Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 144 Prahlāda unterweist seine dämonischen Mitschüler

śrī-prahrāda uvāca kaumāra ācaret prājño dharmān bhāgavatān iha durlabhaṁ mānuṣaṁ janma tad apy adhruvam artha-dam

Śrī Prahlāda sprach: Schon im Knabenalter soll der Weise die der Hingabe an den Erhabenen gewidmeten Pflichten hier [in diesem Leben] ausüben; denn die menschliche Geburt ist schwer zu erlangen, und selbst sie ist, obgleich vergänglich, sinnstiftend.

Wort für Wort
śrī-prahrādaḥ
der ehrwürdige Prahlāda (Nom. Sg.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf. Akt.)
kaumāraḥ
im Knabenalter befindlich (Nom. Sg. m.)
ācaret
er soll ausüben (Opt. 3. Sg.)
prājñaḥ
der Weise, Verständige (Nom. Sg.)
dharmān
Pflichten (Akk. Pl.)
bhāgavatān
die den Erhabenen betreffenden (Akk. Pl.)
iha
hier, in diesem Leben (Adv.)
durlabham
schwer zu erlangen (Akk. Sg. n.)
mānuṣam
menschliche (Akk. Sg. n.)
janma
Geburt (Akk./Nom. Sg. n.)
tat
diese (Nom./Akk. Sg. n.)
api
sogar, selbst (Part.)
adhruvam
unbeständig, vergänglich (Nom./Akk. Sg. n.)
artha-dam
Sinn/Nutzen gewährend (Nom./Akk. Sg. n.)

yathā hi puruṣasyeha viṣṇoḥ pādopasarpaṇam yad eṣa sarva-bhūtānāṁ priya ātmeśvaraḥ suhṛt

Denn das [eigentliche Ziel] des Menschen hier [im Leben] ist die Annäherung an die Füße Viṣṇus - weil dieser der Liebste, der Herr des Selbst und der Freund aller Wesen ist.

Wort für Wort
yathā
so wie, damit (Adv./Konj.)
hi
denn, fürwahr (Part.)
puruṣasya
eines Menschen (Gen. Sg.)
iha
hier, in diesem [Leben] (Adv.)
viṣṇoḥ
Viṣṇus (Gen. Sg.)
pāda
Füße (Kompositionsglied)
upasarpaṇam
das Sich-Nähern (Nom. Sg. n.)
yat
weil, da (Konj.)
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
sarva-bhūtānām
aller Wesen (Gen. Pl.)
priyaḥ
der Liebe, Teure (Nom. Sg.)
ātma-īśvaraḥ
der Herr des Selbst (Nom. Sg.)
suhṛt
der Freund, Wohlgesinnte (Nom. Sg.)

sukham aindriyakaṁ daityā deha-yogena dehinām sarvatra labhyate daivād yathā duḥkham ayatnataḥ

O Söhne der Daityas, sinnliches Glück wird für die verkörperten Wesen überall durch die bloße Verbindung mit einem Körper erlangt - durch Schicksalsfügung, so wie auch Leid ohne eigenes Bemühen [erlangt wird].

Wort für Wort
sukham
Glück, Wohlbefinden (Nom. Sg. n.)
aindriyakam
aus den Sinnen stammend (Nom. Sg. n., Adj.)
daityāḥ
o Daitya-Söhne (Vok. Pl.)
deha-yogena
durch die Verbindung mit einem Körper (Instr. Sg.)
dehinām
der verkörperten Wesen (Gen. Pl.)
sarvatra
überall (Adv.)
labhyate
wird erlangt (Passiv, 3. Sg. Präs.)
daivāt
durch Fügung, aus Schicksal (Abl. Sg.)
yathā
so wie (Adv.)
duḥkham
Leid, Schmerz (Nom. Sg. n.)
ayatnataḥ
ohne Anstrengung (Abl./Adv.)

tat-prayāso na kartavyo yata āyur-vyayaḥ param na tathā vindate kṣemaṁ mukunda-caraṇāmbujam

Man soll sich um jenes [sinnliche Glück] nicht bemühen, denn [solches Streben] bewirkt letztlich nur den Verlust der Lebenszeit; auf diese Weise erlangt man nicht das [wahre] Heil - die Lotosfüße Mukundas.

Wort für Wort
tat-prayāsaḥ
die Anstrengung dafür (Nom. Sg.)
na
nicht (Neg.)
kartavyaḥ
zu tun, zu unternehmen (Verbaladj., Nom. Sg.)
yataḥ
weil, wodurch (Adv.)
āyuḥ
Lebenszeit (Kompositionsglied)
vyayaḥ
Verlust, Vergeudung (Nom. Sg.)
param
nur, lediglich (Adv.)
na
nicht (Neg.)
tathā
auf diese Weise, so (Adv.)
vindate
er erlangt (Med. 3. Sg. Präs.)
kṣemam
das Heil, Wohl (Akk. Sg. n.)
mukunda
Mukunda [Beiname Viṣṇus] (Kompositionsglied)
caraṇa
Füße (Kompositionsglied)
ambujam
Lotos (Akk. Sg. n.)

tato yateta kuśalaḥ kṣemāya bhavam āśritaḥ śarīraṁ pauruṣaṁ yāvan na vipadyeta puṣkalam

Daher soll der Kluge, der in das [weltliche] Dasein eingetreten ist, sich um das [wahre] Heil bemühen, solange der menschliche Körper - noch kräftig - nicht verfällt.

Wort für Wort
tataḥ
daher, deshalb (Adv.)
yateta
er möge sich bemühen (Opt. Med. 3. Sg.)
kuśalaḥ
der Kluge, Geschickte (Nom. Sg.)
kṣemāya
für das Heil, den Nutzen (Dat. Sg.)
bhavam āśritaḥ
der in das [weltliche] Dasein eingetreten ist (Nom. Sg., PPP)
śarīram
der Körper (Nom. Sg. n.)
pauruṣam
menschlich (Nom. Sg. n., Adj.)
yāvat
solange (Konj.)
na
nicht (Neg.)
vipadyeta
er verfällt, geht zugrunde (Opt. Med. 3. Sg.)
puṣkalam
kräftig, vollständig, stark (Nom. Sg. n., Adj.)

puṁso varṣa-śataṁ hy āyus tad-ardhaṁ cājitātmanaḥ niṣphalaṁ yad asau rātryāṁ śete 'ndhaṁ prāpitas tamaḥ

Die Lebenszeit eines Menschen beträgt fürwahr hundert Jahre; für den, der seine Sinne nicht bezwungen hat, ist [schon] die Hälfte davon fruchtlos, weil jener [während dieser Zeit] in der Nacht schläft, in blinde Finsternis versunken.

Wort für Wort
puṁsaḥ
eines Menschen (Gen. Sg.)
varṣa-śatam
hundert Jahre (Nom. Sg. n.)
hi
fürwahr, gewiss (Part.)
āyuḥ
Lebenszeit (Nom. Sg. n.)
tat-ardham
die Hälfte davon (Nom. Sg. n.)
ca
und (Konj.)
ajita-ātmanaḥ
dessen, der die Sinne/das Selbst nicht bezwungen hat (Gen. Sg.)
niṣphalam
fruchtlos, ergebnislos (Nom. Sg. n.)
yat
weil, da (Konj.)
asau
jener (Nom. Sg. m.)
rātryām
in der Nacht (Lok. Sg.)
śete
er schläft, liegt (3. Sg. Präs. Med.)
andham
blind, finster (Akk. Sg. n., Adj.)
prāpitaḥ
versetzt, gebracht (PPP, Nom. Sg.)
tamaḥ
Finsternis, Dunkel (Akk. Sg. n.)

mugdhasya bālye kaiśore krīḍato yāti viṁśatiḥ jarayā grasta-dehasya yāty akalpasya viṁśatiḥ

Dem Unwissenden, der in Kindheit und Jugend spielend [verbringt], vergehen zwanzig Jahre; [und wiederum] zwanzig Jahre vergehen dem, dessen Körper vom Alter ergriffen und unfähig [zu Tätigkeit] geworden ist.

Wort für Wort
mugdhasya
des Unwissenden, Verwirrten (Gen. Sg.)
bālye
in der Kindheit (Lok. Sg.)
kaiśore
in der Jugend, Knabenzeit (Lok. Sg.)
krīḍataḥ
der spielt, spielend (Gen. Sg., Part. Präs.)
yāti
vergeht (3. Sg. Präs.)
viṁśatiḥ
zwanzig [Jahre] (Nom. Sg.)
jarayā
durch das Alter (Instr. Sg.)
grasta-dehasya
dessen Körper ergriffen ist (Gen. Sg.)
yāti
vergeht (3. Sg. Präs.)
akalpasya
dessen [Leib] unfähig, kraftlos ist (Gen. Sg.)
viṁśatiḥ
zwanzig [weitere Jahre] (Nom. Sg.)

durāpūreṇa kāmena mohena ca balīyasā śeṣaṁ gṛheṣu saktasya pramattasyāpayāti hi

Durch unstillbare Begierde und durch übermächtige Verblendung vergeht fürwahr der Rest [des Lebens] dessen, der am Hausleben haftet und [darin] wie berauscht ist.

Wort für Wort
durāpūreṇa
unstillbar, nie zu füllend (Instr. Sg.)
kāmena
durch Begierde (Instr. Sg.)
mohena
durch Verblendung, Täuschung (Instr. Sg.)
ca
und (Konj.)
balīyasā
übermächtig, sehr stark (Instr. Sg., Komp.)
śeṣam
der Rest, das Übrige (Nom./Akk. Sg. n.)
gṛheṣu
an das Haus, Familienleben (Lok. Pl.)
saktasya
dessen, der (daran) haftet (Gen. Sg.)
pramattasya
dessen, der berauscht, wahnbesessen ist (Gen. Sg.)
apayāti
er vergeht, entschwindet (3. Sg. Präs.)
hi
fürwahr, gewiss (Part.)

ko gṛheṣu pumān saktam ātmānam ajitendriyaḥ sneha-pāśair dṛḍhair baddham utsaheta vimocitum

Welcher Mann, der seine Sinne nicht bezwungen hat, wäre imstande, sein an das Hausleben haftendes, durch feste Fesseln der Zuneigung gebundenes Selbst zu befreien?

Wort für Wort
kaḥ
welcher, wer (Nom. Sg.)
gṛheṣu
an das Hausleben (Lok. Pl.)
pumān
ein Mann (Nom. Sg.)
saktam
haftend, gebunden (Akk. Sg., Adj.)
ātmānam
das Selbst (Akk. Sg.)
ajita-indriyaḥ
der die Sinne nicht bezwungen hat (Nom. Sg.)
sneha-pāśaiḥ
durch die Fesseln der Zuneigung (Instr. Pl.)
dṛḍhaiḥ
feste, starke (Instr. Pl., Adj.)
baddham
gebunden (Akk. Sg., PPP)
utsaheta
er wäre imstande, würde wagen (Opt. Med. 3. Sg.)
vimocitum
zu befreien, loszulösen (Inf.)

ko nv artha-tṛṣṇāṁ visṛjet prāṇebhyo 'pi ya īpsitaḥ yaṁ krīṇāty asubhiḥ preṣṭhais taskaraḥ sevako vaṇik

Welcher [Mensch] wohl könnte den Durst nach Reichtum aufgeben, der [ihm] noch begehrenswerter ist als das Leben selbst - [jenen Reichtum,] den der Dieb, der Diener [und] der Kaufmann mit ihrem [ihnen] liebsten eigenen Leben erkaufen [d.h. dafür ihr Leben aufs Spiel setzen]?

Wort für Wort
kaḥ
welcher, wer (Nom. Sg.)
nu
denn, wohl (Part.)
artha-tṛṣṇām
den Durst nach Reichtum/Besitz (Akk. Sg.)
visṛjet
er würde aufgeben (Opt. 3. Sg.)
prāṇebhyaḥ
als das Leben, die Lebensodem (Abl. Pl.)
api
selbst, sogar (Part.)
yaḥ
welcher [Reichtum] (Nom. Sg.)
īpsitaḥ
begehrt, erwünscht (Nom. Sg., Adj.)
yam
welchen (Akk. Sg.)
krīṇāti
er erkauft, erwirbt (3. Sg. Präs.)
asubhiḥ
mit dem Leben, Odem (Instr. Pl.)
preṣṭhaiḥ
liebsten, teuersten (Instr. Pl., Superl.)
taskaraḥ
ein Dieb (Nom. Sg.)
sevakaḥ
ein Diener (Nom. Sg.)
vaṇik
ein Kaufmann, Händler (Nom. Sg.)

kathaṁ priyāyā anukampitāyāḥ saṅgaṁ rahasyaṁ rucirāṁś ca mantrān suhṛtsu tat-sneha-sitaḥ śiśūnāṁ kalākṣarāṇām anurakta-cittaḥ putrān smaraṁs tā duhitṝr hṛdayyā bhrātṝn svasṝr vā pitarau ca dīnau gṛhān manojñoru-paricchadāṁś ca vṛttīś ca kulyāḥ paśu-bhṛtya-vargān tyajeta kośas-kṛd ivehamānaḥ karmāṇi lobhād avitṛpta-kāmaḥ aupasthya-jaihvaṁ bahu-manyamānaḥ kathaṁ virajyeta duranta-mohaḥ

Wie könnte einer, der durch die Zuneigung zu seiner mitfühlenden, liebevollen [Gattin] an die [Freuden] des Beisammenseins, der Heimlichkeit und der reizvollen [Liebes-]Gespräche gefesselt ist, dessen Herz an den in kindlichen Lauten plappernden kleinen Kindern hängt - der an seine Söhne denkt, an seine im Herzen [geborgenen] Töchter, an Brüder, Schwestern oder die beiden hilflosen [alten] Eltern, an das Haus mit seiner reizvollen, reichen Ausstattung, an die Einkommensquellen, die Verwandtschaft [und] die Scharen von Vieh und Dienern - wie könnte ein solcher, der - gleich der Raupe, die ihren eigenen Kokon webt - aus Gier, mit unersättlichen Begierden tätig ist, die Genüsse der Geschlechtsorgane und der Zunge hoch schätzt, wie könnte er, in solch endloser Verblendung befangen, sich [davon] lösen?

Wort für Wort
katham
wie (Adv., interrog.)
priyāyāḥ
der geliebten [Gattin] (Gen. Sg.)
anukampitāyāḥ
der mitfühlenden, liebevollen (Gen. Sg., Adj./PPP)
saṅgam
das Beisammensein (Akk. Sg.)
rahasyam
die Heimlichkeit, das vertraute Zusammensein (Akk. Sg.)
rucirān
reizvolle, angenehme (Akk. Pl., Adj.)
ca
und (Konj.)
mantrān
vertraute Gespräche (Akk. Pl.)
suhṛtsu
an die Angehörigen (Lok. Pl.)
tat-sneha-sitaḥ
durch deren Zuneigung gebunden (Nom. Sg.)
śiśūnām
der kleinen Kinder (Gen. Pl.)
kala-akṣarāṇām
die in kindlichen Lauten [sprechen] (Gen. Pl.)
anurakta-cittaḥ
dessen Herz [daran] hängt (Nom. Sg.)
putrān
die Söhne (Akk. Pl.)
smaran
sich erinnernd, denkend an (Nom. Sg., Part. Präs.)
tāḥ
jene (Akk. Pl. f.)
duhitṝḥ
die Töchter (Akk. Pl.)
hṛdayyāḥ
die im Herzen geborgenen, herzlieben (Akk. Pl., Adj.)
bhrātṝn
die Brüder (Akk. Pl.)
svasṝḥ
die Schwestern (Akk. Pl.)
vā
oder (Konj.)
pitarau
die [beiden] Eltern (Akk. Dual)
ca
und (Konj.)
dīnau
die [beiden] hilflosen, gebrechlichen (Akk. Dual, Adj.)
gṛhān
die Häuser, das Heim (Akk. Pl.)
manojña-uru-paricchadān
die reizvolle, reiche Ausstattung (Akk. Pl.)
ca
und (Konj.)
vṛttīḥ
die Einkommensquellen, den Lebensunterhalt (Akk. Pl.)
ca
und (Konj.)
kulyāḥ
die Verwandtschaft, Sippe (Akk. Pl.)
paśu-bhṛtya-vargān
die Scharen von Vieh und Dienern (Akk. Pl.)
tyajeta
er möge aufgeben (Opt. 3. Sg.)
kośaḥ-kṛt
der Kokon-Macher, die Seidenraupe (Nom. Sg.)
iva
wie, gleichwie (Part.)
īhamānaḥ
tätig, sich bemühend (Nom. Sg., Part. Präs. Med.)
karmāṇi
Tätigkeiten, Werke (Akk. Pl.)
lobhāt
aus Gier (Abl. Sg.)
avitṛpta-kāmaḥ
dessen Begierden unersättlich/ungestillt sind (Nom. Sg.)
aupasthya-jaihvam
[die Freude] der Geschlechtsorgane und der Zunge (Akk. Sg.)
bahu-manyamānaḥ
hoch schätzend, für wichtig haltend (Nom. Sg., Part. Präs. Med.)
katham
wie (Adv.)
virajyeta
er möge sich lösen, frei werden (Opt. Med. 3. Sg.)
duranta-mohaḥ
dessen Verblendung endlos ist (Nom. Sg.)

Ein einziger, über drei Verse gespannter Satz mit zwei parallelen rhetorischen Fragen (tyajeta ... virajyeta).

kuṭumba-poṣāya viyan nijāyur na budhyate 'rthaṁ vihataṁ pramattaḥ sarvatra tāpa-traya-duḥkhitātmā nirvidyate na sva-kuṭumba-rāmaḥ

Während seine eigene Lebenszeit für den Unterhalt der Familie dahinschwindet, bemerkt der Unachtsame nicht, dass sein [wahrer] Lebenssinn vereitelt wird; obwohl sein Selbst überall vom dreifachen Leid gequält wird, wird der an seiner Familie sich Erfreuende dessen nicht überdrüssig.

Wort für Wort
kuṭumba-poṣāya
für den Unterhalt der Familie (Dat. Sg.)
viyat
schwindend, vergehend (Nom. Sg., Part. Präs.)
nija-āyuḥ
die eigene Lebenszeit (Nom. Sg.)
na
nicht (Neg.)
budhyate
er begreift, bemerkt (3. Sg. Präs. Med.)
artham
den Sinn, Zweck (Akk. Sg.)
vihatam
zerstört, vereitelt (Akk. Sg., PPP)
pramattaḥ
der Unachtsame, Berauschte (Nom. Sg.)
sarvatra
überall, in jeder Hinsicht (Adv.)
tāpa-traya-duḥkhita-ātmā
dessen Selbst vom dreifachen Leid gequält ist (Nom. Sg.)
nirvidyate
er wird überdrüssig, ernüchtert (3. Sg. Präs. Med.)
na
nicht (Neg.)
sva-kuṭumba-rāmaḥ
der an der eigenen Familie Freude findet (Nom. Sg.)

vitteṣu nityābhiniviṣṭa-cetā vidvāṁś ca doṣaṁ para-vitta-hartuḥ pretyeha vāthāpy ajitendriyas tad aśānta-kāmo harate kuṭumbī

Obwohl er, dessen Geist stets auf [fremdes] Vermögen versessen ist, den Fehler dessen kennt, der das Vermögen anderer raubt - sei es hier [im Diesseits] oder nach dem Tod -, raubt der Familienvater, der seine Sinne nicht bezwungen hat, dessen Begierden nicht zur Ruhe kommen, dennoch jenes [fremde Gut].

Wort für Wort
vitteṣu
im Vermögen, Reichtum (Lok. Pl.)
nitya-abhiniviṣṭa-cetāḥ
dessen Geist stets versessen ist (Nom. Sg.)
vidvān
wissend, gelehrt (Nom. Sg., Part. Perf.)
ca
und, obwohl (Konj.)
doṣam
den Fehler, die Schuld (Akk. Sg.)
para-vitta-hartuḥ
dessen, der fremdes Gut raubt (Gen. Sg.)
pretya
nach dem Tod (Gerundium)
iha
hier, in diesem Leben (Adv.)
vā
oder (Konj.)
atha api
dennoch, gleichwohl (Adv.)
ajita-indriyaḥ
der die Sinne nicht bezwungen hat (Nom. Sg.)
tat
jenes, das (Akk. Sg.)
aśānta-kāmaḥ
dessen Begierden nicht zur Ruhe kommen (Nom. Sg.)
harate
er raubt, stiehlt (3. Sg. Präs. Med.)
kuṭumbī
der Familienvater (Nom. Sg.)

Auf der Quellseite vedabase.io fehlte die erste Pada ("vitteṣu nityābhiniviṣṭa-cetāḥ") im dargestellten Transliterations- und Devanagari-Block, obwohl sie in der Wort-für-Wort-Tabelle als erste zwei Einträge erschien; mehrere gezielte Nachfragen bestätigten dies (Quellanomalie). Die vollständige Pada wurde anhand der Wort-für-Wort-Einträge rekonstruiert und mit der GRETIL-Quelldatei (bhp_07u.htm, BhP_07.06.015/1) verglichen, wo sie unverändert bestätigt wird.

vidvān apītthaṁ danujāḥ kuṭumbaṁ puṣṇan sva-lokāya na kalpate vai yaḥ svīya-pārakya-vibhinna-bhāvas tamaḥ prapadyeta yathā vimūḍhaḥ

O Söhne Danus, selbst der Wissende, der auf diese Weise seine Familie unterhält, ist fürwahr nicht fähig zur Erkenntnis seines eigenen Selbst; wer [nämlich] in seiner Gesinnung zwischen 'Mein' und 'Fremdes' gespalten ist, verfällt der Finsternis, ganz wie ein gänzlich Verblendeter.

Wort für Wort
vidvān
der Wissende, Gelehrte (Nom. Sg.)
api
obwohl, sogar (Part.)
ittham
so, auf diese Weise (Adv.)
danu-jāḥ
o Söhne Danus (Vok. Pl.)
kuṭumbam
die Familie (Akk. Sg.)
puṣṇan
ernährend, versorgend (Nom. Sg., Part. Präs.)
sva-lokāya
für die Erkenntnis des eigenen Selbst (Dat. Sg.)
na
nicht (Neg.)
kalpate
er ist fähig, imstande (3. Sg. Präs. Med.)
vai
fürwahr, gewiss (Part.)
yaḥ
welcher (Nom. Sg.)
svīya
das Eigene (Kompositionsglied)
pārakya
das Fremde (Kompositionsglied)
vibhinna-bhāvaḥ
dessen Gesinnung gespalten ist (Nom. Sg.)
tamaḥ
die Finsternis (Akk. Sg.)
prapadyeta
er verfällt, gerät hinein (Opt. Med. 3. Sg.)
yathā
so wie (Adv.)
vimūḍhaḥ
der gänzlich Verblendete (Nom. Sg.)

yato na kaścit kva ca kutracid vā dīnaḥ svam ātmānam alaṁ samarthaḥ vimocituṁ kāma-dṛśāṁ vihāra- krīḍā-mṛgo yan-nigaḍo visargaḥ tato vidūrāt parihṛtya daityā daityeṣu saṅgaṁ viṣayātmakeṣu upeta nārāyaṇam ādi-devaṁ sa mukta-saṅgair iṣito 'pavargaḥ

Denn niemand, gleich wo oder wann, der [seinerseits] hilflos [ist] und zum Spielzeug im Vergnügen lustvoll blickender [Frauen] wird, vermag hinreichend sein eigenes Selbst zu befreien - [denn] die [eheliche] Nachkommenschaft selbst ist [seine] Fessel. Daher, o Daityas, sollt ihr - nachdem ihr die Gemeinschaft mit den den Sinnesobjekten ergebenen Daityas gründlich gemieden habt - euch Nārāyaṇa, dem Urgott, nähern; dies [ist] die von den [bereits] befreiten [Seelen] erstrebte Erlösung.

Wort für Wort
yataḥ
weil, denn (Konj.)
na
nicht (Neg.)
kaścit
irgendjemand (Nom. Sg.)
kva
irgendwo (Adv.)
ca
und (Konj.)
kutracit
irgendwann, an irgendeinem Ort (Adv.)
vā
oder (Konj.)
dīnaḥ
der Elende, Hilflose (Nom. Sg.)
svam
eigenes (Akk. Sg., Adj.)
ātmānam
das Selbst (Akk. Sg.)
alam
hinreichend, genug (Adv.)
samarthaḥ
fähig, imstande (Nom. Sg.)
vimocitum
zu befreien (Inf.)
kāma-dṛśām
der lustvoll blickenden [Frauen] (Gen. Pl.)
vihāra
Vergnügen (Kompositionsglied)
krīḍā-mṛgaḥ
Spielwild, Spielzeug (Nom. Sg.)
yat-nigaḍaḥ
dessen Fessel [ist] (Nom. Sg.)
visargaḥ
die Erzeugung, Nachkommenschaft (Nom. Sg.)
tataḥ
daher (Adv.)
vidūrāt
von weitem, gründlich (Abl.)
parihṛtya
nachdem gemieden, aufgegeben (Gerundium)
daityāḥ
o Daityas (Vok. Pl.)
daityeṣu
unter den Daityas (Lok. Pl.)
saṅgam
die Gemeinschaft, Verbindung (Akk. Sg.)
viṣaya-ātmakeṣu
unter den den Sinnesobjekten ergebenen (Lok. Pl.)
upeta
nähert euch! (Imp.)
nārāyaṇam
Nārāyaṇa (Akk. Sg.)
ādi-devam
den Urgott (Akk. Sg.)
saḥ
dieser (Nom. Sg.)
mukta-saṅgaiḥ
von den befreiten [Seelen] (Instr. Pl.)
iṣitaḥ
erstrebt, gewünscht (Nom. Sg., PPP)
apavargaḥ
die Erlösung (Nom. Sg.)

na hy acyutaṁ prīṇayato bahv-āyāso 'surātmajāḥ ātmatvāt sarva-bhūtānāṁ siddhatvād iha sarvataḥ

O Söhne der Dämonen, für den, der den Unfehlbaren zufriedenstellen will, ist fürwahr keine große Mühe [nötig] - weil er das Selbst aller Wesen ist [und] weil er hier von allen Seiten [ohnehin] gegenwärtig/erreicht ist.

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
hi
fürwahr, gewiss (Part.)
acyutam
den Unfehlbaren (Akk. Sg.)
prīṇayataḥ
dessen, der erfreut (Gen. Sg., Part. Präs.)
bahu
viel, groß (Adj.)
āyāsaḥ
Mühe, Anstrengung (Nom. Sg.)
asura-ātma-jāḥ
o Söhne der Dämonen (Vok. Pl.)
ātmatvāt
weil er das Selbst ist (Abl. Sg.)
sarva-bhūtānām
aller Wesen (Gen. Pl.)
siddhatvāt
weil er [bereits] vollendet gegenwärtig ist (Abl. Sg.)
iha
hier (Adv.)
sarvataḥ
von allen Seiten, ganz und gar (Adv.)

parāvareṣu bhūteṣu brahmānta-sthāvarādiṣu bhautikeṣu vikāreṣu bhūteṣv atha mahatsu ca guṇeṣu guṇa-sāmye ca guṇa-vyatikare tathā eka eva paro hy ātmā bhagavān īśvaro 'vyayaḥ pratyag-ātma-svarūpeṇa dṛśya-rūpeṇa ca svayam vyāpya-vyāpaka-nirdeśyo hy anirdeśyo 'vikalpitaḥ kevalānubhavānanda- svarūpaḥ parameśvaraḥ māyayāntarhitaiśvarya īyate guṇa-sargayā

Unter den höheren und niederen Wesen - angefangen bei den unbeweglichen [Dingen] bis hinauf zu Brahmā -, in den materiellen Umwandlungen, in den [groben] Elementen und ferner auch im Mahat-tattva, in den [drei] Erscheinungsweisen [der Natur], in deren Gleichgewicht sowie in deren [wechselseitiger] Durchdringung [gibt es] fürwahr nur den einen höchsten Selbst - den Erhabenen, den unvergänglichen Herrscher. [Er ist] in [seiner] Wesensform als das innerste Selbst wie auch persönlich als sichtbare Form [zugleich] als das Durchdrungene und das Durchdringende bezeichenbar und [doch zugleich] unbeschreiblich [und] undifferenziert. Dessen Wesen reine Erfahrung [und] Wonne ist, der höchste Herrscher, dessen Herrlichkeit durch [seine] Māyā verborgen ist, erscheint [nur] durch die aus den Erscheinungsweisen [der Natur] entstandene Schöpfung [begrenzt und verhüllt].

Wort für Wort
para-avareṣu
unter den höheren und niederen (Lok. Pl.)
bhūteṣu
unter den Wesen (Lok. Pl.)
brahma-anta
bis Brahmā endend (Kompositionsglied)
sthāvara-ādiṣu
bei den unbeweglichen beginnend (Lok. Pl.)
bhautikeṣu
in den materiellen (Lok. Pl.)
vikāreṣu
in den Umwandlungen (Lok. Pl.)
bhūteṣu
in den [groben] Elementen (Lok. Pl.)
atha
ferner, sodann (Adv.)
mahatsu
im Mahat-tattva (Lok. Pl.)
ca
und (Konj.)
guṇeṣu
in den Erscheinungsweisen (Lok. Pl.)
guṇa-sāmye
im Gleichgewicht der Erscheinungsweisen (Lok. Sg.)
ca
und (Konj.)
guṇa-vyatikare
in der Durchdringung der Erscheinungsweisen (Lok. Sg.)
tathā
ebenso, sowie (Adv.)
ekaḥ
der eine (Nom. Sg.)
eva
nur, allein (Part.)
paraḥ
der höchste (Nom. Sg.)
hi
fürwahr (Part.)
ātmā
das Selbst (Nom. Sg.)
bhagavān
der Erhabene (Nom. Sg.)
īśvaraḥ
der Herrscher (Nom. Sg.)
avyayaḥ
der Unvergängliche (Nom. Sg.)
pratyag-ātma-svarūpeṇa
in der Wesensform als innerstes Selbst (Instr. Sg.)
dṛśya-rūpeṇa
als sichtbare Form (Instr. Sg.)
ca
und (Konj.)
svayam
selbst, persönlich (Adv.)
vyāpya-vyāpaka-nirdeśyaḥ
als Durchdrungenes und Durchdringendes bezeichenbar (Nom. Sg.)
hi
fürwahr (Part.)
anirdeśyaḥ
unbeschreiblich (Nom. Sg.)
avikalpitaḥ
undifferenziert, ohne Unterscheidung (Nom. Sg.)
kevala-anubhava-ānanda-svarūpaḥ
dessen Wesen reine Erfahrung und Wonne ist (Nom. Sg.)
parama-īśvaraḥ
der höchste Herrscher (Nom. Sg.)
māyayā
durch [seine] Māyā (Instr. Sg.)
antarhita-aiśvaryaḥ
dessen Herrlichkeit verborgen ist (Nom. Sg.)
īyate
er wird wahrgenommen, erscheint (3. Sg. Präs. Passiv)
guṇa-sargayā
durch die aus den Erscheinungsweisen entstandene [Schöpfung] (Instr. Sg.)

tasmāt sarveṣu bhūteṣu dayāṁ kuruta sauhṛdam bhāvam āsuram unmucya yayā tuṣyaty adhokṣajaḥ

Erweist daher allen Wesen Mitgefühl und Wohlwollen, indem ihr die dämonische Gesinnung ablegt, durch welche [Haltung] der [den Sinnen] Entzogene [Höchste Herr] zufrieden gestellt wird.

Wort für Wort
tasmāt
deshalb, daher (Adv.)
sarveṣu
allen (Lok. Pl.)
bhūteṣu
Wesen (Lok. Pl.)
dayām
Mitgefühl (Akk. Sg.)
kuruta
übt, tut! (Imp. 2. Pl.)
sauhṛdam
Wohlwollen, Freundschaft (Akk. Sg.)
bhāvam
die Gesinnung, Haltung (Akk. Sg.)
āsuram
dämonisch (Akk. Sg., Adj.)
unmucya
ablegend, aufgebend (Gerundium)
yayā
durch welche (Instr. Sg. f.)
tuṣyati
er wird zufrieden (3. Sg. Präs.)
adhokṣajaḥ
der den Sinnen Entzogene [Beiname des Höchsten] (Nom. Sg.)

tuṣṭe ca tatra kim alabhyam ananta ādye kiṁ tair guṇa-vyatikarād iha ye sva-siddhāḥ dharmādayaḥ kim aguṇena ca kāṅkṣitena sāraṁ juṣāṁ caraṇayor upagāyatāṁ naḥ

Und wenn der Endlose, Uranfängliche zufriedengestellt ist, was wäre dann [noch] unerreichbar? Was nützten uns [dann noch] jene [Güter] - Dharma und die übrigen [Lebensziele] -, die ohnehin, aus der Durchmischung der Erscheinungsweisen entstehend, hier von selbst erlangt werden? Was nützte [uns dann] selbst die erstrebte Befreiung von den Erscheinungsweisen - uns, die wir die Essenz genießen [und] die [beiden] Füße [des Herrn] besingen?

Wort für Wort
tuṣṭe
wenn zufriedengestellt (Lok. Sg. Absolut.)
ca
und (Konj.)
tatra
dann, dabei (Adv.)
kim
was (Interrog.)
alabhyam
unerreichbar (Nom. Sg., Adj.)
anante
beim Endlosen (Lok. Sg.)
ādye
beim Uranfänglichen (Lok. Sg.)
kim
was (Interrog.)
taiḥ
mit jenen (Instr. Pl.)
guṇa-vyatikarāt
aus der Durchmischung der Erscheinungsweisen (Abl. Sg.)
iha
hier (Adv.)
ye
welche (Nom. Pl.)
sva-siddhāḥ
von selbst erlangt (Nom. Pl.)
dharma-ādayaḥ
Dharma und die übrigen [Ziele] (Nom. Pl.)
kim
was (Interrog.)
aguṇena
mit dem von den Erscheinungsweisen freien Zustand (Instr. Sg.)
ca
und (Konj.)
kāṅkṣitena
dem erstrebten (Instr. Sg.)
sāram
das Wesentliche, die Essenz (Akk. Sg.)
juṣām
derer, die genießen (Gen. Pl.)
caraṇayoḥ
der beiden Füße (Gen. Dual)
upagāyatām
derer, die besingen (Gen. Pl.)
naḥ
von uns, unser (Gen. Pl.)

dharmārtha-kāma iti yo 'bhihitas tri-varga īkṣā trayī naya-damau vividhā ca vārtā manye tad etad akhilaṁ nigamasya satyaṁ svātmārpaṇaṁ sva-suhṛdaḥ paramasya puṁsaḥ

Das, was als die Dreiergruppe Dharma, Artha [und] Kāma bezeichnet wird, [ebenso] die Selbsterkenntnis[-Lehre], die dreifache vedische [Ritualkunde], Staatskunst und Rechtswissenschaft sowie die vielfältige Erwerbstätigkeit - all dies halte ich für die wahre Bedeutung der vedischen [Schriften]: die Hingabe des eigenen Selbst an die höchste Person, den eigenen [wahren] Freund.

Wort für Wort
dharma-artha-kāmaḥ
Dharma, Artha und Kāma (Nom. Sg.)
iti
so [genannt] (Part.)
yaḥ
welche (Nom. Sg.)
abhihitaḥ
bezeichnet, genannt (Nom. Sg., PPP)
tri-vargaḥ
die Dreiergruppe (Nom. Sg.)
īkṣā
Selbsterkenntnis, Philosophie (Nom. Sg.)
trayī
die dreifache [vedische Ritualkunde] (Nom. Sg.)
naya-damau
Staatskunst und Rechtswissenschaft (Nom. Dual)
vividhā
mannigfaltig (Nom. Sg., Adj.)
ca
und (Konj.)
vārtā
Erwerbstätigkeit, Lebensunterhalt (Nom. Sg.)
manye
ich halte dafür, meine (1. Sg. Präs.)
tat
das (Akk. Sg.)
etat
dies (Akk. Sg.)
akhilam
alles, gänzlich (Akk. Sg.)
nigamasya
der vedischen Schriften (Gen. Sg.)
satyam
die Wahrheit, den wahren [Sinn] (Akk. Sg.)
sva-ātma-arpaṇam
die Hingabe des eigenen Selbst (Akk. Sg.)
sva-suhṛdaḥ
des eigenen [wahren] Freundes (Gen. Sg.)
paramasya
des höchsten (Gen. Sg.)
puṁsaḥ
der Person (Gen. Sg.)

jñānaṁ tad etad amalaṁ duravāpam āha nārāyaṇo nara-sakhaḥ kila nāradāya ekāntināṁ bhagavatas tad akiñcanānāṁ pādāravinda-rajasāpluta-dehināṁ syāt

Dieses makellose, schwer erlangbare Wissen lehrte, wie es heißt, Nārāyaṇa, der Freund [aller] Menschen, dem Nārada; es kann nur denjenigen zuteilwerden, die sich ausschließlich dem Erhabenen ergeben haben, die nichts [Eigenes] besitzen [und] deren Körper vom Staub Seiner Lotosfüße durchtränkt ist.

Wort für Wort
jñānam
Wissen (Akk./Nom. Sg.)
tat
dieses, jenes (Akk. Sg.)
etat
dies (Akk. Sg.)
amalam
makellos, rein (Akk. Sg., Adj.)
duravāpam
schwer erlangbar (Akk. Sg., Adj.)
āha
er sprach, lehrte (3. Sg. Perf.)
nārāyaṇaḥ
Nārāyaṇa (Nom. Sg.)
nara-sakhaḥ
der Freund Naras/der Menschen (Nom. Sg.)
kila
bekanntlich, wie es heißt (Part.)
nāradāya
dem Nārada (Dat. Sg.)
ekāntinām
derer, die sich ausschließlich ergeben haben (Gen. Pl.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen. Sg.)
tat
dieses (Nom. Sg.)
akiñcanānām
derer, die nichts besitzen (Gen. Pl.)
pāda-aravinda
der Lotosfüße (Kompositionsglied)
rajasā
durch den Staub (Instr. Sg.)
āpluta-dehinām
deren Körper durchtränkt ist (Gen. Pl.)
syāt
es möge sein, kommt zu (Opt. 3. Sg.)

śrutam etan mayā pūrvaṁ jñānaṁ vijñāna-saṁyutam dharmaṁ bhāgavataṁ śuddhaṁ nāradād deva-darśanāt

Dieses mit [praktischer] Erkenntnis verbundene Wissen, den reinen, dem Erhabenen [gewidmeten] hingebungsvollen Dienst, habe ich früher von Nārada vernommen, dem Schauer der Gottheit.

Wort für Wort
śrutam
gehört, vernommen (Nom./Akk. Sg. n., PPP)
etat
dieses (Akk. Sg.)
mayā
von mir (Instr. Sg.)
pūrvam
früher, zuvor (Adv.)
jñānam
Wissen (Akk. Sg.)
vijñāna-saṁyutam
mit [Erfahrungs-]Erkenntnis verbunden (Akk. Sg., Adj.)
dharmam
Pflicht, hingebungsvoller Dienst (Akk. Sg.)
bhāgavatam
den Erhabenen betreffend (Akk. Sg., Adj.)
śuddham
rein (Akk. Sg., Adj.)
nāradāt
von Nārada (Abl. Sg.)
deva-darśanāt
vom Seher der Gottheit (Abl. Sg., Beiname Nāradas)

Vers via vedabase.io wiederholt (429, dauerhaft blockiert trotz mehrfacher Wartezyklen); daher aus der lokalen GRETIL-Quelldatei bhp_07u.htm (Zeilen BhP_07.06.028/1-2) entnommen. Wortanalyse eigenständig erarbeitet.

śrī-daitya-putrā ūcuḥ prahrāda tvaṁ vayaṁ cāpi narte 'nyaṁ vidmahe gurum etābhyāṁ guru-putrābhyāṁ bālānām api hīśvarau bālasyāntaḥpura-sthasya mahat-saṅgo duranvayaḥ chindhi naḥ saṁśayaṁ saumya syāc ced visrambha-kāraṇam

Die Söhne der Daityas sprachen: O Prahlāda, weder du noch wir kennen irgendeinen anderen Lehrer außer diesen beiden Söhnen unseres [Haus-]Lehrers - sie sind fürwahr die [rechtmäßigen] Meister selbst der Kinder. Für ein Kind, das [stets] im Innern des Palastes weilt, ist die Gemeinschaft mit einem Großen [Heiligen] kaum nachvollziehbar. Zerstreue, o Sanftmütiger, unseren Zweifel - falls es dafür einen Grund gibt, [dir] zu vertrauen.

Wort für Wort
śrī-daitya-putrāḥ
die Söhne der Daityas (Nom. Pl.)
ūcuḥ
sie sprachen (3. Pl. Perf.)
prahrāda
o Prahlāda (Vok. Sg.)
tvam
du (Nom. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
ca
und (Konj.)
api
auch (Part.)
na
nicht (Neg.)
ṛte
außer (Postposition + Abl.)
anyam
einen anderen (Akk. Sg.)
vidmahe
wir kennen, wissen (1. Pl. Präs.)
gurum
Lehrer (Akk. Sg.)
etābhyām
außer diesen beiden (Instr./Abl. Dual)
guru-putrābhyām
den beiden Söhnen des Lehrers (Instr./Abl. Dual)
bālānām
der Kinder (Gen. Pl.)
api
selbst, sogar (Part.)
hi
fürwahr (Part.)
īśvarau
die beiden Herren, Meister (Nom. Dual)
bālasya
eines Kindes (Gen. Sg.)
antaḥpura-sthasya
das im Frauengemach/Palastinnern weilt (Gen. Sg.)
mahat-saṅgaḥ
die Gemeinschaft mit einem Großen (Nom. Sg.)
duranvayaḥ
schwer nachvollziehbar, kaum glaubhaft (Nom. Sg.)
chindhi
zerschneide, zerstreue! (Imp. 2. Sg.)
naḥ
unseren (Gen. Pl.)
saṁśayam
Zweifel (Akk. Sg.)
saumya
o Sanftmütiger (Vok. Sg.)
syāt
es möge sein (Opt. 3. Sg.)
cet
falls, wenn (Konj.)
visrambha-kāraṇam
Grund für Vertrauen (Nom./Akk. Sg.)

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