Quelle: vedabase.io (IAST + wfw-Rohmaterial), Verse 17, 31 und 33 nach 429/Rate-Limit-Sperre über die lokale GRETIL-Quelle (bhp_08u.htm) kreuzgeprüft; deutsche Übersetzung und alle wfw-Glossen eigenständig erarbeitet.
Der glückverheißende König sprach: O Guru, in dieser Hinsicht habe ich diese Dynastie des Svāyambhuva ausführlich vernommen, in welcher (Zeitalter) die Erschaffung der Weltenschöpfer (Prajāpatis) geschah; berichte uns nun von den anderen Manus.
manvantare harer janma karmāṇi ca mahīyasaḥ
gṛṇanti kavayo brahmaṁs tāni no vada śṛṇvatām
Von der Geburt Haris während eines Manvantara und den Taten des höchst Erhabenen sprechen die Seher, o Brahmane; berichte sie uns, die wir eifrig zuhören.
Wort für Wort
manvantare
während eines Manvantara (Manu-Zeitalters) [Lok. Sg.]
yad yasminn antare brahman bhagavān viśva-bhāvanaḥ
kṛtavān kurute kartā hy atīte 'nāgate 'dya vā
Was auch immer der Erhabene Herr, der Erschaffer des Universums, in einem bestimmten Zeitalter getan hat, tut oder tun wird, o Brahmane - sei es in der Vergangenheit, in der Zukunft oder gegenwärtig -
Wort für Wort
yat
was (auch immer) [Nom./Akk. Sg. n.]
yasmin
in welchem [Lok. Sg.]
antare
Zeitalter, Manvantara [Lok. Sg.]
brahman
o Brahmane [Vok. Sg.]
bhagavān
der Erhabene Herr [Nom. Sg.]
viśva-bhāvanaḥ
der Erschaffer des Universums [Nom. Sg.]
kṛtavān
getan habend [Nom. Sg. Ptz. Perf. Akt.]
kurute
er tut [3. Sg. Präs. Med.]
kartā
er wird tun (der Tuende) [Nom. Sg.]
hi
wahrlich, gewiss
atīte
in der Vergangenheit [Lok. Sg.]
anāgate
in der Zukunft [Lok. Sg.]
adya
heute, jetzt
vā
oder
Der Satz wird erst in Vers 4 fortgeführt/beantwortet.
śrī-ṛṣir uvāca
manavo 'smin vyatītāḥ ṣaṭ kalpe svāyambhuvādayaḥ
ādyas te kathito yatra devādīnāṁ ca sambhavaḥ
Der glückverheißende Weise (Śukadeva) sprach: In diesem Kalpa sind sechs Manus vergangen, angefangen mit Svāyambhuva; der erste von ihnen wurde dir bereits erzählt, worin auch die Entstehung der Götter und anderer [Wesen dargelegt wurde].
Was zuvor vom Erhabenen Kapila getan wurde, ist bereits ausführlich beschrieben worden; nun werde ich erzählen, was der Erhabene [in Gestalt des] Yajña tat, o Bester der Kurus.
Der Gebieter, der Gatte Śatarūpās, der von den Sinnesgenüssen losgelöst war, gab sein Königreich auf und betrat mit seiner Gattin den Wald, um Askese zu üben.
śrī-manur uvāca
yena cetayate viśvaṁ viśvaṁ cetayate na yam
yo jāgarti śayāne 'smin nāyaṁ taṁ veda veda saḥ
Der glückverheißende Manu sprach: Durch wen das Universum belebt (bewusst gemacht) wird, den aber das Universum nicht erkennt; der wacht, während dieser [Körper] schläft - diesen [Körper] kennt Er nicht, [doch] Er [der Körper] kennt Ihn.
Wort für Wort
śrī-manuḥ uvāca
der glückverheißende Manu sprach
yena
durch wen [Instr. Sg.]
cetayate
wird bewusst gemacht, belebt [3. Sg. Präs. Med./Pass.]
viśvam
das Universum [Nom. Sg. n.]
viśvam
das Universum [Nom. Sg. n.]
cetayate
erkennt, macht sich bewusst [3. Sg. Präs. Med.]
na
nicht
yam
den [Akk. Sg.]
yaḥ
der (welcher) [Nom. Sg.]
jāgarti
wacht [3. Sg. Präs.]
śayāne
während schlafend [Lok. Sg. Ptz.]
asmin
in diesem [Lok. Sg.]
na
nicht
ayam
dieser [Nom. Sg.]
tam
jenen [Akk. Sg.]
veda
kennt [3. Sg. Perf., Präsensbedeutung]
veda
kennt [3. Sg. Perf.]
saḥ
er [Nom. Sg.]
Doppeldeutiges veda/veda: klassisch als Gegensatzpaar 'kennt nicht / kennt' zwischen Selbst und Körper gelesen.
Vom [höchsten] Selbst bewohnt ist dieses ganze Universum - was auch immer an Beweglichem in der Welt existiert; durch jenes Zugeteilte sollst du genießen, [aber] begehre nicht das Vermögen irgendeines anderen.
Wort für Wort
ātma-āvāsyam
vom [höchsten] Selbst bewohnt [Nom. Sg. n.]
idam
dieses [Nom. Sg. n.]
viśvam
Universum, All [Nom. Sg. n.]
yat kiñcit
was auch immer
jagatyām
in der Welt [Lok. Sg.]
jagat
das Bewegliche, Lebendige [Nom. Sg. n.]
tena
durch jenes [Instr. Sg.]
tyaktena
durch das Aufgegebene/Zugeteilte [Instr. Sg. Ptz.]
yaṁ paśyati na paśyantaṁ cakṣur yasya na riṣyati
taṁ bhūta-nilayaṁ devaṁ suparṇam upadhāvata
Den man [selbst] nicht sieht, obwohl er [immerzu] sieht, dessen Sehkraft niemals schwindet - jenen, die Wohnstätte aller Wesen, den strahlenden Gott, den 'Schönbeflügelten' [Suparṇa], sollt ihr verehren.
Wort für Wort
yam
den [Akk. Sg.]
paśyati
sieht [3. Sg. Präs.]
na
nicht
paśyantam
den (immerzu) Sehenden [Akk. Sg. Ptz. Präs.]
cakṣuḥ
Auge [Nom. Sg. n.]
yasya
dessen [Gen. Sg.]
na
nicht
riṣyati
schwindet, wird beeinträchtigt [3. Sg. Präs.]
tam
jenen [Akk. Sg.]
bhūta-nilayam
die Wohnstätte/den Ursprung aller Wesen [Akk. Sg.]
devam
den Gott [Akk. Sg.]
suparṇam
den Schönbeflügelten (Beiname des Herrn) [Akk. Sg.]
na yasyādy-antau madhyaṁ ca svaḥ paro nāntaraṁ bahiḥ
viśvasyāmūni yad yasmād viśvaṁ ca tad ṛtaṁ mahat
Dessen Anfang, Ende und Mitte es nicht gibt, [für den] weder Eigenes noch Fremdes, weder Innen noch Außen [besteht]; diese [Bestimmungen] gehören zum Universum - jenes aber, woraus [alles hervorgeht], und das Universum [selbst], das ist die große Wahrheit.
Wort für Wort
na
nicht
yasya
dessen [Gen. Sg.]
ādi
Anfang
antau
Ende (Dvandva mit ādi: Anfang und Ende) [Nom. Dual]
Er, dessen Körper das Universum ist, der Vielgerufene, der Gebieter, der Wahrhaftige, selbstleuchtend, ungeboren, uralt - er bewirkt durch seine eigene [ihm ewig zugehörige] Kraft die Schöpfung usw. dieses [Universums]; nachdem er sie [diese Kraft] durch [spirituelles] Wissen zurückgestoßen hat, verweilt er wunschlos [in sich selbst].
Wort für Wort
saḥ
er [Nom. Sg.]
viśva-kāyaḥ
dessen Körper das Universum ist [Nom. Sg.]
puru-hūtaḥ
der Vielgerufene [Nom. Sg.]
īśaḥ
der Gebieter, Herrscher [Nom. Sg.]
satyaḥ
der Wahrhaftige, die Wahrheit [Nom. Sg.]
svayaṁ-jyotiḥ
selbstleuchtend [Nom. Sg.]
ajaḥ
ungeboren [Nom. Sg.]
purāṇaḥ
uralt [Nom. Sg.]
dhatte
er bewirkt, trägt [3. Sg. Präs. Med.]
asya
dieses (Universums) [Gen. Sg.]
janma-ādi
Geburt (Schöpfung) usw. [Akk. Sg.]
ajayā
durch die [ihm] ungeborene, ewige [Kraft/Māyā] [Instr. Sg.]
ātma-śaktyā
durch [seine] eigene Kraft [Instr. Sg.]
tām
jene (Kraft/Māyā) [Akk. Sg.]
vidyayā
durch Wissen [Instr. Sg.]
udasya
nachdem er zurückgestoßen/beiseitegeschoben hat [Absolutiv]
nirīhaḥ
wunschlos, untätig [Nom. Sg.]
āste
er verweilt, sitzt [3. Sg. Präs.]
Meter Triṣṭubh, abweichend vom sonstigen Anuṣṭubh des Kapitels.
Daher üben die Weisen von Anfang an Handlungen (Riten) aus, um Handlungslosigkeit zu erlangen; denn ein handelnder Mensch erreicht zumeist [gerade dadurch] Handlungslosigkeit.
īhate bhagavān īśo na hi tatra visajjate
ātma-lābhena pūrṇārtho nāvasīdanti ye 'nu tam
Der Erhabene Gebieter handelt, doch er verstrickt sich dabei keineswegs, da er durch den Gewinn seines eigenen Selbst erfüllt ist; diejenigen, die ihm nachfolgen, verzagen nicht.
Wort für Wort
īhate
er handelt, ist tätig [3. Sg. Präs. Med.]
bhagavān
der Erhabene Herr [Nom. Sg.]
īśaḥ
der Gebieter [Nom. Sg.]
na
nicht
hi
wahrlich
tatra
darin, dabei
visajjate
er verstrickt sich [3. Sg. Präs. Med.]
ātma-lābhena
durch den Gewinn des [eigenen] Selbst [Instr. Sg.]
Ihm, dem Handelnden, doch Ich-losen, dem Weisen, dem Wunschlosen, dem Vollständigen, dem von nichts anderem Angetriebenen, der die Menschen unterweist, [selbst] in seinem eigenen Pfad gefestigt, dem Gebieter, dem Begründer aller [rechten] Pflichten - ihm ergebe ich mich.
Wort für Wort
tam
jenem [Akk. Sg.]
īhamānam
dem Handelnden, Tätigen [Akk. Sg. Ptz.]
nirahaṅkṛtam
dem Ich-losen, ohne Ich-Bewusstsein [Akk. Sg.]
budham
dem Weisen, Erkennenden [Akk. Sg.]
nirāśiṣam
dem Wunschlosen [Akk. Sg.]
pūrṇam
dem Vollständigen, Vollkommenen [Akk. Sg.]
ananya-coditam
dem von keinem anderen Angetriebenen [Akk. Sg.]
nṝn
die Menschen [Akk. Pl.]
śikṣayantam
unterweisend, lehrend [Akk. Sg. Ptz.]
nija-vartma
im eigenen Pfad [Kompositionsglied]
saṁsthitam
gefestigt, feststehend [Akk. Sg.]
prabhum
dem Gebieter [Akk. Sg.]
prapadye
ich ergebe mich, nehme Zuflucht [1. Sg. Präs. Med.]
akhila-dharma-bhāvanam
dem Urheber/Begründer aller [religiösen] Pflichten [Akk. Sg.]
Śrī Śuka sprach: Als die Asuras und Rākṣasas ihn sahen, wie er, gesammelten Geistes, dieses geheime Mantra rezitierte, stürmten sie vor Hunger herbei, um ihn zu verschlingen.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti
so, dies (Zitatpartikel)
mantra-upaniṣadam
das geheime Mantra, den Upaniṣad-Spruch [Akk. Sg.]
vyāharantam
ihn, der (dies) rezitierend/aussprechend [Akk. Sg. Ptz. Präs.]
samāhitam
gesammelten Geistes, konzentriert [Akk. Sg.]
dṛṣṭvā
nachdem sie gesehen hatten [Absolutiv]
asurāḥ
die Asuras (Dämonen) [Nom. Pl.]
yātudhānāḥ
die Rākṣasas [Nom. Pl.]
jagdhum
um zu verschlingen, zu fressen [Infinitiv]
abhyadravan
sie liefen heran, stürmten [3. Pl. Impf.]
kṣudhā
aus Hunger [Instr. Sg.]
[Anm.: Vers 17 sowie 31 und 33 nach 429/Rate-Limit-Sperre bei vedabase.io über die lokale GRETIL-Quelle (bhp_08u.htm) erschlossen; wfw und Übersetzung eigenständig erarbeitet.]
Als Yajña, Hari, der Allgegenwärtige, sie, die so entschlossen waren, erblickte, tötete er sie, umgeben von den Göttern [namens] Yāmas, und beherrschte [danach] die drei Himmelswelten.
Wort für Wort
tān
sie [Akk. Pl.]
tathā
so, derart
avasitān
entschlossen, bestimmt (ihn zu verschlingen) [Akk. Pl. Ptz.]
vīkṣya
nachdem er erblickt hatte [Absolutiv]
yajñaḥ
Yajña (der Herr) [Nom. Sg.]
sarva-gataḥ
allgegenwärtig [Nom. Sg.]
hariḥ
Hari [Nom. Sg.]
yāmaiḥ
mit den Yāmas (seinen Söhnen/Göttern) [Instr. Pl.]
tatrendro rocanas tv āsīd devāś ca tuṣitādayaḥ
ūrja-stambhādayaḥ sapta ṛṣayo brahma-vādinaḥ
Darin (in jenem Manvantara) war Rocana Indra, und die Götter [waren] Tuṣita und andere; die sieben Weisen, Verkünder des Brahman/Veda, [waren] Ūrja, Stambha und andere.
so 'nṛta-vrata-duḥśīlān asato yakṣa-rākṣasān
bhūta-druho bhūta-gaṇāṁś cāvadhīt satyajit-sakhaḥ
Er tötete, zusammen mit seinem Freund Satyajit, die dem Lügen-Gelübde verpflichteten, übel gesinnten, unredlichen Yakṣas und Rākṣasas sowie die den [anderen] Wesen feindlich gesinnten Geisterscharen.
Die Satyakas, Harayas [und] Vīras [waren] die Götter, Triśikha [war] der Gebieter [Indra]; die sieben Weisen, angeführt von Jyotirdhāma, [lebten] im Zeitalter Tāmasas.
Auch darin (in jenem Zeitalter) wurde der Erhabene Herr in Hariṇī, [der Gattin] Harimedhas, geboren, genannt Hari, durch den der König der Elefanten aus dem Rachen [des Krokodils] befreit wurde.
Der glückverheißende König sprach: O Bādarāyaṇi, dies wünschen wir von dir zu hören: wie Hari den Elefantenkönig, der vom Krokodil gepackt war, befreite.
Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der glückverheißende König sprach
bādarāyaṇa
o Bādarāyaṇi (Sohn Bādarāyaṇas, d.h. Śukadeva) [Vok. Sg.]
etat
dies [Akk. Sg. n.]
te
von dir [Abl./Gen. Sg.]
śrotum
zu hören [Infinitiv]
icchāmahe
wir wünschen [1. Pl. Präs. Med.]
vayam
wir [Nom. Pl.]
hariḥ
Hari [Nom. Sg.]
yathā
wie, auf welche Weise
gaja-patim
den Herrn/König der Elefanten [Akk. Sg.]
grāha-grastam
vom Krokodil gepackt/ergriffen [Akk. Sg.]
amūmucat
er befreite [3. Sg. Redupl. Aor.]
[Anm.: nach GRETIL-Fallback wegen 429/Rate-Limit bei vedabase.io; wfw eigenständig erarbeitet.]
In jenen Erzählungen [liegt] großes Verdienst, [sie sind] segensreich, heilbringend, günstig - wo immer der Erhabene Hari, der 'in erhabenen Versen Gepriesene' (Uttamaśloka), besungen wird.
śrī-sūta uvāca
parīkṣitaivaṁ sa tu bādarāyaṇiḥ prāyopaviṣṭena kathāsu coditaḥ
uvāca viprāḥ pratinandya pārthivaṁ mudā munīnāṁ sadasi sma śṛṇvatām
Śrī Sūta sprach: O Brahmanen, so von Parīkṣit, der sich zum Fasten bis zum Tod niedergesetzt hatte, zu den Erzählungen aufgefordert, sprach jener Bādarāyaṇi (Śukadeva), nachdem er den König freudig gepriesen hatte, in der Versammlung der zuhörenden Weisen.
Wort für Wort
śrī-sūtaḥ uvāca
Śrī Sūta sprach
parīkṣitā
von Parīkṣit [Instr. Sg.]
evam
so, auf diese Weise
saḥ
er [Nom. Sg.]
tu
aber, nun
bādarāyaṇiḥ
der Sohn Bādarāyaṇas (Śukadeva) [Nom. Sg.]
prāyopaviṣṭena
von dem, der sich zum Fasten bis zum Tod niedergesetzt hatte [Instr. Sg.]
kathāsu
zu den Erzählungen [Lok. Pl.]
coditaḥ
ermuntert, aufgefordert [Nom. Sg.]
uvāca
er sprach [3. Sg. Perf.]
viprāḥ
o Brahmanen [Vok. Pl.]
pratinandya
nachdem er beglückwünscht/gepriesen hatte [Absolutiv]
pārthivam
den König (Sohn der Erde) [Akk. Sg.]
mudā
mit Freude [Instr. Sg.]
munīnām
der Weisen [Gen. Pl.]
sadasi
in der Versammlung [Lok. Sg.]
sma
(Partikel, betont Vergangenheit)
śṛṇvatām
die zuhörten [Gen. Pl. Ptz. Präs.]
[Anm.: nach GRETIL-Fallback wegen 429/Rate-Limit bei vedabase.io; wfw eigenständig erarbeitet. Letzter Vers des Kapitels (Triṣṭubh-Metrum in Pāda 2 und 3).]