Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 146: śrī-nṛsiṁha-daitya-nidhana Der Herr Nṛsiṁhadeva erschlägt den König der Dämonen

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śrī-nārada uvāca atha daitya-sutāḥ sarve śrutvā tad-anuvarṇitam jagṛhur niravadyatvān naiva gurv-anuśikṣitam

Śrī Nārada sprach: Da nun alle Söhne der Daityas das von ihm [Prahlāda] Geschilderte gehört hatten, nahmen sie es wegen seiner Untadeligkeit an, nicht aber das von ihren Lehrern Unterwiesene.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada sprach (3.Sg.Perf.)
atha
darauf, sodann (Adv.)
daitya-sutāḥ
die Söhne der Daityas (Nom.Pl.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
śrutvā
gehört habend (Absolutiv)
tat-anuvarṇitam
das von ihm Geschilderte (Akk.Sg.)
jagṛhuḥ
sie nahmen an, ergriffen (3.Pl.Perf.)
niravadyatvāt
wegen der Untadeligkeit (Abl.Sg.)
na eva
und nicht, keineswegs (Adv.)
guru-anuśikṣitam
das von den Lehrern Unterwiesene (Akk.Sg.)

athācārya-sutas teṣāṁ buddhim ekānta-saṁsthitām ālakṣya bhītas tvarito rājña āvedayad yathā

Da nun der Sohn des Lehrers [Śukrācāryas Sohn] ihre einzig [auf ein Ziel] gerichtete Gesinnung bemerkte, meldete er dies, von Furcht ergriffen, eilends dem König, wie es sich zugetragen hatte.

Wort für Wort
atha
darauf, sodann (Adv.)
ācārya-sutaḥ
der Sohn des Lehrers [Śukrācāryas] (Nom.Sg.)
teṣām
ihre (Gen.Pl.)
buddhim
die Gesinnung, den Verstand (Akk.Sg.)
ekānta-saṁsthitām
einzig [auf ein Ziel] gerichtet (Akk.Sg.)
ālakṣya
bemerkt habend (Absolutiv)
bhītaḥ
von Furcht ergriffen (Nom.Sg.Part.)
tvaritaḥ
eilends (Nom.Sg.Part.)
rājñe
dem König (Dat.Sg.)
āvedayat
er meldete (3.Sg.Impf.Kaus.)
yathā
wie [es sich zutrug] (Adv.)

śrutvā tad apriyaṁ daityo duḥsahaṁ tanayānayam kopāveśa-caladgātraḥ putraṁ hantuṁ mano dadhe

Als der Daitya dieses unliebsame, unerträgliche Vergehen seines Sohnes vernommen hatte, entschloss er sich – an allen Gliedern von der Besessenheit des Zorns erzitternd – seinen Sohn zu töten.

Wort für Wort
śrutvā
gehört habend (Absolutiv)
tat apriyam
dieses Unliebsame (Akk.Sg.)
daityaḥ
der Daitya [Hiraṇyakaśipu] (Nom.Sg.)
duḥsaham
unerträglich (Akk.Sg.)
tanaya-anayam
das Unrecht/Vergehen des Sohnes (Akk.Sg.)
kopa-āveśa-calat-gātraḥ
dessen Glieder von der Besessenheit des Zorns erzitterten (Nom.Sg.)
putram
den Sohn (Akk.Sg.)
hantum
zu töten (Inf.)
manaḥ dadhe
er fasste den Entschluss, wörtl. 'setzte den Sinn' (3.Sg.Perf.Med.)

kṣiptvā paruṣayā vācā prahrādam atad-arhaṇam āhekṣamāṇaḥ pāpena tiraścīnena cakṣuṣā

Nachdem er Prahlāda, der solches nicht verdient hatte, mit harten Worten geschmäht hatte, sprach er, ihn mit bösem, schrägem Blick anstarrend:

Wort für Wort
kṣiptvā
geschmäht, beschimpft habend (Absolutiv)
paruṣayā vācā
mit harter, rauer Rede (Instr.Sg.)
prahrādam
Prahlāda (Akk.Sg.)
a-tat-arhaṇam
der dies nicht verdiente (Akk.Sg.)
āha
er sprach (3.Sg.Perf.)
īkṣamāṇaḥ
blickend, anstarrend (Nom.Sg.Part.Med.)
pāpena
mit bösem, sündigem (Instr.Sg.)
tiraścīnena cakṣuṣā
mit schrägem, schielendem Auge (Instr.Sg.)

praśrayāvanataṁ dāntaṁ baddhāñjalim avasthitam sarpaḥ padāhata iva śvasan prakṛti-dāruṇaḥ

[Zu Prahlāda,] der sich in Bescheidenheit verneigt hatte, beherrscht, mit gefalteten Händen dastand, [sprach Hiraṇyakaśipu] – zischend wie eine mit dem Fuß getretene Schlange, von Natur aus grimmig:

Wort für Wort
praśraya-avanatam
der sich in Bescheidenheit verneigt hatte (Akk.Sg.)
dāntam
den Beherrschten, Gezügelten (Akk.Sg.)
baddha-añjalim
mit gefalteten Händen (Akk.Sg.)
avasthitam
dastehend, verharrend (Akk.Sg.)
sarpaḥ pada-āhataḥ iva
wie eine mit dem Fuß getretene Schlange (Nom.Sg.)
śvasan
zischend, schnaubend (Nom.Sg.Part.)
prakṛti-dāruṇaḥ
von Natur aus grimmig, wild (Nom.Sg.)

śrī-hiraṇyakaśipur uvāca he durvinīta mandātman kula-bheda-karādhama stabdhaṁ mac-chāsanodvṛttaṁ neṣye tvādya yama-kṣayam

Śrī Hiraṇyakaśipu sprach: He, du Unverschämter, Schwachsinniger, niedrigster Stifter von Familienspaltung! Dich Starrsinnigen, der du dich meiner Herrschaft entzogen hast, werde ich heute zum Reich Yamas [des Todes] geleiten.

Wort für Wort
śrī-hiraṇyakaśipuḥ uvāca
Śrī Hiraṇyakaśipu sprach (3.Sg.Perf.)
he
he, o (Interjektion)
durvinīta
du Unverschämter, Unerzogener (Vok.Sg.)
manda-ātman
du Schwachsinniger, o Tor (Vok.Sg.)
kula-bheda-kara-adhama
du niedrigster Stifter von Familienspaltung (Vok.Sg.)
stabdham
den Starrsinnigen (Akk.Sg.)
mat-śāsana-udvṛttam
der sich meiner Herrschaft entzogen hat (Akk.Sg.)
neṣye
ich werde geleiten, führen (1.Sg.Fut.Med.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
adya
heute (Adv.)
yama-kṣayam
zur Wohnstatt Yamas, des Todes (Akk.Sg.)

kruddhasya yasya kampante trayo lokāḥ saheśvarāḥ tasya me 'bhītavan mūḍha śāsanaṁ kiṁ balo 'tyagāḥ

Vor wem, wenn er zornig ist, die drei Welten samt ihren Herrschern erzittern – dessen Herrschaft fürchtest du Narr dich nicht? Mit welcher Kraft hast du sie übertreten?

Wort für Wort
kruddhasya
des Zornigen (Gen.Sg.)
yasya
dessen, vor wem (Gen.Sg.Rel.-Pron.)
kampante
sie erzittern (3.Pl.Präs.Med.)
trayaḥ lokāḥ
die drei Welten (Nom.Pl.)
saha-īśvarāḥ
samt ihren Herrschern (Nom.Pl.)
tasya
dessen (Gen.Sg.)
me
meiner (Gen.Sg.)
a-bhīta-vat
furchtlos, ohne Furcht (Adv./Nom.Sg.)
mūḍha
du Narr, Tor (Vok.Sg.)
śāsanam
die Herrschaft, den Befehl (Akk.Sg.)
kim balaḥ
mit welcher Kraft (Instr.-Sinn, Nom.Sg.)
atyagāḥ
du hast übertreten, überschritten (2.Sg.Aor.)

śrī-prahrāda uvāca na kevalaṁ me bhavataś ca rājan sa vai balaṁ balināṁ cāpareṣām pare 'vare 'mī sthira-jaṅgamā ye brahmādayo yena vaśaṁ praṇītāḥ

Śrī Prahlāda sprach: Nicht allein in mir und in dir, o König, [ist] jene Kraft der Starken und auch anderer [vorhanden] – die Erhabenen wie die Niederen, diese Beweglichen und Unbeweglichen, [und] die, angefangen bei Brahmā, durch wen sie alle unter [seine] Herrschaft gebracht wurden.

Wort für Wort
śrī-prahrādaḥ uvāca
Śrī Prahlāda sprach (3.Sg.Perf.)
na kevalam
nicht allein, nicht nur (Adv.)
me
in mir, meiner (Gen.Sg.)
bhavataḥ ca
und deiner, o Verehrter (Gen.Sg.)
rājan
o König (Vok.Sg.)
saḥ vai balam
jene Kraft fürwahr (Nom.Sg.)
balinām
der Starken (Gen.Pl.)
ca apareṣām
und der anderen (Gen.Pl.)
pare avare
die Erhabenen, die Niederen (Nom.Pl.)
amī sthira-jaṅgamāḥ
diese Unbeweglichen und Beweglichen (Nom.Pl.)
ye brahma-ādayaḥ
die, angefangen bei Brahmā (Nom.Pl.)
yena vaśam praṇītāḥ
durch wen sie unter [seine] Herrschaft gebracht wurden (Nom.Pl.Part.Perf.Pass.)

sa īśvaraḥ kāla urukramo 'sāv ojaḥ sahaḥ sattva-balendriyātmā sa eva viśvaṁ paramaḥ sva-śaktibhiḥ sṛjaty avaty atti guṇa-trayeśaḥ

Er ist der Herrscher, die Zeit, von gewaltigem Schritt – er, das Wesen von Kraft der Sinne, Kraft des Geistes, von Reinheit (sattva), Stärke und Sinnen. Er selbst, der Höchste, erschafft, erhält und verzehrt mit seinen eigenen Kräften das Weltall, der Herr der drei Erscheinungsweisen (guṇas).

Wort für Wort
saḥ īśvaraḥ
er, der Herrscher (Nom.Sg.)
kālaḥ
die Zeit (Nom.Sg.)
uru-kramaḥ asau
jener von gewaltigem Schritt (Nom.Sg.)
ojaḥ
die Kraft der Sinne (Nom.Sg.)
sahaḥ
die Kraft des Geistes (Nom.Sg.)
sattva-bala-indriya-ātmā
das Wesen von Reinheit, Stärke und Sinnen (Nom.Sg.)
saḥ eva
er selbst (Nom.Sg.)
viśvam
das Weltall (Akk.Sg.)
paramaḥ
der Höchste (Nom.Sg.)
sva-śaktibhiḥ
mit seinen eigenen Kräften (Instr.Pl.)
sṛjati
er erschafft (3.Sg.Präs.)
avati
er erhält (3.Sg.Präs.)
atti
er verzehrt (3.Sg.Präs.)
guṇa-traya-īśaḥ
der Herr der drei Erscheinungsweisen (Nom.Sg.)

jahy āsuraṁ bhāvam imaṁ tvam ātmanaḥ samaṁ mano dhatsva na santi vidviṣaḥ ṛte 'jitād ātmana utpathe sthitāt tad dhi hy anantasya mahat samarhaṇam

Gib diese dämonische Gesinnung auf! Richte deinen Geist auf dich selbst gleichmütig ein – es gibt keine Feinde außer dem eigenen, unbezähmten Selbst, das auf dem Irrweg steht; das ist wahrlich die größte Verehrung des Unendlichen [Ananta].

Wort für Wort
jahi
gib auf! (2.Sg.Imp.)
āsuram bhāvam
die dämonische Gesinnung (Akk.Sg.)
imam
diese (Akk.Sg.)
tvam
du (Nom.Sg.)
ātmanaḥ
gegenüber dir selbst (Gen.Sg.)
samam manaḥ dhatsva
richte den Geist gleichmütig ein (2.Sg.Imp.Med.)
na santi
es gibt nicht (3.Pl.Präs.)
vidviṣaḥ
Feinde (Nom.Pl.)
ṛte
außer (Postposition m. Abl.)
ajitāt ātmanaḥ
als das unbezähmte Selbst (Abl.Sg.)
utpathe sthitāt
das auf dem Irrweg steht (Abl.Sg.)
tat hi
das wahrlich (Nom.Sg.)
anantasya
des Unendlichen (Gen.Sg.)
mahat samarhaṇam
die größte Verehrung (Nom.Sg.)

dasyūn purā ṣaṇ na vijitya lumpato manyanta eke svajitā diśo daśa jitātmano jñasya samasya dehināṁ sādhoḥ sva-moha-prabhavāḥ kutaḥ pare

Manche meinen, sie hätten, ohne zuvor die sechs Räuber [die Sinne] bezwungen zu haben, obwohl diese sie berauben, die zehn Himmelsrichtungen selbst erobert – woher [sollen] für den, der sein Selbst bezwungen hat, den Wissenden, Gleichmütigen gegenüber den verkörperten Wesen, den Guten, andere [Feinde] entstehen, die [doch nur] aus der eigenen Verblendung stammen?

Wort für Wort
dasyūn
die Räuber (Akk.Pl.)
purā
zuvor, einst (Adv.)
ṣaṭ
die sechs [Sinne] (Akk.Pl.)
na vijitya
ohne bezwungen zu haben (Absolutiv m. Negation)
lumpataḥ
die berauben, plündern (Akk.Pl.Part.)
manyante
sie meinen (3.Pl.Präs.)
eke
manche (Nom.Pl.)
sva-jitāḥ
selbst erobert (Akk.Pl.)
diśaḥ daśa
die zehn Himmelsrichtungen (Akk.Pl.)
jita-ātmanaḥ
für den, der sein Selbst bezwungen hat (Gen.Sg.)
jñasya
des Wissenden (Gen.Sg.)
samasya
des Gleichmütigen (Gen.Sg.)
dehinām
gegenüber den verkörperten Wesen (Gen.Pl.)
sādhoḥ
des Guten, Redlichen (Gen.Sg.)
sva-moha-prabhavāḥ
die aus der eigenen Verblendung entstehen (Nom.Pl.)
kutaḥ
woher (Adv.)
pare
andere [Feinde] (Nom.Pl.)

śrī-hiraṇyakaśipur uvāca vyaktaṁ tvaṁ martu-kāmo 'si yo 'timātraṁ vikatthase mumūrṣūṇāṁ hi mandātman nanu syur viklavā giraḥ

Śrī Hiraṇyakaśipu sprach: Offenbar bist du todessüchtig, der du über die Maßen prahlst; wahrlich, bei denen, die sterben wollen, pflegen die Worte verwirrt zu sein, du Schwachsinniger.

Wort für Wort
śrī-hiraṇyakaśipuḥ uvāca
Śrī Hiraṇyakaśipu sprach (3.Sg.Perf.)
vyaktam
offenbar, deutlich (Adv.)
tvam
du (Nom.Sg.)
martu-kāmaḥ asi
du bist todessüchtig, wünschst zu sterben (Nom.Sg. + 2.Sg.Präs.)
yaḥ
der du (Nom.Sg.Rel.-Pron.)
ati-mātram
über die Maßen, maßlos (Adv.)
vikatthase
du prahlst (2.Sg.Präs.Med.)
mumūrṣūṇām
derer, die sterben wollen (Gen.Pl.)
hi
wahrlich, denn (Partikel)
manda-ātman
du Schwachsinniger (Vok.Sg.)
nanu syuḥ
pflegen ja zu sein (3.Pl.Opt.)
viklavāḥ giraḥ
verwirrte Worte (Nom.Pl.)

yas tvayā manda-bhāgyokto mad-anyo jagad-īśvaraḥ kvāsau yadi sa sarvatra kasmāt stambhe na dṛśyate

Wo ist er, von dem du, Unglücklicher, behauptet hast, er sei ein anderer Weltherrscher als ich? Wenn er überall ist, warum wird er dann in dieser Säule nicht gesehen?

Wort für Wort
yaḥ
der [von dem] (Nom.Sg.Rel.-Pron.)
tvayā
von dir (Instr.Sg.)
manda-bhāgya-uktaḥ
von dir, Unglücklichem, behauptet (Nom.Sg.)
mat-anyaḥ
ein anderer als ich (Nom.Sg.)
jagat-īśvaraḥ
der Weltherrscher (Nom.Sg.)
kva asau
wo ist jener (Adv. + Nom.Sg.)
yadi
wenn (Konj.)
saḥ sarvatra
er überall (Nom.Sg. + Adv.)
kasmāt
warum, weshalb (Abl.Sg.)
stambhe
in der Säule (Lok.Sg.)
na dṛśyate
wird nicht gesehen (3.Sg.Präs.Pass.)

so 'haṁ vikatthamānasya śiraḥ kāyād dharāmi te gopāyeta haris tvādya yas te śaraṇam īpsitam

So werde ich, [Hiraṇyakaśipu], dir, dem Prahler, den Kopf vom Rumpfe nehmen. Möge Hari dich heute beschützen, [er], der dein gewünschter Zufluchtsort sein soll!

Wort für Wort
saḥ aham
ich, eben dieser (Nom.Sg.)
vikatthamānasya
des Prahlenden (Gen.Sg.)
śiraḥ
den Kopf (Akk.Sg.)
kāyāt
vom Rumpf, Körper (Abl.Sg.)
harāmi
ich nehme, entferne (1.Sg.Präs.)
te
dir, dein (Gen./Dat.Sg.)
gopāyeta
möge er beschützen (3.Sg.Opt.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
adya
heute (Adv.)
yaḥ
der (Nom.Sg.Rel.-Pron.)
te
dein (Gen.Sg.)
śaraṇam
Zuflucht(sort) (Nom.Sg.)
īpsitam
gewünscht, erstrebt (Nom.Sg.)

evaṁ duruktair muhur ardayan ruṣā sutaṁ mahā-bhāgavataṁ mahāsuraḥ khaḍgaṁ pragṛhyotpatito varāsanāt stambhaṁ tatāḍātibalaḥ sva-muṣṭinā

So den Sohn, den großen Gottgeweihten [mahā-bhāgavata], mit harten Worten fortwährend im Zorn quälend, sprang der große Dämon, das Schwert ergreifend, von seinem prächtigen Sitz auf und schlug mit der eigenen Faust äußerst kraftvoll gegen die Säule.

Wort für Wort
evam
so (Adv.)
duruktaiḥ
mit harten Worten (Instr.Pl.)
muhuḥ
fortwährend, wiederholt (Adv.)
ardayan
quälend (Nom.Sg.Part.)
ruṣā
mit Zorn (Instr.Sg.)
sutam
den Sohn (Akk.Sg.)
mahā-bhāgavatam
den großen Gottgeweihten (Akk.Sg.)
mahāsuraḥ
der große Dämon (Nom.Sg.)
khaḍgam
das Schwert (Akk.Sg.)
pragṛhya
ergreifend (Absolutiv)
utpatitaḥ
aufgesprungen (Nom.Sg.Part.Perf.)
vara-āsanāt
vom prächtigen Sitz (Abl.Sg.)
stambham
gegen die Säule (Akk.Sg.)
tatāḍa
er schlug (3.Sg.Perf.)
ati-balaḥ
überaus kraftvoll (Nom.Sg.)
sva-muṣṭinā
mit der eigenen Faust (Instr.Sg.)

tadaiva tasmin ninado 'tibhīṣaṇo babhūva yenāṇḍa-kaṭāham asphuṭat yaṁ vai sva-dhiṣṇyopagataṁ tv ajādayaḥ śrutvā sva-dhāmātyayam aṅga menire

Da entstand eben in jener [Säule] ein überaus furchterregendes Dröhnen, wodurch die Schale der Weltenei-Kugel [aṇḍa-kaṭāha] zu bersten schien. Als [die Götter], angeführt von dem Ungeborenen [Brahmā], es hörten, wähnten sie, o [Yudhiṣṭhira, du Glied deines Geschlechts], obwohl sie [längst] in ihre eigenen Wohnstätten gelangt waren, den Untergang ihrer eigenen Reiche.

Wort für Wort
tadā eva
da eben, genau da (Adv.)
tasmin
in jener [Säule] (Lok.Sg.)
ninadaḥ
ein Dröhnen, Getöse (Nom.Sg.)
ati-bhīṣaṇaḥ
überaus furchterregend (Nom.Sg.)
babhūva
entstand, war (3.Sg.Perf.)
yena
wodurch (Instr.Sg.Rel.-Pron.)
aṇḍa-kaṭāham
die Schale des Welteneis (Nom.Sg.)
asphuṭat
schien zu bersten (3.Sg.Impf.)
yam vai
welches fürwahr (Akk.Sg.)
sva-dhiṣṇya-upagatam
obwohl in die eigene Wohnstatt gelangt (Akk.Sg.)
tu ajaādayaḥ
aber die, angeführt vom Ungeborenen [Brahmā] (Nom.Pl.)
śrutvā
gehört habend (Absolutiv)
sva-dhāma-atyayam
den Untergang der eigenen Reiche (Akk.Sg.)
aṅga
o [Yudhiṣṭhira], mein Lieber (Vok., Anrede Nāradas)
menire
sie wähnten (3.Pl.Perf.Med.)

sa vikraman putra-vadhepsur ojasā niśamya nirhrādam apūrvam adbhutam antaḥ-sabhāyāṁ na dadarśa tat-padaṁ vitatrasur yena surāri-yūtha-pāḥ

Er, [Hiraṇyakaśipu], mit Kraft vorwärtsschreitend, begierig seinen Sohn zu töten, vernahm das nie zuvor gehörte, wundersame Dröhnen, sah aber innerhalb der Versammlungshalle nicht dessen Ursprung – wodurch die Anführer der Feindscharen der Götter [selbst] erschraken.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.Sg.)
vikraman
mit Kraft vorwärtsschreitend (Nom.Sg.Part.)
putra-vadha-īpsuḥ
begierig, den Sohn zu töten (Nom.Sg.)
ojasā
mit Kraft (Instr.Sg.)
niśamya
vernommen habend (Absolutiv)
nirhrādam
das Dröhnen (Akk.Sg.)
apūrvam
nie zuvor dagewesen (Akk.Sg.)
adbhutam
wundersam (Akk.Sg.)
antaḥ-sabhāyām
innerhalb der Versammlungshalle (Lok.Sg.)
na dadarśa
sah nicht (3.Sg.Perf.)
tat-padam
dessen Ursprung, Quelle (Akk.Sg.)
vitatrasuḥ
sie erschraken (3.Pl.Perf.)
yena
wodurch (Instr.Sg.)
sura-ari-yūtha-pāḥ
die Anführer der Feindscharen der Götter (Nom.Pl.)

satyaṁ vidhātuṁ nija-bhṛtya-bhāṣitaṁ vyāptiṁ ca bhūteṣv akhileṣu cātmanaḥ adṛśyatātyadbhuta-rūpam udvahan stambhe sabhāyāṁ na mṛgaṁ na mānuṣam

Um die Aussage seines eigenen Dieners als wahr zu erweisen, und [um] seine eigene Durchdringung aller Wesen [zu erweisen], erschien er, eine überaus wunderbare Gestalt annehmend, in der Säule inmitten der Versammlung – weder Tier noch Mensch.

Wort für Wort
satyam
als wahr (Akk.Sg.)
vidhātum
zu erweisen, zu bestätigen (Inf.)
nija-bhṛtya-bhāṣitam
die Aussage seines eigenen Dieners (Akk.Sg.)
vyāptim
die Durchdringung (Akk.Sg.)
ca bhūteṣu akhileṣu
und in allen Wesen (Lok.Pl.)
ca ātmanaḥ
und seiner selbst (Gen.Sg.)
adṛśyata
er wurde gesehen, erschien (3.Sg.Impf.Pass.)
ati-adbhuta-rūpam
eine überaus wunderbare Gestalt (Akk.Sg.)
udvahan
annehmend, tragend (Nom.Sg.Part.)
stambhe
in der Säule (Lok.Sg.)
sabhāyām
in der Versammlung (Lok.Sg.)
na mṛgam
nicht [als] Tier (Akk.Sg.)
na mānuṣam
nicht [als] Mensch (Akk.Sg.)

sa sattvam enaṁ parito vipaśyan stambhasya madhyād anunirjihānam nāyaṁ mṛgo nāpi naro vicitram aho kim etan nṛ-mṛgendra-rūpam

Er, [Hiraṇyakaśipu], dieses Wesen ringsum betrachtend, wie es aus der Mitte der Säule allmählich hervortrat: 'Dies ist kein Tier, und auch kein Mensch – wie seltsam! Ach, was ist dies für eine Gestalt, halb Mensch, halb Löwenkönig?'

Wort für Wort
saḥ
er [Hiraṇyakaśipu] (Nom.Sg.)
sattvam
das Wesen (Akk.Sg.)
enam
dieses (Akk.Sg.)
paritaḥ
ringsum (Adv.)
vipaśyan
betrachtend (Nom.Sg.Part.)
stambhasya
der Säule (Gen.Sg.)
madhyāt
aus der Mitte (Abl.Sg.)
anunirjihānam
allmählich hervortretend (Akk.Sg.Part.)
na ayam mṛgaḥ
dies ist kein Tier (Nom.Sg.)
na api naraḥ
und auch kein Mensch (Nom.Sg.)
vicitram
wie seltsam, wunderlich (Adv./Ausruf)
aho
ach (Interjektion)
kim etat
was ist dies (Nom.Sg.)
nṛ-mṛga-indra-rūpam
die Gestalt aus Mensch und Löwenkönig (Nom.Sg.)

mīmāṁsamānasya samutthito 'grato nṛsiṁha-rūpas tadalaṁ bhayānakam pratapta-cāmīkara-caṇḍa-locanaṁ sphurat-saṭā-keśara-jṛmbhitānanam

Während er [Hiraṇyakaśipu] noch überlegte, erhob sich vor ihm die Nṛsiṁha-Gestalt, damals überaus furchterregend, mit zornig glühenden, goldfarbenen Augen, das Antlitz aufgerissen von der zuckenden Mähne.

Wort für Wort
mīmāṁsamānasya
während er noch überlegte, prüfte (Gen.Sg.Part.)
samutthitaḥ
er erhob sich (Nom.Sg.Part.Perf.)
agrataḥ
vor ihm, voran (Adv.)
nṛsiṁha-rūpaḥ
die Nṛsiṁha-[Mann-Löwe]-Gestalt (Nom.Sg.)
tadā alam bhayānakam
damals überaus furchterregend (Adv./Akk.)
pratapta-cāmīkara-caṇḍa-locanam
mit zornig-glühenden, goldfarbenen Augen (Akk.Sg.)
sphurat-saṭā-keśara-jṛmbhita-ānanam
dessen Antlitz von der zuckenden Mähne aufgerissen war (Akk.Sg.)

karāla-daṁṣṭraṁ karavāla-cañcala- kṣurānta-jihvaṁ bhru-kuṭī-mukholbaṇam stabdhordhva-karṇaṁ giri-kandarādbhuta- vyāttāsya-nāsaṁ hanu-bheda-bhīṣaṇam

Mit furchtbaren Hauern, mit einer Zunge, scharf und zuckend wie eine Schwertklinge, das Antlitz schrecklich von gerunzelten Brauen, mit starr aufgerichteten Ohren, mit aufgesperrtem Maul und Nase, wunderbar wie eine Bergeshöhle, furchtbar durch die klaffenden Kiefer.

Wort für Wort
karāla-daṁṣṭram
mit furchtbaren Hauern (Akk.Sg.)
karavāla-cañcala-kṣura-anta-jihvam
mit einer Zunge, scharf und zuckend wie eine Schwertklinge (Akk.Sg.)
bhru-kuṭī-mukha-ulbaṇam
dessen Antlitz schrecklich von gerunzelten Brauen war (Akk.Sg.)
stabdha-ūrdhva-karṇam
mit starr aufgerichteten Ohren (Akk.Sg.)
giri-kandara-adbhuta-vyātta-āsya-nāsam
mit aufgesperrtem Maul und Nase, wunderbar wie eine Bergeshöhle (Akk.Sg.)
hanu-bheda-bhīṣaṇam
furchtbar durch das Auseinanderklaffen der Kiefer (Akk.Sg.)

Fortsetzung der Gestaltbeschreibung aus Vers 20 (ein einziger langer Satz über mehrere Verse).

divi-spṛśat-kāyam adīrgha-pīvara- grīvoru-vakṣaḥ-sthalam alpa-madhyamam candrāṁśu-gauraiś churitaṁ tanūruhair viṣvag bhujānīka-śataṁ nakhāyudham

Mit einem Leib, der den Himmel berührte, mit nicht-langem, aber kräftigem Hals, breiter Brust und schmaler Taille, überstreut mit Körperhaaren, weiß wie Mondstrahlen, mit hundert Armscharen nach allen Seiten, mit Krallen als Waffen.

Wort für Wort
divi-spṛśat-kāyam
mit einem den Himmel berührenden Leib (Akk.Sg.)
a-dīrgha-pīvara-grīva-uru-vakṣaḥ-sthalam
mit nicht-langem, kräftigem Hals und breiter Brust (Akk.Sg.)
alpa-madhyamam
mit schmaler Taille (Akk.Sg.)
candra-aṁśu-gauraiḥ tanūruhaiḥ churitam
überstreut mit Körperhaaren, weiß wie Mondstrahlen (Akk.Sg.)
viṣvak
nach allen Seiten (Adv.)
bhuja-anīka-śatam
mit hundert Scharen von Armen (Akk.Sg.)
nakha-āyudham
mit Krallen als Waffen (Akk.Sg.)

Fortsetzung der Gestaltbeschreibung.

durāsadaṁ sarva-nijetarāyudha- praveka-vidrāvita-daitya-dānavam prāyeṇa me 'yaṁ hariṇorumāyinā vadhaḥ smṛto 'nena samudyatena kim

Unangreifbar ist er, der durch die Wahl all seiner eigenen wie auch anderer Waffen die Daityas und Dānavas in die Flucht schlägt. [Da dachte Hiraṇyakaśipu:] Wohl ist dieser Tod von Hari, dem überaus Illusionsmächtigen, für mich vorherbestimmt – was nützt da dieses mein Bemühen?

Wort für Wort
durāsadam
unangreifbar, unnahbar (Akk.Sg.)
sarva-nija-itara-āyudha-praveka-vidrāvita-daitya-dānavam
der durch die Wahl all seiner eigenen und anderen Waffen die Daityas und Dānavas in die Flucht schlägt (Akk.Sg.)
prāyeṇa
wohl, wahrscheinlich (Adv.)
me
für mich (Gen.Sg.)
ayam vadhaḥ
dieser Tod (Nom.Sg.)
hariṇā
durch Hari (Instr.Sg.)
uru-māyinā
den überaus Illusionsmächtigen (Instr.Sg.)
smṛtaḥ
vorherbestimmt, erdacht (Nom.Sg.)
anena samudyatena
durch dieses [mein] Bemühen (Instr.Sg.)
kim
was [nützt] (Frage-Partikel)

evaṁ bruvaṁs tv abhyapatad gadāyudho nadan nṛsiṁhaṁ prati daitya-kuñjaraḥ alakṣito 'gnau patitaḥ pataṅgamo yathā nṛsiṁhaujasi so 'suras tadā

So sprechend, stürzte sich der Daitya-Elefant [Hiraṇyakaśipu], mit der Keule bewaffnet, brüllend auf Nṛsiṁha zu; unbemerkt [ging] jener Dämon damals [unter] in Nṛsiṁhas Kraftglanz, so wie eine Motte unbemerkt ins Feuer fällt.

Wort für Wort
evam bruvan
so sprechend (Nom.Sg.Part.)
tu abhyapatat
aber er stürzte sich (3.Sg.Impf.)
gadā-āyudhaḥ
mit der Keule bewaffnet (Nom.Sg.)
nadan
brüllend (Nom.Sg.Part.)
nṛsiṁham prati
gegen Nṛsiṁha, auf ihn zu (Akk.Sg. + Postp.)
daitya-kuñjaraḥ
der Daitya-Elefant [Hiraṇyakaśipu] (Nom.Sg.)
alakṣitaḥ
unbemerkt (Nom.Sg.)
agnau patitaḥ pataṅgamaḥ
eine ins Feuer gefallene Motte (Nom.Sg.)
yathā
so wie (Adv.)
nṛsiṁha-ojasi
in Nṛsiṁhas Kraftglanz (Lok.Sg.)
saḥ asuraḥ
jener Dämon (Nom.Sg.)
tadā
damals (Adv.)

na tad vicitraṁ khalu sattva-dhāmani sva-tejasā yo nu purāpibat tamaḥ tato 'bhipadyābhyahanan mahāsuro ruṣā nṛsiṁhaṁ gadayoru-vegayā

Das ist fürwahr nicht verwunderlich bei dem, der die Wohnstatt reinen Seins [sattva] ist – der einst mit eigener Glut die Finsternis verschlang. Darauf trat der große Dämon heran und schlug im Zorn Nṛsiṁha mit seiner überaus schnellen Keule.

Wort für Wort
na tat vicitram
das ist nicht verwunderlich (Nom.Sg.)
khalu
fürwahr (Partikel)
sattva-dhāmani
bei dem, der die Wohnstatt reinen Seins ist (Lok.Sg.)
sva-tejasā
mit eigener Glut (Instr.Sg.)
yaḥ nu purā apibat tamaḥ
der einst die Finsternis verschlang (3.Sg.Impf.)
tataḥ
darauf (Adv.)
abhipadya
herantretend (Absolutiv)
abhyahanat
er schlug (3.Sg.Impf.)
mahāsuraḥ
der große Dämon (Nom.Sg.)
ruṣā
mit Zorn (Instr.Sg.)
nṛsiṁham
Nṛsiṁha (Akk.Sg.)
gadayā uru-vegayā
mit der überaus schnellen Keule (Instr.Sg.)

taṁ vikramantaṁ sa-gadaṁ gadā-dharo mahoragaṁ tārkṣya-suto yathāgrahīt sa tasya hastotkalitas tadāsuro vikrīḍato yadvad ahir garutmataḥ

Ihn, den mit der Keule Vorstürmenden, ergriff der Keulenträger [Nṛsiṁha], wie der Sohn des Tārkṣya [Garuḍa] eine große Schlange [ergreift]; da entglitt jener Dämon dessen Hand, so wie eine Schlange entgleitet, wenn Garuḍa [mit ihr] spielt.

Wort für Wort
tam vikramantam
ihn, den Vorstürmenden (Akk.Sg.)
sa-gadam
mit der Keule (Akk.Sg.)
gadā-dharaḥ
der Keulenträger [Nṛsiṁha] (Nom.Sg.)
mahoragam
eine große Schlange (Akk.Sg.)
tārkṣya-sutaḥ
der Sohn des Tārkṣya [Garuḍa] (Nom.Sg.)
yathā agrahīt
wie er ergriff (3.Sg.Aor.)
saḥ tasya hasta-utkalitaḥ
er, aus dessen Hand entglitten (Nom.Sg.)
tadā asuraḥ
da der Dämon (Nom.Sg.)
vikrīḍataḥ
des Spielenden (Gen.Sg.)
yadvat
so wie (Adv.)
ahiḥ garutmataḥ
eine Schlange [aus der Hand] Garuḍas (Nom.Sg./Gen.Sg.)

asādhv amanyanta hṛtaukaso 'marā ghana-cchadā bhārata sarva-dhiṣṇya-pāḥ taṁ manyamāno nija-vīrya-śaṅkitaṁ yad-dhastam ukto nṛhariṁ mahāsuraḥ punas tam āsajjata khaḍga-carmaṇī pragṛhya vegena gata-śramo mṛdhe

Die Unsterblichen, deren Wohnstätten geraubt waren, die Hüter aller Himmelsregionen, in Wolken verborgen [zusehend], o Bhārata [Yudhiṣṭhira], missbilligten dies als unrecht. Der große Dämon aber, der meinte, der Mann-Löwe, aus dessen Hand er entkommen war, zweifle an der eigenen Tapferkeit, griff ihn im Kampf, Schwert und Schild ergreifend, mit Schwung von neuem an, als hätte er keine Erschöpfung.

Wort für Wort
a-sādhu amanyanta
sie hielten es für unrecht, missbilligten (3.Pl.Impf.Med.)
hṛta-okasaḥ amarāḥ
die Unsterblichen, deren Wohnstätten geraubt waren (Nom.Pl.)
ghana-chadāḥ
in Wolken verhüllt, verborgen (Nom.Pl.)
bhārata
o Bhārata [Yudhiṣṭhira] (Vok.Sg.)
sarva-dhiṣṇya-pāḥ
die Hüter aller Himmelsregionen (Nom.Pl.)
tam manyamānaḥ
ihn für [das] haltend (Nom.Sg.Part.)
nija-vīrya-śaṅkitam
an der eigenen Tapferkeit zweifelnd (Akk.Sg.)
yat-hastam uktaḥ
der aus dessen Hand entkommen war (Nom.Sg.)
nṛharim
den Mann-Löwen (Akk.Sg.)
mahāsuraḥ
der große Dämon (Nom.Sg.)
punaḥ tam āsajjata
er griff ihn wieder an (3.Sg.Impf.Med.)
khaḍga-carmaṇī
Schwert und Schild (Akk.Du.)
pragṛhya
ergreifend (Absolutiv)
vegena
mit Schwung (Instr.Sg.)
gata-śramaḥ
dem die Erschöpfung gewichen war [scheinbar] (Nom.Sg.)
mṛdhe
im Kampf (Lok.Sg.)

taṁ śyena-vegaṁ śata-candra-vartmabhiś carantam acchidram uparyadho hariḥ kṛtvāṭṭahāsaṁ kharam utsvanolbaṇaṁ nimīlitākṣaṁ jagṛhe mahā-javaḥ

Ihn, den [Dämon] von der Schnelligkeit eines Falken, der mit seinem hundertmondgezierten Schild sich lückenlos oben und unten bewegte, ergriff Hari, von gewaltiger Schnelligkeit, nachdem er ein schrilles, gewaltig dröhnendes Gelächter angestimmt hatte, ihn, [den Dämon] mit vor Schreck geschlossenen Augen.

Wort für Wort
tam śyena-vegam
ihn, von der Schnelligkeit eines Falken (Akk.Sg.)
śata-candra-vartmabhiḥ
mit den hundert mondförmigen Bahnen [des Schildes] (Instr.Pl.)
carantam
der sich bewegte (Akk.Sg.Part.)
a-cchidram
lückenlos (Akk.Sg.)
upari-adhaḥ
oben und unten (Adv.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)
kṛtvā aṭṭahāsam
ein schallendes Gelächter angestimmt habend (Absolutiv + Akk.)
kharam
schrill (Akk.Sg.)
utsvana-ulbaṇam
gewaltig dröhnend (Akk.Sg.)
nimīlita-akṣam
mit geschlossenen Augen [vor Schreck] (Akk.Sg.)
jagṛhe
er ergriff (3.Sg.Perf.Med.)
mahā-javaḥ
der von gewaltiger Schnelligkeit [Nṛsiṁha] (Nom.Sg.)

viṣvak sphurantaṁ grahaṇāturaṁ harir vyālo yathākhuṁ kuliśākṣata-tvacam dvāry ūrum āpatya dadāra līlayā nakhair yathāhiṁ garuḍo mahā-viṣam

Ihn, der nach allen Seiten zuckte, gequält vom Ergriffensein – dessen Haut hart wie ein Donnerkeil [war] –, wie eine Schlange eine Maus [packt], legte Hari an der Türschwelle auf seinen Schenkel und zerriss ihn spielend mit den Krallen, wie Garuḍa eine hochgiftige Schlange [zerreißt].

Wort für Wort
viṣvak sphurantam
der nach allen Seiten zuckte (Akk.Sg.Part.)
grahaṇa-āturam
gequält vom Ergriffenwerden (Akk.Sg.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)
vyālaḥ yathā ākhum
wie eine Schlange eine Maus (Nom.Sg./Akk.Sg.)
kuliśa-akṣata-tvacam
dessen Haut unversehrt hart wie ein Donnerkeil war (Akk.Sg.)
dvāri
an der Türschwelle (Lok.Sg.)
ūrum āpatya
auf den Schenkel [legend] (Absolutiv + Akk.)
dadāra
er zerriss (3.Sg.Perf.)
līlayā
spielend, mühelos (Instr.Sg.)
nakhaiḥ
mit den Krallen (Instr.Pl.)
yathā ahim garuḍaḥ mahā-viṣam
wie Garuḍa eine hochgiftige Schlange (Nom.Sg./Akk.Sg.)

saṁrambha-duṣprekṣya-karāla-locano vyāttānanāntaṁ vilihan sva-jihvayā asṛg-lavāktāruṇa-keśarānano yathāntra-mālī dvipa-hatyayā hariḥ

Mit vor Wut kaum anzusehenden, furchtbaren Augen, die Winkel seines aufgerissenen Mauls mit der eigenen Zunge leckend, das Antlitz und die rötliche Mähne mit Blutstropfen benetzt, [war] Hari [nun] wie ein [Löwe], der nach dem Töten eines Elefanten mit einer Girlande aus Eingeweiden [geschmückt ist].

Wort für Wort
saṁrambha-duṣprekṣya-karāla-locanaḥ
mit vor Wut kaum anzusehenden, furchtbaren Augen (Nom.Sg.)
vyātta-ānana-antam
die Winkel des aufgerissenen Mauls (Akk.Sg.)
vilihan
leckend (Nom.Sg.Part.)
sva-jihvayā
mit der eigenen Zunge (Instr.Sg.)
asṛk-lava-akta-aruṇa-keśara-ānanaḥ
dessen Antlitz und rötliche Mähne mit Blutstropfen benetzt waren (Nom.Sg.)
yathā antra-mālī
wie einer, der eine Girlande aus Eingeweiden [trägt] (Nom.Sg.)
dvipa-hatyayā
durch das Töten eines Elefanten (Instr.Sg.)
hariḥ
Hari (Nom.Sg.)

nakhāṅkurotpāṭita-hṛt-saroruhaṁ visṛjya tasyānucarān udāyudhān ahan samastān nakha-śastra-pāṇibhir dordaṇḍa-yūtho 'nupathān sahasraśaḥ

Nachdem er dessen Herzlotos, mit den krallenartigen Klauen herausgerissen, von sich geworfen hatte, tötete er, der mit einer Schar von Armen [ausgestattete Nṛsiṁha], alle dessen Gefolgsleute, die mit erhobenen Waffen [heranstürmten] und ihm zu Tausenden gefolgt waren, mit den Krallen als Waffen in seinen Händen.

Wort für Wort
nakha-aṅkura-utpāṭita-hṛt-saroruham
dessen Herzlotos, von den krallenartigen Klauen herausgerissen (Akk.Sg.)
visṛjya
von sich geworfen habend (Absolutiv)
tasya anucarān
dessen Gefolgsleute (Akk.Pl.)
ud-āyudhān
mit erhobenen Waffen (Akk.Pl.)
ahan
er tötete (3.Sg.Impf.)
samastān
alle (Akk.Pl.)
nakha-śastra-pāṇibhiḥ
mit den Krallen als Waffen in den Händen (Instr.Pl.)
dordaṇḍa-yūthaḥ
der mit einer Schar von Armen [Ausgestattete] (Nom.Sg.)
anupathān
die [ihm] gefolgt waren, Begleiter (Akk.Pl.)
sahasraśaḥ
zu Tausenden (Adv.)

saṭāvadhūtā jaladāḥ parāpatan grahāś ca tad-dṛṣṭi-vimuṣṭa-rociṣaḥ ambhodhayaḥ śvāsa-hatā vicukṣubhur nirhrāda-bhītā digibhā vicukruśuḥ

Die von seiner geschüttelten Mähne fortgeschleuderten Wolken flogen davon, und den Planeten wurde von seinem Blick der Glanz geraubt; die Weltmeere, von seinem Atem getroffen, wurden aufgewühlt; die Elefanten der Himmelsrichtungen, erschreckt von seinem Gebrüll, schrien laut auf.

Wort für Wort
saṭā-avadhūtāḥ
von der geschüttelten Mähne fortgeschleudert (Nom.Pl.)
jaladāḥ
die Wolken (Nom.Pl.)
parāpatan
sie flogen davon (3.Pl.Impf.)
grahāḥ ca
und die Planeten (Nom.Pl.)
tat-dṛṣṭi-vimuṣṭa-rociṣaḥ
denen von seinem Blick der Glanz geraubt war (Nom.Pl.)
ambhodhayaḥ
die Weltmeere (Nom.Pl.)
śvāsa-hatāḥ
von [seinem] Atem getroffen (Nom.Pl.)
vicukṣubhuḥ
sie wurden aufgewühlt (3.Pl.Perf.)
nirhrāda-bhītāḥ
erschreckt vom Gebrüll (Nom.Pl.)
digibhāḥ
die Elefanten der Himmelsrichtungen (Nom.Pl.)
vicukruśuḥ
sie schrien laut auf (3.Pl.Perf.)

dyaus tat-saṭotkṣipta-vimāna-saṅkulā protsarpata kṣmā ca padābhipīḍitā śailāḥ samutpetur amuṣya raṁhasā tat-tejasā khaṁ kakubho na rejire

Der Himmel, übersät von den durch seine Mähne emporgeschleuderten Flugwagen, wich zurück, und [ebenso] die Erde, von seinem Fuß niedergedrückt; die Berge sprangen durch seine Wucht empor, und durch seinen Glanz leuchteten Himmelsraum und Himmelsrichtungen nicht mehr.

Wort für Wort
dyauḥ
der Himmel (Nom.Sg.)
tat-saṭā-utkṣipta-vimāna-saṅkulā
übersät von den durch seine Mähne emporgeschleuderten Flugwagen (Nom.Sg.)
protsarpata
er wich zurück, entfernte sich (3.Sg.Impf.)
kṣmā ca
und die Erde (Nom.Sg.)
pada-abhipīḍitā
von [seinem] Fuß niedergedrückt (Nom.Sg.)
śailāḥ
die Berge (Nom.Pl.)
samutpetuḥ
sie sprangen empor (3.Pl.Perf.)
amuṣya raṁhasā
durch dessen Wucht, Geschwindigkeit (Instr.Sg.)
tat-tejasā
durch dessen Glanz (Instr.Sg.)
kham
der Himmelsraum (Nom.Sg.)
kakubhaḥ
die Himmelsrichtungen (Nom.Pl.)
na rejire
sie leuchteten nicht [mehr] (3.Pl.Perf.Med.)

tataḥ sabhāyām upaviṣṭam uttame nṛpāsane sambhṛta-tejasaṁ vibhum alakṣita-dvairatham atyamarṣaṇaṁ pracaṇḍa-vaktraṁ na babhāja kaścana

Darauf näherte sich niemand ihm, dem Mächtigen, der nun in der Versammlungshalle auf dem erhabenen Königsthron saß, dessen Glut [noch] gesammelt war, dem kein ebenbürtiger Gegner sichtbar war, dem überaus Zornigen, mit wildem Antlitz.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
sabhāyām upaviṣṭam
in der Versammlungshalle sitzend (Akk.Sg.)
uttame nṛpa-āsane
auf dem erhabenen Königsthron (Lok.Sg.)
sambhṛta-tejasam
dessen Glut gesammelt, gebändigt war (Akk.Sg.)
vibhum
den Mächtigen (Akk.Sg.)
alakṣita-dvai-ratham
dem kein zweiter Streitwagen [Gegner] sichtbar war (Akk.Sg.)
ati-amarṣaṇam
den überaus Zornigen, Unduldsamen (Akk.Sg.)
pracaṇḍa-vaktram
mit wildem, grimmigem Antlitz (Akk.Sg.)
na babhāja kaścana
niemand näherte sich (3.Sg.Perf.)

niśāmya loka-traya-mastaka-jvaraṁ tam ādi-daityaṁ hariṇā hataṁ mṛdhe praharṣa-vegotkalitānanā muhuḥ prasūna-varṣair vavṛṣuḥ sura-striyaḥ

Als die Frauen der Götter wahrnahmen, dass jener Urdämon, das Fieber im Haupte der drei Welten, von Hari im Kampf erschlagen war, [da] ließen sie, deren Antlitze sich vor der Woge der Freude aufblühend öffneten, wieder und wieder Blütenregen niederregnen.

Wort für Wort
niśāmya
wahrgenommen habend (Absolutiv)
loka-traya-mastaka-jvaram
das Fieber im Haupte der drei Welten (Akk.Sg.)
tam ādi-daityam
jenen Urdämon (Akk.Sg.)
hariṇā hatam
von Hari erschlagen (Akk.Sg.)
mṛdhe
im Kampf (Lok.Sg.)
praharṣa-vega-utkalita-ānanāḥ
deren Antlitze sich vor der Woge der Freude aufblühend öffneten (Nom.Pl.)
muhuḥ
wieder und wieder (Adv.)
prasūna-varṣaiḥ
mit Blütenregen (Instr.Pl.)
vavṛṣuḥ
sie ließen niederregnen (3.Pl.Perf.)
sura-striyaḥ
die Frauen der Götter (Nom.Pl.)

tadā vimānāvalibhir nabhastalaṁ didṛkṣatāṁ saṅkulam āsa nākinām surānakā dundubhayo 'tha jaghnire gandharva-mukhyā nanṛtur jaguḥ striyaḥ

Da wurde der Himmelsraum von Reihen der Flugwagen der Himmelsbewohner, die [Nṛsiṁha] zu sehen begehrten, überfüllt; die Kriegstrommeln und Pauken der Götter wurden geschlagen, die führenden Gandharvas tanzten, und die Frauen sangen.

Wort für Wort
tadā
dann (Adv.)
vimāna-āvalibhiḥ
mit Reihen von Flugwagen (Instr.Pl.)
nabhastalam
der Himmelsraum (Nom.Sg.)
didṛkṣatām nākinām
der [ihn] zu sehen begehrenden Himmelsbewohner (Gen.Pl.)
saṅkulam āsa
wurde überfüllt (3.Sg.Perf.)
sura-anakāḥ
die Kriegstrommeln der Götter (Nom.Pl.)
dundubhayaḥ
die Pauken (Nom.Pl.)
atha jaghnire
wurden nun geschlagen (3.Pl.Perf.Med.)
gandharva-mukhyāḥ
die führenden Gandharvas (Nom.Pl.)
nanṛtuḥ
sie tanzten (3.Pl.Perf.)
jaguḥ striyaḥ
die Frauen sangen (3.Pl.Perf.)

tatropavrajya vibudhā brahmendra-giriśādayaḥ ṛṣayaḥ pitaraḥ siddhā vidyādhara-mahoragāḥ

Dorthin herantretend, die Weisen [vibudhāḥ] – angeführt von Brahmā, Indra, Giriśa [Śiva] –, die Ṛṣis, die Ahnen [Pitṛs], die Siddhas, die Vidyādharas und die großen Schlangenwesen [Mahoragas],

Wort für Wort
tatra upavrajya
dorthin herantretend (Absolutiv)
vibudhāḥ
die Weisen, Götter (Nom.Pl.)
brahma-indra-giriśa-ādayaḥ
angeführt von Brahmā, Indra, Giriśa [Śiva] (Nom.Pl.)
ṛṣayaḥ
die Ṛṣis, Seher (Nom.Pl.)
pitaraḥ
die Ahnen (Nom.Pl.)
siddhāḥ
die Siddhas, Vollendeten (Nom.Pl.)
vidyādhara-mahoragāḥ
die Vidyādharas und großen Schlangenwesen (Nom.Pl.)

Vers 37-39 bilden einen einzigen Satz (Subjektaufzählung, die in Vers 39 mit dem Prädikat 'īḍire' abgeschlossen wird).

manavaḥ prajānāṁ patayo gandharvāpsara-cāraṇāḥ yakṣāḥ kimpuruṣās tāta vetālāḥ saha-kinnarāḥ

die Manus, die Herren der Geschöpfe [Prajāpatis], die Gandharvas, Apsaras und Cāraṇas, die Yakṣas, die Kimpuruṣas, o Lieber [tāta], die Vetālas samt den Kinnaras,

Wort für Wort
manavaḥ
die Manus (Nom.Pl.)
prajānām patayaḥ
die Herren der Geschöpfe [Prajāpatis] (Nom.Pl.)
gandharva-apsara-cāraṇāḥ
die Gandharvas, Apsaras und Cāraṇas (Nom.Pl.)
yakṣāḥ
die Yakṣas (Nom.Pl.)
kimpuruṣāḥ
die Kimpuruṣas (Nom.Pl.)
tāta
o Lieber [Anrede Nāradas an Yudhiṣṭhira] (Vok.Sg.)
vetālāḥ
die Vetālas (Nom.Pl.)
saha-kinnarāḥ
samt den Kinnaras (Nom.Pl.)

te viṣṇu-pārṣadāḥ sarve sunanda-kumudādayaḥ mūrdhni baddhāñjali-puṭā āsīnaṁ tīvra-tejasam īḍire nara-śārdūlaṁ nātidūra-carāḥ pṛthak

– sie alle, die Gefolgsleute Viṣṇus, angeführt von Sunanda und Kumuda, priesen, die Hände zum Añjali über dem Haupt gefaltet, ihn, den [dort] sitzenden, von scharfer Glut Erfüllten, den Mann-Tiger [Nṛsiṁha], einzeln, nicht allzu fern von ihm verweilend.

Wort für Wort
te
sie (Nom.Pl.)
viṣṇu-pārṣadāḥ sarve
alle Gefolgsleute Viṣṇus (Nom.Pl.)
sunanda-kumuda-ādayaḥ
angeführt von Sunanda und Kumuda (Nom.Pl.)
mūrdhni baddha-añjali-puṭāḥ
die Hände über dem Haupt zum Añjali gefaltet (Nom.Pl.)
āsīnam
den [dort] Sitzenden (Akk.Sg.)
tīvra-tejasam
den von scharfer Glut Erfüllten (Akk.Sg.)
īḍire
sie priesen, verehrten (3.Pl.Perf.Med.)
nara-śārdūlam
den Mann-Tiger [Nṛsiṁha] (Akk.Sg.)
na-ati-dūra-carāḥ
nicht allzu fern verweilend (Nom.Pl.)
pṛthak
einzeln, jeder für sich (Adv.)

śrī-brahmovāca nato 'smy anantāya duranta-śaktaye vicitra-vīryāya pavitra-karmaṇe viśvasya sarga-sthiti-saṃyamān guṇaiḥ sva-līlayā sandadhate 'vyayātmane

Śrī Brahmā sprach: Ich verneige mich vor dem Unendlichen, von unermesslicher Macht, von mannigfaltiger Tatkraft, von reinigendem Wirken – vor ihm, dessen Wesen unvergänglich ist, der durch die [drei] Erscheinungsweisen [guṇas] im eigenen Spiel Schöpfung, Erhaltung und Auflösung des Weltalls bewirkt.

Wort für Wort
śrī-brahmā uvāca
Śrī Brahmā sprach (3.Sg.Perf.)
nataḥ asmi
ich verneige mich (1.Sg.Präs. m. Part.Perf.Pass.)
anantāya
vor dem Unendlichen (Dat.Sg.)
duranta-śaktaye
von unermesslicher Macht (Dat.Sg.)
vicitra-vīryāya
von mannigfaltiger Tatkraft (Dat.Sg.)
pavitra-karmaṇe
von reinigendem Wirken (Dat.Sg.)
viśvasya
des Weltalls (Gen.Sg.)
sarga-sthiti-saṃyamān
Schöpfung, Erhaltung und Auflösung (Akk.Pl.)
guṇaiḥ
durch die [drei] Erscheinungsweisen (Instr.Pl.)
sva-līlayā
durch [sein] eigenes Spiel (Instr.Sg.)
sandadhate
bewirkt, vollzieht (Dat.Sg.Part.Med.)
a-vyaya-ātmane
dem, dessen Wesen unvergänglich ist (Dat.Sg.)

śrī-rudra uvāca kopa-kālo yugānte te hato 'yam asuro 'lpakaḥ tat-sutaṁ pāhy upasṛtaṁ bhaktaṁ te bhakta-vatsala

Śrī Rudra sprach: Die Zeit deines Zorns [gleicht] dem Ende eines Weltzeitalters – gering ist [im Vergleich dazu] dieser erschlagene Dämon. Beschütze seinen Sohn, der sich [dir] genaht hat, deinen Geweihten, o du, der die Geweihten liebt [bhakta-vatsala].

Wort für Wort
śrī-rudraḥ uvāca
Śrī Rudra sprach (3.Sg.Perf.)
kopa-kālaḥ
die Zeit [des] Zorns (Nom.Sg.)
yuga-ante
[gleich] dem Ende eines Weltzeitalters (Lok.Sg.)
te
dein (Gen.Sg.)
hataḥ ayam asuraḥ
dieser erschlagene Dämon (Nom.Sg.)
alpakaḥ
gering, klein (Nom.Sg.)
tat-sutam
seinen Sohn (Akk.Sg.)
pāhi
beschütze! (2.Sg.Imp.)
upasṛtam
der sich genaht hat (Akk.Sg.)
bhaktam
den Geweihten (Akk.Sg.)
te
dein (Gen.Sg.)
bhakta-vatsala
o du, der die Geweihten liebt (Vok.Sg.)

śrī-indra uvāca pratyānītāḥ parama bhavatā trāyatā naḥ svabhāgā daityākrāntaṁ hṛdaya-kamalaṁ tad-gṛhaṁ pratyabodhi kāla-grastaṁ kiyad idam aho nātha śuśrūṣatāṁ te muktis teṣāṁ na hi bahumatā nārasiṃhāparaiḥ kim

Śrī Indra sprach: Zurückgebracht sind, o Höchster, durch dich, den Beschützer, unsere [Opfer-]Anteile. Der vom Dämon überrannte Herzenslotos, jenes [wahre] Haus, ist [nun] wiedererwacht. Ach, wie gering ist doch das, was von der Zeit verschlungen wird, o Herr! Für jene, die dir dienen, wird selbst die Erlösung nicht sonderlich geschätzt – was [wäre dann erst zu sagen von] anderem, o Nṛsiṃha?

Wort für Wort
śrī-indraḥ uvāca
Śrī Indra sprach (3.Sg.Perf.)
pratyānītāḥ
zurückgebracht (Nom.Pl.)
parama
o Höchster (Vok.Sg.)
bhavatā trāyatā
durch dich, den Beschützer (Instr.Sg.)
naḥ svabhāgāḥ
unsere [Opfer-]Anteile (Nom.Pl.)
daitya-ākrāntam
vom Dämon überrannt (Nom.Sg.)
hṛdaya-kamalam
der Herzenslotos (Nom.Sg.)
tat-gṛham
jenes [wahre] Haus (Nom.Sg.)
pratyabodhi
ist wiedererwacht, erkannt worden (3.Sg.Aor.Pass.)
kāla-grastam
von der Zeit verschlungen (Nom.Sg.)
kiyat idam
wie gering [ist] dies (Nom.Sg.)
aho nātha
ach, o Herr (Interjektion + Vok.)
śuśrūṣatām te
für jene, die dir dienen (Gen.Pl.)
muktiḥ teṣām
die Erlösung für jene (Nom.Sg./Gen.Pl.)
na hi bahumatā
wird nicht sonderlich geschätzt (Nom.Sg.)
nārasiṃha
o Nṛsiṃha (Vok.Sg.)
aparaiḥ kim
was [gilt] von anderem (Instr.Pl. + Frage-Part.)

śrī-ṛṣaya ūcuḥ tvaṁ naḥ tapaḥ paramam āttha yad ātma-tejo yenedam ādi-puruṣātma-gataṁ sasarktha tad vipraluptam amunādya śaraṇya-pāla rakṣā-gṛhīta-vapuṣā punar anvamaṃsthāḥ

Die erhabenen Ṛṣis sprachen: Du hast uns die höchste Askesekraft gegeben, welche deine eigene Glut ist, wodurch du dies, im Ur-Menschen [Puruṣa] selbst gegründete [Askese], hervorgebracht hast. Diese war soeben von diesem [Dämon] zerstört worden – o Beschützer derer, die Zuflucht suchen, durch die zum Schutz angenommene Gestalt hast du sie wieder bestätigt.

Wort für Wort
śrī-ṛṣayaḥ ūcuḥ
die erhabenen Ṛṣis sprachen (3.Pl.Perf.)
tvam naḥ
du uns (Nom.Sg./Dat.Pl.)
tapaḥ paramam
die höchste Askesekraft (Akk.Sg.)
āttha
du hast gegeben, genannt (2.Sg.Perf.)
yat ātma-tejaḥ
welche [deine] eigene Glut [ist] (Nom.Sg.)
yena
wodurch (Instr.Sg.)
idam ādi-puruṣa-ātma-gatam
dies, im Ur-Menschen selbst gegründete (Akk.Sg.)
sasarktha
du hast hervorgebracht (2.Sg.Perf.)
tat vipraluptam
dies zerstört, geraubt (Nom.Sg.)
amunā adya
von diesem [Dämon] soeben (Instr.Sg. + Adv.)
śaraṇya-pāla
o Beschützer derer, die Zuflucht suchen (Vok.Sg.)
rakṣā-gṛhīta-vapuṣā
durch die zum Schutz angenommene Gestalt (Instr.Sg.)
punaḥ anvamaṃsthāḥ
du hast wieder bestätigt, wiederhergestellt (2.Sg.Impf.Med.)

śrī-pitara ūcuḥ śrāddhāni no 'dhibubhuje prasabhaṁ tanūjair dattāni tīrtha-samaye 'py apibat tilāmbu tasyodarān nakha-vidīrṇa-vapād ya ārcchat tasmai namo nṛharaye 'khila-dharma-goptre

Die erhabenen Pitṛs [Ahnen] sprachen: Unsere Totenopfer, die von unseren Nachkommen dargebracht wurden, verzehrte er gewaltsam; selbst zur Zeit der Pilgerriten trank er das Sesam-Wasser [unsere Wasserspenden]. Aus dessen mit den Krallen aufgerissenem Leib erreichte uns dies [wieder] heute. Verehrung ihm, dem Mann-Löwen, dem Beschützer des gesamten Dharma!

Wort für Wort
śrī-pitaraḥ ūcuḥ
die erhabenen Pitṛs sprachen (3.Pl.Perf.)
śrāddhāni naḥ
unsere Totenopfer (Akk.Pl.)
adhibubhuje
er verzehrte (3.Sg.Perf.Med.)
prasabham
gewaltsam (Adv.)
tanūjaiḥ dattāni
von [unseren] Nachkommen dargebracht (Akk.Pl.)
tīrtha-samaye
zur Zeit der Pilgerriten (Lok.Sg.)
api apibat
selbst trank er (3.Sg.Impf.)
tila-ambu
das Sesam-Wasser (Akk.Sg.)
tasya udarāt
aus dessen Bauch, Leib (Abl.Sg.)
nakha-vidīrṇa-vapāt
aus dem mit den Krallen aufgerissenen [Leib] (Abl.Sg.)
yat ārcchat
was [uns] erreichte (3.Sg.Impf.)
tasmai namaḥ
Verehrung ihm (Dat.Sg.)
nṛharaye
dem Mann-Löwen (Dat.Sg.)
akhila-dharma-goptre
dem Beschützer des gesamten Dharma (Dat.Sg.)

Sandhi-Aufloesung von 'vapād ya ārcchat' [?] leicht unsicher; Sinn (die Ahnenopfer, die im Bauch des Daemons waren, gelangen aus dessen aufgerissenem Leib zu den Pitrs) ist gesichert.

śrī-siddhā ūcuḥ yo naḥ gatiṁ yoga-siddhām asādhur ahārṣīd yoga-tapo-balena nānā darpaṁ taṁ nakhair vidadāra tasmai tubhyaṁ praṇatāḥ smo nṛsiṃha

Die erhabenen Siddhas sprachen: Der uns unseren durch Yoga vollendeten Zustand raubte, der Unlautere, mit der Kraft [seiner eigenen] Yoga-Askese – diesen, [erfüllt von] mannigfachem Hochmut, hast du mit den Krallen zerrissen. Vor dir, [der du dies vollbracht hast], verneigen wir uns, o Nṛsiṃha.

Wort für Wort
śrī-siddhāḥ ūcuḥ
die erhabenen Siddhas sprachen (3.Pl.Perf.)
yaḥ
der (Nom.Sg.Rel.-Pron.)
naḥ gatim
unseren Zustand, Weg (Akk.Sg.)
yoga-siddhām
durch Yoga vollendet (Akk.Sg.)
a-sādhuḥ
der Unlautere, Böse (Nom.Sg.)
ahārṣīt
er raubte (3.Sg.Aor.)
yoga-tapo-balena
mit der Kraft [seiner] Yoga-Askese (Instr.Sg.)
nānā darpam
[erfüllt von] mannigfachem Hochmut (Akk.Sg.)
tam
diesen (Akk.Sg.)
nakhaiḥ vidadāra
du hast mit den Krallen zerrissen (2.Sg.Perf.)
tasmai tubhyam
vor dir eben (Dat.Sg.)
praṇatāḥ smaḥ
wir verneigen uns (Nom.Pl. + 1.Pl.Präs.)
nṛsiṃha
o Nṛsiṃha (Vok.Sg.)

śrī-vidyādharā ūcuḥ vidyāṁ pṛthag dhāraṇayānurāddhāṁ nyaṣedhad ajño bala-vīrya-dṛptaḥ sa yena saṅkhye paśu-vad dhatas taṁ māyā-nṛsiṃhaṁ praṇatāḥ sma nityam

Die erhabenen Vidyādharas sprachen: Die [magische] Kunst, die jeder einzeln durch beharrliche Übung erlangt hatte, unterband er, der Unwissende, aufgeblasen von Kraft und Tapferkeit – ihn, der von diesem [Herrn] im Kampf wie ein Opfertier getötet wurde, ihn, den durch [eigene] Zaubermacht [erscheinenden] Nṛsiṃha, verneigen wir uns beständig.

Wort für Wort
śrī-vidyādharāḥ ūcuḥ
die erhabenen Vidyādharas sprachen (3.Pl.Perf.)
vidyām
die [magische] Kunst, Wissenschaft (Akk.Sg.)
pṛthak
einzeln, für sich (Adv.)
dhāraṇayā anurāddhām
durch [beharrliche] Konzentration erlangt (Akk.Sg.)
nyaṣedhat
er unterband, verbot (3.Sg.Impf.)
ajñaḥ
der Unwissende (Nom.Sg.)
bala-vīrya-dṛptaḥ
aufgeblasen von Kraft und Tapferkeit (Nom.Sg.)
saḥ yena saṅkhye
er, der im Kampf von diesem [Herrn] (Nom.Sg./Instr.Sg.)
paśu-vat hataḥ
wie ein [Opfer-]Tier getötet (Nom.Sg.)
tam māyā-nṛsiṃham
ihn, den durch [eigene] Zaubermacht [erscheinenden] Nṛsiṃha (Akk.Sg.)
praṇatāḥ sma nityam
wir verneigen uns beständig (Nom.Pl. + Adv.)

Deutung von 'māyā-nṛsiṃha' als 'der durch [göttliche] Māyā als Nṛsiṃha Erscheinende' [?] leicht interpretationsoffen; alternative Lesart: 'Nṛsiṃha, [Bezwinger] der Māyā [des Dämons]'.

śrī-nāgā ūcuḥ yena pāpena ratnāni strī-ratnāni hṛtāni naḥ tad-vakṣaḥ-pāṭanenāsāṁ dattānanda namo 'stu te

Die erhabenen Nāgas sprachen: Von dem, jenem Sündigen, wurden unsere Juwelen und Juwelen-Frauen geraubt; durch das Zerreißen seiner Brust hast du diesen [Frauen] Freude gegeben – Verehrung sei dir!

Wort für Wort
śrī-nāgāḥ ūcuḥ
die erhabenen Nāgas sprachen (3.Pl.Perf.)
yena pāpena
von dem Sündigen (Instr.Sg.)
ratnāni
die Juwelen (Nom.Pl.)
strī-ratnāni
die Juwelen-Frauen, Frauen-Juwelen (Nom.Pl.)
hṛtāni naḥ
uns geraubt (Nom.Pl.)
tat-vakṣaḥ-pāṭanena
durch das Zerreißen seiner Brust (Instr.Sg.)
āsām
diesen [Frauen] (Gen.Pl.)
datta-ānanda
Freude gegeben habend (Nom.Sg.)
namaḥ astu te
Verehrung sei dir (3.Sg.Imp. + Dat.Sg.)

śrī-manava ūcuḥ manavo vayaṁ tava nideśa-kāriṇo ditijena deva paribhūta-setavaḥ bhavatā khalaḥ sa upasaṃhṛtaḥ prabho karavāma te kim anuśādhi kiṅkarān

Die erhabenen Manus sprachen: Wir, die Manus, sind Vollstrecker deines Befehls – von dem Sohn der Diti, o Gott, wurden unsere [Ordnungs-]Grenzen zunichtegemacht. Von dir, o Herr, wurde dieser Schurke vernichtet. Was sollen wir tun? Weise uns, deine Diener, an!

Wort für Wort
śrī-manavaḥ ūcuḥ
die erhabenen Manus sprachen (3.Pl.Perf.)
manavaḥ vayam
wir, die Manus (Nom.Pl.)
tava nideśa-kāriṇaḥ
Vollstrecker deines Befehls (Nom.Pl.)
diti-jena
von dem Sohn der Diti (Instr.Sg.)
deva
o Gott (Vok.Sg.)
paribhūta-setavaḥ
deren [Ordnungs-]Grenzen zunichtegemacht wurden (Nom.Pl.)
bhavatā
von dir (Instr.Sg.)
khalaḥ saḥ
dieser Schurke (Nom.Sg.)
upasaṃhṛtaḥ
vernichtet, zurückgezogen (Nom.Sg.)
prabho
o Herr (Vok.Sg.)
karavāma te kim
was sollen wir für dich tun (1.Pl.Opt.)
anuśādhi
weise an! (2.Sg.Imp.)
kiṅkarān
[uns], die Diener (Akk.Pl.)

śrī-prajāpataya ūcuḥ prajeśā vayaṁ te pareśābhisṛṣṭā na yena prajā vai sṛjāmo niṣiddhāḥ sa eṣa tvayā bhinna-vakṣā nu śete jagan-maṅgalaṁ sattva-mūrte 'vatāraḥ

Die erhabenen Prajāpatis sprachen: Wir, die Herren der Geschöpfe, sind von dir, dem höchsten Herrn, hervorgebracht worden; von diesem [Dämon] wurden wir gehindert, Geschöpfe zu erzeugen. Dieser eben liegt nun, von dir mit zerrissener Brust, [darnieder] – [dein] der Welt heilbringendes Herabsteigen, o du in der Gestalt reinen Seins [sattva].

Wort für Wort
śrī-prajāpatayaḥ ūcuḥ
die erhabenen Prajāpatis sprachen (3.Pl.Perf.)
prajā-īśāḥ vayam
wir, die Herren der Geschöpfe (Nom.Pl.)
te para-īśa abhisṛṣṭāḥ
von dir, dem höchsten Herrn, hervorgebracht (Nom.Pl.)
na yena prajāḥ vai sṛjāmaḥ
durch den wir keine Geschöpfe erzeugen [konnten] (1.Pl.Präs.)
niṣiddhāḥ
gehindert, verboten (Nom.Pl.)
saḥ eṣaḥ
dieser eben (Nom.Sg.)
tvayā bhinna-vakṣāḥ
von dir mit zerrissener Brust (Nom.Sg.)
nu śete
liegt nun (3.Sg.Präs.)
jagat-maṅgalam
der Welt heilbringend (Nom.Sg.)
sattva-mūrte
o du in der Gestalt reinen Seins (Vok.Sg.)
avatāraḥ
das Herabsteigen, die Herabkunft (Nom.Sg.)

śrī-gandharvā ūcuḥ vayaṁ vibho te naṭa-nāṭya-gāyakā yenātmasād vīrya-balaujasā kṛtāḥ sa eṣa nīto bhavatā daśām imāṁ kim utpatha-sthaḥ kuśalāya kalpate

Die erhabenen Gandharvas sprachen: Wir, o Herrscher, [waren] deine Tänzer, Schauspieler und Sänger, die durch [seine] Tatkraft, Stärke und Macht sich [uns] unterworfen hatte. Dieser eben ist nun von dir in diesen Zustand gebracht worden – kann denn, wer auf dem Irrweg steht, je zum Heil gelangen?

Wort für Wort
śrī-gandharvāḥ ūcuḥ
die erhabenen Gandharvas sprachen (3.Pl.Perf.)
vayam vibho
wir, o Herrscher (Nom.Pl. + Vok.Sg.)
te naṭa-nāṭya-gāyakāḥ
deine Tänzer, Schauspieler und Sänger (Nom.Pl.)
yena ātmasāt kṛtāḥ
die von ihm sich [selbst] unterworfen wurden (Nom.Pl.)
vīrya-bala-ojasā
durch [seine] Tatkraft, Stärke und Macht (Instr.Sg.)
saḥ eṣaḥ
dieser eben (Nom.Sg.)
nītaḥ bhavatā
von dir gebracht (Nom.Sg.)
daśām imām
in diesen Zustand (Akk.Sg.)
kim
[ob] wohl (Frage-Part.)
utpatha-sthaḥ
wer auf dem Irrweg steht (Nom.Sg.)
kuśalāya kalpate
gelangt zum Heil (3.Sg.Präs.)

śrī-cāraṇā ūcuḥ hare tavāṅghri-paṅkajaṁ bhavāpavargam āśritāḥ yad eṣa sādhu-hṛc-chayas tvayāsuraḥ samāpitaḥ

Die erhabenen Cāraṇas sprachen: O Hari, wir haben Zuflucht genommen zu deinem Lotosfuß, der von der Daseinsfessel befreit; denn dieser Dämon, der wie [ein Dorn] im Herzen der Guten lag, wurde von dir zu einem Ende gebracht.

Wort für Wort
śrī-cāraṇāḥ ūcuḥ
die erhabenen Cāraṇas sprachen (3.Pl.Perf.)
hare
o Hari (Vok.Sg.)
tava aṅghri-paṅkajam
zu deinem Lotosfuß (Akk.Sg.)
bhava-apavargam
der von [der Fessel des] Daseins befreit (Akk.Sg.)
āśritāḥ
wir haben Zuflucht genommen (Nom.Pl.)
yat eṣaḥ
weil dieser (Nom.Sg.)
sādhu-hṛt-śayaḥ
der [wie ein Dorn] im Herzen der Guten lag (Nom.Sg.)
tvayā asuraḥ
der Dämon von dir (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
samāpitaḥ
zu Ende gebracht, vollendet (Nom.Sg.)

śrī-yakṣā ūcuḥ vayam anucara-mukhyāḥ karmabhis te manojñais ta iha diti-sutena prāpitā vāhakatvam sa tu jana-paritāpaṁ tat-kṛtaṁ jānatā te narahara upanītaḥ pañcatāṁ pañca-viṃśa

Die erhabenen Yakṣas sprachen: Wir, deine vornehmsten Gefolgsleute durch dir wohlgefällige Dienste, wurden hier von dem Sohn der Diti zum Trägerdienst gezwungen. Er aber wurde, da du, o Mann-Löwe, o Fünfundzwanzigster [Prinzip], die von ihm verursachte Qual der Menschen kanntest, dem Tode zugeführt.

Wort für Wort
śrī-yakṣāḥ ūcuḥ
die erhabenen Yakṣas sprachen (3.Pl.Perf.)
vayam anucara-mukhyāḥ
wir, die vornehmsten Gefolgsleute (Nom.Pl.)
karmabhiḥ te manojñaiḥ
durch dir wohlgefällige Dienste (Instr.Pl.)
te iha
wir hier (Nom.Pl. + Adv.)
diti-sutena
von dem Sohn der Diti (Instr.Sg.)
prāpitāḥ vāhakatvam
zum Trägerdienst gezwungen (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
saḥ tu
er aber (Nom.Sg.)
jana-paritāpam
die Qual der Menschen (Akk.Sg.)
tat-kṛtam
von ihm verursacht (Akk.Sg.)
jānatā te
da du [sie] kanntest (Instr.Sg.Part.)
narahara
o Mann-Löwe (Vok.Sg.)
upanītaḥ pañcatām
dem Tode zugeführt (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
pañca-viṃśa
o Fünfundzwanzigster [Sāṅkhya-Prinzip des reinen Puruṣa] (Vok.Sg.)

śrī-kimpuruṣā ūcuḥ vayaṁ kimpuruṣās tvaṁ tu mahā-puruṣa īśvaraḥ ayaṁ kupuruṣo naṣṭo dhik-kṛtaḥ sādhubhir yadā

Die erhabenen Kimpuruṣas sprachen: Wir sind [nur] Kimpuruṣas ['Was-für-Menschen'], du aber bist der Groß-Mensch [Mahāpuruṣa], der Herrscher; dieser Unmensch [Kupuruṣa] ist [nun] zugrunde gegangen, [da er] von den Guten verachtet worden war.

Wort für Wort
śrī-kimpuruṣāḥ ūcuḥ
die erhabenen Kimpuruṣas sprachen (3.Pl.Perf.)
vayam kimpuruṣāḥ
wir [sind nur] Kimpuruṣas (Nom.Pl.)
tvam tu
du aber (Nom.Sg.)
mahā-puruṣaḥ
der Groß-Mensch (Nom.Sg.)
īśvaraḥ
der Herrscher (Nom.Sg.)
ayam kupuruṣaḥ
dieser Unmensch, Übelmensch (Nom.Sg.)
naṣṭaḥ
zugrunde gegangen (Nom.Sg.)
dhik-kṛtaḥ
verachtet, mit 'Pfui!' bedacht (Nom.Sg.)
sādhubhiḥ yadā
als/da von den Guten (Instr.Pl. + Konj.)

śrī-vaitālikā ūcuḥ sabhāsu satreṣu tavāmalaṁ yaśo gītvā saparyāṁ mahatīṁ labhāmahe yas tām anaiṣīd vaśam eṣa durjano dviṣṭyā hatas te bhagavan yathāmayaḥ

Die erhabenen Vaitālikas sprachen: In Versammlungen und Opferfesten, deinen makellosen Ruhm besingend, erlangen wir große Verehrung – der [Dämon], der dies unter seine Gewalt gebracht hatte, dieser Bösewicht ist nun, zum Glück, von dir getötet, o Herr, so wie [man] eine Krankheit [vertreibt].

Wort für Wort
śrī-vaitālikāḥ ūcuḥ
die erhabenen Vaitālikas sprachen (3.Pl.Perf.)
sabhāsu satreṣu
in Versammlungen und Opferfesten (Lok.Pl.)
tava amalam yaśaḥ
deinen makellosen Ruhm (Akk.Sg.)
gītvā
besingend (Absolutiv)
saparyām mahatīm
große Verehrung (Akk.Sg.)
labhāmahe
wir erlangen (1.Pl.Präs.Med.)
yaḥ tām anaiṣīt vaśam
der [Dämon], der dies unter seine Gewalt brachte (Nom.Sg. + 3.Sg.Aor.)
eṣa durjanaḥ
dieser Bösewicht (Nom.Sg.)
dviṣṭyā
zum Glück (Adv.)
hataḥ te bhagavan
von dir getötet, o Herr (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Vok.Sg.)
yathā āmayaḥ
wie eine Krankheit [vertrieben wird] (Adv. + Nom.Sg.)

śrī-kinnarā ūcuḥ vayam īśa kinnara-gaṇās tavānugā diti-jena viṣṭim amunānukāritāḥ bhavatā hare sa vṛjino 'vasādito narasiṃha nātha vibhavāya no bhava

Die erhabenen Kinnaras sprachen: Wir, o Herrscher, die Schar der Kinnaras, deine Gefolgsleute, wurden von diesem Sohn der Diti zu Frondienst gezwungen. Von dir, o Hari, wurde dieser Übeltäter zunichtegemacht – o Nṛsiṃha, o Herr, werde [nun wieder] zu unserem Wohlergehen!

Wort für Wort
śrī-kinnarāḥ ūcuḥ
die erhabenen Kinnaras sprachen (3.Pl.Perf.)
vayam īśa
wir, o Herrscher (Nom.Pl. + Vok.Sg.)
kinnara-gaṇāḥ
die Schar der Kinnaras (Nom.Pl.)
tava anugāḥ
deine Gefolgsleute (Nom.Pl.)
diti-jena
von dem Sohn der Diti (Instr.Sg.)
viṣṭim
zu Frondienst (Akk.Sg.)
amunā anukāritāḥ
von diesem gezwungen (Nom.Pl.)
bhavatā hare
von dir, o Hari (Instr.Sg. + Vok.Sg.)
saḥ vṛjinaḥ
dieser Übeltäter (Nom.Sg.)
avasāditaḥ
zunichtegemacht, vernichtet (Nom.Sg.)
narasiṃha nātha
o Nṛsiṃha, o Herr (Vok.Sg.)
vibhavāya naḥ bhava
werde zu unserem Wohlergehen (2.Sg.Imp.)

śrī-viṣṇu-pārṣadā ūcuḥ adyaitad dhari-nara-rūpam adbhutaṁ te dṛṣṭaṁ naḥ śaraṇa-da sarva-loka-śarma so 'yaṁ te vidhi-kara īśa vipra-śaptas tasyedaṁ nidhanam anugrahāya vidmaḥ

Die erhabenen Gefolgsleute Viṣṇus sprachen: Heute haben wir diese deine wunderbare Löwe-Mensch-Gestalt gesehen, o Gewährer von Zuflucht, du Wohl aller Welten. Dieser da war dein [eigener] Türhüter, o Herr, von einem Brahmanen verflucht [und so zum Dämon geworden] – diesen seinen Tod erkennen wir als [Akt deiner] Gnade.

Wort für Wort
śrī-viṣṇu-pārṣadāḥ ūcuḥ
die erhabenen Gefolgsleute Viṣṇus sprachen (3.Pl.Perf.)
adya etat
heute dies (Adv. + Nom.Sg.)
hari-nara-rūpam
die Löwe-Mensch-Gestalt (Nom.Sg.)
adbhutam te
deine wunderbare (Nom.Sg. + Gen.Sg.)
dṛṣṭam naḥ
von uns gesehen (Nom.Sg.)
śaraṇa-da
o Gewährer von Zuflucht (Vok.Sg.)
sarva-loka-śarma
du Wohl aller Welten (Vok.Sg.)
saḥ ayam te vidhi-karaḥ
dieser da war dein Diener, Türhüter (Nom.Sg.)
īśa
o Herr (Vok.Sg.)
vipra-śaptaḥ
von einem Brahmanen verflucht (Nom.Sg.)
tasya idam nidhanam
dieser sein Tod (Nom.Sg.)
anugrahāya vidmaḥ
wir erkennen als [Akt der] Gnade (Dat.Sg. + 1.Pl.Präs.)

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