Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 140 Hiraṇyakaśipu, König der Dämonen

śrī-nārada uvāca bhrātary evaṃ vinihate hariṇā kroḍamūrtinā hiraṇyakaśipū rājan paryatapyad ruṣā śucā

Śrī Nārada sprach: Als der Bruder so von Hari, der die Gestalt eines Ebers angenommen hatte, getötet worden war, o König, quälte sich Hiraṇyakaśipu vor Zorn und Kummer.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada sprach (3.Sg.Perf.)
bhrātari
beim Bruder (Lok.Sg.)
evam
so, derart (Adv.)
vinihate
als getötet war (Lok.Sg., PPP von vi-ni-√han)
hariṇā
durch Hari (Instr.Sg.)
kroḍa-mūrtinā
der die Eber-Gestalt hatte (Instr.Sg., Bahuvrīhi)
hiraṇyakaśipuḥ
Hiraṇyakaśipu (Nom.Sg.)
rājan
o König (Vok.Sg.)
paryatapyat
er quälte sich, brannte vor Schmerz (3.Sg.Impf.Ātm., pari-√tap)
ruṣā
vor Zorn (Instr.Sg.)
śucā
vor Kummer (Instr.Sg.)

āha cedaṃ ruṣā pūrṇaḥ sandaṣṭadaśanacchadaḥ kopojjvaladbhyāṃ cakṣurbhyāṃ nirīkṣan dhūmramambaram

Und von Zorn erfüllt, die Lippen fest zusammengebissen, sprach er dies, während er mit seinen vor Zorn lodernden Augen den [wie] rauchfarben [erscheinenden] Himmel anblickte.

Wort für Wort
āha
er sprach (3.Sg.Perf., √ah)
ca
und
idam
dies (Akk.Sg.)
ruṣā
von Zorn (Instr.Sg.)
pūrṇaḥ
erfüllt (Nom.Sg.)
sandaṣṭa-daśana-cchadaḥ
dessen Lippen zusammengebissen waren (Nom.Sg., Bahuvrīhi: 'Zahndecke'=Lippe)
kopa-ujjvaladbhyām
die vor Zorn loderten (Instr.Dual, Präs.-Part.)
cakṣurbhyām
mit den [beiden] Augen (Instr.Dual)
nirīkṣan
anblickend (Nom.Sg., Präs.-Part. von nir-īkṣ)
dhūmram
rauchfarben (Akk.Sg.n.)
ambaram
den Himmel/die Luft (Akk.Sg.)

karāladaṃṣṭrogradṛṣṭyā duṣprekṣyabhrukuṭīmukhaḥ śūlamudyamya sadasi dānavān idamabravīt

Mit furchterregendem Blick und schrecklichen Hauzähnen, sein Gesicht durch die gerunzelte Braue unerträglich anzuschauen, erhob er den Dreizack in der Versammlung und sprach dies zu den Dānavas:

Wort für Wort
karāla-daṃṣṭra-ugra-dṛṣṭyā
mit furchtbaren Hauern und schrecklichem Blick (Instr.Sg.)
duṣprekṣya-bhrukuṭī-mukhaḥ
dessen Gesicht durch die gerunzelte Braue unerträglich anzuschauen war (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
śūlam
den Dreizack/Speer (Akk.Sg.)
udyamya
erhebend (Absolutiv, ud-√yam)
sadasi
in der Versammlung (Lok.Sg.)
dānavān
zu den Dānavas (Akk.Pl.)
idam
dies (Akk.Sg.)
abravīt
er sprach (3.Sg.Impf., √brū)

bho bho dānavadaiteyā dvimūrdhaṃstryakṣa śambara śatabāho hayagrīva namuce pāka ilvala

He, he, ihr Dānavas und Daityas! O Dvimūrdhan, o Tryakṣa, Śambara, Śatabāhu, Hayagrīva, Namuci, Pāka, Ilvala,

Wort für Wort
bho bho
he, he (Anrede)
dānava-daiteyāḥ
ihr Dānavas und Daityas (Vok.Pl.)
dvimūrdhan
o Zweiköpfiger [Eigenname] (Vok.Sg.)
tryakṣa
o Dreiäugiger [Eigenname] (Vok.Sg.)
śambara
o Śambara (Vok.Sg.)
śatabāho
o Hundertarmiger [Eigenname] (Vok.Sg.)
hayagrīva
o Pferdehalsiger [Eigenname] (Vok.Sg.)
namuce
o Namuci (Vok.Sg.)
pāka
o Pāka (Vok.Sg.)
ilvala
o Ilvala (Vok.Sg.)

Aufzählung von Namen der Dānava-/Daitya-Anführer.

vipracitte mama vacaḥ puloman śakunādayaḥ śṛṇutānantaraṃ sarve kriyatāmāśu mā ciram

o Vipracitti, Puloman, und ihr mit Śakuna an der Spitze - hört alle sogleich mein Wort, und es werde rasch getan, ohne Verzug!

Wort für Wort
vipracitte
o Vipracitti (Vok.Sg.)
mama
mein (Gen.Sg.)
vacaḥ
Wort (Akk.Sg.n.)
puloman
o Puloman (Vok.Sg.)
śakuna-ādayaḥ
und ihr mit Śakuna an der Spitze (Vok./Nom.Pl.)
śṛṇuta
hört! (2.Pl.Imp., √śru)
anantaram
sogleich, unverzüglich (Adv.)
sarve
alle (Vok.Pl.)
kriyatām
es werde getan (3.Sg.Pass.-Imp., √kṛ)
āśu
schnell (Adv.)
mā ciram
nicht lange, ohne Verzug

sapatnairghātitaḥ kṣudrairbhrātā me dayitaḥ suhṛt pārṣṇigrāheṇa hariṇā samenāpyupadhāvanaiḥ

Mein geliebter Bruder, mir stets wohlgesinnt, wurde von niederträchtigen Rivalen getötet - von Hari, der wie ein Hinterhalt-Angreifer, obgleich [scheinbar] neutral, durch vorgetäuschte Annäherungen [handelte].

Wort für Wort
sapatnaiḥ
durch die Rivalen/Feinde (Instr.Pl.)
ghātitaḥ
getötet (Nom.Sg., Kaus.-PPP von √han)
kṣudraiḥ
durch die Niederträchtigen (Instr.Pl.)
bhrātā
der Bruder (Nom.Sg.)
me
mein (Gen.Sg.)
dayitaḥ
geliebt (Nom.Sg.)
suhṛt
der Wohlgesinnte, Freund (Nom.Sg.)
pārṣṇigrāheṇa
durch den Hinterhalt-/Rückenangreifer (Instr.Sg., militärtechn. Begriff)
hariṇā
durch Hari (Instr.Sg.)
samena
durch den [scheinbar] Neutralen (Instr.Sg.)
api
obgleich, sogar
upadhāvanaiḥ
durch [vorgetäuschte] Annäherungen/Ergebenheitsbezeigungen (Instr.Pl.)

'pārṣṇigrāha' und 'sama' sind Termini der altindischen Staatslehre (Arthaśāstra) für Angreifer im Rücken bzw. neutrale Könige; Hiraṇyakaśipu wirft Hari damit politische Heimtücke vor.

tasya tyaktasvabhāvasya ghṛṇermāyāvanaukasaḥ bhajantaṃ bhajamānasya bālasyevāsthirātmanaḥ

Er, der seine [wahre] Wesensart aufgegeben hat, der [angeblich] Mitleidsvolle [?], der im Wald der Täuschung (māyā) wohnt - er, der gegenüber [meinem Bruder], der ihm diente, sich wie ein wankelmütiges Kind verhielt,

Wort für Wort
tasya
von jenem, dessen (Gen.Sg., bezogen auf Hari)
tyakta-svabhāvasya
der seine [wahre] Wesensart aufgegeben hat (Gen.Sg., Bahuvrīhi)
ghṛṇeḥ
des [angeblich] Mitleidsvollen (Gen.Sg.) [?]
māyā-vana-okasaḥ
der im Wald der Täuschung wohnt (Gen.Sg., Bahuvrīhi)
bhajantam
den Dienenden/Verehrenden [meinen Bruder] (Akk.Sg., Präs.-Part.)
bhajamānasya
des sich [ihm scheinbar] Hingebenden (Gen.Sg., Med.-Part. von √bhaj)
bālasya iva
wie eines Kindes (Gen.Sg.)
asthira-ātmanaḥ
dessen Gemüt unstet ist (Gen.Sg., Bahuvrīhi)

Satz setzt sich in Vers 8 fort; 'ghṛṇeḥ' hier vermutlich sarkastisch im Sinne von 'des angeblich Mitleidsvollen' gebraucht.

macchūlabhinnagrīvasya bhūriṇā rudhireṇa vai asṛkpriyaṃ tarpayiṣye bhrātaraṃ me gatavyathaḥ

- dessen Hals von meinem Speer durchbohrt sein wird -, mit seinem reichlich fließenden Blut werde ich meinen blutliebenden Bruder befriedigen und so von meiner Qual befreit sein.

Wort für Wort
mat-śūla-bhinna-grīvasya
dessen Hals von meinem Speer durchbohrt ist (Gen.Sg., Bahuvrīhi)
bhūriṇā
mit dem reichlichen (Instr.Sg.)
rudhireṇa
mit Blut (Instr.Sg.)
vai
fürwahr
asṛk-priyam
den Blutliebenden (Akk.Sg.)
tarpayiṣye
ich werde befriedigen/zufriedenstellen (1.Sg.Fut.Med., Kaus. von √tṛp)
bhrātaram
den Bruder (Akk.Sg.)
me
meinen (Gen.Sg.)
gatavyathaḥ
frei von Qual geworden (Nom.Sg., Bahuvrīhi, bezogen auf das Subjekt 'ich')

Bild eines Blut-Totenopfers (tarpaṇa) für den gefallenen Bruder Hiraṇyākṣa, der als 'blutliebend' charakterisiert wird.

tasmin kūṭe 'hite naṣṭe kṛttamūle vanaspatau viṭapā iva śuṣyanti viṣṇuprāṇā divaukasaḥ

Wenn jener Betrüger und Feind zugrunde gegangen ist wie ein Baum, dessen Wurzel abgeschnitten wurde, dann werden die Götter, deren Lebenskraft Viṣṇu ist, verdorren wie seine Zweige.

Wort für Wort
tasmin
wenn jener (Lok.Sg.)
kūṭe
der Betrüger, Hinterlistige (Lok.Sg.)
ahite
der Feind (Lok.Sg.)
naṣṭe
zugrunde gegangen (Lok.Sg., PPP)
kṛtta-mūle
dessen Wurzel abgeschnitten ist (Lok.Sg., Bahuvrīhi)
vanaspatau
beim [wie ein] Baum (Lok.Sg., Metapher für Hari)
viṭapāḥ iva
wie die Zweige (Nom.Pl.)
śuṣyanti
sie verdorren (3.Pl.Präs.)
viṣṇu-prāṇāḥ
deren Lebenskraft Viṣṇu ist (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
divaukasaḥ
die Himmelsbewohner, Götter (Nom.Pl.)

tāvadyāta bhuvaṃ yūyaṃ brahmakṣatrasamedhitām sūdayadhvaṃ tapoyajña svādhyāyavratadāninaḥ

Geht derweil sogleich zur Erde, die durch Brahmanen und Kṣatriyas gedeiht, und vernichtet dort jene, die sich der Askese, dem Opfer, dem Vedenstudium und frommen Gelübden hingeben!

Wort für Wort
tāvat
solange, inzwischen
yāta
geht! (2.Pl.Imp., √yā)
bhuvam
zur Erde (Akk.Sg.)
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
brahma-kṣatra-samedhitām
die durch Brahmanen und Kṣatriyas gedeiht (Akk.Sg.f.)
sūdayadhvam
vernichtet! (2.Pl.Imp.Kaus.)
tapaḥ-yajña-svādhyāya-vrata-dāninaḥ
die sich Askese, Opfer, Vedenstudium und Gelübden hingeben (Akk.Pl.)

viṣṇurdvijakriyāmūlo yajño dharmamayaḥ pumān devarṣipitṛbhūtānāṃ dharmasya ca parāyaṇam

Viṣṇu, dessen Wurzel die [rituellen] Handlungen der Zweifachgeborenen sind, ist das Opfer [selbst], die aus Dharma bestehende [höchste] Person, die höchste Zuflucht der Götter, Weisen, Ahnen und aller Wesen, sowie des Dharma [selbst].

Wort für Wort
viṣṇuḥ
Viṣṇu (Nom.Sg.)
dvija-kriyā-mūlaḥ
dessen Wurzel die Riten der Zweifachgeborenen sind (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
yajñaḥ
das Opfer (Nom.Sg.)
dharma-mayaḥ
aus Dharma bestehend (Nom.Sg.)
pumān
die [höchste] Person (Nom.Sg.)
deva-ṛṣi-pitṛ-bhūtānām
der Götter, Weisen, Ahnen und Wesen (Gen.Pl.)
dharmasya
des Dharma (Gen.Sg.)
ca
und
parāyaṇam
die höchste Zuflucht (Nom.Sg.n.)

yatra yatra dvijā gāvo vedā varṇāśramakriyāḥ taṃ taṃ janapadaṃ yāta sandīpayata vṛścata

Wo immer Brahmanen, Kühe, die Veden und die Riten der [vier] Stände und Lebensstufen [zu finden sind], geht in jenes Land, setzt es in Brand und verwüstet es!

Wort für Wort
yatra yatra
wo immer
dvijāḥ
Zweifachgeborene, Brahmanen (Nom.Pl.)
gāvaḥ
Kühe (Nom.Pl.)
vedāḥ
die Veden (Nom.Pl.)
varṇāśrama-kriyāḥ
die Riten der Stände und Lebensstufen (Nom.Pl.)
tam tam
dorthin, in jenes (Akk.Sg., wiederholt)
janapadam
das Land (Akk.Sg.)
yāta
geht! (2.Pl.Imp.)
sandīpayata
entzündet, setzt in Brand! (2.Pl.Imp.Kaus.)
vṛścata
verwüstet, zerhaut! (2.Pl.Imp., √vraśc)

iti te bhartṛnirdeśamādāya śirasādṛtāḥ tathā prajānāṃ kadanaṃ vidadhuḥ kadanapriyāḥ

So nahmen sie, respektvoll, den Befehl ihres Herrn gleichsam auf dem Haupt entgegen, und diese, die am Verderben Gefallen fanden, vollbrachten ebenso das Verderben der Untertanen.

Wort für Wort
iti
so
te
sie (Nom.Pl.)
bhartṛ-nirdeśam
den Befehl des Herrn (Akk.Sg.)
ādāya
annehmend (Absolutiv, ā-√dā)
śirasā
mit dem Haupt (Instr.Sg., ehrerbietig)
ādṛtāḥ
geehrt, respektvoll (Nom.Pl.)
tathā
so, ebenso
prajānām
der Untertanen (Gen.Pl.)
kadanam
das Verderben (Akk.Sg.)
vidadhuḥ
sie vollbrachten (3.Pl.Perf., vi-√dhā)
kadana-priyāḥ
die am Verderben Gefallen finden (Nom.Pl., Bahuvrīhi)

puragrāmavrajodyāna kṣetrārāmāśramākarān kheṭakharvaṭaghoṣāṃśca dadahuḥ pattanāni ca

Sie verbrannten Städte, Dörfer, Kuhpferche, Gärten, Felder, Parkanlagen, Einsiedeleien und Bergwerke, Marktflecken, kleine Städte, Hirtenlager und auch Hafenstädte.

Wort für Wort
pura-grāma-vraja-udyāna-kṣetra-ārāma-āśrama-ākarān
Städte, Dörfer, Kuhpferche, Gärten, Felder, Parkanlagen, Einsiedeleien, Minen (Akk.Pl.)
kheṭa-kharvaṭa-ghoṣān
Marktflecken, kleine Städte, Hirtenlager (Akk.Pl.)
ca
und
dadahuḥ
sie verbrannten (3.Pl.Perf., √dah)
pattanāni
Hafenstädte (Akk.Pl.n.)
ca
und

kecit khanitrairbibhiduḥ setuprākāragopurān ājīvyāṃścicchidurvṛkṣān kecit paraśupāṇayaḥ prādahan śaraṇānyeke prajānāṃ jvalitolmukaiḥ

Manche zerstörten mit Spaten Dämme, Stadtmauern und Torbauten; manche, eine Axt in der Hand, fällten die dem Lebensunterhalt dienenden Bäume; andere verbrannten mit lodernden Feuerbränden die Wohnstätten der Untertanen.

Wort für Wort
kecit
manche (Nom.Pl.)
khanitraiḥ
mit Grabwerkzeugen, Spaten (Instr.Pl.)
bibhiduḥ
sie zerstörten (3.Pl.Perf., √bhid)
setu-prākāra-gopurān
Dämme, Stadtmauern, Torbauten (Akk.Pl.)
ājīvyān
die dem Lebensunterhalt dienenden (Akk.Pl.)
cicchiduḥ
sie fällten (3.Pl.Perf., √chid)
vṛkṣān
Bäume (Akk.Pl.)
kecit
manche (Nom.Pl.)
paraśu-pāṇayaḥ
die eine Axt in der Hand hatten (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
prādahan
sie verbrannten (3.Pl.Impf., pra-√dah)
śaraṇāni
die Wohnstätten (Akk.Pl.n.)
eke
manche, andere (Nom.Pl.)
prajānām
der Untertanen (Gen.Pl.)
jvalita-ulmukaiḥ
mit lodernden Feuerbränden (Instr.Pl.)

evaṃ viprakṛte loke daityendrānucarairmuhuḥ divaṃ devāḥ parityajya bhuvi ceruralakṣitāḥ

Als die Welt so beständig durch die Gefolgsleute des Daitya-Herrschers versehrt wurde, verließen die Götter den Himmel und wandelten unerkannt auf der Erde umher.

Wort für Wort
evam
so
viprakṛte
versehrt, geschädigt (Lok.Sg.)
loke
die Welt (Lok.Sg.)
daitya-indra-anucaraiḥ
durch die Gefolgsleute des Daitya-Herrschers (Instr.Pl.)
muhuḥ
wiederholt, beständig
divam
den Himmel (Akk.Sg.)
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
parityajya
verlassend (Absolutiv)
bhuvi
auf der Erde (Lok.Sg.)
ceruḥ
sie wandelten umher (3.Pl.Perf., √car)
alakṣitāḥ
unerkannt (Nom.Pl.)

hiraṇyakaśipurbhrātuḥ samparetasya duḥkhitaḥ kṛtvā kaṭodakādīni bhrātṛputrān asāntvayat

Hiraṇyakaśipu, betrübt über den Tod seines Bruders, vollzog die Totenwasser-Zeremonie und die übrigen Riten und tröstete dann seine Neffen.

Wort für Wort
hiraṇyakaśipuḥ
Hiraṇyakaśipu (Nom.Sg.)
bhrātuḥ
des Bruders (Gen.Sg.)
samparetasya
des Verstorbenen (Gen.Sg.)
duḥkhitaḥ
betrübt (Nom.Sg.)
kṛtvā
nachdem er vollzogen hatte (Absolutiv, √kṛ)
kaṭa-udaka-ādīni
die Totenwasser-Zeremonie u.a. Riten (Akk.Pl.n.)
bhrātṛ-putrān
die Söhne des Bruders, Neffen (Akk.Pl.)
asāntvayat
er tröstete (3.Sg.Impf.Kaus., sam-√tvan)

śakuniṃ śambaraṃ dhṛṣṭiṃ bhūtasantāpanaṃ vṛkam kālanābhaṃ mahānābhaṃ hariśmaśrumathotkacam

[nämlich] Śakuni, Śambara, Dhṛṣṭi, Bhūtasantāpana, Vṛka, Kālanābha, Mahānābha, Hariśmaśru und Utkaca.

Wort für Wort
śakunim
Śakuni (Akk.Sg.)
śambaram
Śambara (Akk.Sg.)
dhṛṣṭim
Dhṛṣṭi (Akk.Sg.)
bhūtasantāpanam
Bhūtasantāpana (Akk.Sg.)
vṛkam
Vṛka (Akk.Sg.)
kālanābham
Kālanābha (Akk.Sg.)
mahānābham
Mahānābha (Akk.Sg.)
hariśmaśru
Hariśmaśru (Akk.Sg.)
atha
und, ferner
utkacam
Utkaca (Akk.Sg.)

Namen der neun Söhne Hiraṇyākṣas (Objekte zu 'asāntvayat' in Vers 17).

tanmātaraṃ ruṣābhānuṃ ditiṃ ca jananīṃ girā ślakṣṇayā deśakālajña idamāha janeśvara

Zu deren Mutter Ruṣābhānu und zu Diti, seiner eigenen Mutter, sprach er, kundig von rechtem Ort und rechter Zeit, mit sanfter Stimme dies, o Herrscher der Menschen [Yudhiṣṭhira].

Wort für Wort
tat-mātaram
deren Mutter (Akk.Sg.)
ruṣābhānum
Ruṣābhānu (Akk.Sg., Eigenname)
ditim
Diti (Akk.Sg.)
ca
und
jananīm
die [eigene] Mutter (Akk.Sg.)
girā
mit Rede (Instr.Sg.)
ślakṣṇayā
sanft, mild (Instr.Sg.)
deśa-kāla-jñaḥ
kundig von Ort und Zeit (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
idam
dies (Akk.Sg.)
āha
er sprach (3.Sg.Perf.)
janeśvara
o Herrscher der Menschen (Vok.Sg., Anrede Nāradas an Yudhiṣṭhira)

śrīhiraṇyakaśipuruvāca ambāmba he vadhūḥ putrā vīraṃ mārhatha śocitum riporabhimukhe ślāghyaḥ śūrāṇāṃ vadha īpsitaḥ

Śrī Hiraṇyakaśipu sprach: O Mutter, Mutter! O Schwägerin! O Söhne! Ihr solltet den Helden nicht betrauern - der Tod im Angesicht des Feindes ist für Helden rühmenswert und ersehnt.

Wort für Wort
śrī-hiraṇyakaśipuḥ uvāca
Śrī Hiraṇyakaśipu sprach
amba amba
o Mutter, Mutter (Vok.Sg., wiederholt)
he vadhūḥ
o Schwägerin (Vok.Sg.)
putrāḥ
o Söhne (Vok.Pl.)
vīram
den Helden (Akk.Sg.)
mā arhatha
ihr solltet nicht (Prohibitiv, 2.Pl.Präs.)
śocitum
zu beklagen (Infinitiv)
ripoḥ abhimukhe
dem Feind gegenüber (Lok.Sg.)
ślāghyaḥ
rühmenswert (Nom.Sg.)
śūrāṇām
der Helden (Gen.Pl.)
vadhaḥ
der Tod (Nom.Sg.)
īpsitaḥ
erwünscht (Nom.Sg.)

bhūtānāmiha saṃvāsaḥ prapāyāmiva suvrate daivenaikatra nītānāmunnītānāṃ svakarmabhiḥ

O Tugendhafte, das Zusammensein der Lebewesen in dieser Welt ist wie das Zusammentreffen von Reisenden an einer Wasserstelle: durch das Schicksal werden sie an einem Ort zusammengeführt und durch ihre eigenen früheren Taten wieder weggeführt.

Wort für Wort
bhūtānām
der Lebewesen (Gen.Pl.)
iha
hier, in dieser Welt
saṃvāsaḥ
das Zusammenwohnen (Nom.Sg.)
prapāyām iva
wie an einer Wasserstelle (Lok.Sg.)
suvrate
o Tugendhafte (Vok.Sg.)
daivena
durch das Schicksal (Instr.Sg.)
ekatra
an einem Ort
nītānām
derer, die zusammengeführt wurden (Gen.Pl., PPP)
unnītānām
derer, die weggeführt werden (Gen.Pl., PPP)
sva-karmabhiḥ
durch die eigenen Taten (Instr.Pl.)

nitya ātmāvyayaḥ śuddhaḥ sarvagaḥ sarvavit paraḥ dhatte 'sāvātmano liṅgaṃ māyayā visṛjan guṇān

Das Selbst ist ewig, unvergänglich, rein, allgegenwärtig, allwissend und transzendent; dennoch nimmt es für sich, indem es durch Māyā die Erscheinungsweisen der Materie entfaltet, eine [subtile] Kennzeichen-Gestalt an.

Wort für Wort
nityaḥ
ewig (Nom.Sg.)
ātmā
das Selbst (Nom.Sg.)
avyayaḥ
unvergänglich (Nom.Sg.)
śuddhaḥ
rein (Nom.Sg.)
sarvagaḥ
allgegenwärtig (Nom.Sg.)
sarvavit
allwissend (Nom.Sg.)
paraḥ
transzendent (Nom.Sg.)
dhatte
es nimmt an (3.Sg.Präs.Med., √dhā)
asau
dieses [Selbst] (Nom.Sg.)
ātmanaḥ
für sich selbst (Gen.Sg.)
liṅgam
die Subtilgestalt (Akk.Sg.)
māyayā
durch Māyā (Instr.Sg.)
visṛjan
entfaltend (Nom.Sg., Präs.-Part. von vi-√sṛj)
guṇān
die [drei] Erscheinungsweisen (Akk.Pl.)

yathāmbhasā pracalatā taravo 'pi calā iva cakṣuṣā bhrāmyamāṇena dṛśyate calatīva bhūḥ

So wie durch fließendes Wasser die Bäume [am Ufer] scheinbar sich zu bewegen scheinen, wie durch ein sich drehendes Auge die Erde erscheint, als bewege sie sich,

Wort für Wort
yathā
wie, so wie
ambhasā
durch das Wasser (Instr.Sg.)
pracalatā
das fließt (Instr.Sg., Präs.-Part.)
taravaḥ
die Bäume (Nom.Pl.)
api
auch, sogar
calāḥ iva
als bewegten sie sich (Nom.Pl.)
cakṣuṣā
durch das Auge (Instr.Sg.)
bhrāmyamāṇena
das sich dreht (Instr.Sg., Präs.-Part.Pass.)
dṛśyate
es erscheint (3.Sg.Präs.Pass.)
calati iva
als ob sie sich bewegte
bhūḥ
die Erde (Nom.Sg.)

Satz setzt sich in Vers 24 fort.

evaṃ guṇairbhrāmyamāṇe manasyavikalaḥ pumān yāti tatsāmyatāṃ bhadre hyaliṅgo liṅgavān iva

so gerät, o Holde, ebenso das [unveränderliche] Selbst, wenn der Geist durch die Erscheinungsweisen verwirrt wird, [scheinbar] in Gleichheit mit jenem, und erscheint, obwohl fürwahr ohne [subtile] Gestalt, als besäße es eine solche.

Wort für Wort
evam
so, ebenso
guṇaiḥ
durch die Erscheinungsweisen (Instr.Pl.)
bhrāmyamāṇe
das verwirrt wird (Lok.Sg., Präs.-Part.Pass.)
manasi
im Geist (Lok.Sg.)
avikalaḥ
der unveränderliche (Nom.Sg.)
pumān
das [höchste] Selbst (Nom.Sg.)
yāti
es gerät (3.Sg.Präs.)
tat-sāmyatām
zur Gleichheit mit jenem (Akk.Sg.)
bhadre
o Holde (Vok.Sg.)
hi
fürwahr
aliṅgaḥ
ohne Kennzeichen-Gestalt (Nom.Sg.)
liṅgavān iva
wie einer, der eine solche Gestalt besitzt (Nom.Sg.)

eṣa ātmaviparyāso hyaliṅge liṅgabhāvanā eṣa priyāpriyairyogo viyogaḥ karmasaṃsṛtiḥ

Dies ist die Verkehrung des Selbst: fürwahr, im [eigentlich] Gestaltlosen die Vorstellung einer [materiellen] Gestalt anzunehmen. Dies ist auch die Verbindung mit und Trennung vom Angenehmen und Unangenehmen, sowie der Kreislauf des Karmas.

Wort für Wort
eṣaḥ
dies (Nom.Sg.)
ātma-viparyāsaḥ
die Verkehrung des Selbst (Nom.Sg.)
hi
fürwahr
aliṅge
im Gestaltlosen (Lok.Sg.)
liṅga-bhāvanā
die Vorstellung einer Gestalt (Nom.Sg.)
eṣaḥ
dies (Nom.Sg.)
priya-apriyaiḥ
mit dem Angenehmen und Unangenehmen (Instr.Pl.)
yogaḥ
die Verbindung (Nom.Sg.)
viyogaḥ
die Trennung (Nom.Sg.)
karma-saṃsṛtiḥ
der Kreislauf des Karma (Nom.Sg.)

sambhavaśca vināśaśca śokaśca vividhaḥ smṛtaḥ aviveka ścacintā ca vivekāsmṛtireva ca

Entstehen und Vergehen, sowie mannigfaltiger Kummer, gelten als [Folgen dieser Verkehrung] - ebenso Unterscheidungslosigkeit, Sorge und eben das Vergessen der Unterscheidungsfähigkeit.

Wort für Wort
sambhavaḥ
das Entstehen (Nom.Sg.)
ca
und
vināśaḥ
das Vergehen (Nom.Sg.)
ca
und
śokaḥ
der Kummer (Nom.Sg.)
ca
und
vividhaḥ
mannigfaltig (Nom.Sg.)
smṛtaḥ
gilt als überliefert (Nom.Sg., PPP)
avivekaḥ
die Unterscheidungslosigkeit (Nom.Sg.)
ca
und
cintā
die Sorge (Nom.Sg.)
ca
und
viveka-asmṛtiḥ
das Vergessen der Unterscheidungsfähigkeit (Nom.Sg.)
eva ca
und eben

atrāpyudāharantīmamitihāsaṃ purātanam yamasya pretabandhūnāṃ saṃvādaṃ taṃ nibodhata

Auch hierzu führt man diese uralte Geschichte an - vernehmt jenen Dialog zwischen Yama und den Verwandten des Verstorbenen!

Wort für Wort
atra
hierzu, in dieser Hinsicht
api
auch
udāharanti
man führt an (3.Pl.Präs.)
imam
diese (Akk.Sg.)
itihāsam
Geschichte, Überlieferung (Akk.Sg.)
purātanam
uralt (Akk.Sg.)
yamasya
des Yama (Gen.Sg.)
preta-bandhūnām
der Verwandten des Verstorbenen (Gen.Pl.)
saṃvādam
den Dialog (Akk.Sg.)
tam
diesen (Akk.Sg.)
nibodhata
vernehmt! (2.Pl.Imp., ni-√budh)

uśīnareṣvabhūdrājā suyajña iti viśrutaḥ sapatnairnihato yuddhe jñātayastamupāsata

Unter den Uśīnaras gab es einen König, bekannt unter dem Namen Suyajña. Von Rivalen in der Schlacht getötet, umsaßen nun seine Verwandten ihn.

Wort für Wort
uśīnareṣu
unter den Uśīnaras (Lok.Pl., Volksstamm)
abhūt
es gab (3.Sg.Impf., √bhū)
rājā
ein König (Nom.Sg.)
suyajñaḥ
Suyajña (Nom.Sg., Eigenname)
iti
so, mit Namen
viśrutaḥ
bekannt, berühmt (Nom.Sg.)
sapatnaiḥ
durch Rivalen (Instr.Pl.)
nihataḥ
getötet (Nom.Sg., PPP)
yuddhe
in der Schlacht (Lok.Sg.)
jñātayaḥ
die Verwandten (Nom.Pl.)
tam
ihn (Akk.Sg.)
upāsata
sie umsaßen (3.Pl.Impf.Med., upa-√ās)

viśīrṇaratnakavacaṃ vibhraṣṭābharaṇasrajam śaranirbhinnahṛdayaṃ śayānamasṛgāvilam

ihn, den toten König, mit zersplittertem Juwelenpanzer, mit abgefallenem Schmuck und abgefallener Blumengirlande, mit vom Pfeil durchbohrtem Herzen, blutbefleckt daliegend,

Wort für Wort
viśīrṇa-ratna-kavacam
dessen Juwelenpanzer zersplittert war (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
vibhraṣṭa-ābharaṇa-srajam
dessen Schmuck und Blumengirlande abgefallen waren (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
śara-nirbhinna-hṛdayam
dessen Herz von einem Pfeil durchbohrt war (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
śayānam
daliegend (Akk.Sg., Präs.-Part.)
asṛk-āvilam
blutbefleckt (Akk.Sg.)

Attribute zu 'tam' (den toten König Suyajña) aus Vers 28, Satz setzt sich über Verse 29-31 fort.

prakīrṇakeśaṃ dhvastākṣaṃ rabhasā daṣṭadacchadam rajaḥkuṇṭhamukhāmbhojaṃ chinnāyudhabhujaṃ mṛdhe

mit zerzaustem Haar, mit erloschenen Augen, mit heftig zusammengebissener Lippe, mit staubverhülltem Lotus-Antlitz, mit im Kampf abgetrenntem Waffenarm -

Wort für Wort
prakīrṇa-keśam
dessen Haar zerzaust war (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
dhvasta-akṣam
dessen Augen erloschen waren (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
rabhasā
heftig, mit Wucht (Instr./Adv.)
daṣṭa-dacchadam
dessen Lippe gebissen war (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
rajaḥ-kuṇṭha-mukha-ambhojam
dessen Lotusgesicht von Staub verdeckt war (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
chinna-āyudha-bhujam
dessen [waffentragender] Arm abgetrennt war (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
mṛdhe
im Kampf (Lok.Sg.)

uśīnarendraṃ vidhinā tathā kṛtaṃ patiṃ mahiṣyaḥ prasamīkṣya duḥkhitāḥ hatāḥ sma nātheti karairuro bhṛśaṃ ghnantyo muhustatpadayorupāpatan

Als die [königlichen] Gemahlinnen ihren Gatten, den König der Uśīnaras, so vom Schicksal zugerichtet erblickten, betrübt, riefen sie: 'Wir sind verloren, o Herr!', sich heftig und wiederholt mit den Händen an die Brust schlagend, und fielen zu seinen [beiden] Füßen nieder.

Wort für Wort
uśīnara-indram
den König der Uśīnaras (Akk.Sg.)
vidhinā
durch das Schicksal (Instr.Sg.)
tathā
so, derart
kṛtam
gemacht, zugerichtet (Akk.Sg., PPP)
patim
den Gatten (Akk.Sg.)
mahiṣyaḥ
die [königlichen] Gemahlinnen (Nom.Pl.)
prasamīkṣya
nachdem sie erblickt hatten (Absolutiv)
duḥkhitāḥ
betrübt (Nom.Pl.)
hatāḥ sma
'wir sind verloren!' (1.Pl.Perf. + Partikel sma)
nātha iti
'o Herr!' so [rufend] (Vok.+iti)
karaiḥ
mit den Händen (Instr.Pl.)
uraḥ
die Brust (Akk.Sg.)
bhṛśam
heftig (Adv.)
ghnantyaḥ
schlagend (Nom.Pl.f., Präs.-Part.)
muhuḥ
wiederholt
tat-padayoḥ
zu dessen [beiden] Füßen (Lok.Dual)
upāpatan
sie fielen nieder (3.Pl.Impf., upa-ā-√pat)

rudatya uccairdayitāṅghripaṅkajaṃ siñcantya asraiḥ kucakuṅkumāruṇaiḥ visrastakeśābharaṇāḥ śucaṃ nṛṇāṃ sṛjantya ākrandanayā vilepire

Laut weinend, die Lotosfüße ihres Geliebten mit Tränen benetzend, die vom Kuṅkuma-Puder ihrer Brüste rötlich gefärbt waren, mit gelöstem Haar und Schmuck, bei den Menschen Kummer erregend, klagten sie mit lautem Wehgeschrei.

Wort für Wort
rudatyaḥ
weinend (Nom.Pl.f., Präs.-Part.)
uccaiḥ
laut (Adv.)
dayita-aṅghri-paṅkajam
die Lotosfüße des Geliebten (Akk.Sg.)
siñcantyaḥ
benetzend (Nom.Pl.f., Präs.-Part.)
asraiḥ
mit [ihren] Tränen (Instr.Pl.)
kuca-kuṅkuma-aruṇaiḥ
die vom Brust-Kuṅkuma rötlich gefärbt waren (Instr.Pl.)
visrasta-keśa-ābharaṇāḥ
deren Haar und Schmuck sich gelöst hatten (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
śucam
Kummer (Akk.Sg.)
nṛṇām
der Menschen (Gen.Pl.)
sṛjantyaḥ
hervorrufend (Nom.Pl.f., Präs.-Part.)
ākrandanayā
mit Wehklagen (Instr.Sg.)
vilepire
sie klagten laut (3.Pl.Perf.Med., vi-√lap)

aho vidhātrākaruṇena naḥ prabho bhavān praṇīto dṛgagocarāṃ daśām uśīnarāṇāmasi vṛttidaḥ purā kṛto 'dhunā yena śucāṃ vivardhanaḥ

Ach, o Herr, vom mitleidlosen Schicksal bist du für uns in diesen [augenscheinlichen] Zustand gebracht worden! Du warst einst der Unterhaltsgeber der Uśīnaras - und bist nun derjenige, der nur noch den Kummer vermehrt.

Wort für Wort
aho
ach!
vidhātrā
durch den Schöpfer, das Schicksal (Instr.Sg.)
akaruṇena
den mitleidlosen (Instr.Sg.)
naḥ
für uns (Gen./Dat.Pl.)
prabho
o Herr (Vok.Sg.)
bhavān
du (Nom.Sg., ehrerbietig)
praṇītaḥ
geführt, gebracht (Nom.Sg., PPP)
dṛg-gocarām
in den Bereich des Blickes (Akk.Sg.)
daśām
Zustand (Akk.Sg.)
uśīnarāṇām
der Uśīnaras (Gen.Pl.)
asi
du bist (2.Sg.Präs.)
vṛttidaḥ
der Unterhalts-Geber (Nom.Sg.)
purā
einst (Adv.)
kṛtaḥ
gemacht, gewesen (Nom.Sg., PPP)
adhunā
jetzt (Adv.)
yena
wodurch, der [du]
śucām
des Kummers (Gen.Pl.)
vivardhanaḥ
der Vermehrer (Nom.Sg.)

tvayā kṛtajñena vayaṃ mahīpate kathaṃ vinā syāma suhṛttamena te tatrānuyānaṃ tava vīra pādayoḥ śuśrūṣatīnāṃ diśa yatra yāsyasi

Wie könnten wir, o Herr der Erde, ohne dich sein, den Dankbaren, unseren besten Freund? O Held, gewähre uns, die wir dir dienen wollen, das Mitgehen zu deinen Füßen dorthin, wohin auch du gehen wirst!

Wort für Wort
tvayā
durch dich (Instr.Sg.)
kṛtajñena
den Dankbaren (Instr.Sg.)
vayam
wir (Nom.Pl.)
mahīpate
o Herr der Erde (Vok.Sg.)
katham
wie
vinā
ohne
syāma
könnten wir sein (1.Pl.Opt., √as)
suhṛttamena
dem besten Freund (Instr.Sg.)
te
dein, von dir (Gen.Sg.)
tatra
dorthin
anuyānam
das Mitgehen, Folgen (Akk.Sg.)
tava
dein (Gen.Sg.)
vīra
o Held (Vok.Sg.)
pādayoḥ
der [beiden] Füße (Gen.Dual)
śuśrūṣatīnām
derer, die dienen wollen (Gen.Pl.f., Desiderativ-Part.)
diśa
gewähre! weise zu! (2.Sg.Imp., √diś)
yatra
wohin
yāsyasi
du wirst gehen (2.Sg.Fut., √yā)

evaṃ vilapatīnāṃ vai parigṛhya mṛtaṃ patim anicchatīnāṃ nirhāramarko 'staṃ sannyavartata

Während sie so klagten und den toten Gatten fürwahr umschlungen hielten, und nicht wollten, dass er fortgeschafft werde, ging die Sonne unter.

Wort für Wort
evam
so
vilapatīnām
während sie klagten (Gen.Pl.f., Präs.-Part.)
vai
fürwahr
parigṛhya
umfassend, festhaltend (Absolutiv)
mṛtam
den toten (Akk.Sg.)
patim
Gatten (Akk.Sg.)
anicchatīnām
die nicht wollten (Gen.Pl.f.)
nirhāram
das Fortschaffen (Akk.Sg.)
arkaḥ
die Sonne (Nom.Sg.)
astam
zum Untergang (Akk.Sg.)
sannyavartata
ging unter (3.Sg.Impf., sam-ni-√vṛt)

tatra ha pretabandhūnāmāśrutya paridevitam āha tān bālako bhūtvā yamaḥ svayamupāgataḥ

Dort, nachdem er das Wehklagen der Verwandten des Verstorbenen gehört hatte, sprach Yama, der selbst, ein Knabe geworden, herangekommen war, zu ihnen:

Wort für Wort
tatra
dort
ha
fürwahr
preta-bandhūnām
der Verwandten des Verstorbenen (Gen.Pl.)
āśrutya
nachdem er gehört hatte (Absolutiv)
paridevitam
das Wehklagen (Akk.Sg.)
āha
er sprach (3.Sg.Perf.)
tān
zu ihnen (Akk.Pl.)
bālakaḥ bhūtvā
nachdem er ein Knabe geworden war (Absolutiv-Konstruktion)
yamaḥ
Yama (Nom.Sg.)
svayam
selbst, persönlich
upāgataḥ
herangekommen (Nom.Sg., PPP)

śrīyama uvāca aho amīṣāṃ vayasādhikānāṃ vipaśyatāṃ lokavidhiṃ vimohaḥ yatrāgatastatra gataṃ manuṣyaṃ svayaṃ sadharmā api śocantyapārtham

Śrī Yama sprach: Ach, welch eine Verblendung besteht doch bei diesen [Trauernden], die älter an Jahren sind und doch eigentlich die Ordnung der Welt durchschauen [sollten]! Den Menschen, der dorthin gegangen ist, von wo er selbst einst gekommen war, betrauern sie sinnlos, obwohl sie selbst vom gleichen [sterblichen] Los sind.

Wort für Wort
śrī-yamaḥ uvāca
Śrī Yama sprach
aho
ach!
amīṣām
dieser [dort] (Gen.Pl.)
vayasā adhikānām
die an Alter überlegen sind (Gen.Pl.)
vipaśyatām
die [doch eigentlich] erkennen (Gen.Pl., Präs.-Part.)
loka-vidhim
die Ordnung der Welt (Akk.Sg.)
vimohaḥ
die Verblendung (Nom.Sg.)
yatra
von wo
āgataḥ
gekommen (Nom.Sg., PPP)
tatra
dorthin
gatam
gegangen (Akk.Sg., PPP)
manuṣyam
den Menschen (Akk.Sg.)
svayam
selbst
sadharmāḥ
die vom gleichen [sterblichen] Wesen sind (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
api
obwohl
śocanti
sie betrauern (3.Pl.Präs.)
apārtham
sinnlos (Adv./Akk.)

aho vayaṃ dhanyatamā yadatra tyaktāḥ pitṛbhyāṃ na vicintayāmaḥ abhakṣyamāṇā abalā vṛkādibhiḥ sa rakṣitā rakṣati yo hi garbhe

Ach, wir sind die Glücklichsten, dass wir, obwohl hier von unseren Eltern verlassen, uns nicht grämen - wir Schwachen, die wir nicht von Wölfen und anderen Raubtieren gefressen werden, denn jener beschützt uns, der fürwahr auch im Mutterleib beschützt.

Wort für Wort
aho
ach!
vayam
wir (Nom.Pl.)
dhanyatamāḥ
die Glücklichsten (Nom.Pl., Superlativ)
yat
dass, weil
atra
hier, in dieser Lage
tyaktāḥ
verlassen (Nom.Pl., PPP)
pitṛbhyām
von den [beiden] Eltern (Instr.Dual)
na vicintayāmaḥ
wir sorgen uns nicht (1.Pl.Präs.)
abhakṣyamāṇāḥ
nicht gefressen werdend (Nom.Pl., Präs.-Part.Pass.)
abalāḥ
die Schwachen (Nom.Pl.)
vṛka-ādibhiḥ
von Wölfen u.a. (Instr.Pl.)
saḥ
jener (Nom.Sg.)
rakṣitā
der Beschützer (Nom.Sg.)
rakṣati
er beschützt (3.Sg.Präs.)
yaḥ
der (Nom.Sg.)
hi
fürwahr
garbhe
im Mutterleib (Lok.Sg.)

Yama, als Knabe auftretend, spricht rhetorisch im Bild eines verwaisten, aber gottbehüteten Kindes.

ya icchayeśaḥ sṛjatīdamavyayo ya eva rakṣatyavalumpate ca yaḥ tasyābalāḥ krīḍanamāhurīśituś carācaraṃ nigrahasaṅgrahe prabhuḥ

Der unvergängliche Herrscher, der nach [eigenem] Willen dieses Universum erschafft, der es eben erhält und wieder vernichtet - dessen Spielzeug nennt man die Schwachen [Geschöpfe]. Er, der Herrschende, ist der Meister über das Bewegliche und Unbewegliche, im Zurückhalten wie im Begünstigen.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.Sg.)
icchayā
nach [eigenem] Willen (Instr.Sg.)
īśaḥ
der Herrscher (Nom.Sg.)
sṛjati
erschafft (3.Sg.Präs.)
idam
dies [Universum] (Akk.Sg.)
avyayaḥ
der unvergängliche (Nom.Sg.)
yaḥ
der
eva
eben
rakṣati
erhält, beschützt (3.Sg.Präs.)
avalumpate
zerstört (3.Sg.Präs.Med., ava-√lup)
ca
und
yaḥ
der
tasya
von jenem (Gen.Sg.)
abalāḥ
die Schwachen (Nom.Pl.)
krīḍanam
das Spielzeug (Akk.Sg.)
āhuḥ
man nennt (3.Pl.Perf.)
īśituḥ
des Herrschenden (Gen.Sg.)
cara-acaram
das Bewegliche und Unbewegliche (Akk.Sg.)
nigraha-saṅgrahe
im Zurückhalten und Begünstigen (Lok.Sg.)
prabhuḥ
der Meister (Nom.Sg.)

pathi cyutaṃ tiṣṭhati diṣṭarakṣitaṃ gṛhe sthitaṃ tadvihataṃ vinaśyati jīvatyanātho 'pi tadīkṣito vane gṛhe 'bhigupto 'sya hato na jīvati

Das auf dem Weg verlorene Kind, wenn es vom Schicksal beschützt ist, bleibt am Leben; das im Haus befindliche Kind, wenn es vom Schicksal preisgegeben ist, geht zugrunde. Das verwaiste Kind lebt, auch im Wald, wenn es vom Schicksal behütet wird; das im Haus wohlbehütete Kind, wenn es von diesem Schicksal verlassen ist, lebt nicht.

Wort für Wort
pathi
auf dem Weg (Lok.Sg.)
cyutam
das Verlorene (Akk./Nom.Sg., PPP)
tiṣṭhati
es bleibt bestehen (3.Sg.Präs.)
diṣṭa-rakṣitam
durch das Schicksal beschützt (Nom.Sg.)
gṛhe
im Haus (Lok.Sg.)
sthitam
befindlich (Nom.Sg.)
tat
jenes
vihatam
preisgegeben, ungeschützt (Nom.Sg.)
vinaśyati
es geht zugrunde (3.Sg.Präs.)
jīvati
es lebt (3.Sg.Präs.)
anāthaḥ
herrenlos, verwaist (Nom.Sg.)
api
auch, sogar
tat
jenes
īkṣitaḥ
behütet (Nom.Sg.)
vane
im Wald (Lok.Sg.)
gṛhe
im Haus (Lok.Sg.)
abhiguptaḥ
wohlbehütet (Nom.Sg.)
asya
von diesem (Gen.Sg.)
hataḥ
verlassen, geschlagen (Nom.Sg.)
na jīvati
es lebt nicht (3.Sg.Präs.)

bhūtāni taistairnijayonikarmabhir bhavanti kāle na bhavanti sarvaśaḥ na tatra hātmā prakṛtāvapi sthitas tasyā guṇairanyatamo hi badhyate

Die Lebewesen entstehen durch ihre jeweils eigenen [karma-bedingten] Geburtsursachen und Taten, und zur rechten Zeit hören sie gänzlich auf zu sein. Das Selbst aber, obwohl es sich [scheinbar] in der materiellen Natur befindet, wird dabei fürwahr nicht durch irgendeine ihrer Erscheinungsweisen gebunden.

Wort für Wort
bhūtāni
die Lebewesen (Nom.Pl.n.)
taiḥ taiḥ
durch diese und jene jeweiligen (Instr.Pl.)
nija-yoni-karmabhiḥ
durch die eigene Geburtsursache und Taten (Instr.Pl.)
bhavanti
sie entstehen (3.Pl.Präs.)
kāle
zur rechten Zeit (Lok.Sg.)
na bhavanti
sie hören auf zu sein (3.Pl.Präs.)
sarvaśaḥ
gänzlich
na tatra
nicht dabei
ha
fürwahr
ātmā
das Selbst (Nom.Sg.)
prakṛtau
in der materiellen Natur (Lok.Sg.)
api
obwohl
sthitaḥ
befindlich (Nom.Sg.)
tasyāḥ
von jener [Natur] (Gen.Sg.f.)
guṇaiḥ
durch die Erscheinungsweisen (Instr.Pl.)
anyatamaḥ
irgendeine von ihnen (Nom.Sg.)
hi
fürwahr
badhyate
wird gebunden (3.Sg.Präs.Pass.)

idaṃ śarīraṃ puruṣasya mohajaṃ yathā pṛthag bhautikamīyate gṛham yathaudakaiḥ pārthivataijasairjanaḥ kālena jāto vikṛto vinaśyati

Dieser Körper der [verkörperten] Person ist aus Verblendung entstanden, [zu betrachten] wie ein gesondertes, aus Elementen bestehendes Haus - so wie der Mensch, aus Wasser-, Erd- und Feuer-Elementen durch die Zeit entstanden, wieder gewandelt wird und vergeht.

Wort für Wort
idam
dieser (Nom.Sg.)
śarīram
Körper (Nom.Sg.)
puruṣasya
der Person (Gen.Sg.)
mohajam
aus Verblendung entstanden (Nom.Sg.)
yathā
wie
pṛthak
gesondert (Adv.)
bhautikam
aus den Elementen bestehend (Nom.Sg.)
īyate
es gilt, wird angesehen (3.Sg.Präs.Pass., √i)
gṛham
ein Haus (Nom.Sg.)
yathā
wie
udakaiḥ
mit Wasser[teilen] (Instr.Pl.)
pārthiva-taijasaiḥ
mit erdigen und feurigen [Elementen] (Instr.Pl.)
janaḥ
der Mensch (Nom.Sg.)
kālena
durch die Zeit (Instr.Sg.)
jātaḥ
geboren (Nom.Sg., PPP)
vikṛtaḥ
gewandelt (Nom.Sg., PPP)
vinaśyati
er vergeht (3.Sg.Präs.)

yathānalo dāruṣu bhinna īyate yathānilo dehagataḥ pṛthak sthitaḥ yathā nabhaḥ sarvagataṃ na sajjate tathā pumān sarvaguṇāśrayaḥ paraḥ

So wie das Feuer, [obwohl] in den Holzscheiten [wirkend], als von diesen gesondert erscheint, wie der Wind, obwohl im Körper befindlich, unabhängig bleibt, und wie der Luftraum, obgleich allgegenwärtig, nirgends anhaftet - so bleibt das transzendente Selbst, der Träger aller [materiellen] Eigenschaften, [von ihnen unberührt].

Wort für Wort
yathā
wie
analaḥ
das Feuer (Nom.Sg.)
dāruṣu
in den Hölzern (Lok.Pl.)
bhinnaḥ
verschieden, gesondert (Nom.Sg.)
īyate
es erscheint (3.Sg.Präs.Pass.)
yathā
wie
anilaḥ
der Wind (Nom.Sg.)
deha-gataḥ
im Körper befindlich (Nom.Sg.)
pṛthak sthitaḥ
gesondert befindlich (Nom.Sg.)
yathā
wie
nabhaḥ
der Luftraum, Äther (Nom.Sg.)
sarvagatam
allgegenwärtig (Nom.Sg.)
na sajjate
haftet nicht an (3.Sg.Präs.Med.)
tathā
so
pumān
das [höchste] Selbst (Nom.Sg.)
sarva-guṇa-āśrayaḥ
der Träger aller Eigenschaften (Nom.Sg.)
paraḥ
transzendent (Nom.Sg.)

suyajño nanvayaṃ śete mūḍhā yamanuśocatha yaḥ śrotā yo 'nuvakteha sa na dṛśyeta karhicit

Dieser da, den ihr betrauert, ist doch wohl nur der leblose Suyajña, der jetzt bloß daliegt, o ihr Verblendeten! Das wahre Selbst, das hier hörte und das hier sprach, könnte niemals [mit den Augen] gesehen werden.

Wort für Wort
suyajñaḥ
Suyajña (Nom.Sg.)
nanu
doch wohl, ja
ayam
dieser (Nom.Sg.)
śete
liegt da (3.Sg.Präs., √śī)
mūḍhāḥ
o ihr Verblendeten (Vok.Pl.)
yam
den (Akk.Sg.)
anuśocatha
ihr betrauert (2.Pl.Präs.)
yaḥ
der [wahre Selbst]
śrotā
der Hörende (Nom.Sg.)
yaḥ
der
anuvaktā
der Sprechende (Nom.Sg.)
iha
hier
saḥ
er
na dṛśyeta
er könnte nicht gesehen werden (3.Sg.Opt.Pass.)
karhicit
jemals

na śrotā nānuvaktāyaṃ mukhyo 'pyatra mahān asuḥ yastvihendriyavān ātmā sa cānyaḥ prāṇadehayoḥ

Auch dieser hier, der vornehmste Lebenshauch - die große Lebenskraft -, ist weder der Hörende noch der Sprechende. Das wahre, mit Sinnen ausgestattete Selbst hier ist jedoch ein anderes, verschieden von sowohl Lebenshauch als auch Körper.

Wort für Wort
na śrotā
nicht der Hörende
na anuvaktā
nicht der Sprechende
ayam
dieser (Nom.Sg.)
mukhyaḥ
der vornehmste (Nom.Sg.)
api
auch, sogar
atra
hier
mahān asuḥ
die große Lebenskraft (Nom.Sg.)
yaḥ
der [wahre]
tu
aber, jedoch
iha
hier
indriyavān
mit Sinnen ausgestattet (Nom.Sg.)
ātmā
das Selbst (Nom.Sg.)
saḥ
er
ca
und
anyaḥ
ein anderes, verschieden (Nom.Sg.)
prāṇa-dehayoḥ
von Lebenshauch und Körper (Abl./Gen.Dual)

bhūtendriyamanoliṅgān dehān uccāvacān vibhuḥ bhajatyutsṛjati hyanyastac cāpi svena tejasā

Der alldurchdringende [Selbst] nimmt die aus Elementen, Sinnen und Geist gekennzeichneten höheren und niederen Körper an und gibt sie wieder auf - fürwahr selbst verschieden davon bleibend, durch seine eigene innewohnende Kraft.

Wort für Wort
bhūta-indriya-manaḥ-liṅgān
die aus Elementen, Sinnen und Geist gekennzeichneten (Akk.Pl.)
dehān
Körper (Akk.Pl.)
uccāvacān
höhere und niedere (Akk.Pl.)
vibhuḥ
der Alldurchdringende (Nom.Sg.)
bhajati
nimmt an (3.Sg.Präs.)
utsṛjati
gibt auf (3.Sg.Präs.)
hi
fürwahr
anyaḥ
ein anderer, verschieden (Nom.Sg.)
tat
jenes (Akk.Sg.)
ca api
und auch
svena tejasā
durch seine eigene Kraft (Instr.Sg.)

yāval liṅgānvito hyātmā tāvat karmanibandhanam tato viparyayaḥ kleśo māyāyogo 'nuvartate

Solange das Selbst fürwahr mit der Subtilgestalt verbunden ist, so lange besteht die Fesselung durch Karma; daraus folgt beständig die Verkehrung, das Leid und die Verbindung mit Māyā.

Wort für Wort
yāvat
solange
liṅga-anvitaḥ
mit der Subtilgestalt verbunden (Nom.Sg.)
hi
fürwahr
ātmā
das Selbst (Nom.Sg.)
tāvat
so lange
karma-nibandhanam
die Fesselung durch Karma (Nom.Sg.)
tataḥ
daraus
viparyayaḥ
die Verkehrung (Nom.Sg.)
kleśaḥ
das Leid (Nom.Sg.)
māyā-yogaḥ
die Verbindung mit Māyā (Nom.Sg.)
anuvartate
folgt, setzt sich fort (3.Sg.Präs.Med.)

vitathābhiniveśo 'yaṃ yadguṇeṣvarthadṛgvacaḥ yathā manorathaḥ svapnaḥ sarvamaindriyakaṃ mṛṣā

Dies ist die auf Falschem beruhende Verhaftung: dass man in den [materiellen] Erscheinungsweisen ihre Wirklichkeit sieht und davon spricht. Wie ein Wunschtraum, wie ein Traum, ist alles, was auf den Sinnen beruht, trügerisch.

Wort für Wort
vitatha-abhiniveśaḥ
die auf Falschem beruhende Verhaftung (Nom.Sg.)
ayam
diese (Nom.Sg.)
yat
dass
guṇeṣu
in den Erscheinungsweisen (Lok.Pl.)
artha-dṛk-vacaḥ
die Anschauung und Rede von [ihrer] Wirklichkeit (Nom.Sg.)
yathā
wie
manorathaḥ
ein Wunschtraum (Nom.Sg.)
svapnaḥ
ein Traum (Nom.Sg.)
sarvam
alles (Nom.Sg.)
aindriyakam
das auf den Sinnen Beruhende (Nom.Sg.)
mṛṣā
trügerisch (Adv.)

atha nityamanityaṃ vā neha śocanti tadvidaḥ nānyathā śakyate kartuṃ svabhāvaḥ śocatāmiti

Daher trauern die Kenner der Wahrheit weder um das Ewige noch um das Vergängliche. Doch es ist nicht anders möglich zu handeln - das ist die [natürliche] Wesensart derer, die eben doch trauern.

Wort für Wort
atha
daher, nun
nityam
das Ewige (Akk.Sg.)
anityam
das Vergängliche (Akk.Sg.)
vā
oder
na śocanti
sie trauern nicht (3.Pl.Präs.)
iha
hierüber
tadvidaḥ
die Kenner der Wahrheit (Nom.Pl.)
na anyathā
nicht anders
śakyate
es ist möglich (3.Sg.Präs.Pass.)
kartum
zu machen (Infinitiv)
svabhāvaḥ
die Wesensart (Nom.Sg.)
śocatām
derer, die trauern (Gen.Pl., Präs.-Part.)
iti
so [lautet der Schluss]

lubdhako vipine kaścit pakṣiṇāṃ nirmito 'ntakaḥ vitatya jālaṃ vidadhe tatra tatra pralobhayan

Ein gewisser Vogelfänger im Wald, gleichsam zum Vernichter der Vögel bestimmt, breitete sein Netz aus, es hier und dort mit Ködern auslegend.

Wort für Wort
lubdhakaḥ
ein Vogelfänger, Jäger (Nom.Sg.)
vipine
im Wald (Lok.Sg.)
kaścit
ein gewisser (Nom.Sg.)
pakṣiṇām
der Vögel (Gen.Pl.)
nirmitaḥ
bestimmt, geschaffen (Nom.Sg.)
antakaḥ
der Vernichter, Tod (Nom.Sg.)
vitatya
ausbreitend (Absolutiv, vi-√tan)
jālam
das Netz (Akk.Sg.)
vidadhe
er richtete ein (3.Sg.Perf.Med., vi-√dhā)
tatra tatra
hier und dort
pralobhayan
ködernd, lockend (Nom.Sg., Präs.-Part.Kaus.)

kuliṅgamithunaṃ tatra vicarat samadṛśyata tayoḥ kuliṅgī sahasā lubdhakena pralobhitā

Dort erschien ein umherstreifendes Kuliṅga-Vogelpaar; von den beiden wurde das Weibchen plötzlich vom Vogelfänger geködert.

Wort für Wort
kuliṅga-mithunam
ein Kuliṅga-Vogelpaar (Nom.Sg.)
tatra
dort
vicarat
umherstreifend (Nom.Sg., Präs.-Part.)
samadṛśyata
wurde erblickt, erschien (3.Sg.Impf.Pass.)
tayoḥ
von den beiden (Gen.Dual)
kuliṅgī
das Kuliṅga-Weibchen (Nom.Sg.)
sahasā
plötzlich (Adv.)
lubdhakena
durch den Vogelfänger (Instr.Sg.)
pralobhitā
geködert (Nom.Sg., PPP)

āsajjata sicastantryāṃ mahiṣyaḥ kālayantritā kuliṅgastāṃ tathāpannāṃ nirīkṣya bhṛśaduḥkhitaḥ snehādakalpaḥ kṛpaṇaḥ kṛpaṇāṃ paryadevayat

Sie verfing sich in der Schlinge des Netzes, am Strick gefangen - die 'Königin' [des Vogelpaares], gebunden durch die [tödliche] Zeit. Als das Kuliṅga-Männchen sie, so in Not geraten, erblickte, heftig betrübt, aus Zuneigung hilflos, beklagte der Bemitleidenswerte die Bemitleidenswerte.

Wort für Wort
āsajjata
sie verfing sich (3.Sg.Impf.Med., ā-√sañj)
sicaḥ
der Schlinge (Gen.Sg.)
tantryām
am Strick, Faden (Lok.Sg.)
mahiṣyaḥ
die 'Königin' [poet. für das Vogelweibchen] (Nom.Sg.) [Anm.: Form grammatisch auffällig]
kāla-yantritā
durch die [tödliche] Zeit gefesselt (Nom.Sg.)
kuliṅgaḥ
der Kuliṅga-Vogel [Männchen] (Nom.Sg.)
tām
sie (Akk.Sg.)
tathā āpannām
die so [in Not] geraten war (Akk.Sg., PPP)
nirīkṣya
erblickend (Absolutiv)
bhṛśa-duḥkhitaḥ
heftig betrübt (Nom.Sg.)
snehāt
aus Zuneigung (Abl.Sg.)
akalpaḥ
unfähig, hilflos (Nom.Sg.)
kṛpaṇaḥ
der Bemitleidenswerte (Nom.Sg.)
kṛpaṇām
die Bemitleidenswerte (Akk.Sg.)
paryadevayat
er beklagte (3.Sg.Impf., pari-√div)

[Anm.: 'mahiṣyaḥ' (eigtl. 'Königin/Gemahlin') ist für ein Vogelweibchen grammatisch/stilistisch auffällig - möglicherweise Textvariante der GRETIL-Quelle für 'mahiṣī'; hier sinngemäß als poetische Bezeichnung übersetzt.]

aho akaruṇo devaḥ striyākaruṇayā vibhuḥ kṛpaṇaṃ māmanuśocantyā dīnayā kiṃ kariṣyati

Ach, was wird das mitleidlose, mächtige Schicksal noch mit meiner Frau anfangen - mit der elenden, die mich, den Bemitleidenswerten, so mitleidvoll betrauert? [?]

Wort für Wort
aho
ach!
akaruṇaḥ
der Mitleidlose (Nom.Sg.)
devaḥ
das Schicksal, der Gott (Nom.Sg.)
striyā
mit/an der Frau (Instr.Sg.)
akaruṇayā
der mitleidlosen [?] (Instr.Sg.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom.Sg.)
kṛpaṇam
den Bemitleidenswerten (Akk.Sg.)
mām
mich (Akk.Sg.)
anuśocantyā
die betrauert (Instr.Sg.f., Präs.-Part.)
dīnayā
der Elenden (Instr.Sg.)
kim kariṣyati
was wird er tun? (3.Sg.Fut.)

Satzbezug unsicher: 'akaruṇayā' könnte sich sowohl auf 'devaḥ' (in Wiederholung) als auch idiomatisch auf 'striyā' beziehen; Übersetzung folgt der wahrscheinlicheren Lesart eines rhetorischen 'kiṃ kariṣyati + Instr.' ("was wird er [noch] mit ihr anstellen"). [?]

kāmaṃ nayatu māṃ devaḥ kimardhenātmano hi me dīnena jīvatā duḥkhamanena vidhurāyuṣā

Meinetwegen möge das Schicksal mich hinwegführen - was nützt mir fürwahr die [andere] Hälfte meines Selbst [meine Gattin], wenn ich nur noch elend weiterlebe, mit diesem von Kummer erfüllten, leidvollen Leben?

Wort für Wort
kāmam
nach Belieben, meinetwegen (Adv.)
nayatu
er möge hinwegführen (3.Sg.Imp., √nī)
mām
mich (Akk.Sg.)
devaḥ
das Schicksal (Nom.Sg.)
kim
wozu, was [nützt]
ardhena
mit der Hälfte (Instr.Sg.)
ātmanaḥ
des Selbst (Gen.Sg.)
hi
fürwahr
me
mir (Gen./Dat.Sg.)
dīnena
mit dem elenden (Instr.Sg.)
jīvatā
mit dem lebenden (Instr.Sg., Präs.-Part.)
duḥkham
Leid (Nom./Akk.Sg.)
anena
mit diesem (Instr.Sg.)
vidhura-āyuṣā
dessen Lebenszeit von Kummer erfüllt ist (Instr.Sg., Bahuvrīhi)

kathaṃ tvajātapakṣāṃstān mātṛhīnān bibharmyaham mandabhāgyāḥ pratīkṣante nīḍe me mātaraṃ prajāḥ

Wie aber soll ich jene, deren Flügel noch nicht gewachsen sind, die mutterlosen, ernähren? Meine unglücklichen Jungen warten im Nest auf ihre Mutter.

Wort für Wort
katham
wie
tu
aber, denn
ajāta-pakṣān
deren Flügel nicht gewachsen sind (Akk.Pl., Bahuvrīhi)
tān
jene (Akk.Pl.)
mātṛ-hīnān
die mutterlosen (Akk.Pl.)
bibharmi
ich werde ernähren (1.Sg.Präs., √bhṛ)
aham
ich (Nom.Sg.)
manda-bhāgyāḥ
die Unglücklichen (Nom.Pl.)
pratīkṣante
sie warten (3.Pl.Präs.Med.)
nīḍe
im Nest (Lok.Sg.)
me
meine (Gen.Sg.)
mātaram
[auf] die Mutter (Akk.Sg.)
prajāḥ
die Jungen (Nom.Pl.)

evaṃ kuliṅgaṃ vilapantamārāt priyāviyogāturamaśrukaṇṭham sa eva taṃ śākunikaḥ śareṇa vivyādha kālaprahito vilīnaḥ

So durchbohrte, während der Kuliṅga-Vogel auf diese Weise klagte, gequält von der Trennung von der Geliebten, mit tränenerstickter Kehle, eben jener Vogelfänger, aus der Nähe, verborgen, von der Zeit gleichsam gesandt, ihn mit einem Pfeil.

Wort für Wort
evam
so
kuliṅgam
den Kuliṅga-Vogel (Akk.Sg.)
vilapantam
klagenden (Akk.Sg., Präs.-Part.)
ārāt
aus der Nähe (Adv.)
priyā-viyoga-āturam
den durch die Trennung von der Geliebten gequälten (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
aśru-kaṇṭham
dessen Kehle von Tränen [erstickt war] (Akk.Sg., Bahuvrīhi)
saḥ eva
eben jener (Nom.Sg.)
tam
ihn (Akk.Sg.)
śākunikaḥ
der Vogelfänger (Nom.Sg.)
śareṇa
mit einem Pfeil (Instr.Sg.)
vivyādha
er durchbohrte (3.Sg.Perf., √vyadh)
kāla-prahitaḥ
von der Zeit entsandt (Nom.Sg.)
vilīnaḥ
verborgen (Nom.Sg.)

evaṃ yūyamapaśyantya ātmāpāyamabuddhayaḥ nainaṃ prāpsyatha śocantyaḥ patiṃ varṣaśatairapi

Ebenso werdet ihr, o Unverständige, die ihr den euch drohenden eigenen Untergang nicht erkennt, diesen [Gatten], obwohl ihr um ihn trauert, selbst in hundert Jahren nicht wiedererlangen.

Wort für Wort
evam
so, ebenso
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
apaśyantyaḥ
die nicht erkennen (Nom.Pl.f., Präs.-Part.)
ātma-apāyam
den [eigenen] Untergang (Akk.Sg.)
abuddhayaḥ
die Unverständigen (Nom.Pl.)
na enam
nicht diesen
prāpsyatha
ihr werdet erlangen (2.Pl.Fut., √āp)
śocantyaḥ
trauernd (Nom.Pl.f., Präs.-Part.)
patim
den Gatten (Akk.Sg.)
varṣa-śataiḥ
mit hundert Jahren (Instr.Pl.)
api
selbst, sogar

śrīhiraṇyakaśipuruvāca bāla evaṃ pravadati sarve vismitacetasaḥ jñātayo menire sarvamanityamayathotthitam

Śrī Hiraṇyakaśipu sprach: Während der Knabe so redete, erkannten alle Verwandten, deren Geist erstaunt war, alles als vergänglich und ohne wirklichen Bestand.

Wort für Wort
śrī-hiraṇyakaśipuḥ uvāca
Śrī Hiraṇyakaśipu sprach
bālaḥ
der Knabe (Nom.Sg.)
evam
so
pravadati
spricht (3.Sg.Präs.)
sarve
alle (Nom.Pl.)
vismita-cetasaḥ
deren Geist erstaunt war (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
jñātayaḥ
die Verwandten (Nom.Pl.)
menire
sie erkannten (3.Pl.Perf.Med., √man)
sarvam
alles (Akk.Sg.)
anityam
als vergänglich (Akk.Sg.)
ayathā-utthitam
als ohne [wirklichen] Bestand (Akk.Sg.)

yama etadupākhyāya tatraivāntaradhīyata jñātayo hi suyajñasya cakruryat sāmparāyikam

Nachdem Yama dies vorgetragen hatte, verschwand er eben dort; die Verwandten aber vollzogen daraufhin für Suyajña die nötigen Totenriten.

Wort für Wort
yamaḥ
Yama (Nom.Sg.)
etat
dies (Akk.Sg.)
upākhyāya
nachdem er erzählt hatte (Absolutiv)
tatra eva
eben dort
antaradhīyata
verschwand (3.Sg.Impf.Pass., antar-√dhā)
jñātayaḥ
die Verwandten (Nom.Pl.)
hi
dann, fürwahr
suyajñasya
für Suyajña (Gen.Sg.)
cakruḥ
sie vollzogen (3.Pl.Perf., √kṛ)
yat
was [nötig war]
sāmparāyikam
die Totenriten (Akk.Sg.)

ataḥ śocata mā yūyaṃ paraṃ cātmānameva vā ka ātmā kaḥ paro vātra svīyaḥ pārakya eva vā svaparābhiniveśena vinājñānena dehinām

Daher betrauert weder den anderen noch euch selbst! Wer in Wahrheit ist das eigene Selbst, wer der andere hierbei, wer der Eigene, wer der Fremde - dies alles besteht nur durch die [irrige] Verhaftung an Eigenes und Fremdes, entstanden aus der Unwissenheit der Verkörperten.

Wort für Wort
ataḥ
daher
śocata mā
betrauert nicht! (Prohibitiv, 2.Pl.Imp.)
yūyam
ihr (Nom.Pl.)
param
den anderen (Akk.Sg.)
ca
und, oder
ātmānam
das eigene Selbst (Akk.Sg.)
eva vā
oder eben
kaḥ
wer (Nom.Sg.)
ātmā
das eigene Selbst (Nom.Sg.)
kaḥ
wer
paraḥ
der andere (Nom.Sg.)
vā atra
oder hierin
svīyaḥ
der Eigene (Nom.Sg.)
pārakyaḥ
der Fremde (Nom.Sg.)
eva vā
oder eben
sva-para-abhiniveśena
durch die Verhaftung an Eigenes und Fremdes (Instr.Sg.)
vinā
ohne [d.h. dies alles besteht nur durch diese Verhaftung]
ajñānena
durch Unwissenheit (Instr.Sg.)
dehinām
der Verkörperten (Gen.Pl.)

śrīnārada uvāca iti daityapatervākyaṃ ditirākarṇya sasnuṣā putraśokaṃ kṣaṇāt tyaktvā tattve cittamadhārayat

Śrī Nārada sprach: Als Diti, zusammen mit ihrer Schwiegertochter, diese Rede des Daitya-Herrschers Hiraṇyakaśipu gehört hatte, gab sie binnen eines Augenblicks den Kummer um ihren toten Sohn auf und richtete ihren Geist auf die höchste Wahrheit.

Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada sprach
iti
so, dies
daitya-pateḥ
des Daitya-Herrschers (Gen.Sg.)
vākyam
die Rede (Akk.Sg.)
ditiḥ
Diti (Nom.Sg.)
ākarṇya
nachdem sie gehört hatte (Absolutiv)
sasnuṣā
zusammen mit der Schwiegertochter (Nom.Sg.)
putra-śokam
den Kummer um den Sohn (Akk.Sg.)
kṣaṇāt
binnen eines Augenblicks (Abl.Sg.)
tyaktvā
aufgebend (Absolutiv)
tattve
auf die [höchste] Wahrheit (Lok.Sg.)
cittam
den Geist (Akk.Sg.)
adhārayat
sie richtete fest (3.Sg.Impf.Kaus., √dhṛ)

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