Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 55: Prakṛti-tattva-nirūpaṇam Die Grundprinzipien der materiellen Natur

śrī-bhagavān uvāca atha te sampravakṣyāmi tattvānāṁ lakṣaṇaṁ pṛthak yad viditvā vimucyeta puruṣaḥ prākṛtair guṇaiḥ

Der Höchste Herr sprach: Nun will ich dir die Merkmale der Wahrheitskategorien (tattvas) einzeln darlegen, durch deren Erkenntnis ein Mensch von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur befreit werden kann.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Höchste Herr sprach
atha te sampravakṣyāmi
nun werde ich dir ausführlich verkünden
tattvānāṁ lakṣaṇaṁ pṛthak
die Merkmale der Wahrheitskategorien einzeln
yad viditvā vimucyeta
wodurch erkannt ein Mensch befreit werden könnte
puruṣaḥ prākṛtair guṇaiḥ
eine Person von den aus der materiellen Natur stammenden Erscheinungsweisen

jñānaṁ niḥśreyasārthāya puruṣasyātma-darśanam yad āhur varṇaye tat te hṛdaya-granthi-bhedanam

Das Wissen, das der Selbstschau des Menschen dient und zum höchsten Heil führt, jenes Wissen, das [die Weisen] als das bezeichnen, was den Knoten des Herzens zerschneidet - das will ich dir nun erklären.

Wort für Wort
jñānaṁ niḥśreyasārthāya
das Wissen, zum Zweck des höchsten Heils
puruṣasyātma-darśanam
die Selbstschau des Menschen
yad āhuḥ
welches sie nennen
varṇaye tat te
ich werde dir das erklären
hṛdaya-granthi-bhedanam
das den Knoten des Herzens durchtrennt

anādir ātmā puruṣo nirguṇaḥ prakṛteḥ paraḥ pratyag-dhāmā svayaṁ-jyotir viśvaṁ yena samanvitam

Ohne Anfang ist der Purusha, das Selbst, frei von den [materiellen] Erscheinungsweisen, jenseits der materiellen Natur; er ist dem Innersten zugewandt, selbstleuchtend, durch den das ganze Universum durchdrungen ist.

Wort für Wort
anādir ātmā puruṣo
ohne Anfang ist das Selbst, der Purusha
nirguṇaḥ prakṛteḥ paraḥ
frei von den Erscheinungsweisen, jenseits der materiellen Natur
pratyag-dhāmā svayaṁ-jyotiḥ
dem Innersten zugewandt, selbstleuchtend
viśvaṁ yena samanvitam
das Universum, wodurch es durchdrungen ist

sa eṣa prakṛtiṁ sūkṣmāṁ daivīṁ guṇa-mayīṁ vibhuḥ yadṛcchayaivopagatām abhyapadyata līlayā

Eben dieser Allmächtige nahm die feine, göttliche, aus den [drei] Erscheinungsweisen bestehende materielle Natur, die sich ganz von selbst [ihm] näherte, spielerisch an.

Wort für Wort
sa eṣa prakṛtiṁ sūkṣmāṁ
eben dieser die feine materielle Natur
daivīṁ guṇa-mayīṁ vibhuḥ
der Allmächtige, die göttliche, aus den Erscheinungsweisen bestehende
yadṛcchayaivopagatām
die ganz von selbst sich genähert hatte
abhyapadyata līlayā
nahm er als Spiel an

guṇair vicitrāḥ sṛjatīṁ sa-rūpāḥ prakṛtiṁ prajāḥ vilokya mumuhe sadyaḥ sa iha jñāna-gūhayā

Als er die materielle Natur erblickte, wie sie durch die Erscheinungsweisen mannigfaltige, mit eigenen Formen versehene Geschöpfe hervorbrachte, wurde er hier sogleich durch die das Wissen verhüllende [Kraft] verblendet.

Wort für Wort
guṇair vicitrāḥ sṛjatīṁ
durch die Erscheinungsweisen mannigfaltige hervorbringend
sa-rūpāḥ prakṛtiṁ prajāḥ
mit [eigenen] Formen versehene Geschöpfe, die materielle Natur
vilokya mumuhe sadyaḥ
nachdem er erblickt hatte, wurde er sogleich verblendet
sa iha jñāna-gūhayā
er, hier, durch die das Wissen verbergende Kraft

evaṁ parābhidhyānena kartṛtvaṁ prakṛteḥ pumān karmasu kriyamāṇeṣu guṇair ātmani manyate

So hält sich der Mensch, indem er sich mit dem Anderen [der materiellen Natur] identifiziert, wenn Handlungen durch die Erscheinungsweisen der materiellen Natur ausgeführt werden, selbst für den Handelnden.

Wort für Wort
evaṁ parābhidhyānena
so, durch das Sich-Versenken in das Andere
kartṛtvaṁ prakṛteḥ
das Urheber-Sein der materiellen Natur
pumān karmasu kriyamāṇeṣu
der Mensch, während Handlungen ausgeführt werden
guṇair ātmani manyate
durch die Erscheinungsweisen hält er sich selbst dafür

tad asya saṁsṛtir bandhaḥ pāra-tantryaṁ ca tat-kṛtam bhavaty akartur īśasya sākṣiṇo nirvṛtātmanaḥ

Dadurch entstehen für ihn, der doch [in Wahrheit] nicht handelt, unabhängig ist, Zeuge ist und von Natur aus voll Glückseligkeit ist, das weltliche Dasein, die Bindung und die dadurch bewirkte Abhängigkeit.

Wort für Wort
tad asya saṁsṛtir bandhaḥ
dadurch entsteht für ihn das weltliche Dasein, die Bindung
pāra-tantryaṁ ca tat-kṛtam
und die davon bewirkte Abhängigkeit
bhavaty akartur īśasya
entsteht für den, der nicht handelt, den Unabhängigen
sākṣiṇo nirvṛtātmanaḥ
den Zeugen, dessen Wesen von Natur aus Glückseligkeit ist

kārya-kāraṇa-kartṛtve kāraṇaṁ prakṛtiṁ viduḥ bhoktṛtve sukha-duḥkhānāṁ puruṣaṁ prakṛteḥ param

Als Ursache für das Hervorbringen von Wirkung und Werkzeug [Körper und Sinne] erkennen die Kundigen die materielle Natur; als den Genießenden von Glück und Leid [erkennen sie] den Purusha, der jenseits der materiellen Natur steht.

Wort für Wort
kārya-kāraṇa-kartṛtve
hinsichtlich des Hervorbringens von Wirkung und Werkzeug
kāraṇaṁ prakṛtiṁ viduḥ
als Ursache erkennen sie die materielle Natur
bhoktṛtve sukha-duḥkhānāṁ
hinsichtlich des Genießens von Glück und Leid
puruṣaṁ prakṛteḥ param
den Purusha, jenseits der materiellen Natur

devahūtir uvāca prakṛteḥ puruṣasyāpi lakṣaṇaṁ puruṣottama brūhi kāraṇayor asya sad-asac ca yad-ātmakam

Devahūti sprach: O Bester unter den Purushas, erkläre mir die Merkmale sowohl der materiellen Natur als auch des Purusha, dieser beiden Ursachen, sowie wessen Wesens jenes Manifeste und Unmanifeste [des Universums] ist.

Wort für Wort
devahūtir uvāca
Devahūti sprach
prakṛteḥ puruṣasyāpi lakṣaṇaṁ
die Merkmale der materiellen Natur und auch des Purusha
puruṣottama brūhi
o Bester der Purushas, sprich, erkläre
kāraṇayor asya
der beiden Ursachen von diesem [Universum]
sad-asac ca yad-ātmakam
und von welchem Wesen das Manifeste und Unmanifeste ist

śrī-bhagavān uvāca yat tat tri-guṇam avyaktaṁ nityaṁ sad-asad-ātmakam pradhānaṁ prakṛtiṁ prāhur aviśeṣaṁ viśeṣavat

Der Höchste Herr sprach: Jenes Unmanifeste, das aus den drei Erscheinungsweisen besteht, ewig ist und dessen Wesen Ursache und Wirkung [zugleich] ist, nennt man Pradhana oder Prakriti - undifferenziert, doch Differenziertes enthaltend.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Höchste Herr sprach
yat tat tri-guṇam avyaktaṁ
jenes Unmanifeste, das aus drei Erscheinungsweisen besteht
nityaṁ sad-asad-ātmakam
ewig, dessen Wesen Ursache und Wirkung ist
pradhānaṁ prakṛtiṁ prāhur
man nennt es Pradhana, Prakriti
aviśeṣaṁ viśeṣavat
undifferenziert, [doch] Differenziertes enthaltend

pañcabhiḥ pañcabhir brahma caturbhir daśabhis tathā etac catur-viṁśatikaṁ gaṇaṁ prādhānikaṁ viduḥ

Mit fünf [groben Elementen] und fünf [feinstofflichen Elementen] - [zusammen] das Brahman [die materielle Gesamtheit] -, ebenso mit vier [inneren Sinnesorganen] und zehn [äußeren Sinnesorganen]: dies kennt man als die aus vierundzwanzig [Elementen] bestehende Gruppe des Pradhana.

Wort für Wort
pañcabhiḥ pañcabhir brahma
mit fünf und fünf [Elementen], das Brahman
caturbhir daśabhis tathā
mit vier und zehn ebenso
etac catur-viṁśatikaṁ
diese aus vierundzwanzig bestehende
gaṇaṁ prādhānikaṁ viduḥ
Gruppe kennt man als die des Pradhana

[Anm.: 'brahma' bezeichnet hier die materielle Gesamtheit/das Mahat, vgl. BG 14.3 'mahad brahma'.]

mahā-bhūtāni pañcaiva bhūr āpo 'gnir marun nabhaḥ tan-mātrāṇi ca tāvanti gandhādīni matāni me

Die groben Elemente sind genau fünf: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther; ebenso viele sind die feinstofflichen Elemente, [nämlich] Geruch und die übrigen, wie sie von mir betrachtet werden.

Wort für Wort
mahā-bhūtāni pañcaiva
die groben Elemente sind genau fünf
bhūr āpo 'gnir marun nabhaḥ
Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther
tan-mātrāṇi ca tāvanti
und ebenso viele die feinstofflichen Elemente
gandhādīni matāni me
Geruch und die übrigen, von mir so betrachtet

indriyāṇi daśa śrotraṁ tvag dṛg rasana-nāsikāḥ vāk karau caraṇau meḍhraṁ pāyur daśama ucyate

Die Sinne sind zehn: Gehör, Tastsinn, Sehsinn, Geschmackssinn und Geruchssinn; [dazu] Sprache, die beiden Hände, die beiden Füße, das Zeugungsorgan, und das Ausscheidungsorgan wird als das zehnte genannt.

Wort für Wort
indriyāṇi daśa śrotraṁ
die Sinne sind zehn: das Gehör
tvag dṛg rasana-nāsikāḥ
Tastsinn, Sehsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn
vāk karau caraṇau meḍhraṁ
Sprache, die beiden Hände, die beiden Füße, das Zeugungsorgan
pāyur daśama ucyate
das Ausscheidungsorgan wird als zehntes genannt

mano buddhir ahaṅkāraś cittam ity antar-ātmakam caturdhā lakṣyate bhedo vṛttyā lakṣaṇa-rūpayā

Geist, Intelligenz, falsches Ego und Bewusstsein - so wird das innere Selbst als vierfach unterschieden erkannt, durch die Funktion, die dessen Merkmal bildet.

Wort für Wort
mano buddhir ahaṅkāraś
Geist, Intelligenz, falsches Ego
cittam ity antar-ātmakam
Bewusstsein - so das innere Selbst
caturdhā lakṣyate bhedo
vierfach wird die Unterscheidung wahrgenommen
vṛttyā lakṣaṇa-rūpayā
durch die Funktion, die das Merkmal bildet

etāvān eva saṅkhyāto brahmaṇaḥ sa-guṇasya ha sanniveśo mayā prokto yaḥ kālaḥ pañca-viṁśakaḥ

Genau so viel wurde von mir die Anordnung des mit Eigenschaften versehenen Brahman aufgezählt und dargelegt; hinzu kommt die Zeit als das Fünfundzwanzigste.

Wort für Wort
etāvān eva saṅkhyāto
genau so viel wurde aufgezählt
brahmaṇaḥ sa-guṇasya ha
des mit Eigenschaften versehenen Brahman, wahrlich
sanniveśo mayā prokto
die Anordnung wurde von mir dargelegt
yaḥ kālaḥ pañca-viṁśakaḥ
welches die Zeit als das Fünfundzwanzigste ist

prabhāvaṁ pauruṣaṁ prāhuḥ kālam eke yato bhayam ahaṅkāra-vimūḍhasya kartuḥ prakṛtim īyuṣaḥ

Manche nennen die Zeit die Macht des Purusha, aus der Furcht entsteht für den vom falschen Ego verblendeten Handelnden, der in die materielle Natur eingegangen ist.

Wort für Wort
prabhāvaṁ pauruṣaṁ prāhuḥ
sie nennen sie die Macht des Purusha
kālam eke yato bhayam
manche die Zeit, woraus Furcht [entsteht]
ahaṅkāra-vimūḍhasya
für den vom falschen Ego verblendeten
kartuḥ prakṛtim īyuṣaḥ
Handelnden, der in die materielle Natur eingegangen ist

prakṛter guṇa-sāmyasya nirviśeṣasya mānavi ceṣṭā yataḥ sa bhagavān kālaḥ ity upalakṣitaḥ

O Tochter Manus, jene Bewegung/Erregung der im Gleichgewicht der Erscheinungsweisen befindlichen, undifferenzierten materiellen Natur, wovon sie ausgeht - er, der Erhabene, wird als Zeit gekennzeichnet.

Wort für Wort
prakṛter guṇa-sāmyasya
der im Gleichgewicht der Erscheinungsweisen befindlichen materiellen Natur
nirviśeṣasya mānavi
der undifferenzierten, o Tochter Manus
ceṣṭā yataḥ sa bhagavān
die Bewegung, wovon [ausgehend], er, der Erhabene
kālaḥ ity upalakṣitaḥ
wird als Zeit gekennzeichnet

antaḥ puruṣa-rūpeṇa kāla-rūpeṇa yo bahiḥ samanvety eṣa sattvānāṁ bhagavān ātma-māyayā

Er, der Erhabene, der im Inneren in der Gestalt des Purusha [als Überseele] und im Äußeren in der Gestalt der Zeit alle Lebewesen durchdringt - dies [tut er] durch seine eigene [göttliche] Māyā.

Wort für Wort
antaḥ puruṣa-rūpeṇa
innerlich in der Gestalt des Purusha
kāla-rūpeṇa yo bahiḥ
und in der Gestalt der Zeit äußerlich, welcher
samanvety eṣa sattvānāṁ
durchdringt, dieser, der Lebewesen
bhagavān ātma-māyayā
der Erhabene, durch seine eigene Māyā

daivāt kṣubhita-dharmiṇyāṁ svasyāṁ yonau paraḥ pumān ādhatta vīryaṁ sāsūta mahat-tattvaṁ hiraṇmayam

In seinem eigenen Schoß [der materiellen Natur], deren Gleichgewicht durch das Schicksal erregt worden war, legte der Höchste Purusha [seinen] Samen; sie gebar daraufhin das goldene Mahat-tattva.

Wort für Wort
daivāt kṣubhita-dharmiṇyāṁ
durch das Schicksal, deren Wesen erregt worden war
svasyāṁ yonau paraḥ pumān
in seinem eigenen Schoß, der Höchste Purusha
ādhatta vīryaṁ sāsūta
legte den Samen; sie gebar
mahat-tattvaṁ hiraṇmayam
das goldene Mahat-tattva

viśvam ātma-gataṁ vyañjan kūṭa-stho jagad-aṅkuraḥ sva-tejasāpibat tīvram ātma-prasvāpanaṁ tamaḥ

Indem es das in ihm selbst enthaltene Universum offenbarte, [dieses] unveränderliche, den Keim der Welt [bildende Mahat-tattva], verschlang es durch seinen eigenen Glanz die heftige, es selbst einschläfernde Finsternis.

Wort für Wort
viśvam ātma-gataṁ vyañjan
das in sich selbst enthaltene Universum offenbarend
kūṭa-stho jagad-aṅkuraḥ
das unveränderliche, den Keim der Welt bildende
sva-tejasāpibat tīvram
durch seinen eigenen Glanz verschlang es die heftige
ātma-prasvāpanaṁ tamaḥ
die es selbst einschläfernde Finsternis

yat tat sattva-guṇaṁ svacchaṁ śāntaṁ bhagavataḥ padam yad āhur vāsudevākhyaṁ cittaṁ tan mahad-ātmakam

Jene Erscheinungsweise der Tugend, die klar und ruhig ist, der Sitz des Erhabenen, die sie mit dem Namen Vāsudeva nennen - jenes Bewusstsein besteht aus dem Mahat[-tattva].

Wort für Wort
yat tat sattva-guṇaṁ svacchaṁ
jene Erscheinungsweise der Tugend, klar
śāntaṁ bhagavataḥ padam
ruhig, der Sitz des Erhabenen
yad āhur vāsudevākhyaṁ
welche sie mit dem Namen Vāsudeva nennen
cittaṁ tan mahad-ātmakam
jenes Bewusstsein besteht aus dem Mahat

svacchatvam avikāritvaṁ śāntatvam iti cetasaḥ vṛttibhir lakṣaṇaṁ proktaṁ yathāpāṁ prakṛtiḥ parā

Klarheit, Unveränderlichkeit und Ruhe - so wird durch [seine] Funktionen das Merkmal des Bewusstseins beschrieben, gleich der reinen, ursprünglichen Natur des Wassers.

Wort für Wort
svacchatvam avikāritvaṁ
Klarheit, Unveränderlichkeit
śāntatvam iti cetasaḥ
Ruhe - so [ist es] des Bewusstseins
vṛttibhir lakṣaṇaṁ proktaṁ
durch die Funktionen wird das Merkmal genannt
yathāpāṁ prakṛtiḥ parā
wie die reine, ursprüngliche Natur des Wassers

mahat-tattvād vikurvāṇād bhagavad-vīrya-sambhavāt kriyā-śaktir ahaṅkāras tri-vidhaḥ samapadyata

Aus dem sich wandelnden Mahat-tattva, das aus der Kraft des Erhabenen entstanden ist, entstand das falsche Ego, ausgestattet mit der Kraft zum Handeln, in dreifacher Gestalt.

Wort für Wort
mahat-tattvād vikurvāṇād
aus dem sich wandelnden Mahat-tattva
bhagavad-vīrya-sambhavāt
das aus der Kraft des Erhabenen entstanden ist
kriyā-śaktir ahaṅkāras
das falsche Ego, mit der Kraft zum Handeln
tri-vidhaḥ samapadyata
entstand in dreifacher Gestalt

[Anm.: Auf vedabase.io sind die Verse 23 und 24 auf einer gemeinsamen Seite (URL .../3/26/23-24/) zusammengefasst; hier gemäß Vorgabe als getrennte Einheiten 23 und 24 wiedergegeben.]

vaikārikas taijasaś ca tāmasaś ca yato bhavaḥ manasaś cendriyāṇāṁ ca bhūtānāṁ mahatām api

[Es entstand] als das Vaikarika, das Taijasa und das Tamasa, woraus die Entstehung des Geistes, der Sinne und ebenso der groben Elemente hervorgeht.

Wort für Wort
vaikārikas taijasaś ca
das Vaikarika und das Taijasa
tāmasaś ca yato bhavaḥ
und das Tamasa, woraus die Entstehung
manasaś cendriyāṇāṁ ca
des Geistes und der Sinne
bhūtānāṁ mahatām api
und auch der groben Elemente

[Anm.: siehe Anmerkung zu Vers 23 - beide Verse bilden auf vedabase.io eine gemeinsame Seite.]

sahasra-śirasaṁ sākṣād yam anantaṁ pracakṣate saṅkarṣaṇākhyaṁ puruṣaṁ bhūtendriya-manomayam

Den, der tausend Häupter hat, nennt man in Wahrheit Ananta, den Purusha mit Namen Sankarshana, bestehend aus den Elementen, Sinnen und dem Geist.

Wort für Wort
sahasra-śirasaṁ sākṣād
mit tausend Häuptern, unmittelbar
yam anantaṁ pracakṣate
den man Ananta nennt
saṅkarṣaṇākhyaṁ puruṣaṁ
die Person mit Namen Sankarshana
bhūtendriya-manomayam
bestehend aus Elementen, Sinnen und Geist

kartṛtvaṁ karaṇatvaṁ ca kāryatvaṁ ceti lakṣaṇam śānta-ghora-vimūḍhatvam iti vā syād ahaṅkṛteḥ

Das Merkmal des falschen Egos besteht darin, Urheber, Werkzeug und Wirkung zu sein, oder auch darin, ruhig, heftig oder verblendet zu sein.

Wort für Wort
kartṛtvaṁ karaṇatvaṁ ca
das Urheber-Sein und das Werkzeug-Sein
kāryatvaṁ ceti lakṣaṇam
und das Wirkungs-Sein - so das Merkmal
śānta-ghora-vimūḍhatvam
ruhig, heftig, verblendet zu sein
iti vā syād ahaṅkṛteḥ
oder auch so mag es sein, des falschen Egos

vaikārikād vikurvāṇān manas-tattvam ajāyata yat-saṅkalpa-vikalpābhyāṁ vartate kāma-sambhavaḥ

Aus dem sich wandelnden Vaikarika[-Ego] entstand das Prinzip des Geistes, durch dessen Überlegung und Zweifel das Entstehen des Begehrens vor sich geht.

Wort für Wort
vaikārikād vikurvāṇān
aus dem sich wandelnden Vaikarika[-Ego]
manas-tattvam ajāyata
entstand das Prinzip des Geistes
yat-saṅkalpa-vikalpābhyāṁ
durch dessen Überlegung und Zweifel
vartate kāma-sambhavaḥ
geschieht das Entstehen des Begehrens

yad vidur hy aniruddhākhyaṁ hṛṣīkāṇām adhīśvaram śāradendīvara-śyāmaṁ saṁrādhyaṁ yogibhiḥ śanaiḥ

[Diesen Geist] kennt man wahrlich unter dem Namen Aniruddha, den höchsten Gebieter der Sinne, dunkel wie eine herbstliche blaue Lotusblüte, der von den Yogis allmählich verehrt wird.

Wort für Wort
yad vidur hy aniruddhākhyaṁ
welchen man wahrlich unter dem Namen Aniruddha kennt
hṛṣīkāṇām adhīśvaram
den höchsten Gebieter der Sinne
śāradendīvara-śyāmaṁ
dunkel wie eine herbstliche blaue Lotusblüte
saṁrādhyaṁ yogibhiḥ śanaiḥ
der von den Yogis allmählich verehrt wird

taijasāt tu vikurvāṇād buddhi-tattvam abhūt sati dravya-sphuraṇa-vijñānam indriyāṇām anugrahaḥ

Aus dem sich wandelnden Taijasa[-Ego] aber, o Tugendhafte, entstand das Prinzip der Intelligenz - das Erkennen des Hervortretens der Dinge, eine Gunst für die Sinne.

Wort für Wort
taijasāt tu vikurvāṇād
aus dem sich wandelnden Taijasa[-Ego] aber
buddhi-tattvam abhūt sati
entstand das Prinzip der Intelligenz, o Tugendhafte
dravya-sphuraṇa-vijñānam
das Erkennen des Hervortretens der Dinge
indriyāṇām anugrahaḥ
eine Gunst für die Sinne

saṁśayo 'tha viparyāso niścayaḥ smṛtir eva ca svāpa ity ucyate buddher lakṣaṇaṁ vṛttitaḥ pṛthak

Zweifel, ferner Irrtum, Gewissheit sowie Erinnerung und Schlaf - so werden, gemäß ihren Funktionen einzeln unterschieden, die Merkmale der Intelligenz genannt.

Wort für Wort
saṁśayo 'tha viparyāso
Zweifel, ferner Irrtum
niścayaḥ smṛtir eva ca
Gewissheit, sowie auch Erinnerung
svāpa ity ucyate buddher
Schlaf - so wird der Intelligenz genannt
lakṣaṇaṁ vṛttitaḥ pṛthak
das Merkmal, gemäß den Funktionen einzeln

taijasānīndriyāṇy eva kriyā-jñāna-vibhāgaśaḥ prāṇasya hi kriyā-śaktir buddher vijñāna-śaktitā

Die aus dem Taijasa[-Ego] entstandenen Sinne [teilen sich] eben in Handlungs- und Erkenntnissinne: dem Lebensatem [Prana] eignet nämlich die Kraft zum Handeln, der Intelligenz die Kraft zur Erkenntnis.

Wort für Wort
taijasānīndriyāṇy eva
die aus dem Taijasa[-Ego stammenden] Sinne eben
kriyā-jñāna-vibhāgaśaḥ
eingeteilt in Handlung und Erkenntnis
prāṇasya hi kriyā-śaktir
dem Lebensatem nämlich die Kraft zum Handeln
buddher vijñāna-śaktitā
der Intelligenz die Kraft zur Erkenntnis

tāmasāc ca vikurvāṇād bhagavad-vīrya-coditāt śabda-mātram abhūt tasmān nabhaḥ śrotraṁ tu śabdagam

Und aus dem sich wandelnden, von der Kraft des Erhabenen angetriebenen Tamasa[-Ego] entstand das feinstoffliche Element Klang; daraus [entstand] der Äther, und [daraus] das den Klang erfassende Gehör.

Wort für Wort
tāmasāc ca vikurvāṇād
und aus dem sich wandelnden Tamasa[-Ego]
bhagavad-vīrya-coditāt
angetrieben von der Kraft des Erhabenen
śabda-mātram abhūt tasmān
das feinstoffliche Element Klang entstand, daraus
nabhaḥ śrotraṁ tu śabdagam
der Äther, und das den Klang erfassende Gehör

arthāśrayatvaṁ śabdasya draṣṭur liṅgatvam eva ca tan-mātratvaṁ ca nabhaso lakṣaṇaṁ kavayo viduḥ

Das Träger-Sein der Bedeutung des Klangs sowie das Anzeichen-Sein für den Wahrnehmenden und das Sein als dessen feinstoffliches Element - dies erkennen die Weisen als Merkmal des Äthers.

Wort für Wort
arthāśrayatvaṁ śabdasya
das Träger-Sein der Bedeutung des Klangs
draṣṭur liṅgatvam eva ca
und auch das Anzeichen-Sein für den Wahrnehmenden
tan-mātratvaṁ ca nabhaso
und das Sein als dessen feinstoffliches Element, des Äthers
lakṣaṇaṁ kavayo viduḥ
dies erkennen die Weisen als Merkmal

bhūtānāṁ chidra-dātṛtvaṁ bahir antaram eva ca prāṇendriyātma-dhiṣṇyatvaṁ nabhaso vṛtti-lakṣaṇam

Den Wesen Raum zu gewähren, äußerlich wie innerlich, sowie das Sein als Sitz des Lebensatems, der Sinne und des Geistes - dies ist das Merkmal der Funktion des Äthers.

Wort für Wort
bhūtānāṁ chidra-dātṛtvaṁ
den Wesen das Gewähren von Raum
bahir antaram eva ca
äußerlich und auch innerlich
prāṇendriyātma-dhiṣṇyatvaṁ
das Sein als Sitz von Lebensatem, Sinnen und Geist
nabhaso vṛtti-lakṣaṇam
des Äthers das Merkmal der Funktion

nabhasaḥ śabda-tanmātrāt kāla-gatyā vikurvataḥ sparśo 'bhavat tato vāyus tvak sparśasya ca saṅgrahaḥ

Aus dem Äther, der aus dem feinstofflichen Element Klang [besteht] und sich im Gang der Zeit wandelte, entstand die Berührung; daraus die Luft, und der Tastsinn zum Erfassen der Berührung.

Wort für Wort
nabhasaḥ śabda-tanmātrāt
aus dem Äther, der aus dem feinstofflichen Element Klang besteht
kāla-gatyā vikurvataḥ
der sich im Gang der Zeit wandelte
sparśo 'bhavat tato vāyus
die Berührung entstand, daraus die Luft
tvak sparśasya ca saṅgrahaḥ
und der Tastsinn, das Erfassen der Berührung

mṛdutvaṁ kaṭhinatvaṁ ca śaityam uṣṇatvam eva ca etat sparśasya sparśatvaṁ tan-mātratvaṁ nabhasvataḥ

Weichheit und Härte sowie Kälte und ebenso Hitze - dies ist das Berührung-Sein der Berührung [selbst], [ihr] feinstoffliches Wesen als das der Luft.

Wort für Wort
mṛdutvaṁ kaṭhinatvaṁ ca
Weichheit und Härte
śaityam uṣṇatvam eva ca
Kälte und ebenso Hitze
etat sparśasya sparśatvaṁ
dies ist das Berührung-Sein der Berührung
tan-mātratvaṁ nabhasvataḥ
das feinstoffliche Wesen davon, der Luft

cālanaṁ vyūhanaṁ prāptir netṛtvaṁ dravya-śabdayoḥ sarvendriyāṇām ātmatvaṁ vāyoḥ karmābhilakṣaṇam

Bewegen, Zusammenführen, Erreichen[-Lassen] und das Leiten von Stoffen und Klang, sowie das Sein als das eigentliche Wesen aller Sinne - dies ist die kennzeichnende Wirkweise der Luft.

Wort für Wort
cālanaṁ vyūhanaṁ prāptir
Bewegen, Zusammenführen, Erreichen-Lassen
netṛtvaṁ dravya-śabdayoḥ
das Leiten von Stoffen und Klang
sarvendriyāṇām ātmatvaṁ
das Wesen-Sein aller Sinne
vāyoḥ karmābhilakṣaṇam
der Luft kennzeichnende Wirkweise

vāyoś ca sparśa-tanmātrād rūpaṁ daiveritād abhūt samutthitaṁ tatas tejaś cakṣū rūpopalambhanam

Und aus der Luft, die aus dem feinstofflichen Element Berührung [besteht] und durch das Schicksal angetrieben wurde, entstand die Form; daraus erhob sich das Feuer, [und] das Auge, das die Form wahrnimmt.

Wort für Wort
vāyoś ca sparśa-tanmātrād
und aus der Luft, die aus dem feinstofflichen Element Berührung besteht
rūpaṁ daiveritād abhūt
durch das Schicksal angetrieben entstand die Form
samutthitaṁ tatas tejaś
daraus erhob sich das Feuer
cakṣū rūpopalambhanam
das Auge, das die Form wahrnimmt

dravyākṛtitvaṁ guṇatā vyakti-saṁsthātvam eva ca tejastvaṁ tejasaḥ sādhvi rūpa-mātrasya vṛttayaḥ

Das Ausmaß eines Gegenstandes zu sein, [dessen] Beschaffenheit sowie das Sein als individuell geformte Erscheinung, [und] die Leuchtkraft des Feuers, o Tugendhafte - dies sind die Funktionen des feinstofflichen Elements Form.

Wort für Wort
dravyākṛtitvaṁ guṇatā
das Gestalt-Sein eines Gegenstandes, die Beschaffenheit
vyakti-saṁsthātvam eva ca
und auch das Sein als individuell geformte Erscheinung
tejastvaṁ tejasaḥ sādhvi
die Leuchtkraft des Feuers, o Tugendhafte
rūpa-mātrasya vṛttayaḥ
die Funktionen des feinstofflichen Elements Form

dyotanaṁ pacanaṁ pānam adanaṁ hima-mardanam tejaso vṛttayas tv etāḥ śoṣaṇaṁ kṣut tṛḍ eva ca

Erleuchten, Kochen, Trinken, Essen, das Vertreiben der Kälte - diese sind die Funktionen des Feuers, sowie Austrocknen, Hunger und ebenso Durst.

Wort für Wort
dyotanaṁ pacanaṁ pānam
Erleuchten, Kochen, Trinken
adanaṁ hima-mardanam
Essen, das Vertreiben der Kälte
tejaso vṛttayas tv etāḥ
diese sind die Funktionen des Feuers
śoṣaṇaṁ kṣut tṛḍ eva ca
Austrocknen, Hunger und ebenso Durst

rūpa-mātrād vikurvāṇāt tejaso daiva-coditāt rasa-mātram abhūt tasmād ambho jihvā rasa-grahaḥ

Aus dem Feuer, das aus dem feinstofflichen Element Form [besteht] und durch das Schicksal angetrieben sich wandelte, entstand das feinstoffliche Element Geschmack; daraus das Wasser, [und] die Zunge, die den Geschmack erfasst.

Wort für Wort
rūpa-mātrād vikurvāṇāt
aus dem feinstofflichen Element Form, sich wandelnd
tejaso daiva-coditāt
aus dem Feuer, durch das Schicksal angetrieben
rasa-mātram abhūt tasmād
entstand das feinstoffliche Element Geschmack, daraus
ambho jihvā rasa-grahaḥ
das Wasser, die Zunge, die den Geschmack erfasst

kaṣāyo madhuras tiktaḥ kaṭv amla iti naikadhā bhautikānāṁ vikāreṇa rasa eko vibhidyate

Herb, süß, bitter, scharf und sauer - so wird der [ursprünglich] eine Geschmack durch die Umwandlung der stofflichen [Bestandteile] auf vielfache Weise unterteilt.

Wort für Wort
kaṣāyo madhuras tiktaḥ
herb, süß, bitter
kaṭv amla iti naikadhā
scharf, sauer - so auf vielfache Weise
bhautikānāṁ vikāreṇa
durch die Umwandlung der stofflichen Bestandteile
rasa eko vibhidyate
wird der eine [ursprüngliche] Geschmack unterteilt

kledanaṁ piṇḍanaṁ tṛptiḥ prāṇanāpyāyanondanam tāpāpanodo bhūyastvam ambhaso vṛttayas tv imāḥ

Befeuchten, Verdichten, Sättigung, Lebenserhaltung, Erfrischung, Einweichen, Vertreiben der Hitze und Überfließen - dies sind die Funktionen des Wassers.

Wort für Wort
kledanaṁ piṇḍanaṁ tṛptiḥ
Befeuchten, Verdichten, Sättigung
prāṇanāpyāyanondanam
Lebenserhaltung, Erfrischung, Einweichen
tāpāpanodo bhūyastvam
Vertreiben der Hitze, Überfließen
ambhaso vṛttayas tv imāḥ
diese sind die Funktionen des Wassers

rasa-mātrād vikurvāṇād ambhaso daiva-coditāt gandha-mātram abhūt tasmāt pṛthvī ghrāṇas tu gandhagaḥ

Aus dem Wasser, das aus dem feinstofflichen Element Geschmack [besteht] und durch das Schicksal angetrieben sich wandelte, entstand das feinstoffliche Element Geruch; daraus die Erde, [und] die Nase, die den Geruch erfasst.

Wort für Wort
rasa-mātrād vikurvāṇād
aus dem feinstofflichen Element Geschmack, sich wandelnd
ambhaso daiva-coditāt
aus dem Wasser, durch das Schicksal angetrieben
gandha-mātram abhūt tasmāt
entstand das feinstoffliche Element Geruch, daraus
pṛthvī ghrāṇas tu gandhagaḥ
die Erde, und die Nase, die den Geruch erfasst

karambha-pūti-saurabhya- śāntogrāmlādibhiḥ pṛthak dravyāvayava-vaiṣamyād gandha eko vibhidyate

Gemischt, übelriechend, wohlriechend, mild, stark und sauer und so fort - je nach Ungleichmäßigkeit der stofflichen Bestandteile wird der eine [ursprüngliche] Geruch gesondert unterteilt.

Wort für Wort
karambha-pūti-saurabhya-
gemischt, übelriechend, wohlriechend
śāntogrāmlādibhiḥ pṛthak
mild, stark, sauer und dergleichen, gesondert
dravyāvayava-vaiṣamyād
durch die Ungleichmäßigkeit der Bestandteile des Stoffes
gandha eko vibhidyate
wird der eine [ursprüngliche] Geruch unterteilt

bhāvanaṁ brahmaṇaḥ sthānaṁ dhāraṇaṁ sad-viśeṣaṇam sarva-sattva-guṇodbhedaḥ pṛthivī-vṛtti-lakṣaṇam

Das Hervorbringen [von Formen], das Sein als Wohnstätte des Brahman, das Tragen, das Unterscheiden des Seienden sowie das Hervortreten aller Eigenschaften der Wesen - dies sind die kennzeichnenden Funktionen der Erde.

Wort für Wort
bhāvanaṁ brahmaṇaḥ sthānaṁ
das Hervorbringen, die Wohnstätte des Brahman
dhāraṇaṁ sad-viśeṣaṇam
das Tragen, die Unterscheidung des Seienden
sarva-sattva-guṇodbhedaḥ
das Hervortreten aller Eigenschaften der Wesen
pṛthivī-vṛtti-lakṣaṇam
das Merkmal der Funktion der Erde

nabho-guṇa-viśeṣo 'rtho yasya tac chrotram ucyate vāyor guṇa-viśeṣo 'rtho yasya tat sparśanaṁ viduḥ

Jenes, dessen Gegenstand die besondere Eigenschaft des Äthers [der Klang] ist, wird das Gehör genannt; jenes, dessen Gegenstand die besondere Eigenschaft der Luft [die Berührung] ist, kennt man als den Tastsinn.

Wort für Wort
nabho-guṇa-viśeṣo 'rtho
die besondere Eigenschaft des Äthers als Gegenstand
yasya tac chrotram ucyate
dessen [Sinnesorgan] wird das Gehör genannt
vāyor guṇa-viśeṣo 'rtho
die besondere Eigenschaft der Luft als Gegenstand
yasya tat sparśanaṁ viduḥ
dessen [Sinnesorgan] kennt man als den Tastsinn

tejo-guṇa-viśeṣo 'rtho yasya tac cakṣur ucyate ambho-guṇa-viśeṣo 'rtho yasya tad rasanaṁ viduḥ bhūmer guṇa-viśeṣo 'rtho yasya sa ghrāṇa ucyate

Jenes, dessen Gegenstand die besondere Eigenschaft des Feuers [die Form] ist, wird das Auge genannt; jenes, dessen Gegenstand die besondere Eigenschaft des Wassers [der Geschmack] ist, kennt man als den Geschmackssinn; jenes, dessen Gegenstand die besondere Eigenschaft der Erde [der Geruch] ist, wird der Geruchssinn genannt.

Wort für Wort
tejo-guṇa-viśeṣo 'rtho
die besondere Eigenschaft des Feuers als Gegenstand
yasya tac cakṣur ucyate
dessen [Sinnesorgan] wird das Auge genannt
ambho-guṇa-viśeṣo 'rtho
die besondere Eigenschaft des Wassers als Gegenstand
yasya tad rasanaṁ viduḥ
dessen [Sinnesorgan] kennt man als den Geschmackssinn
bhūmer guṇa-viśeṣo 'rtho
die besondere Eigenschaft der Erde als Gegenstand
yasya sa ghrāṇa ucyate
dessen [Sinnesorgan] wird der Geruchssinn genannt

parasya dṛśyate dharmo hy aparasmin samanvayāt ato viśeṣo bhāvānāṁ bhūmāv evopalakṣyate

Die Eigenschaft des Vorherigen zeigt sich nämlich, [ihm] folgend, im Nachfolgenden; daher wird die Besonderheit [die Summe] aller [vorangehenden] Elemente eben in der Erde erkennbar.

Wort für Wort
parasya dṛśyate dharmo
die Eigenschaft des Vorherigen zeigt sich
hy aparasmin samanvayāt
nämlich, im Nachfolgenden, infolge des Zusammenhangs
ato viśeṣo bhāvānāṁ
daher die Besonderheit der Elemente
bhūmāv evopalakṣyate
wird eben in der Erde erkennbar

etāny asaṁhatya yadā mahad-ādīni sapta vai kāla-karma-guṇopeto jagad-ādir upāviśat

Als diese sieben [Prinzipien], beginnend mit dem Mahat, noch unvereint waren, da trat der Ursprung der Welt [die Überseele], begleitet von Zeit, Karma und den Erscheinungsweisen, [in sie] ein.

Wort für Wort
etāny asaṁhatya yadā
als diese, ohne vereinigt zu sein
mahad-ādīni sapta vai
die mit dem Mahat beginnenden sieben, wahrlich
kāla-karma-guṇopeto
begleitet von Zeit, Karma und den Erscheinungsweisen
jagad-ādir upāviśat
der Ursprung der Welt trat ein

tataḥ tenānuviddhebhyo yuktebhyo 'ṇḍam acetanam utthitaṁ puruṣo yasmād udatiṣṭhad asau virāṭ

Dann entstand, aus diesen von ihm durchdrungenen und vereinigten [Prinzipien], das unbewusste Ei; daraus erhob sich der [kosmische] Purusha, jener berühmte Virat.

Wort für Wort
tataḥ tenānuviddhebhyo
dann, von ihm [dem Herrn] durchdrungenen
yuktebhyo 'ṇḍam acetanam
vereinigten, das unbewusste Ei
utthitaṁ puruṣo yasmād
entstand; der Purusha, woraus
udatiṣṭhad asau virāṭ
erhob sich jener [berühmte] Virat

[Anm.: Die erste Verszeile ('tataḥ tenānuviddhebhyo') wurde anhand der Wort-Glosse der Seite rekonstruiert, da der abgerufene Sanskrit-Textblock nur die drei letzten Pādas anzeigte.]

etad aṇḍaṁ viśeṣākhyaṁ krama-vṛddhair daśottaraiḥ toyādibhiḥ parivṛtaṁ pradhānenāvṛtair bahiḥ yatra loka-vitāno 'yaṁ rūpaṁ bhagavato hareḥ

Dieses Ei, Vishesha genannt, ist umhüllt von Wasser und den übrigen [Hüllen], die, je zehnfach an Umfang zunehmend, es äußerlich umgeben, umschlossen vom Pradhana - [ein Ei], worin sich diese Ausbreitung der Welten befindet, die Gestalt des Erhabenen Hari.

Wort für Wort
etad aṇḍaṁ viśeṣākhyaṁ
dieses Ei, Vishesha genannt
krama-vṛddhair daśottaraiḥ
stufenweise, je um das Zehnfache zunehmend
toyādibhiḥ parivṛtaṁ
von Wasser und den übrigen umhüllt
pradhānenāvṛtair bahiḥ
vom Pradhana umgeben, außen
yatra loka-vitāno 'yaṁ
worin diese Ausbreitung der Welten
rūpaṁ bhagavato hareḥ
die Gestalt des Erhabenen Hari [ist]

hiraṇmayād aṇḍa-kośād utthāya salile śayāt tam āviśya mahā-devo bahudhā nirbibheda kham

Nachdem er sich aus der goldenen, im Wasser ruhenden Eihülle erhoben hatte, trat der Große Gott in sie ein und öffnete auf vielfache Weise Öffnungen.

Wort für Wort
hiraṇmayād aṇḍa-kośād
aus der goldenen Eihülle
utthāya salile śayāt
nachdem er sich erhoben hatte, die im Wasser ruhte
tam āviśya mahā-devo
in sie eingetreten, der Große Gott
bahudhā nirbibheda kham
öffnete auf vielfache Weise Öffnungen

nirabhidyatāsya prathamaṁ mukhaṁ vāṇī tato 'bhavat vāṇyā vahnir atho nāse prāṇoto ghrāṇa etayoḥ

Zuerst öffnete sich bei ihm der Mund; daraus entstand die Sprache; mit der Sprache [entstand] das Feuer; dann die beiden Nasenlöcher; der Lebensatem [entstand], mit ihnen verbunden, [und] der Geruchssinn.

Wort für Wort
nirabhidyatāsya prathamaṁ
es öffnete sich bei ihm zuerst
mukhaṁ vāṇī tato 'bhavat
der Mund; die Sprache entstand daraus
vāṇyā vahnir atho nāse
mit der Sprache das Feuer, dann die beiden Nasenlöcher
prāṇoto ghrāṇa etayoḥ
der Lebensatem, mit ihnen verbunden, der Geruchssinn

ghrāṇād vāyur abhidyetām akṣiṇī cakṣur etayoḥ tasmāt sūryo nyabhidyetāṁ karṇau śrotraṁ tato diśaḥ

Aus dem Geruchssinn [entstand] die Luft; es öffneten sich die beiden Augen, mit ihnen der Sehsinn; daraus [entstand] die Sonne; es öffneten sich die beiden Ohren, [mit ihnen] das Gehör, daraus die Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
ghrāṇād vāyur abhidyetām
aus dem Geruchssinn die Luft; es öffneten sich
akṣiṇī cakṣur etayoḥ
die beiden Augen, mit ihnen der Sehsinn
tasmāt sūryo nyabhidyetāṁ
daraus die Sonne; es öffneten sich
karṇau śrotraṁ tato diśaḥ
die beiden Ohren, das Gehör, daraus die Himmelsrichtungen

nirbibheda virājas tvag- roma-śmaśrv-ādayas tataḥ tata oṣadhayaś cāsan śiśnaṁ nirbibhide tataḥ

Es öffnete sich [an] Viraj die Haut; daraus entstanden Haare, Bart und dergleichen; daraus wiederum entstanden die Heilkräuter; darauf öffnete sich das Zeugungsorgan.

Wort für Wort
nirbibheda virājas tvag-
es öffnete sich [an] Viraj die Haut
roma-śmaśrv-ādayas tataḥ
Haare, Bart und dergleichen daraus
tata oṣadhayaś cāsan
daraus wiederum entstanden die Heilkräuter
śiśnaṁ nirbibhide tataḥ
darauf öffnete sich das Zeugungsorgan

retas tasmād āpa āsan nirabhidyata vai gudam gudād apāno 'pānāc ca mṛtyur loka-bhayaṅkaraḥ

Aus diesem [Zeugungsorgan] entstand der Same, [und] das Wasser; es öffnete sich wahrlich der After; aus dem After [entstand] der Ausscheidungsatem, und aus dem Ausscheidungsatem der Tod, der der Welt Furcht bereitet.

Wort für Wort
retas tasmād āpa āsan
der Same, daraus entstand das Wasser
nirabhidyata vai gudam
es öffnete sich wahrlich der After
gudād apāno 'pānāc ca
aus dem After der Ausscheidungsatem, und aus dem Ausscheidungsatem
mṛtyur loka-bhayaṅkaraḥ
der Tod, der der Welt Furcht bereitet

hastau ca nirabhidyetāṁ balaṁ tābhyāṁ tataḥ svarāṭ pādau ca nirabhidyetāṁ gatis tābhyāṁ tato hariḥ

Und es entstanden die beiden Hände; mit ihnen [entstand] die Kraft, daraus [der Gott] Svarat; und es entstanden die beiden Füße; mit ihnen die Bewegung, daraus [der Gott] Hari.

Wort für Wort
hastau ca nirabhidyetāṁ
und es entstanden die beiden Hände
balaṁ tābhyāṁ tataḥ svarāṭ
mit ihnen die Kraft, daraus Svarat
pādau ca nirabhidyetāṁ
und es entstanden die beiden Füße
gatis tābhyāṁ tato hariḥ
mit ihnen die Bewegung, daraus Hari

nāḍyo 'sya nirabhidyanta tābhyo lohitam ābhṛtam nadyas tataḥ samabhavann udaraṁ nirabhidyata

Bei ihm entstanden die Adern; durch sie wurde das Blut getragen; daraus entstanden die Flüsse; [dann] entstand der Bauch.

Wort für Wort
nāḍyo 'sya nirabhidyanta
bei ihm entstanden die Adern
tābhyo lohitam ābhṛtam
durch sie wurde das Blut getragen
nadyas tataḥ samabhavann
die Flüsse entstanden daraus
udaraṁ nirabhidyata
der Bauch entstand

kṣut-pipāse tataḥ syātāṁ samudras tv etayor abhūt athāsya hṛdayaṁ bhinnaṁ hṛdayān mana utthitam

Daraus entstanden Hunger und Durst; aus diesen beiden entstand das Meer; dann entstand bei ihm das Herz; aus dem Herzen erhob sich der Geist.

Wort für Wort
kṣut-pipāse tataḥ syātāṁ
Hunger und Durst entstanden daraus
samudras tv etayor abhūt
das Meer entstand aus diesen beiden
athāsya hṛdayaṁ bhinnaṁ
dann entstand bei ihm das Herz
hṛdayān mana utthitam
aus dem Herzen erhob sich der Geist

manasaś candramā jāto buddhir buddher girāṁ patiḥ ahaṅkāras tato rudraś cittaṁ caityas tato 'bhavat

Aus dem Geist wurde der Mond geboren; [dann] die Intelligenz, aus der Intelligenz der Herr der Rede [Brahma]; daraus das falsche Ego, [dessen Gottheit] Rudra; daraus entstand das Bewusstsein, [dessen Gottheit] Chaitya.

Wort für Wort
manasaś candramā jāto
aus dem Geist wurde der Mond geboren
buddhir buddher girāṁ patiḥ
die Intelligenz, aus der Intelligenz der Herr der Rede
ahaṅkāras tato rudraś
das falsche Ego, daraus Rudra
cittaṁ caityas tato 'bhavat
das Bewusstsein, daraus Chaitya entstand

ete hy abhyutthitā devā naivāsyotthāpane 'śakan punar āviviśuḥ khāni tam utthāpayituṁ kramāt

Diese erschienenen Götter vermochten es jedoch nicht, ihn [den Virat] zu erwecken; sie traten daraufhin der Reihe nach wieder in [seine] Öffnungen ein, um ihn zu erwecken.

Wort für Wort
ete hy abhyutthitā devā
diese erschienenen Götter
naivāsyotthāpane 'śakan
vermochten keineswegs, ihn zu erwecken
punar āviviśuḥ khāni
sie traten wieder in die Öffnungen ein
tam utthāpayituṁ kramāt
um ihn der Reihe nach zu erwecken

vahnir vācā mukhaṁ bheje nodatiṣṭhat tadā virāṭ ghrāṇena nāsike vāyur nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Das Feuer trat mit der Sprache in den Mund ein; dennoch erhob sich der Virat da nicht; die Luft [trat] mit dem Geruchssinn in die Nasenlöcher [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
vahnir vācā mukhaṁ bheje
das Feuer trat mit der Sprache in den Mund ein
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
ghrāṇena nāsike vāyur
die Luft mit dem Geruchssinn in die Nasenlöcher
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

akṣiṇī cakṣuṣādityo nodatiṣṭhat tadā virāṭ śrotreṇa karṇau ca diśo nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Die Sonne [trat] mit dem Sehsinn in die beiden Augen [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht; die Himmelsrichtungen [traten] mit dem Gehör in die beiden Ohren [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
akṣiṇī cakṣuṣādityo
die Sonne mit dem Sehsinn in die beiden Augen
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
śrotreṇa karṇau ca diśo
die Himmelsrichtungen mit dem Gehör in die beiden Ohren
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

tvacaṁ romabhir oṣadhyo nodatiṣṭhat tadā virāṭ retasā śiśnam āpas tu nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Die Heilkräuter [traten] mit den Haaren in die Haut [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht; das Wasser [trat] mit dem Samen in das Zeugungsorgan [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
tvacaṁ romabhir oṣadhyo
die Heilkräuter mit den Haaren in die Haut
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
retasā śiśnam āpas tu
das Wasser mit dem Samen in das Zeugungsorgan
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

gudaṁ mṛtyur apānena nodatiṣṭhat tadā virāṭ hastāv indro balenaiva nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Der Tod [trat] mit dem Ausscheidungsatem in den After [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht; Indra [trat] mit der Kraft eben in die beiden Hände [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
gudaṁ mṛtyur apānena
der Tod mit dem Ausscheidungsatem in den After
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
hastāv indro balenaiva
Indra mit der Kraft eben in die beiden Hände
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

viṣṇur gatyaiva caraṇau nodatiṣṭhat tadā virāṭ nāḍīr nadyo lohitena nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Vishnu [trat] mit der Bewegung eben in die beiden Füße [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht; die Flüsse [traten] mit dem Blut in die Adern [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
viṣṇur gatyaiva caraṇau
Vishnu mit der Bewegung eben in die beiden Füße
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
nāḍīr nadyo lohitena
die Flüsse mit dem Blut in die Adern
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

kṣut-tṛḍbhyām udaraṁ sindhur nodatiṣṭhat tadā virāṭ hṛdayaṁ manasā candro nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Der Ozean [trat] mit Hunger und Durst in den Bauch [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht; der Mond [trat] mit dem Geist in das Herz [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
kṣut-tṛḍbhyām udaraṁ sindhur
der Ozean mit Hunger und Durst in den Bauch
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
hṛdayaṁ manasā candro
der Mond mit dem Geist in das Herz
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

buddhyā brahmāpi hṛdayaṁ nodatiṣṭhat tadā virāṭ rudro 'bhimatyā hṛdayaṁ nodatiṣṭhat tadā virāṭ

Auch Brahma [trat] mit der Intelligenz in das Herz [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht; Rudra [trat] mit dem falschen Ego in das Herz [ein]; dennoch erhob sich der Virat da nicht.

Wort für Wort
buddhyā brahmāpi hṛdayaṁ
auch Brahma mit der Intelligenz in das Herz
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht
rudro 'bhimatyā hṛdayaṁ
Rudra mit dem falschen Ego in das Herz
nodatiṣṭhat tadā virāṭ
dennoch erhob sich der Virat da nicht

cittena hṛdayaṁ caityaḥ kṣetra-jñaḥ prāviśad yadā virāṭ tadaiva puruṣaḥ salilād udatiṣṭhata

Als aber der Kenner des Feldes [die individuelle Seele], die Gottheit des Bewusstseins, mit dem Bewusstsein in das Herz eintrat, da erst erhob sich der Virat, der [kosmische] Purusha, aus dem Wasser.

Wort für Wort
cittena hṛdayaṁ caityaḥ
mit dem Bewusstsein in das Herz, die Gottheit des Bewusstseins
kṣetra-jñaḥ prāviśad yadā
der Kenner des Feldes, als er eintrat
virāṭ tadaiva puruṣaḥ
der Virat, genau da, der Purusha
salilād udatiṣṭhata
erhob sich aus dem Wasser

yathā prasuptaṁ puruṣaṁ prāṇendriya-mano-dhiyaḥ prabhavanti vinā yena notthāpayitum ojasā

So wie Lebensatem, Sinne, Geist und Intelligenz nicht vermögen, einen schlafenden Menschen ohne ihn [die Überseele] durch eigene Kraft zu erwecken -

Wort für Wort
yathā prasuptaṁ puruṣaṁ
so wie einen eingeschlafenen Menschen
prāṇendriya-mano-dhiyaḥ
Lebensatem, Sinne, Geist und Intelligenz
prabhavanti vinā yena
vermögen [nicht], ohne welchen (die Überseele)
notthāpayitum ojasā
nicht zu erwecken durch eigene Kraft

tam asmin pratyag-ātmānaṁ dhiyā yoga-pravṛttayā bhaktyā viraktyā jñānena vivicyātmani cintayet

- [ebenso] soll man auf ihn, die diesem [Körper] innewohnende Überseele, durch eine im Yoga geübte Erkenntniskraft, durch Hingabe, Entsagung und Wissen wohl unterscheidend, im Selbst meditieren.

Wort für Wort
tam asmin pratyag-ātmānaṁ
auf ihn, die diesem [Körper] innewohnende Überseele
dhiyā yoga-pravṛttayā
durch die im Yoga geübte Erkenntniskraft
bhaktyā viraktyā jñānena
durch Hingabe, Entsagung und Wissen
vivicyātmani cintayet
wohl unterscheidend soll man im Selbst meditieren

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