Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 21: hṛdi-sthasya bhagavato dhyānam Der Herr im Herzen

Skandha 2, Adhyāya 2. Quelle: vedabase.io, vers-für-vers abgerufen (nur Devanagari/IAST-Quelltext). Śuka warnt vor bloßem, bedeutungslosem Wort-Ritualismus und stellt die Dringlichkeit hingebungsvoller Erinnerung an den Höchsten heraus, illustriert an der Rhetorik der Entsagungsfreiheit gegenüber materiellem Besitz (V.1-7). Es folgt eine ausführliche Meditationsanleitung auf die vierarmige Gestalt Viṣṇus im Herzlotos, Glied für Glied vergegenwärtigt (V.8-14), sowie eine Beschreibung des yogischen Sterbeprozesses: Kontrolle der Lebenswinde, Aufstieg durch die feinstofflichen Zentren, Durchbruch am Scheitel, und - je nach Ziel - unterschiedliche Wege durch die kosmischen Sphären bis hin zur endgültigen Auflösung ins reine Selbst (V.15-31). Das Kapitel schließt mit der Zusammenfassung der beiden gezeigten Wege (Meditation auf die kosmische Form / auf die Herzensform) als von Vāsudeva selbst einst Brahmā gelehrt, und der abschließenden Feststellung, dass es keinen heilvolleren Pfad als hingebungsvolle Verbindung (bhakti-yoga) zu Vāsudeva gibt (V.32-37).

śrī-śuka uvāca evaṁ purā dhāraṇayātma-yonir naṣṭāṁ smṛtiṁ pratyavarudhya tuṣṭāt tathā sasarjedam amogha-dṛṣṭir yathāpyayāt prāg vyavasāya-buddhiḥ

Śrī Śuka sprach: So erlangte einst der Selbstentsprungene [Brahmā] durch diese Fixierung, vom Zufriedenen [Viṣṇu] erleuchtet, die verlorene Erinnerung wieder und schuf, von untrüglicher Einsicht, dieses Universum ebenso, wie seine schöpferische Erkenntnis zuvor beim Weltenende eingegangen war.

Wort für Wort
śrī-śuka uvāca
Śrī Śuka sprach
evam purā dhāraṇayā ātma-yoniḥ
so einst durch Fixierung der Selbstentsprungene
naṣṭām smṛtim pratyavarudhya tuṣṭāt
die verlorene Erinnerung wiedererlangend, vom Zufriedenen
tathā sasarja idam amogha-dṛṣṭiḥ
so schuf er dies, von untrüglicher Einsicht
yathā apyayāt prāk vyavasāya-buddhiḥ
wie zuvor die Schöpferabsicht eingegangen war

[?: Die genaue Konstruktion 'yathāpyayāt prāg vyavasāya-buddhiḥ' - der Vergleich zwischen dem Wiedererlangen und dem früheren Vergehen der Schöpferabsicht - lässt syntaktisch mehrere Lesarten zu.]

śābdasya hi brahmaṇa eṣa panthā yan nāmabhir dhyāyati dhīr apārthaiḥ paribhramaṁs tatra na vindate 'rthān māyāmaye vāsanayā śayānaḥ

Dies ist fürwahr der Pfad des Wort-Brahman, worin der Verstand mit bedeutungslosen Namen meditiert; darin umherirrend erlangt er nicht die wahren Bedeutungen, im aus Māyā bestehenden Bereich durch seine karmischen Neigungen wie schlafend liegend.

Wort für Wort
śābdasya hi brahmaṇaḥ eṣa panthāḥ
dies der Pfad des Wort-Brahman
yat nāmabhiḥ dhyāyati dhīḥ apārthaiḥ
worin der Verstand mit bedeutungslosen Namen meditiert
paribhraman tatra na vindate arthān
darin umherirrend erlangt er nicht die Bedeutungen
māyāmaye vāsanayā śayānaḥ
im Māyā-Bereich durch Neigungen liegend

ataḥ kavir nāmasu yāvad arthaḥ syād apramatto vyavasāya-buddhiḥ siddhe 'nyathārthe na yateta tatra pariśramaṁ tatra samīkṣamāṇaḥ

Deshalb soll der Weise sich mit den heiligen Namen befassen, soweit dies dem wahren Zweck dient, unachtsamkeitslos, mit entschlossenem Verstand; ist der weltliche Nutzen ohnehin auf andere Weise erfüllt, möge er sich nicht zusätzlich darum bemühen, die Nutzlosigkeit solcher Mühe darin erkennend.

Wort für Wort
ataḥ kaviḥ nāmasu yāvat arthaḥ syāt
deshalb der Weise bei den Namen, soweit der Zweck ist
apramattaḥ vyavasāya-buddhiḥ
unachtsamkeitslos, mit entschlossenem Verstand
siddhe anyathā arthe na yateta
wenn der Zweck anders erfüllt ist, möge er sich nicht bemühen
tatra pariśramam tatra samīkṣamāṇaḥ
die Mühe darin erkennend

satyāṁ kṣitau kiṁ kaśipoḥ prayāsair bāhau svasiddhe hy upabarhaṇaiḥ kim saty añjalau kiṁ purudhānna-pātryā dig-valkalādau sati kiṁ dukūlaiḥ

Wenn doch die Erde vorhanden ist, was nützt die Mühe um ein Bett? Wenn der eigene Arm von selbst bereitsteht, was nützt ein Kissen? Wenn die hohle Hand vorhanden ist, was nützt ein vielfältiges Essgefäß? Wenn Himmelsrichtung und Baumrinde und dergleichen vorhanden sind, was nützen feine Gewänder?

Wort für Wort
satyām kṣitau kim kaśipoḥ prayāsaiḥ
wenn die Erde ist, was nützt die Mühe um ein Bett
bāhau svasiddhe hi upabarhaṇaiḥ kim
wenn der Arm bereitsteht, was nützt ein Kissen
sati añjalau kim purudha-anna-pātryā
wenn die hohle Hand ist, was nützt ein Essgefäß
dik-valkala-ādau sati kim dukūlaiḥ
wenn Richtung und Rinde sind, was nützen feine Gewänder

cīrāṇi kiṁ pathi na santi diśanti bhikṣāṁ naivāṅghripāḥ para-bhṛtaḥ sarito 'py aśuṣyan ruddhā guhāḥ kim ajito 'vati nopasannān kasmād bhajanti kavayo dhana-durmadāndhān

Gibt es nicht Lumpenkleider auf dem Weg? Reichen nicht die andere nährenden Bäume Almosen? Sind etwa die Flüsse versiegt? Sind die Höhlen verschlossen? Beschützt der Unbesiegte nicht die, die sich ihm nähern? Warum verehren dann die Weisen die vom Reichtumsrausch Verblendeten?

Wort für Wort
cīrāṇi kim pathi na santi
gibt es nicht Lumpenkleider auf dem Weg
diśanti bhikṣām na eva aṅghripāḥ para-bhṛtaḥ
reichen nicht die andere nährenden Bäume Almosen
saritaḥ api aśuṣyan
sind die Flüsse etwa versiegt
ruddhāḥ guhāḥ
sind die Höhlen verschlossen
kim ajitaḥ avati na upasannān
beschützt der Unbesiegte nicht die Genaherten
kasmāt bhajanti kavayaḥ dhana-durmada-andhān
warum verehren die Weisen die Reichtumsverblendeten

evaṁ sva-citte svata eva siddha ātmā priyo 'rtho bhagavān anantaḥ taṁ nirvṛto niyatārtho bhajeta saṁsāra-hetūparamaś ca yatra

So möge man, im eigenen Herzen von selbst schon verwirklicht, ihn verehren — das wahre Selbst, den liebsten Zweck, den unendlichen Erhabenen — zufrieden, mit feststehendem Ziel, wodurch auch die Ursache des Daseinskreislaufs zum Stillstand kommt.

Wort für Wort
evam sva-citte svataḥ eva siddhaḥ
so im eigenen Herzen von selbst verwirklicht
ātmā priyaḥ arthaḥ bhagavān anantaḥ
das Selbst, der liebste Zweck, der unendliche Erhabene
tam nirvṛtaḥ niyata-arthaḥ bhajeta
ihn möge der Zufriedene mit feststehendem Ziel verehren
saṁsāra-hetu-uparamaḥ ca yatra
wodurch die Ursache des Kreislaufs zum Stillstand kommt

kas tāṁ tv anādṛtya parānucintām ṛte paśūn asatīṁ nāma kuryāt paśyañ janaṁ patitaṁ vaitaraṇyāṁ sva-karmajān paritāpāñ juṣāṇam

Wer, außer den Tieren gleichen Menschen, könnte diese höchste Erinnerung an Gott als etwas Unwirkliches missachten, wenn er doch die in den Höllenfluss Vaitaraṇī gefallenen Menschen sieht, die die aus ihren eigenen Taten entstandenen Qualen erleiden?

Wort für Wort
kaḥ tām tu anādṛtya parā-anucintām
wer, diese höchste Erinnerung missachtend
ṛte paśūn asatīm nāma kuryāt
außer den Tieren, möge sie für unwirklich halten
paśyan janam patitam vaitaraṇyām
obwohl er die in Vaitaraṇī Gefallenen sieht
sva-karma-jān paritāpān juṣāṇam
die aus eigenen Taten entstandenen Qualen erleidend

kecit sva-dehāntar-hṛdayāvakāśe prādeśa-mātraṁ puruṣaṁ vasantam catur-bhujaṁ kañja-rathāṅga-śaṅkha- gadā-dharaṁ dhāraṇayā smaranti

Manche gedenken durch meditative Fixierung des nur handspannengroßen Puruṣa, der im Raum des Herzens im eigenen Körper weilt, vierarmig, Lotos, Diskus, Muschelhorn und Keule tragend.

Wort für Wort
kecit sva-deha-antaḥ-hṛdaya-avakāśe
manche im Raum des Herzens im eigenen Körper
prādeśa-mātram puruṣam vasantam
den handspannengroßen Puruṣa weilend
catur-bhujam
vierarmig
kañja-ratha-aṅga-śaṅkha-gadā-dharam
Lotos, Diskus, Muschelhorn, Keule tragend
dhāraṇayā smaranti
gedenken sie durch Fixierung

prasanna-vaktraṁ nalināyatekṣaṇaṁ kadamba-kiñjalka-piśaṅga-vāsasam lasan-mahā-ratna-hiraṇmayāṅgadaṁ sphuran-mahā-ratna-kirīṭa-kuṇḍalam

Mit heiterem Antlitz, mit lotusgleichen, weiten Augen, mit einem Gewand, gelbgolden wie der Blütenstaub der Kadamba-Blüte, mit glänzenden, aus großen Juwelen und Gold gefertigten Armreifen, mit funkelnden, aus großen Juwelen gefertigten Krone und Ohrringen —

Wort für Wort
prasanna-vaktram
mit heiterem Antlitz
nalina-āyata-īkṣaṇam
mit lotusgleichen weiten Augen
kadamba-kiñjalka-piśaṅga-vāsasam
mit Kadamba-blütenstaubfarbenem Gewand
lasat-mahā-ratna-hiraṇmaya-aṅgadam
mit glänzenden Juwelen-Gold-Armreifen
sphurat-mahā-ratna-kirīṭa-kuṇḍalam
mit funkelnder Juwelenkrone und Ohrringen

unnidra-hṛt-paṅkaja-karṇikālaye yogeśvarāsthāpita-pāda-pallavam śrī-lakṣaṇaṁ kaustubha-ratna-kandharam amlāna-lakṣmyā vana-mālayācitam

— in der erblühten Fruchtknospe des Herzenslotos wohnend, dessen zart-blattgleiche Füße von den Herren der Yogīs dort fest verankert werden, mit dem Śrī-Zeichen, mit dem Kaustubha-Juwel am Hals, bedeckt mit einer nie welkenden, glanzvollen Waldblumengirlande —

Wort für Wort
unnidra-hṛt-paṅkaja-karṇikā-ālaye
in der erblühten Herzenslotos-Fruchtknospe
yogeśvara-āsthāpita-pāda-pallavam
dessen Füße von Yoga-Herren verankert werden
śrī-lakṣaṇam kaustubha-ratna-kandharam
mit Śrī-Zeichen, Kaustubha-Juwel am Hals
amlāna-lakṣmyā vana-mālayā ācitam
bedeckt mit nie welkender Waldgirlande

vibhūṣitaṁ mekhalayāṅgulīyakair mahā-dhanair nūpura-kaṅkaṇādibhiḥ snigdhāmalākuñcita-nīla-kuntalair virocamānānana-hāsa-peśalam

— geschmückt mit einem Gürtel, mit Ringen, mit kostbaren Fußringen, Armreifen und dergleichen, mit glänzenden, makellosen, gelockten, dunkelblauen Haaren, mit einem strahlenden Antlitz, anmutig im Lächeln —

Wort für Wort
vibhūṣitam mekhalayā aṅgulīyakaiḥ
geschmückt mit Gürtel und Ringen
mahā-dhanaiḥ nūpura-kaṅkaṇa-ādibhiḥ
mit kostbaren Fußringen, Armreifen
snigdha-amala-ākuñcita-nīla-kuntalaiḥ
mit glänzenden, gelockten, dunkelblauen Haaren
virocamāna-ānana-hāsa-peśalam
mit strahlendem Antlitz, anmutigem Lächeln

adīna-līlā-hasitekṣaṇollasad- bhrū-bhaṅga-saṁsūcita-bhūry-anugraham īkṣeta cintāmayam enam īśvaraṁ yāvan mano dhāraṇayāvatiṣṭhate

— mit einem von unbekümmertem, spielerischem Lächeln und Blick erstrahlenden, durch das Spiel der Augenbrauen angedeuteten überreichen Gnade: diesen, aus reiner Vorstellungskraft erschauten Herrn möge er erblicken, solange der Geist durch diese Fixierung darin verweilt.

Wort für Wort
adīna-līlā-hasita-īkṣaṇa-ullasat
mit von unbekümmertem Lächeln und Blick erstrahlendem
bhrū-bhaṅga-saṁsūcita-bhūri-anugraham
durch Brauenspiel angedeuteter überreicher Gnade
īkṣeta cintāmayam enam īśvaram
möge er diesen gedachten Herrn erblicken
yāvat manaḥ dhāraṇayā avatiṣṭhate
solange der Geist durch Fixierung verweilt

ekaikaśo 'ṅgāni dhiyānubhāvayet pādādi yāvad dhasitaṁ gadābhṛtaḥ jitaṁ jitaṁ sthānam apohya dhārayet paraṁ paraṁ śuddhyati dhīr yathā yathā

Eines nach dem anderen möge er die Glieder mit dem Verstand vergegenwärtigen, von den Füßen an bis zum Lächeln des Keulenträgers; jeden gemeisterten Bereich loslassend, halte er den jeweils höheren fest, je mehr und mehr sich dabei der Verstand läutert.

Wort für Wort
eka-ekaśaḥ aṅgāni dhiyā anubhāvayet
eines nach dem anderen die Glieder vergegenwärtigen
pāda-ādi yāvat hasitam gadā-bhṛtaḥ
von den Füßen bis zum Lächeln des Keulenträgers
jitam jitam sthānam apohya dhārayet
jeden gemeisterten Bereich loslassend festhalten
param param śuddhyati dhīḥ yathā yathā
je mehr der Verstand geläutert wird

yāvan na jāyeta parāvare 'smin viśveśvare draṣṭari bhakti-yogaḥ tāvat sthavīyaḥ puruṣasya rūpaṁ kriyāvasāne prayataḥ smareta

Solange noch keine hingebungsvolle Verbindung zu diesem höchsten, zugleich in allem gegenwärtigen Herrn des Universums, dem Betrachtenden, entsteht, möge man solange am Ende jeder Handlung achtsam der grobstofflichsten Gestalt des Puruṣa gedenken.

Wort für Wort
yāvat na jāyeta parāvare asmin
solange nicht entsteht bei diesem höchsten-zugleich-gegenwärtigen
viśveśvare draṣṭari bhakti-yogaḥ
die Hingabe-Verbindung zum Weltherrn, dem Betrachtenden
tāvat sthavīyaḥ puruṣasya rūpam
solange die grobstofflichste Gestalt des Puruṣa
kriyā-avasāne prayataḥ smareta
am Ende der Handlung achtsam gedenken

sthiraṁ sukhaṁ cāsanam āsthito yatir yadā jihāsur imam aṅga lokam kāle ca deśe ca mano na sajjayet prāṇān niyacchen manasā jitāsuḥ

Wenn der Asket, auf festem und bequemem Sitz verweilend, o Lieber, diese Welt zu verlassen wünscht, möge er den Geist nicht an Zeit und Ort haften lassen und, die Lebensatems bezwungen, sie mit dem Geist zügeln.

Wort für Wort
sthiram sukham ca āsanam āsthitaḥ yatiḥ
auf festem, bequemem Sitz der Asket
yadā jihāsuḥ imam aṅga lokam
wenn er diese Welt verlassen will, o Lieber
kāle ca deśe ca manaḥ na sajjayet
möge den Geist nicht an Zeit und Ort haften lassen
prāṇān niyacchet manasā jita-asuḥ
die Atems mit dem Geist zügeln, bezwungen

manaḥ sva-buddhyāmalayā niyamya kṣetra-jña etāṁ ninayet tam ātmani ātmānam ātmany avarudhya dhīro labdhopaśāntir virameta kṛtyāt

Den Geist mit dem eigenen, makellosen Verstand bezähmend, möge der Feldkenner diesen Geist in das höhere Selbst hinüberleiten; das Selbst im Selbst festhaltend, möge der Standhafte, Frieden erlangend, von allem weiteren Tun ablassen.

Wort für Wort
manaḥ sva-buddhyā amalayā niyamya
den Geist mit eigenem makellosem Verstand bezähmend
kṣetra-jñaḥ etām ninayet tam ātmani
der Feldkenner leite ihn ins Selbst
ātmānam ātmani avarudhya dhīraḥ
das Selbst im Selbst festhaltend, der Standhafte
labdha-upaśāntiḥ virameta kṛtyāt
Frieden erlangt, lasse er vom Tun ab

na yatra kālo 'nimiṣāṁ paraḥ prabhuḥ kuto nu devā jagatāṁ ya īśire na yatra sattvaṁ na rajas tamaś ca na vai vikāro na mahān pradhānam

Wo weder die Zeit, der höchste Herr der Unblinzelnden, wirkt — wieviel weniger dort die Götter, die über die Welten herrschen —, wo weder Sattva, Rajas noch Tamas sind, noch fürwahr Wandlung, noch Mahat, noch Pradhāna, die Urmaterie —

Wort für Wort
na yatra kālaḥ animiṣām paraḥ prabhuḥ
wo nicht die Zeit, der Herr der Götter, ist
kutaḥ nu devāḥ jagatām ye īśire
wieviel weniger die weltbeherrschenden Götter
na yatra sattvam na rajaḥ tamaḥ ca
wo weder Sattva, Rajas, Tamas
na vai vikāraḥ na mahān pradhānam
noch Wandlung, Mahat, Pradhāna

paraṁ padaṁ vaiṣṇavam āmananti tad yan neti netīty atad utsisṛkṣavaḥ visṛjya daurātmyam ananya-sauhṛdā hṛdopaguhyārha-padaṁ pade pade

Jenen höchsten Ort Viṣṇus nennt man das, was man nur mit ‚nicht so, nicht so' umschreiben kann — den Ort jener, die alles, was nicht Er ist, aufzugeben wünschen, die, ihr übles Wesen aufgebend, mit ungeteilter Zuneigung Schritt für Schritt mit dem Herzen den verehrungswürdigen Ort umarmen.

Wort für Wort
param padam vaiṣṇavam āmananti tat
jenen höchsten Ort Viṣṇus nennt man
yat neti neti iti
den man nur 'nicht so, nicht so' nennt
atad-utsisṛkṣavaḥ
die alles Nicht-Er aufzugeben wünschen
visṛjya daurātmyam ananya-sauhṛdāḥ
das üble Wesen aufgebend, ungeteilt zugetan
hṛdā upaguhya arha-padam pade pade
mit dem Herzen den würdigen Ort Schritt für Schritt umarmend

itthaṁ munis tūparamed vyavasthito vijñāna-dṛg-vīrya-surandhitāśayaḥ sva-pārṣṇināpīḍya gudaṁ tato 'nilaṁ sthāneṣu ṣaṭsūnnamayej jita-klamaḥ

So möge der Weise, darin gefestigt, dessen Geist durch die Kraft der höheren Erkenntnis-Schau gefestigt ist, zur Ruhe kommen: mit der eigenen Ferse den After zusammendrückend, möge er danach, die Ermüdung überwindend, den Lebenswind durch die sechs Zentren emporführen.

Wort für Wort
ittham muniḥ tu uparamet vyavasthitaḥ
so möge der gefestigte Weise zur Ruhe kommen
vijñāna-dṛk-vīrya-surandhita-āśayaḥ
dessen Geist durch Erkenntniskraft gefestigt ist
sva-pārṣṇinā āpīḍya gudam
mit der Ferse den After zusammendrückend
tataḥ anilam sthāneṣu ṣaṭsu unnamayet
danach den Lebenswind durch sechs Zentren führen
jita-klamaḥ
die Ermüdung überwunden

nābhyāṁ sthitaṁ hṛdy adhiropya tasmād udāna-gatyorasi taṁ nayen muniḥ tato 'nusandhāya dhiyā manasvī sva-tālu-mūlaṁ śanakair nayeta

Den im Nabel befindlichen Lebenswind zum Herzen erhebend, möge der Weise ihn von dort mittels der Udāna-Bewegung zur Brust führen; danach möge der Geistesstarke, mit Bedacht durch den Verstand ihm folgend, ihn langsam zur Wurzel des eigenen Gaumens führen.

Wort für Wort
nābhyām sthitam hṛdi adhiropya tasmāt
den im Nabel befindlichen zum Herzen erhebend, von dort
udāna-gatyā urasi tam nayet muniḥ
mittels Udāna-Bewegung zur Brust führen
tataḥ anusandhāya dhiyā manasvī
danach mit Bedacht durch den Verstand, der Geistesstarke
sva-tālu-mūlam śanakaiḥ nayeta
langsam zur Gaumenwurzel führen

tasmād bhruvor antaram unnayeta niruddha-saptāyatano 'napekṣaḥ sthitvā muhūrtārdham akuṇṭha-dṛṣṭir nirbhidya mūrdhan visṛjet paraṁ gataḥ

Von dort möge er ihn zum Raum zwischen den Augenbrauen emporführen; die sieben Sinnesöffnungen verschlossen habend, unabhängig, ein halbes Muhūrta verweilend, mit ungetrübtem Blick, möge er, durch den Scheitel durchbrechend, den Körper loslassen, zum Höchsten gelangt.

Wort für Wort
tasmāt bhruvoḥ antaram unnayeta
von dort zum Raum zwischen den Brauen führen
niruddha-sapta-āyatanaḥ anapekṣaḥ
die sieben Öffnungen verschlossen, unabhängig
sthitvā muhūrta-ardham akuṇṭha-dṛṣṭiḥ
ein halbes Muhūrta verweilend, ungetrübten Blicks
nirbhidya mūrdhan visṛjet param gataḥ
durch den Scheitel durchbrechend loslassen, zum Höchsten gelangt

yadi prayāsyan nṛpa pārameṣṭhyaṁ vaihāyasānām uta yad vihāram aṣṭādhipatyaṁ guṇa-sannivāye sahaiva gacchen manasendriyaiś ca

Wenn er, o König, im Begriff ist, zum höchsten Brahmā-Reich zu gehen, oder zum Wandeln der Luftwandelnden, oder zur achtfachen Herrschaft im Bereich der materiellen Erscheinungsweisen, möge er zusammen mit Geist und Sinnen dorthin gehen.

Wort für Wort
yadi prayāsyan nṛpa pārameṣṭhyam
wenn er, o König, zum höchsten Reich geht
vaihāyasānām uta yat vihāram
oder zum Wandeln der Luftwandelnden
aṣṭa-adhipatyam guṇa-sannivāye
die achtfache Herrschaft im Guṇa-Bereich
saha eva gacchet manasā indriyaiḥ ca
möge er mit Geist und Sinnen zugleich gehen

yogeśvarāṇāṁ gatim āhur antar- bahis-tri-lokyāḥ pavanāntar-ātmanām na karmabhis tāṁ gatim āpnuvanti vidyā-tapo-yoga-samādhi-bhājām

Den Weg der Herren der Yogīs nennt man den Weg derer, deren inneres Selbst der Lebenswind ist, innerhalb und außerhalb der drei Welten; nicht durch gewöhnliche Taten erlangt man jenen Weg, sondern nur als Anteil derer, die Wissen, Askese, Yoga und Versenkung üben.

Wort für Wort
yogeśvarāṇām gatim āhuḥ
den Weg der Yoga-Herren nennt man
antar-bahiḥ-tri-lokyāḥ pavana-antar-ātmanām
derer, innerhalb/außerhalb der drei Welten, mit Wind-Selbst
na karmabhiḥ tām gatim āpnuvanti
nicht durch Taten erlangt man jenen Weg
vidyā-tapo-yoga-samādhi-bhājām
der Anteil der Wissens-, Askese-, Yoga-, Versenkungs-Übenden

vaiśvānaraṁ yāti vihāyasā gataḥ suṣumṇayā brahma-pathena śociṣā vidhūta-kalko 'tha harer udastāt prayāti cakraṁ nṛpa śaiśumāram

Er geht, durch den Luftraum reisend, zu Vaiśvānara, durch die Suṣumṇā, den strahlenden Brahman-Pfad; seine Verunreinigungen abgeschüttelt habend, geht er sodann, o König, oberhalb des Sitzes Haris zum Sternbild-Rad des Śiśumāra.

Wort für Wort
vaiśvānaram yāti vihāyasā gataḥ
zu Vaiśvānara geht er, durch den Luftraum reisend
suṣumṇayā brahma-pathena śociṣā
durch die Suṣumṇā, den strahlenden Brahman-Pfad
vidhūta-kalkaḥ atha hareḥ udastāt
Verunreinigungen abgeschüttelt, sodann oberhalb Haris
prayāti cakram nṛpa śaiśumāram
geht er zum Śiśumāra-Sternrad, o König

[Anm.: 'Cakraṁ śaiśumāram' bezeichnet die traditionelle Vorstellung des Himmelspols/Polarkreises in Gestalt eines Delfins (śiśumāra), an dem die Sterne wie Speichen befestigt gedacht werden.]

tad viśva-nābhiṁ tv ativartya viṣṇor aṇīyasā virajenātmanaikaḥ namaskṛtaṁ brahma-vidām upaiti kalpāyuṣo yad vibudhā ramante

Jenen Weltnabel Viṣṇus überschreitend, gelangt er, mit einem subtilsten, staublosen Körper, allein, zu dem von den Brahman-Kennern verehrten Ort, wo die Götter, deren Lebensdauer ein ganzes Kalpa währt, sich erfreuen.

Wort für Wort
tat viśva-nābhim tu ativartya viṣṇoḥ
jenen Weltnabel Viṣṇus überschreitend
aṇīyasā virajena ātmanā ekaḥ
mit subtilstem, staublosem Selbst, allein
namaskṛtam brahma-vidām upaiti
gelangt zum von Brahman-Kennern Verehrten
kalpa-āyuṣaḥ yat vibudhāḥ ramante
wo die kalpa-langlebigen Götter sich erfreuen

atho anantasya mukhānalena dandahyamānaṁ sa nirīkṣya viśvam niryāti siddheśvara-yuṣṭa-dhiṣṇyaṁ yad dvai-parārdhyaṁ tad u pārameṣṭhyam

Sodann, das ganze Universum durch das Mundfeuer des Ananta-Śeṣa verbrennen sehend, geht er hinaus zum von den Herren der Siddhas bewohnten Sitz, jenem Sitz Brahmās, der eine Dauer von zwei Parārdhas währt.

Wort für Wort
atho anantasya mukha-analena
sodann durch das Mundfeuer des Ananta
dandahyamānam sa nirīkṣya viśvam
das brennende Universum sehend
niryāti siddheśvara-yuṣṭa-dhiṣṇyam
geht er zum von Siddha-Herren bewohnten Sitz
yat dvai-parārdhyam tat u pārameṣṭhyam
der zwei Parārdhas währt, jenen Brahmā-Sitz

na yatra śoko na jarā na mṛtyur nārtir na codvega ṛte kutaścit yac cit tato 'daḥ kṛpayānidaṁ-vidāṁ duranta-duḥkha-prabhavānudarśanāt

Wo weder Kummer, noch Alter, noch Tod, noch Schmerz, noch Angst herrschen, außer aus irgendeinem seltenen Anlass — wobei selbst dort, aus Mitleid mit jenen, die dieses höhere Wissen nicht kennen, durch das beständige Betrachten des Ursprungs endlosen Leids ein Rest von Mitgefühl bleibt.

Wort für Wort
na yatra śokaḥ na jarā na mṛtyuḥ
wo weder Kummer, Alter, Tod
na ārtiḥ na ca udvegaḥ ṛte kutaścit
noch Schmerz, Angst, außer aus irgendeinem Anlass
yat cit tataḥ adaḥ kṛpayā anidaṁ-vidām
wobei aus Mitleid mit den Unwissenden
duranta-duḥkha-prabhava-anudarśanāt
durch das Betrachten des Ursprungs endlosen Leids

[?: Die Konstruktion 'yac cit tato 'daḥ kṛpayānidaṁ-vidāṁ' ist stark verdichtet; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart, dass selbst in dieser leidfreien Sphäre ein Mitgefühl mit den Unwissenden fortbesteht.]

tato viśeṣaṁ pratipadya nirbhayas tenātmanāpo 'nala-mūrtir atvaran jyotirmayo vāyum upetya kāle vāyv-ātmanā khaṁ bṛhad ātma-liṅgam

Von dort, zur feinstofflichen Besonderheit gelangend, furchtlos, durchschreitet er eilends mit jenem subtilen Selbst die Stufe des Wassers, dann die Feuergestalt annehmend, lichterfüllt; mit der Zeit zum Wind gelangend, erreicht er mit dem Wind-Selbst den Raum, das große Kennzeichen des kosmischen Selbst.

Wort für Wort
tataḥ viśeṣam pratipadya nirbhayaḥ
von dort zur Besonderheit gelangend, furchtlos
tena ātmanā āpaḥ analamūrtiḥ atvaran
mit jenem Selbst Wasser, Feuergestalt, eilend
jyotirmayaḥ vāyum upetya kāle
lichterfüllt zum Wind gelangend, mit der Zeit
vāyu-ātmanā kham bṛhat ātma-liṅgam
mit Wind-Selbst zum Raum, dem großen Selbst-Kennzeichen

[?: Die Passage beschreibt komprimiert die yogische Auflösungsfolge durch die fünf Elemente (Erde-Wasser-Feuer-Wind-Raum); die genaue grammatische Zuordnung der Einzelschritte bleibt unsicher.]

ghrāṇena gandhaṁ rasanena vai rasaṁ rūpaṁ ca dṛṣṭyā śvasanaṁ tvacaiva śrotreṇa copetya nabho-guṇatvaṁ prāṇena cākūtim upaiti yogī

Durch den Geruchssinn löst er sich auf in den Duft, durch den Geschmackssinn fürwahr in den Geschmack, und durch das Sehen in die Form, durch die Haut selbst in die Berührung, und durch das Gehör gelangt er zur Eigenschaft des Raumes, und durch den Lebensatem gelangt der Yogī zur reinen Willensabsicht.

Wort für Wort
ghrāṇena gandham rasanena vai rasam
durch Geruchssinn den Duft, Geschmackssinn den Geschmack
rūpam ca dṛṣṭyā śvasanam tvacā eva
die Form durch Sehen, Berührung durch die Haut
śrotreṇa ca upetya nabhaḥ-guṇatvam
durch Gehör zur Raum-Eigenschaft gelangend
prāṇena ca ākūtim upaiti yogī
durch Lebensatem zur Willensabsicht gelangt der Yogī

sa bhūta-sūkṣmendriya-sannikarṣaṁ manomayaṁ devamayaṁ vikāryam saṁsādya gatyā saha tena yāti vijñāna-tattvaṁ guṇa-sannirodham

Er, die Verbindung der subtilen Elemente und Sinne, die aus Geist und Göttern bestehende, wandelbare Hülle auflösend, geht zusammen mit jener Bewegung zum Prinzip des reinen Erkennens, wo die Erscheinungsweisen der Materie zum Stillstand kommen.

Wort für Wort
sa bhūta-sūkṣma-indriya-sannikarṣam
er, die Verbindung der subtilen Elemente und Sinne
manomayam devamayam vikāryam
die geist- und götterhafte, wandelbare Hülle
saṁsādya gatyā saha tena yāti
auflösend, geht er mit jener Bewegung
vijñāna-tattvam guṇa-sannirodham
zum Erkenntnisprinzip, wo Guṇas aufhören

tenātmanātmānam upaiti śāntam ānandam ānandamayo 'vasāne etāṁ gatiṁ bhāgavatīṁ gato yaḥ sa vai punar neha viṣajjate 'ṅga

Mit jenem geläuterten Selbst gelangt er zum ruhevollen Selbst, am Ende wonneerfüllt zur Wonne; wer diesen Weg zum Erhabenen gegangen ist, der haftet, o Lieber, fürwahr nicht mehr hier in der Welt.

Wort für Wort
tena ātmanā ātmānam upaiti śāntam
mit jenem Selbst gelangt er zum ruhevollen Selbst
ānandam ānandamayaḥ avasāne
zur Wonne, wonneerfüllt, am Ende
etām gatim bhāgavatīm gataḥ yaḥ
wer diesen Weg zum Erhabenen gegangen ist
sa vai punaḥ na iha viṣajjate aṅga
haftet fürwahr nicht mehr hier, o Lieber

ete sṛtī te nṛpa veda-gīte tvayābhipṛṣṭe ca sanātane ca ye vai purā brahmaṇa āha tuṣṭa ārādhito bhagavān vāsudevaḥ

Dies sind die beiden von dir erfragten Wege, o König, im Veda besungen, uralt, die einst der verehrte, zufriedene erhabene Vāsudeva dem Brahmā verkündete.

Wort für Wort
ete sṛtī te nṛpa veda-gīte
dies die beiden Wege, im Veda besungen, o König
tvayā abhipṛṣṭe ca sanātane ca
die von dir erfragten und uralten
ye vai purā brahmaṇe āha tuṣṭaḥ
die einst dem Brahmā verkündete, zufrieden
ārādhitaḥ bhagavān vāsudevaḥ
der verehrte erhabene Vāsudeva

na hy ato 'nyaḥ śivaḥ panthā viśataḥ saṁsṛtāv iha vāsudeve bhagavati bhakti-yogo yato bhavet

Es gibt fürwahr keinen anderen, heilvolleren Pfad für den, der hier in den weltlichen Kreislauf eingetreten ist, als jenen, aus dem die hingebungsvolle Verbindung zum erhabenen Vāsudeva entstehen möge.

Wort für Wort
na hi ataḥ anyaḥ śivaḥ panthāḥ
es gibt fürwahr keinen anderen heilvolleren Pfad
viśataḥ saṁsṛtau iha
für den in den Kreislauf hier Eingetretenen
vāsudeve bhagavati bhakti-yogaḥ
als die Hingabe-Verbindung zum erhabenen Vāsudeva
yataḥ bhavet
aus der sie entstehen möge

bhagavān brahma kārtsnyena trir anvīkṣya manīṣayā tad adhyavasyat kūṭa-stho ratir ātman yato bhavet

Der erhabene Brahmā, nachdem er es dreimal vollständig mit seiner Weisheit durchdacht hatte, kam, fest verankert, zu diesem Schluss: jenes ist das Beste, wodurch Zuneigung zum höchsten Selbst entstehen möge.

Wort für Wort
bhagavān brahma kārtsnyena
der erhabene Brahmā vollständig
triḥ anvīkṣya manīṣayā
dreimal mit Weisheit durchdacht
tat adhyavasyat kūṭa-sthaḥ
kam fest verankert zu diesem Schluss
ratiḥ ātman yataḥ bhavet
wodurch Zuneigung zum Selbst entstehen möge

bhagavān sarva-bhūteṣu lakṣitaḥ svātmanā hariḥ dṛśyair buddhy-ādibhir draṣṭā lakṣaṇair anumāpakaiḥ

Der Erhabene, Hari, der Betrachtende, wird durch das eigene Selbst in allen Wesen wahrgenommen, durch die sichtbaren Werkzeuge wie Verstand und dergleichen, nämlich durch deren auf ihn hinweisende Merkmale.

Wort für Wort
bhagavān sarva-bhūteṣu lakṣitaḥ
der Erhabene wird in allen Wesen wahrgenommen
sva-ātmanā hariḥ
durch das eigene Selbst, Hari
dṛśyaiḥ buddhi-ādibhiḥ draṣṭā
der Betrachtende, durch Verstand u.a.
lakṣaṇaiḥ anumāpakaiḥ
durch hinweisende Merkmale

tasmāt sarvātmanā rājan hariḥ sarvatra sarvadā śrotavyaḥ kīrtitavyaś ca smartavyo bhagavān nṛṇām

Deshalb ist, o König, Hari, mit ganzem Wesen, überall und jederzeit, von den Menschen zu hören, zu preisen und zu erinnern, der Erhabene.

Wort für Wort
tasmāt sarva-ātmanā rājan
deshalb mit ganzem Wesen, o König
hariḥ sarvatra sarvadā
Hari überall und jederzeit
śrotavyaḥ kīrtitavyaḥ ca
ist zu hören und zu preisen
smartavyaḥ bhagavān nṛṇām
zu erinnern, der Erhabene, von den Menschen

pibanti ye bhagavata ātmanaḥ satāṁ kathāmṛtaṁ śravaṇa-puṭeṣu sambhṛtam punanti te viṣaya-vidūṣitāśayaṁ vrajanti tac-caraṇa-saroruhāntikam

Die den Nektar der Erzählungen vom erhabenen Selbst der Heiligen trinken, in den Muscheln ihrer Ohren gesammelt, jene reinigen ihr durch Sinnesobjekte verunreinigtes Herz und gelangen in die Nähe seiner Lotosfüße.

Wort für Wort
pibanti ye bhagavataḥ ātmanaḥ satām
die trinken vom erhabenen Selbst der Heiligen
kathā-amṛtam śravaṇa-puṭeṣu sambhṛtam
den Erzählungs-Nektar, in den Ohrmuscheln gesammelt
punanti te viṣaya-vidūṣita-āśayam
jene reinigen das sinnesverunreinigte Herz
vrajanti tat-caraṇa-saroruha-antikam
gelangen in die Nähe seiner Lotosfüße

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