Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 152 Ideales Familienleben

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śrī-yudhiṣṭhira uvāca gṛhastha etāṁ padavīṁ vidhinā yena cāñjasā yāyād deva-ṛṣe brūhi mādṛśo gṛha-mūḍha-dhīḥ

Śrī Yudhiṣṭhira sprach: O Weiser unter den Göttern, sprich, durch welche Methode ein Haushälter mühelos zu diesem Pfad [der Erlösung] gelangen kann – selbst einer wie ich, dessen Verstand im Haus(wesen) verblendet ist.

Wort für Wort
śrī-yudhiṣṭhiraḥ
Śrī Yudhiṣṭhira (Nom.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
gṛhasthaḥ
der Haushälter (Nom.)
etām
diesen (Akk. f.)
padavīm
Pfad, Stellung (Akk.)
vidhinā
durch die Methode/Vorschrift (Instr.)
yena
durch welche (Instr.)
ca
und
añjasā
mühelos, leicht (Instr. adv.)
yāyāt
er möge gelangen (Opt.)
deva-ṛṣe
o Weiser unter den Göttern (Vok.)
brūhi
sprich (Imp.)
mādṛśaḥ
einer wie ich (Nom.)
gṛha-mūḍha-dhīḥ
dessen Verstand im Haus(wesen) verblendet ist (Nom., Bahuvrīhi)

śrī-nārada uvāca gṛheṣv avasthito rājan kriyāḥ kurvan yathocitāḥ vāsudevārpaṇaṁ sākṣād upāsīta mahā-munīn

Śrī Nārada sprach: O König, [ein Haushälter], der zu Hause weilt und die angemessenen Handlungen verrichtet, indem er sie unmittelbar Vāsudeva weiht, möge die großen Weisen verehren.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ
Śrī Nārada (Nom.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf.)
gṛheṣu
zu Hause (Lok.)
avasthitaḥ
weilend, sich befindend (Nom. PPP)
rājan
o König (Vok.)
kriyāḥ
Handlungen (Akk. Pl.)
kurvan
tuend, verrichtend (Nom. Ppr.)
yathocitāḥ
wie es sich gehört, angemessen (Akk. Pl.)
vāsudeva-arpaṇam
als Widmung an Vāsudeva (Akk.)
sākṣāt
unmittelbar (Adv.)
upāsīta
er möge verehren (Opt.)
mahā-munīn
die großen Weisen (Akk. Pl.)

śṛṇvan bhagavato 'bhīkṣṇam avatāra-kathāmṛtam śraddadhāno yathā-kālam upaśānta-jana-āvṛtaḥ

[Er möge] beständig den Nektar der Erzählungen von den Herabkünften (Avatāras) des Erhabenen hören, voll Glauben, zur rechten Zeit, umgeben von friedvollen Menschen.

Wort für Wort
śṛṇvan
hörend (Nom. Ppr.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
abhīkṣṇam
beständig, wiederholt (Adv.)
avatāra-kathā-amṛtam
den Nektar der Erzählungen von den Herabkünften (Akk.)
śraddadhānaḥ
voll Glauben, vertrauend (Nom. Ppr.)
yathā-kālam
zur rechten Zeit (Adv.)
upaśānta-jana-āvṛtaḥ
umgeben von friedvollen Menschen (Nom.)

satsaṅgāc chanakaiḥ saṅgam ātmajāyātmajādiṣu vimuñcen mucyamāneṣu svayaṁ svapnavad utthitaḥ

Durch die Gemeinschaft mit den Rechtschaffenen möge er allmählich die Bindung an [eigenen] Leib, Gattin, Kinder und dergleichen aufgeben, während diese sich [im Lauf der Zeit von selbst] lösen – [er,] gleichsam selbst erwacht wie aus einem Traum.

Wort für Wort
sat-saṅgāt
durch die Gemeinschaft mit den Rechtschaffenen (Abl.)
śanakaiḥ
allmählich (Instr. adv.)
saṅgam
Bindung, Anhaftung (Akk.)
ātma-jāyā-ātmaja-ādiṣu
an [eigenem] Leib/Selbst, Gattin, Kindern u.a. (Lok. Pl.)
vimuñcet
er möge aufgeben (Opt.)
mucyamāneṣu
während diese sich lösen/vergehen (Lok. abs., Ppr. Pass.)
svayam
selbst
svapna-vat
wie aus einem Traum
utthitaḥ
erwacht, aufgestanden (Nom. PPP)

yāvad-artham upāsīno dehe gehe ca paṇḍitaḥ virakto raktavat tatra nṛ-loke naratāṁ nyaset

Der Kundige, der für Körper und Haushalt nur so viel aufwendet wie nötig, [dabei innerlich] unangehaftet, [doch nach außen] wie ein Angehafteter [erscheinend], möge in dieser Menschenwelt das Menschsein [nur äußerlich] verkörpern.

Wort für Wort
yāvat-artham
so viel wie nötig (Akk. adv.)
upāsīnaḥ
sich widmend, unterhaltend (Nom.)
dehe
für den Körper (Lok.)
gehe
für den Haushalt (Lok.)
ca
und
paṇḍitaḥ
der Kundige, Gelehrte (Nom.)
viraktaḥ
unangehaftet (Nom.)
rakta-vat
wie ein Angehafteter
tatra
darin, dabei
nṛ-loke
in der Menschenwelt (Lok.)
naratām
das Menschsein (Akk.)
nyaset
er möge darstellen/niederlegen (Opt.)

jñātayaḥ pitarau putrā bhrātaraḥ suhṛdo 'pare yad vadanti yad icchanti cānumodeta nirmamaḥ

Was die Verwandten, Eltern, Söhne, Brüder und andere Freunde [ihm] sagen [und] was sie wünschen, dem möge er zustimmen, ohne Ich-Bezogenheit/Besitzanspruch.

Wort für Wort
jñātayaḥ
Verwandte (Nom. Pl.)
pitarau
Vater und Mutter (Nom. Du.)
putrāḥ
Söhne (Nom. Pl.)
bhrātaraḥ
Brüder (Nom. Pl.)
suhṛdaḥ
Freunde (Nom. Pl.)
apare
andere (Nom. Pl.)
yat
was
vadanti
sie sagen (3. Pl. Präs.)
yat
was
icchanti
sie wünschen (3. Pl. Präs.)
ca
und
anumodeta
er möge zustimmen (Opt.)
nirmamaḥ
ohne Ich-Bezogenheit, ohne Besitzanspruch (Nom.)

divyaṁ bhaumaṁ cāntarīkṣaṁ vittam acyuta-nirmitam tat sarvam upayuñjāna etat kuryāt svato budhaḥ

Himmlischen, irdischen und mittleren [atmosphärischen] Reichtum, von Acyuta [dem Unfehlbaren] geschaffen – all das nutzend, möge der Kundige dies [Gebotene] aus eigenen Mitteln vollziehen.

Wort für Wort
divyam
himmlischen (Akk.)
bhaumam
irdischen (Akk.)
ca
und
antarīkṣam
mittleren, atmosphärischen (Akk.)
vittam
Reichtum, Besitz (Akk.)
acyuta-nirmitam
von Acyuta [dem Unfehlbaren] geschaffen (Akk.)
tat sarvam
all das (Akk.)
upayuñjānaḥ
nutzend (Nom. Ppr.)
etat
dies (Akk.)
kuryāt
er möge tun (Opt.)
svataḥ
aus eigenen Mitteln, von selbst (Abl. adv.)
budhaḥ
der Kundige (Nom.)

yāvad bhriyeta jaṭharaṁ tāvat svatvaṁ hi dehinām adhikaṁ yo 'bhimanyeta sa steno daṇḍam arhati

Nur so viel, wie nötig ist, um den Magen zu füllen, ist wahrlich das [rechtmäßige] Eigentum der verkörperten Wesen. Wer mehr [als das] beansprucht, der ist ein Dieb und verdient Strafe.

Wort für Wort
yāvat
so viel wie
bhriyeta
gefüllt werden mag (Opt. Pass.)
jaṭharam
der Magen (Nom./Akk.)
tāvat
so viel
svatvam
Eigentum, Anrecht (Nom.)
hi
wahrlich, denn
dehinām
der verkörperten Wesen (Gen. Pl.)
adhikam
mehr (Akk.)
yaḥ
wer (Nom.)
abhimanyeta
er beansprucht, hält für sein (Opt.)
saḥ
er
stenaḥ
ein Dieb (Nom.)
daṇḍam
Strafe (Akk.)
arhati
verdient (3. Sg. Präs.)

mṛgoṣṭra-khara-markākhu- sarīsṛp khaga-makṣikāḥ ātmanaḥ putravat paśyet tair eṣām antaraṁ kiyat

Rehe, Kamele, Esel, Affen, Mäuse, kriechende Tiere, Vögel und Fliegen möge er wie [seine] eigenen Söhne betrachten – wie gering ist doch der Unterschied zwischen diesen [Tieren] und jenen [den eigenen Kindern]?

Wort für Wort
mṛga
Reh, Hirsch
uṣṭra
Kamel
khara
Esel
marka
Affe
ākhu
Maus
sarīsṛp
kriechendes Tier, Schlange
khaga
Vogel
makṣikāḥ
Fliegen (Nom. Pl.)
ātmanaḥ
des Selbst, eigene (Gen.)
putra-vat
wie [eigene] Söhne
paśyet
er möge betrachten (Opt.)
taiḥ
mit diesen (Instr. Pl.)
eṣām
von diesen (Gen. Pl.)
antaram
Unterschied (Nom.)
kiyat
wie gering, wie viel

trivargaṁ nātikṛcchreṇa bhajeta gṛhamedhy api yathādeśaṁ yathākālaṁ yāvad daivopapāditam

Auch der Haushälter möge die drei [Lebensziele – Dharma, Artha, Kāma] verfolgen, ohne sich allzu große Mühsal zu bereiten, entsprechend Ort und Zeit, nur soweit es vom Schicksal zugeteilt wird.

Wort für Wort
tri-vargam
die drei [Lebensziele: Dharma, Artha, Kāma] (Akk.)
na ati-kṛcchreṇa
nicht mit allzu großer Mühsal (Instr.)
bhajeta
er möge verfolgen/pflegen (Opt.)
gṛha-medhī
der Haushälter (Nom.)
api
auch
yathā-deśam
entsprechend dem Ort (Adv.)
yathā-kālam
entsprechend der Zeit (Adv.)
yāvat
soweit als
daiva-upapāditam
vom Schicksal zugeteilt (Nom./Akk.)

āśv-āghānte 'vasāyibhyaḥ kāmān saṁvibhajed yathā apy ekām ātmano dārāṁ nṛṇāṁ svatva-graho yataḥ

Rasch möge er [selbst noch] an die Gesunkenen/Ausgestoßenen [bis an den Rand der Tenne (?)] [seine] Wünsche/Genussgüter verteilen; denn selbst gegenüber der einen eigenen Gattin entsteht bei den Menschen [schon] der Griff nach Besitzanspruch.

Wort für Wort
āśu
rasch, schnell (Adv.)
āghānte
am Ende/Rand [des Dreschplatzes?] (Lok.) [?]
avasāyibhyaḥ
den Gesunkenen, Ausgestoßenen (Dat. Pl.)
kāmān
Wünsche, Genussgüter (Akk. Pl.)
saṁvibhajet
er möge verteilen (Opt.)
yathā
gemäß, wie
api
selbst, sogar
ekām
die eine (Akk.)
ātmanaḥ
des Selbst, eigene (Gen.)
dārām
Gattin (Akk.)
nṛṇām
der Menschen (Gen. Pl.)
svatva-grahaḥ
der Griff nach Besitzanspruch (Nom.)
yataḥ
wodurch, weil

[Anm.: 'āśv-āghānte' unsicher überliefert/segmentiert; wörtlich etwa 'rasch, am Ende/Rand des āghāta (Dreschplatz? Schlachtstätte?)' – Lesart nicht gesichert, daher mit [?] markiert.] āśu [?] āghānte [?]

jahyād yad-arthe svān prāṇān hanyād vā pitaraṁ gurum tasyāṁ svatvaṁ striyāṁ jahyād yas tena hy ajito jitaḥ

[Sie,] für die er selbst sein Leben aufgeben oder sogar Vater [oder] Lehrer töten würde – wer den Besitzanspruch auf diese Frau aufgibt, der hat dadurch wahrlich das Unbesiegbare [den eigenen Geist] besiegt.

Wort für Wort
jahyāt
er möge aufgeben (Opt.)
yat-arthe
um deretwillen (Lok.)
svān prāṇān
das eigene Leben (Akk. Pl.)
hanyāt
er möge töten (Opt.)
vā
oder
pitaram
Vater (Akk.)
gurum
Lehrer (Akk.)
tasyām
an dieser (Lok.)
svatvam
Besitzanspruch (Akk.)
striyām
an der Frau (Lok.)
jahyāt
er möge aufgeben (Opt.)
yaḥ
wer (Nom.)
tena
dadurch (Instr.)
hi
wahrlich
ajitaḥ
der Unbesiegte, Unbesiegbare (Nom./Akk.)
jitaḥ
besiegt (Nom./PPP)

kṛmi-viḍ-bhasma-niṣṭhāntaṁ kvedaṁ tucchaṁ kalevaram kva tadīya-ratir bhāryā kvāyam ātmā nabhaś-chadiḥ

Wo [ist] dieser armselige Körper, dessen Endzustand Wurm, Kot [oder] Asche [ist], [und] wo [ist] die Gattin, deren Zuneigung jenem [Körper gilt]? Wo [ist] dieses Selbst, dessen Hülle der Himmel [selbst] ist?

Wort für Wort
kṛmi
Wurm
viḍ
Kot
bhasma
Asche
niṣṭha-antam
dessen Endzustand ist (Akk.)
kva
wo
idam
dieser (Nom.)
tuccham
armselig, wertlos (Nom.)
kalevaram
Körper (Nom.)
kva
wo
tadīya-ratiḥ
deren Zuneigung zu jenem [Körper] (Nom.)
bhāryā
die Gattin (Nom.)
kva
wo
ayam ātmā
dieses Selbst (Nom.)
nabhaḥ-chadiḥ
dessen Hülle der Himmel/Äther ist (Nom., Bahuvrīhi)

siddhair yajñāvaśiṣṭārthaiḥ kalpayed vṛttim ātmanaḥ śeṣe svatvaṁ tyajan prājñaḥ padavīṁ mahatām iyāt

Mit den durch das Opfer erlangten, übriggebliebenen Mitteln möge er seinen Lebensunterhalt gestalten; indem der Kundige den Besitzanspruch auf den Rest aufgibt, möge er den Pfad der Großen [Heiligen] erreichen.

Wort für Wort
siddhaiḥ
mit den erlangten (Instr. Pl.)
yajña-avaśiṣṭa-arthaiḥ
mit den vom Opfer übriggebliebenen Mitteln (Instr. Pl.)
kalpayet
er möge gestalten (Opt.)
vṛttim
Lebensunterhalt (Akk.)
ātmanaḥ
für sich selbst (Gen.)
śeṣe
am Rest (Lok.)
svatvam
Besitzanspruch (Akk.)
tyajan
aufgebend (Nom. Ppr.)
prājñaḥ
der Kundige, Weise (Nom.)
padavīm
den Pfad (Akk.)
mahatām
der Großen (Gen. Pl.)
iyāt
er möge erreichen (Opt.)

devān ṛṣīn nṛ-bhūtāni pitṝn ātmānam anv-aham sva-vṛtty-āgata-vittena yajeta puruṣaṁ pṛthak

Die Götter, die Weisen, die Menschenwesen, die Ahnen [und] sich selbst möge er Tag für Tag [verehren]; mit dem durch den eigenen [rechtmäßigen] Broterwerb erlangten Reichtum möge er gesondert [auch] den [Höchsten] Puruṣa verehren.

Wort für Wort
devān
die Götter (Akk. Pl.)
ṛṣīn
die Weisen (Akk. Pl.)
nṛ-bhūtāni
die menschlichen Wesen (Akk. Pl.)
pitṝn
die Ahnen (Akk. Pl.)
ātmānam
sich selbst (Akk.)
anu-aham
Tag für Tag (Adv.)
sva-vṛtti-āgata-vittena
mit dem durch eigenen Broterwerb erlangten Reichtum (Instr.)
yajeta
er möge verehren (Opt.)
puruṣam
den [Höchsten] Puruṣa (Akk.)
pṛthak
gesondert, getrennt (Adv.)

yarhy ātmano 'dhikārād yāḥ sarvāḥ syur yajña-sampadaḥ vaitānikena vidhinā agnihotrādinā yajet

Wenn, entsprechend seiner [eigenen] Befähigung, alle Opfer-Mittel vorhanden sind, möge er nach der vaitānika-Methode [des rituellen Feuers], mit Agnihotra und anderen [Riten], opfern.

Wort für Wort
yarhi
wenn
ātmanaḥ
seiner eigenen (Gen.)
adhikārāt
gemäß der Befähigung/Berechtigung (Abl.)
yāḥ sarvāḥ
alle, die (Nom. Pl.)
syuḥ
sein mögen (Opt.)
yajña-sampadaḥ
Opfer-Mittel, -Reichtümer (Nom. Pl.)
vaitānikena vidhinā
nach der vaitānika-Methode [der drei Feuer] (Instr.)
agnihotra-ādinā
mit Agnihotra u.a. (Instr.)
yajet
er möge opfern (Opt.)

na hy agni-mukhato 'yaṁ vai bhagavān sarva-yajña-bhuk ijyeta haviṣā rājan yathā vipra-mukhe hutaiḥ

Denn, o König, der Erhabene, der Genießer aller Opfer, wird durch das mit Opfergaben durch den Mund des Feuers [dargebrachte Opfer] nicht so [sehr] verehrt, wie durch das, was im Mund des Brahmanen dargebracht wird.

Wort für Wort
na
nicht
hi
denn, wahrlich
agni-mukhataḥ
durch den Mund des Feuers (Abl.)
ayam
dieser
vai
wahrlich
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
sarva-yajña-bhuk
der Genießer aller Opfer (Nom.)
ijyeta
wird verehrt (Opt. Pass.)
haviṣā
mit der Opfergabe (Instr.)
rājan
o König (Vok.)
yathā
wie
vipra-mukhe
im Mund des Brahmanen (Lok.)
hutaiḥ
mit dem Dargebrachten (Instr. Pl.)

tasmād brāhmaṇa-deveṣu martyādiṣu yathārhataḥ tais taiḥ kāmair yajasvainaṁ kṣetrajñaṁ brāhmaṇān anu

Daher verehre unter den Brahmanen-Göttern [und] den Sterblichen usw., entsprechend ihrer Würdigkeit, mit jenen jeweiligen gewünschten Dingen Ihn, den Feldkenner [die Überseele in allen Wesen], den Brahmanen gemäß.

Wort für Wort
tasmāt
daher
brāhmaṇa-deveṣu
unter den Brahmanen-Göttern (Lok. Pl.)
martya-ādiṣu
unter den Sterblichen usw. (Lok. Pl.)
yathā-arhataḥ
entsprechend der Würdigkeit (Adv.)
taiḥ taiḥ
mit jenen jeweiligen (Instr. Pl.)
kāmaiḥ
mit den gewünschten Dingen (Instr. Pl.)
yajasva
verehre (Imp. 2. Sg.)
enam
Ihn (Akk.)
kṣetrajñam
den Feldkenner, die Überseele (Akk.)
brāhmaṇān anu
den Brahmanen gemäß, entsprechend

kuryād apara-pakṣīyaṁ māsi prauṣṭhapade dvijaḥ śrāddhaṁ pitror yathā-vittaṁ tad-bandhūnāṁ ca vittavān

Der Zweifachgeborene möge in der dunklen Monatshälfte des Monats Prauṣṭhapada [Bhādrapada], entsprechend [seinem] Vermögen, das Totenopfer für [seine] Eltern und, falls er vermögend ist, für deren Verwandte ausführen.

Wort für Wort
kuryāt
er möge ausführen (Opt.)
apara-pakṣīyam
der dunklen [abnehmenden] Monatshälfte zugehörig (Akk.)
māsi
im Monat (Lok.)
prauṣṭhapade
[namens] Prauṣṭhapada (Lok.)
dvijaḥ
der Zweifachgeborene (Nom.)
śrāddham
das Totenopfer (Akk.)
pitroḥ
für Vater und Mutter (Gen. Du.)
yathā-vittam
entsprechend dem Vermögen (Adv.)
tat-bandhūnām
für deren Verwandte (Gen. Pl.)
ca
und
vittavān
wer vermögend ist (Nom.)

ayane viṣuve kuryād vyatīpāte dina-kṣaye candrādityoparāge ca dvādaśyāṁ śravaṇeṣu ca

Zur Sonnenwende, zur Tagundnachtgleiche, bei Vyatīpāta[-Yoga], am Tag der kürzesten Tageslänge, bei Mond- und Sonnenfinsternis, am zwölften [Tithi] und an [den Tagen des Mondhauses] Śravaṇa möge er [das Śrāddha] ausführen.

Wort für Wort
ayane
zur Sonnenwende (Lok.)
viṣuve
zur Tagundnachtgleiche (Lok.)
kuryāt
er möge ausführen (Opt.)
vyatīpāte
bei Vyatīpāta[-Yoga] (Lok.)
dina-kṣaye
am Tag der kürzesten Tageslänge (Lok.)
candra-āditya-uparāge
bei Mond- und Sonnenfinsternis (Lok.)
ca
und
dvādaśyām
am zwölften [Tithi] (Lok.)
śravaṇeṣu
an [den Tagen des Mondhauses] Śravaṇa (Lok. Pl.)
ca
und

tṛtīyāyāṁ śukla-pakṣe navamyām atha kārtike catasṛṣv apy aṣṭakāsu hemante śiśire tathā

Am dritten [Tithi] der hellen Monatshälfte, am neunten [Tithi] im [Monat] Kārtika, ebenso an allen vier Aṣṭakā-Tagen im Frühwinter [Hemanta] und im Spätwinter [Śiśira].

Wort für Wort
tṛtīyāyām
am dritten [Tithi] (Lok.)
śukla-pakṣe
in der hellen Monatshälfte (Lok.)
navamyām
am neunten [Tithi] (Lok.)
atha
ferner, dann
kārtike
im [Monat] Kārtika (Lok.)
catasṛṣu
an den vier (Lok. Pl. f.)
api
auch, sogar
aṣṭakāsu
an den Aṣṭakā-Tagen (Lok. Pl.)
hemante
im Frühwinter (Lok.)
śiśire
im Spätwinter (Lok.)
tathā
ebenso

māghe ca sita-saptamyāṁ maghā-rākā-samāgame rākayā cānumatyā ca māsarkṣāṇi yutāny api

Und im [Monat] Māgha am siebten [Tithi] der hellen [Monatshälfte], beim Zusammentreffen des Mondhauses Maghā mit dem Vollmond, [an den Tagen genannt] Rākā und Anumati, sowie an den Tagen, an denen die Monate mit den [gleichnamigen] Mondhäusern zusammentreffen.

Wort für Wort
māghe
im [Monat] Māgha (Lok.)
ca
und
sita-saptamyām
am siebten [Tithi] der hellen [Monatshälfte] (Lok.)
maghā-rākā-samāgame
beim Zusammentreffen von Maghā und Vollmond (Lok.)
rākayā
mit/an [dem Tag] Rākā (Instr.)
ca
und
anumatyā
mit/an [dem Tag] Anumati (Instr.)
ca
und
māsa-ṛkṣāṇi
die Monate mit den [gleichnamigen] Mondhäusern (Nom./Akk. Pl.)
yutāni
verbunden, zusammentreffend (Nom./Akk. Pl.)
api
auch

dvādaśyām anurādhā syāc chravaṇas tisra uttarāḥ tisṛṣv ekādaśī vāsu janmarkṣa-śroṇa-yoga-yuk

[Wenn] am zwölften [Tithi] das Mondhaus Anurādhā [steht], oder Śravaṇa, oder die drei 'Uttara'-Mondhäuser – [wenn] an diesen dreien der elfte [Tithi liegt], verbunden mit dem eigenen Geburtsmondhaus oder mit Śravaṇa im Zusammentreffen.

Wort für Wort
dvādaśyām
am zwölften [Tithi] (Lok.)
anurādhā
[das Mondhaus] Anurādhā (Nom.)
syāt
es sei, es möge stehen (Opt.)
śravaṇaḥ
[das Mondhaus] Śravaṇa (Nom.)
tisraḥ uttarāḥ
die drei 'Uttara'-Mondhäuser (Nom. Pl.)
tisṛṣu
an diesen dreien (Lok. Pl.)
ekādaśī
der elfte [Tithi] (Nom.)
vā
oder
asu
in diesen (Lok. Pl.)
janma-ṛkṣa-śroṇa-yoga-yuk
verbunden mit dem Geburtsmondhaus oder mit Śravaṇa im Zusammentreffen (Nom.)

[Anm.: astrologisch-technische Aufzählung, Lesart der Nakṣatra-Namen folgt der überlieferten Sanskrit-Syntax.]

ta ete śreyasaḥ kālā nṝṇāṁ śreyo-vivardhanāḥ kuryāt sarvātmanaiteṣu śreyo 'moghaṁ tad-āyuṣaḥ

Dies sind die dem Heil [dienlichen] Zeiten, die das Heil der Menschen mehren; an diesen möge man mit ganzem Wesen das unfehlbare Heil für den, dessen Lebenszeit [beendet ist], vollziehen.

Wort für Wort
te ete
dies, diese (Nom. Pl.)
śreyasaḥ
des Heils (Gen.)
kālāḥ
Zeiten (Nom. Pl.)
nṝṇām
der Menschen (Gen. Pl.)
śreyaḥ-vivardhanāḥ
die das Heil mehren (Nom. Pl.)
kuryāt
man möge vollziehen (Opt.)
sarva-ātmanā
mit ganzem Wesen (Instr. adv.)
eteṣu
an diesen (Lok. Pl.)
śreyaḥ
Heil (Akk.)
amogham
unfehlbar, nicht vergeblich (Akk.)
tat-āyuṣaḥ
dessen Lebenszeit [beendet ist] (Gen.)

eṣu snānaṁ japo homo vrataṁ deva-dvijārcanam pitṛ-deva-nṛ-bhūtebhyo yad dattaṁ tad hy anaśvaram

An diesen [Tagen] sind das rituelle Bad, das leise Gebetsmurmeln, das Feueropfer, das Gelübde, die Verehrung von Göttern und Brahmanen [sowie] das, was den Ahnen, Göttern, Menschen [und] Wesen gegeben wird, wahrlich unvergänglich.

Wort für Wort
eṣu
an diesen (Lok. Pl.)
snānam
das rituelle Bad (Nom.)
japaḥ
das leise Gebetsmurmeln (Nom.)
homaḥ
das Feueropfer (Nom.)
vratam
das Gelübde (Nom.)
deva-dvija-arcanam
die Verehrung von Göttern und Brahmanen (Nom.)
pitṛ-deva-nṛ-bhūtebhyaḥ
den Ahnen, Göttern, Menschen, Wesen (Dat. Pl.)
yat dattam
was gegeben wird (Nom.)
tat
das
hi
wahrlich
anaśvaram
unvergänglich (Nom.)

saṁskāra-kālo jāyāyā apatyasyātmanas tathā preta-saṁsthā mṛtāhaś ca karmaṇy abhyudaye nṛpa

Die Zeit der [Lebens-]Sakramente der Gattin, der Nachkommenschaft und des eigenen [Leibes], ebenso die Bestattungsriten und der Todes-Jahrestag – [auch] bei einem Werk des Aufstiegs/Wohlergehens, o König.

Wort für Wort
saṁskāra-kālaḥ
die Zeit der [Lebens-]Sakramente (Nom.)
jāyāyāḥ
der Gattin (Gen.)
apatyasya
der Nachkommenschaft (Gen.)
ātmanaḥ
des eigenen [Leibes] (Gen.)
tathā
ebenso
preta-saṁsthā
die Bestattungsriten (Nom.)
mṛta-ahaḥ
der Todestag [Jahrestag] (Nom.)
ca
und
karmaṇi
bei einem [rituellen] Werk (Lok.)
abhyudaye
des Aufstiegs, Wohlergehens (Lok.)
nṛpa
o König (Vok.)

atha deśān pravakṣyāmi dharmādi-śreya-āvahān sa vai puṇyatamo deśaḥ sat-pātraṁ yatra labhyate

Nun will ich die Orte erklären, die Dharma und anderes Heil herbeibringen: jenes Land ist wahrlich das heiligste, wo ein würdiger Empfänger [für Gaben] zu finden ist.

Wort für Wort
atha
nun
deśān
die Orte (Akk. Pl.)
pravakṣyāmi
ich werde erklären (1. Sg. Fut.)
dharma-ādi-śreya-āvahān
die Dharma und anderes Heil herbeibringen (Akk. Pl.)
saḥ
jenes
vai
wahrlich
puṇyatamaḥ
das heiligste (Nom.)
deśaḥ
Land (Nom.)
sat-pātram
ein würdiger Empfänger (Nom.)
yatra
wo
labhyate
wird gefunden (Pass.)

bimbaṁ bhagavato yatra sarvam etac carācaram yatra ha brāhmaṇa-kulaṁ tapo-vidyā-dayānvitam

[Jenes Land ist heilig,] wo das Abbild des Erhabenen [ist] – all dies Bewegliche und Unbewegliche –, [und] wo wahrlich eine Brahmanenfamilie [wohnt], ausgestattet mit Askese, Wissen [und] Mitgefühl.

Wort für Wort
bimbam
Abbild, Gestalt (Nom.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen.)
yatra
wo
sarvam etat
all dies
cara-acaram
Bewegliches und Unbewegliches (Nom.)
yatra
wo
ha
wahrlich
brāhmaṇa-kulam
eine Brahmanenfamilie (Nom.)
tapaḥ-vidyā-dayā-anvitam
ausgestattet mit Askese, Wissen und Mitgefühl (Nom.)

yatra yatra harer arcā sa deśaḥ śreyasāṁ padam yatra gaṅgādayo nadyaḥ purāṇeṣu ca viśrutāḥ

Wo immer eine Bildgestalt Haris [ist], jenes Land ist die Stätte des Heils; [ebenso] wo Flüsse wie die Gaṅgā [fließen], die auch in den Purāṇas berühmt sind.

Wort für Wort
yatra yatra
wo immer
hareḥ arcā
Bildgestalt Haris (Nom.)
saḥ deśaḥ
jenes Land (Nom.)
śreyasām padam
Stätte des Heils (Nom.)
yatra
wo
gaṅgā-ādayaḥ nadyaḥ
Flüsse wie die Gaṅgā (Nom. Pl.)
purāṇeṣu
in den Purāṇas (Lok. Pl.)
ca
und
viśrutāḥ
berühmt (Nom. Pl.)

sarāṁsi puṣkarādīni kṣetrāṇy arhāśritāny uta kurukṣetraṁ gaya-śiraḥ prayāgaḥ pulahāśramaḥ

[Ebenso heilig sind] die Seen wie Puṣkara sowie die Pilgerstätten, die von den Würdigen aufgesucht werden: Kurukṣetra, Gayāśiras, Prayāga [und] Pulaha-Āśrama.

Wort für Wort
sarāṁsi
Seen (Nom. Pl.)
puṣkara-ādīni
wie Puṣkara u.a. (Nom. Pl.)
kṣetrāṇi
Pilgerstätten (Nom. Pl.)
arha-āśritāni
von den Würdigen aufgesucht (Nom. Pl.)
uta
und, auch
kurukṣetram
Kurukṣetra (Nom.)
gaya-śiraḥ
Gayāśiras (Nom.)
prayāgaḥ
Prayāga (Nom.)
pulaha-āśramaḥ
der Āśrama Pulahas (Nom.)

naimiṣaṁ phālgunaṁ setuḥ prabhāso 'tha kuśasthalī vārāṇasī madhupurī pampā bindu-saras tathā

Naimiṣa, Phālguna, Setu [die Brücke], Prabhāsa, ferner Kuśasthalī [Dvārakā], Vārāṇasī, Madhupurī [Mathurā], Pampā, sowie der Bindu-See.

Wort für Wort
naimiṣam
Naimiṣa (Nom.)
phālgunam
Phālguna (Nom.)
setuḥ
die Brücke [Setubandha] (Nom.)
prabhāsaḥ
Prabhāsa (Nom.)
atha
ferner
kuśasthalī
Kuśasthalī [Dvārakā] (Nom.)
vārāṇasī
Vārāṇasī (Nom.)
madhupurī
Madhupurī [Mathurā] (Nom.)
pampā
Pampā (Nom.)
bindu-saraḥ
der Bindu-See (Nom.)
tathā
ebenso

nārāyaṇāśramo nandā sītā-rāmāśramādayaḥ sarve kulācalā rājan mahendra-malayādayaḥ

Der Nārāyaṇa-Āśrama, [der Fluss] Nandā, die Āśramas von Sītā und Rāma und dergleichen; ferner alle Stammgebirge, o König, wie Mahendra, Malaya und dergleichen.

Wort für Wort
nārāyaṇa-āśramaḥ
der Āśrama Nārāyaṇas (Nom.)
nandā
[der Fluss] Nandā (Nom.)
sītā-rāma-āśrama-ādayaḥ
die Āśramas von Sītā und Rāma und dergleichen (Nom. Pl.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
kula-acalāḥ
Stammgebirge (Nom. Pl.)
rājan
o König (Vok.)
mahendra-malaya-ādayaḥ
wie Mahendra, Malaya und dergleichen (Nom. Pl.)

ete puṇyatamā deśā harer arcāśritāś ca ye etān deśān niṣeveta śreyas-kāmo hy abhīkṣṇaśaḥ dharmo hy atrehitaḥ puṁsāṁ sahasrādhi-phalodayaḥ

Diese [genannten Orte] sind die heiligsten, sowie jene, die [Stätten] der Bildgestalt Haris beherbergen; diese Orte möge, wer das Heil wünscht, wahrlich beständig aufsuchen; denn der hier verrichtete Dharma der Menschen bringt tausendfach vermehrten Fruchtertrag hervor.

Wort für Wort
ete
diese (Nom. Pl.)
puṇyatamāḥ
die heiligsten (Nom. Pl.)
deśāḥ
Orte (Nom. Pl.)
hareḥ arcā-āśritāḥ
die die Bildgestalt Haris beherbergen (Nom. Pl.)
ca ye
und die, welche
etān deśān
diese Orte (Akk. Pl.)
niṣeveta
er möge aufsuchen (Opt.)
śreyaḥ-kāmaḥ
wer das Heil wünscht (Nom.)
hi
wahrlich
abhīkṣṇaśaḥ
beständig, wiederholt (Adv.)
dharmaḥ
Dharma (Nom.)
hi
denn
atra
hier
īhitaḥ
verrichtet, unternommen (Nom. PPP)
puṁsām
der Menschen (Gen. Pl.)
sahasra-adhi-phala-udayaḥ
[dessen] Fruchtertrag tausendfach vermehrt ist (Nom.)

pātraṁ tv atra niruktaṁ vai kavibhiḥ pātra-vittamaiḥ harir eva eka urvīśa yan-mayaṁ vai carācaram

Der würdige Empfänger aber wird hierbei von den Weisen, die die besten Kenner des würdigen Empfängers sind, wahrlich [so] erklärt: Hari allein, o Herrscher der Erde, dessen Wesen dieses Bewegliche und Unbewegliche [ganz] ist.

Wort für Wort
pātram
der würdige Empfänger (Nom.)
tu
aber
atra
hierbei
niruktam
erklärt (Nom. PPP)
vai
wahrlich
kavibhiḥ
von den Weisen (Instr. Pl.)
pātra-vittamaiḥ
von den besten Kennern des würdigen Empfängers (Instr. Pl.)
hariḥ eva ekaḥ
Hari allein (Nom.)
urvīśa
o Herrscher der Erde (Vok.)
yat-mayam
dessen Wesen [dies ist] (Nom.)
vai
wahrlich
cara-acaram
Bewegliches und Unbewegliches (Nom.)

devarṣy-arhatsu vai satsu tatra brahmātmajādiṣu rājan yad agra-pūjāyāṁ mataḥ pātratayācyutaḥ

Unter den Göttern, Weisen [und] den Würdigen, die wahrlich [dort] vorhanden sind, [und] unter den Söhnen Brahmās und dergleichen – o König, wird bei der Frage der Erstverehrung der Unfehlbare als der [wahre] würdige Empfänger erachtet.

Wort für Wort
deva-ṛṣi-arhatsu
unter Göttern, Weisen [und] Würdigen (Lok. Pl.)
vai
wahrlich
satsu
unter den Anwesenden, den Guten (Lok. Pl.)
tatra
dort
brahma-ātmaja-ādiṣu
unter den Söhnen Brahmās u.a. (Lok. Pl.)
rājan
o König (Vok.)
yat
dass, wobei
agra-pūjāyām
bei der Erstverehrung (Lok.)
mataḥ
erachtet (Nom. PPP)
pātratayā
als würdiger Empfänger (Instr. adv.)
acyutaḥ
der Unfehlbare (Nom.)

jīva-rāśibhir ākīrṇa aṇḍa-kośāṅghripo mahān tan-mūlatvād acyutejyā sarva-jīvātma-tarpaṇam

Der große, von der Menge aller Lebewesen erfüllte Baum, dessen Wurzel das Weltenei [ist] – weil Er [Acyuta] dessen Wurzel ist, ist die Verehrung des Unfehlbaren die Erquickung aller Lebewesen [und] des Selbst.

Wort für Wort
jīva-rāśibhiḥ
von der Menge der Lebewesen (Instr. Pl.)
ākīrṇaḥ
erfüllt, bedeckt (Nom. PPP)
aṇḍa-kośa-aṅghripaḥ
der Baum, dessen Wurzel das Weltenei ist (Nom.)
mahān
groß (Nom.)
tat-mūlatvāt
weil Er dessen Wurzel ist (Abl.)
acyuta-ijyā
die Verehrung des Unfehlbaren (Nom.)
sarva-jīva-ātma-tarpaṇam
die Erquickung aller Lebewesen und des Selbst (Nom.)

purāṇy anena sṛṣṭāni nṛ-tiryag-ṛṣi-devatāḥ śete jīvena rūpeṇa pureṣu puruṣo hy asau

Von Ihm wurden die Körper der Menschen, Tiere, Weisen [und] Götter geschaffen; in [diesen] Körpern ruht dieser Puruṣa wahrlich in Gestalt der Einzelseele.

Wort für Wort
purāṇi
Körper (Akk. Pl.)
anena
von Ihm (Instr.)
sṛṣṭāni
geschaffen (Nom./Akk. Pl. PPP)
nṛ-tiryak-ṛṣi-devatāḥ
[als] Menschen, Tiere, Weise, Götter (Akk. Pl.)
śete
ruht, liegt (3. Sg. Präs.)
jīvena rūpeṇa
in Gestalt der Einzelseele (Instr.)
pureṣu
in den Körpern (Lok. Pl.)
puruṣaḥ
der Puruṣa (Nom.)
hi
wahrlich
asau
dieser (Nom.)

teṣv eva bhagavān rājaṁs tāratamyena vartate tasmāt pātraṁ hi puruṣo yāvān ātmā yatheyate

In eben diesen [Wesen], o König, ist der Erhabene entsprechend [ihrer] Abstufung gegenwärtig; daher ist die Person [in dem Maße] ein würdiger Empfänger, wie sehr [in ihr] das Selbst erkannt wird.

Wort für Wort
teṣu eva
in eben diesen (Lok. Pl.)
bhagavān
der Erhabene (Nom.)
rājan
o König (Vok.)
tāratamyena
entsprechend der Abstufung (Instr.)
vartate
ist gegenwärtig (3. Sg. Präs.)
tasmāt
daher
pātram
würdiger Empfänger (Nom.)
hi
wahrlich
puruṣaḥ
die Person (Nom.)
yāvān
in dem Maße wie (Nom.)
ātmā
das Selbst (Nom.)
yatha īyate
wie es erkannt/wahrgenommen wird (Pass.)

dṛṣṭvā teṣāṁ mitho nṛṇām avajñānātmatāṁ nṛpa tretādiṣu harer arcā kriyāyai kavibhiḥ kṛtā

Da sie die gegenseitige Geringschätzung des Selbst unter den Menschen sahen, o König, wurde im Tretā[-Zeitalter] und den folgenden [Zeitaltern] von den Weisen die Bildgestalt Haris für die [rituelle] Handlung geschaffen.

Wort für Wort
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
teṣām nṛṇām
dieser Menschen (Gen. Pl.)
mithaḥ
gegenseitig (Adv.)
avajñāna-ātmatām
die Geringschätzung des Selbst (Akk.)
nṛpa
o König (Vok.)
tretā-ādiṣu
im Tretā[-Zeitalter] u.a. (Lok. Pl.)
hareḥ arcā
die Bildgestalt Haris (Nom.)
kriyāyai
für die [rituelle] Handlung (Dat.)
kavibhiḥ
von den Weisen (Instr. Pl.)
kṛtā
geschaffen (Nom. PPP)

tato 'rcāyāṁ hariṁ kecit saṁśraddhāya saparyayā upāsata upāstāpi nārthadā puruṣa-dviṣām

Seither verehren manche Hari in der Bildgestalt mit Glauben und Ritual; [doch] auch die Verehrung bringt keinen [wahren] Nutzen denen, die die [anderen] Wesen [im Grunde] verachten.

Wort für Wort
tataḥ
seither, daher
arcāyām
in der Bildgestalt (Lok.)
harim
Hari (Akk.)
kecit
manche (Nom. Pl.)
saṁśraddhāya
mit Glauben (Absolutiv/Instr. Sinn)
saparyayā
mit Ritual, Verehrung (Instr.)
upāsate
sie verehren (3. Pl. Präs.)
upāstā
die Verehrung (Nom.)
api
auch
na artha-dā
bringt keinen Nutzen (Nom.)
puruṣa-dviṣām
für die, die [andere] Wesen verachten (Gen. Pl.)

puruṣeṣv api rājendra su-pātraṁ brāhmaṇaṁ viduḥ tapasā vidyayā tuṣṭyā dhatte vedaṁ harestanum

Auch unter den Menschen, o Herrscher der Könige, gilt der Brahmane als der beste würdige Empfänger; durch Askese, Wissen [und] Zufriedenheit trägt er den Veda, [der] der Körper Haris [ist].

Wort für Wort
puruṣeṣu
unter den Menschen (Lok. Pl.)
api
auch
rājendra
o Herrscher der Könige (Vok.)
su-pātram
der beste würdige Empfänger (Akk.)
brāhmaṇam
den Brahmanen (Akk.)
viduḥ
sie kennen, halten für (3. Pl. Perf.)
tapasā
durch Askese (Instr.)
vidyayā
durch Wissen (Instr.)
tuṣṭyā
durch Zufriedenheit (Instr.)
dhatte
er trägt (3. Sg. Präs. Med.)
vedam
den Veda (Akk.)
hareḥ tanum
den Körper Haris (Akk.)

nanv asya brāhmaṇā rājan kṛṣṇasya jagad-ātmanaḥ punantaḥ pāda-rajasā trilokīṁ daivataṁ mahat

Sind nicht, o König, die Brahmanen dieses Kṛṣṇa, der die Seele des Universums [ist] – sie, die die drei Welten mit dem Staub [ihrer] Füße reinigen – die große Gottheit selbst?

Wort für Wort
nanu
sind nicht? (Fragepartikel)
asya kṛṣṇasya
dieses Kṛṣṇa (Gen.)
brāhmaṇāḥ
die Brahmanen (Nom. Pl.)
rājan
o König (Vok.)
jagat-ātmanaḥ
der die Seele des Universums ist (Gen.)
punantaḥ
reinigend (Nom. Pl. Ppr.)
pāda-rajasā
mit dem Staub der Füße (Instr.)
trilokīm
die drei Welten (Akk.)
daivatam
Gottheit (Nom.)
mahat
groß (Nom.)

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