Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 94: priyavrata-caritam [?] Die Taten des Mahārāja Priyavrata

rājā uvāca priyavrato bhāgavata ātmārāmaḥ kathaṁ mune gṛhe 'ramata yan-mūlaḥ karma-bandhaḥ parābhavaḥ

Der König sprach: Wie, o Weiser, verweilte Priyavrata, der große Geweihte, der sich im eigenen Selbst erfreut, gern im Haus – jenem Haus, dessen Wurzel die Fessel des (fruchtbringenden) Handelns und die Niederlage (des Lebenszwecks) ist?

Wort für Wort
rājā
der König (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
priyavrataḥ
Priyavrata (Nom.)
bhāgavataḥ
der Gottgeweihte (Nom.)
ātma-ārāmaḥ
der sich im Selbst erfreut (Nom., Bahuvrīhi)
katham
wie, warum (Adv.)
mune
o Weiser (Vok.)
gṛhe
im Haus (Lok.)
aramata
verweilte gern, erfreute sich (3.Sg.Impf.Med.)
yan-mūlaḥ
dessen Wurzel (das) ist (Nom., Bahuvrīhi)
karma-bandhaḥ
die Fessel des Handelns (Nom., Tatpuruṣa)
parābhavaḥ
die Niederlage (Nom.)

na nūnaṁ mukta-saṅgānāṁ tādṛśānāṁ dvijarṣabha gṛheṣv abhiniveśo 'yaṁ puṁsāṁ bhavitum arhati

Fürwahr, o Bester der Zweifachgeborenen, bei solchen Menschen, die von aller Anhaftung befreit sind, dürfte diese Verhaftung ans Hausleben nicht vorkommen.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
nūnam
gewiss, fürwahr (Adv.)
mukta-saṅgānām
die von Anhaftung befreit sind (Gen.Pl.)
tādṛśānām
solcher, derartiger (Gen.Pl.)
dvija-ṛṣabha
o Stier/Bester der Zweimalgeborenen (Vok.)
gṛheṣu
im Hausleben (Lok.Pl.)
abhiniveśaḥ
die Vertiefung, Verhaftung (Nom.)
ayam
diese (Nom.)
puṁsām
der Menschen (Gen.Pl.)
bhavitum
zu sein, zu geschehen (Inf.)
arhati
geziemt sich, ist möglich (3.Sg.Präs.)

mahatāṁ khalu viprarṣe uttamaśloka-pādayoḥ chāyā-nirvṛta-cittānāṁ na kuṭumbe spṛhā-matiḥ

Bei den Großen (Mahatmas) nämlich, o Weiser unter den Brahmanen, deren Geist durch den Schatten der Füße dessen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird, befriedet ist, gibt es kein nach der Familie verlangendes Denken.

Wort für Wort
mahatām
der Großen, Mahatmas (Gen.Pl.)
khalu
nämlich, wahrlich (Partikel)
vipra-ṛṣe
o Weiser unter den Brahmanen (Vok.)
uttamaśloka-pādayoḥ
der Füße dessen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird (Gen.Dual)
chāyā
durch den Schatten (Kompositionsglied, Instr.-Sinn)
nirvṛta-cittānām
deren Geist befriedet/gestillt ist (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
na
nicht (Neg.)
kuṭumbe
an der Familie (Lok.)
spṛhā-matiḥ
das nach Verlangen strebende Denken (Nom.)

saṁśayo 'yaṁ mahān brahman dārāgāra-sutādiṣu saktasya yat siddhir abhūt kṛṣṇe ca matir acyutā

Dies ist ein großer Zweifel, o Brahmane: dass bei einem, der an Gattin, Haus, Söhnen und dergleichen haftet, dennoch Vollendung eintrat und (sein) Denken unwandelbar auf Kṛṣṇa gerichtet war.

Wort für Wort
saṁśayaḥ
der Zweifel (Nom.)
ayam
dieser (Nom.)
mahān
groß (Nom.)
brahman
o Brahmane (Vok.)
dāra-āgāra-suta-ādiṣu
an Gattin, Haus, Söhnen usw. (Lok.Pl.)
saktasya
eines Anhaftenden (Gen.)
yat
dass (Konj.)
siddhiḥ
Vollendung (Nom.)
abhūt
eintrat, wurde (3.Sg.Aor.)
kṛṣṇe
auf Kṛṣṇa (Lok.)
ca
und (Konj.)
matiḥ
das Denken, die Gesinnung (Nom.)
acyutā
unwandelbar, unfehlbar (Nom.Fem.Adj.)

acyutā spielt möglicherweise zugleich auf den Namen Acyuta (Kṛṣṇa) an.

śrī-śuka uvāca bāḍham uktaṁ bhagavata uttamaślokasya śrīmac-caraṇāravinda-makaranda-rasa āveśita-cetaso bhāgavata-paramahaṁsa-dayita-kathāṁ kiñcid antarāya-vihatāṁ svāṁ śivatamāṁ padavīṁ na prāyeṇa hinvanti.

Śrī Śuka sprach: Wahrlich, richtig gesagt ist dies: Diejenigen, deren Bewusstsein in den Nektarsaft der glanzvollen Lotosfüße des mit erhabenen Versen Gepriesenen versunken ist, geben ihren eigenen, höchst heilsamen Pfad – die den befreiten Geweihten liebe Erzählung –, auch wenn er zuweilen durch irgendein Hindernis unterbrochen wird, meist nicht auf.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ
der ehrwürdige Śuka (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
bāḍham
gewiss, richtig (Adv.)
uktam
gesagt (Ptz.Perf.Pass., Nom.Neutr.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
uttamaślokasya
dessen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird (Gen.)
śrīmat-caraṇa-aravinda
der glanzvollen Lotosfüße (Kompositionsglied)
makaranda-rase
im Nektarsaft, Blütenhonig (Lok.)
āveśita-cetasaḥ
deren Bewusstsein versunken ist (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
bhāgavata-paramahaṁsa-dayitām
den Geweihten und befreiten Weisen liebe (Akk.Fem.)
kathām
Erzählung (Akk.)
kiñcit
irgendetwas, ein wenig (Adv.)
antarāya-vihatām
durch ein Hindernis behindert/unterbrochen (Akk., Ptz.)
svām
die eigene (Akk.)
śivatamām
höchst heilsame (Akk., Superlativ)
padavīm
den Pfad, Weg (Akk.)
na
nicht (Neg.)
prāyeṇa
meist, in der Regel (Adv.)
hinvanti
geben auf, verlassen (3.Pl.Präs.)

yarhi vāva ha rājan sa rāja-putraḥ priyavrataḥ parama-bhāgavato nāradasya caraṇopasevayāñjasāvagata-paramārtha-satattvo brahma-satreṇa dīkṣiṣyamāṇo 'vani-tala-paripālanāyāmnāta-pravara-guṇa-gaṇaikānta-bhājanatayā sva-pitropāmantrito bhagavati vāsudeva evāvyavadhāna-samādhi-yogena samāveśita-sakala-kāraka-kriyā-kalāpo naivābhyanandad yadyapi tad apratyāmnātavyaṁ tad-adhikaraṇa ātmano 'nyasmād asato 'pi parābhavam anvīkṣamāṇaḥ.

Als, o König, jener Königssohn Priyavrata – der höchste Geweihte, der durch den Dienst an Nāradas Füßen rasch die Erkenntnis der wahren höchsten Wahrheit erlangt hatte, der, im Begriff sich der ununterbrochenen Betrachtung des Absoluten zu weihen, weil er allein das Gefäß der in den Schriften gepriesenen höchsten Tugenden war, von seinem eigenen Vater aufgefordert wurde, und dessen gesamte Tätigkeit aller Sinnesorgane einzig auf den Erhabenen Vāsudeva durch ununterbrochene Versenkung ausgerichtet war – (dies) keineswegs guthieß, obwohl jener Befehl nicht zurückgewiesen werden durfte, da er im Hinblick auf jenes Amt einen Niedergang seiner selbst durch etwas anderes, Unwirkliches, voraussah.

Wort für Wort
yarhi
als, weil (Konj.)
vāva ha
fürwahr, gewiss (Partikeln)
rājan
o König (Vok.)
saḥ
jener (Nom.)
rāja-putraḥ
der Königssohn (Nom.)
priyavrataḥ
Priyavrata (Nom.)
parama-bhāgavataḥ
der höchste Geweihte (Nom.)
nāradasya
Nāradas (Gen.)
caraṇa-upasevayā
durch Dienst an den Füßen (Instr.)
añjasā
rasch, unmittelbar (Adv.)
avagata-paramārtha-sa-tattvaḥ
der die Wahrheit des höchsten Sinnes samt allem Wissbaren erkannt hatte (Nom., Bahuvrīhi)
brahma-satreṇa
durch fortwährende Betrachtung des Absoluten (Instr.)
dīkṣiṣyamāṇaḥ
im Begriff, sich zu weihen (Fut.Ptz.Med., Nom.)
avani-tala-paripālanāya
zum Schutz der Erdoberfläche (Dat.)
āmnāta-pravara-guṇa-gaṇa-ekānta-bhājanatayā
weil er allein das Gefäß der in den Schriften gepriesenen höchsten Eigenschaften war (Instr.)
sva-pitrā
vom eigenen Vater (Instr.)
upāmantritaḥ
aufgefordert, gebeten (Nom., Ptz.Perf.Pass.)
bhagavati vāsudeve
auf den Erhabenen Vāsudeva (Lok.)
eva
gerade, allein (Partikel)
avyavadhāna-samādhi-yogena
durch ununterbrochene meditative Versenkung (Instr.)
samāveśita-sakala-kāraka-kriyā-kalāpaḥ
dessen gesamte Tätigkeit aller Sinnesorgane darauf gerichtet war (Nom., Bahuvrīhi)
na eva
keineswegs (Neg.)
abhyanandat
hieß gut, begrüßte (3.Sg.Impf.)
yadyapi
obwohl (Konj.)
tat
jenes (Akk.)
apratyāmnātavyam
nicht zurückweisbar (Gerundiv, Akk.)
tad-adhikaraṇe
in Bezug auf jenes Amt (Lok.)
ātmanaḥ
seiner selbst (Gen.)
anyasmāt
durch etwas anderes (Abl.)
asataḥ
des Unwirklichen, Vergänglichen (Abl.)
api
sogar, auch (Partikel)
parābhavam
Niedergang, Niederlage (Akk.)
anvīkṣamāṇaḥ
voraussehend, betrachtend (Nom., Ptz.Präs.Med.)

atha ha bhagavān ādi-deva etasya guṇa-visargasya paribṛṁhaṇānudhyāna-vyavasita-sakala-jagad-abhiprāya ātma-yonir akhila-nigama-nija-gaṇa-pariveṣṭitaḥ sva-bhavanād avatatāra.

Da stieg der Erhabene, der erste Gott, der Selbstentsprungene, dessen Ziel für die gesamte Welt darin bestand, stets über die Mehrung dieser Ausgießung der Erscheinungsweisen nachzusinnen, umgeben von der Gesamtheit der Veden als seinem eigenen Gefolge, aus seiner eigenen Wohnstätte herab.

Wort für Wort
atha ha
da, hierauf (Adv./Partikel)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
ādi-devaḥ
der erste Gott (Nom., hier Brahmā)
etasya
dieser (Gen.)
guṇa-visargasya
der Ausgießung/Schöpfung der Erscheinungsweisen (Gen.)
paribṛṁhaṇa-anudhyāna-vyavasita
durch stetes Nachsinnen über deren Mehrung bestimmt (Ptz.)
sakala-jagat-abhiprāyaḥ
dessen Absicht die ganze Welt betrifft (Nom., Bahuvrīhi)
ātma-yoniḥ
der aus sich selbst Entsprungene (Nom., Bahuvrīhi)
akhila-nigama-nija-gaṇa-pariveṣṭitaḥ
umgeben von der Gesamtheit der Veden als eigenem Gefolge (Nom., Ptz.)
sva-bhavanāt
aus der eigenen Wohnstätte (Abl.)
avatatāra
stieg herab (3.Sg.Perf.)

sa tatra tatra gagana-tala uḍu-patir iva vimānāvalibhir anupatham amara-parivṛḍhair abhipūjyamānaḥ pathi pathi ca varūthaśaḥ siddha-gandharva-sādhya-cāraṇa-muni-gaṇair upagīyamāno gandha-mādana-droṇīm avabhāsayann upasasarpa.

Er, hier und dort am Firmament wie der Herr der Sterne, begleitet von Reihen von Flugwagen entlang des Weges, von den Häuptern der Unsterblichen verehrt, auf jedem Pfad und scharenweise von den Scharen der Siddhas, Gandharvas, Sādhyas, Cāraṇas und Weisen besungen, näherte sich, das Tal des Berges Gandhamādana erleuchtend.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
tatra tatra
hier und dort (Adv.)
gagana-tale
am Firmament (Lok.)
uḍu-patiḥ
der Herr der Sterne, der Mond (Nom.)
iva
wie (Partikel)
vimāna-āvalibhiḥ
von Reihen der Flugwagen (Instr.Pl.)
anupatham
dem Weg entlang (Adv.)
amara-parivṛḍhaiḥ
von den Häuptern der Unsterblichen (Instr.Pl.)
abhipūjyamānaḥ
verehrt werdend (Nom., Ptz.Präs.Pass.)
pathi pathi
auf jedem Weg (Lok., distributiv)
ca
und (Konj.)
varūthaśaḥ
scharenweise (Adv.)
siddha-gandharva-sādhya-cāraṇa-muni-gaṇaiḥ
von den Scharen der Siddhas, Gandharvas, Sādhyas, Cāraṇas und Weisen (Instr.Pl.)
upagīyamānaḥ
besungen werdend (Nom., Ptz.Präs.Pass.)
gandha-mādana-droṇīm
das Tal des Berges Gandhamādana (Akk.)
avabhāsayan
erleuchtend (Nom., Ptz.Präs.Akt.)
upasasarpa
näherte sich (3.Sg.Perf.)

tatra ha vā enaṁ devarṣir haṁsa-yānena pitaraṁ bhagavantaṁ hiraṇya-garbham upalabhamānaḥ sahasaivotthāyārhaṇena saha pitā-putrābhyām avahitāñjalir upatasthe.

Als der göttliche Weise dort seinen Vater, den Erhabenen, den Golden-Entsprossenen, auf dem Schwanenwagen herankommend erblickte, erhob er sich sogleich und trat ihm, zusammen mit Vater und Sohn (Manu und Priyavrata), mit ehrerbietig gefalteten Händen und Verehrungsgaben entgegen.

Wort für Wort
tatra
dort (Adv.)
ha vā
wahrlich, gewiss (Partikeln)
enam
diesen (Akk.)
deva-ṛṣiḥ
der göttliche Weise (Nom., Nārada)
haṁsa-yānena
auf dem Schwanenwagen (Instr.)
pitaram
den Vater (Akk.)
bhagavantam
den Erhabenen (Akk.)
hiraṇya-garbham
den Golden-Entsprossenen, Brahmā (Akk.)
upalabhamānaḥ
wahrnehmend, erblickend (Nom., Ptz.Präs.Med.)
sahasā eva
sogleich (Adv.)
utthāya
sich erhoben habend (Absolutiv)
arhaṇena saha
mit Verehrungsgaben (Instr. + Postposition)
pitā-putrābhyām
mit Vater und Sohn (Instr.Dual)
avahita-añjaliḥ
mit ehrerbietig gefalteten Händen (Nom., Bahuvrīhi)
upatasthe
trat entgegen, verehrte (3.Sg.Perf.Med.)

bhagavān api bhārata tad-upanītārhaṇaḥ sūkta-vākenātitarām udita-guṇa-gaṇāvatāra-sujayaḥ priyavratam ādi-puruṣas taṁ sadaya-hāsāvaloka iti hovāca.

Der Erhabene aber, o Bhārata, dem die von ihnen dargebrachten Ehrengaben entgegengenommen wurden, dessen herrlicher Sieg durch das Erscheinen der Schar seiner Tugenden in wohlgesprochener Rede über die Maßen gepriesen wurde, sprach zu jenem Priyavrata – er, die ursprüngliche Person – mit mitleidsvollem, lächelndem Blick.

Wort für Wort
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
api
aber, auch (Partikel)
bhārata
o Nachkomme Bharatas (Vok.)
tat-upanīta-arhaṇaḥ
dem die dargebrachten Verehrungsgaben entgegengenommen wurden (Nom., Bahuvrīhi)
sūkta-vākena
durch wohlgesprochene Rede, Lobpreis (Instr.)
atitarām
über die Maßen, sehr (Adv.)
udita-guṇa-gaṇa-avatāra-sujayaḥ
dessen herrlicher Sieg durch das Erscheinen der Tugendschar gepriesen wurde (Nom., Bahuvrīhi) [?]
priyavratam
zu Priyavrata (Akk.)
ādi-puruṣaḥ
die ursprüngliche Person (Nom.)
tam
zu ihm (Akk.)
sa-daya-hāsa-avalokaḥ
dessen Blick mitleidsvoll und lächelnd war (Nom., Bahuvrīhi)
iti
so (Partikel)
ha uvāca
sprach fürwahr (3.Sg.Perf. + Partikel)

Bezug von 'udita-guṇa-gaṇāvatāra-sujayaḥ' (auf Brahmā oder den Lobpreis Priyavratas) im Sanskrit nicht restlos eindeutig [?].

śrī-bhagavān uvāca nibodha tātedam ṛtaṁ bravīmi māsūyituṁ devam arhasy aprameyam vayaṁ bhavas te tata eṣa maharṣir vahāma sarve vivaśā yasya diṣṭam

Der Erhabene sprach: Vernimm, mein Sohn, dies Wahre, das ich sage: Du sollst dem unermesslichen Gott gegenüber nicht missgünstig sein. Wir – ich, Śiva, dein Vater und dieser große Weise – vollstrecken alle, ohne davon abweichen zu können, den Befehl dessen.

Wort für Wort
śrī-bhagavān
der Erhabene (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
nibodha
vernimm, erkenne (Imp. 2.Sg.)
tāta
o Sohn, mein Lieber (Vok.)
idam
dies (Akk.)
ṛtam
das Wahre (Akk.)
bravīmi
ich sage (1.Sg.Präs.)
mā asūyitum
nicht missgünstig zu sein (Neg. + Inf.)
devam
dem Gott (Akk.)
arhasi
du sollst (2.Sg.Präs.)
aprameyam
den Unermesslichen (Akk.)
vayam
wir (Nom.)
bhavaḥ
Śiva (Nom.)
te
dein (Gen.)
tataḥ
Vater (Nom.)
eṣaḥ
dieser (Nom.)
mahā-ṛṣiḥ
der große Weise (Nom., Nārada)
vahāmaḥ
wir vollführen, tragen aus (1.Pl.Präs.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
vivaśāḥ
unfähig abzuweichen, willenlos (Nom.Pl.)
yasya
dessen (Gen.)
diṣṭam
der Befehl (Akk.)

na tasya kaścit tapasā vidyayā vā na yoga-vīryeṇa manīṣayā vā naivārtha-dharmaiḥ parataḥ svato vā kṛtaṁ vihantuṁ tanu-bhṛd vibhūyāt

Niemand, der einen Körper trägt, vermag durch Askese oder Wissen, noch durch die Kraft des Yoga oder durch Klugheit, noch auch durch Reichtum oder Rechtschaffenheit, sei es von außen oder aus eigener Kraft, das von Ihm Verhängte zu vereiteln.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
tasya
dessen, von diesem (Gen.)
kaścit
irgendjemand (Nom.)
tapasā
durch Askese (Instr.)
vidyayā
durch Wissen (Instr.)
vā
oder (Konj.)
yoga-vīryeṇa
durch die Kraft des Yoga (Instr.)
manīṣayā
durch Klugheit, Verstand (Instr.)
eva
gerade, ganz und gar (Partikel)
artha-dharmaiḥ
durch Reichtum und Rechtschaffenheit (Instr.Pl.)
parataḥ
von außen, durch andere (Abl./Adv.)
svataḥ
aus eigener Kraft (Abl./Adv.)
kṛtam
das Getane, Verhängte (Akk.)
vihantum
zu vereiteln, aufzuheben (Inf.)
tanu-bhṛt
der einen Körper trägt (Nom.)
vibhūyāt
vermöchte (Opt. 3.Sg.)

bhavāya nāśāya ca karma kartuṁ śokāya mohāya sadā bhayāya sukhāya duḥkhāya ca deha-yogam avyakta-diṣṭaṁ janatāṅga dhatte

Zu Geburt und Vergehen, um Handlung zu üben, zu Kummer und Verblendung, stets zu Furcht, zu Glück und zu Leid – dazu nimmt, o Priyavrata, die Menschheit die vom Unmanifesten verhängte Verbindung mit dem Körper an.

Wort für Wort
bhavāya
zur Geburt, zum Entstehen (Dat.)
nāśāya
zum Vergehen, Untergang (Dat.)
ca
und (Konj.)
karma
Handlung, Tätigkeit (Akk.)
kartum
zu üben, zu tun (Inf.)
śokāya
zum Kummer (Dat.)
mohāya
zur Verblendung (Dat.)
sadā
stets (Adv.)
bhayāya
zur Furcht (Dat.)
sukhāya
zum Glück (Dat.)
duḥkhāya
zum Leid (Dat.)
ca
und (Konj.)
deha-yogam
die Verbindung mit dem Körper (Akk.)
avyakta-diṣṭam
vom Unmanifesten verhängt (Akk., Ptz.)
janatā
die Menschheit (Nom.)
aṅga
o mein Lieber (Vok.)
dhatte
nimmt an, trägt (3.Sg.Präs.Med.)

yad-vāci tantyāṁ guṇa-karma-dāmabhiḥ sudustarair vatsa vayaṁ suyojitāḥ sarve vahāmo balim īśvarāya protā nasīva dvi-pade catuṣ-padaḥ

An das lange Seil, welches in der heiligen Rede besteht, sind wir alle, mein Kind, mit den schwer zu überwindenden Stricken der Eigenschaften und Werke gut angebunden; wir alle vollbringen den Dienst für den Herrn – wie Vierfüßler, die, durch die Nase gezogen, dem Zweifüßler unterworfen sind.

Wort für Wort
yat-vāci
in der Rede (den Veden), von welcher (Lok.)
tantyām
an das lange Seil (Lok.)
guṇa-karma-dāmabhiḥ
mit den Stricken der Eigenschaften und Werke (Instr.Pl.)
su-dustaraiḥ
schwer zu überwindenden (Instr.Pl.)
vatsa
o Kind (Vok.)
vayam
wir (Nom.)
su-yojitāḥ
gut angebunden (Nom.Pl.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
vahāmaḥ
wir tragen, vollbringen (1.Pl.Präs.)
balim
Tribut, Opfergabe (Akk.)
īśvarāya
für den Herrn (Dat.)
protāḥ
durchbohrt, gezogen (Nom.Pl., Ptz.)
nasi
an der Nase (Lok.)
iva
wie (Partikel)
dvi-pade
dem Zweifüßler (Dat.)
catuḥ-padaḥ
die Vierfüßler (Nom.Pl.)

īśābhisṛṣṭaṁ hy avarundhmahe 'ṅga duḥkhaṁ sukhaṁ vā guṇa-karma-saṅgāt āsthāya tat tad yad ayuṅkta nāthaś cakṣuṣmatāndhā iva nīyamānāḥ

Denn, mein Kind, wir empfangen das vom Herrn Verhängte – sei es Leid oder Glück, aus der Verbindung mit den Erscheinungsweisen und Werken herrührend –, indem wir uns jeweils in das begeben, wozu uns der Herr eingesetzt hat, so wie Blinde, die von einem Sehenden geführt werden.

Wort für Wort
īśa-abhisṛṣṭam
vom Herrn verhängt, geschaffen (Akk.)
hi
denn (Partikel)
avarundhmahe
wir empfangen, erlangen (1.Pl.Präs.Med.)
aṅga
o mein Lieber (Vok.)
duḥkham
Leid (Akk.)
sukham
Glück (Akk.)
vā
oder (Konj.)
guṇa-karma-saṅgāt
aus der Verbindung mit Erscheinungsweisen und Werken (Abl.)
āsthāya
sich begebend in (Absolutiv)
tat tat
je jenes (Akk., distributiv)
yat
wozu, was (Akk.)
ayuṅkta
einsetzte, verband (3.Sg.Impf.Med.)
nāthaḥ
der Herr (Nom.)
cakṣuṣmatā
von einem Sehenden (Instr.)
andhāḥ
die Blinden (Nom.Pl.)
iva
wie (Partikel)
nīyamānāḥ
geführt werdend (Nom.Pl., Ptz.Präs.Pass.)

mukto 'pi tāvad bibhṛyāt sva-deham ārabdham aśnann abhimāna-śūnyaḥ yathānubhūtaṁ pratiyāta-nidraḥ kiṁ tv anya-dehāya guṇān na vṛṅkte

Auch der Befreite soll, ohne falsche Selbstidentifikation, solange seinen eigenen, durch früheres Karma begonnenen Körper erhalten, indem er dessen Früchte genießt – wie einer, dem der Schlaf gewichen ist und der sich an das im Traum Erfahrene erinnert; doch für einen anderen Körper genießt er die materiellen Eigenschaften nicht mehr.

Wort für Wort
muktaḥ
der Befreite (Nom.)
api
auch (Partikel)
tāvat
so lange (Adv.)
bibhṛyāt
soll erhalten, tragen (Opt. 3.Sg.)
sva-deham
den eigenen Körper (Akk.)
ārabdham
den begonnenen (durch früheres Karma) (Akk., Ptz.)
aśnan
genießend, verzehrend (Nom., Ptz.Präs.)
abhimāna-śūnyaḥ
frei von falscher Selbstidentifikation (Nom., Bahuvrīhi)
yathā
wie (Adv.)
anubhūtam
das Erfahrene (Akk.)
pratiyāta-nidraḥ
einer, dessen Schlaf gewichen ist (Nom., Bahuvrīhi)
kim tu
aber, jedoch (Adv.)
anya-dehāya
für einen anderen Körper (Dat.)
guṇān
die materiellen Eigenschaften (Akk.Pl.)
na
nicht (Neg.)
vṛṅkte
genießt (3.Sg.Präs.Med.)

bhayaṁ pramattasya vaneṣv api syād yataḥ sa āste saha-ṣaṭ-sapatnaḥ jitendriyasyātma-rater budhasya gṛhāśramaḥ kiṁ nu karoty avadyam

Furcht kann selbst in den Wäldern bei einem Unachtsamen entstehen, weil er dort mit seinen sechs Widersachern weilt; was aber könnte das Hausleben einem, der die Sinne bezwungen hat, sich am Selbst erfreut und weise ist, an Tadelnswertem antun?

Wort für Wort
bhayam
Furcht (Nom.)
pramattasya
eines Unachtsamen (Gen.)
vaneṣu
in den Wäldern (Lok.Pl.)
api
sogar, auch (Partikel)
syāt
könnte sein, entstehe (Opt. 3.Sg.)
yataḥ
weil, da (Konj.)
saḥ
er (Nom.)
āste
weilt, ist (3.Sg.Präs.)
saha-ṣaṭ-sapatnaḥ
zusammen mit den sechs Widersachern (Nom., Bahuvrīhi)
jita-indriyasya
eines, der die Sinne bezwungen hat (Gen.)
ātma-rateḥ
eines, der sich am Selbst erfreut (Gen.)
budhasya
eines Weisen (Gen.)
gṛha-āśramaḥ
der Haushälterstand (Nom.)
kim nu
was denn (Adv.)
karoti
tut, bewirkt (3.Sg.Präs.)
avadyam
Tadelnswertes, Schädliches (Akk.)

yaḥ ṣaṭ sapatnān vijigīṣamāṇo gṛheṣu nirviśya yateta pūrvam atyeti durgāśrita ūrjitārīn kṣīṇeṣu kāmaṁ vicared vipaścit

Wer die sechs Widersacher zu besiegen wünscht, sollte sich zunächst ins Hausleben begeben und dort danach streben; denn wer eine Festung bezogen hat, überwindet starke Feinde – und wenn sie geschwächt sind, mag der Erfahrene nach Belieben umherziehen.

Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom.)
ṣaṭ
sechs (Akk.)
sapatnān
die Widersacher (Akk.Pl.)
vijigīṣamāṇaḥ
zu besiegen wünschend (Nom., Ptz.Desid.)
gṛheṣu
im Hausleben (Lok.Pl.)
nirviśya
eingetreten seiend (Absolutiv)
yateta
sollte streben (Opt. 3.Sg.Med.)
pūrvam
zuerst (Adv.)
atyeti
überwindet, besiegt (3.Sg.Präs.)
durga-āśritaḥ
einer, der eine Festung bezogen hat (Nom.)
ūrjita-arīn
starke Feinde (Akk.Pl.)
kṣīṇeṣu
wenn sie geschwächt sind (Lok.Pl.Abs.)
kāmam
nach Belieben, frei (Adv.)
vicaret
möge umherziehen (Opt. 3.Sg.)
vipaścit
der Erfahrene, Kundige (Nom.)

tvaṁ tv abja-nābhāṅghri-saroja-kośa- durgāśrito nirjita-ṣaṭ-sapatnaḥ bhuṅkṣveha bhogān puruṣātidiṣṭān vimukta-saṅgaḥ prakṛtiṁ bhajasva

Du aber, der du die Festung des Blütenkelchs der Lotosfüße dessen bezogen hast, dessen Nabel einer Lotosblume gleicht, hast die sechs Widersacher besiegt; genieße hier die vom Höchsten Purusha zugewiesenen Genüsse, und, frei von jeder Anhaftung, widme dich deiner wahren Natur.

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
tu
aber (Partikel)
abja-nābha
dessen Nabel wie eine Lotosblume ist (Kompositionsglied)
aṅghri-saroja-kośa
des Blütenkelchs der Lotosfüße (Kompositionsglied)
durga-āśritaḥ
der die Festung bezogen hat (Nom.)
nirjita-ṣaṭ-sapatnaḥ
der die sechs Widersacher besiegt hat (Nom., Bahuvrīhi)
bhuṅkṣva
genieße (Imp. 2.Sg.Med.)
iha
hier (Adv.)
bhogān
die Genüsse (Akk.Pl.)
puruṣa-atidiṣṭān
die vom Höchsten Purusha ausdrücklich zugewiesenen (Akk.Pl.)
vimukta-saṅgaḥ
frei von Anhaftung (Nom., Bahuvrīhi)
prakṛtim
der eigenen Natur (Akk.)
bhajasva
widme dich, diene (Imp. 2.Sg.Med.)

śrī-śuka uvāca iti samabhihito mahā-bhāgavato bhagavatas tri-bhuvana-guror anuśāsanam ātmano laghutayāvanata-śirodharo bāḍham iti sabahu-mānam uvāha.

Śrī Śuka sprach: So angesprochen, nahm der große Geweihte die Weisung des Erhabenen, des Lehrers der drei Welten, mit gesenktem Haupte – aus Bewusstsein der eigenen Geringheit – mit großer Ehrerbietung an, indem er sprach: 'Ja, gewiss.'

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti
so (Partikel)
samabhihitaḥ
angesprochen (Nom., Ptz.Perf.Pass.)
mahā-bhāgavataḥ
der große Geweihte (Nom.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
tri-bhuvana-guroḥ
des Lehrers der drei Welten (Gen.)
anuśāsanam
die Weisung, den Befehl (Akk.)
ātmanaḥ
seiner selbst (Gen.)
laghutayā
wegen eigener Geringfügigkeit (Instr.)
avanata-śirodharaḥ
mit gesenktem Haupte (Nom., Bahuvrīhi)
bāḍham
ja, gewiss (Adv., wörtliche Rede)
iti
so (Partikel)
sa-bahu-mānam
mit großer Ehrerbietung (Adv.)
uvāha
nahm an, trug (3.Sg.Perf.)

bhagavān api manunā yathāvad upakalpitāpacitiḥ priyavrata-nāradayor aviṣamam abhisamīkṣamāṇayor ātmasam avasthānam avāṅ-manasaṁ kṣayam avyavahṛtaṁ pravartayann agamat.

Der Erhabene aber, dem von Manu die gebührende Verehrung dargebracht worden war, brach, während Priyavrata und Nārada ihm ohne Abwendung nachblickten, zu seiner eigenen, jenseits von Rede und Geist liegenden, transzendenten Wohnstätte auf und ging dorthin.

Wort für Wort
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
api
aber, auch (Partikel)
manunā
von Manu (Instr.)
yathāvat
gebührend, wie es sich gehört (Adv.)
upakalpita-apacitiḥ
dem die Verehrung dargebracht worden war (Nom., Bahuvrīhi)
priyavrata-nāradayoḥ
von Priyavrata und Nārada (Gen.Dual)
aviṣamam
unentwegt, ohne Abwendung (Adv.)
abhisamīkṣamāṇayoḥ
während beide nachblickten (Gen.Dual, Ptz.)
ātma-samam
die dem eigenen Wesen entsprechende (Akk.)
avasthānam
die Wohnstätte, den Aufenthaltsort (Akk.)
avāṅ-manasam
jenseits von Rede und Geist liegend (Akk.)
kṣayam
die Behausung (Akk.)
avyavahṛtam
unberührt vom gewöhnlichen Umgang, transzendent (Akk.)
pravartayan
sich hinbewegend, aufbrechend (Nom., Ptz.Präs.)
agamat
ging (3.Sg.Aor.)

manur api pareṇaivaṁ pratisandhita-manorathaḥ surarṣi-varānumatenātmajam akhila-dharā-maṇḍala-sthiti-guptaya āsthāpya svayam ati-viṣama-viṣaya-viṣa-jalāśayāśāyā upararāma.

Manu aber, dessen Herzenswunsch so vom Höchsten erfüllt worden war, setzte mit Zustimmung des besten unter den göttlichen Weisen seinen Sohn zum Schutz und zur Erhaltung des gesamten Erdenrunds ein und ruhte selbst von der Begierde nach dem überaus gefährlichen Giftmeer der weltlichen Sinnesobjekte aus.

Wort für Wort
manuḥ
Manu (Nom.)
api
auch, aber (Partikel)
pareṇa
durch den Höchsten (Instr.)
evam
so (Adv.)
pratisandhita-manorathaḥ
dessen Herzenswunsch erfüllt worden war (Nom., Bahuvrīhi)
sura-ṛṣi-vara-anumatena
mit Zustimmung des besten der göttlichen Weisen (Instr.)
ātma-jam
den eigenen Sohn (Akk.)
akhila-dharā-maṇḍala-sthiti-guptaye
zum Schutz und Bestand des gesamten Erdenrunds (Dat.)
āsthāpya
eingesetzt habend (Absolutiv)
svayam
selbst (Adv.)
ati-viṣama-viṣaya-viṣa-jala-āśaya-āśāyāḥ
von der Begierde nach dem überaus gefährlichen Giftmeer der Sinnesobjekte (Abl.)
upararāma
ruhte aus, hielt inne (3.Sg.Perf.)

iti ha vāva sa jagatī-patir īśvarecchayādhiniveśita-karmādhikāro 'khila-jagad-bandha-dhvaṁsana-parānubhāvasya bhagavata ādi-puruṣasyāṅghri-yugalānavarata-dhyānānubhāvena parirandhita-kaṣāyāśayo 'vadāto 'pi māna-vardhano mahatāṁ mahītalam anuśaśāsa.

So, fürwahr, regierte jener Herr der Welt, dem durch den Willen des Höchsten Gottes das Amt der weltlichen Handlung übertragen worden war, durch die Kraft ständiger Meditation über das Fußpaar des Erhabenen, der ursprünglichen Person, dessen höchster Einfluss die Fesseln der gesamten Welt zerstört, mit von allen trüben Neigungen gereinigtem Herzen – obwohl bereits lauter, dennoch die Achtung der Großen mehrend – die Erdoberfläche.

Wort für Wort
iti ha vāva
so fürwahr (Partikeln)
saḥ
er (Nom.)
jagatī-patiḥ
der Herr der Welt (Nom.)
īśvara-icchayā
durch den Willen des Höchsten Herrn (Instr.)
adhiniveśita-karma-adhikāraḥ
dem das Amt der weltlichen Handlung übertragen war (Nom., Bahuvrīhi)
akhila-jagat-bandha-dhvaṁsana-para-anubhāvasya
dessen höchster Einfluss die Fesseln der ganzen Welt zerstört (Gen.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
ādi-puruṣasya
der ursprünglichen Person (Gen.)
aṅghri-yugala
des Fußpaares (Kompositionsglied)
anavarata-dhyāna-anubhāvena
durch die Kraft ununterbrochener Meditation (Instr.)
parirandhita-kaṣāya-āśayaḥ
dessen Herz von allen trüben Neigungen gereinigt war (Nom., Bahuvrīhi)
avadātaḥ
lauter, rein (Nom.)
api
obwohl, auch (Partikel)
māna-vardhanaḥ
die Achtung mehrend (Nom.)
mahatām
der Großen (Gen.Pl.)
mahītalam
die Erdoberfläche (Akk.)
anuśaśāsa
beherrschte, regierte (3.Sg.Perf.)

atha ca duhitaraṁ prajāpater viśvakarmaṇa upayeme barhiṣmatīṁ nāma tasyām u ha vāva ātmajān ātma-samāna-śīla-guṇa-karma-rūpa-vīryodārān daśa bhāvayām babhūva kanyāṁ ca yavīyasīm ūrjasvatīṁ nāma.

Und dann ehelichte er die Tochter des Schöpfungsherrn Viśvakarman, namens Barhiṣmatī; von ihr zeugte er zehn Söhne, die ihm an Wesen, Eigenschaften, Werken, Gestalt, Tapferkeit und Großmut gleich waren, sowie eine jüngste Tochter namens Ūrjasvatī.

Wort für Wort
atha ca
und dann (Adv.)
duhitaram
die Tochter (Akk.)
prajāpateḥ viśvakarmaṇaḥ
des Prajāpati Viśvakarman (Gen.)
upayeme
ehelichte (3.Sg.Perf.Med.)
barhiṣmatīm
Barhiṣmatī (Akk.)
nāma
namens (Adv.)
tasyām
von ihr (Lok.)
u ha vāva
fürwahr (Partikeln)
ātma-jān
Söhne (Akk.Pl.)
ātma-samāna-śīla-guṇa-karma-rūpa-vīrya-udārān
die ihm an Wesen, Eigenschaften, Werken, Gestalt, Tapferkeit und Großmut gleich waren (Akk.Pl.)
daśa
zehn (Akk.)
bhāvayām babhūva
zeugte, brachte hervor (3.Sg.Perf., periphr.)
kanyām
eine Tochter (Akk.)
ca
und (Konj.)
yavīyasīm
die jüngste (Akk.)
ūrjasvatīm
Ūrjasvatī (Akk.)
nāma
namens (Adv.)

āgnīdhredhmajihva-yajñabāhu-mahāvīra-hiraṇyareto-ghṛtapṛṣṭha-savana-medhātithi-vītihotra-kavaya iti sarva evāgni-nāmānaḥ.

Āgnīdhra, Idhmajihva, Yajñabāhu, Mahāvīra, Hiraṇyaretas, Ghṛtapṛṣṭha, Savana, Medhātithi, Vītihotra und Kavi – so heißen sie; alle diese tragen fürwahr Namen des Gottes Agni.

Wort für Wort
āgnīdhra
Āgnīdhra (Nom., Eigenname)
idhma-jihva
Idhmajihva (Nom.)
yajña-bāhu
Yajñabāhu (Nom.)
mahā-vīra
Mahāvīra (Nom.)
hiraṇya-retaḥ
Hiraṇyaretas (Nom.)
ghṛtapṛṣṭha
Ghṛtapṛṣṭha (Nom.)
savana
Savana (Nom.)
medhā-tithi
Medhātithi (Nom.)
vītihotra
Vītihotra (Nom.)
kavayaḥ
und Kavi (Nom.Pl.)
iti
so (Partikel)
sarve
alle (Nom.Pl.)
eva
fürwahr (Partikel)
agni-nāmānaḥ
Namen des Agni tragend (Nom.Pl.)

eteṣāṁ kavir mahāvīraḥ savana iti traya āsann ūrdhva-retasas ta ātma-vidyāyām arbha-bhāvād ārabhya kṛta-paricayāḥ pāramahaṁsyam evāśramam abhajan.

Von diesen waren drei – Kavi, Mahāvīra und Savana – von vollkommener Keuschheit; sie, seit ihrer Kindheit in der Wissenschaft vom Selbst wohlvertraut, ergaben sich ausschließlich dem Stand der höchsten Bußenden.

Wort für Wort
eteṣām
von diesen (Gen.Pl.)
kaviḥ mahāvīraḥ savanaḥ
Kavi, Mahāvīra und Savana (Nom.)
iti
so (Partikel)
trayaḥ
drei (Nom.)
āsan
waren (3.Pl.Impf.)
ūrdhva-retasaḥ
von aufwärtsgewandtem Samen, völlig keusch (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
te
sie (Nom.Pl.)
ātma-vidyāyām
in der Wissenschaft vom Selbst (Lok.)
arbha-bhāvāt
von der Kindheit an (Abl.)
ārabhya
beginnend (Absolutiv)
kṛta-paricayāḥ
wohlvertraut, geübt (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
pāramahaṁsyam
den höchsten Bußenden-Stand betreffend (Akk.)
eva
allein, ausschließlich (Partikel)
āśramam
den Lebensstand (Akk.)
abhajan
ergaben sich, übten (3.Pl.Impf.)

tasminn u ha vā upaśama-śīlāḥ paramarṣayaḥ sakala-jīva-nikāyāvāsasya bhagavato vāsudevasya bhītānāṁ śaraṇa-bhūtasya śrīmac-caraṇāravindāvirata-smaraṇāvigalita-parama-bhakti-yogānu-bhāvena paribhāvitāntar-hṛdayādhigate bhagavati sarveṣāṁ bhūtānām ātma-bhūte pratyag-ātmany evātmanas tādātmyam aviśeṣeṇa samīyuḥ.

In diesem Stand nun erlangten diese, im Wesen der Gelassenheit lebenden höchsten Weisen fürwahr, durch die Kraft des makellosen, höchsten hingebungsvollen Dienstes, der aus ununterbrochenem Gedenken an die glanzvollen Lotosfüße des Erhabenen Vāsudeva – der die Behausung sämtlicher Lebewesen und die Zuflucht der Furchtsamen ist – entsteht und durch den das innere Herz gereinigt wird, im Erhabenen, der im Inneren erkannt wird und die Seele aller Wesen ist, ohne Unterschied die Wesenseinheit ihres eigenen Selbst mit dem inneren Selbst.

Wort für Wort
tasmin
in diesem Stand (Lok.)
u ha vā
fürwahr, nun (Partikeln)
upaśama-śīlāḥ
von gelassenem Wesen (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
parama-ṛṣayaḥ
die höchsten Weisen (Nom.Pl.)
sakala-jīva-nikāya-āvāsasya
der die Behausung der Gesamtheit der Lebewesen ist (Gen.)
bhagavataḥ vāsudevasya
des Erhabenen Vāsudeva (Gen.)
bhītānām
der Furchtsamen (Gen.Pl.)
śaraṇa-bhūtasya
der die Zuflucht ist (Gen.)
śrīmat-caraṇa-aravinda
der glanzvollen Lotosfüße (Kompositionsglied)
avirata-smaraṇa
durch ununterbrochenes Gedenken (Kompositionsglied)
avigalita-parama-bhakti-yoga-anubhāvena
durch die Kraft des ungeschmälerten höchsten hingebungsvollen Dienstes (Instr.)
paribhāvita-antaḥ-hṛdaya
deren inneres Herz gereinigt war (Kompositionsglied)
adhigate
der erkannt wurde (Lok.)
bhagavati
im Erhabenen (Lok.)
sarveṣām bhūtānām
aller Lebewesen (Gen.Pl.)
ātma-bhūte
der die Seele ist (Lok.)
pratyak-ātmani
im inneren Selbst (Lok.)
eva
gerade, ganz (Partikel)
ātmanaḥ
ihres eigenen Selbst (Gen.)
tādātmyam
die Wesenseinheit (Akk.)
aviśeṣeṇa
ohne Unterschied (Instr./Adv.)
samīyuḥ
erlangten (3.Pl.Aor.)

anyasyām api jāyāyāṁ trayaḥ putrā āsann uttamas tāmaso raivata iti manvantarādhipatayaḥ.

Von einer anderen Gattin hatte er auch drei Söhne: Uttama, Tāmasa und Raivata – Herrscher über je ein Manvantara.

Wort für Wort
anyasyām
in einer anderen (Lok.)
api
auch (Partikel)
jāyāyām
Gattin (Lok.)
trayaḥ
drei (Nom.)
putrāḥ
Söhne (Nom.Pl.)
āsan
waren (3.Pl.Impf.)
uttamaḥ tāmasaḥ raivataḥ
Uttama, Tāmasa, Raivata (Nom.)
iti
so (Partikel)
manvantara-adhipatayaḥ
Herrscher über je ein Manvantara (Nom.Pl.)

evam upaśamāyaneṣu sva-tanayeṣv atha jagatī-patir jagatīm arbudāny ekādaśa parivatsarāṇām avyāhatākhila-puruṣa-kāra-sāra-sambhṛta-dor-daṇḍa-yugalāpīḍita-maurvī-guṇa-stanita-viramita-dharma-pratipakṣo barhiṣmatyāś cānudinam edhamāna-pramoda-prasaraṇa-yauṣiṇya-vrīḍā-pramuṣita-hāsāvaloka-rucira-kṣvely-ādibhiḥ parābhūyamāna-viveka ivānavabudhyamāna iva mahāmanā bubhuje.

So, während seine Söhne bereits zur Gelassenheit hinstrebten, regierte der Herr der Welt hierauf die Welt elf Arbuda Jahre lang – er, dessen Widersacher der Rechtschaffenheit durch das Dröhnen der Bogensehne, gespannt zwischen seinem von ungehemmter, alle Männlichkeit umfassender Kraft und Stärke erfüllten Armpaar, zur Ruhe gebracht wurden, und der zugleich – durch die von Tag zu Tag wachsenden, sich ausbreitenden weiblichen Zärtlichkeiten Barhiṣmatīs, durch ihre schamhaft zurückgehaltenen, doch reizenden Blicke, Lächeln, Spielereien und dergleichen – gleichsam einer erschien, dessen Urteilsvermögen überwältigt war, ja gleichsam einer, der davon nichts wahrnimmt – und dennoch als hochgesinnter Herrscher (die Welt) beherrschte.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
upaśama-ayaneṣu
während sie zur Gelassenheit hinstrebten (Lok.Pl., Bahuvrīhi)
sva-tanayeṣu
seinen eigenen Söhnen (Lok.Pl.)
atha
hierauf (Adv.)
jagatī-patiḥ
der Herr der Welt (Nom.)
jagatīm
die Welt (Akk.)
arbudāni ekādaśa
elf Arbuda (Zahleinheiten) (Akk.Pl.)
parivatsarāṇām
an Jahren (Gen.Pl.)
avyāhata-akhila-puruṣa-kāra-sāra-sambhṛta
erfüllt von ungehinderter, alle Männlichkeit umfassender Kraft und Stärke (Kompositionsglied)
dor-daṇḍa-yugala
durch das Armpaar (Kompositionsglied)
āpīḍita-maurvī-guṇa-stanita
durch das Dröhnen der gespannten Bogensehne (Kompositionsglied)
viramita-dharma-pratipakṣaḥ
dessen Widersacher der Rechtschaffenheit zur Ruhe gebracht wurden (Nom., Bahuvrīhi)
barhiṣmatyāḥ
der Barhiṣmatī (Gen.)
ca
und (Konj.)
anudinam
von Tag zu Tag (Adv.)
edhamāna-pramoda-prasaraṇa-yauṣiṇya
durch wachsende, sich ausbreitende weibliche Zärtlichkeit (Kompositionsglied)
vrīḍā-pramuṣita-hāsa-avaloka-rucira-kṣveli-ādibhiḥ
durch schamhaft zurückgehaltenes, doch reizendes Lächeln, Blicke, Spielereien u.dgl. (Instr.Pl.)
parābhūyamāna-vivekaḥ
dessen Urteilsvermögen überwältigt wurde (Nom., Bahuvrīhi)
iva
gleichsam (Partikel)
anavabudhyamānaḥ
einer, der nichts wahrnimmt (Nom., Ptz.)
iva
gleichsam (Partikel)
mahā-manāḥ
der Hochgesinnte (Nom.)
bubhuje
genoss, beherrschte (3.Sg.Perf.Med.)

yāvad avabhāsayati sura-girim anuparikrāman bhagavān ādityo vasudhā-talam ardhenaiva pratapaty ardhenāvacchādayati tadā hi bhagavad-upāsanopacitāti-puruṣa-prabhāvas tad anabhinandan samajavena rathena jyotirmayena rajanīm api dinaṁ kariṣyāmīti sapta-kṛt vastaraṇim anuparyakrāmad dvitīya iva pataṅgaḥ.

So lange der erhabene Sonnengott, den Götterberg umkreisend, die Welt erhellt und die Erdoberfläche nur zur Hälfte erglühen lässt, während er die andere Hälfte verdunkelt – da, weil er (Priyavrata), durch die Verehrung des Erhabenen mit übermenschlicher Macht ausgestattet, dies nicht guthieß, umkreiste er mit den Worten 'Auch die Nacht will ich zum Tage machen' siebenmal auf einem ebenso schnellen, leuchtenden Wagen die Sonnenbahn – wie eine zweite Sonne.

Wort für Wort
yāvat
so lange als (Konj.)
avabhāsayati
erhellt (3.Sg.Präs.)
sura-girim
den Götterberg Meru (Akk.)
anuparikrāman
umkreisend (Nom., Ptz.Präs.)
bhagavān ādityaḥ
der erhabene Sonnengott (Nom.)
vasudhā-talam
die Erdoberfläche (Akk.)
ardhena eva
nur zur Hälfte (Instr.)
pratapati
erglühen lässt (3.Sg.Präs.)
ardhena
durch die andere Hälfte (Instr.)
avacchādayati
verdunkelt (3.Sg.Präs.)
tadā
da, dann (Adv.)
hi
denn, ja (Partikel)
bhagavat-upāsana-upacita-ati-puruṣa-prabhāvaḥ
der durch Verehrung des Erhabenen mit übermenschlicher Macht ausgestattet war (Nom., Bahuvrīhi)
tat
dies (Akk.)
anabhinandan
nicht gutheißend (Nom., Ptz.)
samajavena rathena
auf einem ebenso schnellen Wagen (Instr.)
jyotiḥ-mayena
leuchtend (Instr.)
rajanīm
die Nacht (Akk.)
api
auch (Partikel)
dinam
zum Tage (Akk.)
kariṣyāmi
ich werde machen (1.Sg.Fut.)
iti
so denkend/sprechend (Partikel)
sapta-kṛtvaḥ
siebenmal (Adv.)
vastaraṇim
die Sonnenbahn (Akk.)
anuparyakrāmat
umkreiste (3.Sg.Impf.)
dvitīyaḥ
ein zweiter (Nom.)
iva
wie (Partikel)
pataṅgaḥ
die Sonne (Nom.)

ye vā u ha tad-ratha-caraṇa-nemi-kṛta-parikhātās te sapta sindhava āsan yata eva kṛtāḥ sapta bhuvo dvīpāḥ.

Jene Gräben aber, die durch die Felgen der Räder seines Wagens entstanden waren, wurden zu den sieben Ozeanen, wodurch eben auch die sieben Inseln der Erde entstanden.

Wort für Wort
ye
die, welche (Nom.Pl.)
vā u ha
fürwahr, nun (Partikeln)
tat-ratha-caraṇa-nemi-kṛta-parikhātāḥ
die durch die Felgen der Räder seines Wagens gemachten Gräben (Nom.Pl.)
te
diese (Nom.Pl.)
sapta sindhavaḥ
die sieben Ozeane (Nom.Pl.)
āsan
wurden, waren (3.Pl.Impf.)
yataḥ
wodurch (Adv.)
eva
gerade, eben (Partikel)
kṛtāḥ
gemacht, entstanden (Nom.Pl., Ptz.)
sapta bhuvaḥ dvīpāḥ
die sieben Inseln der Erde (Nom.Pl.)

jambū-plakṣa-śālmali-kuśa-krauñca-śāka-puṣkara-saṁjñās teṣāṁ parimāṇaṁ pūrvasmāt pūrvasmād uttara uttaro yathā-saṅkhyaṁ dvi-guṇa-mānena bahiḥ samantata upakḷptāḥ.

Genannt Jambū, Plakṣa, Śālmali, Kuśa, Krauñca, Śāka und Puṣkara – ihr Maß ist so festgelegt, dass eine jede folgende, der Reihe nach, gegenüber der vorhergehenden mit doppeltem Maß ringsum außen angeordnet ist.

Wort für Wort
jambū-plakṣa-śālmali-kuśa-krauñca-śāka-puṣkara-saṁjñāḥ
genannt Jambū, Plakṣa, Śālmali, Kuśa, Krauñca, Śāka, Puṣkara (Nom.Pl.)
teṣām
ihr, von diesen (Gen.Pl.)
parimāṇam
das Maß, die Ausdehnung (Nom.)
pūrvasmāt pūrvasmāt
als das jeweils vorhergehende (Abl.)
uttaraḥ uttaraḥ
das jeweils folgende (Nom.)
yathā-saṅkhyam
der Reihe nach (Adv.)
dvi-guṇa-mānena
mit doppeltem Maß (Instr.)
bahiḥ
außen (Adv.)
samantataḥ
ringsum (Adv.)
upakḷptāḥ
angeordnet (Nom.Pl., Ptz.)

kṣārodekṣu-rasoda-suroda-ghṛtoda-kṣīroda-dadhi-maṇḍoda-śuddhodāḥ sapta jaladhayaḥ sapta dvīpa-parikhā ivābhyantara-dvīpa-samānā ekaikaśyena yathānupūrvaṁ saptasv api bahir dvīpeṣu pṛthak parita upakalpitās teṣu jambv-ādiṣu barhiṣmatī-patir anuvratānātmajān āgnīdhredhmajihva-yajñabāhu-hiraṇyareto-ghṛtapṛṣṭha-medhātithi-vītihotra-saṁjñān yathā-saṅkhyenaikaikasminn ekam evādhi-patiṁ vidadhe.

Die sieben Ozeane – von Salzwasser, Zuckerrohrsaftwasser, Weinwasser, Wasser aus geschmolzener Butter, Milchwasser, Wasser aus geronnenem Molken-Rahm und reinem Wasser – sind den inneren Inseln gleich, gleichsam als deren Gräben, und einer nach dem anderen, der Reihenfolge nach, sind sie um alle sieben äußeren Inseln herum je einzeln angeordnet. Auf diesen Inseln, beginnend mit Jambū, setzte der Gemahl Barhiṣmatīs seine ihm ergebenen Söhne – namens Āgnīdhra, Idhmajihva, Yajñabāhu, Hiraṇyaretas, Ghṛtapṛṣṭha, Medhātithi und Vītihotra – der Reihe nach, je einen einzigen Herrscher auf jeder einzelnen Insel, ein.

Wort für Wort
kṣāra-uda
Salzwasser (Kompositionsglied)
ikṣu-rasa-uda
Zuckerrohrsaftwasser (Kompositionsglied)
surā-uda
Weinwasser (Kompositionsglied)
ghṛta-uda
Wasser aus geschmolzener Butter (Kompositionsglied)
kṣīra-uda
Milchwasser (Kompositionsglied)
dadhi-maṇḍa-uda
Wasser aus geronnenem Molken-Rahm (Kompositionsglied)
śuddha-udāḥ
reinem Wasser (Nom.Pl.)
sapta jaladhayaḥ
die sieben Ozeane (Nom.Pl.)
sapta dvīpa-parikhāḥ
die Gräben der sieben Inseln (Nom.Pl.)
iva
gleichsam (Partikel)
abhyantara-dvīpa-samānāḥ
den inneren Inseln gleich (Nom.Pl.)
eka-ekaśyena
einer nach dem anderen (Adv.)
yathā-anupūrvam
der Reihenfolge nach (Adv.)
saptasu api
bei allen sieben (Lok.Pl.)
bahiḥ dvīpeṣu
auf den äußeren Inseln (Lok.Pl.)
pṛthak
gesondert, je (Adv.)
paritaḥ
ringsum (Adv.)
upakalpitāḥ
angeordnet (Nom.Pl., Ptz.)
teṣu jambu-ādiṣu
auf diesen, beginnend mit Jambū (Lok.Pl.)
barhiṣmatī-patiḥ
der Gemahl Barhiṣmatīs (Nom.)
anuvratān ātma-jān
seine ihm ergebenen Söhne (Akk.Pl.)
āgnīdhra-idhmajihva-yajñabāhu-hiraṇyaretaḥ-ghṛtapṛṣṭha-medhātithi-vītihotra-saṁjñān
namens Āgnīdhra, Idhmajihva, Yajñabāhu, Hiraṇyaretas, Ghṛtapṛṣṭha, Medhātithi und Vītihotra (Akk.Pl.)
yathā-saṅkhyena
der Reihe nach (Instr./Adv.)
eka-ekasmin
auf jeder einzelnen (Insel) (Lok.)
ekam eva
je einen einzigen (Akk.)
adhi-patim
Herrscher (Akk.)
vidadhe
setzte ein, bestimmte (3.Sg.Perf.Med.)

duhitaraṁ corjasvatīṁ nāmośanase prāyacchad yasyām āsīd devayānī nāma kāvya-sutā.

Und die Tochter namens Ūrjasvatī gab er dem Uśanā; von ihr stammte die Tochter des Kāvya namens Devayānī.

Wort für Wort
duhitaram
die Tochter (Akk.)
ca
und (Konj.)
ūrjasvatīm
Ūrjasvatī (Akk.)
nāma
namens (Adv.)
uśanase
dem Uśanā/Śukra (Dat.)
prāyacchat
gab (3.Sg.Impf.)
yasyām
von welcher (Lok.)
āsīt
war, entstand (3.Sg.Impf.)
devayānī
Devayānī (Nom.)
nāma
namens (Adv.)
kāvya-sutā
die Tochter des Kāvya (Nom.)

naivaṁ-vidhaḥ puruṣa-kāra urukramasya puṁsāṁ tad-aṅghri-rajasā jita-ṣaḍ-guṇānām citraṁ vidūra-vigataḥ sakṛd ādadīta yan-nāmadheyam adhunā sa jahāti bandham

Nicht von solcher Art ist die bloß menschliche Tatkraft bei jenen Menschen, die durch den Staub der Füße dessen, der weite Schritte macht, die sechs Erscheinungsweisen besiegt haben: es ist wunderbar – auch ein weit vom rechten Pfad Abgekommener, der nur ein einziges Mal Seinen Namen ausspricht, gibt sogleich die materielle Bindung auf.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
evaṁ-vidhaḥ
solcherart (Nom.)
puruṣa-kāraḥ
die bloß menschliche Tatkraft, der Einfluss (Nom.)
uru-kramasya
dessen, der weite Schritte macht (Gen., Bez. für Viṣṇu)
puṁsām
der Menschen (Gen.Pl.)
tat-aṅghri-rajasā
durch den Staub Seiner Füße (Instr.)
jita-ṣaṭ-guṇānām
die die sechs Erscheinungsweisen besiegt haben (Gen.Pl.)
citram
wunderbar, erstaunlich (Nom./Adv.)
vidūra-vigataḥ
ein weit vom rechten Pfad Abgekommener (Nom.)
sakṛt
ein einziges Mal (Adv.)
ādadīta
möge aussprechen, ergreifen (Opt. 3.Sg.)
yat-nāmadheyam
dessen Namen (Akk.)
adhunā
sogleich (Adv.)
saḥ
er (Nom.)
jahāti
gibt auf (3.Sg.Präs.)
bandham
die Bindung (Akk.)

Syntax dieses Verses ist im Sanskrit stark komprimiert (kein explizites Hauptverb im ersten Halbvers) [?]; Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart, wonach die Befreiung nicht bloß menschlicher Anstrengung, sondern der Gnade des Herrn zuzuschreiben ist.

sa evam aparimita-bala-parākrama ekadā tu devarṣi-caraṇānuśayanānu-patita-guṇa-visarga-saṁsargeṇānirvṛtam ivātmānaṁ manyamāna ātma-nirveda idam āha.

Er, von derart unermesslicher Kraft und Macht, hielt sich einst, durch die Verbindung mit der aus dem Niederfallen zu den Füßen des göttlichen Weisen dennoch nachfolgenden Ausgießung der Erscheinungsweisen, gleichsam für unbefriedigt, und, von Selbstentsagung erfüllt, sprach er dies:

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
evam
so, derart (Adv.)
aparimita-bala-parākramaḥ
von unermesslicher Kraft und Macht (Nom., Bahuvrīhi)
ekadā
einst (Adv.)
tu
aber (Partikel)
deva-ṛṣi-caraṇa-anuśayana
das einstige Niederfallen zu den Füßen des göttlichen Weisen (Kompositionsglied)
anu-patita
danach eingetreten, gefolgt (Ptz.)
guṇa-visarga-saṁsargeṇa
durch die Verbindung mit der Ausgießung der Erscheinungsweisen (Instr.)
anirvṛtam
unbefriedigt (Akk.)
iva
gleichsam (Partikel)
ātmānam
sich selbst (Akk.)
manyamānaḥ
haltend, denkend (Nom., Ptz.Präs.Med.)
ātma-nirvedaḥ
von Selbstentsagung erfüllt (Nom.)
idam
dies (Akk.)
āha
sprach (3.Sg.Perf.)

aho asādhv anuṣṭhitaṁ yad abhiniveśito 'ham indriyair avidyā-racita-viṣama-viṣayāndha-kūpe tad alam alam amuṣyā vanitāyā vinoda-mṛgaṁ māṁ dhig dhig iti garhayāṁ cakāra.

'Ach, übel getan habe ich, dass ich, durch die Sinne dorthin gezogen, in den von Unwissenheit erschaffenen, gefährlichen, finsteren Brunnen der Sinnesobjekte geriet – genug, genug damit! Schande, Schande über mich, der ich dieser Gattin zum Spielzeug geworden bin!' So tadelte er sich.

Wort für Wort
aho
ach (Interjektion)
asādhu
übel, nicht gut (Adv.)
anuṣṭhitam
getan, ausgeführt (Nom.Neutr., Ptz.)
yat
dass (Konj.)
abhiniveśitaḥ
hingezogen, versenkt (Nom., Ptz.)
aham
ich (Nom.)
indriyaiḥ
durch die Sinne (Instr.Pl.)
avidyā-racita-viṣama-viṣaya-andha-kūpe
in den von Unwissenheit geschaffenen, gefährlichen, finsteren Brunnen der Sinnesobjekte (Lok.)
tat
das (Akk.)
alam alam
genug, genug! (Interjektion)
amuṣyāḥ vanitāyāḥ
dieser Gattin (Gen.)
vinoda-mṛgam
Spielzeug, Lustobjekt (Akk.)
mām
mich (Akk.)
dhik dhik
Schande, Schande! (Interjektion)
iti
so (Partikel)
garhayām cakāra
tadelte, verurteilte (3.Sg.Perf., periphr.)

para-devatā-prasādādhigatātma-pratyavamarśenānupravṛttebhyaḥ putrebhya imāṁ yathā-dāyaṁ vibhajya bhukta-bhogāṁ ca mahiṣīṁ mṛtakam iva saha mahā-vibhūtim apahāya svayaṁ nihita-nirvedo hṛdi gṛhīta-hari-vihārānubhāvo bhagavato nāradasya padavīṁ punar evānusasāra.

Nachdem er diese Erde, entsprechend dem Erbteil, unter seine Söhne aufgeteilt hatte, die durch die Gnade der höchsten Gottheit die Selbsterkenntnis erlangt hatten und ihm nachfolgten – und nachdem er auch die Königin, die er einst genossen hatte, wie einen Leichnam, samt der großen Herrschermacht, aufgegeben hatte, begab er sich selbst, mit im Herzen fest verankerter Entsagung und die Kraft der Spiele Haris im Herzen erfasst habend, aufs Neue auf den Pfad des Erhabenen Nārada.

Wort für Wort
para-devatā-prasāda-adhigata-ātma-pratyavamarśena
durch die durch die Gnade der höchsten Gottheit erlangte Selbsterkenntnis (Instr.)
anupravṛttebhyaḥ
die ihm nachfolgten (Dat.Pl.)
putrebhyaḥ
an die Söhne (Dat.Pl.)
imām
diese Erde (Akk.)
yathā-dāyam
entsprechend dem Erbteil (Adv.)
vibhajya
aufgeteilt habend (Absolutiv)
bhukta-bhogām
die er genossen hatte (Akk., Bahuvrīhi)
ca
und (Konj.)
mahiṣīm
die Königin (Akk.)
mṛtakam iva
wie einen Leichnam (Adv.)
saha mahā-vibhūtim
samt der großen Herrschermacht (Instr./Adv.)
apahāya
aufgegeben habend (Absolutiv)
svayam
selbst (Adv.)
nihita-nirvedaḥ
mit fest verankerter Entsagung (Nom., Bahuvrīhi)
hṛdi
im Herzen (Lok.)
gṛhīta-hari-vihāra-anubhāvaḥ
der die Kraft der Spiele Haris erfasst hatte (Nom., Bahuvrīhi)
bhagavataḥ nāradasya
des Erhabenen Nārada (Gen.)
padavīm
den Pfad, die Spur (Akk.)
punaḥ eva
wiederum, aufs Neue (Adv.)
anusasāra
folgte (3.Sg.Perf.)

tasya ha vā ete ślokāḥ — priyavrata-kṛtaṁ karma ko nu kuryād vineśvaram yo nemi-nimnair akaroc chāyāṁ ghnan sapta vāridhīn

Über ihn nun gibt es diese Verse: 'Wer könnte wohl, ohne selbst der Herr zu sein, das von Priyavrata Vollbrachte vollbringen – er, der durch die Vertiefungen der Radfelgen, die Dunkelheit vertreibend, die sieben Meere schuf?'

Wort für Wort
tasya
über ihn (Gen.)
ha vā
fürwahr, nun (Partikeln)
ete ślokāḥ
diese Verse (Nom.Pl.)
priyavrata-kṛtam
das von Priyavrata Vollbrachte (Akk.)
karma
die Tat, das Werk (Akk.)
kaḥ nu
wer wohl (Nom.)
kuryāt
könnte vollbringen (Opt. 3.Sg.)
vinā īśvaram
ohne selbst Herr zu sein (Adv./Akk.)
yaḥ
der (Nom.)
nemi-nimnaiḥ
durch die Vertiefungen der Radfelgen (Instr.Pl.)
akarot
machte, schuf (3.Sg.Impf.)
chāyām
die Dunkelheit, den Schatten (Akk.)
ghnan
vertreibend, zerschlagend (Nom., Ptz.Präs.)
sapta vāridhīn
die sieben Meere (Akk.Pl.)

bhū-saṁsthānaṁ kṛtaṁ yena sarid-giri-vanādibhiḥ sīmā ca bhūta-nirvṛtyai dvīpe dvīpe vibhāgaśaḥ

Er, durch den die Gestalt der Erde mittels Flüssen, Bergen, Wäldern und dergleichen geschaffen wurde, sowie – zur Befriedung der Geschöpfe – auf jeder einzelnen Insel abschnittsweise deren Grenzen festgelegt wurden.

Wort für Wort
bhū-saṁsthānam
die Gestalt, Anordnung der Erde (Akk.)
kṛtam
geschaffen, gemacht (Ptz.)
yena
durch den (Instr.)
sarit-giri-vana-ādibhiḥ
durch Flüsse, Berge, Wälder und dergleichen (Instr.Pl.)
sīmā
die Grenze (Nom.)
ca
und, sowie (Konj.)
bhūta-nirvṛtyai
zur Befriedung der Geschöpfe (Dat.)
dvīpe dvīpe
auf jeder einzelnen Insel (Lok., distributiv)
vibhāgaśaḥ
abschnittsweise, einzeln (Adv.)

bhaumaṁ divyaṁ mānuṣaṁ ca mahitvaṁ karma-yogajam yaś cakre nirayaupamyaṁ puruṣānujana-priyaḥ

Er, der dem hingebungsvollen Diener der Höchsten Person lieb war, machte die aus Handlung und mystischer Kraft entstandene irdische, himmlische und menschliche Herrlichkeit der Hölle gleichwertig.

Wort für Wort
bhaumam
irdisch (Akk.)
divyam
himmlisch, göttlich (Akk.)
mānuṣam
menschlich (Akk.)
ca
und (Konj.)
mahitvam
die Größe, Herrlichkeit (Akk.)
karma-yoga-jam
aus Handlung und mystischer Kraft entstanden (Akk.)
yaḥ
der (Nom.)
cakre
machte (3.Sg.Perf.Med.)
niraya-aupamyam
der Hölle vergleichbar, gleichwertig (Akk.)
puruṣa-anujana-priyaḥ
dem Diener/Anhänger der Höchsten Person lieb (Nom., Bahuvrīhi)

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