Śrī Prahlāda sprach: Schon im Knabenalter soll der Weise die der Hingabe an den Erhabenen gewidmeten Pflichten hier [in diesem Leben] ausüben; denn die menschliche Geburt ist schwer zu erlangen, und selbst sie ist, obgleich vergänglich, sinnstiftend.
yathā hi puruṣasyeha
viṣṇoḥ pādopasarpaṇam
yad eṣa sarva-bhūtānāṁ
priya ātmeśvaraḥ suhṛt
Denn das [eigentliche Ziel] des Menschen hier [im Leben] ist die Annäherung an die Füße Viṣṇus - weil dieser der Liebste, der Herr des Selbst und der Freund aller Wesen ist.
O Söhne der Daityas, sinnliches Glück wird für die verkörperten Wesen überall durch die bloße Verbindung mit einem Körper erlangt - durch Schicksalsfügung, so wie auch Leid ohne eigenes Bemühen [erlangt wird].
Wort für Wort
sukham
Glück, Wohlbefinden (Nom. Sg. n.)
aindriyakam
aus den Sinnen stammend (Nom. Sg. n., Adj.)
daityāḥ
o Daitya-Söhne (Vok. Pl.)
deha-yogena
durch die Verbindung mit einem Körper (Instr. Sg.)
tat-prayāso na kartavyo
yata āyur-vyayaḥ param
na tathā vindate kṣemaṁ
mukunda-caraṇāmbujam
Man soll sich um jenes [sinnliche Glück] nicht bemühen, denn [solches Streben] bewirkt letztlich nur den Verlust der Lebenszeit; auf diese Weise erlangt man nicht das [wahre] Heil - die Lotosfüße Mukundas.
tato yateta kuśalaḥ
kṣemāya bhavam āśritaḥ
śarīraṁ pauruṣaṁ yāvan
na vipadyeta puṣkalam
Daher soll der Kluge, der in das [weltliche] Dasein eingetreten ist, sich um das [wahre] Heil bemühen, solange der menschliche Körper - noch kräftig - nicht verfällt.
Wort für Wort
tataḥ
daher, deshalb (Adv.)
yateta
er möge sich bemühen (Opt. Med. 3. Sg.)
kuśalaḥ
der Kluge, Geschickte (Nom. Sg.)
kṣemāya
für das Heil, den Nutzen (Dat. Sg.)
bhavam āśritaḥ
der in das [weltliche] Dasein eingetreten ist (Nom. Sg., PPP)
puṁso varṣa-śataṁ hy āyus
tad-ardhaṁ cājitātmanaḥ
niṣphalaṁ yad asau rātryāṁ
śete 'ndhaṁ prāpitas tamaḥ
Die Lebenszeit eines Menschen beträgt fürwahr hundert Jahre; für den, der seine Sinne nicht bezwungen hat, ist [schon] die Hälfte davon fruchtlos, weil jener [während dieser Zeit] in der Nacht schläft, in blinde Finsternis versunken.
Wort für Wort
puṁsaḥ
eines Menschen (Gen. Sg.)
varṣa-śatam
hundert Jahre (Nom. Sg. n.)
hi
fürwahr, gewiss (Part.)
āyuḥ
Lebenszeit (Nom. Sg. n.)
tat-ardham
die Hälfte davon (Nom. Sg. n.)
ca
und (Konj.)
ajita-ātmanaḥ
dessen, der die Sinne/das Selbst nicht bezwungen hat (Gen. Sg.)
Dem Unwissenden, der in Kindheit und Jugend spielend [verbringt], vergehen zwanzig Jahre; [und wiederum] zwanzig Jahre vergehen dem, dessen Körper vom Alter ergriffen und unfähig [zu Tätigkeit] geworden ist.
durāpūreṇa kāmena
mohena ca balīyasā
śeṣaṁ gṛheṣu saktasya
pramattasyāpayāti hi
Durch unstillbare Begierde und durch übermächtige Verblendung vergeht fürwahr der Rest [des Lebens] dessen, der am Hausleben haftet und [darin] wie berauscht ist.
Wort für Wort
durāpūreṇa
unstillbar, nie zu füllend (Instr. Sg.)
kāmena
durch Begierde (Instr. Sg.)
mohena
durch Verblendung, Täuschung (Instr. Sg.)
ca
und (Konj.)
balīyasā
übermächtig, sehr stark (Instr. Sg., Komp.)
śeṣam
der Rest, das Übrige (Nom./Akk. Sg. n.)
gṛheṣu
an das Haus, Familienleben (Lok. Pl.)
saktasya
dessen, der (daran) haftet (Gen. Sg.)
pramattasya
dessen, der berauscht, wahnbesessen ist (Gen. Sg.)
Welcher Mann, der seine Sinne nicht bezwungen hat, wäre imstande, sein an das Hausleben haftendes, durch feste Fesseln der Zuneigung gebundenes Selbst zu befreien?
ko nv artha-tṛṣṇāṁ visṛjet
prāṇebhyo 'pi ya īpsitaḥ
yaṁ krīṇāty asubhiḥ preṣṭhais
taskaraḥ sevako vaṇik
Welcher [Mensch] wohl könnte den Durst nach Reichtum aufgeben, der [ihm] noch begehrenswerter ist als das Leben selbst - [jenen Reichtum,] den der Dieb, der Diener [und] der Kaufmann mit ihrem [ihnen] liebsten eigenen Leben erkaufen [d.h. dafür ihr Leben aufs Spiel setzen]?
kathaṁ priyāyā anukampitāyāḥ
saṅgaṁ rahasyaṁ rucirāṁś ca mantrān
suhṛtsu tat-sneha-sitaḥ śiśūnāṁ
kalākṣarāṇām anurakta-cittaḥ
putrān smaraṁs tā duhitṝr hṛdayyā
bhrātṝn svasṝr vā pitarau ca dīnau
gṛhān manojñoru-paricchadāṁś ca
vṛttīś ca kulyāḥ paśu-bhṛtya-vargān
tyajeta kośas-kṛd ivehamānaḥ
karmāṇi lobhād avitṛpta-kāmaḥ
aupasthya-jaihvaṁ bahu-manyamānaḥ
kathaṁ virajyeta duranta-mohaḥ
Wie könnte einer, der durch die Zuneigung zu seiner mitfühlenden, liebevollen [Gattin] an die [Freuden] des Beisammenseins, der Heimlichkeit und der reizvollen [Liebes-]Gespräche gefesselt ist, dessen Herz an den in kindlichen Lauten plappernden kleinen Kindern hängt - der an seine Söhne denkt, an seine im Herzen [geborgenen] Töchter, an Brüder, Schwestern oder die beiden hilflosen [alten] Eltern, an das Haus mit seiner reizvollen, reichen Ausstattung, an die Einkommensquellen, die Verwandtschaft [und] die Scharen von Vieh und Dienern - wie könnte ein solcher, der - gleich der Raupe, die ihren eigenen Kokon webt - aus Gier, mit unersättlichen Begierden tätig ist, die Genüsse der Geschlechtsorgane und der Zunge hoch schätzt, wie könnte er, in solch endloser Verblendung befangen, sich [davon] lösen?
Wort für Wort
katham
wie (Adv., interrog.)
priyāyāḥ
der geliebten [Gattin] (Gen. Sg.)
anukampitāyāḥ
der mitfühlenden, liebevollen (Gen. Sg., Adj./PPP)
saṅgam
das Beisammensein (Akk. Sg.)
rahasyam
die Heimlichkeit, das vertraute Zusammensein (Akk. Sg.)
rucirān
reizvolle, angenehme (Akk. Pl., Adj.)
ca
und (Konj.)
mantrān
vertraute Gespräche (Akk. Pl.)
suhṛtsu
an die Angehörigen (Lok. Pl.)
tat-sneha-sitaḥ
durch deren Zuneigung gebunden (Nom. Sg.)
śiśūnām
der kleinen Kinder (Gen. Pl.)
kala-akṣarāṇām
die in kindlichen Lauten [sprechen] (Gen. Pl.)
anurakta-cittaḥ
dessen Herz [daran] hängt (Nom. Sg.)
putrān
die Söhne (Akk. Pl.)
smaran
sich erinnernd, denkend an (Nom. Sg., Part. Präs.)
tāḥ
jene (Akk. Pl. f.)
duhitṝḥ
die Töchter (Akk. Pl.)
hṛdayyāḥ
die im Herzen geborgenen, herzlieben (Akk. Pl., Adj.)
bhrātṝn
die Brüder (Akk. Pl.)
svasṝḥ
die Schwestern (Akk. Pl.)
vā
oder (Konj.)
pitarau
die [beiden] Eltern (Akk. Dual)
ca
und (Konj.)
dīnau
die [beiden] hilflosen, gebrechlichen (Akk. Dual, Adj.)
gṛhān
die Häuser, das Heim (Akk. Pl.)
manojña-uru-paricchadān
die reizvolle, reiche Ausstattung (Akk. Pl.)
ca
und (Konj.)
vṛttīḥ
die Einkommensquellen, den Lebensunterhalt (Akk. Pl.)
ca
und (Konj.)
kulyāḥ
die Verwandtschaft, Sippe (Akk. Pl.)
paśu-bhṛtya-vargān
die Scharen von Vieh und Dienern (Akk. Pl.)
tyajeta
er möge aufgeben (Opt. 3. Sg.)
kośaḥ-kṛt
der Kokon-Macher, die Seidenraupe (Nom. Sg.)
iva
wie, gleichwie (Part.)
īhamānaḥ
tätig, sich bemühend (Nom. Sg., Part. Präs. Med.)
karmāṇi
Tätigkeiten, Werke (Akk. Pl.)
lobhāt
aus Gier (Abl. Sg.)
avitṛpta-kāmaḥ
dessen Begierden unersättlich/ungestillt sind (Nom. Sg.)
aupasthya-jaihvam
[die Freude] der Geschlechtsorgane und der Zunge (Akk. Sg.)
bahu-manyamānaḥ
hoch schätzend, für wichtig haltend (Nom. Sg., Part. Präs. Med.)
katham
wie (Adv.)
virajyeta
er möge sich lösen, frei werden (Opt. Med. 3. Sg.)
duranta-mohaḥ
dessen Verblendung endlos ist (Nom. Sg.)
Ein einziger, über drei Verse gespannter Satz mit zwei parallelen rhetorischen Fragen (tyajeta ... virajyeta).
kuṭumba-poṣāya viyan nijāyur
na budhyate 'rthaṁ vihataṁ pramattaḥ
sarvatra tāpa-traya-duḥkhitātmā
nirvidyate na sva-kuṭumba-rāmaḥ
Während seine eigene Lebenszeit für den Unterhalt der Familie dahinschwindet, bemerkt der Unachtsame nicht, dass sein [wahrer] Lebenssinn vereitelt wird; obwohl sein Selbst überall vom dreifachen Leid gequält wird, wird der an seiner Familie sich Erfreuende dessen nicht überdrüssig.
Wort für Wort
kuṭumba-poṣāya
für den Unterhalt der Familie (Dat. Sg.)
viyat
schwindend, vergehend (Nom. Sg., Part. Präs.)
nija-āyuḥ
die eigene Lebenszeit (Nom. Sg.)
na
nicht (Neg.)
budhyate
er begreift, bemerkt (3. Sg. Präs. Med.)
artham
den Sinn, Zweck (Akk. Sg.)
vihatam
zerstört, vereitelt (Akk. Sg., PPP)
pramattaḥ
der Unachtsame, Berauschte (Nom. Sg.)
sarvatra
überall, in jeder Hinsicht (Adv.)
tāpa-traya-duḥkhita-ātmā
dessen Selbst vom dreifachen Leid gequält ist (Nom. Sg.)
nirvidyate
er wird überdrüssig, ernüchtert (3. Sg. Präs. Med.)
na
nicht (Neg.)
sva-kuṭumba-rāmaḥ
der an der eigenen Familie Freude findet (Nom. Sg.)
vitteṣu nityābhiniviṣṭa-cetā
vidvāṁś ca doṣaṁ para-vitta-hartuḥ
pretyeha vāthāpy ajitendriyas tad
aśānta-kāmo harate kuṭumbī
Obwohl er, dessen Geist stets auf [fremdes] Vermögen versessen ist, den Fehler dessen kennt, der das Vermögen anderer raubt - sei es hier [im Diesseits] oder nach dem Tod -, raubt der Familienvater, der seine Sinne nicht bezwungen hat, dessen Begierden nicht zur Ruhe kommen, dennoch jenes [fremde Gut].
Wort für Wort
vitteṣu
im Vermögen, Reichtum (Lok. Pl.)
nitya-abhiniviṣṭa-cetāḥ
dessen Geist stets versessen ist (Nom. Sg.)
vidvān
wissend, gelehrt (Nom. Sg., Part. Perf.)
ca
und, obwohl (Konj.)
doṣam
den Fehler, die Schuld (Akk. Sg.)
para-vitta-hartuḥ
dessen, der fremdes Gut raubt (Gen. Sg.)
pretya
nach dem Tod (Gerundium)
iha
hier, in diesem Leben (Adv.)
vā
oder (Konj.)
atha api
dennoch, gleichwohl (Adv.)
ajita-indriyaḥ
der die Sinne nicht bezwungen hat (Nom. Sg.)
tat
jenes, das (Akk. Sg.)
aśānta-kāmaḥ
dessen Begierden nicht zur Ruhe kommen (Nom. Sg.)
harate
er raubt, stiehlt (3. Sg. Präs. Med.)
kuṭumbī
der Familienvater (Nom. Sg.)
Auf der Quellseite vedabase.io fehlte die erste Pada ("vitteṣu nityābhiniviṣṭa-cetāḥ") im dargestellten Transliterations- und Devanagari-Block, obwohl sie in der Wort-für-Wort-Tabelle als erste zwei Einträge erschien; mehrere gezielte Nachfragen bestätigten dies (Quellanomalie). Die vollständige Pada wurde anhand der Wort-für-Wort-Einträge rekonstruiert und mit der GRETIL-Quelldatei (bhp_07u.htm, BhP_07.06.015/1) verglichen, wo sie unverändert bestätigt wird.
vidvān apītthaṁ danujāḥ kuṭumbaṁ
puṣṇan sva-lokāya na kalpate vai
yaḥ svīya-pārakya-vibhinna-bhāvas
tamaḥ prapadyeta yathā vimūḍhaḥ
O Söhne Danus, selbst der Wissende, der auf diese Weise seine Familie unterhält, ist fürwahr nicht fähig zur Erkenntnis seines eigenen Selbst; wer [nämlich] in seiner Gesinnung zwischen 'Mein' und 'Fremdes' gespalten ist, verfällt der Finsternis, ganz wie ein gänzlich Verblendeter.
yato na kaścit kva ca kutracid vā
dīnaḥ svam ātmānam alaṁ samarthaḥ
vimocituṁ kāma-dṛśāṁ vihāra-
krīḍā-mṛgo yan-nigaḍo visargaḥ
tato vidūrāt parihṛtya daityā
daityeṣu saṅgaṁ viṣayātmakeṣu
upeta nārāyaṇam ādi-devaṁ
sa mukta-saṅgair iṣito 'pavargaḥ
Denn niemand, gleich wo oder wann, der [seinerseits] hilflos [ist] und zum Spielzeug im Vergnügen lustvoll blickender [Frauen] wird, vermag hinreichend sein eigenes Selbst zu befreien - [denn] die [eheliche] Nachkommenschaft selbst ist [seine] Fessel. Daher, o Daityas, sollt ihr - nachdem ihr die Gemeinschaft mit den den Sinnesobjekten ergebenen Daityas gründlich gemieden habt - euch Nārāyaṇa, dem Urgott, nähern; dies [ist] die von den [bereits] befreiten [Seelen] erstrebte Erlösung.
na hy acyutaṁ prīṇayato
bahv-āyāso 'surātmajāḥ
ātmatvāt sarva-bhūtānāṁ
siddhatvād iha sarvataḥ
O Söhne der Dämonen, für den, der den Unfehlbaren zufriedenstellen will, ist fürwahr keine große Mühe [nötig] - weil er das Selbst aller Wesen ist [und] weil er hier von allen Seiten [ohnehin] gegenwärtig/erreicht ist.
Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
hi
fürwahr, gewiss (Part.)
acyutam
den Unfehlbaren (Akk. Sg.)
prīṇayataḥ
dessen, der erfreut (Gen. Sg., Part. Präs.)
bahu
viel, groß (Adj.)
āyāsaḥ
Mühe, Anstrengung (Nom. Sg.)
asura-ātma-jāḥ
o Söhne der Dämonen (Vok. Pl.)
ātmatvāt
weil er das Selbst ist (Abl. Sg.)
sarva-bhūtānām
aller Wesen (Gen. Pl.)
siddhatvāt
weil er [bereits] vollendet gegenwärtig ist (Abl. Sg.)
parāvareṣu bhūteṣu
brahmānta-sthāvarādiṣu
bhautikeṣu vikāreṣu
bhūteṣv atha mahatsu ca
guṇeṣu guṇa-sāmye ca
guṇa-vyatikare tathā
eka eva paro hy ātmā
bhagavān īśvaro 'vyayaḥ
pratyag-ātma-svarūpeṇa
dṛśya-rūpeṇa ca svayam
vyāpya-vyāpaka-nirdeśyo
hy anirdeśyo 'vikalpitaḥ
kevalānubhavānanda-
svarūpaḥ parameśvaraḥ
māyayāntarhitaiśvarya
īyate guṇa-sargayā
Unter den höheren und niederen Wesen - angefangen bei den unbeweglichen [Dingen] bis hinauf zu Brahmā -, in den materiellen Umwandlungen, in den [groben] Elementen und ferner auch im Mahat-tattva, in den [drei] Erscheinungsweisen [der Natur], in deren Gleichgewicht sowie in deren [wechselseitiger] Durchdringung [gibt es] fürwahr nur den einen höchsten Selbst - den Erhabenen, den unvergänglichen Herrscher. [Er ist] in [seiner] Wesensform als das innerste Selbst wie auch persönlich als sichtbare Form [zugleich] als das Durchdrungene und das Durchdringende bezeichenbar und [doch zugleich] unbeschreiblich [und] undifferenziert. Dessen Wesen reine Erfahrung [und] Wonne ist, der höchste Herrscher, dessen Herrlichkeit durch [seine] Māyā verborgen ist, erscheint [nur] durch die aus den Erscheinungsweisen [der Natur] entstandene Schöpfung [begrenzt und verhüllt].
Wort für Wort
para-avareṣu
unter den höheren und niederen (Lok. Pl.)
bhūteṣu
unter den Wesen (Lok. Pl.)
brahma-anta
bis Brahmā endend (Kompositionsglied)
sthāvara-ādiṣu
bei den unbeweglichen beginnend (Lok. Pl.)
bhautikeṣu
in den materiellen (Lok. Pl.)
vikāreṣu
in den Umwandlungen (Lok. Pl.)
bhūteṣu
in den [groben] Elementen (Lok. Pl.)
atha
ferner, sodann (Adv.)
mahatsu
im Mahat-tattva (Lok. Pl.)
ca
und (Konj.)
guṇeṣu
in den Erscheinungsweisen (Lok. Pl.)
guṇa-sāmye
im Gleichgewicht der Erscheinungsweisen (Lok. Sg.)
ca
und (Konj.)
guṇa-vyatikare
in der Durchdringung der Erscheinungsweisen (Lok. Sg.)
tathā
ebenso, sowie (Adv.)
ekaḥ
der eine (Nom. Sg.)
eva
nur, allein (Part.)
paraḥ
der höchste (Nom. Sg.)
hi
fürwahr (Part.)
ātmā
das Selbst (Nom. Sg.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
īśvaraḥ
der Herrscher (Nom. Sg.)
avyayaḥ
der Unvergängliche (Nom. Sg.)
pratyag-ātma-svarūpeṇa
in der Wesensform als innerstes Selbst (Instr. Sg.)
dṛśya-rūpeṇa
als sichtbare Form (Instr. Sg.)
ca
und (Konj.)
svayam
selbst, persönlich (Adv.)
vyāpya-vyāpaka-nirdeśyaḥ
als Durchdrungenes und Durchdringendes bezeichenbar (Nom. Sg.)
hi
fürwahr (Part.)
anirdeśyaḥ
unbeschreiblich (Nom. Sg.)
avikalpitaḥ
undifferenziert, ohne Unterscheidung (Nom. Sg.)
kevala-anubhava-ānanda-svarūpaḥ
dessen Wesen reine Erfahrung und Wonne ist (Nom. Sg.)
parama-īśvaraḥ
der höchste Herrscher (Nom. Sg.)
māyayā
durch [seine] Māyā (Instr. Sg.)
antarhita-aiśvaryaḥ
dessen Herrlichkeit verborgen ist (Nom. Sg.)
īyate
er wird wahrgenommen, erscheint (3. Sg. Präs. Passiv)
guṇa-sargayā
durch die aus den Erscheinungsweisen entstandene [Schöpfung] (Instr. Sg.)
Erweist daher allen Wesen Mitgefühl und Wohlwollen, indem ihr die dämonische Gesinnung ablegt, durch welche [Haltung] der [den Sinnen] Entzogene [Höchste Herr] zufrieden gestellt wird.
Wort für Wort
tasmāt
deshalb, daher (Adv.)
sarveṣu
allen (Lok. Pl.)
bhūteṣu
Wesen (Lok. Pl.)
dayām
Mitgefühl (Akk. Sg.)
kuruta
übt, tut! (Imp. 2. Pl.)
sauhṛdam
Wohlwollen, Freundschaft (Akk. Sg.)
bhāvam
die Gesinnung, Haltung (Akk. Sg.)
āsuram
dämonisch (Akk. Sg., Adj.)
unmucya
ablegend, aufgebend (Gerundium)
yayā
durch welche (Instr. Sg. f.)
tuṣyati
er wird zufrieden (3. Sg. Präs.)
adhokṣajaḥ
der den Sinnen Entzogene [Beiname des Höchsten] (Nom. Sg.)
tuṣṭe ca tatra kim alabhyam ananta ādye
kiṁ tair guṇa-vyatikarād iha ye sva-siddhāḥ
dharmādayaḥ kim aguṇena ca kāṅkṣitena
sāraṁ juṣāṁ caraṇayor upagāyatāṁ naḥ
Und wenn der Endlose, Uranfängliche zufriedengestellt ist, was wäre dann [noch] unerreichbar? Was nützten uns [dann noch] jene [Güter] - Dharma und die übrigen [Lebensziele] -, die ohnehin, aus der Durchmischung der Erscheinungsweisen entstehend, hier von selbst erlangt werden? Was nützte [uns dann] selbst die erstrebte Befreiung von den Erscheinungsweisen - uns, die wir die Essenz genießen [und] die [beiden] Füße [des Herrn] besingen?
Wort für Wort
tuṣṭe
wenn zufriedengestellt (Lok. Sg. Absolut.)
ca
und (Konj.)
tatra
dann, dabei (Adv.)
kim
was (Interrog.)
alabhyam
unerreichbar (Nom. Sg., Adj.)
anante
beim Endlosen (Lok. Sg.)
ādye
beim Uranfänglichen (Lok. Sg.)
kim
was (Interrog.)
taiḥ
mit jenen (Instr. Pl.)
guṇa-vyatikarāt
aus der Durchmischung der Erscheinungsweisen (Abl. Sg.)
iha
hier (Adv.)
ye
welche (Nom. Pl.)
sva-siddhāḥ
von selbst erlangt (Nom. Pl.)
dharma-ādayaḥ
Dharma und die übrigen [Ziele] (Nom. Pl.)
kim
was (Interrog.)
aguṇena
mit dem von den Erscheinungsweisen freien Zustand (Instr. Sg.)
dharmārtha-kāma iti yo 'bhihitas tri-varga
īkṣā trayī naya-damau vividhā ca vārtā
manye tad etad akhilaṁ nigamasya satyaṁ
svātmārpaṇaṁ sva-suhṛdaḥ paramasya puṁsaḥ
Das, was als die Dreiergruppe Dharma, Artha [und] Kāma bezeichnet wird, [ebenso] die Selbsterkenntnis[-Lehre], die dreifache vedische [Ritualkunde], Staatskunst und Rechtswissenschaft sowie die vielfältige Erwerbstätigkeit - all dies halte ich für die wahre Bedeutung der vedischen [Schriften]: die Hingabe des eigenen Selbst an die höchste Person, den eigenen [wahren] Freund.
jñānaṁ tad etad amalaṁ duravāpam āha
nārāyaṇo nara-sakhaḥ kila nāradāya
ekāntināṁ bhagavatas tad akiñcanānāṁ
pādāravinda-rajasāpluta-dehināṁ syāt
Dieses makellose, schwer erlangbare Wissen lehrte, wie es heißt, Nārāyaṇa, der Freund [aller] Menschen, dem Nārada; es kann nur denjenigen zuteilwerden, die sich ausschließlich dem Erhabenen ergeben haben, die nichts [Eigenes] besitzen [und] deren Körper vom Staub Seiner Lotosfüße durchtränkt ist.
Wort für Wort
jñānam
Wissen (Akk./Nom. Sg.)
tat
dieses, jenes (Akk. Sg.)
etat
dies (Akk. Sg.)
amalam
makellos, rein (Akk. Sg., Adj.)
duravāpam
schwer erlangbar (Akk. Sg., Adj.)
āha
er sprach, lehrte (3. Sg. Perf.)
nārāyaṇaḥ
Nārāyaṇa (Nom. Sg.)
nara-sakhaḥ
der Freund Naras/der Menschen (Nom. Sg.)
kila
bekanntlich, wie es heißt (Part.)
nāradāya
dem Nārada (Dat. Sg.)
ekāntinām
derer, die sich ausschließlich ergeben haben (Gen. Pl.)
Dieses mit [praktischer] Erkenntnis verbundene Wissen, den reinen, dem Erhabenen [gewidmeten] hingebungsvollen Dienst, habe ich früher von Nārada vernommen, dem Schauer der Gottheit.
Wort für Wort
śrutam
gehört, vernommen (Nom./Akk. Sg. n., PPP)
etat
dieses (Akk. Sg.)
mayā
von mir (Instr. Sg.)
pūrvam
früher, zuvor (Adv.)
jñānam
Wissen (Akk. Sg.)
vijñāna-saṁyutam
mit [Erfahrungs-]Erkenntnis verbunden (Akk. Sg., Adj.)
dharmam
Pflicht, hingebungsvoller Dienst (Akk. Sg.)
bhāgavatam
den Erhabenen betreffend (Akk. Sg., Adj.)
śuddham
rein (Akk. Sg., Adj.)
nāradāt
von Nārada (Abl. Sg.)
deva-darśanāt
vom Seher der Gottheit (Abl. Sg., Beiname Nāradas)
Vers via vedabase.io wiederholt (429, dauerhaft blockiert trotz mehrfacher Wartezyklen); daher aus der lokalen GRETIL-Quelldatei bhp_07u.htm (Zeilen BhP_07.06.028/1-2) entnommen. Wortanalyse eigenständig erarbeitet.
Die Söhne der Daityas sprachen: O Prahlāda, weder du noch wir kennen irgendeinen anderen Lehrer außer diesen beiden Söhnen unseres [Haus-]Lehrers - sie sind fürwahr die [rechtmäßigen] Meister selbst der Kinder. Für ein Kind, das [stets] im Innern des Palastes weilt, ist die Gemeinschaft mit einem Großen [Heiligen] kaum nachvollziehbar. Zerstreue, o Sanftmütiger, unseren Zweifel - falls es dafür einen Grund gibt, [dir] zu vertrauen.