Nārada sprach: Die Soldaten namens Bhaya (Furcht), o Barhiṣmat, die Vollstrecker des Verhängnisses sind, durchzogen zusammen mit Prajvāra und Kālakanyā diese Erde.
Auch Kālakanyā, die Tochter der Zeit, nahm die Stadt Purañjanas mit Gewalt in Besitz - sie, von der überwältigt ein Mensch sogleich zur Nichtigkeit gelangt.
Von der Tochter (der Zeit) umarmt, seines Glanzes beraubt, erbärmlich, den Sinnesobjekten ergeben, seiner Urteilskraft beraubt und mit Gewalt von den Gandharvas und Yavanas seiner Herrschaft beraubt -
Wort für Wort
kanyā
von der Tochter (der Zeit) (Instr.Sg., elliptisch)
viśīrṇāṁ sva-purīṁ vīkṣya
pratikūlān anādṛtān
putrān pautrānugāmātyāñ
jāyāṁ ca gata-sauhṛdām
- als er seine eigene Stadt verfallen sah, seine Söhne, Enkel, Diener und Minister feindselig und respektlos geworden, und seine Gattin, deren Zuneigung geschwunden war,
Wort für Wort
viśīrṇām
zerfallen (Akk.Sg.Ppp.)
sva-purīm
seine eigene Stadt (Akk.Sg.)
vīkṣya
sehend/erblickt habend (Abs.)
pratikūlān
feindselig gewordene (Akk.Pl.)
anādṛtān
respektlos gewordene (Akk.Pl.)
putrān
Söhne (Akk.Pl.)
pautra
Enkel
anuga
Diener/Gefolgsleute
amātyān
Minister (Akk.Pl.)
jāyām
Gattin (Akk.Sg.)
ca
und
gata-sauhṛdām
deren Zuneigung geschwunden war (Akk.Sg.)
Fortsetzung des Satzes aus Vers 6; setzt sich in Vers 8 fort.
ātmānaṁ kanyayā grastaṁ
pañcālān ari-dūṣitān
duranta-cintām āpanno
na lebhe tat-pratikriyām
- als er sich selbst von der Tochter (der Zeit) ergriffen sah und die Pañcālas (seine Sinne) von den Feinden verdorben -, geriet er in grenzenlose Sorge und fand kein Gegenmittel dafür.
kāmān abhilaṣan dīnaḥ
yāta-yāmāṁś ca kanyayā
vigatātma-gati-snehaḥ
putra-dārāṁś ca lālayan
Der Elende, immer noch nach Genüssen verlangend, die durch die Tochter (der Zeit) schal geworden waren, ohne Zuneigung zum wahren Ziel des Selbst, umsorgte weiterhin liebevoll seine Söhne und seine Gattin.
Wort für Wort
kāmān
Genussobjekte (Akk.Pl.)
abhilaṣan
begehrend (Ppr.Nom.Sg.)
dīnaḥ
der Elende (Nom.Sg.)
yāta-yāmān
schal/fade gewordene (Genüsse) (Akk.Pl.)
ca
und
kanyayā
durch die Tochter (der Zeit) (Instr.Sg.)
vigata-ātma-gati-snehaḥ
dessen Zuneigung zum wahren Ziel des Selbst geschwunden war (Nom.Sg.)
putra-dārān
Söhne und Gattin (Akk.Pl.)
ca
und
lālayan
liebevoll umsorgend (Ppr.Nom.Sg.)
Devanāgarī auf der Quellseite nur teilweise wiedergegeben; Vers anhand IAST/Wortglossen vollständig rekonstruiert.
Der Stadthüter, dessen Wohnstätte von den Yavanas belagert war, litt ebenfalls, während die Stadt von Kālakanyā ergriffen und von Prajvāra bedrängt wurde.
Wort für Wort
yavana-uparuddha-āyatanaḥ
dessen Wohnstätte von den Yavanas belagert war (Nom.Sg.)
grastāyām
während sie ergriffen wurde (Lok.Sg.Ppp., Lok.abs.)
na śeke so 'vituṁ tatra
puru-kṛcchroru-vepathuḥ
gantum aicchat tato vṛkṣa-
koṭarād iva sānalāt
Er vermochte die Stadt dort nicht zu schützen; unter großer Mühsal heftig zitternd, wünschte er von dort fortzugehen, wie (ein Tier) aus einer brennenden Baumhöhle.
Wort für Wort
na śeke
er vermochte nicht (3.Sg.Perf.+Neg.)
saḥ
er (Nom.Sg.)
avitum
zu schützen (Inf.)
tatra
dort
puru-kṛcchra-uru-vepathuḥ
unter großer Mühsal heftig zitternd (Nom.Sg.)
gantum
fortzugehen (Inf.)
aicchat
er wünschte (3.Sg.Impf.)
tataḥ
von dort
vṛkṣa-koṭarāt
aus der Baumhöhle (Abl.Sg.)
iva
wie
sa-analāt
die in Flammen steht (Abl.Sg.)
[Anm.: 'kṛcchra' in der Quellseite fehlerhaft mit kyrillischem Zeichen wiedergegeben; hier korrigiert.]
śithilāvayavo yarhi
gandharvair hṛta-pauruṣaḥ
yavanair aribhī rājann
uparuddho ruroda ha
O König, als er, mit erschlafften Gliedern, von den Gandharvas seiner Manneskraft beraubt und von den feindlichen Yavanas bedrängt war, weinte er fürwahr laut.
"Ich" und "mein" auf sein Haus beziehend, sann der übel-verständige, elende Hausherr, zusammen mit seiner Gattin, über sie nach, als nun die Trennung bevorstand.
Wort für Wort
aham mama iti
"Ich" und "mein" (wörtlich zitiert)
svīkṛtya
angenommen habend/beziehend (Abs.)
gṛheṣu
in Bezug auf das Haus (Lok.Pl.)
ku-matiḥ
der übel-verständige (Nom.Sg.)
gṛhī
der Hausherr (Nom.Sg.)
dadhyau
er sann nach/gedachte (3.Sg.Perf.)
pramadayā
zusammen mit seiner Gattin (Instr.Sg.)
dīnaḥ
elend (Nom.Sg.)
viprayoge upasthite
als die Trennung bevorstand (Lok.abs.)
Fortsetzung des in Vers 16 begonnenen Satzes; 'dadhyau' ist das regierende Verb für die dortigen Akkusative.
"Solange ich nicht gegessen habe, isst sie nicht; solange ich nicht gebadet habe, badet sie nicht, mir ganz ergeben. Wenn ich zornig bin, ist sie sehr erschrocken; wenn ich sie tadle, hält sie aus Furcht ihre Rede gezügelt."
Wort für Wort
na mayi anāśite
wenn ich nicht gegessen habe, nicht (Lok.abs.+Neg.)
prabodhayati māvijñaṁ
vyuṣite śoka-karśitā
vartmaitad gṛha-medhīyaṁ
vīra-sūr api neṣyati
"Sie belehrt mich Unwissenden mit gutem Rat; wenn ich fort bin, wird sie, von Kummer abgezehrt, wohl diesen Pfad der häuslichen Pflichten - obwohl sie die Mutter tapferer Söhne ist - zu gehen vermögen?"
"Wie werden meine hilflosen Söhne oder Töchter, die keine andere Zuflucht haben, wohl leben, wenn ich gegangen bin - wie Schiffbrüchige auf einem zerbrochenen Boot im Ozean?"
Wort für Wort
katham nu
wie denn
dārakāḥ
die Söhne (Nom.Pl.)
dīnāḥ
hilflos/elend (Nom.Pl.)
dārakīḥ vā
oder die Töchter (Nom.Pl.)
aparāyaṇāḥ
die keine andere Zuflucht haben (Nom.Pl.)
vartiṣyante
werden sie leben/bestehen (3.Pl.Fut.Med.)
mayi gate
wenn ich gegangen bin (Lok.abs.)
bhinna-nāvaḥ iva
wie auf einem zerbrochenen Boot (Nom.Pl., Vergleich)
So näherte sich ihm, der mit erbärmlichem Verstand klagte und dies eigentlich nicht verdiente, der mit Namen Furcht, fest entschlossen, ihn zu ergreifen.
Während er wie ein Tier von den Yavanas in ihre eigene Behausung fortgeführt wurde, liefen seine Gefolgsleute hinterher, klagend und schwer erschüttert.
Gewaltsam von dem übermächtigen Yavana fortgezerrt und von Finsternis überwältigt, erinnerte er sich nicht mehr an seinen Freund, den ihm von Anbeginn wohlgesinnten Gefährten.
ananta-pāre tamasi
magno naṣṭa-smṛtiḥ samāḥ
śāśvatīr anubhūyārtiṁ
pramadā-saṅga-dūṣitaḥ
Versunken in grenzenloses Dunkel, seiner Erinnerung beraubt, erfuhr er - verdorben durch die Gemeinschaft mit der Frau - über schier endlose Jahre hinweg Leid.
Wort für Wort
ananta-pāre tamasi
im grenzenlosen Dunkel (Lok.Sg.)
magnaḥ
versunken (Nom.Sg.Ppp.)
naṣṭa-smṛtiḥ
seiner Erinnerung beraubt (Nom.Sg.)
samāḥ śāśvatīḥ
über schier endlose Jahre (Akk.Pl., Zeitdauer)
anubhūya
erfahrend (Abs.)
ārtim
Leid (Akk.Sg.)
pramadā-saṅga-dūṣitaḥ
verdorben durch die Gemeinschaft mit der Frau (Nom.Sg.)
Malayadhvaja, der Herrscher von Pāṇḍya, der Bezwinger fremder Städte, heiratete, nachdem er im Kampf die anderen Fürsten besiegt hatte, die Tochter des Vidarbha-Königs, deren Preis die Kampfestapferkeit war.
Ein jeder von ihnen hatte, o König, je zehn Millionen Nachkommen; durch deren Nachkommenschaft wird die Erde bis über ein ganzes Manvantara hinaus beherrscht werden.
Wort für Wort
eka-ekasya
eines jeden einzelnen (Gen.Sg.)
abhavat
es gab/wurde (3.Sg.Impf.)
teṣām
von ihnen (Gen.Pl.)
rājan
o König (Vok.)
arbudam arbudam
je zehn Millionen (Akk.Sg., distributiv)
bhokṣyate
wird beherrscht werden (3.Sg.Fut.Med.Pass.)
yat-vaṁśa-dharaiḥ
durch deren Nachkommen (Instr.Pl.)
mahī
die Erde (Nom.Sg.)
manu-antaram param
bis über ein ganzes Manvantara hinaus (Akk.Sg., Adv.)
Der Weise Agastya hatte zuvor die Tochter, die zu Gelübden entschlossen war, geheiratet; durch sie wurde der Seher Dṛḍhacyuta geboren, der Sohn mit Namen Idhmavāha.
Wort für Wort
agastyaḥ
der Weise Agastya (Nom.Sg.)
prāk
zuvor/früher
duhitaram
die Tochter (Akk.Sg.)
upayeme
er heiratete (3.Sg.Perf.Med.)
dhṛta-vratām
die zu Gelübden entschlossene (Akk.Sg.)
yasyām
durch welche (Lok.Sg.)
dṛḍhacyutaḥ
Dṛḍhacyuta (Nom.Sg.)
jātaḥ
wurde geboren (Nom.Sg.Ppp.)
idhmavāha-ātmajaḥ
der Sohn (namens) Idhmavāha (Nom.Sg.)
muniḥ
der Seher (Nom.Sg.)
[Anm.: Die genaue Beziehung des Kompositums 'idhmavāhātmajaḥ' (Sohn des/namens Idhmavāha) bleibt mehrdeutig; hier wörtlich als Apposition wiedergegeben.]
tatra candravasā nāma
tāmraparṇī vaṭodakā
tat-puṇya-salilair nityam
ubhayatrātmano mṛjan
kandāṣṭibhir mūla-phalaiḥ
puṣpa-parṇais tṛṇodakaiḥ
vartamānaḥ śanair gātra-
karśanaṁ tapa āsthitaḥ
Dort, an den Flüssen namens Candravasā, Tāmraparṇī und Vaṭodakā, reinigte er sich täglich mit deren heiligen Wassern in beiderlei Weise; sich von Wurzelknollen und Kernen, Wurzeln und Früchten, Blüten und Blättern sowie Gras und Wasser ernährend, unterzog er sich allmählich einer den Körper abmagernden Askese.
Kälte und Hitze, Wind und Regen, Hunger und Durst, Angenehmes und Unangenehmes, Glück und Leid - all diese Gegensatzpaare bezwang er, gleichmütig blickend.
Durch Askese und Wissen die inneren Verunreinigungen ausgebrannt, durch Niyama und Yama geübt, vertiefte er, dessen Sinne, Lebensatem und Bewusstsein völlig bezwungen waren, sein Selbst im Brahman.
Wort für Wort
tapasā
durch Askese (Instr.Sg.)
vidyayā
durch Wissen (Instr.Sg.)
pakva-kaṣāyaḥ
dessen Verunreinigungen ausgebrannt waren (Nom.Sg.)
niyamaiḥ yamaiḥ
durch Niyama und Yama (Instr.Pl.)
yuyuje
er verband/vertiefte (3.Sg.Perf.Med.)
brahmaṇi
in das Brahman (Lok.Sg.)
ātmānam
sein Selbst (Akk.Sg.)
vijita-akṣa-anila-āśayaḥ
dessen Sinne, Lebensluft und Bewusstsein völlig bezwungen waren (Nom.Sg.)
Er verweilte, unbewegt wie ein Pfahl, hundert Götterjahre lang an einem Ort, ohne etwas anderes zu kennen, seine ganze Zuneigung dem erhabenen Vāsudeva zugewandt.
sa vyāpakatayātmānaṁ
vyatiriktatayātmani
vidvān svapna ivāmarśa-
sākṣiṇaṁ virarāma ha
Er, der so das Selbst als alldurchdringend und zugleich in seinem eigenen Selbst als davon verschieden erkannte, wie man im Traum den Zeugen des Erwägens erkennt, wurde fürwahr gleichmütig.
O König, durch Hari, der als geistiger Lehrer unmittelbar vom Erhabenen selbst unterwiesen war, durch die nach allen Seiten hin erstrahlende Leuchte reinen Wissens -
pare brahmaṇi cātmānaṁ
paraṁ brahma tathātmani
vīkṣamāṇo vihāyekṣām
asmād upararāma ha
- erblickte er das Selbst im höchsten Brahman und ebenso das höchste Brahman im eigenen Selbst, und indem er dieses unterscheidende Betrachten aufgab, kam er fürwahr davon zur Ruhe.
Vaidarbhī, die ihren Gatten als Gottheit ansah, bediente ihren Gatten Malayadhvaja, den höchsten Kenner der Dharma-Prinzipien, mit Liebe, indem sie alle Genüsse aufgab.
Wort für Wort
patim
den Gatten (Akk.Sg.)
parama-dharma-jñam
den höchsten Kenner der Dharma-Prinzipien (Akk.Sg.)
In zerlumpte Gewänder gekleidet, durch Gelübde abgemagert, das Haar zu einem Zopf geflochten, erstrahlte sie friedvoll neben ihrem Gatten, wie eine Flamme neben ruhig gewordenem Feuer.
Als sie, während sie ihn verehrte, an seinen Füßen keine Wärme mehr wahrnahm, wurde sie im Herzen erschrocken, wie eine von der Herde getrennte Hirschkuh.
"Steh auf, steh auf, o königlicher Weiser! Diese vom Ozean umgürtete Erde, die sich vor den Räubern und den unwürdigen Kriegerverwandten fürchtet, solltest du beschützen."
Nachdem sie einen Scheiterhaufen aus Holz aufgeschichtet, darauf den Leichnam ihres Gatten gelegt und entzündet hatte, richtete sie klagend ihren Sinn auf das Mitsterben.
tatra pūrvataraḥ kaścit
sakhā brāhmaṇa ātmavān
sāntvayan valgunā sāmnā
tām āha rudatīṁ prabho
O Herr, dort sprach ein Brahmane, ein früherer Freund, ein selbstbeherrschter Mann, sie besänftigend mit lieblichen, begütigenden Worten, zu ihr, die weinte.
brāhmaṇa uvāca
kā tvaṁ kasyāsi ko vāyaṁ
śayāno yasya śocasi
jānāsi kiṁ sakhāyaṁ māṁ
yenāgre vicacartha ha
Der Brahmane sprach: "Wer bist du? Wessen bist du? Und wer ist dieser hier Liegende, um den du klagst? Erkennst du wohl mich als jenen Freund, mit dem du einst umherwandeltest?"
"Erinnerst du dich, o Freund(in), auch an dich selbst, dessen/deren Freund unerkannt blieb? Nachdem du mich verlassen hattest, auf der Suche nach einer neuen Stellung, bist du, den irdischen Genüssen ergeben, in diese Lage geraten."
"Ich und du, o Edler, waren zwei Schwäne, zwei Freunde, die im Mānasa-See wohnten - nun sind wir für tausend Jahre von unserer gemeinsamen Heimstatt getrennt."
Wort für Wort
haṁsau
zwei Schwäne (Nom.Du.)
aham
ich (Nom.Sg.)
ca
und
tvam
du (Nom.Sg.)
ca
und
ārya
o Edler (Vok.)
sakhāyau
zwei Freunde (Nom.Du.)
mānasa-ayanau
im Mānasa-See wohnhaft (Nom.Du.)
abhūtām
wir waren/wurden (3.Du.Impf.)
antarā
getrennt (Adv.)
vā okaḥ
fürwahr von der gemeinsamen Heimstatt (Abl./Akk. als Adv.)
"Du also, o Freund, gingst, mich verlassend, mit weltlich gesonnenem Geist zur Erde; auf deiner Wanderung sahst du eine Wohnstatt, die von irgendeiner Frau errichtet war."
"Diese Wohnstatt hatte fünf Gärten, neun Tore, einen einzigen Wächter, drei Vorratskammern, sechs Sippen, fünf Märkte, fünf Grundelemente, und ihr Herr war eine Frau."
pañcendriyārthā ārāmā
dvāraḥ prāṇā nava prabho
tejo-'b-annāni koṣṭhāni
kulam indriya-saṅgrahaḥ
"O Herr, die fünf Sinnesobjekte sind die Gärten; die neun Lebensöffnungen sind die Tore; Feuer, Wasser und Nahrung sind die Vorratskammern; die Sippe ist die Gesamtheit der Sinne."
vipaṇas tu kriyā-śaktir
bhūta-prakṛtir avyayā
śakty-adhīśaḥ pumāṁs tv atra
praviṣṭo nāvabudhyate
"Der Markt aber ist die Handlungskraft, die unvergängliche materielle Grundlage; der Mensch, der Gebieter dieser Kraft, wird sich, einmal hier eingetreten, seiner selbst nicht mehr bewusst."
"In dieser Wohnstatt, o Freund, hast du dich, mit der Frau in Berührung gekommen und dich vergnügend, ohne Erinnerung an das einst Gehörte, durch die Gemeinschaft mit ihr in einen solch höchst sündhaften Zustand versetzt."
na tvaṁ vidarbha-duhitā
nāyaṁ vīraḥ suhṛt tava
na patis tvaṁ purañjanyā
ruddho nava-mukhe yayā
"Nicht bist du die Tochter des Vidarbha-Königs, und nicht ist dieser hier der Held, dein wohlgesinnter Gatte; nicht bist du der Gatte der Purañjanī, von welcher du im Leib mit den neun Toren gefangen gehalten wurdest."
māyā hy eṣā mayā sṛṣṭā
yat pumāṁsaṁ striyaṁ satīm
manyase nobhayaṁ yad vai
haṁsau paśyāvayor gatim
"Fürwahr, dies ist Māyā, von mir geschaffen, wodurch du dich bald für einen Mann, bald für eine tugendhafte Frau hältst - du bist keines von beiden! Denn wir sind in Wahrheit Schwäne - sieh unsere wahre Beschaffenheit!"
ahaṁ bhavān na cānyas tvaṁ
tvam evāhaṁ vicakṣva bhoḥ
na nau paśyanti kavayaś
chidraṁ jātu manāg api
"Ich bin du, und du bist kein anderer als ich; du bist eben ich - erkenne dies! Die Weisen sehen zwischen uns beiden niemals einen Unterschied, auch nicht im Geringsten."
"So wie ein Mensch durch das Zusammenwirken von Spiegel und Augen sein eines Selbst als zu zweien geworden erblickt, ebenso scheinbar ist der Unterschied zwischen uns beiden."
So erlangte der Mānasa-Schwan, durch den anderen Schwan erweckt und wieder in sich selbst ruhend, die durch sein Sich-Abwenden von ihm verlorene Erinnerung wieder.
"O Barhiṣmat, diese Lehre über das Selbst wurde auf verhüllte Weise dargelegt, da dem erhabenen Gott, dem Urheber des Universums, das Indirekte lieb ist."