachdem [man sie] Vertrauen hat fassen lassen (Absolutiv, kausativ)
ye tv iha vai bhūtāny udvejayanti narā ulbaṇa-svabhāvā yathā dandaśūkās te 'pi pretya narake dandaśūkākhye nipatanti yatra nṛpa dandaśūkāḥ pañca-mukhāḥ sapta-mukhā upasṛtya grasanti yathā bileśayān.
Diejenigen Menschen aber, die hier, von wildem Wesen wie Giftschlangen, [andere] Lebewesen erschrecken, auch sie fallen nach dem Tod in die Hölle namens Daṇḍaśūka, wo, o König, fünf- und siebenköpfige Schlangen sich nähern und sie verschlingen wie Mäuse [in ihren Löchern].
ye tv iha vā andhāvaṭa-kusūla-guhādiṣu bhūtāni nirundhanti tathāmutra teṣv evopaveśya sagareṇa vahninā dhūmena nirundhanti
Diejenigen aber, die hier Lebewesen in blinde Brunnen, Kornspeicher, Höhlen und dergleichen einsperren, sie werden ebenso dort [im Jenseits], in eben solche [Orte] hineingebracht, mit giftigem Feuer [und] Rauch eingesperrt.
Wort für Wort
ye
welche
tu
aber
iha
hier
vā
oder
andha-avaṭa-kusūla-guha-ādiṣu
in blinde Brunnen, Kornspeicher, Höhlen u.dgl. (Lok.Pl.)
bhūtāni
Lebewesen (Akk.Pl.)
nirundhanti
sperren ein (3.Pl.)
tathā
ebenso
amutra
dort, im Jenseits
teṣu eva
in eben diesen (Lok.Pl.)
upaveśya
nachdem [man sie] hat hineingehen lassen (Absolutiv, kausativ)
Wer aber hier als Hausherr Gäste oder Ankömmlinge wiederholt, von Zorn ergriffen, mit sündigem Blick anblickt, wie einer, der sie verbrennen möchte, dessen Augen reißen ihm auch in der Hölle Geier mit diamantharten Schnäbeln, Reiher, Krähen und dergleichen – ihm, dessen Blick sündig war – gewaltsam mit großer Kraft aus.
Wer aber hier, sich für reich haltend, hochmütig, mit scheelem Blick, überallher Argwohn hegend, dessen Herz und Gesicht durch die Sorge um Ausgabe und Verlust des Vermögens austrocknen, ohne je Zufriedenheit zu kennen, wie ein Dämon sein Vermögen hütet, der fällt, auch er, nach dem Tod, als ein durch das Erwerben, Vermehren und Bewachen jenes [Vermögens] befleckter Dämon, in die Hölle Sūcīmukha; dort durchweben die Männer des Dharmarāja den zum Vermögensdämon [gewordenen] sündigen Menschen an allen Gliedern mit Fäden, wie Weber.
Wort für Wort
yaḥ
wer
tu
aber
iha
hier
vā
oder
āḍhya-abhimatiḥ
der sich für reich hält (Nom.Sg.)
ahaṅkṛtiḥ
hochmütig, von Ichbewusstsein erfüllt (Nom.Sg.)
tiryak-prekṣaṇaḥ
mit scheelem Blick (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
sarvataḥ abhiviśaṅkī
überallher Argwohn hegend (Nom.Sg.)
artha-vyaya-nāśa-cintayā
durch die Sorge um Ausgabe und Verlust des Vermögens (Instr.Sg.)
pariśuṣyamāṇa-hṛdaya-vadanaḥ
dessen Herz und Gesicht austrocknen (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
nirvṛtim
Glück, Zufriedenheit (Akk.Sg.)
anavagataḥ
nicht erlangend, nicht kennend (Nom.Sg.)
grahaḥ iva
wie ein Dämon, Gespenst (Nom.Sg.)
artham
das Vermögen (Akk.Sg.)
abhirakṣati
hütet (3.Sg.)
saḥ
der
ca api
auch
pretya
nach dem Tod
tat-utpādana-utkarṣaṇa-saṁrakṣaṇa-śamala-grahaḥ
der durch Erwerben, Vermehren und Bewachen dessen [Vermögens] befleckte Dämon (Nom.Sg.)
evaṁ-vidhā narakā yamālaye santi śataśaḥ sahasraśas teṣu sarveṣu ca sarva evādharma-vartino ye kecid ihoditā anuditāś cāvani-pate paryāyeṇa viśanti tathaiva dharmānuvartina itaratra iha tu punar-bhave ta ubhaya-śeṣābhyāṁ niviśanti
Derartige Höllen gibt es im Reich Yamas zu Hunderten [und] Tausenden; und in diese alle gehen fürwahr alle, die dem Unrecht folgen, welche auch immer hier [aufgezählt], genannt oder nicht genannt sind, o Herr der Erde, der Reihe nach ein; ebenso [gehen] die dem Recht Folgenden anderswo [in himmlische Bereiche ein]; hier aber [auf Erden] treten sie, mit dem verbliebenen Rest von beidem [Verdienst und Sünde], in eine neue Geburt ein.
nivṛtti-lakṣaṇa-mārga ādāv eva vyākhyātaḥ; etāvān evāṇḍa-kośo yaś caturdaśadhā purāṇeṣu vikalpita upagīyate yat tad bhagavato nārāyaṇasya sākṣān mahā-puruṣasya sthaviṣṭhaṁ rūpam ātmamāyā-guṇamayam anuvarṇitam ādṛtaḥ paṭhati śṛṇoti śrāvayati sa upageyaṁ bhagavataḥ paramātmano 'grāhyam api śraddhā-bhakti-viśuddha-buddhir veda
Der durch Rückzug [von weltlicher Tätigkeit] gekennzeichnete Pfad wurde schon am Anfang [d.h. im zweiten und dritten Canto] erklärt. So groß eben ist die Eihülle [des Universums], die, in vierzehn Teile eingeteilt, in den Purāṇas besungen wird – das, was die allergröbste, aus den Erscheinungsweisen seiner eigenen Māyā bestehende Gestalt des erhabenen Nārāyaṇa, des höchsten Urmenschen selbst ist, [in dieser Weise] beschrieben. Wer sie ehrerbietig liest, hört oder verkündet, dessen Verstand, durch Glauben und Hingabe geläutert, erkennt das zu Besingende des erhabenen Paramātman, obgleich es schwer zu erfassen ist.
Wort für Wort
nivṛtti-lakṣaṇaḥ mārgaḥ
der durch Rückzug [von weltlicher Tätigkeit] gekennzeichnete Pfad (Nom.Sg.)
ādau
am Anfang (Lok.Sg.)
eva
schon
vyākhyātaḥ
erklärt worden (Nom.Sg.)
etāvān
so groß, so beschaffen (Nom.Sg.)
eva
eben
aṇḍa-kośaḥ
die Eihülle, das Universum (Nom.Sg.)
yaḥ
welche (Nom.Sg.)
caturdaśa-dhā
in vierzehn Teilen (Adv.)
purāṇeṣu
in den Purāṇas (Lok.Pl.)
vikalpitaḥ
eingeteilt, dargestellt (Nom.Sg.)
upagīyate
wird besungen (3.Sg.Pass.)
yat tat
das, was
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.Sg.)
nārāyaṇasya
Nārāyaṇas (Gen.Sg.)
sākṣāt
unmittelbar (Adv.)
mahā-puruṣasya
des höchsten Urmenschen (Gen.Sg.)
sthaviṣṭham
die allergröbste (Akk.Sg.)
rūpam
Gestalt (Akk.Sg.)
ātma-māyā-guṇa-mayam
aus den Erscheinungsweisen seiner eigenen Māyā bestehend (Akk.Sg.)
anuvarṇitam
beschriebene (Akk.Sg.)
ādṛtaḥ
ehrerbietig (Nom.Sg.)
paṭhati
liest (3.Sg.)
śṛṇoti
hört (3.Sg.)
śrāvayati
lässt hören, verkündet (3.Sg.)
saḥ
der
upageyam
das zu Besingende (Akk.Sg.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.Sg.)
paramātmanaḥ
der Überseele (Gen.Sg.)
agrāhyam
schwer zu erfassende (Akk.Sg.)
api
obwohl
śraddhā-bhakti-viśuddha-buddhiḥ
dessen Verstand durch Glauben und Hingabe geläutert ist (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
Nachdem er von der groben sowie der subtilen Gestalt des Erhabenen gehört hat, soll der Asket den in der groben [Gestalt] bezwungenen Geist allmählich, durch den Verstand, zur subtilen [Gestalt] führen – so [heißt es].
Die Anordnung der Erde, der Inseln, der Landgebiete, der Flüsse, der Berge, des Himmels, der Ozeane, der Unterwelten, der Himmelsrichtungen, der Höllen und der Gestirne und [höheren] Welten wurde von mir für dich, o König, dargelegt: [dies ist] die wunderbare grobe Gestalt des Herrn, die Stätte aller Scharen von Lebewesen.
Wort für Wort
bhū
der Erde (Kompositionsglied)
dvīpa
der Inseln, Kontinente
varṣa
der Landgebiete
sarit
der Flüsse
adri
der Berge
nabhaḥ
des Himmels
samudra
der Ozeane
pātāla
der Unterwelten
dik
der Himmelsrichtungen
naraka
der Höllen
bhāgaṇa-loka
der Gestirne und [höheren] Welten
saṁsthā
die Anordnung, Lage (Nom.Sg.)
gītā
besungen, dargelegt (Nom.Sg.f.)
mayā
von mir (Instr.Sg.)
tava
für dich (Dat.Sg.)
nṛpa
o König (Vok.Sg.)
adbhutam
wunderbare (Akk.Sg.)
īśvarasya
des Herrn (Gen.Sg.)
sthūlam
grobe (Akk.Sg.)
vapuḥ
Gestalt (Akk.Sg.)
sakala-jīva-nikāya-dhāma
die Stätte aller Scharen von Lebewesen (Nom./Akk.Sg., Apposition)