Der König sprach: Wie, o Weiser, verweilte Priyavrata, der große Geweihte, der sich im eigenen Selbst erfreut, gern im Haus – jenem Haus, dessen Wurzel die Fessel des (fruchtbringenden) Handelns und die Niederlage (des Lebenszwecks) ist?
Fürwahr, o Bester der Zweifachgeborenen, bei solchen Menschen, die von aller Anhaftung befreit sind, dürfte diese Verhaftung ans Hausleben nicht vorkommen.
mahatāṁ khalu viprarṣe
uttamaśloka-pādayoḥ
chāyā-nirvṛta-cittānāṁ
na kuṭumbe spṛhā-matiḥ
Bei den Großen (Mahatmas) nämlich, o Weiser unter den Brahmanen, deren Geist durch den Schatten der Füße dessen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird, befriedet ist, gibt es kein nach der Familie verlangendes Denken.
Wort für Wort
mahatām
der Großen, Mahatmas (Gen.Pl.)
khalu
nämlich, wahrlich (Partikel)
vipra-ṛṣe
o Weiser unter den Brahmanen (Vok.)
uttamaśloka-pādayoḥ
der Füße dessen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird (Gen.Dual)
chāyā
durch den Schatten (Kompositionsglied, Instr.-Sinn)
nirvṛta-cittānām
deren Geist befriedet/gestillt ist (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
Dies ist ein großer Zweifel, o Brahmane: dass bei einem, der an Gattin, Haus, Söhnen und dergleichen haftet, dennoch Vollendung eintrat und (sein) Denken unwandelbar auf Kṛṣṇa gerichtet war.
Wort für Wort
saṁśayaḥ
der Zweifel (Nom.)
ayam
dieser (Nom.)
mahān
groß (Nom.)
brahman
o Brahmane (Vok.)
dāra-āgāra-suta-ādiṣu
an Gattin, Haus, Söhnen usw. (Lok.Pl.)
saktasya
eines Anhaftenden (Gen.)
yat
dass (Konj.)
siddhiḥ
Vollendung (Nom.)
abhūt
eintrat, wurde (3.Sg.Aor.)
kṛṣṇe
auf Kṛṣṇa (Lok.)
ca
und (Konj.)
matiḥ
das Denken, die Gesinnung (Nom.)
acyutā
unwandelbar, unfehlbar (Nom.Fem.Adj.)
acyutā spielt möglicherweise zugleich auf den Namen Acyuta (Kṛṣṇa) an.
Śrī Śuka sprach: Wahrlich, richtig gesagt ist dies: Diejenigen, deren Bewusstsein in den Nektarsaft der glanzvollen Lotosfüße des mit erhabenen Versen Gepriesenen versunken ist, geben ihren eigenen, höchst heilsamen Pfad – die den befreiten Geweihten liebe Erzählung –, auch wenn er zuweilen durch irgendein Hindernis unterbrochen wird, meist nicht auf.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ
der ehrwürdige Śuka (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
bāḍham
gewiss, richtig (Adv.)
uktam
gesagt (Ptz.Perf.Pass., Nom.Neutr.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
uttamaślokasya
dessen, der mit erhabenen Versen gepriesen wird (Gen.)
śrīmat-caraṇa-aravinda
der glanzvollen Lotosfüße (Kompositionsglied)
makaranda-rase
im Nektarsaft, Blütenhonig (Lok.)
āveśita-cetasaḥ
deren Bewusstsein versunken ist (Gen.Pl., Bahuvrīhi)
bhāgavata-paramahaṁsa-dayitām
den Geweihten und befreiten Weisen liebe (Akk.Fem.)
kathām
Erzählung (Akk.)
kiñcit
irgendetwas, ein wenig (Adv.)
antarāya-vihatām
durch ein Hindernis behindert/unterbrochen (Akk., Ptz.)
yarhi vāva ha rājan sa rāja-putraḥ priyavrataḥ parama-bhāgavato nāradasya caraṇopasevayāñjasāvagata-paramārtha-satattvo brahma-satreṇa dīkṣiṣyamāṇo 'vani-tala-paripālanāyāmnāta-pravara-guṇa-gaṇaikānta-bhājanatayā sva-pitropāmantrito bhagavati vāsudeva evāvyavadhāna-samādhi-yogena samāveśita-sakala-kāraka-kriyā-kalāpo naivābhyanandad yadyapi tad apratyāmnātavyaṁ tad-adhikaraṇa ātmano 'nyasmād asato 'pi parābhavam anvīkṣamāṇaḥ.
Als, o König, jener Königssohn Priyavrata – der höchste Geweihte, der durch den Dienst an Nāradas Füßen rasch die Erkenntnis der wahren höchsten Wahrheit erlangt hatte, der, im Begriff sich der ununterbrochenen Betrachtung des Absoluten zu weihen, weil er allein das Gefäß der in den Schriften gepriesenen höchsten Tugenden war, von seinem eigenen Vater aufgefordert wurde, und dessen gesamte Tätigkeit aller Sinnesorgane einzig auf den Erhabenen Vāsudeva durch ununterbrochene Versenkung ausgerichtet war – (dies) keineswegs guthieß, obwohl jener Befehl nicht zurückgewiesen werden durfte, da er im Hinblick auf jenes Amt einen Niedergang seiner selbst durch etwas anderes, Unwirkliches, voraussah.
Wort für Wort
yarhi
als, weil (Konj.)
vāva ha
fürwahr, gewiss (Partikeln)
rājan
o König (Vok.)
saḥ
jener (Nom.)
rāja-putraḥ
der Königssohn (Nom.)
priyavrataḥ
Priyavrata (Nom.)
parama-bhāgavataḥ
der höchste Geweihte (Nom.)
nāradasya
Nāradas (Gen.)
caraṇa-upasevayā
durch Dienst an den Füßen (Instr.)
añjasā
rasch, unmittelbar (Adv.)
avagata-paramārtha-sa-tattvaḥ
der die Wahrheit des höchsten Sinnes samt allem Wissbaren erkannt hatte (Nom., Bahuvrīhi)
brahma-satreṇa
durch fortwährende Betrachtung des Absoluten (Instr.)
dīkṣiṣyamāṇaḥ
im Begriff, sich zu weihen (Fut.Ptz.Med., Nom.)
avani-tala-paripālanāya
zum Schutz der Erdoberfläche (Dat.)
āmnāta-pravara-guṇa-gaṇa-ekānta-bhājanatayā
weil er allein das Gefäß der in den Schriften gepriesenen höchsten Eigenschaften war (Instr.)
sva-pitrā
vom eigenen Vater (Instr.)
upāmantritaḥ
aufgefordert, gebeten (Nom., Ptz.Perf.Pass.)
bhagavati vāsudeve
auf den Erhabenen Vāsudeva (Lok.)
eva
gerade, allein (Partikel)
avyavadhāna-samādhi-yogena
durch ununterbrochene meditative Versenkung (Instr.)
samāveśita-sakala-kāraka-kriyā-kalāpaḥ
dessen gesamte Tätigkeit aller Sinnesorgane darauf gerichtet war (Nom., Bahuvrīhi)
Da stieg der Erhabene, der erste Gott, der Selbstentsprungene, dessen Ziel für die gesamte Welt darin bestand, stets über die Mehrung dieser Ausgießung der Erscheinungsweisen nachzusinnen, umgeben von der Gesamtheit der Veden als seinem eigenen Gefolge, aus seiner eigenen Wohnstätte herab.
Wort für Wort
atha ha
da, hierauf (Adv./Partikel)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
ādi-devaḥ
der erste Gott (Nom., hier Brahmā)
etasya
dieser (Gen.)
guṇa-visargasya
der Ausgießung/Schöpfung der Erscheinungsweisen (Gen.)
paribṛṁhaṇa-anudhyāna-vyavasita
durch stetes Nachsinnen über deren Mehrung bestimmt (Ptz.)
sakala-jagat-abhiprāyaḥ
dessen Absicht die ganze Welt betrifft (Nom., Bahuvrīhi)
ātma-yoniḥ
der aus sich selbst Entsprungene (Nom., Bahuvrīhi)
akhila-nigama-nija-gaṇa-pariveṣṭitaḥ
umgeben von der Gesamtheit der Veden als eigenem Gefolge (Nom., Ptz.)
sa tatra tatra gagana-tala uḍu-patir iva vimānāvalibhir anupatham amara-parivṛḍhair abhipūjyamānaḥ pathi pathi ca varūthaśaḥ siddha-gandharva-sādhya-cāraṇa-muni-gaṇair upagīyamāno gandha-mādana-droṇīm avabhāsayann upasasarpa.
Er, hier und dort am Firmament wie der Herr der Sterne, begleitet von Reihen von Flugwagen entlang des Weges, von den Häuptern der Unsterblichen verehrt, auf jedem Pfad und scharenweise von den Scharen der Siddhas, Gandharvas, Sādhyas, Cāraṇas und Weisen besungen, näherte sich, das Tal des Berges Gandhamādana erleuchtend.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
tatra tatra
hier und dort (Adv.)
gagana-tale
am Firmament (Lok.)
uḍu-patiḥ
der Herr der Sterne, der Mond (Nom.)
iva
wie (Partikel)
vimāna-āvalibhiḥ
von Reihen der Flugwagen (Instr.Pl.)
anupatham
dem Weg entlang (Adv.)
amara-parivṛḍhaiḥ
von den Häuptern der Unsterblichen (Instr.Pl.)
abhipūjyamānaḥ
verehrt werdend (Nom., Ptz.Präs.Pass.)
pathi pathi
auf jedem Weg (Lok., distributiv)
ca
und (Konj.)
varūthaśaḥ
scharenweise (Adv.)
siddha-gandharva-sādhya-cāraṇa-muni-gaṇaiḥ
von den Scharen der Siddhas, Gandharvas, Sādhyas, Cāraṇas und Weisen (Instr.Pl.)
tatra ha vā enaṁ devarṣir haṁsa-yānena pitaraṁ bhagavantaṁ hiraṇya-garbham upalabhamānaḥ sahasaivotthāyārhaṇena saha pitā-putrābhyām avahitāñjalir upatasthe.
Als der göttliche Weise dort seinen Vater, den Erhabenen, den Golden-Entsprossenen, auf dem Schwanenwagen herankommend erblickte, erhob er sich sogleich und trat ihm, zusammen mit Vater und Sohn (Manu und Priyavrata), mit ehrerbietig gefalteten Händen und Verehrungsgaben entgegen.
Wort für Wort
tatra
dort (Adv.)
ha vā
wahrlich, gewiss (Partikeln)
enam
diesen (Akk.)
deva-ṛṣiḥ
der göttliche Weise (Nom., Nārada)
haṁsa-yānena
auf dem Schwanenwagen (Instr.)
pitaram
den Vater (Akk.)
bhagavantam
den Erhabenen (Akk.)
hiraṇya-garbham
den Golden-Entsprossenen, Brahmā (Akk.)
upalabhamānaḥ
wahrnehmend, erblickend (Nom., Ptz.Präs.Med.)
sahasā eva
sogleich (Adv.)
utthāya
sich erhoben habend (Absolutiv)
arhaṇena saha
mit Verehrungsgaben (Instr. + Postposition)
pitā-putrābhyām
mit Vater und Sohn (Instr.Dual)
avahita-añjaliḥ
mit ehrerbietig gefalteten Händen (Nom., Bahuvrīhi)
Der Erhabene aber, o Bhārata, dem die von ihnen dargebrachten Ehrengaben entgegengenommen wurden, dessen herrlicher Sieg durch das Erscheinen der Schar seiner Tugenden in wohlgesprochener Rede über die Maßen gepriesen wurde, sprach zu jenem Priyavrata – er, die ursprüngliche Person – mit mitleidsvollem, lächelndem Blick.
Wort für Wort
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
api
aber, auch (Partikel)
bhārata
o Nachkomme Bharatas (Vok.)
tat-upanīta-arhaṇaḥ
dem die dargebrachten Verehrungsgaben entgegengenommen wurden (Nom., Bahuvrīhi)
sūkta-vākena
durch wohlgesprochene Rede, Lobpreis (Instr.)
atitarām
über die Maßen, sehr (Adv.)
udita-guṇa-gaṇa-avatāra-sujayaḥ
dessen herrlicher Sieg durch das Erscheinen der Tugendschar gepriesen wurde (Nom., Bahuvrīhi) [?]
priyavratam
zu Priyavrata (Akk.)
ādi-puruṣaḥ
die ursprüngliche Person (Nom.)
tam
zu ihm (Akk.)
sa-daya-hāsa-avalokaḥ
dessen Blick mitleidsvoll und lächelnd war (Nom., Bahuvrīhi)
iti
so (Partikel)
ha uvāca
sprach fürwahr (3.Sg.Perf. + Partikel)
Bezug von 'udita-guṇa-gaṇāvatāra-sujayaḥ' (auf Brahmā oder den Lobpreis Priyavratas) im Sanskrit nicht restlos eindeutig [?].
Der Erhabene sprach: Vernimm, mein Sohn, dies Wahre, das ich sage: Du sollst dem unermesslichen Gott gegenüber nicht missgünstig sein. Wir – ich, Śiva, dein Vater und dieser große Weise – vollstrecken alle, ohne davon abweichen zu können, den Befehl dessen.
na tasya kaścit tapasā vidyayā vā
na yoga-vīryeṇa manīṣayā vā
naivārtha-dharmaiḥ parataḥ svato vā
kṛtaṁ vihantuṁ tanu-bhṛd vibhūyāt
Niemand, der einen Körper trägt, vermag durch Askese oder Wissen, noch durch die Kraft des Yoga oder durch Klugheit, noch auch durch Reichtum oder Rechtschaffenheit, sei es von außen oder aus eigener Kraft, das von Ihm Verhängte zu vereiteln.
bhavāya nāśāya ca karma kartuṁ
śokāya mohāya sadā bhayāya
sukhāya duḥkhāya ca deha-yogam
avyakta-diṣṭaṁ janatāṅga dhatte
Zu Geburt und Vergehen, um Handlung zu üben, zu Kummer und Verblendung, stets zu Furcht, zu Glück und zu Leid – dazu nimmt, o Priyavrata, die Menschheit die vom Unmanifesten verhängte Verbindung mit dem Körper an.
An das lange Seil, welches in der heiligen Rede besteht, sind wir alle, mein Kind, mit den schwer zu überwindenden Stricken der Eigenschaften und Werke gut angebunden; wir alle vollbringen den Dienst für den Herrn – wie Vierfüßler, die, durch die Nase gezogen, dem Zweifüßler unterworfen sind.
Wort für Wort
yat-vāci
in der Rede (den Veden), von welcher (Lok.)
tantyām
an das lange Seil (Lok.)
guṇa-karma-dāmabhiḥ
mit den Stricken der Eigenschaften und Werke (Instr.Pl.)
īśābhisṛṣṭaṁ hy avarundhmahe 'ṅga
duḥkhaṁ sukhaṁ vā guṇa-karma-saṅgāt
āsthāya tat tad yad ayuṅkta nāthaś
cakṣuṣmatāndhā iva nīyamānāḥ
Denn, mein Kind, wir empfangen das vom Herrn Verhängte – sei es Leid oder Glück, aus der Verbindung mit den Erscheinungsweisen und Werken herrührend –, indem wir uns jeweils in das begeben, wozu uns der Herr eingesetzt hat, so wie Blinde, die von einem Sehenden geführt werden.
Wort für Wort
īśa-abhisṛṣṭam
vom Herrn verhängt, geschaffen (Akk.)
hi
denn (Partikel)
avarundhmahe
wir empfangen, erlangen (1.Pl.Präs.Med.)
aṅga
o mein Lieber (Vok.)
duḥkham
Leid (Akk.)
sukham
Glück (Akk.)
vā
oder (Konj.)
guṇa-karma-saṅgāt
aus der Verbindung mit Erscheinungsweisen und Werken (Abl.)
mukto 'pi tāvad bibhṛyāt sva-deham
ārabdham aśnann abhimāna-śūnyaḥ
yathānubhūtaṁ pratiyāta-nidraḥ
kiṁ tv anya-dehāya guṇān na vṛṅkte
Auch der Befreite soll, ohne falsche Selbstidentifikation, solange seinen eigenen, durch früheres Karma begonnenen Körper erhalten, indem er dessen Früchte genießt – wie einer, dem der Schlaf gewichen ist und der sich an das im Traum Erfahrene erinnert; doch für einen anderen Körper genießt er die materiellen Eigenschaften nicht mehr.
Wort für Wort
muktaḥ
der Befreite (Nom.)
api
auch (Partikel)
tāvat
so lange (Adv.)
bibhṛyāt
soll erhalten, tragen (Opt. 3.Sg.)
sva-deham
den eigenen Körper (Akk.)
ārabdham
den begonnenen (durch früheres Karma) (Akk., Ptz.)
aśnan
genießend, verzehrend (Nom., Ptz.Präs.)
abhimāna-śūnyaḥ
frei von falscher Selbstidentifikation (Nom., Bahuvrīhi)
yathā
wie (Adv.)
anubhūtam
das Erfahrene (Akk.)
pratiyāta-nidraḥ
einer, dessen Schlaf gewichen ist (Nom., Bahuvrīhi)
bhayaṁ pramattasya vaneṣv api syād
yataḥ sa āste saha-ṣaṭ-sapatnaḥ
jitendriyasyātma-rater budhasya
gṛhāśramaḥ kiṁ nu karoty avadyam
Furcht kann selbst in den Wäldern bei einem Unachtsamen entstehen, weil er dort mit seinen sechs Widersachern weilt; was aber könnte das Hausleben einem, der die Sinne bezwungen hat, sich am Selbst erfreut und weise ist, an Tadelnswertem antun?
Wort für Wort
bhayam
Furcht (Nom.)
pramattasya
eines Unachtsamen (Gen.)
vaneṣu
in den Wäldern (Lok.Pl.)
api
sogar, auch (Partikel)
syāt
könnte sein, entstehe (Opt. 3.Sg.)
yataḥ
weil, da (Konj.)
saḥ
er (Nom.)
āste
weilt, ist (3.Sg.Präs.)
saha-ṣaṭ-sapatnaḥ
zusammen mit den sechs Widersachern (Nom., Bahuvrīhi)
Wer die sechs Widersacher zu besiegen wünscht, sollte sich zunächst ins Hausleben begeben und dort danach streben; denn wer eine Festung bezogen hat, überwindet starke Feinde – und wenn sie geschwächt sind, mag der Erfahrene nach Belieben umherziehen.
Du aber, der du die Festung des Blütenkelchs der Lotosfüße dessen bezogen hast, dessen Nabel einer Lotosblume gleicht, hast die sechs Widersacher besiegt; genieße hier die vom Höchsten Purusha zugewiesenen Genüsse, und, frei von jeder Anhaftung, widme dich deiner wahren Natur.
Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
tu
aber (Partikel)
abja-nābha
dessen Nabel wie eine Lotosblume ist (Kompositionsglied)
aṅghri-saroja-kośa
des Blütenkelchs der Lotosfüße (Kompositionsglied)
durga-āśritaḥ
der die Festung bezogen hat (Nom.)
nirjita-ṣaṭ-sapatnaḥ
der die sechs Widersacher besiegt hat (Nom., Bahuvrīhi)
bhuṅkṣva
genieße (Imp. 2.Sg.Med.)
iha
hier (Adv.)
bhogān
die Genüsse (Akk.Pl.)
puruṣa-atidiṣṭān
die vom Höchsten Purusha ausdrücklich zugewiesenen (Akk.Pl.)
Śrī Śuka sprach: So angesprochen, nahm der große Geweihte die Weisung des Erhabenen, des Lehrers der drei Welten, mit gesenktem Haupte – aus Bewusstsein der eigenen Geringheit – mit großer Ehrerbietung an, indem er sprach: 'Ja, gewiss.'
Der Erhabene aber, dem von Manu die gebührende Verehrung dargebracht worden war, brach, während Priyavrata und Nārada ihm ohne Abwendung nachblickten, zu seiner eigenen, jenseits von Rede und Geist liegenden, transzendenten Wohnstätte auf und ging dorthin.
Wort für Wort
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
api
aber, auch (Partikel)
manunā
von Manu (Instr.)
yathāvat
gebührend, wie es sich gehört (Adv.)
upakalpita-apacitiḥ
dem die Verehrung dargebracht worden war (Nom., Bahuvrīhi)
priyavrata-nāradayoḥ
von Priyavrata und Nārada (Gen.Dual)
aviṣamam
unentwegt, ohne Abwendung (Adv.)
abhisamīkṣamāṇayoḥ
während beide nachblickten (Gen.Dual, Ptz.)
ātma-samam
die dem eigenen Wesen entsprechende (Akk.)
avasthānam
die Wohnstätte, den Aufenthaltsort (Akk.)
avāṅ-manasam
jenseits von Rede und Geist liegend (Akk.)
kṣayam
die Behausung (Akk.)
avyavahṛtam
unberührt vom gewöhnlichen Umgang, transzendent (Akk.)
manur api pareṇaivaṁ pratisandhita-manorathaḥ surarṣi-varānumatenātmajam akhila-dharā-maṇḍala-sthiti-guptaya āsthāpya svayam ati-viṣama-viṣaya-viṣa-jalāśayāśāyā upararāma.
Manu aber, dessen Herzenswunsch so vom Höchsten erfüllt worden war, setzte mit Zustimmung des besten unter den göttlichen Weisen seinen Sohn zum Schutz und zur Erhaltung des gesamten Erdenrunds ein und ruhte selbst von der Begierde nach dem überaus gefährlichen Giftmeer der weltlichen Sinnesobjekte aus.
Wort für Wort
manuḥ
Manu (Nom.)
api
auch, aber (Partikel)
pareṇa
durch den Höchsten (Instr.)
evam
so (Adv.)
pratisandhita-manorathaḥ
dessen Herzenswunsch erfüllt worden war (Nom., Bahuvrīhi)
sura-ṛṣi-vara-anumatena
mit Zustimmung des besten der göttlichen Weisen (Instr.)
ātma-jam
den eigenen Sohn (Akk.)
akhila-dharā-maṇḍala-sthiti-guptaye
zum Schutz und Bestand des gesamten Erdenrunds (Dat.)
āsthāpya
eingesetzt habend (Absolutiv)
svayam
selbst (Adv.)
ati-viṣama-viṣaya-viṣa-jala-āśaya-āśāyāḥ
von der Begierde nach dem überaus gefährlichen Giftmeer der Sinnesobjekte (Abl.)
iti ha vāva sa jagatī-patir īśvarecchayādhiniveśita-karmādhikāro 'khila-jagad-bandha-dhvaṁsana-parānubhāvasya bhagavata ādi-puruṣasyāṅghri-yugalānavarata-dhyānānubhāvena parirandhita-kaṣāyāśayo 'vadāto 'pi māna-vardhano mahatāṁ mahītalam anuśaśāsa.
So, fürwahr, regierte jener Herr der Welt, dem durch den Willen des Höchsten Gottes das Amt der weltlichen Handlung übertragen worden war, durch die Kraft ständiger Meditation über das Fußpaar des Erhabenen, der ursprünglichen Person, dessen höchster Einfluss die Fesseln der gesamten Welt zerstört, mit von allen trüben Neigungen gereinigtem Herzen – obwohl bereits lauter, dennoch die Achtung der Großen mehrend – die Erdoberfläche.
Wort für Wort
iti ha vāva
so fürwahr (Partikeln)
saḥ
er (Nom.)
jagatī-patiḥ
der Herr der Welt (Nom.)
īśvara-icchayā
durch den Willen des Höchsten Herrn (Instr.)
adhiniveśita-karma-adhikāraḥ
dem das Amt der weltlichen Handlung übertragen war (Nom., Bahuvrīhi)
akhila-jagat-bandha-dhvaṁsana-para-anubhāvasya
dessen höchster Einfluss die Fesseln der ganzen Welt zerstört (Gen.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
ādi-puruṣasya
der ursprünglichen Person (Gen.)
aṅghri-yugala
des Fußpaares (Kompositionsglied)
anavarata-dhyāna-anubhāvena
durch die Kraft ununterbrochener Meditation (Instr.)
parirandhita-kaṣāya-āśayaḥ
dessen Herz von allen trüben Neigungen gereinigt war (Nom., Bahuvrīhi)
atha ca duhitaraṁ prajāpater viśvakarmaṇa upayeme barhiṣmatīṁ nāma tasyām u ha vāva ātmajān ātma-samāna-śīla-guṇa-karma-rūpa-vīryodārān daśa bhāvayām babhūva kanyāṁ ca yavīyasīm ūrjasvatīṁ nāma.
Und dann ehelichte er die Tochter des Schöpfungsherrn Viśvakarman, namens Barhiṣmatī; von ihr zeugte er zehn Söhne, die ihm an Wesen, Eigenschaften, Werken, Gestalt, Tapferkeit und Großmut gleich waren, sowie eine jüngste Tochter namens Ūrjasvatī.
Wort für Wort
atha ca
und dann (Adv.)
duhitaram
die Tochter (Akk.)
prajāpateḥ viśvakarmaṇaḥ
des Prajāpati Viśvakarman (Gen.)
upayeme
ehelichte (3.Sg.Perf.Med.)
barhiṣmatīm
Barhiṣmatī (Akk.)
nāma
namens (Adv.)
tasyām
von ihr (Lok.)
u ha vāva
fürwahr (Partikeln)
ātma-jān
Söhne (Akk.Pl.)
ātma-samāna-śīla-guṇa-karma-rūpa-vīrya-udārān
die ihm an Wesen, Eigenschaften, Werken, Gestalt, Tapferkeit und Großmut gleich waren (Akk.Pl.)
Āgnīdhra, Idhmajihva, Yajñabāhu, Mahāvīra, Hiraṇyaretas, Ghṛtapṛṣṭha, Savana, Medhātithi, Vītihotra und Kavi – so heißen sie; alle diese tragen fürwahr Namen des Gottes Agni.
Von diesen waren drei – Kavi, Mahāvīra und Savana – von vollkommener Keuschheit; sie, seit ihrer Kindheit in der Wissenschaft vom Selbst wohlvertraut, ergaben sich ausschließlich dem Stand der höchsten Bußenden.
Wort für Wort
eteṣām
von diesen (Gen.Pl.)
kaviḥ mahāvīraḥ savanaḥ
Kavi, Mahāvīra und Savana (Nom.)
iti
so (Partikel)
trayaḥ
drei (Nom.)
āsan
waren (3.Pl.Impf.)
ūrdhva-retasaḥ
von aufwärtsgewandtem Samen, völlig keusch (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
In diesem Stand nun erlangten diese, im Wesen der Gelassenheit lebenden höchsten Weisen fürwahr, durch die Kraft des makellosen, höchsten hingebungsvollen Dienstes, der aus ununterbrochenem Gedenken an die glanzvollen Lotosfüße des Erhabenen Vāsudeva – der die Behausung sämtlicher Lebewesen und die Zuflucht der Furchtsamen ist – entsteht und durch den das innere Herz gereinigt wird, im Erhabenen, der im Inneren erkannt wird und die Seele aller Wesen ist, ohne Unterschied die Wesenseinheit ihres eigenen Selbst mit dem inneren Selbst.
Wort für Wort
tasmin
in diesem Stand (Lok.)
u ha vā
fürwahr, nun (Partikeln)
upaśama-śīlāḥ
von gelassenem Wesen (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
parama-ṛṣayaḥ
die höchsten Weisen (Nom.Pl.)
sakala-jīva-nikāya-āvāsasya
der die Behausung der Gesamtheit der Lebewesen ist (Gen.)
bhagavataḥ vāsudevasya
des Erhabenen Vāsudeva (Gen.)
bhītānām
der Furchtsamen (Gen.Pl.)
śaraṇa-bhūtasya
der die Zuflucht ist (Gen.)
śrīmat-caraṇa-aravinda
der glanzvollen Lotosfüße (Kompositionsglied)
avirata-smaraṇa
durch ununterbrochenes Gedenken (Kompositionsglied)
avigalita-parama-bhakti-yoga-anubhāvena
durch die Kraft des ungeschmälerten höchsten hingebungsvollen Dienstes (Instr.)
paribhāvita-antaḥ-hṛdaya
deren inneres Herz gereinigt war (Kompositionsglied)
So, während seine Söhne bereits zur Gelassenheit hinstrebten, regierte der Herr der Welt hierauf die Welt elf Arbuda Jahre lang – er, dessen Widersacher der Rechtschaffenheit durch das Dröhnen der Bogensehne, gespannt zwischen seinem von ungehemmter, alle Männlichkeit umfassender Kraft und Stärke erfüllten Armpaar, zur Ruhe gebracht wurden, und der zugleich – durch die von Tag zu Tag wachsenden, sich ausbreitenden weiblichen Zärtlichkeiten Barhiṣmatīs, durch ihre schamhaft zurückgehaltenen, doch reizenden Blicke, Lächeln, Spielereien und dergleichen – gleichsam einer erschien, dessen Urteilsvermögen überwältigt war, ja gleichsam einer, der davon nichts wahrnimmt – und dennoch als hochgesinnter Herrscher (die Welt) beherrschte.
Wort für Wort
evam
so (Adv.)
upaśama-ayaneṣu
während sie zur Gelassenheit hinstrebten (Lok.Pl., Bahuvrīhi)
sva-tanayeṣu
seinen eigenen Söhnen (Lok.Pl.)
atha
hierauf (Adv.)
jagatī-patiḥ
der Herr der Welt (Nom.)
jagatīm
die Welt (Akk.)
arbudāni ekādaśa
elf Arbuda (Zahleinheiten) (Akk.Pl.)
parivatsarāṇām
an Jahren (Gen.Pl.)
avyāhata-akhila-puruṣa-kāra-sāra-sambhṛta
erfüllt von ungehinderter, alle Männlichkeit umfassender Kraft und Stärke (Kompositionsglied)
dor-daṇḍa-yugala
durch das Armpaar (Kompositionsglied)
āpīḍita-maurvī-guṇa-stanita
durch das Dröhnen der gespannten Bogensehne (Kompositionsglied)
viramita-dharma-pratipakṣaḥ
dessen Widersacher der Rechtschaffenheit zur Ruhe gebracht wurden (Nom., Bahuvrīhi)
barhiṣmatyāḥ
der Barhiṣmatī (Gen.)
ca
und (Konj.)
anudinam
von Tag zu Tag (Adv.)
edhamāna-pramoda-prasaraṇa-yauṣiṇya
durch wachsende, sich ausbreitende weibliche Zärtlichkeit (Kompositionsglied)
yāvad avabhāsayati sura-girim anuparikrāman bhagavān ādityo vasudhā-talam ardhenaiva pratapaty ardhenāvacchādayati tadā hi bhagavad-upāsanopacitāti-puruṣa-prabhāvas tad anabhinandan samajavena rathena jyotirmayena rajanīm api dinaṁ kariṣyāmīti sapta-kṛt vastaraṇim anuparyakrāmad dvitīya iva pataṅgaḥ.
So lange der erhabene Sonnengott, den Götterberg umkreisend, die Welt erhellt und die Erdoberfläche nur zur Hälfte erglühen lässt, während er die andere Hälfte verdunkelt – da, weil er (Priyavrata), durch die Verehrung des Erhabenen mit übermenschlicher Macht ausgestattet, dies nicht guthieß, umkreiste er mit den Worten 'Auch die Nacht will ich zum Tage machen' siebenmal auf einem ebenso schnellen, leuchtenden Wagen die Sonnenbahn – wie eine zweite Sonne.
Wort für Wort
yāvat
so lange als (Konj.)
avabhāsayati
erhellt (3.Sg.Präs.)
sura-girim
den Götterberg Meru (Akk.)
anuparikrāman
umkreisend (Nom., Ptz.Präs.)
bhagavān ādityaḥ
der erhabene Sonnengott (Nom.)
vasudhā-talam
die Erdoberfläche (Akk.)
ardhena eva
nur zur Hälfte (Instr.)
pratapati
erglühen lässt (3.Sg.Präs.)
ardhena
durch die andere Hälfte (Instr.)
avacchādayati
verdunkelt (3.Sg.Präs.)
tadā
da, dann (Adv.)
hi
denn, ja (Partikel)
bhagavat-upāsana-upacita-ati-puruṣa-prabhāvaḥ
der durch Verehrung des Erhabenen mit übermenschlicher Macht ausgestattet war (Nom., Bahuvrīhi)
ye vā u ha tad-ratha-caraṇa-nemi-kṛta-parikhātās te sapta sindhava āsan yata eva kṛtāḥ sapta bhuvo dvīpāḥ.
Jene Gräben aber, die durch die Felgen der Räder seines Wagens entstanden waren, wurden zu den sieben Ozeanen, wodurch eben auch die sieben Inseln der Erde entstanden.
Wort für Wort
ye
die, welche (Nom.Pl.)
vā u ha
fürwahr, nun (Partikeln)
tat-ratha-caraṇa-nemi-kṛta-parikhātāḥ
die durch die Felgen der Räder seines Wagens gemachten Gräben (Nom.Pl.)
Genannt Jambū, Plakṣa, Śālmali, Kuśa, Krauñca, Śāka und Puṣkara – ihr Maß ist so festgelegt, dass eine jede folgende, der Reihe nach, gegenüber der vorhergehenden mit doppeltem Maß ringsum außen angeordnet ist.
Die sieben Ozeane – von Salzwasser, Zuckerrohrsaftwasser, Weinwasser, Wasser aus geschmolzener Butter, Milchwasser, Wasser aus geronnenem Molken-Rahm und reinem Wasser – sind den inneren Inseln gleich, gleichsam als deren Gräben, und einer nach dem anderen, der Reihenfolge nach, sind sie um alle sieben äußeren Inseln herum je einzeln angeordnet. Auf diesen Inseln, beginnend mit Jambū, setzte der Gemahl Barhiṣmatīs seine ihm ergebenen Söhne – namens Āgnīdhra, Idhmajihva, Yajñabāhu, Hiraṇyaretas, Ghṛtapṛṣṭha, Medhātithi und Vītihotra – der Reihe nach, je einen einzigen Herrscher auf jeder einzelnen Insel, ein.
Wort für Wort
kṣāra-uda
Salzwasser (Kompositionsglied)
ikṣu-rasa-uda
Zuckerrohrsaftwasser (Kompositionsglied)
surā-uda
Weinwasser (Kompositionsglied)
ghṛta-uda
Wasser aus geschmolzener Butter (Kompositionsglied)
kṣīra-uda
Milchwasser (Kompositionsglied)
dadhi-maṇḍa-uda
Wasser aus geronnenem Molken-Rahm (Kompositionsglied)
Nicht von solcher Art ist die bloß menschliche Tatkraft bei jenen Menschen, die durch den Staub der Füße dessen, der weite Schritte macht, die sechs Erscheinungsweisen besiegt haben: es ist wunderbar – auch ein weit vom rechten Pfad Abgekommener, der nur ein einziges Mal Seinen Namen ausspricht, gibt sogleich die materielle Bindung auf.
Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
evaṁ-vidhaḥ
solcherart (Nom.)
puruṣa-kāraḥ
die bloß menschliche Tatkraft, der Einfluss (Nom.)
uru-kramasya
dessen, der weite Schritte macht (Gen., Bez. für Viṣṇu)
puṁsām
der Menschen (Gen.Pl.)
tat-aṅghri-rajasā
durch den Staub Seiner Füße (Instr.)
jita-ṣaṭ-guṇānām
die die sechs Erscheinungsweisen besiegt haben (Gen.Pl.)
citram
wunderbar, erstaunlich (Nom./Adv.)
vidūra-vigataḥ
ein weit vom rechten Pfad Abgekommener (Nom.)
sakṛt
ein einziges Mal (Adv.)
ādadīta
möge aussprechen, ergreifen (Opt. 3.Sg.)
yat-nāmadheyam
dessen Namen (Akk.)
adhunā
sogleich (Adv.)
saḥ
er (Nom.)
jahāti
gibt auf (3.Sg.Präs.)
bandham
die Bindung (Akk.)
Syntax dieses Verses ist im Sanskrit stark komprimiert (kein explizites Hauptverb im ersten Halbvers) [?]; Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart, wonach die Befreiung nicht bloß menschlicher Anstrengung, sondern der Gnade des Herrn zuzuschreiben ist.
sa evam aparimita-bala-parākrama ekadā tu devarṣi-caraṇānuśayanānu-patita-guṇa-visarga-saṁsargeṇānirvṛtam ivātmānaṁ manyamāna ātma-nirveda idam āha.
Er, von derart unermesslicher Kraft und Macht, hielt sich einst, durch die Verbindung mit der aus dem Niederfallen zu den Füßen des göttlichen Weisen dennoch nachfolgenden Ausgießung der Erscheinungsweisen, gleichsam für unbefriedigt, und, von Selbstentsagung erfüllt, sprach er dies:
Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
evam
so, derart (Adv.)
aparimita-bala-parākramaḥ
von unermesslicher Kraft und Macht (Nom., Bahuvrīhi)
ekadā
einst (Adv.)
tu
aber (Partikel)
deva-ṛṣi-caraṇa-anuśayana
das einstige Niederfallen zu den Füßen des göttlichen Weisen (Kompositionsglied)
anu-patita
danach eingetreten, gefolgt (Ptz.)
guṇa-visarga-saṁsargeṇa
durch die Verbindung mit der Ausgießung der Erscheinungsweisen (Instr.)
aho asādhv anuṣṭhitaṁ yad abhiniveśito 'ham indriyair avidyā-racita-viṣama-viṣayāndha-kūpe tad alam alam amuṣyā vanitāyā vinoda-mṛgaṁ māṁ dhig dhig iti garhayāṁ cakāra.
'Ach, übel getan habe ich, dass ich, durch die Sinne dorthin gezogen, in den von Unwissenheit erschaffenen, gefährlichen, finsteren Brunnen der Sinnesobjekte geriet – genug, genug damit! Schande, Schande über mich, der ich dieser Gattin zum Spielzeug geworden bin!' So tadelte er sich.
Wort für Wort
aho
ach (Interjektion)
asādhu
übel, nicht gut (Adv.)
anuṣṭhitam
getan, ausgeführt (Nom.Neutr., Ptz.)
yat
dass (Konj.)
abhiniveśitaḥ
hingezogen, versenkt (Nom., Ptz.)
aham
ich (Nom.)
indriyaiḥ
durch die Sinne (Instr.Pl.)
avidyā-racita-viṣama-viṣaya-andha-kūpe
in den von Unwissenheit geschaffenen, gefährlichen, finsteren Brunnen der Sinnesobjekte (Lok.)
Nachdem er diese Erde, entsprechend dem Erbteil, unter seine Söhne aufgeteilt hatte, die durch die Gnade der höchsten Gottheit die Selbsterkenntnis erlangt hatten und ihm nachfolgten – und nachdem er auch die Königin, die er einst genossen hatte, wie einen Leichnam, samt der großen Herrschermacht, aufgegeben hatte, begab er sich selbst, mit im Herzen fest verankerter Entsagung und die Kraft der Spiele Haris im Herzen erfasst habend, aufs Neue auf den Pfad des Erhabenen Nārada.
Wort für Wort
para-devatā-prasāda-adhigata-ātma-pratyavamarśena
durch die durch die Gnade der höchsten Gottheit erlangte Selbsterkenntnis (Instr.)
anupravṛttebhyaḥ
die ihm nachfolgten (Dat.Pl.)
putrebhyaḥ
an die Söhne (Dat.Pl.)
imām
diese Erde (Akk.)
yathā-dāyam
entsprechend dem Erbteil (Adv.)
vibhajya
aufgeteilt habend (Absolutiv)
bhukta-bhogām
die er genossen hatte (Akk., Bahuvrīhi)
ca
und (Konj.)
mahiṣīm
die Königin (Akk.)
mṛtakam iva
wie einen Leichnam (Adv.)
saha mahā-vibhūtim
samt der großen Herrschermacht (Instr./Adv.)
apahāya
aufgegeben habend (Absolutiv)
svayam
selbst (Adv.)
nihita-nirvedaḥ
mit fest verankerter Entsagung (Nom., Bahuvrīhi)
hṛdi
im Herzen (Lok.)
gṛhīta-hari-vihāra-anubhāvaḥ
der die Kraft der Spiele Haris erfasst hatte (Nom., Bahuvrīhi)
tasya ha vā ete ślokāḥ —
priyavrata-kṛtaṁ karma
ko nu kuryād vineśvaram
yo nemi-nimnair akaroc
chāyāṁ ghnan sapta vāridhīn
Über ihn nun gibt es diese Verse: 'Wer könnte wohl, ohne selbst der Herr zu sein, das von Priyavrata Vollbrachte vollbringen – er, der durch die Vertiefungen der Radfelgen, die Dunkelheit vertreibend, die sieben Meere schuf?'
bhū-saṁsthānaṁ kṛtaṁ yena sarid-giri-vanādibhiḥ sīmā ca bhūta-nirvṛtyai dvīpe dvīpe vibhāgaśaḥ
Er, durch den die Gestalt der Erde mittels Flüssen, Bergen, Wäldern und dergleichen geschaffen wurde, sowie – zur Befriedung der Geschöpfe – auf jeder einzelnen Insel abschnittsweise deren Grenzen festgelegt wurden.
Wort für Wort
bhū-saṁsthānam
die Gestalt, Anordnung der Erde (Akk.)
kṛtam
geschaffen, gemacht (Ptz.)
yena
durch den (Instr.)
sarit-giri-vana-ādibhiḥ
durch Flüsse, Berge, Wälder und dergleichen (Instr.Pl.)
bhaumaṁ divyaṁ mānuṣaṁ ca mahitvaṁ karma-yogajam yaś cakre nirayaupamyaṁ puruṣānujana-priyaḥ
Er, der dem hingebungsvollen Diener der Höchsten Person lieb war, machte die aus Handlung und mystischer Kraft entstandene irdische, himmlische und menschliche Herrlichkeit der Hölle gleichwertig.
Wort für Wort
bhaumam
irdisch (Akk.)
divyam
himmlisch, göttlich (Akk.)
mānuṣam
menschlich (Akk.)
ca
und (Konj.)
mahitvam
die Größe, Herrlichkeit (Akk.)
karma-yoga-jam
aus Handlung und mystischer Kraft entstanden (Akk.)
yaḥ
der (Nom.)
cakre
machte (3.Sg.Perf.Med.)
niraya-aupamyam
der Hölle vergleichbar, gleichwertig (Akk.)
puruṣa-anujana-priyaḥ
dem Diener/Anhänger der Höchsten Person lieb (Nom., Bahuvrīhi)