atha yo gṛha-medhīyān dharmān evāvasan gṛhe kāmam arthaṁ ca dharmān svān dogdhi bhūyaḥ piparti tān
Kapila sprach: Wer, während er im Haus lebt, einzig den Pflichten der Haushälter folgt, der gewinnt daraus Lust und Reichtum und erfüllt seine eigenen [religiösen] Pflichten wieder und wieder.
sa cāpi bhagavad-dharmāt kāma-mūḍhaḥ parāṅ-mukhaḥ yajate kratubhir devān pitṝṁś ca śraddhayānvitaḥ
Und er, von Verlangen verblendet, wendet sein Antlitz ab von den Pflichten der Hingabe an den Herrn und verehrt, von Glauben erfüllt, mit Opferriten die Götter und die Vorväter.
Der Mensch, dessen Sinn von diesem Glauben ergriffen ist und dessen Gelübde den Vorvätern und Göttern gilt, kehrt, nachdem er zur Mondwelt gegangen ist und dort Soma getrunken hat, wieder [in diese Welt] zurück.
Und wenn Hari, dessen Lager die Schlange [Ananta] ist, [zur Zeit der Auflösung] ruht, dann gehen die Welten – eben jene der Haushälter – in die Auflösung ein.
ye sva-dharmān na duhyanti dhīrāḥ kāmārtha-hetave niḥsaṅgā nyasta-karmāṇaḥ praśāntāḥ śuddha-cetasaḥ
Die Weisen, die ihre eigenen Pflichten nicht um Lust und Gewinnes willen ausnutzen, sind unangehaftet, haben [den Anspruch auf die Früchte] ihrer Handlungen aufgegeben, sind befriedet und reinen Herzens –
Wort für Wort
ye sva-dharmān na duhyanti
die ihre eigenen Pflichten nicht ausnutzen
dhīrāḥ
die Weisen
kāma-artha-hetave
um Lust und Gewinns willen
niḥsaṅgāḥ
unangehaftet
nyasta-karmāṇaḥ
die ihre Handlungen [den Früchten nach] aufgegeben haben
– beständig der Pflicht der Entsagung hingegeben, ohne Ich-Mein-Gefühl und ohne falsches Ego, [gelangen sie] durch die mittels ihrer eigenen Pflicht erlangte Reinheit (Sattva) zu vollkommen geläutertem Bewusstsein.
Wort für Wort
nivṛtti-dharma-niratāḥ
beständig der Pflicht der Entsagung hingegeben
nirmamāḥ nirahaṅkṛtāḥ
ohne Ich-Mein-Gefühl und falsches Ego
sva-dharma-āptena sattvena
durch die mittels eigener Pflicht erlangte Reinheit (Sattva)
pariśuddhena cetasā
mit vollkommen geläutertem Bewusstsein
Satz aus Vers 5 fortgesetzt; Hauptverb folgt in Vers 7 (yānti).
sūrya-dvāreṇa te yānti puruṣaṁ viśvato-mukham parāvareśaṁ prakṛtim asyotpatty-anta-bhāvanam
– durch das Sonnentor gehen sie zu jenem Purusha, dessen Angesicht nach allen Seiten gewandt ist, dem Herrn des Höheren und Niederen, der Urnatur, die Ursache von Entstehen und Vergehen dieses [Alls] ist.
Wort für Wort
sūrya-dvāreṇa
durch das Sonnentor
te yānti
sie gehen
puruṣaṁ viśvato-mukham
zum Purusha, dessen Gesicht nach allen Seiten [gewandt ist]
para-avara-īśam
den Herrn des Höheren und Niederen
prakṛtim
die Urnatur
asya utpatty-anta-bhāvanam
die Ursache von Entstehen und Vergehen dieses [Alls]
Wenn er, Brahmā, der Selbstentstandene, der Höchste [unter den Geschöpfen], dessen Wesen aus den drei Erscheinungsweisen besteht, die als 'para' bezeichnete Zeitspanne durchlebt hat und wünscht, das von Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, den Sinnen, den Sinnesobjekten, dem Ich-Bewusstsein und so weiter umhüllte [Universum] aufzulösen, tritt er ein in das Unentfaltete.
Wort für Wort
kṣmā-ambhaḥ-anala-anila-viyat
Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther
manaḥ-indriya-artha-bhūta-ādibhiḥ parivṛtam
umhüllt von Geist, Sinnen, Sinnesobjekten, Ich-Bewusstsein und so fort
pratisañjihīrṣuḥ
wünschend, [es] aufzulösen
avyākṛtam viśati
tritt er ein in das Unentfaltete
yarhi guṇa-traya-ātmā
wenn er, dessen Wesen die drei Erscheinungsweisen [sind]
kālaṁ para-ākhyam anubhūya
nachdem er die 'para' genannte Zeitspanne durchlebt hat
So gelangen jene Yogis, die, nachdem sie dorthin gegangen sind, in ihn [Brahmā] eingegangen sind, deren Lebenshauch und Geist bezwungen und die leidenschaftslos sind, zusammen mit eben ihm zu der unsterblichen, uralten Person, dem höchsten Brahman, ohne [je wieder] falsches Ich-Bewusstsein zu erlangen.
Wort für Wort
evaṁ paretya
so, nachdem sie dorthin gegangen sind
bhagavantam anupraviṣṭāḥ
die in ihn eingetreten sind
ye yoginaḥ
jene Yogis
jita-marun-manasaḥ virāgāḥ
die Atem und Geist bezwungen haben und leidenschaftslos sind
tena eva sākam
zusammen mit eben ihm
amṛtaṁ puruṣaṁ purāṇam
zur unsterblichen, uralten Person
brahma pradhānam upayānti
gelangen zum höchsten Brahman
agata-abhimānāḥ
ohne [je wieder] falsches Ich-Bewusstsein zu erlangen
ādyaḥ sthira-carāṇāṁ yo veda-garbhaḥ saharṣibhiḥ yogeśvaraiḥ kumārādyaiḥ siddhair yoga-pravartakaiḥ
Brahmā, der Erste der unbeweglichen und beweglichen Wesen, der die Veden in sich trägt, [gelangt] zusammen mit den Weisen, den Herren des Yoga, den Kumāras und anderen, den Vollendeten, den Begründern des Yoga-Systems –
Wort für Wort
ādyaḥ sthira-carāṇām
der Erste der unbeweglichen und beweglichen [Wesen]
yaḥ veda-garbhaḥ
der die Veden in sich trägt
saha ṛṣibhiḥ
zusammen mit den Weisen
yoga-īśvaraiḥ kumāra-ādyaiḥ
mit den Herren des Yoga, den Kumāras und anderen
siddhaiḥ yoga-pravartakaiḥ
mit den Vollendeten, den Begründern des Yoga
Satz setzt sich in Vers 13 fort (Verb erst dort/danach).
– durch die Sicht der Verschiedenheit, durch [ihr fortbestehendes] Selbstverständnis und, obwohl [ihr] Handeln unangehaftet ist, aufgrund des [verbliebenen] Gefühls, Handelnde zu sein, [erlangen sie nur] das mit Eigenschaften verbundene Brahman, die Person, den Ersten der Personen.
Wort für Wort
bheda-dṛṣṭyā abhimānena
durch die Sicht der Verschiedenheit, durch [ihr] Selbstverständnis
niḥsaṅgena api karmaṇā
obwohl durch unangehaftetes Handeln
kartṛtvāt
aufgrund des [verbliebenen] Gefühls, Handelnde zu sein
sa saṁsṛtya punaḥ kāle kāleneśvara-mūrtinā jāte guṇa-vyatikare yathā-pūrvaṁ prajāyate
Nachdem er [jenen Zustand] erlangt hat, wird er, wenn zur [rechten] Zeit – durch die Zeit, die Gestalt des Herrn ist – das Wechselspiel der Erscheinungsweisen [aufs Neue] entsteht, wieder wie zuvor geboren.
Wort für Wort
sa saṁsṛtya
er, nachdem er [dies] erreicht hat
punaḥ kāle
wieder zur [gegebenen] Zeit
kālena īśvara-mūrtinā
durch die Zeit, die Gestalt des Herrn [ist]
jāte guṇa-vyatikare
wenn das Wechselspiel der Erscheinungsweisen entsteht
aiśvaryaṁ pārameṣṭhyaṁ ca te 'pi dharma-vinirmitam niṣevya punar āyānti guṇa-vyatikare sati
Und auch sie kehren, nachdem sie die durch [ihre] Pflichterfüllung erlangte höchste Herrschaft genossen haben, zurück, wenn das Wechselspiel der Erscheinungsweisen [erneut] eintritt.
Wort für Wort
aiśvaryaṁ pārameṣṭhyam
die höchste Herrschermacht
ca te api
und auch sie
dharma-vinirmitam
die durch Pflichterfüllung hervorgebracht wurde
niṣevya
nachdem sie genossen haben
punaḥ āyānti
kehren sie zurück
guṇa-vyatikare sati
wenn das Wechselspiel der Erscheinungsweisen eintritt
ye tv ihāsakta-manasaḥ karmasu śraddhayānvitāḥ kurvanty apratiṣiddhāni nityāny api ca kṛtsnaśaḥ
Diejenigen aber, deren Geist hier [in dieser Welt] an Handlungen gebunden ist, verrichten, von Glauben erfüllt, die nicht verbotenen sowie die täglichen [Pflicht]handlungen vollständig.
Durch die Leidenschaft im Geist verwirrt, vom Verlangen erfüllten Wesens, mit unbezwungenen Sinnen und am Hausleben erfreutem Herzen, verehren sie Tag für Tag die Vorväter.
trai-vargikās te puruṣā vimukhā hari-medhasaḥ kathāyāṁ kathanīyoru-vikramasya madhudviṣaḥ
Diese den drei [Lebenszielen] zugewandten Menschen sind abgewandt von der Erzählung über Hari, den Feind Madhus, dessen gewaltige Heldentaten erzählenswert sind.
Wort für Wort
trai-vargikāḥ te puruṣāḥ
diese den drei [Lebenszielen] zugewandten Menschen
Gewiss vom Schicksal geschlagen sind jene, die den Nektar der Erzählungen über den Unfehlbaren aufgeben und [stattdessen] unheilige Geschichten hören – wie Kotfresser den Unrat [verschlingen].
Wort für Wort
nūnaṁ daivena vihatāḥ
gewiss vom Schicksal geschlagen
ye ca
sind jene, die
acyuta-kathā-sudhām hitvā
den Nektar der Erzählungen über den Unfehlbaren aufgeben
dakṣiṇena pathāryamṇaḥ pitṛ-lokaṁ vrajanti te prajām anu prajāyante śmaśānānta-kriyā-kṛtaḥ
Auf dem südlichen Pfad der Sonne gelangen sie zur Welt der Vorväter; die die [rituellen] Handlungen bis zur Verbrennung [des Leichnams] vollziehen, werden [dann] entsprechend ihren Nachkommen wiedergeboren.
Wort für Wort
dakṣiṇena pathā aryamṇaḥ
auf dem südlichen Pfad der Sonne
pitṛ-lokaṁ vrajanti te
gelangen sie zur Welt der Vorväter
prajām anu prajāyante
sie werden entsprechend [ihrer] Nachkommenschaft wiedergeboren
śmaśāna-anta-kriyā-kṛtaḥ
die die Riten bis zur Verbrennung [des Leichnams] vollziehen
tatas te kṣīṇa-sukṛtāḥ punar lokam imaṁ sati patanti vivaśā devaiḥ sadyo vibhraṁśitodayāḥ
Dann, o Tugendhafte, fallen sie, wenn ihre frommen Verdienste erschöpft sind, hilflos, durch die Fügung der Götter, plötzlich von ihrem Aufstieg gestürzt, wieder in diese Welt zurück.
Verehre Ihn deshalb, den Höchsten, mit deinem ganzen Wesen, mit Hingabe, die in Seinen Eigenschaften gründet – Ihn, dessen Lotosfüße verehrungswürdig sind.
Wenn sein Geist gegenüber den [durch] die Tätigkeiten der Sinne [wahrgenommenen], [ihm nun] gleich erscheinenden Objekten keine Verschiedenheit mehr wahrnimmt – kein Angenehmes, kein Unangenehmes –
Wort für Wort
yadā asya cittam
wenn sein Geist
artheṣu sameṣu
gegenüber den [nun] gleich [erscheinenden] Objekten
sa tadaivātmanātmānaṁ niḥsaṅgaṁ sama-darśanam heyopādeya-rahitam ārūḍhaṁ padam īkṣate
– dann erblickt er eben in diesem Augenblick durch sich selbst sich selbst als unangehaftet, gleichmütig schauend, frei von [der Unterscheidung in] Verwerfliches und Anzunehmendes, emporgestiegen zu [jener transzendentalen] Stufe.
Wort für Wort
sa tadā eva
dann, eben in diesem Augenblick
ātmanā ātmānam
durch sich selbst sich selbst
niḥsaṅgaṁ sama-darśanam
als unangehaftet, gleichmütig schauend
heya-upādeya-rahitam
frei von [der Unterscheidung in] Verwerfliches und Anzunehmendes
Reines Wissen ist das höchste Brahman, der Paramātmā, der Herr, die [höchste] Person; durch verschiedene Sichtweisen und andere [Methoden] wird der eine [und selbe] Herr [je nachdem] wahrgenommen.
Wort für Wort
jñāna-mātraṁ param brahma
reines Wissen [ist] das höchste Brahman
parama-ātmā īśvaraḥ pumān
der Paramātmā, der Herr, die [höchste] Person
dṛśi-ādibhiḥ pṛthak bhāvaiḥ
durch verschiedene Sichtweisen und [andere Methoden]
etāvān eva yogena samagreṇeha yoginaḥ yujyate 'bhimato hy artho yad asaṅgas tu kṛtsnaśaḥ
Eben dies allein ist das Ziel, das durch vollständige Yoga-Übung vom Yogi hier erreicht wird: dass er gänzlich losgelöst werde – das ist gewiss das erstrebte Ziel.
Wort für Wort
etāvān eva
eben dies allein
yogena samagreṇa iha yoginaḥ
wird durch vollständige Yoga-Übung vom Yogi hier erreicht
Das eine [ungeteilte] Wissen, das eigenschaftslose Brahman, erscheint – [wahrgenommen] durch die nach außen gerichteten Sinne – irrtümlich in Gestalt der [Sinnes]objekte, die durch Klang und die anderen [Sinnesqualitäten] gekennzeichnet sind.
Wort für Wort
jñānam ekam
das eine [ungeteilte] Wissen
parācīnaiḥ indriyaiḥ
durch die nach außen gerichteten Sinne
brahma nirguṇam
das eigenschaftslose Brahman
avabhāti artha-rūpeṇa
erscheint irrtümlich in Gestalt der [Sinnes]objekte
bhrāntyā śabda-ādi-dharmiṇā
durch Täuschung, gekennzeichnet durch Klang und die anderen [Sinnesqualitäten]
So wie das Mahat[-Prinzip], das in Gestalt des Ich-Bewusstseins [erscheint], dreifach, fünffach und als das eigenständige [Selbstbewusstsein] und elffach [als die Sinne erscheint] – das ist sein [Brahmans] Leib, aus dem das Welten-Ei, das Universum, [entsteht].
Wort für Wort
yathā mahān aham-rūpaḥ
so wie das Mahat[-Prinzip] in Gestalt des Ich-Bewusstseins
tri-vṛt pañca-vidhaḥ sva-rāṭ
dreifach, fünffach und [als] das eigenständige [Selbstbewusstsein]
ekādaśa-vidhaḥ
elffach [als die Sinne]
tasya vapuḥ aṇḍam jagat yataḥ
das ist sein Leib, aus dem das Welten-Ei, das Universum, [entsteht]
etad vai śraddhayā bhaktyā yogābhyāsena nityaśaḥ samāhitātmā niḥsaṅgo viraktyā paripaśyati
Dies gewiss erkennt derjenige klar, der, mit Glauben, Hingabe und beständiger Yoga-Übung, gesammelten Geistes, unangehaftet, durch Entsagung [erleuchtet ist].
ity etat kathitaṁ gurvi jñānaṁ tad brahma-darśanam yenānubuddhyate tattvaṁ prakṛteḥ puruṣasya ca
So wurde dir dies dargelegt, o ehrwürdige [Mutter]: jenes Wissen, das die Schau des Brahman ist, durch welches die Wahrheit von Materie (Prakṛti) und Geist (Puruṣa) erkannt wird.
Wort für Wort
iti etat kathitam gurvi
so wurde dir dies dargelegt, o ehrwürdige [Mutter]
jñāna-yogaś ca man-niṣṭho nairguṇyo bhakti-lakṣaṇaḥ dvayor apy eka evārtho bhagavac-chabda-lakṣaṇaḥ
Sowohl der auf mich gerichtete Yoga des Wissens, jenseits der Erscheinungsweisen, als auch das, was als Hingabe (Bhakti) bezeichnet wird – beider Ziel ist ein und dasselbe, gekennzeichnet durch das Wort 'Bhagavān'.
Wort für Wort
jñāna-yogaḥ ca mat-niṣṭhaḥ
sowohl der auf mich gerichtete Yoga des Wissens
nairguṇyaḥ bhakti-lakṣaṇaḥ
jenseits der Erscheinungsweisen, als auch das, was als Hingabe gilt
Wie ein [einzelnes] Objekt, das viele Eigenschaften trägt, durch die verschiedenen Tore der Sinne auf mannigfaltige Weise wahrgenommen wird, obwohl es eines ist, ebenso wird der eine Herr durch die [verschiedenen] Pfade der Schriften [auf mannigfache Weise] wahrgenommen.
Wort für Wort
yathā indriyaiḥ pṛthak-dvāraiḥ
wie durch die verschiedenen Tore der Sinne
arthaḥ bahu-guṇa-āśrayaḥ
ein Objekt, das viele Eigenschaften trägt
ekaḥ nānā īyate
obwohl eines, auf mannigfache Weise wahrgenommen wird
tadvat bhagavān śāstra-vartmabhiḥ
ebenso [wird] der Herr durch die Pfade der Schriften [wahrgenommen]
kriyayā kratubhir dānais tapaḥ-svādhyāya-marśanaiḥ ātmendriya-jayenāpi sannyāsena ca karmaṇām
Durch [rituelles] Handeln, durch Opfer, durch Wohltätigkeit, durch Askese, Schriftstudium und [philosophisches] Nachsinnen, durch die Bezwingung von Geist und Sinnen sowie durch die Entsagung der [fruchtbringenden] Handlungen –
Wort für Wort
kriyayā kratubhiḥ dānaiḥ
durch [rituelles] Handeln, Opfer, Wohltätigkeit
tapaḥ-svādhyāya-marśanaiḥ
durch Askese, Schriftstudium und Nachsinnen
ātma-indriya-jayena api
sowie durch Bezwingung von Geist und Sinnen
sannyāsena ca karmaṇām
und durch Entsagung der [fruchtbringenden] Handlungen
yogena vividhāṅgena bhakti-yogena caiva hi dharmeṇobhaya-cihnena yaḥ pravṛtti-nivṛttimān
– durch den Yoga mit seinen mannigfachen Gliedern, sowie gewiss durch den Bhakti-Yoga, durch jenes Dharma, das beide Merkmale trägt: Hinwendung und Abwendung –
ātma-tattvāvabodhena vairāgyeṇa dṛḍhena ca īyate bhagavān ebhiḥ saguṇo nirguṇaḥ sva-dṛk
– durch die Erkenntnis der Wahrheit des Selbst und durch feste Entsagung: durch all diese [Mittel] wird der Herr wahrgenommen, der mit Eigenschaften [verbunden erscheint, doch zugleich] eigenschaftslos ist, sich selbst schauend.
Wort für Wort
ātma-tattva-avabodhena
durch Erkenntnis der Wahrheit des Selbst
vairāgyeṇa dṛḍhena ca
und durch feste Entsagung
īyate bhagavān ebhiḥ
wird der Herr durch all diese [Mittel] wahrgenommen
saguṇaḥ nirguṇaḥ sva-dṛk
[der] mit Eigenschaften [verbunden erscheint, doch] eigenschaftslos, sich selbst schauend [ist]
prāvocaṁ bhakti-yogasya svarūpaṁ te catur-vidham kālasya cāvyakta-gater yo 'ntardhāvati jantuṣu
Ich habe dir das Wesen des Bhakti-Yoga in vierfacher Gestalt dargelegt, sowie [das Wesen] der Zeit, deren Gang unmerklich ist und die den Geschöpfen [unaufhaltsam] nachjagt.
Wort für Wort
prāvocam bhakti-yogasya
ich habe [dir] des Bhakti-Yoga
sva-rūpaṁ te catuḥ-vidham
das Wesen in vierfacher Gestalt dargelegt
kālasya ca avyakta-gateḥ
sowie [das Wesen] der Zeit, deren Gang unmerklich ist
jīvasya saṁsṛtīr bahvīr avidyā-karma-nirmitāḥ yāsv aṅga praviśann ātmā na veda gatim ātmanaḥ
Die vielfältigen Daseinsläufe des Lebewesens, hervorgebracht durch Unwissenheit und Handeln (Karma) – in sie eintretend, o [Mutter], erkennt das Selbst nicht den [wahren] Weg des Selbst.
naitat khalāyopadiśen nāvinītāya karhicit na stabdhāya na bhinnāya naiva dharma-dhvajāya ca
Dies soll man niemals dem Böswilligen lehren, noch dem Respektlosen, noch dem Hochmütigen, noch dem Unaufrichtigen, noch dem Heuchler, der [nur] die Fahne der Religion [zur Schau trägt].
Wort für Wort
na etat khalāya upadiśet
dies soll man nicht dem Böswilligen lehren
na avinītāya karhicit
noch jemals dem Respektlosen
na stabdhāya na bhinnāya
noch dem Hochmütigen, noch dem Unaufrichtigen
na eva dharma-dhvajāya ca
noch dem Heuchler, [der nur] die Fahne der Religion [trägt]
na lolupāyopadiśen na gṛhārūḍha-cetase nābhaktāya ca me jātu na mad-bhakta-dviṣām api
Man soll es auch nicht dem Habgierigen lehren, noch dem, dessen Sinn im Hausleben festgefahren ist, noch jemals dem, der mir nicht hingegeben ist, noch gar denen, die meine Geweihten hassen.
Wort für Wort
na lolupāya upadiśet
man soll es auch nicht dem Habgierigen lehren
na gṛha-ārūḍha-cetase
noch dem, dessen Sinn im Hausleben festgefahren ist
śraddadhānāya bhaktāya vinītāyānasūyave bhūteṣu kṛta-maitrāya śuśrūṣābhiratāya ca
[Es sei gelehrt] dem Glaubenden, dem Hingegebenen, dem Bescheidenen, dem Neidlosen, dem allen Wesen freundlich Gesinnten und dem, der sich am [demütigen] Dienen erfreut,
– es werde [dies] gegeben dem, der Loslösung von äußeren [Dingen] entwickelt hat, dessen Geist friedvoll, der frei von Missgunst und rein ist – ihm, dem ich der Liebste unter allem Lieben bin.
Wort für Wort
bahiḥ-jāta-virāgāya
dem, der Loslösung von äußeren [Dingen] entwickelt hat
śānta-cittāya dīyatām
es werde [dies] dem friedvollen Geistes [Menschen] gegeben
ya idaṁ śṛṇuyād amba śraddhayā puruṣaḥ sakṛt yo vābhidhatte mac-cittaḥ sa hy eti padavīṁ ca me
Wer dies, o Mutter, mit Glauben auch nur ein einziges Mal hört, oder wer es, den Geist auf mich gerichtet, [anderen] weitergibt – er gelangt gewiss zu meinem Weg.
Wort für Wort
yaḥ idaṁ śṛṇuyāt amba
wer dies hört, o Mutter
śraddhayā puruṣaḥ sakṛt
mit Glauben, [auch nur] ein einziges Mal
yaḥ vā abhidhatte mat-cittaḥ
oder wer es, den Geist auf mich gerichtet, weitergibt