Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 187: śrī-rāmacandra-carita Die Taten des Höchsten Herrn Rāmacandra

Aufgrund wiederholter Zugriffsblockaden (HTTP 429) bei vedabase.io wurde ab Vers 45 zusätzlich die lokale GRETIL-Quelldatei (bhp_09u.htm) zur Sanskrit-Verifikation herangezogen; die Vers-/Pada-Zuordnung zwischen GRETIL-Nummerierung und der hier verwendeten (vedabase-basierten) Zählung wurde durch Inhaltsabgleich rekonstruiert.

śrī-śuka uvāca / khaṭvāṅgād dīrghabāhuś ca raghus tasmāt pṛthu-śravāḥ / ajas tato mahā-rājas tasmād daśaratho 'bhavat

Śrī Śuka sprach: Von Khaṭvāṅga stammte Dīrghabāhu, und von diesem Raghu, der Weitberühmte; von ihm kam Aja, und von diesem großen König Daśaratha.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
khaṭvāṅgāt
von Khaṭvāṅga
dīrghabāhuḥ ca
und Dīrghabāhu
raghuḥ tasmāt
von ihm Raghu
pṛthu-śravāḥ
der Weitberühmte
ajaḥ tataḥ
von ihm (dann) Aja
mahā-rājaḥ
der große König
tasmād daśarathaḥ abhavat
von ihm entstand Daśaratha

tasyāpi bhagavān eṣa sākṣād brahmamayo hariḥ / aṃśāṃśena caturdhāgāt putratvaṃ prārthitaḥ suraiḥ / rāma-lakṣmaṇa-bharata-śatrughnā iti saṃjñayā

Von ihm wiederum erschien dieser Herr, der leibhaftige, aus reinem Sein bestehende Hari, durch einen Teilaspekt Seiner Erweiterung vierfach, von den Göttern erbeten, zur Sohnschaft, unter den Namen Rāma, Lakṣmaṇa, Bharata und Śatrughna.

Wort für Wort
tasya api
von ihm (Daśaratha) auch
bhagavān eṣa
dieser Herr
sākṣāt
leibhaftig
brahma-mayaḥ hariḥ
der aus reinem Sein bestehende Hari
aṃśa-aṃśena
durch einen Teilaspekt Seiner Erweiterung
caturdhā agāt
kam vierfach
putratvam
zur Sohnschaft
prārthitaḥ suraiḥ
erbeten von den Göttern
rāma-lakṣmaṇa-bharata-śatrughnāḥ
Rāma, Lakṣmaṇa, Bharata, Śatrughna
iti saṃjñayā
unter diesen Namen

tasyānucaritaṃ rājann ṛṣibhis tattva-darśibhiḥ / śrutaṃ hi varṇitaṃ bhūri tvayā sītā-pater muhuḥ

O König, das Wirken Jenes, geschildert von den die Wahrheit schauenden Weisen, hast du, den Gemahl der Sītā betreffend, wahrlich vielfach immer wieder gehört.

Wort für Wort
tasya
von ihm (dessen)
anucaritam
das Wirken, die Taten
rājan
o König
ṛṣibhiḥ
von den Weisen
tattva-darśibhiḥ
den die Wahrheit Schauenden
śrutam
gehört
hi
wahrlich
varṇitam
geschildert
bhūri
reichlich, vielfach
tvayā
von dir
sītā-pateḥ
des Gemahls der Sītā
muhuḥ
wiederholt

gurv-arthe tyakta-rājyo vyacarad anuvanaṃ padma-padbhyāṃ priyāyāḥ pāṇi-sparśākṣamābhyāṃ mṛjita-patha-rujo yo harīndrānujābhyām / vairūpyāc chūrpaṇakhyāḥ priya-viraha-ruṣāropita-bhrū-vijṛmbha-trastābdhir baddha-setuḥ khala-dava-dahanaḥ kosalendro 'vatān naḥ

Er, der um des Vaters willen das Königreich aufgab, wanderte mit Seinen zwei lotusgleichen Füßen – die nicht einmal die Berührung der Hand Seiner Geliebten ertragen konnten – von Wald zu Wald, wobei die Erschöpfung des Weges durch den Herrn der Affen und den jüngeren Bruder gelindert wurde; Er, der durch den Zorn der Trennung von der Geliebten wegen der Entstellung der Śūrpaṇakhā mit hochgezogenen, zuckenden Augenbrauen den Ozean erschreckte, eine Brücke baute und die Übeltäter wie ein Waldbrand verzehrte – dieser Herr von Kosala möge uns beschützen!

Wort für Wort
guru-arthe
um des Vaters (Lehrers) willen
tyakta-rājyaḥ
der das Königreich aufgegeben hat
vyacarat anuvanam
wanderte von Wald zu Wald
padma-padbhyām
mit den beiden Lotosfüßen
priyāyāḥ
der Geliebten
pāṇi-sparśa-akṣamābhyām
die die Berührung ihrer Hand nicht ertragen konnten
mṛjita-patha-rujaḥ
deren Wegschmerz gelindert wurde
yaḥ
er, welcher
harīndra-anujābhyām
durch den Herrn der Affen (Hanumān) und den jüngeren Bruder (Lakṣmaṇa)
vairūpyāt śūrpaṇakhyāḥ
wegen der Entstellung der Śūrpaṇakhā
priya-viraha-ruṣā
durch den Zorn der Trennung von der Geliebten
āropita-bhrū-vijṛmbha
mit hochgezogenen, zuckenden Augenbrauen
trasta-abdhiḥ
den Ozean erschreckend
baddha-setuḥ
der die Brücke baute
khala-dava-dahanaḥ
der Verbrenner der Bösewichte wie ein Waldfeuer
kosala-indraḥ avatāt naḥ
der Herr von Kosala möge uns beschützen

Langzeiliger Bittvers (āśīr), der die gesamte Rāma-Erzählung vorausschauend zusammenfasst; Fortsetzung in V.5 und 6-7.

viśvāmitrādhvare yena mārīcādyā niśā-carāḥ / paśyato lakṣmaṇasyaiva hatā nairṛta-puṅgavāḥ

Er, durch den im Opfer des Viśvāmitra die von Mārīca angeführten Nachtwandler getötet wurden, jene Häupter der Rākṣasas, während Lakṣmaṇa selbst zusah –

Wort für Wort
viśvāmitra-adhvare
im Opfer des Viśvāmitra
yena
durch wen
mārīca-ādyāḥ
angeführt von Mārīca
niśā-carāḥ
die Nachtwandler
paśyataḥ lakṣmaṇasya eva
während Lakṣmaṇa selbst zusah
hatāḥ
getötet wurden
nairṛta-puṅgavāḥ
die Häupter der Rākṣasas

Setzt den Relativsatz-Stil von V.4 fort (Bezug auf 'kosalendraḥ').

yo loka-vīra-samitau dhanur aiśam ugraṃ sītā-svayaṃvara-gṛhe triśatopanītam / ādāya bāla-gaja-līla ivekṣu-yaṣṭiṃ sajjyī-kṛtaṃ nṛpa vikṛṣya babhañja madhye // jitvānurūpa-guṇa-śīla-vayo 'ṅga-rūpāṃ sītābhidhāṃ śriyam urasy abhilabdhamānām / mārge vrajan bhṛgupater vyanayat prarūḍhaṃ darpaṃ mahīm akṛta yas trir arāja-bījām

Er, der in der Versammlung der Helden der Welt den gewaltigen Bogen Śivas, der beim Svayaṃvara der Sītā von dreihundert Männern herbeigebracht worden war, ergriff und, o König, wie ein junger Elefant spielerisch ein Zuckerrohrstück, den gespannten Bogen in der Mitte auseinanderzog und zerbrach; nachdem Er sie gewonnen hatte – deren Eigenschaften, Charakter, Alter, Gestalt und Schönheit Ihm entsprachen, die unter dem Namen Sītā als am Busen erlangte Glücksgöttin galt –, bezwang Er auf dem Weg den aufkeimenden Hochmut des Herrn der Bhṛgus (Paraśurāma), der die Erde dreimal von Königsgeschlecht entblößt hatte.

Wort für Wort
yaḥ
er, welcher (Rāma)
loka-vīra-samitau
in der Versammlung der Helden der Welt
dhanuḥ aiśam ugram
den gewaltigen Bogen Śivas
sītā-svayaṃvara-gṛhe
im Haus des Svayaṃvara der Sītā
triśata-upanītam
von dreihundert (Männern) herbeigebracht
ādāya
ergreifend
bāla-gaja-līlaḥ iva
wie ein spielender junger Elefant
ikṣu-yaṣṭim
ein Zuckerrohrstück
sajjyī-kṛtam
gespannt
nṛpa
o König
vikṛṣya babhañja madhye
anziehend zerbrach er in der Mitte
jitvā
nachdem er gewonnen hatte
anurūpa-guṇa-śīla-vayo-'ṅga-rūpām
deren Eigenschaften, Charakter, Alter, Gestalt und Schönheit entsprachen
sītā-abhidhām śriyam
die unter dem Namen Sītā (bekannte) Glücksgöttin
urasi abhilabdhamānām
am Busen erlangt geglaubt
mārge vrajan
auf dem Weg gehend
bhṛgupateḥ
des Herrn der Bhṛgus (Paraśurāma)
vyanayat prarūḍham darpam
bezwang den aufgekeimten Hochmut
mahīm akṛta yaḥ
der die Erde gemacht hatte
trir arāja-bījām
dreimal ohne Königssamen

yaḥ satya-pāśa-parivīta-pitur nideśaṃ straiṇasya cāpi śirasā jagṛhe sabhāryaḥ / rājyaṃ śriyaṃ praṇayinaḥ suhṛdo nivāsaṃ tyaktvā yayau vanam asūn iva mukta-saṅgaḥ

Er, der den Befehl des Vaters – gefesselt vom Band der Wahrheit und ergeben seiner Frau – mitsamt Gemahlin ehrfürchtig auf dem Haupt annahm, und, Königreich, Reichtum, liebende Verwandte, Freunde und Wohnstatt aufgebend, wie eine von aller Bindung befreite Seele ihr Leben aufgibt, in den Wald zog.

Wort für Wort
yaḥ
er, der
satya-pāśa-parivīta-pituḥ
des vom Band der Wahrheit umschlungenen Vaters
nideśam
den Befehl
straiṇasya ca api
der seiner Frau ergeben war, und auch
śirasā jagṛhe
nahm auf dem Haupt an
sa-bhāryaḥ
mit Gemahlin
rājyaṃ śriyam
Königreich und Reichtum
praṇayinaḥ suhṛdaḥ
liebevolle Verwandte und Freunde
nivāsam
Wohnstatt
tyaktvā
aufgebend
yayau vanam
zog in den Wald
asūn iva
wie das Leben
mukta-saṅgaḥ
eine von Bindung befreite (Seele)

rakṣaḥ-svasur vyakṛta rūpam aśuddha-buddhes tasyāḥ khara-triśira-dūṣaṇa-mukhya-bandhūn / jaghne caturdaśa-sahasram apāraṇīya-kodaṇḍa-pāṇir aṭamāna uvāsa kṛcchram

Er entstellte die Gestalt der Rākṣasa-Schwester, deren Verstand unrein war, und tötete ihre Verwandten, angeführt von Khara, Triśiras und Dūṣaṇa, vierzehntausend an der Zahl, während Er, den unbesiegbaren Bogen in der Hand, wandernd, Entbehrung ertrug.

Wort für Wort
rakṣaḥ-svasuḥ
der Schwester des Rākṣasa (Śūrpaṇakhā)
vyakṛta rūpam
entstellte die Gestalt
aśuddha-buddheḥ tasyāḥ
deren Verstand unrein war
khara-triśira-dūṣaṇa-mukhya-bandhūn
deren Verwandte, angeführt von Khara, Triśiras und Dūṣaṇa
jaghne
er tötete
caturdaśa-sahasram
vierzehntausend
apāraṇīya-kodaṇḍa-pāṇiḥ
mit dem unüberwindlichen Bogen in der Hand
aṭamānaḥ
umherwandernd
uvāsa kṛcchram
lebte in Entbehrung

sītā-kathā-śravaṇa-dīpita-hṛc-chayena sṛṣṭaṃ vilokya nṛpate daśa-kandhareṇa / jaghne 'dbhutaiṇa-vapuṣāśramato 'pakṛṣṭo mārīcam āśu viśikhena yathā kam ugraḥ

Als Er, o König, den [Zauberhirsch] erblickte, den der Zehnköpfige erschuf, dessen Liebesverlangen durch das Hören der Geschichte Sītās entflammt war, tötete der Furchtbare, von der Einsiedelei durch die wunderbare Hirschgestalt fortgelockt, den Mārīca rasch mit einem Pfeil, wie einst der Furchtbare [Rudra] den Ka [erlegte].

Wort für Wort
sītā-kathā-śravaṇa-dīpita-hṛc-chayena
durch das vom Hören der Geschichte Sītās entflammte Liebesverlangen (des Rāvaṇa)
sṛṣṭam
das Geschaffene (den Zauberhirsch)
vilokya
erblickend
nṛpate
o König
daśa-kandhareṇa
durch den Zehnköpfigen (Rāvaṇa) geschaffen
jaghne
er tötete
adbhuta-eṇa-vapuṣā
durch die wunderbare Hirschgestalt
āśramataḥ apakṛṣṭaḥ
von der Einsiedelei fortgelockt
mārīcam
den Mārīca
āśu viśikhena
rasch mit einem Pfeil
yathā kam ugraḥ
wie der Furchtbare (einst) Ka (tötete) [?]

[Anm.: 'yathā kam ugraḥ' ist eine knappe mythologische Anspielung (vermutlich auf Rudra/Śiva und Prajāpati Dakṣa 'Ka'); die genaue Referenz ist unsicher und mit [?] markiert.]

rakṣo-'dhamena vṛkavad vipine 'samakṣaṃ vaideha-rāja-duhitary apayāpitāyām / bhrātrā vane kṛpaṇavat priyayā viyuktaḥ strī-saṅgināṃ gatim iti prathayaṃś cacāra

Als die Tochter des Königs von Videha von dem niedrigsten der Rākṣasas, wie ein Wolf, im Wald unbeobachtet fortgeraubt worden war, wanderte Er, mit dem Bruder, von der Geliebten getrennt, wie ein Elender im Wald umher und zeigte dadurch das Schicksal derer auf, die an Frauen hängen.

Wort für Wort
rakṣaḥ-adhamena
durch den niedrigsten der Rākṣasas
vṛka-vat
wie ein Wolf
vipine asamakṣam
im Wald, unbeobachtet
vaideha-rāja-duhitari apayāpitāyām
als die Tochter des Königs von Videha fortgeraubt worden war
bhrātrā vane
mit dem Bruder im Wald
kṛpaṇa-vat
wie ein Elender
priyayā viyuktaḥ
von der Geliebten getrennt
strī-saṅginām gatim
das Schicksal derer, die an Frauen hängen
iti prathayan cacāra
so aufzeigend wanderte er umher

dagdhvātma-kṛtya-hata-kṛtyam ahan kabandhaṃ sakhyaṃ vidhāya kapibhir dayitā-gatiṃ taiḥ / buddhvātha vālini hate plavagendra-sainyair velām agāt sa manujo 'ja-bhavārcitāṅghriḥ

Nachdem Er die geschuldete Totenpflicht erfüllt hatte, tötete Er den Kabandha, dessen eigenes Tun seine Bestimmung zunichtegemacht hatte; nachdem Er mit den Affen Freundschaft geschlossen und durch sie den Verbleib der Geliebten erfahren hatte, und nachdem Vāli getötet worden war, zog Er, der Mensch gewordene Herr, dessen Füße von Brahmā und Śiva verehrt werden, mit den Heeren des Affenfürsten zum Strand des Ozeans.

Wort für Wort
dagdhvā
nachdem er (die Totenfeuer-Pflicht) vollzogen hatte
ātma-kṛtya-hata-kṛtyam
dessen eigenes Tun die (ihm gebührende) Bestimmung zunichtegemacht hatte
ahan kabandham
er tötete den Kabandha
sakhyam vidhāya kapibhiḥ
Freundschaft mit den Affen schließend
dayitā-gatim taiḥ buddhvā
durch sie den Verbleib der Geliebten erfahrend
atha vālini hate
und nachdem Vāli getötet war
plavaga-indra-sainyaiḥ
mit den Heeren des Affenfürsten
velām agāt
zog zum Strand
saḥ manujaḥ
er, der (als) Mensch (Erschienene)
aja-bhava-arcita-aṅghriḥ
dessen Füße von Brahmā und Śiva verehrt werden

yad-roṣa-vibhrama-vivṛtta-kaṭākṣa-pāta-sambhrānta-nakra-makaro bhaya-gīrṇa-ghoṣaḥ / sindhuḥ śirasy arhaṇaṃ parigṛhya rūpī pādāravindam upagamya babhāṣa etat

Der Ozean, dessen Krokodile und Makaras durch das Fallen Seiner im Zorn wild umherrollenden Seitenblicke in Bestürzung gerieten und dessen Tosen von Furcht verschlungen wurde, nahm, eine Gestalt annehmend, Opfergaben auf dem Haupt, näherte sich Seinem Lotosfuß und sprach dieses:

Wort für Wort
yad-roṣa-vibhrama-vivṛtta-kaṭākṣa-pāta
durch das Fallen der im Zorn wild umherrollenden Seitenblicke von dem
sambhrānta-nakra-makaraḥ
dessen Krokodile und Makaras bestürzt waren
bhaya-gīrṇa-ghoṣaḥ
dessen Tosen von Furcht verschlungen war
sindhuḥ
der Ozean
śirasi arhaṇam parigṛhya
Opfergaben auf dem Haupt tragend
rūpī
eine Gestalt annehmend
pāda-aravindam upagamya
sich dem Lotosfuß nähernd
babhāṣa etat
sprach dieses

na tvāṃ vayaṃ jaḍa-dhiyo nu vidāma bhūman kūṭa-stham ādi-puruṣaṃ jagatām adhīśam / yat-sattvataḥ sura-gaṇā rajasaḥ prajeśā manyoś ca bhūta-patayaḥ sa bhavān guṇeśaḥ

Wir, stumpfsinnig, kennen Dich wahrlich nicht, o Allumfassender, den unveränderlichen Urmenschen, den Herrscher der Welten, aus dessen Erscheinungsweise der Tugend die Götterscharen, aus der Leidenschaft die Herren der Geschöpfe und aus Zorn die Herren der Wesen entstehen – Du bist der Herr der Erscheinungsweisen.

Wort für Wort
na tvām vayam
dich nicht wir
jaḍa-dhiyaḥ
die Stumpfsinnigen
nu vidāma
kennen wahrlich
bhūman
o Allumfassender
kūṭa-stham
den Unveränderlichen
ādi-puruṣam
den Urmenschen
jagatām adhīśam
den Herrscher der Welten
yat-sattvataḥ sura-gaṇāḥ
aus dessen (Erscheinungsweise der) Tugend die Götterscharen
rajasaḥ prajā-īśāḥ
aus der Leidenschaft die Herren der Geschöpfe
manyoḥ ca bhūta-patayaḥ
und aus Zorn die Herren der Wesen
saḥ bhavān guṇa-īśaḥ
eben Du bist der Herr der Erscheinungsweisen

kāmaṃ prayāhi jahi viśravaso 'vamehaṃ trailokya-rāvaṇam avāpnuhi vīra patnīm / badhnīhi setum iha te yaśaso vitatyai gāyanti dig-vijayino yam upetya bhūpāḥ

Gehe nach Belieben über mich hinweg, bezwinge die Schande des Viśravas, der die drei Welten zum Weinen bringt; erlange, o Held, Deine Gattin zurück; baue hier eine Brücke zur Ausbreitung Deines Ruhmes, zu der hingehend die welterobernden Könige singen.

Wort für Wort
kāmam prayāhi
geh nach Belieben (über mich)
jahi
bezwinge
viśravasaḥ avameham
die Schande des Viśravas (Rāvaṇa)
trailokya-rāvaṇam
der die drei Welten zum Weinen bringt
avāpnuhi vīra patnīm
erlange, o Held, (deine) Gattin
badhnīhi setum iha
baue hier eine Brücke
te yaśasaḥ vitatyai
zur Ausbreitung deines Ruhmes
gāyanti dik-vijayinaḥ
es besingen die Welteroberer-Könige
yam upetya bhūpāḥ
zu der hingehend die Könige

baddhvodadhau raghu-patir vividhādri-kūṭaiḥ setuṃ kapīndra-kara-kampita-bhūruhāṅgaiḥ / sugrīva-nīla-hanumat-pramukhair anīkair laṅkāṃ vibhīṣaṇa-dṛśāviśad agra-dagdhām

Der Herr der Raghus baute im Ozean eine Brücke aus verschiedenen Bergesgipfeln, deren Bäume von den Händen der Affenfürsten erschüttert worden waren, und betrat, geführt vom Blick des Vibhīṣaṇa, mit den Heeren, angeführt von Sugrīva, Nīla und Hanumān, Laṅkā, das zuvor in Brand gesteckt worden war.

Wort für Wort
baddhvā udadhau
nachdem er im Ozean gebaut hatte
raghu-patiḥ
der Herr der Raghus
vividha-adri-kūṭaiḥ setum
mit verschiedenen Berggipfeln eine Brücke
kapīndra-kara-kampita-bhūruha-aṅgaiḥ
deren Baumglieder von den Händen der Affenfürsten erschüttert waren
sugrīva-nīla-hanumat-pramukhaiḥ anīkaiḥ
mit den Heeren, angeführt von Sugrīva, Nīla und Hanumān
laṅkām
Laṅkā
vibhīṣaṇa-dṛśā
durch den Blick (die Führung) des Vibhīṣaṇa
āviśat
betrat
agra-dagdhām
das zuvor in Brand gesteckt worden war

sā vānarendra-bala-ruddha-vihāra-koṣṭha-śrī-dvāra-gopura-sado-valabhī-viṭaṅkā / nirbhajyamāna-dhiṣaṇa-dhvaja-hema-kumbha-śṛṅgāṭakā gaja-kulair hradinīva ghūrṇā

Jenes Laṅkā, dessen Lustgärten, Vorratshäuser, prächtige Tore, Torbögen, Versammlungshallen, Dachterrassen und Taubenschläge von der Streitmacht der Affenfürsten überwältigt wurden, dessen Ratshäuser, Banner, goldene Turmkuppeln und Straßenkreuzungen zerbrochen wurden, geriet in Aufruhr wie ein Fluss durch Elefantenherden.

Wort für Wort
sā
jenes (Laṅkā)
vānara-indra-bala-ruddha
von der Streitmacht der Affenfürsten überwältigt
vihāra-koṣṭha-śrī-dvāra-gopura-sadaḥ-valabhī-viṭaṅkā
dessen Lustgärten, Vorratshäuser, prächtige Tore, Torbögen, Versammlungshallen, Dachterrassen und Taubenschläge
nirbhajyamāna-dhiṣaṇa-dhvaja-hema-kumbha-śṛṅgāṭakā
dessen Ratshäuser, Banner, goldene Turmkuppeln und Straßenkreuzungen zerbrochen wurden
gaja-kulaiḥ
durch Elefantenherden
hradinī iva ghūrṇā
wie ein Fluss geriet es in Aufruhr

rakṣaḥ-patis tad avalokya nikumbha-kumbha-dhūmrākṣa-durmukha-surāntaka-narāntakādīn / putraṃ prahastam atikāya-vikampanādīn sarvānugān samahinod atha kumbhakarṇam

Der Herr der Rākṣasas, dies sehend, entsandte Nikumbha, Kumbha, Dhūmrākṣa, Durmukha, Surāntaka, Narāntaka und andere, seinen Sohn Prahasta, Atikāya, Vikampana und andere, alle Gefolgsleute, und schließlich Kumbhakarṇa.

Wort für Wort
rakṣaḥ-patiḥ
der Herr der Rākṣasas (Rāvaṇa)
tat avalokya
dies sehend
nikumbha-kumbha-dhūmrākṣa-durmukha-surāntaka-narāntaka-ādīn
Nikumbha, Kumbha, Dhūmrākṣa, Durmukha, Surāntaka, Narāntaka und andere
putram prahastam
seinen Sohn Prahasta
atikāya-vikampana-ādīn
Atikāya, Vikampana und andere
sarva-anugān
alle Gefolgsleute
samahinot
entsandte
atha kumbhakarṇam
und dann Kumbhakarṇa

tāṃ yātudhāna-pṛtanām asi-śūla-cāpa-prāsarṣṭi-śaktiśara-tomara-khaḍga-durgām / sugrīva-lakṣmaṇa-marutsuta-gandhamāda-nīlāṅgadarkṣa-panasādibhir anvito 'gāt

Er zog, begleitet von Sugrīva, Lakṣmaṇa, dem Sohn des Windgottes, Gandhamāda, Nīla, Aṅgada, Ṛkṣa, Panasa und anderen, gegen jenes Heer der Rākṣasas, das durch Schwerter, Lanzen, Bögen, Speere, Ṛṣṭis, Śaktis, Pfeile, Tomaras und Schwerter wie eine Festung uneinnehmbar war.

Wort für Wort
tām yātudhāna-pṛtanām
gegen jenes Heer der Rākṣasas
asi-śūla-cāpa-prāsa-ṛṣṭi-śakti-śara-tomara-khaḍga-durgām
das durch Schwerter, Lanzen, Bögen, Speere, Ṛṣṭis, Śaktis, Pfeile, Tomaras und Schwerter wie eine Festung war
sugrīva-lakṣmaṇa-marutsuta-gandhamāda-nīla-aṅgada-ṛkṣa-panasa-ādibhiḥ
mit Sugrīva, Lakṣmaṇa, dem Sohn des Windgottes, Gandhamāda, Nīla, Aṅgada, Ṛkṣa, Panasa und anderen
anvitaḥ agāt
begleitet zog er

te 'nīkapā raghupater abhipatya sarve dvandvaṃ varūtham ibha-patti-rathāśva-yodhaiḥ / jaghnur drumair giri-gadeṣubhir aṅgadādyāḥ sītābhimarṣa-hata-maṅgala-rāvaṇeśān

Jene Heerführer des Herrn der Raghus, angeführt von Aṅgada, griffen alle einzeln die Kriegerschar an, die aus Elefanten, Fußvolk, Wagenkriegern und Reitern bestand, und schlugen mit Bäumen, Bergen, Keulen und Pfeilen die Krieger Rāvaṇas, deren Glück durch die Kränkung Sītās zunichtegemacht war.

Wort für Wort
te anīka-pāḥ raghupateḥ
jene Heerführer des Herrn der Raghus
abhipatya sarve dvandvam
alle einzeln (im Zweikampf) angreifend
varūtham ibha-patti-ratha-aśva-yodhaiḥ
die Kriegerschar aus Elefanten, Fußvolk, Wagenkriegern und Reitern
jaghnuḥ drumaiḥ giri-gadā-iṣubhiḥ
schlugen mit Bäumen, Bergen, Keulen und Pfeilen
aṅgada-ādyāḥ
angeführt von Aṅgada
sītā-abhimarṣa-hata-maṅgala-rāvaṇa-īśān
die Krieger Rāvaṇas, deren Glück durch die Kränkung Sītās zunichte war

rakṣaḥ-patiḥ sva-bala-naṣṭim avekṣya ruṣṭa āruhya yānakam athābhisasāra rāmam / svaḥ-syandane dyumati mātalinopanīte vibhrājamānam ahanan niśitaiḥ kṣurapraiḥ

Der Herr der Rākṣasas, den Untergang seiner eigenen Streitmacht sehend, wurde zornig, bestieg sein Flugfahrzeug und griff dann Rāma an, der, auf dem von Mātali herbeigebrachten, glänzenden Himmelswagen strahlend, mit scharfen Pfeilen beschossen wurde.

Wort für Wort
rakṣaḥ-patiḥ
der Herr der Rākṣasas
sva-bala-naṣṭim avekṣya
den Untergang seiner eigenen Streitmacht sehend
ruṣṭaḥ
zornig geworden
āruhya yānakam
sein Flugfahrzeug besteigend
atha abhisasāra rāmam
dann griff er Rāma an
svaḥ-syandane dyumati
auf dem glänzenden Himmelswagen
mātalinā upanīte
von Mātali herbeigebracht
vibhrājamānam
der strahlte
ahanan niśitaiḥ kṣurapraiḥ
er beschoss mit scharfen Pfeilen

rāmas tam āha puruṣāda-purīṣa yan naḥ kāntāsamakṣam asatāpahṛtā śvavat te / tyakta-trapasya phalam adya jugupsitasya yacchāmi kāla iva kartur alaṅghya-vīryaḥ

Rāma sprach zu ihm: 'O Kot der Menschenfresser! Weil du, gleich einem Hund, in Abwesenheit meine Gattin wie ein Schändlicher geraubt hast, gebe ich dir, dem Schamlosen und Widerwärtigen, heute den Lohn dafür, wie die unwiderstehliche Zeit dem Täter den Lohn gibt.'

Wort für Wort
rāmaḥ tam āha
Rāma sprach zu ihm
puruṣa-ada-purīṣa
o Kot der Menschenfresser
yat naḥ kāntā
weil (du) unsere Gattin
asamakṣam
in Abwesenheit
asatā apahṛtā
von dir, dem Schändlichen, geraubt wurde
śva-vat te
von dir wie von einem Hund
tyakta-trapasya
von dir, der die Scham abgelegt hat
phalam adya
den Lohn heute
jugupsitasya
des Widerwärtigen
yacchāmi
ich gebe
kālaḥ iva kartuḥ
wie die Zeit dem Täter
alaṅghya-vīryaḥ
dessen Kraft unüberwindlich ist

evaṃ kṣipan dhanuṣi sandhitam utsasarja bāṇaṃ sa vajram iva tad-dhṛdayaṃ bibheda / so 'sṛg vaman daśamukhair nyapatad vimānād dhāheti jalpati jane sukṛtīva riktaḥ

So ihn schmähend, schoss Er den auf dem Bogen angelegten Pfeil ab; dieser durchbohrte, einem Blitz gleich, dessen Herz. Dieser, Blut aus den zehn Mündern speiend, fiel von seinem Flugwagen, während die Leute 'Ach!' riefen, wie ein Tugendhafter, dessen Verdienst erschöpft ist.

Wort für Wort
evam kṣipan
so schmähend
dhanuṣi sandhitam
den auf dem Bogen angelegten
utsasarja bāṇam
er schoss den Pfeil ab
saḥ vajram iva
dieser, einem Blitz gleich
tat-hṛdayam bibheda
durchbohrte dessen Herz
saḥ asṛk vaman daśamukhaiḥ
dieser, Blut speiend aus den zehn Mündern
nyapatat vimānāt
fiel vom Flugwagen
hā iti jalpati jane
während die Leute 'Ach!' riefen
sukṛtī iva riktaḥ
wie ein Tugendhafter, dessen (Verdienst) erschöpft ist

tato niṣkramya laṅkāyā yātudhānyaḥ sahasraśaḥ / mandodaryā samaṃ tatra prarudantya upādravan

Darauf eilten die Rākṣasī-Frauen zu Tausenden, zusammen mit Mandodarī, weinend aus Laṅkā heraus und liefen dorthin.

Wort für Wort
tataḥ
darauf
niṣkramya laṅkāyāḥ
aus Laṅkā heraustretend
yātudhānyaḥ sahasraśaḥ
die Rākṣasī-Frauen zu Tausenden
mandodaryā samam
zusammen mit Mandodarī
tatra prarudantyaḥ upādravan
liefen dorthin, weinend

svān svān bandhūn pariṣvajya lakṣmaṇeṣubhir arditān / ruruduḥ susvaraṃ dīnā ghnantya ātmānam ātmanā

Sie umarmten ihre jeweils eigenen, durch die Pfeile Lakṣmaṇas verwundeten Angehörigen, weinten elend mit lauter Stimme und schlugen sich selbst mit den eigenen Händen.

Wort für Wort
svān svān bandhūn
ihre jeweils eigenen Angehörigen
pariṣvajya
umarmend
lakṣmaṇa-iṣubhiḥ arditān
durch die Pfeile Lakṣmaṇas verwundete
ruruduḥ su-svaram
sie weinten mit lauter/klagender Stimme
dīnāḥ
elend
ghnantyaḥ ātmānam ātmanā
sich selbst mit sich selbst schlagend

hā hatāḥ sma vayaṃ nātha loka-rāvaṇa rāvaṇa / kaṃ yāyāc charaṇaṃ laṅkā tvad-vihīnā parārditā

Ach, wir sind vernichtet, o Herr! O Rāvaṇa, der die Welt zum Weinen brachte! Zu wem soll Laṅkā, deiner beraubt, von Feinden gepeinigt, Zuflucht nehmen?

Wort für Wort
hā
ach
hatāḥ sma vayam
wir sind vernichtet
nātha
o Herr
loka-rāvaṇa rāvaṇa
o Rāvaṇa, der die Welt zum Weinen bringt
kam yāyāt śaraṇam
zu wem sollte sie Zuflucht nehmen
laṅkā
Laṅkā
tvat-vihīnā
deiner beraubt
par-arditā
von Feinden gequält

na vai veda mahā-bhāga bhavān kāma-vaśaṃ gataḥ / tejo 'nubhāvaṃ sītāyā yena nīto daśām imām

Wahrlich, o Hochbeglückter, du kanntest nicht die Macht der Kraft Sītās, von der Begierde überwältigt, wodurch du in diesen Zustand gebracht wurdest.

Wort für Wort
na vai veda
wahrlich, (du) kanntest nicht
mahā-bhāga
o Hochbeglückter
bhavān kāma-vaśam gataḥ
du, der Begierde verfallen
tejaḥ-anubhāvam sītāyāḥ
die Macht der Kraft Sītās
yena nītaḥ daśām imām
wodurch (du) in diesen Zustand gebracht wurdest

Ironische Anrede an den toten Rāvaṇa durch Mandodarī.

kṛtaiṣā vidhavā laṅkā vayaṃ ca kula-nandana / dehaḥ kṛto 'nnaṃ gṛdhrāṇām ātmā naraka-hetave

Gemacht wurde diese Laṅkā zur Witwe, und wir auch, o Freude des Geschlechts! Dein Leib wurde zur Speise der Geier gemacht, deine Seele zur Ursache der Hölle.

Wort für Wort
kṛtā eṣā vidhavā laṅkā
gemacht wurde diese Laṅkā zur Witwe
vayam ca
und wir (auch)
kula-nandana
o Freude des Geschlechts
dehaḥ kṛtaḥ annam gṛdhrāṇām
der Leib wurde zur Speise der Geier gemacht
ātmā naraka-hetave
die Seele zur Ursache der Hölle

śrī-śuka uvāca / svānāṃ vibhīṣaṇaścakre kosalendrānumoditaḥ / pitṛ-medha-vidhānena yad uktaṃ sāmparāyikam

Śrī Śuka sprach: Vibhīṣaṇa, vom Herrn von Kosala dazu ermächtigt, vollzog für die Seinen die für das Jenseits vorgeschriebenen Riten nach der Ordnung des Ahnenopfers.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
svānām
für die Seinen
vibhīṣaṇaḥ cakre
Vibhīṣaṇa vollzog
kosala-indra-anumoditaḥ
vom Herrn von Kosala ermächtigt
pitṛ-medha-vidhānena
nach der Ordnung des Ahnenopfers
yat uktam sāmparāyikam
was als für das Jenseits (vorgeschrieben) bezeichnet wird

tato dadarśa bhagavān aśokavanikāśrame / kṣāmāṃ svaviraha-vyādhiṃ śiṃśapā-mūlam āśritām

Darauf erblickte der Herr sie in der Einsiedelei des Aśoka-Hains, abgemagert von der Krankheit der Trennung von Ihm, am Fuß des Śiṃśapā-Baumes Zuflucht suchend.

Wort für Wort
tataḥ
darauf
dadarśa bhagavān
der Herr erblickte
aśoka-vanikā-āśrame
in der Einsiedelei des Aśoka-Hains
kṣāmām
abgemagert
sva-viraha-vyādhim
von der Krankheit der Trennung von ihm
śiṃśapā-mūlam āśritām
am Fuß des Śiṃśapā-Baumes Zuflucht suchend

rāmaḥ priyatamāṃ bhāryāṃ dīnāṃ vīkṣyānvakampata / ātma-sandarśanāhlāda-vikasan-mukha-paṅkajām

Rāma, als Er Seine elende, liebste Gattin erblickte, deren lotusgleiches Antlitz sich vor Freude über das Wiedersehen mit Ihm aufblühte, wurde von Mitgefühl ergriffen.

Wort für Wort
rāmaḥ
Rāma
priya-tamām bhāryām
die liebste Gattin
dīnām vīkṣya
elend, erblickend
anvakampata
wurde von Mitgefühl ergriffen
ātma-sandarśana-āhlāda
durch die Freude über das Wiedersehen mit ihm
vikasat-mukha-paṅkajām
deren lotusgleiches Antlitz aufblühte

āropyāruruhe yānaṃ bhrātṛbhyāṃ hanumad-yutaḥ / vibhīṣaṇāya bhagavān dattvā rakṣo-gaṇeśatām / laṅkām āyuś ca kalpāntaṃ yayau cīrṇa-vrataḥ purīm

Sie hinaufführend, bestieg Er das Flugfahrzeug, begleitet von den Brüdern und Hanumān; der Herr, nachdem Er Vibhīṣaṇa die Herrschaft über die Rākṣasa-Scharen und Laṅkā samt einer Lebensspanne bis zum Ende des Zeitalters verliehen hatte, zog, Sein Gelübde erfüllt, zur Stadt Ayodhyā.

Wort für Wort
āropya
hinaufführend (Sītā)
āruruhe yānam
er bestieg das Flugfahrzeug
bhrātṛbhyām hanumat-yutaḥ
begleitet von den beiden Brüdern und Hanumān
vibhīṣaṇāya
dem Vibhīṣaṇa
bhagavān dattvā
der Herr, verleihend
rakṣaḥ-gaṇa-īśatām
die Herrschaft über die Rākṣasa-Scharen
laṅkām āyuḥ ca kalpāntam
Laṅkā und Lebenszeit bis zum Ende des Zeitalters
yayau
zog
cīrṇa-vrataḥ
dessen Gelübde erfüllt war
purīm
zur Stadt (Ayodhyā)

Drei Halbverse (irregulärer Umfang); vgl. dieselbe Struktur bei Vers 50.

avakīryamāṇaḥ sukusumair lokapālārpitaiḥ pathi / upagīyamāna-caritaḥ śatadhṛty-ādibhir mudā

Er, überschüttet mit schönen Blüten, die von den Weltenhütern auf dem Weg dargebracht wurden, Sein Wirken besungen von Brahmā und anderen mit Freude –

Wort für Wort
avakīryamāṇaḥ
überschüttet werdend
su-kusumaiḥ
mit schönen Blüten
loka-pāla-arpitaiḥ pathi
von den Weltenhütern auf dem Weg dargebracht
upagīyamāna-caritaḥ
dessen Wirken besungen wurde
śatadhṛti-ādibhiḥ
von Brahmā (Śatadhṛti) und anderen
mudā
mit Freude

go-mūtra-yāvakaṃ śrutvā bhrātaraṃ valkalāmbaram / mahā-kāruṇiko 'tapyaj jaṭilaṃ sthaṇḍile-śayam

Als Er hörte, dass Sein Bruder Gerstenbrei mit Kuhurin aß, in Baumrinde gekleidet, mit verfilzten Haarsträhnen, auf bloßer Erde liegend, litt der Hochmitleidsvolle sehr.

Wort für Wort
go-mūtra-yāvakam
Gerstenbrei mit Kuhurin
śrutvā
hörend
bhrātaram
den Bruder
valkala-ambaram
in Baumrinde gekleidet
mahā-kāruṇikaḥ
der Hochmitleidsvolle
atapyat
litt, grämte sich
jaṭilam
mit verfilzten Haarsträhnen
sthaṇḍile-śayam
auf bloßer Erde liegend

bharataḥ prāptam ākarṇya paurāmātya-purohitaiḥ pāduke śirasi nyasya rāmaṃ pratyudyato 'grajam // nandigrāmāt sva-śibirād gīta-vāditra-niḥsvanaiḥ brahma-ghoṣeṇa ca muhuḥ paṭhadbhir brahma-vādibhiḥ // svarṇa-kakṣa-patākābhir haimaiś citra-dhvajai rathaiḥ sad-aśvai rukma-sannāhair bhaṭaiḥ puraṭa-varmabhiḥ // śreṇībhir vāra-mukhyābhir bhṛtyaiś caiva padānugaiḥ pārameṣṭhyāny upādāya paṇyāny uccāvacāni ca pādayor nyapatat premṇā praklinna-hṛdayekṣaṇaḥ

Als Bharata von der Ankunft hörte, setzte er sich die heiligen Sandalen aufs Haupt und zog, umgeben von Bürgern, Ministern und Priestern, Seinem älteren Bruder Rāma entgegen – aus Nandigrāma, seinem eigenen Lager, unter dem Klang von Gesang und Instrumenten und dem beständigen, von Kennern des Brahman rezitierten vedischen Klang, mit goldbestickten Bannern, goldenen, bunt beflaggten Wagen, edlen, golden geschirrten Pferden, Soldaten in goldener Rüstung, mit Zünften, angeführt von den vornehmsten Kurtisanen, und mit Dienern zu Fuß, alle königlichen Insignien und mannigfaltige Waren mit sich führend – und fiel, Herz und Augen von Liebe überströmt, Ihm zu Füßen.

Wort für Wort
bharataḥ prāptam ākarṇya
als Bharata von der Ankunft hörte
paura-amātya-purohitaiḥ
mit Bürgern, Ministern und Priestern
pāduke śirasi nyasya
die Sandalen aufs Haupt legend
rāmam pratyudyataḥ agrajam
dem älteren Bruder Rāma entgegenziehend
nandigrāmāt sva-śibirāt
aus Nandigrāma, seinem eigenen Lager
gīta-vāditra-niḥsvanaiḥ
mit dem Klang von Gesang und Instrumenten
brahma-ghoṣeṇa ca muhuḥ
und mit beständigem vedischem Rezitationsklang
paṭhadbhiḥ brahma-vādibhiḥ
von rezitierenden Kennern des Brahman
svarṇa-kakṣa-patākābhiḥ
mit goldbestickten Bannern
haimaiḥ citra-dhvajaiḥ rathaiḥ
mit goldenen, bunt beflaggten Wagen
sad-aśvaiḥ rukma-sannāhaiḥ
mit edlen Pferden mit goldenem Geschirr
bhaṭaiḥ puraṭa-varmabhiḥ
mit Soldaten in goldener Rüstung
śreṇībhiḥ vāra-mukhyābhiḥ
mit Zünften, angeführt von den vornehmsten Kurtisanen
bhṛtyaiḥ ca eva padānugaiḥ
und mit Dienern zu Fuß
pārameṣṭhyāni upādāya
die königlichen Insignien mit sich führend
paṇyāni uccāvacāni ca
und mannigfaltige Waren
pādayoḥ nyapatat premṇā
fiel aus Liebe zu Füßen
praklinna-hṛdaya-īkṣaṇaḥ
dessen Herz und Augen erweicht/überströmt waren

Vier zusammengehörige Verse (35-38), die einen einzigen langen Satz über Bharatas Empfang bilden.

pāduke nyasya purataḥ prāñjalir bāṣpa-locanaḥ / tam āśliṣya ciraṃ dorbhyāṃ snāpayan netrajair jalaiḥ // rāmo lakṣmaṇa-sītābhyāṃ viprebhyo ye 'rha-sattamāḥ / tebhyaḥ svayaṃ namaścakre prajābhiś ca namaskṛtaḥ

Er legte die Sandalen vor Ihm nieder, stand mit gefalteten Händen und tränenden Augen da; Rāma umarmte ihn lange mit beiden Armen und badete ihn mit dem Wasser Seiner Augen. Rāma erwies zusammen mit Lakṣmaṇa und Sītā den Brahmanen und anderen, die der Verehrung höchst würdig waren, eigenhändig Verehrung, und wurde seinerseits von den Untertanen verehrt.

Wort für Wort
pāduke nyasya purataḥ
die Sandalen davor niederlegend
prāñjaliḥ bāṣpa-locanaḥ
mit gefalteten Händen und tränenden Augen
tam āśliṣya ciram dorbhyām
ihn lange mit beiden Armen umarmend
snāpayan netrajaiḥ jalaiḥ
badend mit dem Wasser der Augen (Tränen)
rāmaḥ lakṣmaṇa-sītābhyām
Rāma zusammen mit Lakṣmaṇa und Sītā
viprebhyaḥ ye arha-sattamāḥ
den Brahmanen, die der höchsten Verehrung würdig waren
tebhyaḥ svayam namaścakre
erwies ihnen eigenhändig Verehrung
prajābhiḥ ca namaskṛtaḥ
und wurde von den Untertanen verehrt

dhunvanta uttarāsaṅgān patiṃ vīkṣya cirāgatam / uttarāḥ kosalā mālyaiḥ kiranto nanṛtur mudā

Die Bürger von Nordkosala, ihre oberen Gewänder schwenkend, ihren Herrn nach langer Zeit zurückgekehrt sehend, streuten Blumengirlanden und tanzten vor Freude.

Wort für Wort
dhunvantaḥ uttara-āsaṅgān
ihre oberen Gewänder schwenkend
patim vīkṣya cira-āgatam
ihren nach langer Zeit zurückgekehrten Herrn sehend
uttarāḥ kosalāḥ
die Bürger von Nordkosala
mālyaiḥ kirantaḥ
Blumengirlanden streuend
nanṛtuḥ mudā
tanzten vor Freude

pāduke bharato 'gṛhṇāc cāmara-vyajanottame / vibhīṣaṇaḥ sasugrīvaḥ śveta-cchatraṃ marut-sutaḥ // dhanur-niṣaṅgāñ chatrughnaḥ sītā tīrtha-kamaṇḍalum / abibhrad aṅgadaḥ khaḍgaṃ haimaṃ carmarkṣa-rāṇ nṛpa

Bharata trug die Sandalen; Vibhīṣaṇa zusammen mit Sugrīva den vorzüglichen Chamara-Wedel und Fächer; der Sohn des Windgottes den weißen Sonnenschirm; Śatrughna trug Bogen und Köcher, Sītā den Topf mit heiligem Pilgerwasser; Aṅgada trug das goldene Schwert, und der König der Bären den Schild, o König.

Wort für Wort
pāduke bharataḥ agṛhṇāt
die Sandalen trug Bharata
cāmara-vyajana-uttame
den vorzüglichen Chamara-Wedel und Fächer
vibhīṣaṇaḥ sa-sugrīvaḥ
Vibhīṣaṇa zusammen mit Sugrīva
śveta-chatram marut-sutaḥ
den weißen Sonnenschirm der Sohn des Windgottes (Hanumān)
dhanuḥ-niṣaṅgān śatrughnaḥ
Bogen und Köcher Śatrughna
sītā tīrtha-kamaṇḍalum
Sītā den Topf mit Pilgerwasser
abibhrat aṅgadaḥ khaḍgam haimam
trug Aṅgada das goldene Schwert
carma ṛkṣa-rāṭ nṛpa
den Schild der König der Bären, o König

puṣpakastho nutaḥ strībhiḥ stūyamānaśca vandibhiḥ / vireje bhagavān rājan grahaiścandra ivoditaḥ

Auf dem Puṣpaka-Wagen sitzend, von den Frauen verehrt und von den Hofsängern gepriesen, erstrahlte der Herr, o König, wie der aufgegangene Mond inmitten der Planeten.

Wort für Wort
puṣpaka-sthaḥ
auf dem Puṣpaka(-Wagen) sitzend
nutaḥ strībhiḥ
von den Frauen verehrt
stūyamānaḥ ca vandibhiḥ
und von den Hofsängern gepriesen
vireje bhagavān
der Herr erstrahlte
rājan
o König
grahaiḥ candraḥ iva uditaḥ
wie der unter den Planeten aufgegangene Mond

bhrātrābhinanditaḥ so 'tha sotsavāṃ prāviśat purīm / praviśya rāja-bhavanaṃ guru-patnīḥ sva-mātaram // gurūn vayasyāvarajān pūjitaḥ pratyapūjayat / vaidehī lakṣmaṇaścaiva yathāvat samupeyatuḥ

Von Seinem Bruder willkommen geheißen, betrat Er darauf die festlich geschmückte Stadt; nach dem Betreten des königlichen Palastes nahte Er sich den Frauen Seiner Lehrer, Seiner eigenen Mutter, den Lehrern, Altersgenossen und jüngeren Brüdern, und, Selbst geehrt, erwies Er ihnen Gegenverehrung; auch die Videha-Tochter Sītā und Lakṣmaṇa begrüßten sie alle in gebührender Weise.

Wort für Wort
bhrātrā abhinanditaḥ
von seinem Bruder willkommen geheißen
saḥ atha sa-utsavām prāviśat purīm
er betrat darauf die festliche Stadt
praviśya rāja-bhavanam
nach dem Betreten des königlichen Palastes
guru-patnīḥ sva-mātaram
zu den Frauen der Lehrer, der eigenen Mutter
gurūn vayasya-avarajān
zu den Lehrern, Altersgenossen, jüngeren (Brüdern)
pūjitaḥ pratyapūjayat
selbst geehrt, erwies er Gegenverehrung
vaidehī lakṣmaṇaḥ ca eva
auch die Videha-Tochter (Sītā) und Lakṣmaṇa
yathāvat samupeyatuḥ
begrüßten in gebührender Weise

putrān svamātarastāstu prāṇāṃstanva ivotthitāḥ / āropyāṅke 'bhiṣiñcantyo bāṣpaughairvijahuḥ śucaḥ

Jene Seine Mütter aber, als wäre ihr eigenes Leben oder ihr eigener Körper wieder auferstanden, hoben die Söhne auf ihren Schoß, benetzten sie mit Tränen und legten durch Tränenfluten ihren Kummer ab.

Wort für Wort
putrān
die Söhne
sva-mātaraḥ tāḥ tu
jene ihre (eigenen) Mütter aber
prāṇān tanvaḥ iva utthitāḥ
als wäre (ihr eigenes) Leben oder der Körper auferstanden
āropya aṅke
auf den Schoß hebend
abhiṣiñcantyaḥ
benetzend
bāṣpa-oghaiḥ
durch Tränenfluten
vijahuḥ śucaḥ
legten den Kummer ab

jaṭā nirmucya vidhivat kulavṛddhaiḥ samaṃ guruḥ / abhyaṣiñcadyathaivendraṃ catuḥsindhujalādibhiḥ

Nachdem man Ihm die verfilzten Haare vorschriftsmäßig gelöst hatte, weihte der Guru zusammen mit den Familienältesten Ihn mit dem Wasser der vier Ozeane und anderem, ganz wie einst Indra.

Wort für Wort
jaṭāḥ nirmucya vidhivat
die verfilzten Haare vorschriftsmäßig lösend
kula-vṛddhaiḥ samam guruḥ
der Guru zusammen mit den Familienältesten
abhyaṣiñcat
weihte (durch Salbung)
yathā eva indram
ganz wie (einst) Indra
catuḥ-sindhu-jala-ādibhiḥ
mit dem Wasser der vier Ozeane und anderem

evaṃ kṛtaśiraḥsnānaḥ suvāsāḥ sragvyalaṅkṛtaḥ / svalaṅkṛtaiḥ suvāsobhirbhrātṛbhirbhāryayā babhau

So, nach vollzogener Kopfwaschung, schön gekleidet, mit Girlanden geschmückt, erstrahlte Er zusammen mit Seinen gutgekleideten, geschmückten Brüdern und Seiner Gattin.

Wort für Wort
evam kṛta-śiraḥ-snānaḥ
so, nach vollzogener Kopfwaschung
su-vāsāḥ sragvi-alaṅkṛtaḥ
schön gekleidet, mit Girlanden geschmückt
su-alaṅkṛtaiḥ su-vāsobhiḥ bhrātṛbhiḥ
mit den gutgekleideten, geschmückten Brüdern
bhāryayā babhau
mit der Gattin erstrahlte er

agrahīdāsanaṃ bhrātrā praṇipatya prasāditaḥ / prajāḥ svadharmaniratā varṇāśramaguṇānvitāḥ / jugopa pitṛvadrāmo menire pitaraṃ ca tam

Durch die Niederwerfung Seines Bruders besänftigt, nahm Er den Königsthron ein; Rāma beschützte die Untertanen, die ihren eigenen Pflichten hingegeben und mit den Eigenschaften von Kaste und Lebensstand ausgestattet waren, wie ein Vater, und sie wiederum betrachteten Ihn als ihren Vater.

Wort für Wort
agrahīt āsanam
er nahm den (Königs-)Thron ein
bhrātrā praṇipatya prasāditaḥ
durch die Niederwerfung des Bruders besänftigt
prajāḥ sva-dharma-niratāḥ
die Untertanen, ihren eigenen Pflichten hingegeben
varṇāśrama-guṇa-anvitāḥ
mit den Eigenschaften von Kaste und Lebensstand ausgestattet
jugopa pitṛvat rāmaḥ
Rāma beschützte (sie) wie ein Vater
menire pitaram ca tam
und sie betrachteten ihn als Vater

Irregulärer dreizeiliger Vers (vgl. Vers 32).

tretāyāṃ vartamānāyāṃ kālaḥ kṛtasamo 'bhavat / rāme rājani dharmajñe sarvabhūtasukhāvahe

Obwohl das Tretā-Zeitalter gegenwärtig war, wurde die Zeit dem Kṛta-Zeitalter gleich, da Rāma, der pflichtkundige König, allen Wesen Glück brachte.

Wort für Wort
tretāyām vartamānāyām
obwohl im Tretā-(Zeitalter)
kālaḥ kṛta-samaḥ abhavat
wurde die Zeit dem Kṛta(-Zeitalter) gleich
rāme rājani dharma-jñe
da Rāma, der pflichtkundige König
sarva-bhūta-sukha-āvahe
allen Wesen Glück brachte

vanāni nadyo girayo varṣāṇi dvīpasindhavaḥ / sarve kāmadughā āsan prajānāṃ bharatarṣabha

Wälder, Flüsse, Berge, Länder, Inseln und Meere – alle wurden wie Wunschkühe für die Untertanen, o Bester der Bharatas.

Wort für Wort
vanāni nadyaḥ girayaḥ
Wälder, Flüsse, Berge
varṣāṇi dvīpa-sindhavaḥ
Länder, Inseln und Meere
sarve kāma-dughāḥ āsan
alle wurden wie Wunschkühe
prajānām
für die Untertanen
bharata-ṛṣabha
o Bester der Bharatas

nādhivyādhijarāglāniduḥkhaśokabhayaklamāḥ / mṛtyuścānicchatāṃ nāsīdrāme rājanyadhokṣaje

Geistesqual, Krankheit, Alter, Erschöpfung, Leid, Kummer, Furcht und Ermattung gab es nicht, noch den Tod für die, die ihn nicht wünschten, solange Rāma, der die Sinne übersteigende, König war.

Wort für Wort
na ādhi-vyādhi-jarā-glāni
nicht Geistesqual, Krankheit, Alter, Erschöpfung
duḥkha-śoka-bhaya-klamāḥ
Leid, Kummer, Furcht und Ermattung
mṛtyuḥ ca anicchatām
und der Tod für die (ihn) nicht Wünschenden
na āsīt
gab es nicht
rāme rājani adhokṣaje
solange Rāma, der die Sinne übersteigende, König war

ekapatnīvratadharo rājarṣicaritaḥ śuciḥ / svadharmaṃ gṛhamedhīyaṃ śikṣayan svayamācarat

Er, der das Gelübde der Einehe hielt, sich wie ein königlicher Weiser betrug, rein war, lehrte durch Sein eigenes Handeln die Pflicht des Hausvaterlebens, indem Er sie Selbst ausübte.

Wort für Wort
eka-patnī-vrata-dharaḥ
der das Gelübde der Einehe hielt
rāja-ṛṣi-caritaḥ śuciḥ
der sich wie ein königlicher Weiser betrug, rein
sva-dharmam gṛha-medhīyam
die eigene Pflicht des Hausvaterlebens
śikṣayan
lehrend
svayam ācarat
selbst ausübte

premṇānuvṛttyā śīlena praśrayāvanatā satī / bhiyā hriyā ca bhāvajñā bhartuḥ sītāharan manaḥ

Durch ihre liebevolle Ergebenheit, ihren guten Charakter, ihre von Bescheidenheit geprägte Demut, durch Furcht und Scham – die treue, die Gemütsart ihres Gatten verstehende Sītā – raubte sie das Herz ihres Gatten.

Wort für Wort
premṇā anuvṛttyā
durch liebevolle Ergebenheit
śīlena
durch (guten) Charakter
praśraya-avanatā
von Bescheidenheit geprägt demütig
satī
die Treue, Tugendhafte
bhiyā hriyā ca
durch Furcht und Scham
bhāva-jñā
die (seine) Gemütsart verstehende
bhartuḥ
des Gatten
sītā aharat manaḥ
raubte Sītā das Herz

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