Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 109: jambūdvīpa-varṇanam [?] Eine Beschreibung von Jambūdvīpa

Titel aus dem englischen Kapitelkopf von vedabase.io erschlossen (dort 'A Description of Jambūdvīpa'); im Sanskrit-Text selbst ist an dieser Stelle kein Kolophon-Titel angegeben, daher [?]. Das Kapitel enthält zahlreiche kosmographische Eigennamen (Berge, Flüsse, Länder), die durchgehend in IAST unübersetzt belassen wurden.

rājovāca uktas tvayā bhū-maṇḍalāyāma-viśeṣo yāvad ādityas tapati yatra cāsau jyotiṣāṁ gaṇaiś candramā vā saha dṛśyate.

Der König sprach: Von dir wurde die besondere Ausdehnung des Bhū-maṇḍala dargelegt, soweit die Sonne scheint und wo sie, zusammen mit den Scharen der Gestirne oder dem Mond, gesehen wird.

Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach (Nom. + 3.Sg.Perf.)
uktaḥ
gesagt, dargelegt (PPP, Nom.Sg.m.)
tvayā
von dir (Instr. Sg.)
bhū-maṇḍala-āyāma-viśeṣaḥ
die besondere Ausdehnung des Erdenkreises (Nom.Sg.)
yāvat
soweit als
ādityaḥ
die Sonne (Nom.Sg.)
tapati
scheint, erhitzt (3.Sg.Präs.)
yatra
wo
ca
und
asau
jene, diese [Sonne] (Nom.Sg.)
jyotiṣām gaṇaiḥ
mit den Scharen der Gestirne (Instr.Pl.)
candramāḥ
der Mond (Nom.Sg.)
vā
oder
saha
zusammen mit
dṛśyate
wird gesehen (Passiv, 3.Sg.Präs.)

Parīkṣit knüpft an die vorangegangene Darstellung des vorigen Kapitels an; bhū-maṇḍala bezeichnet den gesamten kosmischen 'Erdenkreis', nicht nur die Erde im heutigen Sinn.

tatrāpi priyavrata-ratha-caraṇa-parikhātaiḥ saptabhiḥ sapta sindhava upakḷptā yata etasyāḥ sapta-dvīpa-viśeṣa-vikalpas tvayā bhagavan khalu sūcita etad evākhilam ahaṁ mānato lakṣaṇataś ca sarvaṁ vijijñāsāmi.

Auch dort wurden durch die sieben Gräben, die von den Rädern des Wagens Priyavratas gezogen wurden, sieben Ozeane hervorgebracht, wodurch die besondere Unterteilung dieses [Bhū-maṇḍala] in sieben Inseln von dir, o Herr, ja angedeutet wurde. Dies alles möchte ich, nach Maß und Merkmal, vollständig erfahren.

Wort für Wort
tatra api
auch dort, darin
priyavrata-ratha-caraṇa-parikhātaiḥ
durch die von den Rädern des Wagens Priyavratas gegrabenen Gräben (Instr.Pl.)
saptabhiḥ
durch sieben (Instr.)
sapta
sieben
sindhavaḥ
Ozeane (Nom.Pl.)
upakḷptāḥ
wurden hervorgebracht, geschaffen (PPP, Nom.Pl.)
yataḥ
wodurch, weshalb
etasyāḥ
von dieser [Erde] (Gen.Sg.)
sapta-dvīpa-viśeṣa-vikalpaḥ
die besondere Unterteilung in sieben Inseln (Nom.Sg.)
tvayā
von dir (Instr.)
bhagavan
o Herr (Vok.)
khalu
fürwahr
sūcitaḥ
angedeutet (PPP)
etat
dies (Akk.)
eva
ja, gerade
akhilam
das Ganze (Akk.)
aham
ich (Nom.)
mānataḥ
nach Maß
lakṣaṇataḥ
nach Merkmal
ca
und
sarvam
alles (Akk.)
vijijñāsāmi
ich wünsche zu erfahren (Desiderativ, 1.Sg.Präs.)

Bezug auf die Erzählung aus SB 5.1-2, wo Priyavratas Wagenfahrt um die Sonne die sieben Ozeane und Inseln entstehen ließ.

bhagavato guṇamaye sthūla-rūpa āveśitaṁ mano hy aguṇe 'pi sūkṣmatama ātma-jyotiṣi pare brahmaṇi bhagavati vāsudevākhye kṣamam āveśituṁ tad u haitad guro 'rhasy anuvarṇayitum iti.

Der Geist, der in die aus den [drei] Erscheinungsweisen bestehende grobe Form des Erhabenen versenkt ist, ist gewiss auch fähig, sich in dessen eigenschaftslose, feinste, selbstleuchtende [Form], das höchste Brahman - den Erhabenen mit Namen Vāsudeva -, zu versenken. Dies, o Meister, mögest du nun eingehend darlegen.

Wort für Wort
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.Sg.)
guṇamaye
in die aus den Erscheinungsweisen bestehende (Lok.Sg.)
sthūla-rūpe
grobe Form (Lok.Sg.)
āveśitam
versenkt, eingedrungen (PPP, Nom.Sg.n.)
manaḥ
der Geist (Nom.Sg.)
hi
gewiss, denn
aguṇe
in die eigenschaftslose (Lok.Sg.)
api
auch, selbst
sūkṣmatame
in die feinste (Lok.Sg.)
ātma-jyotiṣi
in die selbstleuchtende (Lok.Sg.)
pare brahmaṇi
in das höchste Brahman (Lok.Sg.)
bhagavati
in den Erhabenen (Lok.Sg.)
vāsudeva-ākhye
mit Namen Vāsudeva (Lok.Sg.)
kṣamam
fähig, geeignet (Nom./Akk.)
āveśitum
sich zu versenken (Inf.)
tat
das
u ha
fürwahr, nun
etat
dies
guro
o Meister (Vok.)
arhasi
du sollst, mögest (2.Sg.Präs.)
anuvarṇayitum
eingehend zu beschreiben (Inf.)
iti
so [Redeschluss]

Argument des Parīkṣit: Da der Geist sogar die feinste, transzendente Form des Herrn (Vāsudeva/Paramātmā) erfassen kann, sollte er erst recht die grobmaterielle kosmische Form (bhū-maṇḍala) begreifen können - daher die Bitte um die Beschreibung.

ṛṣir uvāca na vai mahārāja bhagavato māyā-guṇa-vibhūteḥ kāṣṭhāṁ manasā vacasā vādhigantum alaṁ vibudhāyuṣāpi puruṣas tasmāt prādhānyenaiva bhū-golaka-viśeṣaṁ nāma-rūpa-māna-lakṣaṇato vyākhyāsyāmaḥ.

Der Weise sprach: Wahrlich, o großer König, nicht einmal ein Mensch mit einer Lebensdauer wie die eines Gottes ist imstande, mit dem Geist oder mit Worten das Ende der aus den Erscheinungsweisen der Māyā [entstandenen] Herrlichkeit des Erhabenen vollständig zu erfassen. Deshalb werde ich die besondere [Gestalt] der Erdkugel nur summarisch, nach Namen, Form, Maß und Merkmal, erklären.

Wort für Wort
ṛṣiḥ uvāca
der Weise [Śukadeva] sprach
na vai
wahrlich nicht
mahā-rāja
o großer König (Vok.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.Sg.)
māyā-guṇa-vibhūteḥ
der Herrlichkeit der Erscheinungsweisen der Māyā (Gen.Sg.)
kāṣṭhām
das Ende, die Grenze (Akk.Sg.)
manasā
mit dem Geist (Instr.)
vacasā
mit dem Wort (Instr.)
vā
oder
adhigantum
zu erfassen, zu erreichen (Inf.)
alam
imstande, fähig
vibudha-āyuṣā
mit einer Lebensdauer wie ein Gott (Instr.)
api
selbst, auch
puruṣaḥ
ein Mensch (Nom.Sg.)
tasmāt
deshalb
prādhānyena
hauptsächlich, summarisch (Instr.)
eva
nur, gerade
bhū-golaka-viśeṣam
die besondere Erdkugel (Akk.Sg.)
nāma-rūpa-māna-lakṣaṇataḥ
nach Namen, Form, Maß und Merkmal
vyākhyāsyāmaḥ
ich werde erklären (Fut., 1.Pl. als pluralis modestiae)

vibudhāyuṣā ("mit der Lebensdauer eines Gottes") bezieht sich traditionell auf die Lebensspanne Brahmās.

yo vāyaṁ dvīpaḥ kuvalaya-kamala-kośābhyantara-kośo niyuta-yojana-viśālaḥ samavartulo yathā puṣkara-patram.

Diese Insel [Jambūdvīpa], die der innere Kelch des Kelches der Lotosblume [ist, die der Erdenkreis ist], ist eine Million Yojanas breit und gleichmäßig rund wie ein Lotosblatt.

Wort für Wort
yaḥ vā ayam
diese nun (Nom.Sg.)
dvīpaḥ
die Insel (Nom.Sg.)
kuvalaya-kamala-kośa
der Blütenkelch der Lotosblume [des Erdenkreises] (Kompositumsglied)
abhyantara-kośaḥ
der innere Kelch (Nom.Sg.)
niyuta-yojana-viśālaḥ
eine Million Yojanas breit (Nom.Sg.)
samavartulaḥ
gleichmäßig rund (Nom.Sg.)
yathā
wie
puṣkara-patram
ein Lotosblatt (Nom.Sg.)

kuvalaya ("blaue Lotosblume") wird hier metaphorisch als Bild für den gesamten Bhū-maṇḍala verwendet; niyuta = 100.000 laut manchen Wörterbüchern, im kosmographischen Kontext des Bhāgavata jedoch traditionell als 1.000.000 (zehn Lakh) verstanden.

yasmin nava varṣāṇi nava-yojana-sahasrāyāmāny aṣṭabhir maryādā-giribhiḥ suvibhaktāni bhavanti.

In dieser [Insel] gibt es neun Länder, je neuntausend Yojanas ausgedehnt, die durch acht Grenzgebirge fein voneinander geschieden sind.

Wort für Wort
yasmin
in welcher [Jambūdvīpa] (Lok.Sg.)
nava
neun
varṣāṇi
Länder, Regionen (Nom.Pl.)
nava-yojana-sahasra-āyāmāni
je neuntausend Yojanas ausgedehnt (Nom.Pl.)
aṣṭabhiḥ
durch acht (Instr.)
maryādā-giribhiḥ
durch Grenzgebirge (Instr.)
suvibhaktāni
gut, fein unterteilt (PPP, Nom.Pl.)
bhavanti
sind, befinden sich

eṣāṁ madhye ilāvṛtaṁ nāmābhyantara-varṣaṁ yasya nābhyām avasthitaḥ sarvataḥ sauvarṇaḥ kula-giri-rājo merur dvīpāyāma-samunnāhaḥ karṇikā-bhūtaḥ kuvalaya-kamalasya mūrdhani dvā-triṁśat sahasra-yojana-vitato mūle ṣoḍaśa-sahasraṁ tāvad āntar-bhūmyāṁ praviṣṭaḥ.

In der Mitte dieser [neun Länder liegt] das innere Land namens Ilāvṛta, in dessen Nabel der ganz aus Gold bestehende Meru, der König der Stammgebirge, sich befindet, dessen Höhe der Ausdehnung der Insel gleichkommt. Er ist gleichsam der Fruchtboden auf dem Gipfel der Lotosblume [des Erdenkreises], an der Spitze zweiunddreißigtausend Yojanas ausgedehnt, an der Wurzel [aber] sechzehntausend [Yojanas breit] und ist ebenso weit in die Erde eingedrungen.

Wort für Wort
eṣām madhye
in der Mitte dieser (Lok.)
ilāvṛtam nāma
namens Ilāvṛta
abhyantara-varṣam
das innere Land (Nom.Sg.)
yasya
dessen (Gen.Sg.)
nābhyām
im Nabel (Lok.Sg.)
avasthitaḥ
befindlich (PPP)
sarvataḥ
ganz und gar
sauvarṇaḥ
golden, aus Gold bestehend (Nom.Sg.)
kula-giri-rājaḥ
der König der Stammgebirge (Nom.Sg.)
meruḥ
[Berg] Meru (Nom.Sg.)
dvīpa-āyāma-samunnāhaḥ
dessen Höhe gleich der Ausdehnung der Insel ist (Nom.Sg.)
karṇikā-bhūtaḥ
zum Fruchtboden, Blütenkelch geworden (Nom.Sg.)
kuvalaya-kamalasya
der Lotosblume [des Erdenkreises] (Gen.Sg.)
mūrdhani
auf dem Gipfel (Lok.Sg.)
dvā-triṁśat sahasra-yojana-vitataḥ
zweiunddreißigtausend Yojanas ausgedehnt (Nom.Sg.)
mūle
an der Wurzel, Basis (Lok.Sg.)
ṣoḍaśa-sahasram
sechzehntausend
tāvat
ebensoviel
āntaḥ-bhūmyām
in das Erdinnere (Lok.Sg.)
praviṣṭaḥ
eingedrungen (PPP)

uttarottareṇelāvṛtaṁ nīlaḥ śvetaḥ śṛṅgavān iti trayo ramyaka-hiraṇmaya-kurūṇāṁ varṣāṇāṁ maryādā-girayaḥ prāg-āyatā ubhayataḥ kṣārodāvadhayo dvi-sahasra-pṛthava ekaikaśaḥ pūrvasmāt pūrvasmād uttara uttaro daśāṁśādhikāṁśena dairghya eva hrasanti.

Weiter nördlich von Ilāvṛta [liegen] die drei [Gebirge] Nīla, Śveta [und] Śṛṅgavān, die Grenzgebirge der Länder Ramyaka, Hiraṇmaya und Kuru, [die] nach Osten hin ausgedehnt sind und auf beiden Seiten bis zum salzigen Ozean reichen, je zweitausend [Yojanas] breit; eines nach dem anderen wird - je weiter nördlich [gelegen] gegenüber dem vorhergehenden - an Länge um jeweils ein Zehntel geringer.

Wort für Wort
uttara-uttareṇa
immer weiter nördlich (Instr.)
ilāvṛtam
von Ilāvṛta (Bezugswort)
nīlaḥ śvetaḥ śṛṅgavān
Nīla, Śveta, Śṛṅgavān [Berge] (Nom.Pl.)
iti
so [benannt]
trayaḥ
drei
ramyaka-hiraṇmaya-kurūṇām
der [Länder] Ramyaka, Hiraṇmaya, Kuru (Gen.Pl.)
varṣāṇām
der Länder (Gen.Pl.)
maryādā-girayaḥ
Grenzgebirge (Nom.Pl.)
prāk-āyatāḥ
nach Osten ausgedehnt (Nom.Pl.)
ubhayataḥ
auf beiden Seiten
kṣāroda-avadhayaḥ
bis zum Salzozean reichend (Nom.Pl.)
dvi-sahasra-pṛthavaḥ
zweitausend [Yojanas] breit (Nom.Pl.)
eka-ekaśaḥ
je einzeln, eines nach dem anderen
pūrvasmāt pūrvasmāt
als das jeweils vorhergehende (Abl.)
uttaraḥ uttaraḥ
das jeweils nördlichere (Nom.)
daśa-aṁśa-adhika-aṁśena
um den Anteil, der ein Zehntel übersteigt [d.h. um ein Zehntel] (Instr.)
dairghye
an Länge (Lok.)
eva
eben
hrasanti
werden geringer, nehmen ab

kṣāroda = der 'salzige Ozean', der erste der sieben Ozeane um Jambūdvīpa.

evaṁ dakṣiṇenelāvṛtaṁ niṣadho hemakūṭo himālaya iti prāg-āyatā yathā nīlādayo 'yuta-yojanotsedhā hari-varṣa-kimpuruṣa-bhāratānāṁ yathā-saṅkhyam.

Ebenso [liegen] südlich von Ilāvṛta die [Gebirge] Niṣadha, Hemakūṭa [und] Himālaya, nach Osten ausgedehnt wie die mit Nīla beginnenden [Gebirge], zehntausend Yojanas hoch, [und sie sind die Grenzgebirge] der Länder Hari-varṣa, Kimpuruṣa [und] Bhārata, der Reihe nach entsprechend.

Wort für Wort
evam
ebenso
dakṣiṇena
südlich (Instr.)
ilāvṛtam
von Ilāvṛta
niṣadhaḥ hemakūṭaḥ himālayaḥ
Niṣadha, Hemakūṭa, Himālaya (Nom.Pl.)
iti
so [benannt]
prāk-āyatāḥ
nach Osten ausgedehnt (Nom.Pl.)
yathā
wie
nīla-ādayaḥ
die mit Nīla beginnenden [Gebirge] (Nom.Pl.)
ayuta-yojana-utsedhāḥ
zehntausend Yojanas hoch (Nom.Pl.)
hari-varṣa-kimpuruṣa-bhāratānām
der [Länder] Hari-varṣa, Kimpuruṣa, Bhārata (Gen.Pl.)
yathā-saṅkhyam
der Reihe nach entsprechend

bhāratānām bezieht sich auf Bhārata-varṣa, das von den Kommentaren traditionell mit dem indischen Subkontinent identifiziert wird.

tathaivelāvṛtam apareṇa pūrveṇa ca mālyavad-gandhamādanāv ānīla-niṣadhāyatau dvi-sahasraṁ paprathatuḥ ketumāla-bhadrāśvayoḥ sīmānaṁ vidadhāte.

Ebenso erstrecken sich westlich und östlich von Ilāvṛta die [Berge] Mālyavat [und] Gandhamādana, bis Nīla [und] Niṣadha ausgedehnt, zweitausend [Yojanas] breit; sie bilden die Grenze der [Länder] Ketumāla [und] Bhadrāśva.

Wort für Wort
tathā eva
ebenso auch
ilāvṛtam
von Ilāvṛta
apareṇa
im Westen (Instr.)
pūrveṇa
im Osten (Instr.)
ca
und
mālyavat-gandhamādanau
Mālyavat und Gandhamādana [Berge] (Nom.Dual)
ā-nīla-niṣadha-āyatau
bis Nīla und Niṣadha ausgedehnt (Nom.Dual)
dvi-sahasram
zweitausend
paprathatuḥ
sie beide erstrecken sich (Perf., 3.Dual)
ketumāla-bhadrāśvayoḥ
von Ketumāla und Bhadrāśva (Gen.Dual)
sīmānam
die Grenze (Akk.Sg.)
vidadhāte
sie beide bilden, errichten (3.Dual Med.)

mandaro merumandaraḥ supārśvaḥ kumuda ity ayuta-yojana-vistāronnāhā meroś catur-diśam avaṣṭambha-giraya upakḷptāḥ.

Mandara, Merumandara, Supārśva [und] Kumuda - so [genannt], je zehntausend Yojanas breit und hoch, sind als die vier Stützgebirge nach den vier Himmelsrichtungen des Meru errichtet.

Wort für Wort
mandaraḥ merumandaraḥ supārśvaḥ kumudaḥ
[die Berge] Mandara, Merumandara, Supārśva, Kumuda (Nom.Pl.)
iti
so [benannt]
ayuta-yojana-vistāra-unnāhāḥ
je zehntausend Yojanas breit und hoch (Nom.Pl.)
meroḥ
des Meru (Gen.Sg.)
catuḥ-diśam
nach den vier Richtungen
avaṣṭambha-girayaḥ
Stützgebirge (Nom.Pl.)
upakḷptāḥ
errichtet, angeordnet (PPP, Nom.Pl.)

caturṣv eteṣu cūta-jambū-kadamba-nyagrodhāś catvāraḥ pādapa-pravarāḥ parvata-ketava ivādhi-sahasra-yojanonnāhās tāvad viṭapa-vitatayaḥ śata-yojana-pariṇāhāḥ.

Auf diesen vier [Bergen stehen] vier vorzügliche Bäume - der Mangobaum, Jambū, Kadamba [und] Nyagrodha -, gleichsam Flaggenstangen der Berge, über tausend Yojanas hoch, ebenso weit ihre Astausbreitung, [und] hundert Yojanas im Umfang.

Wort für Wort
caturṣu eteṣu
auf diesen vier (Lok.Pl.)
cūta-jambū-kadamba-nyagrodhāḥ
Mango-, Jambū-, Kadamba- und Banyanbaum (Nom.Pl.)
catvāraḥ
vier
pādapa-pravarāḥ
vorzügliche Bäume (Nom.Pl.)
parvata-ketavaḥ
Flaggenstangen der Berge (Nom.Pl.)
iva
gleichsam
adhi-sahasra-yojana-unnāhāḥ
über tausend Yojanas hoch (Nom.Pl.)
tāvat
ebensoviel
viṭapa-vitatayaḥ
Astausbreitung (Nom.Pl.)
śata-yojana-pariṇāhāḥ
hundert Yojanas im Umfang (Nom.Pl.)

hradāś catvāraḥ payo-madhv-ikṣurasa-mṛṣṭa-jalā yad-upasparśina upadeva-gaṇā yogaiśvaryāṇi svābhāvikāni bharatarṣabha dhārayanti; devodyānāni ca bhavanti catvāri nandanaṁ caitrarathaṁ vaibhrājakaṁ sarvatobhadram iti.

Es gibt vier Seen, deren Wasser mit Milch, Honig [und] Zuckerrohrsaft rein vermengt ist, durch deren Berührung die Scharen der Halbgötter, o Bester der Bharatas, natürliche mystische Vollkommenheiten besitzen. Und es gibt vier Göttergärten: Nandana, Caitraratha, Vaibhrājaka [und] Sarvatobhadra.

Wort für Wort
hradāḥ
Seen (Nom.Pl.)
catvāraḥ
vier
payaḥ-madhu-ikṣurasa-mṛṣṭa-jalāḥ
deren Wasser mit Milch, Honig, Zuckerrohrsaft vermengt, rein ist (Nom.Pl.)
yat-upasparśinaḥ
die, die diese berühren, benutzen (Nom.Pl.)
upadeva-gaṇāḥ
die Scharen der Halbgötter (Nom.Pl.)
yoga-aiśvaryāṇi
die mystischen Vollkommenheiten (Akk.Pl.)
svābhāvikāni
naturgemäß, von selbst (Akk.Pl.)
bharata-ṛṣabha
o Bester der Bharatas (Vok.)
dhārayanti
sie tragen, besitzen
deva-udyānāni
Göttergärten (Nom.Pl.)
ca
und
bhavanti
es gibt
catvāri
vier
nandanam caitrarathaṁ vaibhrājakaṁ sarvatobhadram
Nandana, Caitraratha, Vaibhrājaka, Sarvatobhadra (Nom.Pl.)
iti
so [benannt]

bharata-ṛṣabha ("o Bester der Bharatas") ist die Anrede Śukadevas an König Parīkṣit.

yeṣv amara-parivṛḍhāḥ saha sura-lalanā-lalāma-yūtha-pataya upadeva-gaṇair upagīyamāna-mahimānaḥ kila viharanti.

In diesen [Gärten] vergnügen sich fürwahr die Häupter der Unsterblichen, als Gatten der zierlichen, schmuckgleichen Frauen der Götter, deren Ruhm von den Scharen der Halbgötter besungen wird.

Wort für Wort
yeṣu
in welchen [Gärten] (Lok.Pl.)
amara-parivṛḍhāḥ
die Häupter, Besten der Unsterblichen (Nom.Pl.)
saha
zusammen mit
sura-lalanā-lalāma
der als Schmuck [geltenden] Frauen der Götter (Kompositumsglied)
yūtha-patayaḥ
die Herren der Scharen, Gatten (Nom.Pl.)
upadeva-gaṇaiḥ
durch die Scharen der Halbgötter (Instr.Pl.)
upagīyamāna-mahimānaḥ
deren Ruhm besungen wird (Nom.Pl.)
kila
fürwahr, wie man sagt
viharanti
sie vergnügen, tummeln sich

mandarotsaṅga ekādaśa-śata-yojanottuṅga-devacūta-śiraso giri-śikhara-sthūlāni phalāny amṛta-kalpāni patanti.

Am Hang des [Berges] Mandara fallen von der Spitze des Mangobaumes Devacūta, [der] elfhundert Yojanas hoch [ist], Früchte, so dick wie Berggipfel, [und] nektargleich, herab.

Wort für Wort
mandara-utsaṅge
am Hang, Schoß des Mandara (Lok.Sg.)
ekādaśa-śata-yojana-uttuṅga
elfhundert Yojanas hoch
devacūta-śirasaḥ
von der Spitze, Krone des [Mangobaums] Devacūta (Abl.Sg.)
giri-śikhara-sthūlāni
so dick wie Berggipfel (Nom.Pl.)
phalāni
Früchte (Nom.Pl.)
amṛta-kalpāni
nektargleich (Nom.Pl.)
patanti
sie fallen

teṣāṁ viśīryamāṇānām ati-madhura-surabhi-sugandhi-bahulāruṇa-rasodenāruṇodā nāma nadī mandara-giri-śikharān nipatantī pūrveṇelāvṛtam upaplāvayati.

Durch den überaus süßen, duftenden, wohlriechenden, reichlichen, rötlichen Saft dieser [Früchte], die beim Fallen zerbersten, [entsteht] der Fluss namens Aruṇodā, der, von der Spitze des Berges Mandara herabfallend, den östlichen [Teil] von Ilāvṛta überflutet.

Wort für Wort
teṣām
von diesen [Früchten] (Gen.Pl.)
viśīryamāṇānām
die zerbrechend, sich auflösend (Gen.Pl.Part.Präs.Pass.)
ati-madhura-surabhi-sugandhi-bahula-aruṇa-rasa-udena
durch das überaus süße, duftende, wohlriechende, reichliche, rötliche Saftwasser (Instr.Sg.)
aruṇodā nāma nadī
der Fluss namens Aruṇodā (Nom.Sg.)
mandara-giri-śikharāt
vom Gipfel des Berges Mandara (Abl.Sg.)
nipatantī
herabfallend (Nom.Sg.Part.)
pūrveṇa
im Osten (Instr.)
ilāvṛtam
Ilāvṛta (Akk.Sg.)
upaplāvayati
überflutet, durchströmt (3.Sg.Präs.)

yad-upajoṣaṇād bhavānyā anucarīṇāṁ puṇya-jana-vadhūnām avayava-sparśa-sugandha-vāto daśa-yojanaṁ samantād anuvāsayati.

Durch den Gebrauch von dessen [Wasser] wird der Wind, der durch die Berührung der Glieder der Dienerinnen Bhavānīs - der Gattinnen der Yakṣas - wohlriechend geworden ist, ringsum bis zu zehn Yojanas [alles] mit Duft erfüllen.

Wort für Wort
yat-upajoṣaṇāt
durch dessen Gebrauch, Genuss (Abl.Sg.)
bhavānyāḥ
der Bhavānī [Gattin Śivas] (Gen.Sg.)
anucarīṇām
der Begleiterinnen, Dienerinnen (Gen.Pl.)
puṇya-jana-vadhūnām
der Gattinnen der Yakṣas (Gen.Pl.)
avayava-sparśa-sugandha-vātaḥ
der durch Berührung der Glieder wohlriechende Wind (Nom.Sg.)
daśa-yojanam
zehn Yojanas [weit] (Akk.)
samantāt
ringsum
anuvāsayati
macht duftend, durchduftet (3.Sg.Präs.)

puṇya-jana ist eine übliche Bezeichnung für Yakṣas; bhavānī ist Śivas Gattin Pārvatī.

evaṁ jambū-phalānām atyucca-nipāta-viśīrṇānām anasthi-prāyāṇām ibha-kāya-nibhānāṁ rasena jambū nāma nadī meru-mandara-śikharād ayuta-yojanād avani-tale nipatantī dakṣiṇenātmānaṁ yāvad ilāvṛtam upasyandayati.

Ebenso [entsteht] durch den Saft der Jambū-Früchte, die durch den Fall aus sehr großer Höhe zerbersten, fast kernlos sind [und] den Körpern von Elefanten gleichen, der Fluss namens Jambū, der von der zehntausend [Yojanas hohen] Spitze des Merumandara auf die Erdoberfläche herabfällt [und] im Süden das ganze Ilāvṛta durchströmt.

Wort für Wort
evam
ebenso
jambū-phalānām
der Jambū-Früchte (Gen.Pl.)
ati-ucca-nipāta-viśīrṇānām
die durch den Fall aus großer Höhe zerborsten sind (Gen.Pl.)
anasthi-prāyāṇām
die fast kernlos sind (Gen.Pl.)
ibha-kāya-nibhānām
die den Körpern von Elefanten gleichen (Gen.Pl.)
rasena
durch den Saft (Instr.Sg.)
jambū nāma nadī
der Fluss namens Jambū (Nom.Sg.)
meru-mandara-śikharāt
vom Gipfel des Merumandara (Abl.Sg.)
ayuta-yojanāt
der zehntausend Yojanas [hoch ist] (Abl.Sg.)
avani-tale
auf die Erdoberfläche (Lok.Sg.)
nipatantī
herabfallend (Nom.Sg.Part.)
dakṣiṇena
im Süden
ātmānam
selbst, ganz (Akk.)
yāvat
soweit wie
ilāvṛtam
Ilāvṛta (Akk.Sg.)
upasyandayati
durchströmt, lässt fließen (3.Sg.Präs.)

tāvad ubhayor api rodhasor yā mṛttikā tad-rasenānuvidhyamānā vāyv-arka-saṁyoga-vipākena sadāmara-lokābharaṇaṁ jāmbū-nadaṁ nāma suvarṇaṁ bhavati; yad u ha vāva vibudhādayaḥ saha yuvatibhir mukuṭa-kaṭaka-kaṭi-sūtrādy-ābharaṇa-rūpeṇa khalu dhārayanti.

Der Lehm, der an beiden Ufern [dieses Flusses liegt] und mit dessen Saft durchtränkt wird, wird durch das Zusammenwirken von Wind und Sonne zu jenem Gold, genannt Jāmbūnada, [das] stets der Schmuck der Welt der Unsterblichen [ist]. Dieses tragen fürwahr die Götter und andere, zusammen mit ihren jungen Frauen, in Form von Schmuck wie Kronen, Armreifen, Hüftgürteln und dergleichen.

Wort für Wort
tāvat
so viel, ganz
ubhayoḥ api
von beiden auch (Gen.Dual)
rodhasoḥ
der Ufer (Gen.Dual)
yā mṛttikā
welcher Lehm (Nom.Sg.)
tat-rasena
durch dessen Saft (Instr.Sg.)
anuvidhyamānā
durchtränkt werdend (Part.Präs.Pass., Nom.Sg.)
vāyu-arka-saṁyoga-vipākena
durch die Reifung des Zusammenwirkens von Wind und Sonne (Instr.Sg.)
sadā
stets
amara-loka-ābharaṇam
der Schmuck der Welt der Unsterblichen (Nom.Sg.)
jāmbū-nadam nāma
genanntes Jāmbūnada
suvarṇam
Gold (Nom.Sg.)
bhavati
wird (3.Sg.Präs.)
yat
welches
u ha vāva
fürwahr
vibudha-ādayaḥ
die Götter und andere (Nom.Pl.)
saha yuvatibhiḥ
zusammen mit den jungen Frauen (Instr.Pl.)
mukuṭa-kaṭaka-kaṭi-sūtra-ādi-ābharaṇa-rūpeṇa
in Form von Schmuck wie Kronen, Armreifen, Hüftgürteln usw. (Instr.Sg.)
khalu
fürwahr
dhārayanti
sie tragen

yas tu mahā-kadambaḥ supārśva-nirūḍho yās tasya koṭarebhyo viniḥsṛtāḥ pañcāyāma-pariṇāhāḥ pañca madhu-dhārāḥ supārśva-śikharāt patantyo 'pareṇātmānam ilāvṛtam anumodayanti.

Der große Kadambabaum aber, der auf [dem Berg] Supārśva wurzelt - aus dessen Höhlungen entspringen fünf Ströme von Honig, [jeweils] fünf [Vyāma] im Umfang, die, vom Gipfel des Supārśva herabfallend, im Westen das ganze Ilāvṛta erfreuen.

Wort für Wort
yaḥ tu
der aber
mahā-kadambaḥ
der große Kadambabaum (Nom.Sg.)
supārśva-nirūḍhaḥ
auf Supārśva wurzelnd (Nom.Sg.)
yāḥ
welche [Ströme] (Nom.Pl.Fem.)
tasya
von diesem (Gen.Sg.)
koṭarebhyaḥ
aus den Höhlungen (Abl.Pl.)
viniḥsṛtāḥ
hervorgeströmt (PPP, Nom.Pl.)
pañca-āyāma-pariṇāhāḥ
fünf [Maßeinheiten] im Umfang (Nom.Pl.)
pañca
fünf
madhu-dhārāḥ
Honigströme (Nom.Pl.)
supārśva-śikharāt
vom Gipfel des Supārśva (Abl.Sg.)
patantyaḥ
herabfallend (Nom.Pl.Part.)
apareṇa
im Westen (Instr.)
ātmānam
ganz (Akk.)
ilāvṛtam
Ilāvṛta (Akk.Sg.)
anumodayanti
sie erfreuen (3.Pl.Präs.)

pañca-āyāma-pariṇāhāḥ: das Grundmaß (āyāma, hier wohl im Sinne von vyāma, einer Armspanne) bleibt in der Glosse ungenau; als 'fünf [Maßeinheiten] im Umfang' wiedergegeben.

yā hy upayuñjānānāṁ mukha-nirvāsito vāyuḥ samantāc chata-yojanam anuvāsayati.

Der Wind, der aus dem Mund derer, die [diesen Honig] genießen, ausströmt, durchduftet fürwahr ringsum ein Gebiet von hundert Yojanas.

Wort für Wort
yāḥ
welche [Honigströme] (Bezugswort)
hi
fürwahr
upayuñjānānām
derer, die genießen, gebrauchen (Gen.Pl.Part.)
mukha-nirvāsitaḥ
aus dem Mund ausgeströmt (Nom.Sg.)
vāyuḥ
der Wind (Nom.Sg.)
samantāt
ringsum
śata-yojanam
hundert Yojanas [weit] (Akk.)
anuvāsayati
durchduftet (3.Sg.Präs.)

evaṁ kumuda-nirūḍho yaḥ śatavalśo nāma vaṭas tasya skandhebhyo nīcīnāḥ payo-dadhi-madhu-ghṛta-guḍānnādy-ambara-śayyāsanābharaṇādayaḥ sarva eva kāma-dughā nadāḥ kumudāgrāt patantas tam uttareṇelāvṛtam upayojayanti.

Ebenso strömen von den Ästen des auf [dem Berg] Kumuda wurzelnden Banyanbaumes namens Śatavalśa abwärts alle Ströme, die jeden Wunsch erfüllen - Milch, Yoghurt, Honig, geklärte Butter, Melasse, Speise und dergleichen, sowie Kleidung, Lagerstatt, Sitzplatz, Schmuck und dergleichen -, [und] fallen vom Gipfel des Kumuda [herab und] versorgen so im Norden [das Land] Ilāvṛta.

Wort für Wort
evam
ebenso
kumuda-nirūḍhaḥ
auf Kumuda wurzelnd (Nom.Sg.)
yaḥ
der [Baum]
śatavalśaḥ nāma
namens Śatavalśa
vaṭaḥ
der Banyanbaum (Nom.Sg.)
tasya
von diesem (Gen.Sg.)
skandhebhyaḥ
von den [dicken] Ästen (Abl.Pl.)
nīcīnāḥ
abwärts fließend (Nom.Pl.)
payaḥ-dadhi-madhu-ghṛta-guḍa-anna-ādi
Milch, Yoghurt, Honig, Ghee, Melasse, Speise usw.
ambara-śayyā-āsana-ābharaṇa-ādayaḥ
Kleidung, Lager, Sitz, Schmuck usw. (Nom.Pl.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
eva
fürwahr
kāma-dughāḥ
jeden Wunsch erfüllend (Nom.Pl.)
nadāḥ
Ströme (Nom.Pl.)
kumuda-agrāt
vom Gipfel des Kumuda (Abl.Sg.)
patantaḥ
herabfallend (Nom.Pl.Part.)
tam
dieses (Akk.)
uttareṇa
im Norden
ilāvṛtam
Ilāvṛta (Akk.Sg.)
upayojayanti
sie versorgen, statten aus (3.Pl.Präs.)

śatavalśa ("hundert Zweige/Stämme") als Eigenname des Banyanbaumes.

yān upajuṣāṇānāṁ na kadācid api prajānāṁ valī-palita-klama-sveda-daurgandhya-jarāmaya-mṛtyu-śītoṣṇa-vaivarṇyopasargādayas tāpa-viśeṣā bhavanti yāvaj jīvaṁ sukhaṁ niratiśayam eva.

Für die Geschöpfe, die diese [Ströme] genießen, entstehen niemals besondere Leiden wie Falten, graues Haar, Ermattung, Schweiß, üblen Geruch, Alter, Krankheit, Tod, Kälte, Hitze, Verblassen des Glanzes, Plagen und dergleichen, sondern solange das Leben währt, [ist da nur] unübertreffliches Glück.

Wort für Wort
yān
diese [Ströme] (Akk.Pl.)
upajuṣāṇānām
derer, die genießen (Gen.Pl.Part.)
na kadācit api
niemals
prajānām
der Geschöpfe (Gen.Pl.)
valī-palita-klama-sveda-daurgandhya-jarā-āmaya-mṛtyu-śīta-uṣṇa-vaivarṇya-upasarga-ādayaḥ
Falten, graues Haar, Ermattung, Schweiß, übler Geruch, Alter, Krankheit, Tod, Kälte, Hitze, Verblassen, Plagen usw. (Nom.Pl.)
tāpa-viśeṣāḥ
besondere Leiden (Nom.Pl.)
bhavanti
entstehen
yāvat jīvam
solange das Leben [währt]
sukham
Glück (Nom.Sg.)
niratiśayam
unübertrefflich (Nom.Sg.)
eva
nur, gerade

kuraṅga-kurara-kusumbha-vaikaṅka-trikūṭa-śiśira-pataṅga-rucaka-niṣadha-śinīvāsa-kapila-śaṅkha-vaidūrya-jārudhi-haṁsa-ṛṣabha-nāga-kālañjara-nāradādayo viṁśati-girayo meroḥ karṇikāyā iva kesara-bhūtā mūla-deśe parita upakḷptāḥ.

Kuraṅga, Kurara, Kusumbha, Vaikaṅka, Trikūṭa, Śiśira, Pataṅga, Rucaka, Niṣadha, Śinīvāsa, Kapila, Śaṅkha, Vaidūrya, Jārudhi, Haṁsa, Ṛṣabha, Nāga, Kālañjara, Nārada und weitere - [dies] sind die zwanzig Berge, die, gleichsam den Staubfäden des Blütenkelches des Meru gleich, ringsum an seiner Basisregion angeordnet sind.

Wort für Wort
kuraṅga-kurara-kusumbha-vaikaṅka-trikūṭa-śiśira-pataṅga-rucaka-niṣadha-śinīvāsa-kapila-śaṅkha-vaidūrya-jārudhi-haṁsa-ṛṣabha-nāga-kālañjara-nārada-ādayaḥ
Kuraṅga usw. [Bergnamen] (Nom.Pl.)
viṁśati-girayaḥ
zwanzig Berge (Nom.Pl.)
meroḥ
des Meru (Gen.Sg.)
karṇikāyāḥ
des Blütenkelches (Gen.Sg.)
iva
gleichsam
kesara-bhūtāḥ
zu Staubfäden geworden (Nom.Pl.)
mūla-deśe
an der Basisregion (Lok.Sg.)
paritaḥ
ringsum
upakḷptāḥ
angeordnet (PPP, Nom.Pl.)

Die Aufzählung nennt namentlich 19 Berge und schließt mit 'ādayaḥ' ('und weitere'), während die Gesamtzahl mit 'zwanzig' (viṁśati) angegeben wird - ein in der Überlieferung bekanntes Zahl-Namen-Missverhältnis [Anm.].

jaṭhara-devakūṭau meruṁ pūrveṇāṣṭādaśa-yojana-sahasram udagāyatau dvi-sahasraṁ pṛthu-tuṅgau bhavataḥ; evam apareṇa pavana-pāriyātrau dakṣiṇena kailāsa-karavīrau prāg-āyatāv evam uttaratas triśṛṅga-makarāv aṣṭabhir etaiḥ parisṛto 'gnir iva paritaś cakāsti kāñcana-giriḥ.

Jaṭhara [und] Devakūṭa liegen im Osten des Meru, achtzehntausend Yojanas von Nord nach Süd ausgedehnt, zweitausend [Yojanas] breit und hoch. Ebenso [liegen] im Westen Pavana [und] Pāriyātra, im Süden Kailāsa [und] Karavīra, [gleichfalls] ausgedehnt, ebenso im Norden Triśṛṅga [und] Makara. Von diesen acht [Bergen] umgeben, erstrahlt der goldene Berg [Meru] ringsum wie [von] Feuer [umgeben].

Wort für Wort
jaṭhara-devakūṭau
Jaṭhara und Devakūṭa (Nom.Dual)
merum
den Meru (Akk.Sg.)
pūrveṇa
im Osten (Instr.)
aṣṭādaśa-yojana-sahasram
achtzehntausend Yojanas (Akk.)
udagāyatau
von Nord nach Süd ausgedehnt (Nom.Dual)
dvi-sahasram
zweitausend
pṛthu-tuṅgau
breit und hoch (Nom.Dual)
bhavataḥ
sie sind (3.Dual Präs.)
evam
ebenso
apareṇa
im Westen (Instr.)
pavana-pāriyātrau
Pavana und Pāriyātra (Nom.Dual)
dakṣiṇena
im Süden (Instr.)
kailāsa-karavīrau
Kailāsa und Karavīra (Nom.Dual)
prāk-āyatau
ausgedehnt (Nom.Dual)
evam
ebenso
uttarataḥ
im Norden
triśṛṅga-makarau
Triśṛṅga und Makara (Nom.Dual)
aṣṭabhiḥ etaiḥ
von diesen acht (Instr.Pl.)
parisṛtaḥ
umgeben (PPP, Nom.Sg.)
agniḥ iva
wie Feuer
paritaḥ
ringsum
cakāsti
erstrahlt (3.Sg.Präs.)
kāñcana-giriḥ
der goldene Berg [Meru] (Nom.Sg.)

meror mūrdhani bhagavata ātma-yoner madhyata upakḷptāṁ purīm ayuta-yojana-sāhasrīṁ sama-caturasrāṁ śātakaumbhīṁ vadanti.

Auf dem Gipfel des Meru, so sagt man, [befindet sich] in der Mitte die errichtete Stadt des Erhabenen, des Selbstgeborenen [Brahmā], [im Ausmaß von] zehntausend Yojanas, mit gleichen Seiten [und] aus Gold [bestehend].

Wort für Wort
meroḥ
des Meru (Gen.Sg.)
mūrdhani
auf dem Haupt, Gipfel (Lok.Sg.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.Sg.)
ātma-yoneḥ
des Selbstgeborenen [Brahmā] (Gen.Sg.)
madhyataḥ
in der Mitte
upakḷptām
errichtet (PPP, Akk.Sg.)
purīm
die Stadt (Akk.Sg.)
ayuta-yojana-sāhasrīm
[im Ausmaß von] zehntausend Yojanas (Akk.Sg.)
sama-caturasrām
mit gleichen [vier] Seiten (Akk.Sg.)
śāta-kaumbhīm
aus Gold [bestehend] (Akk.Sg.)
vadanti
man sagt, die Weisen sagen (3.Pl.Präs.)

ātma-yoni ('der aus sich selbst Entstandene') ist ein gängiger Beiname Brahmās; die Stadt ist die als Brahmapurī bekannte Residenz Brahmās auf dem Meru-Gipfel.

tām anuparito loka-pālānām aṣṭānāṁ yathā-diśaṁ yathā-rūpaṁ turīya-mānena puro 'ṣṭāv upakḷptāḥ.

Rings um diese [Stadt] sind, entsprechend den [jeweiligen] Himmelsrichtungen und entsprechend [ihrer] Gestalt, im Maß eines Viertels [davon], die acht Städte der acht Weltenhüter errichtet.

Wort für Wort
tām
um diese (Akk.Sg., Bezug: Brahmapurī)
anuparitaḥ
ringsum
loka-pālānām
der Weltenhüter (Gen.Pl.)
aṣṭānām
der acht (Gen.Pl.)
yathā-diśam
entsprechend den Richtungen
yathā-rūpam
entsprechend der Gestalt
turīya-mānena
im Maß eines Viertels (Instr.Sg.)
puraḥ
Städte (Nom.Pl.)
aṣṭau
acht
upakḷptāḥ
errichtet (PPP, Nom.Pl.)

loka-pālāḥ ("Weltenhüter") = die acht Hüter der Himmelsrichtungen (Indra, Agni, Yama, Nirṛti, Varuṇa, Vāyu, Kubera, Śiva/Īśāna u.ä.).

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