Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 43: sāyaṁ-sandhyāyāṁ diteḥ garbhādhānam Ditis Empfängnis in der Abenddämmerung

Skandha 3, Adhyāya 14. Quelle: vedabase.io. title_sa als eigene knappe IAST-Kurzbezeichnung des Inhalts gebildet, da vedabase.io keinen Sanskrit-IAST-Kapiteltitel angibt (nur Englisch 'Pregnancy of Diti in the Evening').

śrī-śuka uvāca | niśamya kauṣāraviṇopavarṇitāṁ | hareḥ kathāṁ kāraṇa-sūkarātmanaḥ | punaḥ sa papraccha tam udyatāñjalir | na cātitṛpto viduro dhṛta-vrataḥ

Śrī Śuka sprach: Nachdem er die vom Sohn der Kuṣāru [Maitreya] erzählte Geschichte über Hari, dessen Wesen der ursächliche Eber war, vernommen hatte, fragte Vidura, der sein Gelübde festhielt und noch nicht völlig gesättigt war, ihn mit erhobenen, gefalteten Händen wiederum.

Wort für Wort
śrī-śuka uvāca
Śrī Śuka sprach
niśamya kauṣāraviṇopavarṇitām
nachdem er die vom Sohn der Kuṣāru beschriebene [Erzählung] vernommen hatte
hareḥ kathāṁ kāraṇa-sūkarātmanaḥ
die Erzählung über Hari, dessen Wesen der ursächliche Eber war
punaḥ sa papraccha tam udyatāñjaliḥ
wiederum fragte er ihn, mit erhobenen gefalteten Händen
na cātitṛpto viduro dhṛta-vrataḥ
und nicht gesättigt, Vidura, der sein Gelübde festhielt

vidura uvāca | tenaiva tu muni-śreṣṭha | hariṇā yajña-mūrtinā | ādi-daityo hiraṇyākṣo | hata ity anuśuśruma

Vidura sprach: Eben durch ihn, o Bester der Weisen, durch Hari, dessen Gestalt das Opfer ist, wurde, wie wir gehört haben, der erste Daitya Hiraṇyākṣa getötet.

Wort für Wort
vidura uvāca
Vidura sprach
tenaiva tu muni-śreṣṭha
eben durch ihn aber, o Bester der Weisen
hariṇā yajña-mūrtinā
durch Hari, dessen Gestalt das Opfer ist
ādi-daityo hiraṇyākṣo
der erste Daitya, Hiraṇyākṣa
hata ity anuśuśruma
wurde getötet, so haben wir gehört

tasya coddharataḥ kṣauṇīṁ sva-daṁṣṭrāgreṇa līlayā | daitya-rājasya ca brahman kasmād dhetor abhūn mṛdhaḥ

Aus welchem Grund entstand, o Brahmane, die Schlacht zwischen ihm, während er spielerisch mit der Spitze seines eigenen Hauers die Erde emporhob, und dem König der Daityas?

Wort für Wort
tasya coddharataḥ kṣauṇīm
während er, die Erde emporhebend
sva-daṁṣṭrāgreṇa līlayā
mit der Spitze seines eigenen Hauers, spielerisch
daitya-rājasya ca brahman
und des Daitya-Königs, o Brahmane
kasmād dhetor abhūn mṛdhaḥ
aus welchem Grund entstand die Schlacht

śraddadhānāya bhaktāya | brūhi taj-janma-vistaram | ṛṣe na tṛpyati manaḥ | paraṁ kautūhalaṁ hi me

Erzähle mir, dem Vertrauensvollen, dem Hingegebenen, die ausführliche Geschichte seiner Geburt, o Weiser - mein Geist wird nicht gesättigt, denn überaus groß ist meine Neugier.

Wort für Wort
śraddadhānāya bhaktāya
dem Vertrauensvollen, dem Hingegebenen
brūhi taj-janma-vistaram
erzähle die ausführliche Geburt davon
ṛṣe na tṛpyati manaḥ
o Weiser, mein Geist wird nicht gesättigt
paraṁ kautūhalaṁ hi me
überaus [groß] ist fürwahr meine Neugier

maitreya uvāca | sādhu vīra tvayā pṛṣṭam | avatāra-kathāṁ hareḥ | yat tvaṁ pṛcchasi martyānāṁ | mṛtyu-pāśa-viśātanīm

Maitreya sprach: Trefflich ist es, o Held, von dir erfragt worden, die Erzählung von der Herabkunft Haris, da du nach jener fragst, die für die Sterblichen die Schlinge des Todes durchtrennt.

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
sādhu vīra tvayā pṛṣṭam
trefflich, o Held, [ist] von dir gefragt worden
avatāra-kathāṁ hareḥ
die Erzählung von der Herabkunft Haris
yat tvaṁ pṛcchasi martyānām
da du fragst, die für die Sterblichen
mṛtyu-pāśa-viśātanīm
die Schlinge des Todes durchtrennende

yayottānapadaḥ putro muninā gītayārbhakaḥ | mṛtyoḥ kṛtvaiva mūrdhny aṅghrim āruroha hareḥ padam

Durch die Erzählung, die vom Weisen besungen wurde, stieg das Kind, der Sohn Uttānapādas, den Fuß auf das Haupt des Todes setzend, zum Sitz Haris empor.

Wort für Wort
yayottānapadaḥ putro
durch die der Sohn Uttānapādas
muninā gītayārbhakaḥ
vom Weisen besungen, das Kind
mṛtyoḥ kṛtvaiva mūrdhny aṅghrim
auf das Haupt des Todes den Fuß setzend
āruroha hareḥ padam
stieg er zum Sitz Haris empor

[Anm.] Vorausdeutender Verweis auf die Geschichte Dhruvas (ausfuehrlich an anderer Stelle des Purana erzaehlt), hier als Beispiel fuer die erloesende Kraft solcher Erzaehlungen angefuehrt.

athātrāpītihāso 'yaṁ śruto me varṇitaḥ purā | brahmaṇā deva-devena devānām anupṛcchatām

Auch hierzu gibt es diese alte Erzählung, die ich einst gehört habe, erzählt von Brahmā, dem Gott der Götter, als die Götter ihn befragten.

Wort für Wort
athātrāpītihāso 'yam
auch hierzu gibt es diese alte Erzählung
śruto me varṇitaḥ purā
von mir gehört, vormals erzählt
brahmaṇā deva-devena
von Brahmā, dem Gott der Götter
devānām anupṛcchatām
während die Götter [ihn] befragten

ditir dākṣāyaṇī kṣattar mārīcaṁ kaśyapaṁ patim | apatya-kāmā cakame sandhyāyāṁ hṛc-chayārditā

Diti, die Tochter Dakṣas, o Kṣattā, von Verlangen nach Nachkommen erfüllt und von Liebesbegierde gequält, begehrte in der Abenddämmerung ihren Gemahl Kaśyapa, den Sohn Marīcis.

Wort für Wort
ditir dākṣāyaṇī kṣattar
Diti, die Tochter Dakṣas, o Kṣattā
mārīcaṁ kaśyapaṁ patim
Kaśyapa, den Sohn Marīcis, [ihren] Gemahl
apatya-kāmā cakame
von Verlangen nach Nachkommen [erfüllt], begehrte sie
sandhyāyāṁ hṛc-chayārditā
in der Abenddämmerung, von Liebesverlangen gequält

iṣṭvāgni-jihvaṁ payasā puruṣaṁ yajuṣāṁ patim | nimlocaty arka āsīnam agny-agāre samāhitam

Nachdem er, während die Sonne unterging, im Feuerhaus sitzend und vertieft, mit Milch dem geopfert hatte, dessen Zunge das Feuer ist, dem Puruṣa, dem Herrn der Yajus-Verse...

Wort für Wort
iṣṭvāgni-jihvaṁ payasā
nachdem er mit Milch dem, dessen Zunge das Feuer ist, geopfert hatte
puruṣaṁ yajuṣāṁ patim
dem Puruṣa, dem Herrn der Yajus-Verse
nimlocaty arka āsīnam
während die Sonne unterging, sitzend
agny-agāre samāhitam
im Feuerhaus, gesammelt

ditir uvāca | eṣa māṁ tvat-kṛte vidvan | kāma ātta-śarāsanaḥ | dunoti dīnāṁ vikramya | rambhām iva mataṅgajaḥ

Diti sprach: 'Dieser Liebesgott, den Bogen ergriffen, quält mich, die Elende, um deinetwillen mit Gewalt, wie ein Elefant eine Bananenstaude.'

Wort für Wort
ditir uvāca
Diti sprach
eṣa māṁ tvat-kṛte vidvan
dieser, um deinetwillen, o Wissender
kāma ātta-śarāsanaḥ
der Liebesgott, den Bogen ergriffen habend
dunoti dīnāṁ vikramya
quält mich Elende, mit Gewalt
rambhām iva mataṅgajaḥ
wie ein Elefant eine Bananenstaude

tad bhavān dahyamānāyāṁ sa-patnīnāṁ samṛddhibhiḥ | prajāvatīnāṁ bhadraṁ te mayy āyuṅktām anugraham

'Deshalb, während ich, angesichts des Gedeihens meiner nachkommenreichen Rivalinnen, verbrenne - Segen dir - möge dein Erbarmen mir zuteilwerden.'

Wort für Wort
tad bhavān dahyamānāyām
deshalb, während ich verbrenne
sa-patnīnāṁ samṛddhibhiḥ
durch das Gedeihen der Mitfrauen
prajāvatīnāṁ bhadraṁ te
der Nachkommenreichen, Segen dir
mayy āyuṅktām anugraham
möge er mir Gnade erweisen

bhartary āptorumānānāṁ lokān āviśate yaśaḥ | patir bhavad-vidho yāsāṁ prajayā nanu jāyate

'Wenn der Gemahl seinen Frauen großen Respekt erwiesen hat, dringt ihr Ruhm in die Welten ein; wessen Gemahl von deiner Art ist, deren Ruhm entsteht fürwahr durch Nachkommenschaft.'

Wort für Wort
bhartary āptorumānānām
wenn der Gemahl [ihnen] großen Respekt erwiesen hat
lokān āviśate yaśaḥ
dringt der Ruhm in die Welten ein
patir bhavad-vidho yāsām
deren Gemahl von deiner Art ist
prajayā nanu jāyate
durch Nachkommenschaft entsteht er fürwahr

purā pitā no bhagavān dakṣo duhitṛ-vatsalaḥ | kaṁ vṛṇīta varaṁ vatsā ity apṛcchata naḥ pṛthak

'Einst fragte uns unser erhabener Vater Dakṣa, der seine Töchter liebte, einzeln: Welchen Gemahl möchtet ihr wählen, meine Kinder?'

Wort für Wort
purā pitā no bhagavān dakṣo
einst unser erhabener Vater Dakṣa
duhitṛ-vatsalaḥ
der seine Töchter liebte
kaṁ vṛṇīta varaṁ vatsā
welchen Gemahl möchtet ihr wählen, meine Kinder
ity apṛcchata naḥ pṛthak
so fragte er uns einzeln

sa viditvātmajānāṁ no bhāvaṁ santāna-bhāvanaḥ | trayodaśādadāt tāsāṁ yās te śīlam anuvratāḥ

'Er, unsere Neigung erkennend und für unsere Nachkommenschaft besorgt, gab dir dreizehn von uns, die deinem Wesen ergeben waren.'

Wort für Wort
sa viditvātmajānāṁ no bhāvam
er, die Neigung seiner Töchter erkennend
santāna-bhāvanaḥ
der für [ihre] Nachkommenschaft Sorge trug
trayodaśādadāt tāsām
dreizehn von ihnen gab er
yās te śīlam anuvratāḥ
die deinem Wesen ergeben waren

atha me kuru kalyāṇaṁ kāmaṁ kamala-locana | ārtopasarpaṇaṁ bhūmann amoghaṁ hi mahīyasi

'So erweise mir nun Wohltat, erfülle meinen Wunsch, o Lotosäugiger; denn das Herantreten der Bedrängten ist bei einem Großen, o Erhabener, fürwahr nicht vergeblich.'

Wort für Wort
atha me kuru kalyāṇam
so erweise mir nun Wohltat
kāmaṁ kamala-locana
[erfülle meinen] Wunsch, o Lotosäugiger
ārtopasarpaṇaṁ bhūmann
das Herantreten der Bedrängten, o Erhabener
amoghaṁ hi mahīyasi
ist fürwahr nicht vergeblich bei einem Großen

iti tāṁ vīra mārīcaḥ kṛpaṇāṁ bahu-bhāṣiṇīm | pratyāhānunayan vācā pravṛddhānaṅga-kaśmalām

So antwortete, o Held, der Sohn Marīcis ihr, der Elenden, die viel redete und deren Verwirrung durch den Liebesgott angewachsen war, indem er sie mit seiner Rede besänftigte.

Wort für Wort
iti tāṁ vīra mārīcaḥ
so [antwortete] ihr, o Held, der Sohn Marīcis
kṛpaṇāṁ bahu-bhāṣiṇīm
der Elenden, viel Redenden
pratyāhānunayan vācā
er antwortete, sie besänftigend mit [seiner] Rede
pravṛddhānaṅga-kaśmalām
deren Verwirrung durch den Liebesgott angewachsen war

eṣa te 'haṁ vidhāsyāmi priyaṁ bhīru yad icchasi | tasyāḥ kāmaṁ na kaḥ kuryāt siddhis traivargikī yataḥ

'Ich werde dir dies gewähren, was Liebes du dir wünschst, o Furchtsame - wer würde nicht den Wunsch [einer Frau] erfüllen, wodurch ihm die dreifache Vollkommenheit zuteilwird?'

Wort für Wort
eṣa te 'haṁ vidhāsyāmi
dies werde ich dir gewähren
priyaṁ bhīru yad icchasi
was Liebes, o Furchtsame, du wünschst
tasyāḥ kāmaṁ na kaḥ kuryāt
wer würde nicht ihren Wunsch erfüllen
siddhis traivargikī yataḥ
wodurch die dreifache Vollkommenheit [erlangt wird]

sarvāśramān upādāya svāśrameṇa kalatravān | vyasanārṇavam atyeti jala-yānair yathārṇavam

'Alle Lebensstufen umfassend, überwindet der mit Gemahlin versehene Haushälter durch seinen eigenen Stand den Ozean der Not, wie man mit Schiffen den Ozean überwindet.'

Wort für Wort
sarvāśramān upādāya
alle Lebensstufen umfassend
svāśrameṇa kalatravān
durch den eigenen Stand, mit Gemahlin versehen
vyasanārṇavam atyeti
überwindet er den Ozean der Not
jala-yānair yathārṇavam
wie mit Wasserfahrzeugen den Ozean

yām āhur ātmano hy ardhaṁ śreyas-kāmasya mānini | yasyāṁ sva-dhuram adhyasya pumāṁś carati vijvaraḥ

'Sie, die man als die Hälfte des eigenen Selbst dessen bezeichnet, der nach dem Höchsten Guten verlangt, o Stolze - auf sie seine eigene Last legend, wandelt der Mann sorgenfrei umher.'

Wort für Wort
yām āhur ātmano hy ardham
die man als die Hälfte des eigenen Selbst bezeichnet
śreyas-kāmasya mānini
dessen, der nach dem Höchsten Guten verlangt, o Stolze
yasyāṁ sva-dhuram adhyasya
auf die er die eigene Last legend
pumāṁś carati vijvaraḥ
wandelt der Mann sorgenfrei umher

yām āśrityendriyārātīn durjayān itarāśramaiḥ | vayaṁ jayema helābhiḥ dasyūn durga-patir yathā

'Auf sie gestützt, besiegen wir die durch die anderen Lebensstufen schwer zu besiegenden Feinde in Gestalt der Sinne mit Leichtigkeit, wie ein Festungsherr die Räuber besiegt.'

Wort für Wort
yām āśrityendriyārātīn
sich auf die stützend, die Feinde [in Gestalt] der Sinne
durjayān itarāśramaiḥ
schwer zu besiegen durch die anderen Lebensstufen
vayaṁ jayema helābhiḥ
wir besiegen [sie] mit Leichtigkeit
dasyūn durga-patir yathā
wie ein Festungsherr die Räuber

na vayaṁ prabhavas tāṁ tvām anukartuṁ gṛheśvari | apy āyuṣā vā kārtsnyena ye cānye guṇa-gṛdhnavaḥ

'Wir sind nicht fähig, dir, o Herrin des Hauses, gleichzukommen - selbst mit einem ganzen Leben nicht, ebenso wenig wie andere, die nach deinen Vorzügen begehren.'

Wort für Wort
na vayaṁ prabhavas tāṁ tvām
wir sind nicht fähig, dir
anukartuṁ gṛheśvari
gleichzukommen, o Herrin des Hauses
apy āyuṣā vā kārtsnyena
selbst mit dem [ganzen] Leben, in seiner Gesamtheit
ye cānye guṇa-gṛdhnavaḥ
und die anderen, die nach [deinen] Vorzügen begierig sind

athāpi kāmam etaṁ te prajātyai karavāṇy alam | yathā māṁ nātirocanti muhūrtaṁ pratipālaya

'Dennoch werde ich diesen deinen Wunsch nach Zeugung vollauf erfüllen; damit die Umstände mich nicht zu sehr bedrängen, warte nur einen Augenblick.'

Wort für Wort
athāpi kāmam etaṁ te
dennoch, diesen deinen Wunsch
prajātyai karavāṇy alam
für die Zeugung werde ich vollauf erfüllen
yathā māṁ nātirocanti
so dass mich nicht [zu sehr] belasten
muhūrtaṁ pratipālaya
warte einen Augenblick

eṣā ghoratamā velā ghorāṇāṁ ghora-darśanā | caranti yasyāṁ bhūtāni bhūteśānucarāṇi ha

'Dies ist die schrecklichste Zeit, von schrecklichem Anblick für die Schrecklichen, in der die Wesen umherwandeln, die Gefolgsleute des Herrn der Wesen.'

Wort für Wort
eṣā ghoratamā velā
dies ist die schrecklichste Zeit
ghorāṇāṁ ghora-darśanā
der Schrecklichen, von schrecklichem Anblick
caranti yasyāṁ bhūtāni
in der die Wesen umherwandeln
bhūteśānucarāṇi ha
die Gefolgsleute des Herrn der Wesen fürwahr

etasyāṁ sādhvi sandhyāyāṁ | bhagavān bhūta-bhāvanaḥ | parīto bhūta-parṣadbhir | vṛṣeṇāṭati bhūtarāṭ

'In dieser Dämmerung, o Tugendhafte, wandelt der Erhabene, der Urheber der Wesen, der König der Geisterwesen, umgeben von seinen Geisterscharen, auf seinem Stier umher.'

Wort für Wort
etasyāṁ sādhvi sandhyāyām
in dieser, o Tugendhafte, Dämmerung
bhagavān bhūta-bhāvanaḥ
der Erhabene, der Urheber der Wesen
parīto bhūta-parṣadbhiḥ
umgeben von den Geisterscharen
vṛṣeṇāṭati bhūtarāṭ
auf dem Stier wandelt umher, der König der Wesen

śmaśāna-cakrānila-dhūli-dhūmra-vikīrṇa-vidyota-jaṭā-kalāpaḥ | bhasmāvaguṇṭhāmala-rukma-deho devas tribhiḥ paśyati devaras te

'Vom Wind der Verbrennungsplatzasche grau gefärbt, mit zerzausten, glänzenden Haarlocken, sein reiner, goldener Körper mit Asche bedeckt - der Gott, dein Schwager, sieht mit drei Augen.'

Wort für Wort
śmaśāna-cakrānila-dhūli-dhūmra-
vom Wind der Verbrennungsplatz-Asche grau gefärbt
vikīrṇa-vidyota-jaṭā-kalāpaḥ
mit zerzausten, glänzenden Haarlocken
bhasmāvaguṇṭhāmala-rukma-deho
mit Asche bedeckt, sein reiner goldener Körper
devas tribhiḥ paśyati devaras te
der Gott sieht mit drei [Augen], dein Schwager

[?] 'devaras te' (wörtlich: dein Schwager) - traditionelle Bezeichnung Rudras im Verhaeltnis zu Diti, deren genaue verwandtschaftliche Grundlage im Text nicht erlaeutert wird.

na yasya loke sva-janaḥ paro vā nātyādṛto nota kaścid vigarhyaḥ | vayaṁ vratair yac-caraṇāpaviddhām āśāsmahe 'jāṁ bata bhukta-bhogām

'Für ihn gibt es in der Welt weder Eigene noch Fremde, weder übermäßig Geachtete noch irgendwie Verachtenswerte - wir aber erhoffen uns durch unsere Gelübde wahrlich jene von seinen Füßen verstoßene Ziege, die schon der weltlichen Genüsse teilhaftig geworden ist.'

Wort für Wort
na yasya loke sva-janaḥ paro vā
für den es in der Welt weder Eigene noch Fremde gibt
nātyādṛto nota kaścid vigarhyaḥ
weder übermäßig Geachtete noch Verachtenswerte
vayaṁ vratair yac-caraṇāpaviddhām
wir, durch [unsere] Gelübde, seine von den Füßen verstoßene
āśāsmahe 'jāṁ bata bhukta-bhogām
erhoffen uns die Ziege, die schon Genüsse erfahren hat

[?] Stark verraetselter, allegorischer Vers (traditionelles Bild der 'Ziege'); unabhaengig aus der Grammatik erschlossen, Bedeutung unsicher, ohne Kommentar-Ruecksprache.

yasyānavadyācaritaṁ manīṣiṇo gṛṇanty avidyā-paṭalaṁ bibhitsavaḥ | nirasta-sāmyātiśayo 'pi yat svayaṁ piśāca-caryām acarad gatiḥ satām

'Dessen tadelloses Verhalten die Weisen preisen, die die Hülle der Unwissenheit zu zerreißen wünschen - obwohl ihm weder Gleichheit noch Übertreffen durch andere zukommt, übte er selbst, die Zuflucht der Guten, das Verhalten eines Dämons.'

Wort für Wort
yasyānavadyācaritaṁ manīṣiṇo
dessen tadelloses Verhalten die Weisen
gṛṇanty avidyā-paṭalaṁ bibhitsavaḥ
preisen, die die Hülle der Unwissenheit zu zerreißen wünschen
nirasta-sāmyātiśayo 'pi yat svayam
obwohl er, dem Gleichheit und Übertreffen fremd sind, selbst
piśāca-caryām acarad gatiḥ satām
das Verhalten eines Dämons übte, die Zuflucht der Guten

hasanti yasyācaritaṁ hi durbhagāḥ svātman-ratasyāviduṣaḥ samīhitam | yair vastra-mālyābharaṇānulepanaiḥ śva-bhojanaṁ svātmatayopalālitam

'Über dessen Verhalten fürwahr die Unglücklichen lachen - über das Streben dessen, der sich am eigenen Selbst erfreut - jene Unwissenden, die mit Kleidung, Blumenkränzen, Schmuck und Salben den vergänglichen Körper als ihr eigenes Selbst gehätschelt haben.'

Wort für Wort
hasanti yasyācaritaṁ hi durbhagāḥ
über dessen Verhalten fürwahr die Unglücklichen lachen
svātman-ratasyāviduṣaḥ samīhitam
das Streben dessen, der sich am eigenen Selbst erfreut, die Unwissenden
yair vastra-mālyābharaṇānulepanaiḥ
durch die mit Kleidung, Kränzen, Schmuck, Salben
śva-bhojanaṁ svātmatayopalālitam
den Hundefraß als das eigene Selbst gehätschelt haben

brahmādayo yat-kṛta-setu-pālā yat-kāraṇaṁ viśvam idaṁ ca māyā | ājñā-karī yasya piśāca-caryā aho vibhūmnaś caritaṁ viḍambanam

'Brahmā und die anderen sind die Hüter der von ihm gemachten Dharma-Grenzen; dieses Universum und die Māyā haben ihn zur Ursache; sein Verhalten als Geist vollzieht nur seinen eigenen Befehl - o, das Verhalten des Mächtigen ist nur zum Schein.'

Wort für Wort
brahmādayo yat-kṛta-setu-pālā
Brahmā und die anderen, die Hüter der von ihm gemachten Grenzen
yat-kāraṇaṁ viśvam idaṁ ca māyā
dessen Ursache dieses Universum und die Māyā [sind]
ājñā-karī yasya piśāca-caryā
dessen Befehl ausführend, das Verhalten eines Geistes
aho vibhūmnaś caritaṁ viḍambanam
o, das Verhalten des Mächtigen ist eine Täuschung [zum Schein]

maitreya uvāca | saivaṁ saṁvidite bhartrā | manmathonmathitendriyā | jagrāha vāso brahmarṣer | vṛṣalīva gata-trapā

Maitreya sprach: Sie, deren Sinne vom Liebesgott aufgewühlt waren, ergriff, während der Gemahl ihr so seine Bedenken mitteilte, wie eine ihrer Scham entledigte, niedere Frau das Gewand des Brahmanenweisen.

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
saivaṁ saṁvidite bhartrā
sie, so, während der Gemahl [dies] mitteilte
manmathonmathitendriyā
deren Sinne vom Liebesgott aufgewühlt waren
jagrāha vāso brahmarṣer
ergriff sie das Gewand des Brahmanenweisen
vṛṣalīva gata-trapā
wie eine niedere Frau, aller Scham entledigt

sa viditvātha bhāryāyās taṁ nirbandhaṁ vikarmaṇi | natvā diṣṭāya rahasi tayāthopaviveśa hi

Er, dann die Beharrlichkeit seiner Gemahlin hinsichtlich der verbotenen Handlung erkennend, verneigte sich vor dem Schicksal und setzte sich im Verborgenen fürwahr mit ihr zusammen.

Wort für Wort
sa viditvātha bhāryāyāḥ
er, dann, die [Beharrlichkeit] der Gemahlin erkennend
taṁ nirbandhaṁ vikarmaṇi
jene Beharrlichkeit in Bezug auf die verbotene Handlung
natvā diṣṭāya rahasi
sich verneigend vor dem Schicksal, im Verborgenen
tayāthopaviveśa hi
setzte er sich fürwahr mit ihr zusammen

athopaspṛśya salilaṁ prāṇān āyamya vāg-yataḥ | dhyāyañ jajāpa virajaṁ brahma jyotiḥ sanātanam

Dann, Wasser berührend, den Atem zurückhaltend und die Rede beherrschend, meditierte und murmelte er das reine, ewige Brahman, das Licht.

Wort für Wort
athopaspṛśya salilam
dann, Wasser berührend
prāṇān āyamya vāg-yataḥ
den Atem zurückhaltend, die Rede beherrschend
dhyāyañ jajāpa virajam
meditierend, murmelte er das reine
brahma jyotiḥ sanātanam
Brahman, das ewige Licht

ditis tu vrīḍitā tena karmāvadyena bhārata | upasaṅgamya viprarṣim adho-mukhy abhyabhāṣata

Diti aber, beschämt durch jene tadelnswerte Handlung, o Bhārata, näherte sich dem Brahmanenweisen und sprach mit gesenktem Gesicht.

Wort für Wort
ditis tu vrīḍitā tena
Diti aber, beschämt durch jene
karmāvadyena bhārata
tadelnswerte Handlung, o Bhārata
upasaṅgamya viprarṣim
sich dem Brahmanenweisen nähernd
adho-mukhy abhyabhāṣata
mit gesenktem Gesicht, sprach sie

ditir uvāca | na me garbham imaṁ brahman | bhūtānām ṛṣabho 'vadhīt | rudraḥ patir hi bhūtānāṁ | yasyākaravam aṁhasam

Diti sprach: 'Möge, o Brahmane, der Beste der Wesen - Rudra, der Herr der Wesen, gegen den ich fürwahr eine Sünde begangen habe - nicht diesen meinen Embryo vernichten.'

Wort für Wort
ditir uvāca
Diti sprach
na me garbham imaṁ brahman
nicht möge, o Brahmane, diesen meinen Embryo
bhūtānām ṛṣabho 'vadhīt
der Beste der Wesen vernichten
rudraḥ patir hi bhūtānām
Rudra, der Herr der Wesen fürwahr
yasyākaravam aṁhasam
gegen den ich eine Sünde begangen habe

namo rudrāya mahate devāyogrāya mīḍhuṣe | śivāya nyasta-daṇḍāya dhṛta-daṇḍāya manyave

'Verehrung Rudra, dem Großen, dem Gott, dem Furchtbaren, dem Gnädigen, dem Wohltätigen, der den Stab der Strafe niedergelegt hat, und dem den Stab Haltenden, dem Zornigen.'

Wort für Wort
namo rudrāya mahate
Verehrung Rudra, dem Großen
devāyogrāya mīḍhuṣe
dem Gott, dem Furchtbaren, dem Gnädigen
śivāya nyasta-daṇḍāya
dem Wohltätigen, der den Stab niedergelegt hat
dhṛta-daṇḍāya manyave
dem den Stab Haltenden, dem Zornigen

sa naḥ prasīdatāṁ bhāmo bhagavān urv-anugrahaḥ | vyādhasyāpy anukampyānāṁ strīṇāṁ devaḥ satī-patiḥ

'Er, obwohl zornig, der Erhabene, dessen Gnade groß ist, möge uns gnädig sein - der Gott, der Gemahl der Satī, ist gegenüber Frauen mitleidig, die selbst von einem Jäger bemitleidet würden.'

Wort für Wort
sa naḥ prasīdatāṁ bhāmo
er, [obwohl] zornig, möge uns gnädig sein
bhagavān urv-anugrahaḥ
der Erhabene, dessen Gnade groß ist
vyādhasyāpy anukampyānām
selbst von einem Jäger bemitleidenswert
strīṇāṁ devaḥ satī-patiḥ
der Gott, der Gemahl der Satī, gegenüber Frauen

maitreya uvāca | sva-sargasyāśiṣaṁ lokyām | āśāsānāṁ pravepatīm | nivṛtta-sandhyā-niyamo | bhāryām āha prajāpatiḥ

Maitreya sprach: Zu seiner Gemahlin, die für ihre eigene Nachkommenschaft weltlichen Segen erhoffte und zitterte, sprach, von den Dämmerungsriten zurückgekehrt, der Herr der Geschöpfe.

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
sva-sargasyāśiṣaṁ lokyām
für ihre eigene Nachkommenschaft, den weltlichen Segen
āśāsānāṁ pravepatīm
erhoffend, zitternd
nivṛtta-sandhyā-niyamo
von den Dämmerungsriten zurückgekehrt
bhāryām āha prajāpatiḥ
zu [seiner] Gemahlin sprach der Herr der Geschöpfe

kaśyapa uvāca | aprāyatyād ātmanas te | doṣān mauhūrtikād uta | man-nideśāticāreṇa | devānāṁ cātihelanāt

Kaśyapa sprach: 'Aufgrund der Unreinheit deines eigenen Selbst, aufgrund des Fehlers der ungünstigen Stunde, durch die Übertretung meiner Anweisung und durch die Missachtung der Götter...'

Wort für Wort
kaśyapa uvāca
Kaśyapa sprach
aprāyatyād ātmanas te
aufgrund der Unreinheit deines Selbst
doṣān mauhūrtikād uta
und aufgrund des Fehlers der [ungünstigen] Stunde
man-nideśāticāreṇa
durch Übertretung meiner Anweisung
devānāṁ cātihelanāt
und durch die Missachtung der Götter

bhaviṣyatas tavābhadrāv abhadre jāṭharādhamau | lokān sa-pālāṁs trīṁś caṇḍi muhur ākrandayiṣyataḥ

'... werden dir, o Unheilvolle, zwei unheilvolle, aus dem Schoß niederträchtigste Söhne entstehen, die, o Zornige, wiederholt die drei Welten samt ihren Hütern zum Weinen bringen werden.'

Wort für Wort
bhaviṣyatas tavābhadrāv abhadre
werden entstehen dir, die beiden Unheilvollen, o Unheilvolle
jāṭharādhamau
die niederträchtigsten aus dem Schoß
lokān sa-pālāṁs trīṁś caṇḍi
die drei Welten samt ihren Hütern, o Zornige
muhur ākrandayiṣyataḥ
werden sie wiederholt zum Weinen bringen

prāṇināṁ hanyamānānāṁ dīnānām akṛtāgasām | strīṇāṁ nigṛhyamāṇānāṁ kopiteṣu mahātmasu

'... der getöteten, elenden, unschuldigen Lebewesen, der unterdrückten Frauen - wenn die großen Seelen darüber erzürnt sind...'

Wort für Wort
prāṇināṁ hanyamānānām
der getöteten Lebewesen
dīnānām akṛtāgasām
der Elenden, der Unschuldigen
strīṇāṁ nigṛhyamāṇānām
der unterdrückten Frauen
kopiteṣu mahātmasu
wenn die großen Seelen erzürnt sind

tadā viśveśvaraḥ kruddho bhagavāl loka-bhāvanaḥ | haniṣyaty avatīryāsau yathādrīn śataparva-dhṛk

'... dann wird der zornige Herr des Universums, der Erhabene, der Urheber der Welten, herabsteigend sie töten, wie einer, der den Hundertgliedrigen Blitz trägt, Berge zerschmettert.'

Wort für Wort
tadā viśveśvaraḥ kruddho
dann wird der zornige Herr des Universums
bhagavāl loka-bhāvanaḥ
der Erhabene, der Urheber der Welten
haniṣyaty avatīryāsau
er wird herabsteigend töten
yathādrīn śataparva-dhṛk
wie [er] Berge, der den Hundertgliedrigen [Blitz] trägt

ditir uvāca | vadhaṁ bhagavatā sākṣāt | sunābhodāra-bāhunā | āśāse putrayor mahyaṁ | mā kruddhād brāhmaṇād prabho

Diti sprach: 'Ich erhoffe für meine beiden Söhne den Tod durch den Erhabenen selbst, den großarmigen Träger des Sunābha-Diskus, nicht aber durch einen zornigen Brahmanen, o Herr.'

Wort für Wort
ditir uvāca
Diti sprach
vadhaṁ bhagavatā sākṣāt
die Tötung durch den Erhabenen selbst
sunābhodāra-bāhunā
durch den mit dem Sunābha [Diskus], großarmigen
āśāse putrayor mahyam
erhoffe ich für meine beiden Söhne
mā kruddhād brāhmaṇād prabho
nicht [aber den Tod] durch einen zornigen Brahmanen, o Herr

na brahma-daṇḍa-dagdhasya | na bhūta-bhayadasya ca | nārakāś cānugṛhṇanti | yāṁ yāṁ yonim asau gataḥ

'Denn dem vom Brahmanenfluch Verbrannten, der zugleich den Wesen Furcht einflößt, erweisen selbst die Höllenwesen keine Gnade, in welchen Mutterschoß er auch wiedergeboren gelangen mag.'

Wort für Wort
na brahma-daṇḍa-dagdhasya
für den vom Brahmanen-Stab Verbrannten
na bhūta-bhayadasya ca
und für den, der den Wesen Furcht einflößt
nārakāś cānugṛhṇanti
selbst die Höllenwesen erweisen keine Gnade
yāṁ yāṁ yonim asau gataḥ
in welchen Schoß auch immer jener gelangt

kaśyapa uvāca | kṛta-śokānutāpena | sadyaḥ pratyavamarśanāt | bhagavaty uru-mānāc ca | bhave mayy api cādarāt || putrasyaiva ca putrāṇāṁ | bhavitaikaḥ satāṁ mataḥ | gāsyanti yad-yaśaḥ śuddhaṁ | bhagavad-yaśasā samam

Kaśyapa sprach: 'Durch die Reue über den begangenen Kummer, durch sofortige Selbstprüfung, durch große Verehrung für den Erhabenen und durch Achtung sowohl gegenüber Bhava als auch gegenüber mir - unter den Söhnen deines Sohnes wird einer sein, der von den Guten geachtet wird, dessen reinen Ruhm sie besingen werden, gleich dem Ruhm des Erhabenen selbst.'

Wort für Wort
kaśyapa uvāca
Kaśyapa sprach
kṛta-śokānutāpena
durch die Reue über den begangenen Kummer
sadyaḥ pratyavamarśanāt
durch sofortige Selbstprüfung
bhagavaty uru-mānāc ca
und durch große Verehrung für den Erhabenen
bhave mayy api cādarāt
und durch Achtung gegenüber Bhava und mir
putrasyaiva ca putrāṇāṁ bhavitaikaḥ satāṁ mataḥ
und des Sohnes eigener Söhne wird einer sein, von den Guten geachtet
gāsyanti yad-yaśaḥ śuddhaṁ bhagavad-yaśasā samam
dessen reinen Ruhm sie besingen werden, gleich dem Ruhm des Erhabenen

[Anm.] Vorausdeutung auf Prahlāda, den kuenftigen Enkel Ditis (Sohn Hiranyakasipus), dessen Geschichte spaeter im Purana ausfuehrlich erzaehlt wird.

yogair hemeva durvarṇaṁ bhāvayiṣyanti sādhavaḥ | nirvairādibhir ātmānaṁ yac-chīlam anuvartitum

'Wie unreines Gold durch Läuterungsmittel, so werden die Guten durch Feindlosigkeit und ähnliches das eigene Selbst läutern, um seiner Wesensart nachzueifern.'

Wort für Wort
yogair hemeva durvarṇam
durch Läuterungsmittel wie unreines Gold
bhāvayiṣyanti sādhavaḥ
werden die Guten [es] läutern
nirvairādibhir ātmānam
durch Feindlosigkeit u.a. das eigene Selbst
yac-chīlam anuvartitum
um dessen Wesensart nachzufolgen

yat-prasādād idaṁ viśvaṁ prasīdati yad-ātmakam | sa sva-dṛg bhagavān yasya toṣyate 'nanyayā dṛśā

'Durch dessen Gnade dieses Universum, dessen Wesen es ist, sich selbst besänftigt sieht, jener Selbst-Schauende, der Erhabene, wird durch ungeteilten Blick zufriedengestellt.'

Wort für Wort
yat-prasādād idaṁ viśvam
durch dessen Gnade dieses Universum
prasīdati yad-ātmakam
sich [selbst] besänftigt, dessen Wesen es ist
sa sva-dṛg bhagavān yasya
er, der Selbst-Schauende, der Erhabene, dessen
toṣyate 'nanyayā dṛśā
er wird zufriedengestellt durch ungeteilten Blick

sa vai mahā-bhāgavato mahātmā mahānubhāvo mahatāṁ mahiṣṭhaḥ | pravṛddha-bhaktyā hy anubhāvitāśaye niveśya vaikuṇṭham imaṁ vihāsyati

'Er ist fürwahr ein großer Gottgeweihter, eine große Seele, von großer Erfahrung, der Größte der Großen - mit einem durch angewachsene Hingabe erleuchteten Herzen, in dem er Vaikuṇṭha gegenwärtig gemacht hat, wird er diese Welt verlassen.'

Wort für Wort
sa vai mahā-bhāgavato mahātmā
er ist fürwahr ein großer Hingegebener, eine große Seele
mahānubhāvo mahatāṁ mahiṣṭhaḥ
von großer Erfahrung, der Größte der Großen
pravṛddha-bhaktyā hy anubhāvitāśaye
durch angewachsene Hingabe, mit erleuchtetem Herzen
niveśya vaikuṇṭham imaṁ vihāsyati
Vaikuṇṭha darin hineinversetzt, wird er [diese Welt] verlassen

alampaṭaḥ śīla-dharo guṇākaro hṛṣṭaḥ pararddhyā vyathito duḥkhiteṣu | abhūta-śatrur jagataḥ śoka-hartā naidāghikaṁ tāpam ivoḍurājaḥ

'Nicht lüstern, von gutem Charakter, eine Fundgrube von Tugenden, erfreut über fremdes Wohlergehen, betrübt angesichts der Leidenden, ohne je Feinde gehabt zu haben - er wird der Welt den Kummer vertreiben, wie der Mondkönig die sommerliche Hitze.'

Wort für Wort
alampaṭaḥ śīla-dharo guṇākaraḥ
nicht lüstern, von gutem Charakter, eine Fundgrube von Tugenden
hṛṣṭaḥ pararddhyā vyathito duḥkhiteṣu
erfreut über fremdes Wohlergehen, betrübt bei den Leidenden
abhūta-śatrur jagataḥ śoka-hartā
ohne Feinde gehabt zu haben, der Kummer-Vertreiber der Welt
naidāghikaṁ tāpam ivoḍurājaḥ
wie der Mond die sommerliche Hitze

antar bahiś cāmalam abja-netraṁ sva-pūruṣecchānugṛhīta-rūpam | pautras tava śrī-lalanā-lalāmaṁ draṣṭā sphurat-kuṇḍala-maṇḍitānanam

'Dein Enkel, innen und außen makellos, mit Lotosaugen, dessen Gestalt durch den Willen seines eigenen höchsten Puruṣa mit Gnade erfüllt ist, das Schmuckstück unter den von Śrī Geliebten - er wird den Herrn mit strahlenden, sein Antlitz schmückenden Ohrringen erblicken.'

Wort für Wort
antar bahiś cāmalam abja-netram
innen und außen makellos, mit Lotosaugen
sva-pūruṣecchānugṛhīta-rūpam
dessen Gestalt durch den Willen seines Puruṣa mit Gnade versehen ist
pautras tava śrī-lalanā-lalāmam
dein Enkel, das Schmuckstück der [Göttin] Śrī unter den Frauen
draṣṭā sphurat-kuṇḍala-maṇḍitānanam
er wird sehen [den Herrn] mit strahlenden Ohrringen geschmücktem Antlitz

maitreya uvāca | śrutvā bhāgavataṁ pautram | amodata ditir bhṛśam | putrayoś ca vadhaṁ kṛṣṇād | viditvāsīn mahā-manāḥ

Maitreya sprach: Nachdem sie von dem gottgeweihten Enkel gehört hatte, freute sich Diti überaus, und da sie nun auch um den Tod ihrer beiden Söhne durch Kṛṣṇa wusste, wurde sie hochgesinnt.

Wort für Wort
maitreya uvāca
Maitreya sprach
śrutvā bhāgavataṁ pautram
nachdem sie von dem gottgeweihten Enkel gehört hatte
amodata ditir bhṛśam
freute sich Diti überaus
putrayoś ca vadhaṁ kṛṣṇād
und über den Tod ihrer beiden Söhne durch Kṛṣṇa
viditvāsīn mahā-manāḥ
dies wissend, wurde sie großmütig

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