Sūta sprach: Nachdem er die von Kauṣāravi [Maitreya] geschilderte Himmelfahrt Dhruvas zum Wohnsitz Vaikuṇṭhas vernommen hatte, und [seine] Hingabe-Gefühl zum jenseits der Sinneswahrnehmung befindlichen Erhabenen gewachsen war, machte sich Vidura daran, ihn [Maitreya] erneut zu befragen.
Wort für Wort
sūtaḥ uvāca
Sūta (Nom.) sprach
niśamya
nachdem er gehört hatte (Absolutiv)
kauṣāraviṇā upavarṇitam
von Kauṣāravi/Maitreya (Instr.) geschildert (Akk., PPP)
dhruvasya vaikuṇṭha-pada-adhirohaṇam
Dhruvas (Gen.) Aufstieg (Akk.) zum Wohnsitz Viṣṇus
prarūḍha-bhāvaḥ
dessen [Vidura's] Gefühl [zur Hingabe] gewachsen war (Nom., Bahuvrihi)
bhagavati adhokṣaje
zum Erhabenen (Lok.), der jenseits der Sinne ist (Lok.)
vidura uvāca
ke te pracetaso nāma
kasyāpatyāni suvrata
kasyānvavāye prakhyātāḥ
kutra vā satram āsata
Vidura sprach: Wer sind diese mit Namen "Pracetas", wessen Söhne, o du von gutem Gelübde? In wessen Geschlecht sind sie berühmt, und wo fand ihr [Opfer-]Sitzen statt?
Wort für Wort
viduraḥ uvāca
Vidura (Nom.) sprach
ke te pracetasaḥ nāma
wer (Nom.Pl.) sind diese (Nom.Pl.) mit Namen die Pracetas
kasya apatyāni
wessen (Gen.) Kinder (Nom.Pl.)
su-vrata
o du von gutem Gelübde (Vok.)
kasya anvavāye prakhyātāḥ
in wessen (Gen.) Geschlecht (Lok.) berühmt (Nom.Pl.)
kutra vā satram āsata
wo (Adv.) auch das [Soma-]Opfer (Nom./Akk.) stattfand (3.Pl.Impf.Med.)
Ich halte Nārada für den größten Gottgeweihten, den Gott-Schauenden, durch den der Handlungs-Yoga, die Vorschrift des Dienstes an Hari, verkündet wurde.
Wort für Wort
manye
ich halte (1.Sg.Präs.)
mahā-bhāgavatam nāradam
den großen Gottgeweihten (Akk.), Nārada (Akk.)
deva-darśanam
der Gott geschaut hat / den Gott-Schauenden (Akk., Bahuvrihi)
sva-dharma-śīlaiḥ puruṣair bhagavān yajña-pūruṣaḥ
ijyamāno bhaktimatā nāradeneritaḥ kila
Der Erhabene, der Opfer-Puruṣa, wurde von Männern verehrt, die ihrer eigenen Pflicht treu waren, [nachdem er] wahrlich vom hingebungsvollen Nārada genannt worden war.
Wort für Wort
sva-dharma-śīlaiḥ puruṣaiḥ
von den ihrer eigenen Pflicht gewohnten (Instr.Pl.) Männern (Instr.Pl.)
bhagavān yajña-pūruṣaḥ
der Erhabene (Nom.), der Opfer-Puruṣa (Nom.)
ijyamānaḥ
verehrt werdend (Nom., Passivpart.)
bhaktimatā nāradena īritaḥ
vom hingebungsvollen (Instr.) Nārada (Instr.) genannt (Nom., PPP)
yās tā devarṣiṇā tatra
varṇitā bhagavat-kathāḥ
mahyaṁ śuśrūṣave brahman
kārtsnyenācaṣṭum arhasi
Jene Erzählungen über den Erhabenen, die dort vom Götterweisen geschildert wurden - mir, der ich hörbegierig bin, o Brahmane, mögest du sie vollständig erzählen.
Wort für Wort
yāḥ tāḥ bhagavat-kathāḥ
welche (Nom.Pl.f.) jene (Nom.Pl.f.) Erzählungen über den Erhabenen (Nom.Pl.)
devarṣiṇā tatra varṇitāḥ
vom Götterweisen (Instr.) dort geschildert (Nom.Pl., PPP)
mahyam śuśrūṣave
mir (Dat.), dem Hörbegierigen (Dat.)
brahman
o Brahmane (Vok.)
kārtsnyena ācaṣṭum arhasi
vollständig (Instr.) zu erzählen du sollst (Inf. + 2.Sg.Präs.)
Maitreya sprach: Als der Vater [Dhruva] in den Wald aufgebrochen war, begehrte Utkala, der Sohn Dhruvas, nicht die Herrlichkeit des Universalherrschers, den erhabenen Königsthron des Vaters.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
dhruvasya ca utkalaḥ putraḥ
und Dhruvas (Gen.) Sohn (Nom.) Utkala (Nom.)
pitari prasthite vanam
als der Vater (Lok.) aufgebrochen war (Lok.abs.) in den Wald (Akk., Ziel)
sārvabhauma-śriyam na aicchat
die Herrlichkeit des Universalherrschers (Akk.) begehrte nicht (3.Sg.Impf.)
adhirāja-āsanam pituḥ
den erhabenen Königsthron (Akk.) des Vaters (Gen.)
[Er sah] das Selbst als das Brahman, als Erlöschen [aller Weltlichkeit], von erloschener [individueller] Gestalt, als Einssein im Geschmack der Erkenntnis, als sich fortwährend ausdehnende Wonne. Da er, mit vom ununterbrochenen Feuer des Yoga verbrannter Ansammlung von Karma-Unreinheit im Geiste, seine eigene wesenhafte Gestalt erlangte, sah er dann nichts anderes als das Selbst.
Wort für Wort
ātmānam brahma-nirvāṇam
das Selbst (Akk.) [als] Brahman-Erlöschen (Akk.)
pratyastamita-vigraham
mit untergegangener/erloschener Gestalt (Akk., Bahuvrihi)
avabodha-rasa-ekātmyam
[als] Einheit (Akk.) im Geschmack der Erkenntnis
ānandam anusantatam
als fortwährend ausgedehnte (Akk., PPP) Wonne (Akk.)
avyavacchinna-yoga-agni-
durch das ununterbrochene Feuer des Yoga (im Kompositum, Instr.-Sinn)
dagdha-karma-mala-āśayaḥ
dessen Ansammlung von Karma-Unreinheit im Geiste verbrannt war (Nom., Bahuvrihi)
svarūpam avarundhānaḥ
die eigene Wesensform (Akk.) erlangend (Nom., Part.Präs.Med.)
na ātmanaḥ anyam
nicht ein anderes (Akk.) als das Selbst (Abl., Vergleich)
Mit dem Äußeren eines Törichten, Blinden, Tauben, Wahnsinnigen, Stummen - doch seine Gesinnung war nicht dementsprechend - wurde er von den Unmündigen auf dem Wege wahrgenommen, gleich einem Feuer mit besänftigten Flammen.
Wort für Wort
jaḍa-andha-badhira-unmatta-mūka-ākṛtiḥ
von törichtem, blindem, taubem, wahnsinnigem, stummem Äußeren (Nom., Bahuvrihi)
a-tat-matiḥ
dessen Gesinnung nicht dementsprechend [war] (Nom., Bahuvrihi)
lakṣitaḥ pathi
wahrgenommen (Nom., PPP) auf dem Weg (Lok.)
bālānām
von den Unmündigen (Instr./Gen.pl., Agens beim Passiv)
praśānta-arciḥ iva analaḥ
wie (Adv.) ein Feuer (Nom.) mit besänftigter Flamme (Nom., Bahuvrihi)
Da sie ihn für töricht und wahnsinnig hielten, machten die Familienältesten, zusammen mit den Ministern, Vatsara, den jüngeren Sohn Bhramis, zum Erdenherrscher.
Wort für Wort
matvā tam jaḍam unmattam
denkend/haltend (Absolutiv) ihn (Akk.) für töricht (Akk.), wahnsinnig (Akk.)
kula-vṛddhāḥ sa-mantriṇaḥ
die Familienältesten (Nom.Pl.) samt den Ministern (Nom.Pl.)
vatsaram bhū-patim cakruḥ
Vatsara (Akk.) zum Erdherrn (Akk.) machten sie (3.Pl.Perf.)
yavīyāṁsam bhrameḥ sutam
den jüngeren (Akk., Komp.) Sohn (Akk.) Bhramis (Gen.)
Sunīthā, die Gattin Aṅgas, gebar den überaus zügellosen Vena, wegen dessen schlechten Charakters jener königliche Weise [Aṅga], voller Überdruss, aus der Stadt fortging.
Wort für Wort
sunīthā aṅgasya yā patnī
Sunīthā (Nom.), Aṅgas (Gen.) Gattin (Nom.), die (Nom., Relativ)
suṣuve venam ulbaṇam
sie gebar (3.Sg.Perf.Med.) Vena (Akk.), den zügellosen (Akk.)
yam aṅga śepuḥ kupitā
vāg-vajrā munayaḥ kila
gatāsos tasya bhūyas te
mamanthur dakṣiṇaṁ karam
arājake tadā loke
dasyubhiḥ pīḍitāḥ prajāḥ
jāto nārāyaṇāṁśena
pṛthur ādyaḥ kṣitīśvaraḥ
Den [Vena], o Aṅga [Vidura], verfluchten fürwahr die erzürnten Weisen, deren Worte wie Blitze waren. Als er [dann] tot war, quirlten sie weiterhin dessen rechte Hand. Da damals, als die Welt herrscherlos war, das Volk von Räubern bedrängt wurde, entstand aus einem Teil Nārāyaṇas Pṛthu, der erste Herr der Erde.
Wort für Wort
yam aṅga śepuḥ
den (Akk., Relativ = Vena) o Aṅga [Anrede an Vidura] verfluchten sie (3.Pl.Perf.)
kupitāḥ vāk-vajrāḥ munayaḥ kila
die erzürnten (Nom.Pl.), deren Worte Blitze [waren] (Nom.Pl., Bahuvrihi), Weisen (Nom.Pl.), fürwahr
gata-asoḥ tasya bhūyaḥ
als sein [Venas] Lebensatem entschwunden war (Gen.), dessen (Gen.), weiterhin (Adv.)
te mamanthuḥ dakṣiṇam karam
sie (Nom.Pl.) quirlten (3.Pl.Perf.) die rechte (Akk.) Hand (Akk.)
arājake tadā loke
als herrscherlos (Lok.abs.) damals die Welt (Lok.)
dasyubhiḥ pīḍitāḥ prajāḥ
von Räubern (Instr.) bedrängte (Nom.Pl.) Untertanen (Nom.Pl.)
jātaḥ nārāyaṇa-aṁśena
entstanden (Nom.) durch einen Teil (Instr.) Nārāyaṇas (Gen. im Kompositum)
pṛthuḥ ādyaḥ kṣiti-īśvaraḥ
Pṛthu (Nom.), der erste (Nom.), der Herr der Erde (Nom.)
Vidura sprach: Wie konnte diesem [König], einem Hort guten Charakters, einem Rechtschaffenen, einem Freund des Brahmanentums, einer großen Seele, ein schlechter Sohn geboren werden, weswegen er, des Sinnes beraubt, fortging?
Wort für Wort
viduraḥ uvāca
Vidura (Nom.) sprach
tasya śīla-nidheḥ sādhoḥ
diesem (Gen.), dem Hort guten Charakters (Gen.), dem Rechtschaffenen (Gen.)
brahmaṇyasya mahātmanaḥ rājñaḥ
dem dem Brahmanentum Zugetanen (Gen.), der großen Seele (Gen.), dem König (Gen.)
katham abhūt duṣṭā prajā
wie (Adv.) entstand (3.Sg.Impf.) [ihm] ein schlechter (Nom.f.) Sohn (Nom.)
yat vimanāḥ yayau
weswegen des Sinnes beraubt (Nom.) er fortging (3.Sg.Perf.)
Oder welche Sünde erblickten die im Dharma kundigen Weisen bei Vena, dass sie dem König, der das Gelübde des Züchtigungsstabes [selbst] innehatte, den Brahmanenfluch auferlegen wollten?
Wort für Wort
kim vā aṁhaḥ
was/welche (Akk.) oder Sünde (Akk.)
vene uddiśya
im Hinblick auf Vena (Lok.) hinweisend (Absolutiv)
brahma-daṇḍam ayūyujan
den Brahmanenfluch (Akk.) wollten sie auferlegen (3.Pl.Desid.-Impf.)
daṇḍa-vrata-dhare rājñi
dem König (Lok.), der das Gelübde des Stabes trug (Lok.)
munayaḥ dharma-kovidāḥ
die Weisen (Nom.Pl.), die im Dharma Erfahrenen (Nom.Pl.)
nāvadhyeyaḥ prajā-pālaḥ
prajābhir aghavān api
yad asau loka-pālānāṁ
bibharty ojaḥ sva-tejasā
Ein Beschützer der Untertanen darf nicht von den Untertanen verachtet werden, selbst wenn er sündig ist, weil er durch seine eigene Macht die Kraft der Welthüter [Götter] trägt.
Wort für Wort
na avadhyeyaḥ prajā-pālaḥ
nicht zu verachten (Nom., Gerundivum) der Beschützer der Untertanen (Nom.)
prajābhiḥ agha-vān api
von den Untertanen (Instr.), sündig (Nom.), selbst
yat asau loka-pālānām
weil (Konj.) er (Nom.) der Welthüter (Gen.Pl.)
bibharti ojaḥ sva-tejasā
er trägt (3.Sg.Präs.) die Kraft (Akk.) durch eigene Macht (Instr.)
etad ākhyāhi me brahman
sunīthātmaja-ceṣṭitam
śraddadhānāya bhaktāya
tvaṁ parāvara-vittamaḥ
Erzähle mir dies, o Brahmane, das Tun des Sohnes der Sunīthā, mir, der ich voll Glauben und hingebungsvoll bin - du bist ja der Bestkundige in Höherem und Niederem.
Wort für Wort
etat ākhyāhi me brahman
dies (Akk.) erzähle! (2.Sg.Imp.) mir (Dat.), o Brahmane (Vok.)
sunīthā-ātmaja-ceṣṭitam
das Tun (Akk.) des Sohnes der Sunīthā
śraddadhānāya bhaktāya
dem Gläubigen (Dat.), dem Hingebungsvollen (Dat.)
tvam para-avara-vittamaḥ
du (Nom.) bist der Bestkundige (Nom.) in Höherem und Niederem
Maitreya sprach: Der königliche Weise Aṅga vollzog das große Opfer, das Pferdeopfer; [doch] die von den Brahma-Kundigen herbeigerufenen Gottheiten erschienen dort nicht.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
aṅgaḥ rāja-ṛṣiḥ
Aṅga (Nom.), der königliche Weise (Nom.)
aśvamedham ājahāra mahā-kratum
das Pferdeopfer (Akk.) vollzog (3.Sg.Perf.), das große Opfer (Akk.)
na ājagmuḥ devatāḥ tasmin
nicht kamen (3.Pl.Perf.) die Gottheiten (Nom.Pl.) bei diesem [Opfer] (Lok.)
āhūtāḥ brahma-vādibhiḥ
herbeigerufen (Nom.Pl., PPP) von den Brahma-Kundigen [Priestern] (Instr.Pl.)
rājan havīṁṣy aduṣṭāni
śraddhayāsāditāni te
chandāṁsy ayāta-yāmāni
yojitāni dhṛta-vrataiḥ
O König, deine Opferspenden sind unverdorben, mit Glaubenshingabe beschafft; die heiligen Sprüche sind nicht [zeitlich] verdorben, [richtig] angewandt von den ihr Gelübde haltenden [Priestern].
Wort für Wort
rājan havīṁṣi aduṣṭāni
o König (Vok.), die Opferspenden (Nom.Pl.), unverdorben (Nom.Pl.)
śraddhayā āsāditāni te
mit Glaubenshingabe (Instr.) beschafft (Nom.Pl., PPP), deine (Gen.)
chandāṁsi ayāta-yāmāni
die heiligen Verse (Nom.Pl.), nicht verdorben/nicht abgestanden (Nom.Pl.)
yojitāni dhṛta-vrataiḥ
angewandt (Nom.Pl., PPP) von den [Priestern] mit gehaltenem Gelübde (Instr.Pl.)
na vidāma iha devānāṁ
helanaṁ vayam aṇv api
yan na gṛhṇanti bhāgān svān
ye devāḥ karma-sākṣiṇaḥ
Wir finden hierbei nicht die geringste Missachtung der Götter, weswegen die Götter, die Zeugen des [Opfer-]Werks sind, ihre eigenen Anteile nicht annehmen.
Wort für Wort
na vidāma iha devānām
nicht wir finden/wissen (1.Pl.Präs.) hier der Götter (Gen.Pl.)
helanam vayam aṇu api
Missachtung (Akk.) wir (Nom.) auch nur ein Atom [Kleinstes] (Akk., adv.)
yat na gṛhṇanti bhāgān svān
weswegen nicht sie annehmen (3.Pl.Präs.) die eigenen (Akk.Pl.) Anteile (Akk.Pl.)
ye devāḥ karma-sākṣiṇaḥ
welche (Nom.Pl.) Götter (Nom.Pl.), die Zeugen des Opferwerks (Nom.Pl.)
Maitreya sprach: Aṅga, der Opferveranstalter, hörte die Worte der Zweimalgeborenen und war sehr bekümmerten Gemüts; um danach zu fragen, richtete er, mit deren Erlaubnis, seine Rede an die Versammlungsmitglieder.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
aṅgaḥ dvija-vacaḥ śrutvā
Aṅga (Nom.), die Worte der Zweimalgeborenen (Akk.), gehört habend (Absolutiv)
yajamānaḥ su-durmanāḥ
der Opferveranstalter (Nom.), sehr bekümmerten Gemüts (Nom.)
tat praṣṭum vyasṛjad vācam
um danach zu fragen (Inf.) entließ/richtete er die Rede (3.Sg.Impf.)
sadasyān tat-anujñayā
an die Versammlungsmitglieder (Akk.Pl.) mit deren Erlaubnis (Instr.)
nāgacchanty āhutā devā
na gṛhṇanti grahān iha
sadasas-patayo brūta
kim avadyaṁ mayā kṛtam
"Die herbeigerufenen Götter kommen nicht, sie nehmen die [Opfer-]Anteile hier nicht an. O Herren der Versammlung, saget: Welches Vergehen wurde von mir begangen?"
Wort für Wort
na āgacchanti āhutāḥ devāḥ
nicht sie kommen (3.Pl.Präs.) die herbeigerufenen (Nom.Pl.) Götter (Nom.Pl.)
na gṛhṇanti grahān iha
nicht sie nehmen an (3.Pl.Präs.) die [Opfer-]Anteile (Akk.Pl.) hier
sadasaḥ-patayaḥ brūta
o Herren der Versammlung (Vok.Pl.), sagt! (2.Pl.Imp.)
kim avadyam mayā kṛtam
welches (Nom.) Vergehen (Nom.) von mir (Instr.) getan (Nom., PPP)
Die Herren der Versammlung sprachen: O Herr der Menschen, in diesem Leben besteht bei dir nicht die geringste Sünde; [doch] es gibt eine einzige Sünde aus früherer [Geburt], weswegen du hier so [wie jetzt] ohne Sohn bist.
Wort für Wort
sadasaḥ-patayaḥ ūcuḥ
die Herren der Versammlung (Nom.Pl.) sprachen (3.Pl.Perf.)
nara-deva iha bhavataḥ
o Herr der Menschen (Vok.), in diesem Leben (Adv.), bei dir (Gen.)
na agham tāvat manāk sthitam
nicht Sünde (Nom.), auch nur im Geringsten (Adv.) vorhanden (Nom.)
asti ekam prāktanam agham
es gibt (3.Sg.Präs.) eine einzige (Nom.) frühere (Nom.) Sünde (Nom.)
yat iha īdṛk tvam aprajaḥ
weswegen hier so (Adv.) du (Nom.) ohne Sohn (Nom.) [bist]
tathā sādhaya bhadraṁ te
ātmānaṁ suprajaṁ nṛpa
iṣṭas te putra-kāmasya
putraṁ dāsyati yajña-bhuk
Darum vollbringe - Heil dir! - dass du selbst einen guten Sohn [erlangst], o König; der von dir, dem Sohn-Begehrenden, Verehrte, der Opfergenießer, wird [dir] einen Sohn geben.
Wort für Wort
tathā sādhaya
darum bewirke!/vollbringe! (2.Sg.Imp.Kaus.)
bhadram te ātmānam su-prajam nṛpa
Heil dir (Nom./Dat.), dich selbst (Akk.) mit gutem Sohn versehen (Akk.), o König (Vok.)
iṣṭaḥ te putra-kāmasya
der Verehrte (Nom.) von dir (Gen.), dem Sohn-Begehrenden (Gen.)
putram dāsyati yajña-bhuk
einen Sohn (Akk.) wird er geben (3.Sg.Fut.), der Opfergenießer (Nom.)
tathā sva-bhāgadheyāni
grahīṣyanti divaukasaḥ
yad yajña-puruṣaḥ sākṣād
apatyāya harir vṛtaḥ
Dann werden die Himmelsbewohner auch ihre eigenen [Opfer-]Anteile annehmen, da der Opfer-Puruṣa Hari selbst unmittelbar zwecks eines Sohnes erwählt wurde.
Wort für Wort
tathā sva-bhāgadheyāni
dann/so die eigenen [Opfer-]Anteile (Akk.Pl.)
grahīṣyanti diva-okasaḥ
sie werden annehmen (3.Pl.Fut.) die Himmelsbewohner (Nom.Pl.)
yat yajña-puruṣaḥ sākṣāt
da/weil der Opfer-Puruṣa (Nom.) unmittelbar (Adv.)
apatyāya hariḥ vṛtaḥ
zwecks eines Sohnes (Dat.) Hari (Nom.) erwählt/herbeigerufen (Nom., PPP)
Hari gewährt jene [Objekte der] Begierde, welche auch immer eine Person begehrt; so wie er verehrt wird, so [entsprechend] ist das Erwachsen der Frucht für die Menschen.
Wort für Wort
tān tān kāmān hariḥ dadyāt
jene jeweiligen (Akk.Pl.) Wunschobjekte (Akk.Pl.) Hari (Nom.) möge geben (3.Sg.Opt.)
yān yān kāmayate janaḥ
welche auch immer (Akk.Pl., Rel.) begehrt (3.Sg.Präs.Med.) die Person (Nom.)
ārādhitaḥ yathā eva eṣaḥ
verehrt (Nom., PPP) wie eben (Adv.) dieser (Nom.)
tathā puṁsām phala-udayaḥ
so (Adv.) der Menschen (Gen.Pl.) das Erwachsen der Frucht (Nom.)
sa viprānumato rājā
gṛhītvāñjalinaudanam
avaghrāya mudā yuktaḥ
prādāt patnyā udāra-dhīḥ
Der König, von den Brahmanen ermächtigt, nahm mit hohler Hand den Milchreis, roch daran, und, von Freude erfüllt, übergab der Großmütige [ihn] seiner Gattin.
Wort für Wort
saḥ vipra-anumataḥ rājā
er (Nom.), von den Brahmanen ermächtigt (Nom.), der König (Nom.)
gṛhītvā añjalinā odanam
ergreifend (Absolutiv) mit der hohlen Hand (Instr.) den [Milch-]Reis (Akk.)
avaghrāya mudā yuktaḥ
nachdem er daran gerochen hatte (Absolutiv), mit Freude (Instr.) erfüllt (Nom.)
prādāt patnyai udāra-dhīḥ
er übergab (3.Sg.Impf.) der Gattin (Dat.), der Großmütige (Nom.)
sā tat puṁ-savanaṁ rājñī
prāśya vai patyur ādadhe
garbhaṁ kāla upāvṛtte
kumāraṁ suṣuve 'prajā
Jene Königin, die zuvor ohne Nachkommen war, empfing, nachdem sie jenen männererzeugenden [Speise] vom Gatten gegessen hatte, eine Schwangerschaft; als die Zeit gekommen war, gebar sie einen Knaben.
Wort für Wort
sā tat puṁ-savanam rājñī
jene (Nom.) jenes (Akk.) männererzeugende [Speise] (Akk.) die Königin (Nom.)
prāśya vai patyuḥ ādadhe
gegessen habend (Absolutiv), fürwahr, vom Gatten (Abl./Gen.), sie empfing (3.Sg.Perf.Med.)
garbham kāle upāvṛtte
eine Schwangerschaft (Akk.), als die Zeit (Lok.) herangekommen war (Lok.abs., PPP)
kumāram suṣuve aprajā
einen Knaben (Akk.) gebar sie (3.Sg.Perf.Med.), die zuvor ohne Nachkommen war (Nom.)
Unter den Knaben, die auf dem Spielplatz spielten, seinen Altersgenossen, tötete er, überaus grausam, mit Gewalt, mitleidlos, [sie,] wie man Vieh tötet.
Wort für Wort
ākrīḍe krīḍataḥ bālān
auf dem Spielplatz (Lok.) spielende (Akk.Pl.) Knaben (Akk.Pl.)
vayasyān ati-dāruṇaḥ
Altersgenossen (Akk.Pl.), überaus grausam (Nom.)
prasahya niranukrośaḥ
gewaltsam (Absolutiv, adv.), mitleidlos (Nom.)
paśu-māram amārayat
wie Vieh-Tötung (Akk., adv.) er tötete/ließ töten (3.Sg.Impf.Kaus.)
taṁ vicakṣya khalaṁ putraṁ
śāsanair vividhair nṛpaḥ
yadā na śāsituṁ kalpo
bhṛśam āsīt sudurmanāḥ
Als der König jenen bösartigen Sohn erblickte und ihn mit verschiedenen Zurechtweisungen nicht zu bändigen vermochte, war er überaus bekümmerten Gemüts.
Wort für Wort
tam vicakṣya khalam putram
jenen (Akk.) erblickend (Absolutiv), bösartigen (Akk.) Sohn (Akk.)
śāsanaiḥ vividhaiḥ nṛpaḥ
mit Zurechtweisungen (Instr.Pl.), verschiedenen (Instr.Pl.), der König (Nom.)
yadā na śāsitum kalpaḥ
als nicht zu bändigen (Inf.) fähig (Nom.)
bhṛśam āsīt su-durmanāḥ
sehr (Adv.) war er (3.Sg.Impf.) sehr bekümmerten Gemüts (Nom.)
prāyeṇābhyarcito devo
ye 'prajā gṛha-medhinaḥ
kad-apatya-bhṛtaṁ duḥkhaṁ
ye na vindanti durbharam
Meist wird der Herr von denen verehrt, die ohne Nachkommen sind, den Haushältern, welche das unerträgliche Leid, das durch einen schlechten Sohn verursacht wird, nicht kennen.
Wort für Wort
prāyeṇa abhyarcitaḥ devaḥ
meist (Adv.) verehrt (Nom., PPP) der Herr (Nom.)
ye aprajāḥ gṛha-medhinaḥ
welche (Nom.Pl.) ohne Nachkommen (Nom.Pl.) Haushälter (Nom.Pl.)
kad-apatya-bhṛtam duḥkham
das durch einen schlechten Sohn verursachte (Akk.) Leid (Akk.)
ye na vindanti durbharam
welche (Nom.Pl.) nicht kennen/erfahren (3.Pl.Präs.) das unerträgliche (Akk.)
[Ein schlechter Sohn ist besser vermieden,] wodurch übler Ruf und großes Unrecht bei den Menschen [entstehen], wodurch Zwietracht unter allen, wodurch endlose Sorge [entsteht].
kas taṁ prajāpadeśaṁ vai
moha-bandhanam ātmanaḥ
paṇḍito bahu manyeta
yad-arthāḥ kleśadā gṛhāḥ
Welcher Kundige würde jenen bloß dem Namen nach Sohn genannten [Sohn], der eine Fessel der Verblendung für das Selbst ist, hoch schätzen - jenen, dessentwegen das Heim leidbringend ist?
Wort für Wort
kaḥ tam prajā-apadeśam vai
wer (Nom.) jenen (Akk.) bloß dem Namen nach Sohn genannten (Akk.), fürwahr
moha-bandhanam ātmanaḥ
Fessel der Verblendung (Akk.) für das Selbst (Gen.)
paṇḍitaḥ bahu manyeta
der Kundige (Nom.) würde hochschätzen (3.Sg.Opt.)
yat-arthāḥ kleśa-dāḥ gṛhāḥ
dessentwegen (Nom.Pl., Bahuvrihi) leidbringend (Nom.Pl.) das Heim (Nom.Pl.)
Einen schlechten Sohn halte ich für besser als einen guten Sohn, der die Quelle von Kummer ist - denn durch ihn wird der Sterbliche des Heims überdrüssig, [jenes Heims,] dessen [Wesen] eine Anhäufung von Leiden ist.
Wort für Wort
kad-apatyam varam manye
einen schlechten Sohn (Akk.) für besser (Akk.) halte ich (1.Sg.Präs.)
sat-apatyāt śucām padāt
als einen guten Sohn (Abl.), der Sorgen (Gen.Pl.) Quelle (Abl.)
nirvidyeta gṛhāt martyaḥ
er wird überdrüssig/entsagt (3.Sg.Opt.) vom Heim (Abl.), der Sterbliche (Nom.)
yat-kleśa-nivahāḥ gṛhāḥ
dessen Ansammlung von Leiden (Nom.Pl., Bahuvrihi) die Heime (Nom.Pl.) [sind]
So erhob sich jener König, überdrüssigen Gemüts, um Mitternacht aus dem Heim, schlaflos - wegen des Anbruchs [seines] großen Vorhabens [?] -, von den Leuten unbemerkt, verließ die tief schlafende Mutter Venas und ging fort.
Wort für Wort
evam saḥ nirviṇṇa-manāḥ nṛpaḥ
so (Adv.) jener (Nom.) König (Nom.), überdrüssigen Gemüts (Nom.)
gṛhāt niśīthe utthāya
vom Heim (Abl.) um Mitternacht (Lok.) sich erhebend (Absolutiv)
mahā-udaya-udayāt
wegen des Anbruchs des großen Aufstiegs/Vorhabens (Abl.) [?]
alabdha-nidraḥ anupalakṣitaḥ nṛbhiḥ
schlaflos (Nom.), unbemerkt (Nom.) von den Leuten (Instr.)
hitvā gataḥ vena-suvam prasuptām
verlassend (Absolutiv) ging er fort (Nom.), die Mutter Venas (Akk.), die tief schlafende (Akk.)
'mahodayodayāt' wörtlich 'wegen des Aufgangs des Aufgangs von Großem/Erhabenem' [?]; hier gedeutet als 'wegen des Anbruchs seines großen (geistigen) Vorhabens/Aufbruchs', da unklar bleibt, ob 'mahodaya' auf spirituelle Größe oder ein bevorstehendes Ereignis verweist.
Nachdem sie erkannt hatten, dass der überdrüssige Herrscher fortgegangen war, suchten die Untertanen - Hauspriester, Minister, Freunde und andere - überaus kummervoll und ängstlich auf der Erde [nach ihm], so wie unerfahrene Yogis nach der verborgenen [Über-]Seele suchen.
Wort für Wort
vijñāya nirvidya gatam patim
nachdem sie erkannt hatten (Absolutiv), überdrüssig geworden (Absolutiv), fortgegangen (Akk.) den Herrscher (Akk.)
prajāḥ purohita-amātya-suhṛt-gaṇa-ādayaḥ
die Untertanen (Nom.Pl.), Hauspriester, Minister, Freunde und andere (Nom.Pl.)
vicikyuḥ urvyām
sie suchten (3.Pl.Perf.) auf der Erde (Lok.)
ati-śoka-kātarāḥ
überaus von Kummer geängstigt (Nom.Pl.)
yathā nigūḍham puruṣam ku-yoginaḥ
wie (Adv.) die verborgene (Akk.) [Über-]Seele (Akk.) unerfahrene Yogis (Nom.Pl.) [suchen]
Da sie die Spur des Herrschers nicht ausfindig machen konnten, kehrten sie, ihres Unternehmens beraubt, zur Stadt zurück; nachdem sie die versammelten Weisen ehrerbietig gegrüßt hatten, meldeten sie unter Tränen, o Paurava, das Verschwinden ihres Herrschers.
Wort für Wort
alakṣayantaḥ padavīm prajāpateḥ
nicht wahrnehmend (Nom.Pl., Part.Präs.neg.) die Spur (Akk.) des Herrschers (Gen.)
hata-udyamāḥ pratyupasṛtya te purīm
ihres Unternehmens beraubt (Nom.Pl.), zurückgekehrt (Absolutiv), sie (Nom.Pl.), zur Stadt (Akk.)
ṛṣīn sametān abhivandya
die Weisen (Akk.Pl.), versammelten (Akk.Pl.), ehrerbietig grüßend (Absolutiv)
sa-aśravaḥ nyavedayan paurava
mit Tränen (Nom.Pl.) meldeten sie (3.Pl.Impf.), o Paurava (Vok.)
bhartṛ-viplavam
das Verschwinden/den Untergang des Herrschers (Akk.)