Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 17: kaler-nigrahaḥ Strafe und Gnade für Kali

Parīkṣit erblickt den personifizierten Kali als Śūdra, der einen Stier (Dharma) und eine Kuh (die Erde) misshandelt, und stellt ihn scharf zur Rede (V.1-16). Dharma selbst antwortet, gibt sich zu erkennen und erklärt die vier Zeitalter-Füße des Dharma - Askese, Reinheit, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit - von denen im gegenwärtigen Kali-Zeitalter durch Hochmut, Bindung und Rausch bereits drei gebrochen sind (V.17-27). Parīkṣit erhebt das Schwert gegen Kali, der sich unterwirft und um Gnade fleht (V.28-30); der König verschont ihn, verbannt ihn aber aus seinem Reich und weist ihm stattdessen fünf Aufenthaltsorte zu: Würfelspiel, Trunk, [verbotene] Frauen, Schlachtung und - auf Kalis weitere Bitte hin - Gold, aus dem Falschheit, Rausch, Begierde, Leidenschaft und Feindschaft entspringen (V.31-41). Parīkṣit stellt die drei verlorenen Dharma-Füße wieder her und lässt die Erde gedeihen; das Kapitel schließt mit dem Übergang zu Parīkṣits gegenwärtiger Herrschaft in Hastināpura, während derer die Weisen von Naimiṣāraṇya zu ihrem Opfer geweiht sind (V.42-45).

sūta uvāca tatra go-mithunaṁ rājā hanyamānam anāthavat | daṇḍa-hastaṁ ca vṛṣalaṁ dadṛśe nṛpa-lāñchanam ||

Sūta sprach: Dort erblickte der König das Rinderpaar, wie schutzlos geschlagen, und den Śūdra mit dem Stock in der Hand, [der doch] das Abzeichen eines Königs [trug].

Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta sprach
tatra go-mithunam rājā
dort das Rinderpaar der König
hanyamānam anāthavat
geschlagen wie schutzlos
daṇḍa-hastam ca vṛṣalam
und den Śūdra mit dem Stock in der Hand
dadṛśe nṛpa-lāñchanam
erblickte, [der] das Königsabzeichen [trug]

vṛṣaṁ mṛṇāla-dhavalaṁ mehantam iva bibhyatam | vepamānaṁ padaikena sīdantaṁ śūdra-tāḍitam ||

[er erblickte] den Stier, weiß wie eine Lotoswurzelfaser, wie vor Angst urinierend, zitternd, auf einem einzigen Fuß, zusammensinkend, vom Śūdra geschlagen,

Wort für Wort
vṛṣam mṛṇāla-dhavalam
den Stier, weiß wie eine Lotoswurzelfaser
mehantam iva bibhyatam
wie vor Angst urinierend
vepamānam pada-ekena
zitternd, auf einem Fuß
sīdantam śūdra-tāḍitam
zusammensinkend, vom Śūdra geschlagen

gāṁ ca dharma-dughāṁ dīnāṁ bhṛśaṁ śūdra-padāhatām | vivatsām āśru-vadanāṁ kṣāmāṁ yavasam icchatīm ||

und die den Dharma spendende, elende Kuh, heftig vom Fuß des Śūdra geschlagen, ohne Kalb, mit tränenüberströmtem Gesicht, abgemagert, nach Weidegras verlangend.

Wort für Wort
gām ca dharma-dughām dīnām
und die den Dharma spendende, elende Kuh
bhṛśam śūdra-pada-āhatām
heftig vom Fuß des Śūdra geschlagen
vivatsām āśru-vadanām
ohne Kalb, mit tränenüberströmtem Gesicht
kṣāmām yavasam icchatīm
abgemagert, nach Weidegras verlangend

papraccha rathamārūḍhaḥ kārtasvara-paricchadam | megha-gambhīrayā vācā samāropita-kārmukaḥ ||

Er fragte, [nachdem er] den mit goldenem Zubehör [geschmückten] Wagen bestiegen [hatte], mit einer Stimme, tief wie eine Gewitterwolke, den Bogen gespannt haltend:

Wort für Wort
papraccha
er fragte
ratham ārūḍhaḥ
den Wagen besteigend
kārtasvara-paricchadam
mit goldenem Zubehör geschmückt
megha-gambhīrayā vācā
mit einer Stimme, tief wie eine Gewitterwolke
samāropita-kārmukaḥ
den Bogen gespannt haltend

kastvaṁ mac-charaṇe loke balāddhaṁsyabalān balī | naradevo'si veṣeṇa naṭavatkarmaṇādvijaḥ ||

Wer bist du, der du in dieser meinem Schutz unterstehenden Welt mit Gewalt die Schwachen tötest, du Starker? Nur dem Anschein nach bist du ein Menschengott [König], wie ein Schauspieler durch dein Tun – [in Wahrheit] kein Zweifachgeborener.

Wort für Wort
kaḥ tvam
wer bist du
mat-śaraṇe loke
in [dieser] meinem Schutz [unterstehenden] Welt
balāt haṁsi abalān balī
tötest mit Gewalt die Schwachen, du Starker
nara-devaḥ asi veṣeṇa
du bist dem Anschein nach ein Menschengott (König)
naṭavat karmaṇā advijaḥ
wie ein Schauspieler durch dein Tun, kein Zweifachgeborener

[Anm.: „advijaḥ“ (kein „zweimal Geborener“) spielt sowohl auf die Kastenzugehörigkeit als auch metaphorisch auf mangelnde spirituelle „zweite Geburt“ an.]

yastvaṁ kṛṣṇe gate dūraṁ saha-gāṇḍīvadhanvanā | śocyo'syaśocyān rahasi praharan vadhamarhasi ||

Du, der du – da Kṛṣṇa fern gegangen ist zusammen mit dem Gāṇḍīva-Bogenträger [Arjuna] – bemitleidenswert bist, [und] die Unschuldigen heimlich schlägst, verdienst den Tod.

Wort für Wort
yaḥ tvam kṛṣṇe gate dūram
du, der du, da Kṛṣṇa fern gegangen ist
saha-gāṇḍīva-dhanvanā
zusammen mit dem Gāṇḍīva-Bogenträger
śocyaḥ asi
bist bemitleidenswert
aśocyān rahasi praharan
die Unschuldigen im Verborgenen schlagend
vadham arhasi
verdienst du den Tod

tvaṁ vā mṛṇāla-dhavalaḥ pādairnyūnaḥ padā caran | vṛṣa-rūpeṇa kiṁ kaścid devo naḥ parikhedayan ||

Oder bist du, weiß wie eine Lotoswurzelfaser, um [drei] Füße vermindert, auf einem Fuß wandelnd, [etwa] irgendein Gott in Stiergestalt, der uns betrübt?

Wort für Wort
tvam vā mṛṇāla-dhavalaḥ
oder bist du weiß wie eine Lotoswurzelfaser
pādaiḥ nyūnaḥ padā caran
um Füße vermindert, auf [einem] Fuß wandelnd
vṛṣa-rūpeṇa kim kaścit devaḥ
bist du etwa irgendein Gott in Stiergestalt
naḥ parikhedayan
der uns betrübt

na jātu kauravendrāṇāṁ dordaṇḍa-parirambhite | bhū-tale'nupatantyasmin vinā te prāṇināṁ śucaḥ ||

Niemals fallen auf diesem, von den Armen der Kaurava-Fürsten umfangenen Erdboden die Sorgen der Lebewesen [an], außer bei dir.

Wort für Wort
na jātu
niemals
kaurava-indrāṇām dordaṇḍa-parirambhite
auf dem von den Armen der Kaurava-Fürsten umfangenen
bhū-tale anupatanti asmin
fallen auf diesem Erdboden
vinā te prāṇinām śucaḥ
außer bei dir die Sorgen der Lebewesen

[Anm.: Gemeint ist, dass solange die Kaurava-Könige (die Pāṇḍavas) die Erde schützen, Kummer allein durch dich (Kali/den Übeltäter) entstehen kann.]

mā saurabheyātra śuco vyetu te vṛṣalād bhayam | mā rodīramba bhadraṁ te khalānāṁ mayi śāstari ||

Sei nicht traurig, Sohn der Surabhi [Stier]; möge deine Furcht vor dem Śūdra weichen. Weine nicht, o Mutter, Segen sei mit dir, solange ich der Zuchtmeister der Übeltäter bin.

Wort für Wort
mā saurabhe atra śucaḥ
sei nicht traurig, o Sohn der Surabhi
vyetu te vṛṣalāt bhayam
möge deine Furcht vor dem Śūdra weichen
mā rodīḥ amba bhadram te
weine nicht, o Mutter, Segen sei mit dir
khalānām mayi śāstari
solange ich der Zuchtmeister der Übeltäter bin

yasya rāṣṭre prajāḥ sarvāstrasyante sādhvyasādhubhiḥ | tasya mattasya naśyanti kīrtirāyurbhago gatiḥ ||

In dessen Reich alle Untertanen von Übeltätern erschreckt werden, o Tugendhafte, dessen, des [wie] Berauschten [nachlässigen Königs], schwinden Ruhm, Lebenszeit, Glück und [höheres] Los.

Wort für Wort
yasya rāṣṭre prajāḥ sarvāḥ
in dessen Reich alle Untertanen
trasyante sādhvi asādhubhiḥ
erschreckt werden, o Tugendhafte, von den Übeltätern
tasya mattasya naśyanti
dessen, des Berauschten, schwinden
kīrtiḥ āyuḥ bhagaḥ gatiḥ
Ruhm, Lebenszeit, Glück, [höheres] Los

eṣa rājñāṁ paro dharmo hyārtānāmārtinigrahaḥ | ata enaṁ vadhiṣyāmi bhūtadruhamasattamam ||

Dies ist fürwahr die höchste Pflicht der Könige: das Bezwingen des Leids der Bedrängten. Daher werde ich diesen töten, den schlechtesten aller Wesenfeinde.

Wort für Wort
eṣaḥ rājñām paraḥ dharmaḥ hi
dies ist fürwahr die höchste Pflicht der Könige
ārtānām ārti-nigrahaḥ
das Bezwingen des Leids der Bedrängten
ataḥ enam vadhiṣyāmi
daher werde ich diesen töten
bhūta-druham asattamam
den schlechtesten [aller] Wesenfeinde

ko'vṛścat tava pādāṁstrīn saurabheya catuṣpada | mā bhūvaṁstvādṛśā rāṣṭre rājñāṁ kṛṣṇānuvartinām ||

Wer hat dir deine drei Füße abgeschnitten, o Sohn der Surabhi, du Vierfüßiger? Mögen [Wesen] wie du nicht [mehr sein] im Reich der Könige, die Kṛṣṇa nachfolgen.

Wort für Wort
kaḥ avṛścat tava pādān trīn
wer hat dir deine drei Füße abgeschnitten
saurabheya catuṣ-pada
o Sohn der Surabhi, du Vierfüßiger
mā bhūvan tvādṛśāḥ rāṣṭre
mögen [Wesen] wie du nicht sein im Reich
rājñām kṛṣṇa-anuvartinām
der Könige, die Kṛṣṇa nachfolgen

ākhyāhi vṛṣa bhadraṁ vaḥ sādhūnāmakṛtāgasām | ātma-vairūpya-kartāraṁ pārthānāṁ kīrti-dūṣaṇam ||

Sag es, o Stier – Segen sei mit dir/euch Tugendhaften, die kein Unrecht begingen – [nenne mir] den Verursacher deiner eigenen Entstellung, den Beflecker des Ruhmes der Pārthas.

Wort für Wort
ākhyāhi vṛṣa bhadram vaḥ
sag es, o Stier, Segen sei mit euch
sādhūnām akṛtāgasām
der Tugendhaften, die kein Unrecht begingen
ātma-vairūpya-kartāram
den Verursacher deiner eigenen Entstellung
pārthānām kīrti-dūṣaṇam
den Befleckern des Ruhmes der Pārthas

jane'nāgasyaghaṁ yuñjan sarvato'sya ca madbhayam | sādhūnāṁ bhadrameva syādasādhu-damane kṛte ||

Wer einem unschuldigen Menschen Unrecht zufügt, dem soll von allen Seiten meine Furcht [drohen]; für die Tugendhaften möge nur Segen entstehen, wenn die Bestrafung des Übeltäters vollzogen ist.

Wort für Wort
jane anāgasi agham yuñjan
der einem unschuldigen Menschen Unrecht zufügt
sarvataḥ asya ca mat-bhayam
und dem von allen Seiten meine Furcht [drohen soll]
sādhūnām bhadram eva syāt
für die Tugendhaften möge nur Segen entstehen
asādhu-damane kṛte
wenn die Bestrafung des Übeltäters vollzogen ist

anāgaḥsviha bhūteṣu ya āgaskṛnniraṅkuśaḥ | āhartāsmi bhujaṁ sākṣādamartyasyāpi sāṅgadam ||

Wer zügellos Unrecht begeht gegenüber den unschuldigen Wesen hier – ich werde fürwahr [seinen] Arm abschneiden, samt Armreif, selbst wenn er ein Unsterblicher wäre.

Wort für Wort
anāgaḥsu iha bhūteṣu
gegenüber den unschuldigen Wesen hier
yaḥ āgaḥ-kṛt niraṅkuśaḥ
wer zügellos Unrecht begeht
āhartā asmi bhujam sākṣāt
ich werde fürwahr den Arm abschneiden
amartyasya api sa-aṅgadam
selbst wenn er unsterblich ist, samt Armreif

rājño hi paramo dharmaḥ svadharmasthānupālanam | śāsato'nyān yathāśāstramanāpadyutpathāniha ||

Die höchste Pflicht des Königs ist fürwahr die Beschützung derer, die in ihrer eigenen Pflicht stehen, indem er andere, die – ohne Notlage – hier auf Abwege geraten sind, gemäß der Lehrschrift bestraft.

Wort für Wort
rājñaḥ hi paramaḥ dharmaḥ
die höchste Pflicht des Königs ist fürwahr
sva-dharma-stha-anupālanam
die Beschützung derer, die in ihrer eigenen Pflicht stehen
śāsataḥ anyān yathā-śāstram
indem er andere gemäß der Lehrschrift bestraft
anāpadi utpathān iha
[diejenigen] hier auf Abwegen, ohne Notlage

dharma uvāca etad vaḥ pāṇḍaveyānāṁ yuktamārtābhayaṁ vacaḥ | yeṣāṁ guṇagaṇaiḥ kṛṣṇo dautyādau bhagavān kṛtaḥ ||

Dharma sprach: Dies ist von euch Pāṇḍava-Nachkommen eine passende, den Bedrängten Sicherheit gebende Rede – von euch, durch deren Tugendfülle der erhabene Kṛṣṇa [sogar] zum Botengang und anderem [Dienst] bewogen wurde.

Wort für Wort
dharmaḥ uvāca
Dharma sprach
etat vaḥ pāṇḍaveyānām
dies [ist] von euch Pāṇḍava-Nachkommen
yuktam ārta-abhayam vacaḥ
eine passende, den Bedrängten Sicherheit gebende Rede
yeṣām guṇa-gaṇaiḥ
durch deren Tugendfülle
kṛṣṇaḥ dautya-ādau bhagavān kṛtaḥ
der erhabene Kṛṣṇa zum Botengang u.a. bewogen wurde

na vayaṁ kleśabījāni yataḥ syuḥ puruṣarṣabha | puruṣaṁ taṁ vijānīmo vākyabhedavimohitāḥ ||

Nicht wir [Elemente/Naturkräfte] sind die Samen des Leidens, aus denen [es] entstehen könnte, o Stier unter den Menschen; jenen Puruṣa [allein erkennen wir als letzte Ursache] – [wir sind nur] verwirrt durch die Verschiedenheit der Lehrmeinungen.

Wort für Wort
na vayam kleśa-bījāni
nicht wir sind die Samen des Leidens
yataḥ syuḥ puruṣa-ṛṣabha
aus denen es entstehen könnte, o Stier unter den Menschen
puruṣam tam vijānīmaḥ
jenen Puruṣa erkennen wir [als Ursache]
vākya-bheda-vimohitāḥ
verwirrt durch die Verschiedenheit der Lehrmeinungen

kecid vikalpavasanā āhurātmānamātmanaḥ | daivamanye'pare karma svabhāvamapare prabhum ||

Manche, die Zweifeln zugetan sind, sagen, [die Ursache des Leidens sei] das eigene Selbst; andere [sagen es sei] das Schicksal, wieder andere das [vergangene] Handeln, wieder andere die [eigene] Natur als [letzte] Herrin.

Wort für Wort
kecit vikalpa-vasanāḥ
manche, die Zweifeln zugetan sind
āhuḥ ātmānam ātmanaḥ
sagen, [die Ursache sei] das eigene Selbst
daivam anye
das Schicksal andere
apare karma
wieder andere das Handeln
svabhāvam apare prabhum
wieder andere die Natur als Herrin

apratarkyādanirdeśyāditi keṣvapi niścayaḥ | atrānurūpaṁ rājarṣe vimṛśa svamanīṣayā ||

„[Es kommt] vom Unergründlichen, Unbestimmbaren“ – so [lautet] bei manchen die feste Ansicht. Erwäge hierüber, was [dir] passend [erscheint], o königlicher Weiser, mit deinem eigenen Verstand.

Wort für Wort
apratarkyāt anirdeśyāt iti
„vom Unergründlichen, Unbestimmbaren“ so
keṣu api niścayaḥ
bei manchen [ist dies] die feste Ansicht
atra anurūpam rājarṣe
hierüber, was passend [erscheint], o königlicher Weiser
vimṛśa sva-manīṣayā
erwäge mit deinem eigenen Verstand

sūta uvāca evaṁ dharme pravadati sa samrāḍ dvijasattamāḥ | samāhitena manasā vikhedaḥ paryacaṣṭa tam ||

Sūta sprach: Während Dharma so sprach, betrachtete jener Kaiser, o beste der Zweimalgeborenen, mit gesammeltem Geist und ohne [weiteren] Kummer ihn.

Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta sprach
evam dharme pravadati
während Dharma so sprach
saḥ samrāṭ dvija-sattamāḥ
jener Kaiser, o beste der Zweimalgeborenen
samāhitena manasā
mit gesammeltem Geist
vikhedaḥ paryacaṣṭa tam
betrachtete ihn, ohne Kummer

rājovāca dharmaṁ bravīṣi dharmajña dharmo'si vṛṣarūpadhṛk | yadadharmakṛtaḥ sthānaṁ sūcakasyāpi tadbhavet ||

Der König sprach: Du sprichst über den Dharma, o Kenner des Dharma; du bist der Dharma [selbst], der die Stiergestalt trägt. Welcher [Straf-]Ort dem Unrechttäter [zukommt], derselbe möge auch dem [bloßen] Anzeiger [zuteilwerden, der es nicht meldet].

Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach
dharmam bravīṣi dharma-jña
du sprichst über Dharma, o Kenner des Dharma
dharmaḥ asi vṛṣa-rūpa-dhṛk
du bist Dharma, der die Stiergestalt trägt
yat adharma-kṛtaḥ sthānam
welcher Ort dem Unrecht-Täter zukommt
sūcakasya api tat bhavet
dem [bloßen] Anzeiger möge derselbe [Ort] zuteilwerden

[Anm.: Der König erkennt Dharma trotz dessen Verkleidung und fordert ihn zugleich auf, den wahren Täter (Kali) zu nennen, statt sich mit indirekten Aussagen zu begnügen.]

athavā devamāyāyā nūnaṁ gatiragocarā | cetaso vacasaścāpi bhūtānāmiti niścayaḥ ||

Oder vielmehr: Der Weg der göttlichen Māyā ist gewiss unerreichbar für Denken und Rede auch der [gewöhnlichen] Wesen – so [lautet] meine feste Überzeugung.

Wort für Wort
athavā
oder vielmehr
deva-māyāyāḥ nūnam gatiḥ agocarā
der Weg der göttlichen Māyā ist gewiss unerreichbar
cetasaḥ vacasaḥ ca api bhūtānām
für Denken und Rede auch der Wesen
iti niścayaḥ
so [lautet meine] feste Überzeugung

tapaḥ śaucaṁ dayā satyamiti pādāḥ kṛte kṛtāḥ | adharmāṁśaistrayo bhagnāḥ smayasaṅgamadaistava ||

Askese, Reinheit, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit – dies waren [deine] vier Füße, vollständig im Kṛta-Zeitalter; drei [davon] wurden durch Anteile des Unrechts gebrochen: durch Hochmut, [weltliche] Bindung und Rausch, [Anteile] von dir, [Kali].

Wort für Wort
tapaḥ śaucam dayā satyam iti pādāḥ
Askese, Reinheit, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit - [deine] Füße
kṛte kṛtāḥ
im Kṛta[-Zeitalter] vollständig
adharma-aṁśaiḥ trayaḥ bhagnāḥ
durch Anteile des Unrechts wurden drei gebrochen
smaya-saṅga-madaiḥ tava
durch Hochmut, Bindung und Rausch, [Anteile] von dir

idānīṁ dharma pādaste satyaṁ nirvartayedyataḥ | taṁ jighṛkṣatyadharmo'yamanṛtenaidhitaḥ kaliḥ ||

Jetzt, o Dharma, [ist] dein [letzter] Fuß die Wahrhaftigkeit, durch den [du dich noch] hältst; diesen will nun dieses Unrecht [ebenfalls] ergreifen – [nämlich] Kali, genährt durch Falschheit.

Wort für Wort
idānīm dharma pādaḥ te
jetzt, o Dharma, dein Fuß
satyam nirvartayet yataḥ
durch den [du dich noch] auf Wahrhaftigkeit stützt
tam jighṛkṣati adharmaḥ ayam
diesen will dieses Unrecht ergreifen
anṛtena edhitaḥ kaliḥ
[in Gestalt] Kalis, genährt durch Falschheit

iyaṁ ca bhūmirbhagavatā nyāsitorubharā satī | śrīmadbhistatpadanyāsaiḥ sarvataḥ kṛtakautukā ||

Und diese Erde, obwohl [ihre] gewaltige Last vom Erhabenen [bereits] abgenommen wurde, war [einst] überall durch dessen glückverheißende Fußabdrücke mit Freude erfüllt –

Wort für Wort
iyam ca bhūmiḥ
und diese Erde
bhagavatā nyāsita-uru-bharā satī
obwohl [ihre] gewaltige Last vom Erhabenen abgelegt wurde
śrīmadbhiḥ tat-pada-nyāsaiḥ
durch dessen glückverheißende Fußabdrücke
sarvataḥ kṛta-kautukā
überall mit Freude erfüllt

śocatyaśrukalā sādhvī durbhagevojjhitā satī | abrahmaṇyā nṛpavyājāḥ śūdrā bhokṣyanti māmiti ||

– [nun aber] trauert sie, mit Tränen [im Auge], die Tugendhafte, wie eine treue [Gattin], die doch wie eine Unglückliche verlassen wurde, [denkend]: „Brahmanenfeindliche, unter dem Vorwand von Königen [auftretende] Śūdras werden mich [nun] beherrschen.“

Wort für Wort
śocati aśru-kalā sādhvī
trauert, mit Tränen, die Tugendhafte
durbhagā iva ujjhitā satī
als wäre sie, obwohl treu, wie eine Unglückliche verlassen
abrahmaṇyāḥ nṛpa-vyājāḥ śūdrāḥ
brahmanenfeindliche, unter dem Vorwand von Königen [auftretende] Śūdras
bhokṣyanti mām iti
werden mich beherrschen - [so denkend]

iti dharmaṁ mahīṁ caiva sāntvayitvā mahārathaḥ | niśātamādade khaḍgaṁ kalaye'dharmahetave ||

Nachdem er so Dharma und die Erde getröstet hatte, ergriff der große Wagenkämpfer [Parīkṣit] das geschärfte Schwert gegen Kali, die Ursache des Unrechts.

Wort für Wort
iti dharmam mahīm ca eva sāntvayitvā
nachdem er so Dharma und die Erde getröstet hatte
mahā-rathaḥ
der große Wagenkämpfer
niśātam ādade khaḍgam
ergriff das geschärfte Schwert
kalaye adharma-hetave
gegen Kali, die Ursache des Unrechts

taṁ jighāṁsumabhipretya vihāya nṛpalāñchanam | tatpādamūlaṁ śirasā samagād bhayavihvalaḥ ||

Ihn als tötungswillig erkennend, legte [Kali] die Königsverkleidung ab und fiel, von Furcht überwältigt, mit dem Haupt zu dessen Füßen.

Wort für Wort
tam jighāṁsum abhipretya
ihn als tötungswillig erkennend
vihāya nṛpa-lāñchanam
die Königsverkleidung ablegend
tat-pāda-mūlam śirasā
zu dessen Fußwurzel mit dem Haupt
samagāt bhaya-vihvalaḥ
fiel er, von Furcht überwältigt

patitaṁ pādayorvīraḥ kṛpayā dīnavatsalaḥ | śaraṇyo nāvadhīcchlokya āha cedaṁ hasanniva ||

Den [ihm] zu Füßen Gefallenen tötete der Held nicht, aus Mitleid den Elenden zugetan, er, der [selbst] Schutz gewährt; der Preiswürdige sprach, wie lächelnd, Folgendes:

Wort für Wort
patitam pādayoḥ
den [ihm] zu Füßen Gefallenen
vīraḥ kṛpayā dīna-vatsalaḥ
der Held, aus Mitleid den Elenden zugetan
śaraṇyaḥ na avadhīt
der [selbst] Schutzwürdige tötete nicht
ślokyaḥ āha ca idam hasan iva
der Preiswürdige sprach dies, wie lächelnd

rājovāca na te guḍākeśayaśodharāṇāṁ baddhāñjalervai bhayamasti kiñcit | na vartitavyaṁ bhavatā kathañcana kṣetre madīye tvamadharmabandhuḥ ||

Der König sprach: Für dich, [der du] mit gefalteten Händen [vor] uns, den Trägern des Ruhmes Guḍākeśas [Arjunas], [stehst], besteht fürwahr keinerlei Furcht; [doch] du darfst dich in keiner Weise in meinem Herrschaftsbereich aufhalten, du Freund des Unrechts.

Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach
na te guḍākeśa-yaśaḥ-dharāṇām
für dich, [uns] Trägern des Ruhmes Guḍākeśas
baddha-añjaleḥ vai bhayam asti kiñcit
mit gefalteten Händen besteht fürwahr keinerlei Furcht
na vartitavyam bhavatā kathañcana
du darfst dich in keiner Weise aufhalten
kṣetre madīye tvam adharma-bandhuḥ
in meinem Herrschaftsbereich, du Freund des Unrechts

tvāṁ vartamānaṁ naradevadeheṣva- nupravṛtto'yamadharmapūgaḥ | lobho'nṛtaṁ cauryamanāryamaṁho jyeṣṭhā ca māyā kalahaśca dambhaḥ ||

Wenn du in den Körpern von Menschenkönigen gegenwärtig bist, folgt dir diese ganze Schar des Unrechts nach: Gier, Falschheit, Diebstahl, unedle Sünde, die „Ältere“ [Unglücksgöttin], Streit und Heuchelei.

Wort für Wort
tvām vartamānam nara-deva-deheṣu
in dir, [wenn du] in Menschenkönigs-Körpern gegenwärtig bist
anupravṛttaḥ ayam adharma-pūgaḥ
folgt diese Schar des Unrechts nach
lobhaḥ anṛtam cauryam anāryam aṁhaḥ
Gier, Falschheit, Diebstahl, unedle Sünde
jyeṣṭhā ca māyā kalahaḥ ca dambhaḥ
und die „Ältere“ (Unglücksgöttin) Māyā, Streit und Heuchelei

na vartitavyaṁ tadadharmabandho dharmeṇa satyena ca vartitavye | brahmāvarte yatra yajanti yajñair yajñeśvaraṁ yajñavitānavijñāḥ ||

Darum darfst du dich nicht aufhalten, o Freund des Unrechts, dort, wo man sich durch Dharma und Wahrheit [zu verhalten] pflegt – in Brahmāvarta, wo die im Vollzug der Opfer Kundigen dem Herrn der Opfer mit Opfern dienen,

Wort für Wort
na vartitavyam tat adharma-bandho
darum darfst du dich nicht aufhalten, o Freund des Unrechts
dharmeṇa satyena ca vartitavye
dort, wo man sich durch Dharma und Wahrheit verhält
brahmāvarte yatra yajanti yajñaiḥ
in Brahmāvarta, wo man mit Opfern opfert
yajñeśvaram yajña-vitāna-vijñāḥ
dem Herrn der Opfer, die im Opfervollzug Kundigen

yasmin harirbhagavānijyamāna ijyātmamūrtiryajatāṁ śaṁ tanoti | kāmānamoghān sthirajaṅgamānā- mantarbahirvāyurivaiṣa ātmā ||

wo Hari, der Erhabene, dessen [eigenes] Wesen das Opfer ist, verehrt, den Opfernden Wohlergehen verleiht und die unfehlbaren Wünsche der unbeweglichen und beweglichen [Wesen erfüllt] – innen und außen [gegenwärtig], wie der Wind, [so ist] diese [höchste] Seele.

Wort für Wort
yasmin hariḥ bhagavān ijyamānaḥ
wo Hari, der Erhabene, verehrt
ijya-ātma-mūrtiḥ
dessen Wesen das Opfer ist
yajatām śam tanoti
den Opfernden Wohlergehen verleiht
kāmān amoghān sthira-jaṅgamānām
die unfehlbaren Wünsche der unbeweglichen und beweglichen Wesen
antaḥ bahiḥ vāyuḥ iva eṣa ātmā
innen [und] außen, wie der Wind, diese Seele

sūta uvāca parīkṣitaivamādiṣṭaḥ sa kalirjātavepathuḥ | tamudyatāsimāhedaṁ daṇḍapāṇimivodyatam ||

Sūta sprach: Von Parīkṣit so angewiesen, sprach jener Kali, von Zittern befallen, zu jenem, der das Schwert erhoben hielt wie [der personifizierte Tod,] der Stockträger, Folgendes:

Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta sprach
parīkṣitā evam ādiṣṭaḥ
von Parīkṣit so angewiesen
saḥ kaliḥ jāta-vepathuḥ
jener Kali, von Zittern befallen
tam udyata-asim āha idam
sprach zu jenem, der das Schwert erhoben hielt, dies
daṇḍa-pāṇim iva udyatam
wie [zum Tod als] Stockträger erhoben

kaliruvāca yatra kva vātha vatsyāmi sārvabhauma tavājñayā | lakṣaye tatra tatrāpi tvāmātteṣuśarāsanam ||

Kali sprach: Wo immer auch ich, o Weltenherrscher, nach deinem Befehl [künftig] wohnen werde, überall werde ich dich dort erblicken, wie du Pfeil und Bogen ergriffen hältst.

Wort für Wort
kaliḥ uvāca
Kali sprach
yatra kva vā atha vatsyāmi
wo immer auch ich wohnen werde
sārva-bhauma tava ājñayā
o Weltenherrscher, nach deinem Befehl
lakṣaye tatra tatra api
ich werde dich dort und dort überall erblicken
tvām ātta-iṣu-śarāsanam
dich, [wie du] Pfeil und Bogen ergriffen hältst

tanme dharmabhṛtāṁ śreṣṭha sthānaṁ nirdeṣṭumarhasi | yatraiva niyato vatsya ātiṣṭhaṁste'nuśāsanam ||

Darum, o Bester der Dharma-Träger, mögest du mir einen [bestimmten] Ort zuweisen, wo ich, [dorthin] gebunden, deinem Gebot folgend, [nur dort] wohnen werde.

Wort für Wort
tat me dharma-bhṛtām śreṣṭha
darum, o Bester der Dharma-Träger
sthānam nirdeṣṭum arhasi
mögest du mir einen Ort zuweisen
yatra eva niyataḥ vatsye
wo ich, [dorthin] gebunden, wohnen werde
ātiṣṭhan te anuśāsanam
deinem Gebot folgend

sūta uvāca abhyarthitastadā tasmai sthānāni kalaye dadau | dyūtaṁ pānaṁ striyaḥ sūnā yatrādharmaścaturvidhaḥ ||

Sūta sprach: Darum gebeten, gab er dem Kali darauf [folgende] Orte: Würfelspiel, Trunk, [verbotene] Frauen und Schlachtung – wo [also] das vierfache Unrecht [seinen Sitz hat].

Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta sprach
abhyarthitaḥ tadā tasmai
darum gebeten, gab er ihm dann
sthānāni kalaye dadau
Orte dem Kali
dyūtam pānam striyaḥ sūnā
Würfelspiel, Trunk, [verbotene] Frauen, Schlachtung
yatra adharmaḥ catur-vidhaḥ
wo das vierfache Unrecht [herrscht]

punaśca yācamānāya jātarūpamadātprabhuḥ | tato'nṛtaṁ madaṁ kāmaṁ rajo vairaṁ ca pañcamam ||

Und da er [Kali] wiederum bat, gab der Herrscher [ihm] auch Gold – [denn] daraus [entstehen] Falschheit, Rausch, Begierde, Leidenschaft und als fünftes die Feindschaft.

Wort für Wort
punaḥ ca yācamānāya
und da er wiederum bat
jāta-rūpam adāt prabhuḥ
gab der Herrscher Gold
tataḥ anṛtam madam kāmam
darauf Falschheit, Rausch, Begierde
rajaḥ vairam ca pañcamam
Leidenschaft und als fünftes Feindschaft

amūni pañca sthānāni hyadharmaprabhavaḥ kaliḥ | auttareyeṇa dattāni nyavasat tannideśakṛt ||

Diese fünf Orte, die ihm vom Sohn Uttarās [Parīkṣit] gegeben wurden, bewohnte fürwahr Kali, der Ursprung des Unrechts, dessen Anweisung folgend.

Wort für Wort
amūni pañca sthānāni
diese fünf Orte
hi adharma-prabhavaḥ kaliḥ
fürwahr Kali, der Ursprung des Unrechts
auttareyeṇa dattāni
die vom Sohn Uttarās gegeben wurden
nyavasat tat-nideśa-kṛt
bewohnte, dessen Anweisung befolgend

athaitāni na seveta bubhūṣuḥ puruṣaḥ kvacit | viśeṣato dharmaśīlo rājā lokapatirguruḥ ||

Darum sollte, wer [selbst] gedeihen will, diese [fünf Orte] niemals aufsuchen – insbesondere [nicht] der dem Dharma zugetane König, der Herr der Welt [und] Lehrer.

Wort für Wort
atha etāni na seveta
darum sollte diese niemals aufsuchen
bubhūṣuḥ puruṣaḥ kvacit
wer selbst gedeihen will, irgendein Mensch
viśeṣataḥ dharma-śīlaḥ
insbesondere [nicht] der dem Dharma zugetane
rājā loka-patiḥ guruḥ
der König, der Herr der Welt, der Lehrer

vṛṣasya naṣṭāṁstrīn pādān tapaḥ śaucaṁ dayāmiti | pratisandadha āśvāsya mahīṁ ca samavardhayat ||

[Parīkṣit] fügte die drei verlorenen Füße des Stieres – Askese, Reinheit, Mitgefühl – wieder zusammen, indem er [ihn] tröstete, und ließ die Erde [wieder] gedeihen.

Wort für Wort
vṛṣasya naṣṭān trīn pādān
die drei verlorenen Füße des Stieres
tapaḥ śaucam dayām iti
Askese, Reinheit, Mitgefühl
pratisandadhe āśvāsya
fügte er wieder zusammen, [ihn] tröstend
mahīm ca samavardhayat
und ließ die Erde gedeihen

sa eṣa etarhyadhyāsta āsanaṁ pārthivocitam | pitāmahenopanyastaṁ rājñāraṇyaṁ vivikṣatā ||

Eben er sitzt jetzt auf dem einem Fürsten geziemenden Thron, der ihm vom Großvater [Yudhiṣṭhira] übertragen wurde, als dieser König in den Wald ziehen wollte;

Wort für Wort
saḥ eṣaḥ etarhi adhyāste
eben er sitzt jetzt
āsanam pārthiva-ucitam
auf dem einem Fürsten geziemenden Thron
pitāmahena upanyastam
der vom Großvater übertragen wurde
rājñā araṇyam vivikṣatā
dem König, der in den Wald [ziehen] wollte

āste'dhunā sa rājarṣiḥ kauravendraśriyollasan | gajāhvaye mahābhāgaścakravartī bṛhacchravāḥ ||

nun sitzt jener königliche Weise, strahlend im königlichen Glanz der Kaurava-Fürsten, in Gajāhvaya [Hastināpura], der Hochbeglückte, als Weltenherrscher von großem Ruhm.

Wort für Wort
āste adhunā saḥ rājarṣiḥ
nun sitzt jener königliche Weise
kaurava-indra-śriyā ullasan
strahlend im königlichen Glanz der Kaurava-Fürsten
gajāhvaye mahā-bhāgaḥ
in Gajāhvaya (Hastināpura), der Hochbeglückte
cakravartī bṛhat-śravāḥ
als Weltenherrscher von großem Ruhm

itthambhūtānubhāvo'yamabhimanyusuto nṛpaḥ | yasya pālayataḥ kṣauṇīṁ yūyaṁ satrāya dīkṣitāḥ ||

Von solcher Macht ist dieser König, der Sohn Abhimanyus, während dessen Beschützung der Erde ihr [nun] zu diesem Opfer geweiht seid.

Wort für Wort
ittham-bhūta-anubhāvaḥ ayam
von solcher Macht/Wesensart ist dieser
abhimanyu-sutaḥ nṛpaḥ
der König, Sohn Abhimanyus
yasya pālayataḥ kṣauṇīm
während dessen Beschützung der Erde
yūyam satrāya dīkṣitāḥ
ihr zu diesem Opfer geweiht seid

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks