Kapitel 43: sāyaṁ-sandhyāyāṁ diteḥ garbhādhānam
Ditis Empfängnis in der Abenddämmerung
Skandha 3, Adhyāya 14. Quelle: vedabase.io. title_sa als eigene knappe IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, da vedabase.io keinen Sanskrit-IAST-Kapiteltitel angibt (nur Englisch 'Pregnancy of Diti in the Evening').
śrī-śuka uvāca | niśamya kauṣāraviṇopavarṇitāṁ | hareḥ kathāṁ kāraṇa-sūkarātmanaḥ | punaḥ sa papraccha tam udyatāñjalir | na cātitṛpto viduro dhṛta-vrataḥ
Śrī Śuka sprach: Nachdem er die vom Sohn der Kuṣāru [Maitreya] erzählte Geschichte über Hari, dessen Wesen der ursächliche Eber war, vernommen hatte, fragte Vidura, der sein Gelübde festhielt und noch nicht völlig gesättigt war, ihn mit erhobenen, gefalteten Händen wiederum.
Wort für Wort
śrī-śuka uvāca
Śrī Śuka sprach
niśamya kauṣāraviṇopavarṇitām
nachdem er die vom Sohn der Kuṣāru beschriebene [Erzählung] vernommen hatte
hareḥ kathāṁ kāraṇa-sūkarātmanaḥ
die Erzählung über Hari, dessen Wesen der ursächliche Eber war
punaḥ sa papraccha tam udyatāñjaliḥ
wiederum fragte er ihn, mit erhobenen gefalteten Händen
na cātitṛpto viduro dhṛta-vrataḥ
und nicht gesättigt, Vidura, der sein Gelübde festhielt
vidura uvāca | tenaiva tu muni-śreṣṭha | hariṇā yajña-mūrtinā | ādi-daityo hiraṇyākṣo | hata ity anuśuśruma
Vidura sprach: Eben durch ihn, o Bester der Weisen, durch Hari, dessen Gestalt das Opfer ist, wurde, wie wir gehört haben, der erste Daitya Hiraṇyākṣa getötet.
Aus welchem Grund entstand, o Brahmane, die Schlacht zwischen ihm, während er spielerisch mit der Spitze seines eigenen Hauers die Erde emporhob, und dem König der Daityas?
śraddadhānāya bhaktāya | brūhi taj-janma-vistaram | ṛṣe na tṛpyati manaḥ | paraṁ kautūhalaṁ hi me
Erzähle mir, dem Vertrauensvollen, dem Hingegebenen, die ausführliche Geschichte seiner Geburt, o Weiser - mein Geist wird nicht gesättigt, denn überaus groß ist meine Neugier.
Maitreya sprach: Trefflich ist es, o Held, von dir erfragt worden, die Erzählung von der Herabkunft Haris, da du nach jener fragst, die für die Sterblichen die Schlinge des Todes durchtrennt.
Durch die Erzählung, die vom Weisen besungen wurde, stieg das Kind, der Sohn Uttānapādas, den Fuß auf das Haupt des Todes setzend, zum Sitz Haris empor.
Wort für Wort
yayottānapadaḥ putro
durch die der Sohn Uttānapādas
muninā gītayārbhakaḥ
vom Weisen besungen, das Kind
mṛtyoḥ kṛtvaiva mūrdhny aṅghrim
auf das Haupt des Todes den Fuß setzend
āruroha hareḥ padam
stieg er zum Sitz Haris empor
[Anm.] Vorausdeutender Verweis auf die Geschichte Dhruvas (ausfuehrlich an anderer Stelle des Purana erzaehlt), hier als Beispiel fuer die erloesende Kraft solcher Erzaehlungen angefuehrt.
Diti, die Tochter Dakṣas, o Kṣattā, von Verlangen nach Nachkommen erfüllt und von Liebesbegierde gequält, begehrte in der Abenddämmerung ihren Gemahl Kaśyapa, den Sohn Marīcis.
Wort für Wort
ditir dākṣāyaṇī kṣattar
Diti, die Tochter Dakṣas, o Kṣattā
mārīcaṁ kaśyapaṁ patim
Kaśyapa, den Sohn Marīcis, [ihren] Gemahl
apatya-kāmā cakame
von Verlangen nach Nachkommen [erfüllt], begehrte sie
sandhyāyāṁ hṛc-chayārditā
in der Abenddämmerung, von Liebesverlangen gequält
Nachdem er, während die Sonne unterging, im Feuerhaus sitzend und vertieft, mit Milch dem geopfert hatte, dessen Zunge das Feuer ist, dem Puruṣa, dem Herrn der Yajus-Verse...
Wort für Wort
iṣṭvāgni-jihvaṁ payasā
nachdem er mit Milch dem, dessen Zunge das Feuer ist, geopfert hatte
'Wenn der Gemahl seinen Frauen großen Respekt erwiesen hat, dringt ihr Ruhm in die Welten ein; wessen Gemahl von deiner Art ist, deren Ruhm entsteht fürwahr durch Nachkommenschaft.'
Wort für Wort
bhartary āptorumānānām
wenn der Gemahl [ihnen] großen Respekt erwiesen hat
atha me kuru kalyāṇaṁ kāmaṁ kamala-locana | ārtopasarpaṇaṁ bhūmann amoghaṁ hi mahīyasi
'So erweise mir nun Wohltat, erfülle meinen Wunsch, o Lotosäugiger; denn das Herantreten der Bedrängten ist bei einem Großen, o Erhabener, fürwahr nicht vergeblich.'
So antwortete, o Held, der Sohn Marīcis ihr, der Elenden, die viel redete und deren Verwirrung durch den Liebesgott angewachsen war, indem er sie mit seiner Rede besänftigte.
Wort für Wort
iti tāṁ vīra mārīcaḥ
so [antwortete] ihr, o Held, der Sohn Marīcis
kṛpaṇāṁ bahu-bhāṣiṇīm
der Elenden, viel Redenden
pratyāhānunayan vācā
er antwortete, sie besänftigend mit [seiner] Rede
pravṛddhānaṅga-kaśmalām
deren Verwirrung durch den Liebesgott angewachsen war
eṣa te 'haṁ vidhāsyāmi priyaṁ bhīru yad icchasi | tasyāḥ kāmaṁ na kaḥ kuryāt siddhis traivargikī yataḥ
'Ich werde dir dies gewähren, was Liebes du dir wünschst, o Furchtsame - wer würde nicht den Wunsch [einer Frau] erfüllen, wodurch ihm die dreifache Vollkommenheit zuteilwird?'
Wort für Wort
eṣa te 'haṁ vidhāsyāmi
dies werde ich dir gewähren
priyaṁ bhīru yad icchasi
was Liebes, o Furchtsame, du wünschst
tasyāḥ kāmaṁ na kaḥ kuryāt
wer würde nicht ihren Wunsch erfüllen
siddhis traivargikī yataḥ
wodurch die dreifache Vollkommenheit [erlangt wird]
'Alle Lebensstufen umfassend, überwindet der mit Gemahlin versehene Haushälter durch seinen eigenen Stand den Ozean der Not, wie man mit Schiffen den Ozean überwindet.'
'Sie, die man als die Hälfte des eigenen Selbst dessen bezeichnet, der nach dem Höchsten Guten verlangt, o Stolze - auf sie seine eigene Last legend, wandelt der Mann sorgenfrei umher.'
Wort für Wort
yām āhur ātmano hy ardham
die man als die Hälfte des eigenen Selbst bezeichnet
śreyas-kāmasya mānini
dessen, der nach dem Höchsten Guten verlangt, o Stolze
'Auf sie gestützt, besiegen wir die durch die anderen Lebensstufen schwer zu besiegenden Feinde in Gestalt der Sinne mit Leichtigkeit, wie ein Festungsherr die Räuber besiegt.'
Wort für Wort
yām āśrityendriyārātīn
sich auf die stützend, die Feinde [in Gestalt] der Sinne
na vayaṁ prabhavas tāṁ tvām anukartuṁ gṛheśvari | apy āyuṣā vā kārtsnyena ye cānye guṇa-gṛdhnavaḥ
'Wir sind nicht fähig, dir, o Herrin des Hauses, gleichzukommen - selbst mit einem ganzen Leben nicht, ebenso wenig wie andere, die nach deinen Vorzügen begehren.'
Wort für Wort
na vayaṁ prabhavas tāṁ tvām
wir sind nicht fähig, dir
anukartuṁ gṛheśvari
gleichzukommen, o Herrin des Hauses
apy āyuṣā vā kārtsnyena
selbst mit dem [ganzen] Leben, in seiner Gesamtheit
ye cānye guṇa-gṛdhnavaḥ
und die anderen, die nach [deinen] Vorzügen begierig sind
'Dies ist die schrecklichste Zeit, von schrecklichem Anblick für die Schrecklichen, in der die Wesen umherwandeln, die Gefolgsleute des Herrn der Wesen.'
'In dieser Dämmerung, o Tugendhafte, wandelt der Erhabene, der Urheber der Wesen, der König der Geisterwesen, umgeben von seinen Geisterscharen, auf seinem Stier umher.'
śmaśāna-cakrānila-dhūli-dhūmra-vikīrṇa-vidyota-jaṭā-kalāpaḥ | bhasmāvaguṇṭhāmala-rukma-deho devas tribhiḥ paśyati devaras te
'Vom Wind der Verbrennungsplatzasche grau gefärbt, mit zerzausten, glänzenden Haarlocken, sein reiner, goldener Körper mit Asche bedeckt - der Gott, dein Schwager, sieht mit drei Augen.'
Wort für Wort
śmaśāna-cakrānila-dhūli-dhūmra-
vom Wind der Verbrennungsplatz-Asche grau gefärbt
vikīrṇa-vidyota-jaṭā-kalāpaḥ
mit zerzausten, glänzenden Haarlocken
bhasmāvaguṇṭhāmala-rukma-deho
mit Asche bedeckt, sein reiner goldener Körper
devas tribhiḥ paśyati devaras te
der Gott sieht mit drei [Augen], dein Schwager
[?] 'devaras te' (wörtlich: dein Schwager) - traditionelle Bezeichnung Rudras im Verhaeltnis zu Diti, deren genaue verwandtschaftliche Grundlage im Text nicht erlaeutert wird.
na yasya loke sva-janaḥ paro vā nātyādṛto nota kaścid vigarhyaḥ | vayaṁ vratair yac-caraṇāpaviddhām āśāsmahe 'jāṁ bata bhukta-bhogām
'Für ihn gibt es in der Welt weder Eigene noch Fremde, weder übermäßig Geachtete noch irgendwie Verachtenswerte - wir aber erhoffen uns durch unsere Gelübde wahrlich jene von seinen Füßen verstoßene Ziege, die schon der weltlichen Genüsse teilhaftig geworden ist.'
Wort für Wort
na yasya loke sva-janaḥ paro vā
für den es in der Welt weder Eigene noch Fremde gibt
nātyādṛto nota kaścid vigarhyaḥ
weder übermäßig Geachtete noch Verachtenswerte
vayaṁ vratair yac-caraṇāpaviddhām
wir, durch [unsere] Gelübde, seine von den Füßen verstoßene
āśāsmahe 'jāṁ bata bhukta-bhogām
erhoffen uns die Ziege, die schon Genüsse erfahren hat
[?] Stark verraetselter, allegorischer Vers (traditionelles Bild der 'Ziege'); unabhaengig aus der Grammatik erschlossen, Bedeutung unsicher, ohne Kommentar-Ruecksprache.
'Dessen tadelloses Verhalten die Weisen preisen, die die Hülle der Unwissenheit zu zerreißen wünschen - obwohl ihm weder Gleichheit noch Übertreffen durch andere zukommt, übte er selbst, die Zuflucht der Guten, das Verhalten eines Dämons.'
Wort für Wort
yasyānavadyācaritaṁ manīṣiṇo
dessen tadelloses Verhalten die Weisen
gṛṇanty avidyā-paṭalaṁ bibhitsavaḥ
preisen, die die Hülle der Unwissenheit zu zerreißen wünschen
nirasta-sāmyātiśayo 'pi yat svayam
obwohl er, dem Gleichheit und Übertreffen fremd sind, selbst
piśāca-caryām acarad gatiḥ satām
das Verhalten eines Dämons übte, die Zuflucht der Guten
'Über dessen Verhalten fürwahr die Unglücklichen lachen - über das Streben dessen, der sich am eigenen Selbst erfreut - jene Unwissenden, die mit Kleidung, Blumenkränzen, Schmuck und Salben den vergänglichen Körper als ihr eigenes Selbst gehätschelt haben.'
Wort für Wort
hasanti yasyācaritaṁ hi durbhagāḥ
über dessen Verhalten fürwahr die Unglücklichen lachen
svātman-ratasyāviduṣaḥ samīhitam
das Streben dessen, der sich am eigenen Selbst erfreut, die Unwissenden
yair vastra-mālyābharaṇānulepanaiḥ
durch die mit Kleidung, Kränzen, Schmuck, Salben
śva-bhojanaṁ svātmatayopalālitam
den Hundefraß als das eigene Selbst gehätschelt haben
'Brahmā und die anderen sind die Hüter der von ihm gemachten Dharma-Grenzen; dieses Universum und die Māyā haben ihn zur Ursache; sein Verhalten als Geist vollzieht nur seinen eigenen Befehl - o, das Verhalten des Mächtigen ist nur zum Schein.'
Wort für Wort
brahmādayo yat-kṛta-setu-pālā
Brahmā und die anderen, die Hüter der von ihm gemachten Grenzen
yat-kāraṇaṁ viśvam idaṁ ca māyā
dessen Ursache dieses Universum und die Māyā [sind]
ājñā-karī yasya piśāca-caryā
dessen Befehl ausführend, das Verhalten eines Geistes
aho vibhūmnaś caritaṁ viḍambanam
o, das Verhalten des Mächtigen ist eine Täuschung [zum Schein]
Maitreya sprach: Sie, deren Sinne vom Liebesgott aufgewühlt waren, ergriff, während der Gemahl ihr so seine Bedenken mitteilte, wie eine ihrer Scham entledigte, niedere Frau das Gewand des Brahmanenweisen.
sa viditvātha bhāryāyās taṁ nirbandhaṁ vikarmaṇi | natvā diṣṭāya rahasi tayāthopaviveśa hi
Er, dann die Beharrlichkeit seiner Gemahlin hinsichtlich der verbotenen Handlung erkennend, verneigte sich vor dem Schicksal und setzte sich im Verborgenen fürwahr mit ihr zusammen.
Wort für Wort
sa viditvātha bhāryāyāḥ
er, dann, die [Beharrlichkeit] der Gemahlin erkennend
taṁ nirbandhaṁ vikarmaṇi
jene Beharrlichkeit in Bezug auf die verbotene Handlung
ditir uvāca | na me garbham imaṁ brahman | bhūtānām ṛṣabho 'vadhīt | rudraḥ patir hi bhūtānāṁ | yasyākaravam aṁhasam
Diti sprach: 'Möge, o Brahmane, der Beste der Wesen - Rudra, der Herr der Wesen, gegen den ich fürwahr eine Sünde begangen habe - nicht diesen meinen Embryo vernichten.'
namo rudrāya mahate devāyogrāya mīḍhuṣe | śivāya nyasta-daṇḍāya dhṛta-daṇḍāya manyave
'Verehrung Rudra, dem Großen, dem Gott, dem Furchtbaren, dem Gnädigen, dem Wohltätigen, der den Stab der Strafe niedergelegt hat, und dem den Stab Haltenden, dem Zornigen.'
'Er, obwohl zornig, der Erhabene, dessen Gnade groß ist, möge uns gnädig sein - der Gott, der Gemahl der Satī, ist gegenüber Frauen mitleidig, die selbst von einem Jäger bemitleidet würden.'
Maitreya sprach: Zu seiner Gemahlin, die für ihre eigene Nachkommenschaft weltlichen Segen erhoffte und zitterte, sprach, von den Dämmerungsriten zurückgekehrt, der Herr der Geschöpfe.
Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
sva-sargasyāśiṣaṁ lokyām
für ihre eigene Nachkommenschaft, den weltlichen Segen
āśāsānāṁ pravepatīm
erhoffend, zitternd
nivṛtta-sandhyā-niyamo
von den Dämmerungsriten zurückgekehrt
bhāryām āha prajāpatiḥ
zu [seiner] Gemahlin sprach der Herr der Geschöpfe
Kaśyapa sprach: 'Aufgrund der Unreinheit deines eigenen Selbst, aufgrund des Fehlers der ungünstigen Stunde, durch die Übertretung meiner Anweisung und durch die Missachtung der Götter...'
'... werden dir, o Unheilvolle, zwei unheilvolle, aus dem Schoß niederträchtigste Söhne entstehen, die, o Zornige, wiederholt die drei Welten samt ihren Hütern zum Weinen bringen werden.'
Wort für Wort
bhaviṣyatas tavābhadrāv abhadre
werden entstehen dir, die beiden Unheilvollen, o Unheilvolle
'... dann wird der zornige Herr des Universums, der Erhabene, der Urheber der Welten, herabsteigend sie töten, wie einer, der den Hundertgliedrigen Blitz trägt, Berge zerschmettert.'
Wort für Wort
tadā viśveśvaraḥ kruddho
dann wird der zornige Herr des Universums
bhagavāl loka-bhāvanaḥ
der Erhabene, der Urheber der Welten
haniṣyaty avatīryāsau
er wird herabsteigend töten
yathādrīn śataparva-dhṛk
wie [er] Berge, der den Hundertgliedrigen [Blitz] trägt
Diti sprach: 'Ich erhoffe für meine beiden Söhne den Tod durch den Erhabenen selbst, den großarmigen Träger des Sunābha-Diskus, nicht aber durch einen zornigen Brahmanen, o Herr.'
Wort für Wort
ditir uvāca
Diti sprach
vadhaṁ bhagavatā sākṣāt
die Tötung durch den Erhabenen selbst
sunābhodāra-bāhunā
durch den mit dem Sunābha [Diskus], großarmigen
āśāse putrayor mahyam
erhoffe ich für meine beiden Söhne
mā kruddhād brāhmaṇād prabho
nicht [aber den Tod] durch einen zornigen Brahmanen, o Herr
na brahma-daṇḍa-dagdhasya | na bhūta-bhayadasya ca | nārakāś cānugṛhṇanti | yāṁ yāṁ yonim asau gataḥ
'Denn dem vom Brahmanenfluch Verbrannten, der zugleich den Wesen Furcht einflößt, erweisen selbst die Höllenwesen keine Gnade, in welchen Mutterschoß er auch wiedergeboren gelangen mag.'
Kaśyapa sprach: 'Durch die Reue über den begangenen Kummer, durch sofortige Selbstprüfung, durch große Verehrung für den Erhabenen und durch Achtung sowohl gegenüber Bhava als auch gegenüber mir - unter den Söhnen deines Sohnes wird einer sein, der von den Guten geachtet wird, dessen reinen Ruhm sie besingen werden, gleich dem Ruhm des Erhabenen selbst.'
Wort für Wort
kaśyapa uvāca
Kaśyapa sprach
kṛta-śokānutāpena
durch die Reue über den begangenen Kummer
sadyaḥ pratyavamarśanāt
durch sofortige Selbstprüfung
bhagavaty uru-mānāc ca
und durch große Verehrung für den Erhabenen
bhave mayy api cādarāt
und durch Achtung gegenüber Bhava und mir
putrasyaiva ca putrāṇāṁ bhavitaikaḥ satāṁ mataḥ
und des Sohnes eigener Söhne wird einer sein, von den Guten geachtet
gāsyanti yad-yaśaḥ śuddhaṁ bhagavad-yaśasā samam
dessen reinen Ruhm sie besingen werden, gleich dem Ruhm des Erhabenen
[Anm.] Vorausdeutung auf Prahlāda, den kuenftigen Enkel Ditis (Sohn Hiranyakasipus), dessen Geschichte spaeter im Purana ausfuehrlich erzaehlt wird.
'Wie unreines Gold durch Läuterungsmittel, so werden die Guten durch Feindlosigkeit und ähnliches das eigene Selbst läutern, um seiner Wesensart nachzueifern.'
'Durch dessen Gnade dieses Universum, dessen Wesen es ist, sich selbst besänftigt sieht, jener Selbst-Schauende, der Erhabene, wird durch ungeteilten Blick zufriedengestellt.'
sa vai mahā-bhāgavato mahātmā mahānubhāvo mahatāṁ mahiṣṭhaḥ | pravṛddha-bhaktyā hy anubhāvitāśaye niveśya vaikuṇṭham imaṁ vihāsyati
'Er ist fürwahr ein großer Gottgeweihter, eine große Seele, von großer Erfahrung, der Größte der Großen - mit einem durch angewachsene Hingabe erleuchteten Herzen, in dem er Vaikuṇṭha gegenwärtig gemacht hat, wird er diese Welt verlassen.'
Wort für Wort
sa vai mahā-bhāgavato mahātmā
er ist fürwahr ein großer Hingegebener, eine große Seele
mahānubhāvo mahatāṁ mahiṣṭhaḥ
von großer Erfahrung, der Größte der Großen
pravṛddha-bhaktyā hy anubhāvitāśaye
durch angewachsene Hingabe, mit erleuchtetem Herzen
niveśya vaikuṇṭham imaṁ vihāsyati
Vaikuṇṭha darin hineinversetzt, wird er [diese Welt] verlassen
'Nicht lüstern, von gutem Charakter, eine Fundgrube von Tugenden, erfreut über fremdes Wohlergehen, betrübt angesichts der Leidenden, ohne je Feinde gehabt zu haben - er wird der Welt den Kummer vertreiben, wie der Mondkönig die sommerliche Hitze.'
Wort für Wort
alampaṭaḥ śīla-dharo guṇākaraḥ
nicht lüstern, von gutem Charakter, eine Fundgrube von Tugenden
hṛṣṭaḥ pararddhyā vyathito duḥkhiteṣu
erfreut über fremdes Wohlergehen, betrübt bei den Leidenden
abhūta-śatrur jagataḥ śoka-hartā
ohne Feinde gehabt zu haben, der Kummer-Vertreiber der Welt
'Dein Enkel, innen und außen makellos, mit Lotosaugen, dessen Gestalt durch den Willen seines eigenen höchsten Puruṣa mit Gnade erfüllt ist, das Schmuckstück unter den von Śrī Geliebten - er wird den Herrn mit strahlenden, sein Antlitz schmückenden Ohrringen erblicken.'
Wort für Wort
antar bahiś cāmalam abja-netram
innen und außen makellos, mit Lotosaugen
sva-pūruṣecchānugṛhīta-rūpam
dessen Gestalt durch den Willen seines Puruṣa mit Gnade versehen ist
pautras tava śrī-lalanā-lalāmam
dein Enkel, das Schmuckstück der [Göttin] Śrī unter den Frauen
draṣṭā sphurat-kuṇḍala-maṇḍitānanam
er wird sehen [den Herrn] mit strahlenden Ohrringen geschmücktem Antlitz
Maitreya sprach: Nachdem sie von dem gottgeweihten Enkel gehört hatte, freute sich Diti überaus, und da sie nun auch um den Tod ihrer beiden Söhne durch Kṛṣṇa wusste, wurde sie hochgesinnt.
Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
śrutvā bhāgavataṁ pautram
nachdem sie von dem gottgeweihten Enkel gehört hatte