Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 128 Das Erscheinen des Dämons Vṛtrāsura

śrī-śuka uvāca tasyāsan viśvarūpasya śirāṁsi trīṇi bhārata soma-pīthaṁ surā-pītham annādam iti śuśruma

Śrī Śuka sprach: Von jenem Viśvarūpa gab es drei Häupter, o Bhārata (Nachkomme des Bharata) – eines zum Trinken von Soma, eines zum Trinken von Surā, eines zum Essen von Speise – so haben wir gehört.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva Gosvāmī sprach (3. Sg. Perf.)
tasya
von jenem (Gen. Sg.)
āsan
es waren (3. Pl. Imperf.)
viśvarūpasya
des Viśvarūpa (Gen. Sg.)
śirāṁsi
Häupter (Nom./Akk. Pl. Neutr.)
trīṇi
drei (Nom. Pl. Neutr.)
bhārata
o Bhārata / Nachkomme Bharatas (Vok. Sg.)
soma-pītham
zum Trinken von Soma (dienend) (Nom. Sg. Neutr.)
surā-pītham
zum Trinken von Surā (dienend) (Nom. Sg. Neutr.)
annādam
zum Essen von Speise (dienend) (Nom. Sg. Neutr.)
iti
so (Partikel)
śuśruma
wir haben gehört (1. Pl. Perf.)

sa vai barhiṣi devebhyo bhāgaṁ pratyakṣam uccakaiḥ adadad yasya pitaro devāḥ sapraśrayaṁ nṛpa

Er, o König, gab wahrlich beim Opfer den Göttern sichtbar und mit lauter Stimme ihren Anteil – er, dessen Väter [zugleich] Götter waren – mit großer Demut.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
barhiṣi
beim Opfer(gras)/beim Opfer (Lok. Sg.)
devebhyaḥ
den Göttern (Dat. Pl.)
bhāgam
den Anteil (Akk. Sg.)
pratyakṣam
sichtbar, unmittelbar (Adv./Akk. Sg. Neutr.)
uccakaiḥ
mit lauter Stimme (Instr. Pl. Adv.)
adadat
gab (3. Sg. Imperf.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
pitaraḥ
die Väter (Nom. Pl.)
devāḥ
Götter [waren] (Nom. Pl.)
sa-praśrayam
mit großer Bescheidenheit, demütig (Adv./Akk. Sg. Neutr.)
nṛpa
o König (Vok. Sg.)

sa eva hi dadau bhāgaṁ parokṣam asurān prati yajamāno 'vahad bhāgaṁ mātṛ-sneha-vaśānugaḥ

Er selbst gab gewiss auch, im Verborgenen, den Asuras ihren Anteil; während er opferte, brachte er [ihnen] den Anteil dar, der Macht der Zuneigung zu seiner Mutter folgend.

Wort für Wort
saḥ eva hi
er selbst gewiss (Nom. Sg. + Partikeln)
dadau
gab (3. Sg. Perf.)
bhāgam
Anteil (Akk. Sg.)
parokṣam
im Verborgenen, ohne [ihr] Wissen (Adv./Akk. Sg. Neutr.)
asurān prati
an die Asuras, den Asuras gegenüber (Akk. Pl. + Postposition)
yajamānaḥ
während er opferte (Nom. Sg. Part. Präs. Med.)
avahat
brachte dar, trug herbei (3. Sg. Imperf.)
bhāgam
Anteil (Akk. Sg.)
mātṛ-sneha
der Zuneigung zur Mutter (Kompositionsglied)
vaśa-anugaḥ
der Macht [davon] folgend (Nom. Sg.)

tad deva-helanaṁ tasya dharmālīkaṁ sureśvaraḥ ālakṣya tarasā bhītas tac-chīrṣāṇy acchinad ruṣā

Als der Herr der Götter [Indra] diese Kränkung der Götter durch ihn, diesen Betrug am Dharma, bemerkte, schnitt er, eilig von Furcht [ergriffen] und mit Zorn, dessen Häupter ab.

Wort für Wort
tat
das, diese (Akk. Sg. Neutr.)
deva-helanam
Kränkung/Vernachlässigung der Götter (Akk. Sg. Neutr.)
tasya
von ihm, durch ihn (Gen. Sg.)
dharma-alīkam
Falschheit/Betrug am Dharma (Akk. Sg. Neutr.)
sura-īśvaraḥ
der Herr der Götter (Nom. Sg.)
ālakṣya
bemerkend, wahrnehmend (Absolutiv)
tarasā
eilig, schnell (Instr. Sg. Adv.)
bhītaḥ
erschrocken, in Furcht (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
tat-śīrṣāṇi
dessen Häupter (Akk. Pl. Neutr.)
acchinat
schnitt ab (3. Sg. Imperf.)
ruṣā
mit Zorn (Instr. Sg.)

soma-pīthaṁ tu yat tasya śira āsīt kapiñjalaḥ kalaviṅkaḥ surā-pītham annādaṁ yat sa tittiriḥ

Jenes Haupt von ihm nun, das zum Trinken des Soma diente, wurde zum Kapiñjala (Frankolin-Rebhuhn); [das,] das zum Trinken der Surā [diente, wurde] zum Kalaviṅka (Sperling); und [das,] das zum Essen der Speise [diente], wurde zum Tittiri (gewöhnlichen Rebhuhn).

Wort für Wort
soma-pītham
das zum Trinken von Soma (Dienende) (Nom. Sg. Neutr.)
tu
nun, aber (Partikel)
yat
welches (Nom. Sg. Neutr.)
tasya
sein, von ihm (Gen. Sg.)
śiraḥ
Haupt (Nom. Sg. Neutr.)
āsīt
war (3. Sg. Imperf.)
kapiñjalaḥ
ein Frankolin-Rebhuhn [wurde] (Nom. Sg.)
kalaviṅkaḥ
ein Sperling [wurde] (Nom. Sg.)
surā-pītham
das zum Trinken von Surā [Dienende] (Nom. Sg. Neutr., elliptisch)
annādam
das zum Essen von Speise [Dienende] (Nom. Sg. Neutr., elliptisch)
yat
welches (Nom. Sg. Neutr.)
saḥ
das, jenes (Nom. Sg. Neutr., auf tittiri bezogen)
tittiriḥ
ein [gewöhnliches] Rebhuhn [wurde] (Nom. Sg.)

Elliptische Konstruktion: die Zuordnung Kopf→Vogel folgt der Reihenfolge im Sanskrit-Text (Gapping); [?] leicht unsicher, ob kalaviṅka zu surā-pītha oder eigenständig gehört, hier nach Standardlesart übersetzt.

brahma-hatyām añjalinā jagrāha yad apīśvaraḥ saṁvatsarānte tad aghaṁ bhūtānāṁ sa viśuddhaye bhūmy-ambu-druma-yoṣidbhyaś caturdhā vyabhajad dhariḥ

Obwohl er mächtig war, nahm er [Indra] den Brahmanenmord mit gefalteten Händen [ehrerbietig] auf sich; am Ende eines Jahres verteilte Hari [Indra] zur Reinigung jene Sünde der Wesen/Elemente vierfach auf Erde, Wasser, Bäume und Frauen.

Wort für Wort
brahma-hatyām
den Brahmanenmord, die Sünde der Brahmanentötung (Akk. Sg.)
añjalinā
mit gefalteten Händen (Instr. Sg.)
jagrāha
nahm auf sich, empfing (3. Sg. Perf.)
yat api
obwohl (Konjunktion)
īśvaraḥ
der Mächtige, Herrscher (Nom. Sg.)
saṁvatsara-ante
am Ende eines Jahres (Lok. Sg.)
tat agham
jene Sünde, jenes Übel (Akk. Sg. Neutr.)
bhūtānām
der Wesen/Elemente (Gen. Pl.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
viśuddhaye
zur Reinigung (Dat. Sg.)
bhūmi
Erde (Kompositionsglied)
ambu
Wasser (Kompositionsglied)
druma
Bäume (Kompositionsglied)
yoṣidbhyaḥ
und den Frauen (Dat. Pl.)
caturdhā
vierfach (Adv.)
vyabhajat
verteilte (3. Sg. Imperf.)
hariḥ
Hari [hier: Indra] (Nom. Sg.)

Epitheton 'hariḥ' wird hier laut Glosse auf Indra bezogen, nicht auf Viṣṇu.

bhūmis turīyaṁ jagrāha khāta-pūra-vareṇa vai īriṇaṁ brahma-hatyāyā rūpaṁ bhūmau pradṛśyate

Die Erde nahm ein Viertel [der Sünde] auf sich, durch die Gunst, dass sich [ausgehobene] Gruben [von selbst wieder] füllen; als Salzöde erscheint wahrlich die Gestalt des Brahmanenmordes auf der Erde.

Wort für Wort
bhūmiḥ
die Erde (Nom. Sg.)
turīyam
ein Viertel (Akk. Sg. Neutr.)
jagrāha
nahm auf sich (3. Sg. Perf.)
khāta-pūra-vareṇa
durch die Gunst des [Wieder-]Füllens von Gruben (Instr. Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
īriṇam
als Salzöde, Ödland (Nom./Akk. Sg. Neutr., prädikativ)
brahma-hatyāyāḥ
des Brahmanenmordes (Gen. Sg.)
rūpam
die Gestalt, Form (Nom. Sg. Neutr.)
bhūmau
auf der Erde (Lok. Sg.)
pradṛśyate
erscheint, wird sichtbar (3. Sg. Präs. Pass.)

turyaṁ cheda-viroheṇa vareṇa jagṛhur drumāḥ teṣāṁ niryāsa-rūpeṇa brahma-hatyā pradṛśyate

Ein Viertel nahmen die Bäume auf sich, durch die Gunst, dass sie nach dem Abschneiden [wieder] nachwachsen; an ihnen erscheint der Brahmanenmord in Form des ausfließenden Harzes.

Wort für Wort
turyam
ein Viertel (Akk. Sg. Neutr.)
cheda-viroheṇa vareṇa
durch die Gunst des [erneuten] Nachwachsens nach dem Abschneiden (Instr. Sg.)
jagṛhuḥ
nahmen auf sich (3. Pl. Perf.)
drumāḥ
die Bäume (Nom. Pl.)
teṣām
an ihnen, von ihnen (Gen. Pl.)
niryāsa-rūpeṇa
in Form des ausfließenden Harzes/Saftes (Instr. Sg.)
brahma-hatyā
der Brahmanenmord (Nom. Sg.)
pradṛśyate
erscheint (3. Sg. Präs. Pass.)

śaśvat-kāma-vareṇāṁhas turīyaṁ jagṛhuḥ striyaḥ rajo-rūpeṇa tāsv aṁho māsi māsi pradṛśyate

Durch die Gunst beständiger [Liebes-]Lust nahmen die Frauen ein Viertel der Sünde auf sich; in ihnen erscheint die Sünde Monat für Monat in Form der Regel (rajas).

Wort für Wort
śaśvat-kāma-vareṇa
durch die Gunst beständiger [sexueller] Lust (Instr. Sg.)
aṁhaḥ
die Sünde (Akk. Sg. Neutr.)
turīyam
ein Viertel (Akk. Sg. Neutr.)
jagṛhuḥ
nahmen auf sich (3. Pl. Perf.)
striyaḥ
die Frauen (Nom. Pl.)
rajaḥ-rūpeṇa
in Form der Menstruation (Instr. Sg.)
tāsu
in ihnen (Lok. Pl.)
aṁhaḥ
die Sünde (Nom. Sg. Neutr.)
māsi māsi
Monat für Monat (Lok. Sg. wiederholt)
pradṛśyate
erscheint (3. Sg. Präs. Pass.)

dravya-bhūyo-vareṇāpas turīyaṁ jagṛhur malam tāsu budbuda-phenābhyāṁ dṛṣṭaṁ tad dharati kṣipan

Durch die Gunst der Vermehrung von [allerlei] Gut nahm das Wasser ein Viertel der Verunreinigung auf sich; sichtbar in ihm durch Blasen und Schaum, entfernt man dies, indem man es fortwirft.

Wort für Wort
dravya-bhūyaḥ-vareṇa
durch die Gunst der Vermehrung von Gut/Substanz (Instr. Sg.)
āpaḥ
das Wasser (Nom. Sg. bzw. Pl.)
turīyam
ein Viertel (Akk. Sg. Neutr.)
jagṛhuḥ
nahm auf sich (3. Pl. Perf.)
malam
die Verunreinigung, den Schmutz (Akk. Sg. Neutr.)
tāsu
in ihm, im Wasser (Lok. Pl.)
budbuda-phenābhyām
durch Blasen und Schaum (Instr. Du.)
dṛṣṭam
sichtbar (Nom. Sg. Neutr. Part. Perf. Pass.)
tat
das (Akk. Sg. Neutr.)
harati
man entfernt, nimmt weg (3. Sg. Präs.)
kṣipan
wegwerfend (Nom. Sg. Part. Präs.)

hata-putras tatas tvaṣṭā juhāvendrāya śatrave indra-śatro vivardhasva mā ciraṁ jahi vidviṣam

Darauf, seines Sohnes beraubt, brachte Tvaṣṭā ein Opfer dar, um einen Feind für Indra [hervorzubringen, und sprach]: 'O Feind Indras, erhebe dich! Töte ohne Verzug den Widersacher!'

Wort für Wort
hata-putraḥ
dessen Sohn getötet war (Nom. Sg.)
tataḥ
darauf (Adv.)
tvaṣṭā
Tvaṣṭā (Nom. Sg.)
juhāva
brachte ein Opfer dar (3. Sg. Perf.)
indrāya
für Indra (Dat. Sg.)
śatrave
als Feind, für einen Feind (Dat. Sg.)
indra-śatro
o Feind Indras (Vok. Sg.)
vivardhasva
erhebe dich, wachse (2. Sg. Imp. Med.)
mā ciram
nicht lange, ohne Verzug (Adv.)
jahi
töte (2. Sg. Imp.)
vidviṣam
den Feind, Widersacher (Akk. Sg.)

athānvāhārya-pacanād utthito ghora-darśanaḥ kṛtānta iva lokānāṁ yugānta-samaye yathā

Darauf erhob sich aus dem Feuer Anvāhāryapacana [ein Wesen] von schrecklichem Anblick, wie der personifizierte Weltuntergang der Welten zur Zeit des Zeitalterendes.

Wort für Wort
atha
darauf (Adv.)
anvāhārya-pacanāt
aus dem [Opfer-]Feuer namens Anvāhāryapacana (Abl. Sg.)
utthitaḥ
erhoben, entstanden (Nom. Sg. Part. Perf.)
ghora-darśanaḥ
von schrecklichem Anblick (Nom. Sg.)
kṛtāntaḥ iva
wie der personifizierte Tod/das Ende (Nom. Sg. + Partikel)
lokānām
der Welten (Gen. Pl.)
yuga-anta-samaye
zur Zeit des Zeitalterendes (Lok. Sg.)
yathā
wie (Partikel)

viṣvag vivardhamānaṁ tam iṣu-mātraṁ dine dine dagdha-śaila-pratīkāśaṁ sandhyābhrānīka-varcasam tapta-tāmra-śikhā-śmaśruṁ madhyāhnārkogra-locanam dedīpyamāne tri-śikhe śūla āropya rodasī nṛtyantam unnadantaṁ ca cālayantaṁ padā mahīm darī-gambhīra-vaktreṇa pibatā ca nabhastalam lihatā jihvayarkṣāṇi grasatā bhuvana-trayam mahatā raudra-daṁṣṭreṇa jṛmbhamāṇaṁ muhur muhuḥ vitrastā dudruvur lokā vīkṣya sarve diśo daśa

Ihn, der ringsum wuchs, Tag für Tag um eine Pfeilschussweite, einem verbrannten Berg gleichend, mit dem Glanz eines Wolkenheeres in der Abenddämmerung, mit Haarschopf und Bart wie geschmolzenes Kupfer, mit Augen, grimmig wie die Mittagssonne – ihn, der auf seinem lodernden Dreizack Himmel und Erde [gleichsam] aufspießte, tanzte, laut brüllte und mit seinem Fuß die Erde erschütterte, mit einem Maul, tief wie eine Höhle, das Himmelsgewölbe [gleichsam] austrank, mit der Zunge die Sterne leckte, die drei Welten verschlang, und mit gewaltigen, furchterregenden Zähnen immer wieder gähnte – ihn erblickend, liefen alle Wesen erschreckt in die zehn Richtungen davon.

Wort für Wort
viṣvak
ringsum, nach allen Seiten (Adv.)
vivardhamānam
wachsend (Akk. Sg. Part. Präs. Med.)
tam
ihn (Akk. Sg.)
iṣu-mātram
um eine Pfeilschussweite (Akk. Sg. Adv.)
dine dine
Tag für Tag (Lok. Sg. wiederholt)
dagdha-śaila-pratīkāśam
einem verbrannten Berg gleichend (Akk. Sg.)
sandhyā-abhra-anīka-varcasam
mit dem Glanz eines Wolkenheeres in der Abenddämmerung (Akk. Sg.)
tapta-tāmra-śikhā-śmaśrum
mit Haarschopf und Bart wie geschmolzenes Kupfer (Akk. Sg.)
madhyāhna-arka-ugra-locanam
mit Augen, grimmig wie die Mittagssonne (Akk. Sg.)
dedīpyamāne tri-śikhe
auf dem lodernden Dreizack (Lok. Sg.)
śūle
auf dem Dreizack/Spieß (Lok. Sg.)
āropya
aufspießend, emporhaltend (Absolutiv)
rodasī
Himmel und Erde (Akk. Du.)
nṛtyantam
tanzend (Akk. Sg. Part. Präs.)
unnadantam
laut brüllend (Akk. Sg. Part. Präs.)
ca
und (Konjunktion)
cālayantam
erschütternd (Akk. Sg. Part. Präs.)
padā
mit dem Fuß (Instr. Sg.)
mahīm
die Erde (Akk. Sg.)
darī-gambhīra-vaktreṇa
mit einem Maul, tief wie eine Höhle (Instr. Sg.)
pibatā
trinkend (Instr. Sg. Part. Präs.)
ca
und (Konjunktion)
nabhastalam
das Himmelsgewölbe (Akk. Sg.)
lihatā
leckend (Instr. Sg. Part. Präs.)
jihvayā
mit der Zunge (Instr. Sg.)
ṛkṣāṇi
die Sterne (Akk. Pl. Neutr.)
grasatā
verschlingend (Instr. Sg. Part. Präs.)
bhuvana-trayam
die drei Welten (Akk. Sg. Neutr.)
mahatā raudra-daṁṣṭreṇa
mit gewaltigen, furchterregenden Zähnen (Instr. Sg.)
jṛmbhamāṇam
gähnend (Akk. Sg. Part. Präs. Med.)
muhur muhuḥ
wieder und wieder (Adv.)
vitrastāḥ
erschreckt (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
dudruvuḥ
liefen davon (3. Pl. Perf.)
lokāḥ
die Wesen, Leute (Nom. Pl.)
vīkṣya
erblickend (Absolutiv)
sarve
alle (Nom. Pl.)
diśaḥ daśa
in die zehn Richtungen (Akk. Pl.)

Verse 13-17 auf vedabase.io als ein zusammengefasster Block geführt (URL 6/9/13-17); bilden syntaktisch einen einzigen langen Satz, dessen Hauptaussage erst in Vers 17 erfolgt.

yenāvṛtā ime lokās tapasā tvāṣṭra-mūrtinā sa vai vṛtra iti proktaḥ pāpaḥ parama-dāruṇaḥ

Er, durch dessen Askese, in Gestalt des Sohnes von Tvaṣṭā, diese Welten eingehüllt wurden, er wird wahrlich 'Vṛtra' genannt, die personifizierte Sünde, überaus furchtbar.

Wort für Wort
yena
durch wen, durch welchen (Instr. Sg.)
āvṛtāḥ
eingehüllt, bedeckt (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
ime lokāḥ
diese Welten (Nom. Pl.)
tapasā
durch Askese (Instr. Sg.)
tvāṣṭra-mūrtinā
in Gestalt des Sohnes von Tvaṣṭā (Instr. Sg.)
saḥ vai
er wahrlich (Nom. Sg. + Partikel)
vṛtraḥ iti proktaḥ
wird 'Vṛtra' genannt (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
pāpaḥ
die personifizierte Sünde (Nom. Sg.)
parama-dāruṇaḥ
überaus furchtbar (Nom. Sg.)

taṁ nijaghnur abhidrutya sagaṇā vibudharṣabhāḥ svaiḥ svair divyāstra-śastraughaiḥ so 'grasat tāni kṛtsnaśaḥ

Herbeieilend schlugen die besten der Götter samt ihren Scharen ihn mit ihren jeweils eigenen Fluten göttlicher Waffen und Geschosse; er aber verschlang sie allesamt vollständig.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
nijaghnuḥ
schlugen, griffen an (3. Pl. Perf.)
abhidrutya
herbeieilend (Absolutiv)
sa-gaṇāḥ
mit ihren Scharen (Nom. Pl.)
vibudha-ṛṣabhāḥ
die besten der Götter (Nom. Pl.)
svaiḥ svaiḥ
mit ihren jeweils eigenen (Instr. Pl.)
divya-astra-śastra-oghaiḥ
mit Fluten göttlicher Waffen und Geschosse (Instr. Pl.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
agrasat
verschlang (3. Sg. Imperf.)
tāni
diese (Akk. Pl. Neutr.)
kṛtsnaśaḥ
vollständig, allesamt (Adv.)

tatas te vismitāḥ sarve viṣaṇṇā grasta-tejasaḥ pratyañcam ādi-puruṣam upatasthuḥ samāhitāḥ

Darauf wandten sie sich alle, erstaunt und niedergeschlagen, ihrer Kraft beraubt, mit gesammeltem Geist verehrend der Urperson zu, die im Innern [aller Wesen] wohnt.

Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
te
sie (Nom. Pl.)
vismitāḥ
erstaunt (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
viṣaṇṇāḥ
niedergeschlagen (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
grasta-tejasaḥ
deren Kraft verschlungen war (Nom. Pl.)
pratyañcam
dem zurückgewandten, im Innern wohnenden [Selbst] (Akk. Sg.)
ādi-puruṣam
der Urperson (Akk. Sg.)
upatasthuḥ
näherten sich verehrend, beteten an (3. Pl. Perf.)
samāhitāḥ
gesammelten, konzentrierten Geistes (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)

śrī-devā ūcuḥ vāyv-ambarāgny-ap-kṣitayas tri-lokā brahmādayo ye vayam udvijantaḥ harāma yasmai balim antako 'sau bibheti yasmād araṇaṁ tato naḥ

Die Götter sprachen: Wir, [in Gestalt] von Luft, Äther, Feuer, Wasser und Erde, die drei Welten, angefangen mit Brahmā – wir, von Furcht ergriffen, bringen [ihm] ein Opfer dar, vor dem selbst jener Bezwinger, der Tod, sich fürchtet; von ihm [kommt] unsere Zuflucht.

Wort für Wort
śrī-devāḥ ūcuḥ
die Götter sprachen (3. Pl. Perf.)
vāyu-ambara-agni-ap-kṣitayaḥ
[bestehend aus] Luft, Äther, Feuer, Wasser und Erde (Nom. Pl.)
tri-lokāḥ
die drei Welten (Nom. Pl.)
brahma-ādayaḥ
angefangen mit Brahmā (Nom. Pl.)
ye vayam
wir, die wir [dies alles sind] (Nom. Pl.)
udvijantaḥ
in Furcht, erschreckt (Nom. Pl. Part. Präs.)
harāma
wir bringen dar (1. Pl. Präs.)
yasmai
dem (Dat. Sg.)
balim
ein Opfer (Akk. Sg.)
antakaḥ asau
jener Bezwinger, der Tod (Nom. Sg.)
bibheti
fürchtet sich (3. Sg. Präs.)
yasmāt
vor dem, von dem (Abl. Sg.)
araṇam
Zuflucht (Nom. Sg. Neutr.)
tataḥ
deshalb, von ihm (Abl./Adv.)
naḥ
unsere (Gen. Pl.)

avismitaṁ taṁ paripūrṇa-kāmaṁ svenaiva lābhena samaṁ praśāntam vinopasarpaty aparaṁ hi bāliśaḥ śva-lāṅgulenātititarti sindhum

Wer sich, ihn übergehend, einem anderen [Gott] zuwendet – ihm, der unerschütterlich, vollkommen erfüllt durch seinen eigenen Gewinn allein, ausgeglichen und völlig ruhig ist –, der ist fürwahr ein Tor, [so als] wolle er mit dem Schwanz eines Hundes das Meer überqueren.

Wort für Wort
avismitam
den unerschütterlichen, nie erstaunten (Akk. Sg.)
tam
ihn (Akk. Sg.)
paripūrṇa-kāmam
den vollkommen erfüllten an Wunsch (Akk. Sg.)
svena eva lābhena
allein durch seinen eigenen Gewinn (Instr. Sg.)
samam
ausgeglichen (Akk. Sg.)
praśāntam
völlig ruhig (Akk. Sg.)
vinā
ohne [ihn] (Postposition)
upasarpati
nähert sich, wendet sich zu (3. Sg. Präs.)
aparam
einem anderen (Akk. Sg.)
hi
denn, fürwahr (Partikel)
bāliśaḥ
ein Tor (Nom. Sg.)
śva-lāṅgulena
mit einem Hundeschwanz (Instr. Sg.)
atititarti
will überqueren, versucht zu überqueren (3. Sg. Präs. Desid.)
sindhum
das Meer (Akk. Sg.)

yasyoru-śṛṅge jagatīṁ sva-nāvaṁ manur yathābadhya tatāra durgam sa eva nas tvāṣṭra-bhayād durantāt trātāśritān vāricaro 'pi nūnam

Er, an dessen mächtigem Horn Manu einst sein eigenes Boot – die Erde – festband und so die schwer zu durchquerende [Sintflut] überquerte, er eben ist, obwohl er als Fisch im Wasser weilte, gewiss der Retter der Zuflucht Suchenden – möge er uns aus der endlosen Furcht vor dem Sohn Tvaṣṭās erretten.

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg.)
uru-śṛṅge
an dem großen, starken Horn (Lok. Sg.)
jagatīm
die Erde (Akk. Sg.)
sva-nāvam
sein eigenes Boot (Akk. Sg.)
manuḥ
Manu (Nom. Sg.)
yathā
so wie (Partikel)
ābadhya
festbindend (Absolutiv)
tatāra
überquerte (3. Sg. Perf.)
durgam
die schwer zu durchquerende [Flut] (Akk. Sg.)
saḥ eva
eben er (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Akk./Dat. Pl.)
tvāṣṭra-bhayāt
aus der Furcht vor dem Sohn Tvaṣṭās (Abl. Sg.)
durantāt
der endlosen (Abl. Sg.)
trātā
der Retter (Nom. Sg.)
āśritān
die Zuflucht Suchenden (Akk. Pl.)
vāri-caraḥ api
obwohl er als Wasserbewohner [erschien] (Nom. Sg.)
nūnam
gewiss (Adv.)

Anspielung auf den Matsya-Avatāra und Manus Sintflut-Rettung.

purā svayambhūr api saṁyamāmbhasy udīrṇa-vātormi-ravaiḥ karāle eko 'ravindāt patitas tatāra tasmād bhayād yena sa no 'stu pāraḥ

Einst entkam sogar Brahmā, der Selbstentstandene, allein in der schrecklichen [Sintflut] – mit dem Tosen hoch aufsteigender Winde und Wellen –, beinahe vom Lotus gefallen, jener Furcht, durch den [Herrn, der ihn errettete]; er sei unser Übersetzenshelfer [aus dieser Gefahr].

Wort für Wort
purā
einst (Adv.)
svayambhūḥ api
sogar der Selbstentstandene, Brahmā (Nom. Sg.)
saṁyama-ambhasi
im Wasser der [kosmischen] Auflösungsflut (Lok. Sg.)
udīrṇa-vāta-ūrmi-ravaiḥ
mit dem Tosen hoch aufsteigender Winde und Wellen (Instr. Pl.)
karāle
in der schrecklichen [Flut] (Lok. Sg.)
ekaḥ
allein (Nom. Sg.)
aravindāt
vom Lotus(sitz) (Abl. Sg.)
patitaḥ
beinahe gefallen (Nom. Sg. Part. Perf.)
tatāra
entkam, überstand (3. Sg. Perf.)
tasmāt bhayāt
aus jener Furcht (Abl. Sg.)
yena
durch den (Instr. Sg.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
naḥ
unser (Gen. Pl.)
astu
er sei (3. Sg. Imp./Opt.)
pāraḥ
das Übersetzen, die Rettung (Nom. Sg.)

ya eka īśo nija-māyayā naḥ sasarja yenānusṛjāma viśvam vayaṁ na yasyāpi puraḥ samīhataḥ paśyāma liṅgaṁ pṛthag īśa-māninaḥ

Der alleinige Herrscher, der uns durch seine eigene Schöpfungskraft erschuf, durch den wir [wiederum] das Universum weitererschaffen – obwohl er [dabei] vor uns wirkt, sehen wir, die wir uns [törichterweise] für eigenständige Herren halten, seine [wahre] Gestalt nicht.

Wort für Wort
yaḥ ekaḥ
der alleinige (Nom. Sg.)
īśaḥ
Herrscher (Nom. Sg.)
nija-māyayā
durch seine eigene [Schöpfungs-]Kraft (Instr. Sg.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
sasarja
erschuf (3. Sg. Perf.)
yena
durch den (Instr. Sg.)
anusṛjāma
wir erschaffen weiter (1. Pl. Präs.)
viśvam
das Universum (Akk. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
na
nicht (Negation)
yasya api
obwohl von dem, obwohl dessen (Gen. Sg.)
puraḥ
vorn, vor [uns] (Adv.)
samīhataḥ
der [dort] wirkt, tätig ist (Gen. Sg. Part. Präs.)
paśyāma
wir sehen (1. Pl. Präs.)
liṅgam
die [wahre] Gestalt, das Merkmal (Akk. Sg.)
pṛthak
gesondert, eigenständig (Adv.)
īśa-māninaḥ
die wir uns für Herrscher halten (Nom. Pl.)

yo naḥ sapatnair bhṛśam ardyamānān devarṣi-tiryaṅ-nṛṣu nitya eva kṛtāvatāras tanubhiḥ sva-māyayā kṛtvātmasāt pāti yuge yuge ca tam eva devaṁ vayam ātma-daivataṁ paraṁ pradhānaṁ puruṣaṁ viśvam anyam vrajāma sarve śaraṇaṁ śaraṇyaṁ svānāṁ sa no dhāsyati śaṁ mahātmā

Er, der uns, die wir von unseren Widersachern beständig bedrängt werden – unter Göttern, Weisen, Tieren und Menschen –, immerfort, indem er durch seine eigene Schöpfungskraft in [verschiedenen] Gestalten herabsteigt, zu den Seinigen macht und in jedem Zeitalter beschützt: zu eben diesem Gott, der Gottheit unseres Selbst, dem Höchsten, dem Urgrund, der [höchsten] Person, die vom Universum verschieden ist, wollen wir alle als Zuflucht gehen, zu ihm, der würdig ist, Zuflucht zu gewähren – er, die große Seele, wird den Seinigen Wohlergehen gewähren.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
sapatnaiḥ
durch [unsere] Widersacher (Instr. Pl.)
bhṛśam
heftig, beständig (Adv.)
ardyamānān
die Bedrängten (Akk. Pl. Part. Präs. Pass.)
deva-ṛṣi-tiryak-nṛṣu
unter Göttern, Weisen, Tieren und Menschen (Lok. Pl.)
nityaḥ eva
beständig, immerfort (Adv.)
kṛta-avatāraḥ
herabgestiegen als Inkarnation (Nom. Sg.)
tanubhiḥ
mit [verschiedenen] Gestalten (Instr. Pl.)
sva-māyayā
durch seine eigene [Schöpfungs-]Kraft (Instr. Sg.)
kṛtvā ātmasāt
zu den Seinigen machend (Absolutiv)
pāti
beschützt (3. Sg. Präs.)
yuge yuge
in jedem Zeitalter (Lok. Sg. wiederholt)
ca
und (Konjunktion)
tam eva devam
eben jenen Gott (Akk. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
ātma-daivatam
die Gottheit des Selbst [aller Wesen] (Akk. Sg.)
param
den Höchsten (Akk. Sg.)
pradhānam
den Urgrund, die Urursache (Akk. Sg.)
puruṣam
die [höchste] Person (Akk. Sg.)
viśvam anyam
der vom Universum verschieden ist (Akk. Sg.)
vrajāma
wir wollen gehen (1. Pl. Präs./Opt.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
śaraṇam
zur Zuflucht (Akk. Sg.)
śaraṇyam
der würdig ist, Zuflucht zu gewähren (Akk. Sg.)
svānām
den Seinigen (Gen. Pl.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
dhāsyati
wird gewähren, verleihen (3. Sg. Fut.)
śam
Wohlergehen, Glück (Akk. Sg.)
mahā-ātmā
die große Seele (Nom. Sg.)

śrī-śukaḥ uvāca iti teṣāṁ mahārāja surāṇām upatiṣṭhatām pratīcyāṁ diśy abhūd āviḥ śaṅkha-cakra-gadā-dharaḥ

Śrī Śuka sprach: So, o großer König, während die Götter [ihn] verehrten, erschien in westlicher Richtung sichtbar [der Herr], der Muschelhorn, Diskus und Keule trägt.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva Gosvāmī sprach (3. Sg. Perf.)
iti
so (Partikel)
teṣām
während sie, von ihnen (Gen. Pl.)
mahārāja
o großer König (Vok. Sg.)
surāṇām
der Götter (Gen. Pl.)
upatiṣṭhatām
die verehrten, anbeteten (Gen. Pl. Part. Präs.)
pratīcyām diśi
in westlicher Richtung (Lok. Sg.)
abhūt āviḥ
erschien sichtbar, offenbarte sich (3. Sg. Imperf.)
śaṅkha-cakra-gadā-dharaḥ
der Träger von Muschelhorn, Diskus und Keule (Nom. Sg.)

ātma-tulyaiḥ ṣoḍaśabhir vinā śrīvatsa-kaustubhau paryupāsitam unnidra- śarad-amburuhekṣaṇam dṛṣṭvā tam avanau sarva īkṣaṇāhlāda-viklavāḥ daṇḍavat patitā rājañ chanair utthāya tuṣṭuvuḥ

[Ihn], der von sechzehn ihm selbst gleichenden [Dienern] umgeben war – nur ohne das Śrīvatsa-Zeichen und den Kaustubha-Edelstein [an ihnen] –, mit Augen wie aufgeblühte Lotusblüten des Herbstes, erblickten alle, o König, und fielen, überwältigt von der Freude des bloßen Anblicks, wie ein Stab [ausgestreckt] zu Boden; und langsam sich erhebend, priesen sie ihn.

Wort für Wort
ātma-tulyaiḥ
ihm selbst gleichenden (Instr. Pl.)
ṣoḍaśabhiḥ
von sechzehn [Dienern] (Instr. Pl.)
vinā
außer, ohne (Postposition)
śrīvatsa-kaustubhau
das Śrīvatsa-Zeichen und den Kaustubha-Edelstein (Akk. Du.)
paryupāsitam
allseits umgeben, verehrt (Akk. Sg. Part. Perf. Pass.)
unnidra-śarat-amburuha-īkṣaṇam
mit Augen wie aufgeblühte Herbst-Lotusblüten (Akk. Sg.)
dṛṣṭvā
erblickend (Absolutiv)
tam
ihn (Akk. Sg.)
avanau
auf dem Boden (Lok. Sg.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
īkṣaṇa-āhlāda-viklavāḥ
überwältigt von der Freude des [bloßen] Anblicks (Nom. Pl.)
daṇḍa-vat
wie ein Stab [ausgestreckt] (Adv.)
patitāḥ
fielen nieder (Nom. Pl. Part. Perf.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
śanaiḥ
langsam (Adv.)
utthāya
sich erhebend (Absolutiv)
tuṣṭuvuḥ
priesen, lobsangen (3. Pl. Perf.)

śrī-devā ūcuḥ namas te yajña-vīryāya vayase uta te namaḥ namas te hy asta-cakrāya namaḥ supuru-hūtaye

Die Götter sprachen: Verehrung dir, der du die Kraft des Opfers bist; und Verehrung dir, der du [zugleich] die Zeit bist; Verehrung dir fürwahr, der du den Diskus schleuderst; Verehrung [dir], der du unter vielfältigen [heiligen] Namen angerufen wirst.

Wort für Wort
śrī-devāḥ ūcuḥ
die Götter sprachen (3. Pl. Perf.)
namaḥ
Verehrung (Nom. Sg. Neutr., indekl. Ausruf)
te
dir (Dat. Sg.)
yajña-vīryāya
dem, der die Kraft des Opfers ist (Dat. Sg.)
vayase
dem, der die Zeit ist (Dat. Sg.)
uta
und (Konjunktion)
te namaḥ
dir Verehrung (Dat. Sg. + Ausruf)
namaḥ te
Verehrung dir (Ausruf + Dat. Sg.)
hi
fürwahr (Partikel)
asta-cakrāya
dem, der den Diskus schleudert (Dat. Sg.)
namaḥ
Verehrung (Ausruf)
supuru-hūtaye
dem, der mit vielfältigen [heiligen] Namen angerufen wird (Dat. Sg.)

yat te gatīnāṁ tisṛṇām īśituḥ paramaṁ padam nārvācīno visargasya dhātar veditum arhati

Dein höchster Ort, o Gebieter der drei Daseinsbereiche, den vermag keiner, der [erst] nach der Schöpfung entstanden ist, zu erkennen, o Ordner der Schöpfung.

Wort für Wort
yat
welches (Nom. Sg. Neutr.)
te
dein (Gen. Sg.)
gatīnām tisṛṇām
der drei Daseinsbereiche/Wege (Gen. Pl.)
īśituḥ
von dir, dem Gebieter (Gen. Sg.)
paramam padam
der höchste Ort, Zustand (Nom. Sg. Neutr.)
na
nicht (Negation)
arvācīnaḥ
ein [zeitlich] Späterer, [erst] nach der Schöpfung Entstandener (Nom. Sg.)
visargasya
der Schöpfung (Gen. Sg.)
dhātaḥ
o Ordner, Schöpfer (Vok. Sg.)
veditum arhati
vermag zu erkennen (Infinitiv + 3. Sg. Präs.)

oṁ namas te 'stu bhagavan nārāyaṇa vāsudevādi-puruṣa mahā-puruṣa mahānubhāva parama-maṅgala parama-kalyāṇa parama-kāruṇika kevala jagad-ādhāra lokaika-nātha sarveśvara lakṣmī-nātha paramahaṁsa-parivrājakaiḥ parameṇātma-yoga-samādhinā paribhāvita-parisphuṭa-pāramahaṁsya-dharmeṇodghāṭita-tamaḥ-kapāṭa-dvāre citte 'pāvṛta ātma-loke svayam upalabdha-nija-sukhānubhavo bhavān.

Oṃ, Verehrung sei dir, o Erhabener, Nārāyaṇa, Vāsudeva, Urperson, große Person, von großer Erhabenheit, höchst Heilbringender, höchst Verheißungsvoller, höchst Mitfühlender, Alleiniger, Stütze der Welt, alleiniger Herr der Welten, Herrscher über alles, Gemahl der Lakṣmī – du, dessen eigene Erfahrung der [innewohnenden] Glückseligkeit du selbst unmittelbar in der Welt des Selbst erfährst, [dort, wo] durch die höchste, in Ātma-Yoga versenkte Sammlung, durch die vollkommen geläuterte und klar offenbarte Lehre der Paramahaṁsas, [wie sie] von den höchsten, überall wandernden Entsagten [geübt wird], die Türflügel der Finsternis aufgestoßen sind – im [so] enthüllten Geist.

Wort für Wort
om
Oṃ (heilige Silbe)
namaḥ
Verehrung (Ausruf)
te
dir (Dat. Sg.)
astu
sei (3. Sg. Imp.)
bhagavan
o Erhabener (Vok. Sg.)
nārāyaṇa
o Nārāyaṇa (Vok. Sg.)
vāsudeva
o Vāsudeva (Vok. Sg.)
ādi-puruṣa
o Urperson (Vok. Sg.)
mahā-puruṣa
o große Person (Vok. Sg.)
mahā-anubhāva
o von großer Erhabenheit (Vok. Sg.)
parama-maṅgala
o höchst Heilbringender (Vok. Sg.)
parama-kalyāṇa
o höchst Verheißungsvoller (Vok. Sg.)
parama-kāruṇika
o höchst Mitfühlender (Vok. Sg.)
kevala
o Alleiniger (Vok. Sg.)
jagat-ādhāra
o Stütze der Welt (Vok. Sg.)
loka-eka-nātha
o alleiniger Herr der Welten (Vok. Sg.)
sarva-īśvara
o Herrscher über alles (Vok. Sg.)
lakṣmī-nātha
o Gemahl der Lakṣmī (Vok. Sg.)
paramahaṁsa-parivrājakaiḥ
von den höchsten, überall wandernden Entsagten (Instr. Pl.)
parameṇa
durch die höchste (Instr. Sg.)
ātma-yoga-samādhinā
in Ātma-Yoga versenkte Sammlung (Instr. Sg.)
paribhāvita
vollkommen geläutert (Kompositionsglied)
parisphuṭa
klar offenbart (Kompositionsglied)
pāramahaṁsya-dharmeṇa
durch die Lehre/Übung der Paramahaṁsas (Instr. Sg.)
udghāṭita-tamaḥ-kapāṭa-dvāre
an dem [Ort, wo] die Türflügel der Finsternis aufgestoßen sind (Lok. Sg.)
citte
im Geist, im Herzen (Lok. Sg.)
apāvṛte
im enthüllten, geöffneten (Lok. Sg.)
ātma-loke
in der Welt des Selbst (Lok. Sg.)
svayam
selbst, persönlich (Adv.)
upalabdha-nija-sukha-anubhavaḥ
dessen eigene Erfahrung der [innewohnenden] Glückseligkeit unmittelbar erlangt wird (Nom. Sg.)
bhavān
du, Herr (Nom. Sg. Höflichkeitsform)

[?] Sehr komplexe, mehrfach geschachtelte Prosa-Vokativ-Kette; die Satzstruktur (worauf sich 'bhavān' genau syntaktisch bezieht) ist mehrdeutig, hier nach plausibelster Lesart wiedergegeben.

duravabodha iva tavāyaṁ vihāra-yogo yad aśaraṇo 'śarīra idam anavekṣitāsmat-samavāya ātmanaivāvikriyamāṇena saguṇam aguṇaḥ sṛjasi pāsi harasi.

Schwer verständlich gleichsam ist dieses dein [schöpferisches] Spiel, da du, ohne [jede] Abhängigkeit, ohne [materiellen] Körper, ohne auf unsere Mitwirkung angewiesen zu sein, allein durch dich selbst, [dabei] unverändert bleibend, [die Welt,] die mit den Erscheinungsweisen [der Natur] behaftet ist, erschaffst, erhältst und vernichtest, obwohl du selbst ohne [diese] Erscheinungsweisen bist.

Wort für Wort
duravabodhaḥ iva
gleichsam schwer verständlich (Nom. Sg.)
tava
dein (Gen. Sg.)
ayam
dies (Nom. Sg.)
vihāra-yogaḥ
dieses [schöpferische] Spiel, Wirken (Nom. Sg.)
yat
da, weil (Konjunktion)
aśaraṇaḥ
ohne [jede] Stütze, Abhängigkeit (Nom. Sg.)
aśarīraḥ
ohne [materiellen] Körper (Nom. Sg.)
idam
dies (Akk. Sg. Neutr.)
anavekṣita-asmat-samavāyaḥ
ohne Rücksicht auf unsere Mitwirkung (Nom. Sg.)
ātmanā eva
durch dich selbst allein (Instr. Sg.)
avikriyamāṇena
unverändert bleibend (Instr. Sg. Part. Präs. Pass.)
sa-guṇam
das mit den Erscheinungsweisen Behaftete (Akk. Sg. Neutr.)
aguṇaḥ
obwohl ohne [materielle] Erscheinungsweisen (Nom. Sg.)
sṛjasi
du erschaffst (2. Sg. Präs.)
pāsi
du erhältst (2. Sg. Präs.)
harasi
du vernichtest (2. Sg. Präs.)

atha tatra bhavān kiṁ devadattavad iha guṇa-visarga-patitaḥ pāratantryeṇa sva-kṛta-kuśalākuśalaṁ phalam upādadāty āhosvid ātmārāma upaśama-śīlaḥ samañjasa-darśana udāsta iti ha vāva na vidāmaḥ

Nun, ob du dabei, wie ein [gewöhnlicher Mensch namens] Devadatta, in diese [Welt der] Erscheinungsweisen gefallen, durch Abhängigkeit [von Ort, Zeit und Handlung] die Frucht des selbst verursachten Guten und Schlechten annimmst, oder ob du, in dir selbst ruhend, von gestillter Wesensart, mit ungetrübter Erkenntnis, [bloß als Zeuge] verharrst – das wissen wir fürwahr nicht.

Wort für Wort
atha tatra
nun, dabei (Adv.)
bhavān
du, Herr (Nom. Sg.)
kim
ob (Fragepartikel)
devadatta-vat
wie ein [gewöhnlicher Mensch namens] Devadatta (Adv.)
iha
hier, in dieser Welt (Adv.)
guṇa-visarga-patitaḥ
in die [materielle] Schöpfung der Erscheinungsweisen gefallen (Nom. Sg.)
pāratantryeṇa
durch Abhängigkeit [von Zeit, Ort, Handlung, Natur] (Instr. Sg.)
sva-kṛta-kuśala-akuśalam phalam
die Frucht des selbst verursachten Guten und Schlechten (Akk. Sg.)
upādadāti
annimmst, empfängst (2./3. Sg. Präs.)
āhosvit
oder ob (Konjunktion)
ātma-ārāmaḥ
in dir selbst ruhend, erfreut (Nom. Sg.)
upaśama-śīlaḥ
von gestillter, zurückhaltender Wesensart (Nom. Sg.)
samañjasa-darśanaḥ
dessen Erkenntnis ungetrübt, vollkommen ist (Nom. Sg.)
udāste
verharrst [als Zeuge], bleibst gleichmütig (2./3. Sg. Präs. Med.)
iti
so (Partikel)
ha vāva
fürwahr (Partikel)
na vidāmaḥ
wissen wir nicht (1. Pl. Präs.)

na hi virodha ubhayaṁ bhagavaty aparimita-guṇa-gaṇa īśvare 'navagāhya-māhātmye 'rvācīna-vikalpa-vitarka-vicāra-pramāṇābhāsa-kutarka-śāstra-kalilāntaḥkaraṇāśraya-duravagraha-vādināṁ vivādānavasara uparata-samasta-māyāmaye kevala evātma-māyām antardhāya ko nv artho durghaṭa iva bhavati svarūpa-dvayābhāvāt.

Fürwahr, es besteht kein Widerspruch [darin, dass] beides [wahr sei] im Erhabenen, dem Herrscher mit unbegrenzten Scharen von Eigenschaften, dessen Größe unauslotbar ist – [er, der] jenseits des Streitbereichs derer [steht], deren Verstand von neumodischen Zweifeln, Streitreden, Erwägungen, scheinbaren Beweisgründen und nichtigen Schlussfolgerungen aus [unmaßgeblichen] Lehrschriften getrübt ist und die eigensinnig an ihren Behauptungen festhalten; [er, in dem] alle Wirkung der Māyā zur Ruhe gekommen ist – einzig weil du, der Alleinige, deine eigene [Schöpfungs-]Māyā verbirgst, erscheint das, was unmöglich scheint, [in Wahrheit] als keine Schwierigkeit, da es [in dir] keine zwei [gegensätzlichen] Wesensnaturen gibt.

Wort für Wort
na hi
fürwahr nicht, gewiss nicht (Negation + Partikel)
virodhaḥ
Widerspruch (Nom. Sg.)
ubhayam
beides (Nom. Sg. Neutr.)
bhagavati
im Erhabenen (Lok. Sg.)
aparimita-guṇa-gaṇe
dessen Scharen von Eigenschaften unbegrenzt sind (Lok. Sg.)
īśvare
im Herrscher (Lok. Sg.)
anavagāhya-māhātmye
dessen Größe unauslotbar ist (Lok. Sg.)
arvācīna-vikalpa-vitarka-vicāra-pramāṇa-ābhāsa-kutarka-śāstra-kalila-antaḥkaraṇa-āśraya-duravagraha-vādinām
derer, deren Verstand von neumodischen Zweifeln, Streitreden, Erwägungen, scheinbaren Beweisgründen und nichtigen Schlussfolgerungen aus [unmaßgeblichen] Lehrschriften getrübt ist und die eigensinnig an ihren Behauptungen festhalten (Gen. Pl.)
vivāda-anavasare
außerhalb des Streitbereichs (Lok. Sg.)
uparata-samasta-māyāmaye
[in dem] alle Wirkung der Māyā zur Ruhe gekommen ist (Lok. Sg.)
kevale eva
einzig im Alleinigen (Lok. Sg.)
ātma-māyām
die eigene [Schöpfungs-]Māyā (Akk. Sg.)
antardhāya
verbergend (Absolutiv)
kaḥ nu
was denn, welche (Fragepartikel + Nom. Sg.)
arthaḥ
Sache, Bedeutung (Nom. Sg.)
durghaṭaḥ iva
gleichsam unmöglich, schwierig (Nom. Sg.)
bhavati
ist, wird (3. Sg. Präs.)
svarūpa-dvaya-abhāvāt
wegen des Fehlens zweier [gegensätzlicher] Wesensnaturen (Abl. Sg.)

[?] Sehr komplexer philosophischer Prosasatz mit mehrfachen Komposita; Übersetzung folgt der plausibelsten grammatischen Analyse.

sama-viṣama-matīnāṁ matam anusarasi yathā rajju-khaṇḍaḥ sarpādi-dhiyām.

Du folgst der jeweiligen Auffassung derer, deren Urteil richtig oder unrichtig ist, so wie ein Stück Seil [sich zeigt] gemäß der Vorstellung derer, die es für eine Schlange oder dergleichen halten.

Wort für Wort
sama-viṣama-matīnām
derer, deren Urteil richtig oder unrichtig ist (Gen. Pl.)
matam
die Auffassung, Meinung (Akk. Sg.)
anusarasi
du folgst [ihr] entsprechend (2. Sg. Präs.)
yathā
so wie (Partikel)
rajju-khaṇḍaḥ
ein Stück Seil (Nom. Sg.)
sarpa-ādi-dhiyām
für die, die es für eine Schlange u. dgl. halten (Gen. Pl.)

sa eva hi punaḥ sarva-vastuni vastu-svarūpaḥ sarveśvaraḥ sakala-jagat-kāraṇa-kāraṇa-bhūtaḥ sarva-pratyag-ātmatvāt sarva-guṇābhāsopalakṣita eka eva paryavaśeṣitaḥ.

Eben er ist wiederum fürwahr in jedem Ding dessen [wahre] Wesensnatur, der Herrscher über alles, die Ursache der Ursache der gesamten Welt; weil er das im Innern eines jeden [Wesens] wohnende Selbst ist, [nur] erkennbar am Abglanz aller [materiellen] Erscheinungsweisen, bleibt am Ende er allein übrig.

Wort für Wort
saḥ eva hi punaḥ
eben er wiederum fürwahr (Nom. Sg. + Partikeln)
sarva-vastuni
in jedem Ding (Lok. Sg.)
vastu-svarūpaḥ
die [wahre] Wesensnatur des Dings (Nom. Sg.)
sarva-īśvaraḥ
der Herrscher über alles (Nom. Sg.)
sakala-jagat-kāraṇa-kāraṇa-bhūtaḥ
die Ursache der Ursache der gesamten Welt (Nom. Sg.)
sarva-pratyak-ātmatvāt
weil er das im Innern jedes [Wesens] wohnende Selbst ist (Abl. Sg.)
sarva-guṇa-ābhāsa-upalakṣitaḥ
erkennbar am Abglanz aller [materiellen] Erscheinungsweisen (Nom. Sg.)
ekaḥ eva
er allein (Nom. Sg.)
paryavaśeṣitaḥ
bleibt übrig, verbleibt (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)

atha ha vāva tava mahimāmṛta-rasa-samudra-vipruṣā sakṛd avalīḍhayā sva-manasi niṣyandamānānavarata-sukhena vismārita-dṛṣṭa-śruta-viṣaya-sukha-leśābhāsāḥ parama-bhāgavatā ekāntino bhagavati sarva-bhūta-priya-suhṛdi sarvātmani nitarāṁ nirantaraṁ nirvṛta-manasaḥ katham u ha vā ete madhumathana punaḥ svārtha-kuśalā hy ātma-priya-suhṛdaḥ sādhavas tvac-caraṇāmbujānusevāṁ visṛjanti na yatra punar ayaṁ saṁsāra-paryāvartaḥ.

Nun, wie sollten fürwahr diese Heiligen, die höchsten, ausschließlich [dir ergebenen] Geweihten, deren Geist – durch das beständig strömende, ununterbrochene Glück, [das entsteht,] wenn nur einmal ein Tröpfchen aus dem Nektar-Ozean deiner Herrlichkeit im eigenen Geist gekostet wurde – selbst den geringen Abglanz des durch Sehen und Hören [vermittelten] weltlichen Glücks vergessen hat, die gegenüber dem Erhabenen, dem allen Wesen liebsten Freund, dem Selbst von allem, gänzlich und ununterbrochen befriedeten Geistes sind – wie, o Madhu-Bezwinger, sollten diese, die fürwahr kundig im [wahren] Eigennutz sind, die dich als Selbst, Liebsten und Freund angenommen haben, den Dienst an deinen Lotosfüßen je aufgeben, wo es doch, [einmal dorthin gelangt,] keine Wiederkehr in diesen Kreislauf der [bedingten] Existenz mehr gibt?

Wort für Wort
atha ha vāva
nun, fürwahr (Partikeln)
tava mahima-amṛta-rasa-samudra-vipruṣā
durch ein Tröpfchen aus dem Nektar-Ozean deiner Herrlichkeit (Instr. Sg.)
sakṛt
nur einmal (Adv.)
avalīḍhayā
gekostet (Instr. Sg. Part. Perf. Pass.)
sva-manasi
im eigenen Geist (Lok. Sg.)
niṣyandamāna-anavarata-sukhena
durch das beständig strömende, ununterbrochene Glück (Instr. Sg.)
vismārita-dṛṣṭa-śruta-viṣaya-sukha-leśa-ābhāsāḥ
die den geringen Abglanz des durch Sehen und Hören [vermittelten] weltlichen Glücks vergessen haben (Nom. Pl.)
parama-bhāgavatāḥ
die höchsten Geweihten (Nom. Pl.)
ekāntinaḥ
die ausschließlich [dir] Ergebenen (Nom. Pl.)
bhagavati
gegenüber dem Erhabenen (Lok. Sg.)
sarva-bhūta-priya-suhṛdi
dem allen Wesen liebsten Freund (Lok. Sg.)
sarva-ātmani
dem Selbst von allem (Lok. Sg.)
nitarām nirantaram
gänzlich und ununterbrochen (Adv.)
nirvṛta-manasaḥ
deren Geist befriedet ist (Nom. Pl.)
katham u ha vā
wie denn fürwahr (Fragepartikeln)
ete
diese (Nom. Pl.)
madhu-mathana
o Madhu-Bezwinger (Vok. Sg.)
punaḥ
wieder, je (Adv.)
sva-artha-kuśalāḥ
die kundig im [wahren] Eigennutz sind (Nom. Pl.)
hi
fürwahr (Partikel)
ātma-priya-suhṛdaḥ
die [dich] als Selbst, Liebsten und Freund [angenommen haben] (Nom. Pl.)
sādhavaḥ
die Heiligen (Nom. Pl.)
tvat-caraṇa-ambuja-anusevām
den Dienst an deinen Lotosfüßen (Akk. Sg.)
visṛjanti
geben auf (3. Pl. Präs.)
na
nicht (Negation)
yatra
wo (Adv.)
punaḥ
wieder (Adv.)
ayam
dieser (Nom. Sg.)
saṁsāra-paryāvartaḥ
Kreislauf der [bedingten] Existenz, Wiederkehr (Nom. Sg.)

tri-bhuvanātma-bhavana trivikrama tri-nayana tri-loka-manoharānubhāva tavaiva vibhūtayo ditija-danujādayaś cāpi teṣām upakrama-samayo 'yam iti svātma-māyayā sura-nara-mṛga-miśrita-jalacarākṛtibhir yathāparādhaṁ daṇḍaṁ daṇḍa-dhara dadhartha evam enam api bhagavañ jahi tvāṣṭram uta yadi manyase.

O Wohnstatt des Selbst der drei Welten, o [du, der du sie] in drei Schritten [durchmissest], o Dreiäugiger, o [du, dessen] Erscheinung die drei Welten bezaubert – allein deine [Erscheinungs-]Formen sind auch die Söhne der Diti, die Dānavas und die übrigen [Dämonen]; mit dem Gedanken 'dies ist ihre Zeit [zu handeln]', hast du durch deine eigene [Schöpfungs-]Kraft, in Gestalten von Göttern, Menschen, Tieren, Mischwesen und Wasserbewohnern, entsprechend dem [jeweiligen] Vergehen die Strafe verhängt, o Träger der Strafe. So töte, o Erhabener, wenn du es für richtig hältst, wohlan auch diesen Sohn Tvaṣṭās.

Wort für Wort
tri-bhuvana-ātma-bhavana
o Wohnstatt des Selbst der drei Welten (Vok. Sg.)
tri-vikrama
o [du, der du] in drei Schritten [die Welten durchmisst] (Vok. Sg.)
tri-nayana
o Dreiäugiger (Vok. Sg.)
tri-loka-manohara-anubhāva
o [du, dessen] Erscheinung die drei Welten bezaubert (Vok. Sg.)
tava eva
allein deine (Gen. Sg.)
vibhūtayaḥ
[Erscheinungs-]Formen, Machtentfaltungen (Nom. Pl.)
ditija-danuja-ādayaḥ
die Söhne der Diti, die Dānavas und die übrigen (Nom. Pl.)
ca api
und auch (Konjunktion)
teṣām
für sie (Gen. Pl.)
upakrama-samayaḥ ayam
dies [sei] die Zeit des Vorgehens (Nom. Sg.)
iti
[mit dem Gedanken] (Partikel)
sva-ātma-māyayā
durch deine eigene [Schöpfungs-]Kraft (Instr. Sg.)
sura-nara-mṛga-miśrita-jalacara-ākṛtibhiḥ
mit Gestalten von Göttern, Menschen, Tieren, Mischwesen und Wasserbewohnern (Instr. Pl.)
yathā-aparādham
entsprechend dem [jeweiligen] Vergehen (Adv.)
daṇḍam
Strafe (Akk. Sg.)
daṇḍa-dhara
o Träger der Strafe (Vok. Sg.)
dadhartha
du hast verhängt, auferlegt (2. Sg. Perf.)
evam
ebenso, so (Adv.)
enam api
auch diesen (Akk. Sg.)
bhagavan
o Erhabener (Vok. Sg.)
jahi
töte (2. Sg. Imp.)
tvāṣṭram
den Sohn Tvaṣṭās (Akk. Sg.)
uta
wohlan (Partikel)
yadi manyase
wenn du [es für richtig] hältst (2. Sg. Präs. Med.)

asmākaṁ tāvakānāṁ tatatata natānāṁ hare tava caraṇa-nalina-yugala-dhyānānubaddha-hṛdaya-nigaḍānāṁ sva-liṅga-vivaraṇenātmasāt-kṛtānām anukampānurañjita-viśada-rucira-śiśira-smitāvalokena vigalita-madhura-mukha-rasāmṛta-kalayā cāntas tāpam anaghārhasi śamayitum.

O Urahn, o Hari, du mögest, o Makelloser, die innere Qual von uns stillen, die dir gehören, die wir uns [vor dir] verneigen, deren Herzen durch Meditation auf dein Lotosfuß-Paar wie mit Ketten gebunden sind, die du durch das Offenbaren deiner eigenen [göttlichen] Gestalt dir zu eigen gemacht hast – [stille sie] durch den von Mitgefühl gefärbten, klaren, anmutigen, kühlenden Blick deines Lächelns und durch den Tropfen des süßen Nektar-Safts, der aus deinem Mund herabträufelt.

Wort für Wort
asmākam
unser (Gen. Pl.)
tāvakānām
derer, die dir gehören (Gen. Pl.)
tata-tata
o Urahn, Großvater der Väter (Vok. Sg.)
natānām
die [wir] uns verneigen (Gen. Pl. Part. Perf. Pass.)
hare
o Hari (Vok. Sg.)
tava caraṇa-nalina-yugala-dhyāna-anubaddha-hṛdaya-nigaḍānām
derer, deren Herzen durch Meditation auf dein Lotosfuß-Paar wie mit Ketten gebunden sind (Gen. Pl.)
sva-liṅga-vivaraṇena
durch das Offenbaren deiner eigenen [göttlichen] Gestalt (Instr. Sg.)
ātmasāt-kṛtānām
derer, die [du] dir zu eigen gemacht hast (Gen. Pl.)
anukampā-anurañjita-viśada-rucira-śiśira-smita-avalokena
durch den von Mitgefühl gefärbten, klaren, anmutigen, kühlenden Blick des Lächelns (Instr. Sg.)
vigalita-madhura-mukha-rasa-amṛta-kalayā
durch den Tropfen des süßen, aus deinem Mund herabträufelnden Nektar-Safts (Instr. Sg.)
ca
und (Konjunktion)
antaḥ tāpam
die innere Qual (Akk. Sg.)
anagha
o Makelloser (Vok. Sg.)
arhasi
du mögest, bist würdig (2. Sg. Präs.)
śamayitum
zu stillen, zu besänftigen (Infinitiv)

atha bhagavaṁs tavāsmābhir akhila-jagad-utpatti-sthiti-laya-nimittāyamāna-divya-māyā-vinodasya sakala-jīva-nikāyānām antar-hṛdayeṣu bahir api ca brahma-pratyag-ātma-svarūpeṇa pradhāna-rūpeṇa ca yathā-deśa-kāla-dehāvasthāna-viśeṣaṁ tad-upādānopalambhakatayānubhavataḥ sarva-pratyaya-sākṣiṇa ākāśa-śarīrasya sākṣāt para-brahmaṇaḥ paramātmanaḥ kiyān iha vārtha-viśeṣo vijñāpanīyaḥ syād visphuliṅgādibhir iva hiraṇya-retasaḥ.

Nun, o Erhabener, welche besondere Sache gäbe es hier wohl, dir mitzuteilen, der du zum Anlass der Entstehung, des Bestehens und der Auflösung der gesamten Welt wirst als [dein] göttliches Spiel der Māyā, der du im Innersten der Herzen aller Scharen von Lebewesen wie auch äußerlich, in [deiner] Gestalt als das [unpersönliche] Brahman und zugleich als das im Innern zurückgewandte Selbst sowie in Gestalt der Urmaterie, entsprechend den jeweiligen Besonderheiten von Ort, Zeit und Körperzustand, als deren materielle Ursache wahrgenommen, [alles] erfährst – der du der Zeuge allen Wahrnehmens bist, dessen Leib der [ganze] Raum ist, der du unmittelbar das höchste Brahman, die höchste Seele bist – so wie [man] dem Ursprung des Feuers [nicht erst] von seinen Funken [zu berichten braucht]?

Wort für Wort
atha
nun (Adv.)
bhagavan
o Erhabener (Vok. Sg.)
tava
dir, von dir (Gen. Sg.)
asmābhiḥ
von uns (Instr. Pl.)
akhila-jagat-utpatti-sthiti-laya-nimittāyamāna-divya-māyā-vinodasya
dessen göttliches Spiel der Māyā zum Anlass der Entstehung, des Bestehens und der Auflösung der gesamten Welt wird (Gen. Sg.)
sakala-jīva-nikāyānām
aller Scharen von Lebewesen (Gen. Pl.)
antar-hṛdayeṣu
im Innersten der Herzen (Lok. Pl.)
bahiḥ api ca
und auch äußerlich (Adv.)
brahma-pratyak-ātma-svarūpeṇa
in Gestalt als das [unpersönliche] Brahman und das im Innern zurückgewandte Selbst (Instr. Sg.)
pradhāna-rūpeṇa
in Gestalt der Urmaterie (Instr. Sg.)
ca
und (Konjunktion)
yathā-deśa-kāla-deha-avasthāna-viśeṣam
entsprechend den jeweiligen Besonderheiten von Ort, Zeit und Körperzustand (Akk. Sg.)
tat-upādāna-upalambhakatayā
als deren materielle Ursache wahrgenommen (Instr. Sg. Abstr.)
anubhavataḥ
der [alles] erfährt (Gen. Sg. Part. Präs.)
sarva-pratyaya-sākṣiṇaḥ
des Zeugen allen Wahrnehmens (Gen. Sg.)
ākāśa-śarīrasya
dessen Leib der [ganze] Raum ist (Gen. Sg.)
sākṣāt
unmittelbar (Adv.)
para-brahmaṇaḥ
des höchsten Brahman (Gen. Sg.)
paramātmanaḥ
der höchsten Seele (Gen. Sg.)
kiyān
welche, wie viel (Nom. Sg.)
iha
hier (Adv.)
vā
wohl, oder (Partikel)
artha-viśeṣaḥ
besondere Sache, Angelegenheit (Nom. Sg.)
vijñāpanīyaḥ
mitzuteilen(d) (Nom. Sg. Gerundiv)
syāt
gäbe es, möge sein (3. Sg. Opt.)
visphuliṅga-ādibhiḥ iva
so wie durch [Berichten von] Funken u. dgl. (Instr. Pl. + Partikel)
hiraṇya-retasaḥ
dem Ursprung des Feuers (Gen. Sg.)

[?] Sehr langer, mehrfach verschachtelter philosophischer Satz; Übersetzung folgt plausibelster Analyse der Genitiv-Kette.

ata eva svayaṁ tad upakalpayāsmākaṁ bhagavataḥ parama-guros tava caraṇa-śata-palāśac-chāyāṁ vividha-vṛjina-saṁsāra-pariśramopaśamanīm upasṛtānāṁ vayaṁ yat-kāmenopasāditāḥ.

Eben deshalb gewähre du selbst uns, dem Erhabenen, dem höchsten Lehrer, den Schatten deiner hundertblättrigen Lotosfüße, der die mannigfache Mühsal des gefahrvollen Daseinskreislaufs stillt – uns, die wir [bei dir] Zuflucht gesucht haben, [und] die eben durch das Verlangen danach hergeführt wurden.

Wort für Wort
ata eva
eben deshalb (Adv.)
svayam
du selbst (Adv.)
tat upakalpaya
gewähre jenes, ordne jenes an (2. Sg. Imp.)
asmākam
uns, für uns (Gen. Pl.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen. Sg.)
parama-guroḥ
des höchsten Lehrers (Gen. Sg.)
tava caraṇa-śata-palāśat-chāyām
den Schatten deiner hundertblättrigen Lotosfüße (Akk. Sg.)
vividha-vṛjina-saṁsāra-pariśrama-upaśamanīm
der die mannigfache Mühsal des gefahrvollen Daseinskreislaufs stillt (Akk. Sg.)
upasṛtānām
für [uns], die [wir dort] Zuflucht gesucht haben (Gen. Pl.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
yat-kāmena
durch dessen Verlangen (Instr. Sg.)
upasāditāḥ
hergeführt, herbeigebracht (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)

atho īśa jahi tvāṣṭraṁ grasantaṁ bhuvana-trayam grastāni yena naḥ kṛṣṇa tejāṁsy astrāyudhāni ca

So denn, o Herrscher, töte den Sohn Tvaṣṭās, der die drei Welten verschlingt, durch den, o Kṛṣṇa, unsere Kräfte sowie [unsere] Geschosse und Waffen verschlungen wurden.

Wort für Wort
atho
so denn (Partikel)
īśa
o Herrscher (Vok. Sg.)
jahi
töte (2. Sg. Imp.)
tvāṣṭram
den Sohn Tvaṣṭās (Akk. Sg.)
grasantam
der [gerade] verschlingt (Akk. Sg. Part. Präs.)
bhuvana-trayam
die drei Welten (Akk. Sg. Neutr.)
grastāni
verschlungen [wurden] (Nom. Pl. Neutr. Part. Perf. Pass.)
yena
durch den (Instr. Sg.)
naḥ
unsere (Gen. Pl.)
kṛṣṇa
o Kṛṣṇa (Vok. Sg.)
tejāṁsi
Kräfte, Energien (Nom. Pl. Neutr.)
astra-āyudhāni
Geschosse und Waffen (Nom. Pl. Neutr.)
ca
und (Konjunktion)

haṁsāya dahra-nilayāya nirīkṣakāya kṛṣṇāya mṛṣṭa-yaśase nirupakramāya sat-saṅgrahāya bhava-pāntha-nijāśramāptāv ante parīṣṭa-gataye haraye namas te

Dem Reinen, dessen Wohnstatt der Raum des Herzens ist, dem Zeugen, Kṛṣṇa, von makellosem Ruhm, dem Anfanglosen, der [nur] von den Wahrhaftigen erfasst wird, [dir, der du] für den auf dem Daseinspfad Wandernden am Ende die eigentliche Zuflucht, das ersehnte Ziel [bist] – dir, Hari, sei Verehrung.

Wort für Wort
haṁsāya
dem Reinen, dem Schwan[gleichen] (Dat. Sg.)
dahra-nilayāya
dessen Wohnstatt der Raum des Herzens ist (Dat. Sg.)
nirīkṣakāya
dem Betrachter, Zeugen (Dat. Sg.)
kṛṣṇāya
Kṛṣṇa (Dat. Sg.)
mṛṣṭa-yaśase
von makellosem Ruhm (Dat. Sg.)
nirupakramāya
dem Anfanglosen (Dat. Sg.)
sat-saṅgrahāya
der [nur] von den Wahrhaftigen erfasst wird (Dat. Sg.)
bhava-pāntha-nija-āśrama-āptau
für den Wanderer im Daseinskreislauf beim Erlangen seiner eigentlichen Zuflucht (Lok. Sg.)
ante
am Ende (Lok. Sg.)
parīṣṭa-gataye
dem, der das ersehnte Ziel [ist] (Dat. Sg.)
haraye
Hari (Dat. Sg.)
namaḥ te
Verehrung dir (Ausruf + Dat. Sg.)

śrī-śuka uvāca athaivam īḍito rājan sādaraṁ tri-daśair hariḥ svam upasthānam ākarṇya prāha tān abhinanditaḥ

Śrī Śuka sprach: So nun, o König, von den Göttern mit Ehrerbietung gepriesen, vernahm Hari das ihm dargebrachte Loblied und sprach, erfreut, zu ihnen.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva Gosvāmī sprach (3. Sg. Perf.)
atha evam
so nun (Adv.)
īḍitaḥ
gepriesen (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
sa-ādaram
mit Ehrerbietung (Adv.)
tri-daśaiḥ
von den Göttern (Instr. Pl.)
hariḥ
Hari (Nom. Sg.)
svam upasthānam
das ihm dargebrachte Loblied, die ihm dargebrachte Verehrung (Akk. Sg.)
ākarṇya
vernehmend (Absolutiv)
prāha
sprach (3. Sg. Perf.)
tān
zu ihnen (Akk. Pl.)
abhinanditaḥ
erfreut (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)

śrī-bhagavān uvāca prīto 'haṁ vaḥ sura-śreṣṭhā mad-upasthāna-vidyayā ātmaiśvarya-smṛtiḥ puṁsāṁ bhaktiś caiva yayā mayi

Der Erhabene sprach: Erfreut bin ich, o Beste der Götter, über euch, durch das Wissen des mir dargebrachten Loblieds, durch welches [Wissen] den Menschen die Erinnerung an die [wahre] Herrlichkeit des Selbst [zuteilwird], und ebenso Hingabe zu mir.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene sprach (3. Sg. Perf.)
prītaḥ aham
erfreut bin ich (Nom. Sg.)
vaḥ
über euch, von euch (Gen. Pl.)
sura-śreṣṭhāḥ
o Beste der Götter (Vok. Pl.)
mat-upasthāna-vidyayā
durch das Wissen des mir dargebrachten Loblieds (Instr. Sg.)
ātma-aiśvarya-smṛtiḥ
die Erinnerung an die [wahre] Herrlichkeit des Selbst (Nom. Sg.)
puṁsām
der Menschen (Gen. Pl.)
bhaktiḥ ca eva
und ebenso Hingabe (Nom. Sg.)
yayā
durch welche (Instr. Sg.)
mayi
zu mir, auf mich [gerichtet] (Lok. Sg.)

kiṁ durāpaṁ mayi prīte tathāpi vibudharṣabhāḥ mayy ekānta-matir nānyan matto vāñchati tattva-vit

Was wäre schwer erlangbar, wenn ich erfreut bin? Dennoch, o Beste der Weisen, wünscht sich, wer den Geist ausschließlich auf mich gerichtet hat und die Wahrheit kennt, nichts anderes als mich.

Wort für Wort
kim durāpam
was [wäre] schwer erlangbar (Nom. Sg.)
mayi prīte
wenn ich erfreut bin (Lok. Sg. absolutus)
tathāpi
dennoch (Adv.)
vibudha-ṛṣabhāḥ
o Beste der Weisen/Götter (Vok. Pl.)
mayi
auf mich (Lok. Sg.)
ekānta-matiḥ
wer den Geist ausschließlich [darauf] gerichtet hat (Nom. Sg.)
na anyat
nichts anderes (Akk. Sg. Neutr.)
mattaḥ
außer mir, von mir (Abl. Sg.)
vāñchati
wünscht sich (3. Sg. Präs.)
tattva-vit
der die Wahrheit kennt (Nom. Sg.)

na veda kṛpaṇaḥ śreya ātmano guṇa-vastu-dṛk tasya tān icchato yacched yadi so 'pi tathā-vidhaḥ

Der geistig Arme, der [nur] die Dinge der [materiellen] Erscheinungsweisen wahrnimmt, kennt nicht das [wahre] Heil der Seele; wenn man ihm, der [solche Dinge] begehrt, jene gewährt, so ist auch [der Gewährende] von derselben [törichten] Art.

Wort für Wort
na veda
kennt nicht (3. Sg. Perf.)
kṛpaṇaḥ
der geistig Arme, Armselige (Nom. Sg.)
śreyaḥ
das [wahre] Heil (Akk. Sg. Neutr.)
ātmanaḥ
der Seele (Gen. Sg.)
guṇa-vastu-dṛk
wer [nur] die Dinge der [materiellen] Erscheinungsweisen wahrnimmt (Nom. Sg.)
tasya
für ihn (Gen. Sg.)
tān
jene [Dinge] (Akk. Pl.)
icchataḥ
der [sie] begehrt (Gen. Sg. Part. Präs.)
yacchet
möge [man] gewähren (3. Sg. Opt.)
yadi
wenn (Konjunktion)
saḥ api
auch er [der Gewährende] (Nom. Sg.)
tathā-vidhaḥ
von derselben [törichten] Art (Nom. Sg.)

svayaṁ niḥśreyasaṁ vidvān na vakty ajñāya karma hi na rāti rogiṇo 'pathyaṁ vāñchato 'pi bhiṣaktamaḥ

Der [wahrhaft] Kundige des höchsten Heils lehrt den Unwissenden nicht [bloß fruchtbringendes] Handeln; denn der erfahrenste Arzt gibt dem Kranken nicht das Schädliche, auch wenn dieser es begehrt.

Wort für Wort
svayam
selbst (Adv.)
niḥśreyasam
das höchste Heil (Akk. Sg. Neutr.)
vidvān
der Kundige (Nom. Sg.)
na vakti
spricht nicht, lehrt nicht (3. Sg. Präs.)
ajñāya
dem Unwissenden (Dat. Sg.)
karma
[fruchtbringendes] Handeln (Akk. Sg. Neutr.)
hi
denn (Partikel)
na rāti
gibt nicht (3. Sg. Präs.)
rogiṇaḥ
dem Kranken (Dat. Sg.)
apathyam
das Unzuträgliche, Schädliche (Akk. Sg. Neutr.)
vāñchataḥ api
obwohl er [es] begehrt (Gen. Sg. Part. Präs.)
bhiṣak-tamaḥ
der beste, erfahrenste Arzt (Nom. Sg.)

maghavan yāta bhadraṁ vo dadhyañcam ṛṣi-sattamam vidyā-vrata-tapaḥ-sāraṁ gātraṁ yācata mā ciram

O Maghavan [Indra], geht – Heil euch! – zu Dadhyañca, dem Besten der Weisen, und erbittet ohne Verzug [seinen] Leib, die [lautere] Essenz von Wissen, Gelübde und Askese.

Wort für Wort
maghavan
o Maghavan, Indra (Vok. Sg.)
yāta
geht (2. Pl. Imp.)
bhadram vaḥ
Heil euch (Nom. Sg. Neutr. + Dat. Pl.)
dadhyañcam
zu Dadhyañca (Akk. Sg.)
ṛṣi-sat-tamam
dem Besten der [heiligen] Weisen (Akk. Sg.)
vidyā-vrata-tapaḥ-sāram
dessen [Leib] die Essenz von Wissen, Gelübde und Askese [ist] (Akk. Sg.)
gātram
[seinen] Leib (Akk. Sg.)
yācata
erbittet (2. Pl. Imp.)
mā ciram
ohne Verzug (Adv.)

sa vā adhigato dadhyaṅṅ aśvibhyāṁ brahma niṣkalam yad vā aśvaśiro nāma tayor amaratāṁ vyadhāt

Eben dieser Dadhyañca, der das reine [heilige] Wissen erlangt hatte, verlieh den beiden Aśvins, mit dem [Wissen] namens 'Aśvaśiras', Unsterblichkeit.

Wort für Wort
saḥ vā
eben dieser (Nom. Sg.)
adhigataḥ
erlangt habend (Nom. Sg. Part. Perf.)
dadhyaṅ
Dadhyañca (Nom. Sg.)
aśvibhyām
den beiden Aśvins (Dat. Du.)
brahma niṣkalam
das reine, ungeteilte [heilige] Wissen (Akk. Sg. Neutr.)
yat vā
welches (Akk. Sg. Neutr.)
aśvaśiraḥ nāma
mit Namen 'Aśvaśiras' (Nom. Sg.)
tayoḥ
für die beiden (Gen./Dat. Du.)
amaratām
Unsterblichkeit (Akk. Sg.)
vyadhāt
verlieh, bewirkte (3. Sg. Aor.)

dadhyaṅṅ ātharvaṇas tvaṣṭre varmābhedyaṁ mad-ātmakam viśvarūpāya yat prādāt tvaṣṭā yat tvam adhās tataḥ

Dadhyañca, der Sohn Atharvās, [gab] dem Tvaṣṭā die undurchdringliche Rüstung, die aus mir selbst besteht; Tvaṣṭā gab sie seinem [Sohn] Viśvarūpa, und von ihm empfingst du sie.

Wort für Wort
dadhyaṅ ātharvaṇaḥ
Dadhyañca, der Sohn Atharvās (Nom. Sg.)
tvaṣṭre
dem Tvaṣṭā (Dat. Sg.)
varma abhedyam
die undurchdringliche [Schutz-]Rüstung (Akk. Sg. Neutr.)
mat-ātmakam
die aus mir selbst besteht (Akk. Sg. Neutr.)
viśvarūpāya
seinem [Sohn] Viśvarūpa (Dat. Sg.)
yat
welche (Akk. Sg. Neutr.)
prādāt
gab, übergab (3. Sg. Aor.)
tvaṣṭā
Tvaṣṭā (Nom. Sg.)
yat
welche (Akk. Sg. Neutr.)
tvam
du (Nom. Sg.)
adhāḥ
empfingst, erhieltst (2. Sg. Imperf.)
tataḥ
von ihm, daher (Abl./Adv.)

yuṣmabhyaṁ yācito 'śvibhyāṁ dharma-jño 'ṅgāni dāsyati tatas tair āyudha-śreṣṭho viśvakarma-vinirmitaḥ yena vṛtra-śiro hartā mat-teja-upabṛṁhitaḥ

Von euch [im Verein] mit den Aśvins gebeten, wird der Kenner des Dharma [Dadhīci] seine Glieder hingeben; daraufhin [entsteht] aus jenen [Knochen] die beste der Waffen, von Viśvakarmā gefertigt und durch meine Kraft verstärkt, mit der das Haupt Vṛtras abgeschlagen werden wird.

Wort für Wort
yuṣmabhyam
von euch (Dat. Pl.)
yācitaḥ
gebeten (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
aśvibhyām
durch die Aśvins, [im Verein] mit den Aśvins (Instr. Du.)
dharma-jñaḥ
der Kenner des Dharma (Nom. Sg.)
aṅgāni
seine Glieder (Akk. Pl. Neutr.)
dāsyati
wird geben (3. Sg. Fut.)
tataḥ
daraufhin (Adv.)
taiḥ
mit jenen [Knochen] (Instr. Pl.)
āyudha-śreṣṭhaḥ
die beste der Waffen (Nom. Sg.)
viśvakarma-vinirmitaḥ
von Viśvakarmā gefertigt (Nom. Sg.)
yena
mit der, durch die (Instr. Sg.)
vṛtra-śiraḥ
das Haupt Vṛtras (Nom. Sg. Neutr.)
hartā
wird abgeschlagen, fortgenommen (Nom. Sg. Fut. Akt. Part./periphr. Fut.)
mat-tejaḥ-upabṛṁhitaḥ
durch meine Kraft verstärkt (Nom. Sg.)

tasmin vinihate yūyaṁ tejo-'strāyudha-sampadaḥ bhūyaḥ prāpsyatha bhadraṁ vo na hiṁsanti ca mat-parān

Wenn er getötet ist, werdet ihr, Heil euch, die Fülle an Kraft und an Geschossen und Waffen wiedererlangen; und [wisset:] meinen Ergebenen fügen [solche Dämonen] keinen Schaden zu.

Wort für Wort
tasmin vinihate
wenn er getötet ist (Lok. Sg. absolutus)
yūyam
ihr (Nom. Pl.)
tejaḥ-astra-āyudha-sampadaḥ
die Fülle an Kraft, Geschossen und Waffen (Akk. Pl.)
bhūyaḥ
wieder (Adv.)
prāpsyatha
werdet ihr erlangen (2. Pl. Fut.)
bhadram vaḥ
Heil euch (Nom. Sg. Neutr. + Dat. Pl.)
na hiṁsanti
sie fügen nicht Schaden zu (3. Pl. Präs.)
ca
und (Konjunktion)
mat-parān
denen, die mir ergeben sind (Akk. Pl.)

[?] Das Subjekt von 'na hiṁsanti' ist im Text nicht explizit genannt; sinngemäß auf Dämonen wie Vṛtra bzw. Feinde bezogen.

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