Śrī Śuka sprach: Von jenem Viśvarūpa gab es drei Häupter, o Bhārata (Nachkomme des Bharata) – eines zum Trinken von Soma, eines zum Trinken von Surā, eines zum Essen von Speise – so haben wir gehört.
sa vai barhiṣi devebhyo
bhāgaṁ pratyakṣam uccakaiḥ
adadad yasya pitaro
devāḥ sapraśrayaṁ nṛpa
Er, o König, gab wahrlich beim Opfer den Göttern sichtbar und mit lauter Stimme ihren Anteil – er, dessen Väter [zugleich] Götter waren – mit großer Demut.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
barhiṣi
beim Opfer(gras)/beim Opfer (Lok. Sg.)
devebhyaḥ
den Göttern (Dat. Pl.)
bhāgam
den Anteil (Akk. Sg.)
pratyakṣam
sichtbar, unmittelbar (Adv./Akk. Sg. Neutr.)
uccakaiḥ
mit lauter Stimme (Instr. Pl. Adv.)
adadat
gab (3. Sg. Imperf.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
pitaraḥ
die Väter (Nom. Pl.)
devāḥ
Götter [waren] (Nom. Pl.)
sa-praśrayam
mit großer Bescheidenheit, demütig (Adv./Akk. Sg. Neutr.)
sa eva hi dadau bhāgaṁ
parokṣam asurān prati
yajamāno 'vahad bhāgaṁ
mātṛ-sneha-vaśānugaḥ
Er selbst gab gewiss auch, im Verborgenen, den Asuras ihren Anteil; während er opferte, brachte er [ihnen] den Anteil dar, der Macht der Zuneigung zu seiner Mutter folgend.
Wort für Wort
saḥ eva hi
er selbst gewiss (Nom. Sg. + Partikeln)
dadau
gab (3. Sg. Perf.)
bhāgam
Anteil (Akk. Sg.)
parokṣam
im Verborgenen, ohne [ihr] Wissen (Adv./Akk. Sg. Neutr.)
asurān prati
an die Asuras, den Asuras gegenüber (Akk. Pl. + Postposition)
Als der Herr der Götter [Indra] diese Kränkung der Götter durch ihn, diesen Betrug am Dharma, bemerkte, schnitt er, eilig von Furcht [ergriffen] und mit Zorn, dessen Häupter ab.
Wort für Wort
tat
das, diese (Akk. Sg. Neutr.)
deva-helanam
Kränkung/Vernachlässigung der Götter (Akk. Sg. Neutr.)
tasya
von ihm, durch ihn (Gen. Sg.)
dharma-alīkam
Falschheit/Betrug am Dharma (Akk. Sg. Neutr.)
sura-īśvaraḥ
der Herr der Götter (Nom. Sg.)
ālakṣya
bemerkend, wahrnehmend (Absolutiv)
tarasā
eilig, schnell (Instr. Sg. Adv.)
bhītaḥ
erschrocken, in Furcht (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
soma-pīthaṁ tu yat tasya
śira āsīt kapiñjalaḥ
kalaviṅkaḥ surā-pītham
annādaṁ yat sa tittiriḥ
Jenes Haupt von ihm nun, das zum Trinken des Soma diente, wurde zum Kapiñjala (Frankolin-Rebhuhn); [das,] das zum Trinken der Surā [diente, wurde] zum Kalaviṅka (Sperling); und [das,] das zum Essen der Speise [diente], wurde zum Tittiri (gewöhnlichen Rebhuhn).
Wort für Wort
soma-pītham
das zum Trinken von Soma (Dienende) (Nom. Sg. Neutr.)
tu
nun, aber (Partikel)
yat
welches (Nom. Sg. Neutr.)
tasya
sein, von ihm (Gen. Sg.)
śiraḥ
Haupt (Nom. Sg. Neutr.)
āsīt
war (3. Sg. Imperf.)
kapiñjalaḥ
ein Frankolin-Rebhuhn [wurde] (Nom. Sg.)
kalaviṅkaḥ
ein Sperling [wurde] (Nom. Sg.)
surā-pītham
das zum Trinken von Surā [Dienende] (Nom. Sg. Neutr., elliptisch)
annādam
das zum Essen von Speise [Dienende] (Nom. Sg. Neutr., elliptisch)
yat
welches (Nom. Sg. Neutr.)
saḥ
das, jenes (Nom. Sg. Neutr., auf tittiri bezogen)
tittiriḥ
ein [gewöhnliches] Rebhuhn [wurde] (Nom. Sg.)
Elliptische Konstruktion: die Zuordnung Kopf→Vogel folgt der Reihenfolge im Sanskrit-Text (Gapping); [?] leicht unsicher, ob kalaviṅka zu surā-pītha oder eigenständig gehört, hier nach Standardlesart übersetzt.
brahma-hatyām añjalinā
jagrāha yad apīśvaraḥ
saṁvatsarānte tad aghaṁ
bhūtānāṁ sa viśuddhaye
bhūmy-ambu-druma-yoṣidbhyaś
caturdhā vyabhajad dhariḥ
Obwohl er mächtig war, nahm er [Indra] den Brahmanenmord mit gefalteten Händen [ehrerbietig] auf sich; am Ende eines Jahres verteilte Hari [Indra] zur Reinigung jene Sünde der Wesen/Elemente vierfach auf Erde, Wasser, Bäume und Frauen.
Wort für Wort
brahma-hatyām
den Brahmanenmord, die Sünde der Brahmanentötung (Akk. Sg.)
añjalinā
mit gefalteten Händen (Instr. Sg.)
jagrāha
nahm auf sich, empfing (3. Sg. Perf.)
yat api
obwohl (Konjunktion)
īśvaraḥ
der Mächtige, Herrscher (Nom. Sg.)
saṁvatsara-ante
am Ende eines Jahres (Lok. Sg.)
tat agham
jene Sünde, jenes Übel (Akk. Sg. Neutr.)
bhūtānām
der Wesen/Elemente (Gen. Pl.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
viśuddhaye
zur Reinigung (Dat. Sg.)
bhūmi
Erde (Kompositionsglied)
ambu
Wasser (Kompositionsglied)
druma
Bäume (Kompositionsglied)
yoṣidbhyaḥ
und den Frauen (Dat. Pl.)
caturdhā
vierfach (Adv.)
vyabhajat
verteilte (3. Sg. Imperf.)
hariḥ
Hari [hier: Indra] (Nom. Sg.)
Epitheton 'hariḥ' wird hier laut Glosse auf Indra bezogen, nicht auf Viṣṇu.
bhūmis turīyaṁ jagrāha
khāta-pūra-vareṇa vai
īriṇaṁ brahma-hatyāyā
rūpaṁ bhūmau pradṛśyate
Die Erde nahm ein Viertel [der Sünde] auf sich, durch die Gunst, dass sich [ausgehobene] Gruben [von selbst wieder] füllen; als Salzöde erscheint wahrlich die Gestalt des Brahmanenmordes auf der Erde.
Wort für Wort
bhūmiḥ
die Erde (Nom. Sg.)
turīyam
ein Viertel (Akk. Sg. Neutr.)
jagrāha
nahm auf sich (3. Sg. Perf.)
khāta-pūra-vareṇa
durch die Gunst des [Wieder-]Füllens von Gruben (Instr. Sg.)
vai
wahrlich (Partikel)
īriṇam
als Salzöde, Ödland (Nom./Akk. Sg. Neutr., prädikativ)
Ein Viertel nahmen die Bäume auf sich, durch die Gunst, dass sie nach dem Abschneiden [wieder] nachwachsen; an ihnen erscheint der Brahmanenmord in Form des ausfließenden Harzes.
Wort für Wort
turyam
ein Viertel (Akk. Sg. Neutr.)
cheda-viroheṇa vareṇa
durch die Gunst des [erneuten] Nachwachsens nach dem Abschneiden (Instr. Sg.)
jagṛhuḥ
nahmen auf sich (3. Pl. Perf.)
drumāḥ
die Bäume (Nom. Pl.)
teṣām
an ihnen, von ihnen (Gen. Pl.)
niryāsa-rūpeṇa
in Form des ausfließenden Harzes/Saftes (Instr. Sg.)
Durch die Gunst beständiger [Liebes-]Lust nahmen die Frauen ein Viertel der Sünde auf sich; in ihnen erscheint die Sünde Monat für Monat in Form der Regel (rajas).
Wort für Wort
śaśvat-kāma-vareṇa
durch die Gunst beständiger [sexueller] Lust (Instr. Sg.)
dravya-bhūyo-vareṇāpas
turīyaṁ jagṛhur malam
tāsu budbuda-phenābhyāṁ
dṛṣṭaṁ tad dharati kṣipan
Durch die Gunst der Vermehrung von [allerlei] Gut nahm das Wasser ein Viertel der Verunreinigung auf sich; sichtbar in ihm durch Blasen und Schaum, entfernt man dies, indem man es fortwirft.
Wort für Wort
dravya-bhūyaḥ-vareṇa
durch die Gunst der Vermehrung von Gut/Substanz (Instr. Sg.)
Darauf, seines Sohnes beraubt, brachte Tvaṣṭā ein Opfer dar, um einen Feind für Indra [hervorzubringen, und sprach]: 'O Feind Indras, erhebe dich! Töte ohne Verzug den Widersacher!'
Darauf erhob sich aus dem Feuer Anvāhāryapacana [ein Wesen] von schrecklichem Anblick, wie der personifizierte Weltuntergang der Welten zur Zeit des Zeitalterendes.
Wort für Wort
atha
darauf (Adv.)
anvāhārya-pacanāt
aus dem [Opfer-]Feuer namens Anvāhāryapacana (Abl. Sg.)
utthitaḥ
erhoben, entstanden (Nom. Sg. Part. Perf.)
ghora-darśanaḥ
von schrecklichem Anblick (Nom. Sg.)
kṛtāntaḥ iva
wie der personifizierte Tod/das Ende (Nom. Sg. + Partikel)
viṣvag vivardhamānaṁ tam
iṣu-mātraṁ dine dine
dagdha-śaila-pratīkāśaṁ
sandhyābhrānīka-varcasam
tapta-tāmra-śikhā-śmaśruṁ
madhyāhnārkogra-locanam
dedīpyamāne tri-śikhe
śūla āropya rodasī
nṛtyantam unnadantaṁ ca
cālayantaṁ padā mahīm
darī-gambhīra-vaktreṇa
pibatā ca nabhastalam
lihatā jihvayarkṣāṇi
grasatā bhuvana-trayam
mahatā raudra-daṁṣṭreṇa
jṛmbhamāṇaṁ muhur muhuḥ
vitrastā dudruvur lokā
vīkṣya sarve diśo daśa
Ihn, der ringsum wuchs, Tag für Tag um eine Pfeilschussweite, einem verbrannten Berg gleichend, mit dem Glanz eines Wolkenheeres in der Abenddämmerung, mit Haarschopf und Bart wie geschmolzenes Kupfer, mit Augen, grimmig wie die Mittagssonne – ihn, der auf seinem lodernden Dreizack Himmel und Erde [gleichsam] aufspießte, tanzte, laut brüllte und mit seinem Fuß die Erde erschütterte, mit einem Maul, tief wie eine Höhle, das Himmelsgewölbe [gleichsam] austrank, mit der Zunge die Sterne leckte, die drei Welten verschlang, und mit gewaltigen, furchterregenden Zähnen immer wieder gähnte – ihn erblickend, liefen alle Wesen erschreckt in die zehn Richtungen davon.
Wort für Wort
viṣvak
ringsum, nach allen Seiten (Adv.)
vivardhamānam
wachsend (Akk. Sg. Part. Präs. Med.)
tam
ihn (Akk. Sg.)
iṣu-mātram
um eine Pfeilschussweite (Akk. Sg. Adv.)
dine dine
Tag für Tag (Lok. Sg. wiederholt)
dagdha-śaila-pratīkāśam
einem verbrannten Berg gleichend (Akk. Sg.)
sandhyā-abhra-anīka-varcasam
mit dem Glanz eines Wolkenheeres in der Abenddämmerung (Akk. Sg.)
tapta-tāmra-śikhā-śmaśrum
mit Haarschopf und Bart wie geschmolzenes Kupfer (Akk. Sg.)
madhyāhna-arka-ugra-locanam
mit Augen, grimmig wie die Mittagssonne (Akk. Sg.)
dedīpyamāne tri-śikhe
auf dem lodernden Dreizack (Lok. Sg.)
śūle
auf dem Dreizack/Spieß (Lok. Sg.)
āropya
aufspießend, emporhaltend (Absolutiv)
rodasī
Himmel und Erde (Akk. Du.)
nṛtyantam
tanzend (Akk. Sg. Part. Präs.)
unnadantam
laut brüllend (Akk. Sg. Part. Präs.)
ca
und (Konjunktion)
cālayantam
erschütternd (Akk. Sg. Part. Präs.)
padā
mit dem Fuß (Instr. Sg.)
mahīm
die Erde (Akk. Sg.)
darī-gambhīra-vaktreṇa
mit einem Maul, tief wie eine Höhle (Instr. Sg.)
pibatā
trinkend (Instr. Sg. Part. Präs.)
ca
und (Konjunktion)
nabhastalam
das Himmelsgewölbe (Akk. Sg.)
lihatā
leckend (Instr. Sg. Part. Präs.)
jihvayā
mit der Zunge (Instr. Sg.)
ṛkṣāṇi
die Sterne (Akk. Pl. Neutr.)
grasatā
verschlingend (Instr. Sg. Part. Präs.)
bhuvana-trayam
die drei Welten (Akk. Sg. Neutr.)
mahatā raudra-daṁṣṭreṇa
mit gewaltigen, furchterregenden Zähnen (Instr. Sg.)
jṛmbhamāṇam
gähnend (Akk. Sg. Part. Präs. Med.)
muhur muhuḥ
wieder und wieder (Adv.)
vitrastāḥ
erschreckt (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
dudruvuḥ
liefen davon (3. Pl. Perf.)
lokāḥ
die Wesen, Leute (Nom. Pl.)
vīkṣya
erblickend (Absolutiv)
sarve
alle (Nom. Pl.)
diśaḥ daśa
in die zehn Richtungen (Akk. Pl.)
Verse 13-17 auf vedabase.io als ein zusammengefasster Block geführt (URL 6/9/13-17); bilden syntaktisch einen einzigen langen Satz, dessen Hauptaussage erst in Vers 17 erfolgt.
yenāvṛtā ime lokās
tapasā tvāṣṭra-mūrtinā
sa vai vṛtra iti proktaḥ
pāpaḥ parama-dāruṇaḥ
Er, durch dessen Askese, in Gestalt des Sohnes von Tvaṣṭā, diese Welten eingehüllt wurden, er wird wahrlich 'Vṛtra' genannt, die personifizierte Sünde, überaus furchtbar.
Herbeieilend schlugen die besten der Götter samt ihren Scharen ihn mit ihren jeweils eigenen Fluten göttlicher Waffen und Geschosse; er aber verschlang sie allesamt vollständig.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
nijaghnuḥ
schlugen, griffen an (3. Pl. Perf.)
abhidrutya
herbeieilend (Absolutiv)
sa-gaṇāḥ
mit ihren Scharen (Nom. Pl.)
vibudha-ṛṣabhāḥ
die besten der Götter (Nom. Pl.)
svaiḥ svaiḥ
mit ihren jeweils eigenen (Instr. Pl.)
divya-astra-śastra-oghaiḥ
mit Fluten göttlicher Waffen und Geschosse (Instr. Pl.)
tatas te vismitāḥ sarve
viṣaṇṇā grasta-tejasaḥ
pratyañcam ādi-puruṣam
upatasthuḥ samāhitāḥ
Darauf wandten sie sich alle, erstaunt und niedergeschlagen, ihrer Kraft beraubt, mit gesammeltem Geist verehrend der Urperson zu, die im Innern [aller Wesen] wohnt.
Wort für Wort
tataḥ
darauf (Adv.)
te
sie (Nom. Pl.)
vismitāḥ
erstaunt (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
sarve
alle (Nom. Pl.)
viṣaṇṇāḥ
niedergeschlagen (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
grasta-tejasaḥ
deren Kraft verschlungen war (Nom. Pl.)
pratyañcam
dem zurückgewandten, im Innern wohnenden [Selbst] (Akk. Sg.)
ādi-puruṣam
der Urperson (Akk. Sg.)
upatasthuḥ
näherten sich verehrend, beteten an (3. Pl. Perf.)
samāhitāḥ
gesammelten, konzentrierten Geistes (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
śrī-devā ūcuḥ
vāyv-ambarāgny-ap-kṣitayas
tri-lokā brahmādayo ye
vayam udvijantaḥ
harāma yasmai balim
antako 'sau bibheti
yasmād araṇaṁ tato naḥ
Die Götter sprachen: Wir, [in Gestalt] von Luft, Äther, Feuer, Wasser und Erde, die drei Welten, angefangen mit Brahmā – wir, von Furcht ergriffen, bringen [ihm] ein Opfer dar, vor dem selbst jener Bezwinger, der Tod, sich fürchtet; von ihm [kommt] unsere Zuflucht.
Wort für Wort
śrī-devāḥ ūcuḥ
die Götter sprachen (3. Pl. Perf.)
vāyu-ambara-agni-ap-kṣitayaḥ
[bestehend aus] Luft, Äther, Feuer, Wasser und Erde (Nom. Pl.)
Wer sich, ihn übergehend, einem anderen [Gott] zuwendet – ihm, der unerschütterlich, vollkommen erfüllt durch seinen eigenen Gewinn allein, ausgeglichen und völlig ruhig ist –, der ist fürwahr ein Tor, [so als] wolle er mit dem Schwanz eines Hundes das Meer überqueren.
Wort für Wort
avismitam
den unerschütterlichen, nie erstaunten (Akk. Sg.)
tam
ihn (Akk. Sg.)
paripūrṇa-kāmam
den vollkommen erfüllten an Wunsch (Akk. Sg.)
svena eva lābhena
allein durch seinen eigenen Gewinn (Instr. Sg.)
samam
ausgeglichen (Akk. Sg.)
praśāntam
völlig ruhig (Akk. Sg.)
vinā
ohne [ihn] (Postposition)
upasarpati
nähert sich, wendet sich zu (3. Sg. Präs.)
aparam
einem anderen (Akk. Sg.)
hi
denn, fürwahr (Partikel)
bāliśaḥ
ein Tor (Nom. Sg.)
śva-lāṅgulena
mit einem Hundeschwanz (Instr. Sg.)
atititarti
will überqueren, versucht zu überqueren (3. Sg. Präs. Desid.)
yasyoru-śṛṅge jagatīṁ sva-nāvaṁ
manur yathābadhya tatāra durgam
sa eva nas tvāṣṭra-bhayād durantāt
trātāśritān vāricaro 'pi nūnam
Er, an dessen mächtigem Horn Manu einst sein eigenes Boot – die Erde – festband und so die schwer zu durchquerende [Sintflut] überquerte, er eben ist, obwohl er als Fisch im Wasser weilte, gewiss der Retter der Zuflucht Suchenden – möge er uns aus der endlosen Furcht vor dem Sohn Tvaṣṭās erretten.
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen. Sg.)
uru-śṛṅge
an dem großen, starken Horn (Lok. Sg.)
jagatīm
die Erde (Akk. Sg.)
sva-nāvam
sein eigenes Boot (Akk. Sg.)
manuḥ
Manu (Nom. Sg.)
yathā
so wie (Partikel)
ābadhya
festbindend (Absolutiv)
tatāra
überquerte (3. Sg. Perf.)
durgam
die schwer zu durchquerende [Flut] (Akk. Sg.)
saḥ eva
eben er (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Akk./Dat. Pl.)
tvāṣṭra-bhayāt
aus der Furcht vor dem Sohn Tvaṣṭās (Abl. Sg.)
durantāt
der endlosen (Abl. Sg.)
trātā
der Retter (Nom. Sg.)
āśritān
die Zuflucht Suchenden (Akk. Pl.)
vāri-caraḥ api
obwohl er als Wasserbewohner [erschien] (Nom. Sg.)
nūnam
gewiss (Adv.)
Anspielung auf den Matsya-Avatāra und Manus Sintflut-Rettung.
purā svayambhūr api saṁyamāmbhasy
udīrṇa-vātormi-ravaiḥ karāle
eko 'ravindāt patitas tatāra
tasmād bhayād yena sa no 'stu pāraḥ
Einst entkam sogar Brahmā, der Selbstentstandene, allein in der schrecklichen [Sintflut] – mit dem Tosen hoch aufsteigender Winde und Wellen –, beinahe vom Lotus gefallen, jener Furcht, durch den [Herrn, der ihn errettete]; er sei unser Übersetzenshelfer [aus dieser Gefahr].
Wort für Wort
purā
einst (Adv.)
svayambhūḥ api
sogar der Selbstentstandene, Brahmā (Nom. Sg.)
saṁyama-ambhasi
im Wasser der [kosmischen] Auflösungsflut (Lok. Sg.)
udīrṇa-vāta-ūrmi-ravaiḥ
mit dem Tosen hoch aufsteigender Winde und Wellen (Instr. Pl.)
ya eka īśo nija-māyayā naḥ
sasarja yenānusṛjāma viśvam
vayaṁ na yasyāpi puraḥ samīhataḥ
paśyāma liṅgaṁ pṛthag īśa-māninaḥ
Der alleinige Herrscher, der uns durch seine eigene Schöpfungskraft erschuf, durch den wir [wiederum] das Universum weitererschaffen – obwohl er [dabei] vor uns wirkt, sehen wir, die wir uns [törichterweise] für eigenständige Herren halten, seine [wahre] Gestalt nicht.
Wort für Wort
yaḥ ekaḥ
der alleinige (Nom. Sg.)
īśaḥ
Herrscher (Nom. Sg.)
nija-māyayā
durch seine eigene [Schöpfungs-]Kraft (Instr. Sg.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
sasarja
erschuf (3. Sg. Perf.)
yena
durch den (Instr. Sg.)
anusṛjāma
wir erschaffen weiter (1. Pl. Präs.)
viśvam
das Universum (Akk. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
na
nicht (Negation)
yasya api
obwohl von dem, obwohl dessen (Gen. Sg.)
puraḥ
vorn, vor [uns] (Adv.)
samīhataḥ
der [dort] wirkt, tätig ist (Gen. Sg. Part. Präs.)
yo naḥ sapatnair bhṛśam ardyamānān
devarṣi-tiryaṅ-nṛṣu nitya eva
kṛtāvatāras tanubhiḥ sva-māyayā
kṛtvātmasāt pāti yuge yuge ca
tam eva devaṁ vayam ātma-daivataṁ
paraṁ pradhānaṁ puruṣaṁ viśvam anyam
vrajāma sarve śaraṇaṁ śaraṇyaṁ
svānāṁ sa no dhāsyati śaṁ mahātmā
Er, der uns, die wir von unseren Widersachern beständig bedrängt werden – unter Göttern, Weisen, Tieren und Menschen –, immerfort, indem er durch seine eigene Schöpfungskraft in [verschiedenen] Gestalten herabsteigt, zu den Seinigen macht und in jedem Zeitalter beschützt: zu eben diesem Gott, der Gottheit unseres Selbst, dem Höchsten, dem Urgrund, der [höchsten] Person, die vom Universum verschieden ist, wollen wir alle als Zuflucht gehen, zu ihm, der würdig ist, Zuflucht zu gewähren – er, die große Seele, wird den Seinigen Wohlergehen gewähren.
Wort für Wort
yaḥ
der (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
sapatnaiḥ
durch [unsere] Widersacher (Instr. Pl.)
bhṛśam
heftig, beständig (Adv.)
ardyamānān
die Bedrängten (Akk. Pl. Part. Präs. Pass.)
deva-ṛṣi-tiryak-nṛṣu
unter Göttern, Weisen, Tieren und Menschen (Lok. Pl.)
nityaḥ eva
beständig, immerfort (Adv.)
kṛta-avatāraḥ
herabgestiegen als Inkarnation (Nom. Sg.)
tanubhiḥ
mit [verschiedenen] Gestalten (Instr. Pl.)
sva-māyayā
durch seine eigene [Schöpfungs-]Kraft (Instr. Sg.)
Śrī Śuka sprach: So, o großer König, während die Götter [ihn] verehrten, erschien in westlicher Richtung sichtbar [der Herr], der Muschelhorn, Diskus und Keule trägt.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śukadeva Gosvāmī sprach (3. Sg. Perf.)
iti
so (Partikel)
teṣām
während sie, von ihnen (Gen. Pl.)
mahārāja
o großer König (Vok. Sg.)
surāṇām
der Götter (Gen. Pl.)
upatiṣṭhatām
die verehrten, anbeteten (Gen. Pl. Part. Präs.)
pratīcyām diśi
in westlicher Richtung (Lok. Sg.)
abhūt āviḥ
erschien sichtbar, offenbarte sich (3. Sg. Imperf.)
śaṅkha-cakra-gadā-dharaḥ
der Träger von Muschelhorn, Diskus und Keule (Nom. Sg.)
[Ihn], der von sechzehn ihm selbst gleichenden [Dienern] umgeben war – nur ohne das Śrīvatsa-Zeichen und den Kaustubha-Edelstein [an ihnen] –, mit Augen wie aufgeblühte Lotusblüten des Herbstes, erblickten alle, o König, und fielen, überwältigt von der Freude des bloßen Anblicks, wie ein Stab [ausgestreckt] zu Boden; und langsam sich erhebend, priesen sie ihn.
Wort für Wort
ātma-tulyaiḥ
ihm selbst gleichenden (Instr. Pl.)
ṣoḍaśabhiḥ
von sechzehn [Dienern] (Instr. Pl.)
vinā
außer, ohne (Postposition)
śrīvatsa-kaustubhau
das Śrīvatsa-Zeichen und den Kaustubha-Edelstein (Akk. Du.)
śrī-devā ūcuḥ
namas te yajña-vīryāya
vayase uta te namaḥ
namas te hy asta-cakrāya
namaḥ supuru-hūtaye
Die Götter sprachen: Verehrung dir, der du die Kraft des Opfers bist; und Verehrung dir, der du [zugleich] die Zeit bist; Verehrung dir fürwahr, der du den Diskus schleuderst; Verehrung [dir], der du unter vielfältigen [heiligen] Namen angerufen wirst.
Wort für Wort
śrī-devāḥ ūcuḥ
die Götter sprachen (3. Pl. Perf.)
namaḥ
Verehrung (Nom. Sg. Neutr., indekl. Ausruf)
te
dir (Dat. Sg.)
yajña-vīryāya
dem, der die Kraft des Opfers ist (Dat. Sg.)
vayase
dem, der die Zeit ist (Dat. Sg.)
uta
und (Konjunktion)
te namaḥ
dir Verehrung (Dat. Sg. + Ausruf)
namaḥ te
Verehrung dir (Ausruf + Dat. Sg.)
hi
fürwahr (Partikel)
asta-cakrāya
dem, der den Diskus schleudert (Dat. Sg.)
namaḥ
Verehrung (Ausruf)
supuru-hūtaye
dem, der mit vielfältigen [heiligen] Namen angerufen wird (Dat. Sg.)
Dein höchster Ort, o Gebieter der drei Daseinsbereiche, den vermag keiner, der [erst] nach der Schöpfung entstanden ist, zu erkennen, o Ordner der Schöpfung.
Wort für Wort
yat
welches (Nom. Sg. Neutr.)
te
dein (Gen. Sg.)
gatīnām tisṛṇām
der drei Daseinsbereiche/Wege (Gen. Pl.)
īśituḥ
von dir, dem Gebieter (Gen. Sg.)
paramam padam
der höchste Ort, Zustand (Nom. Sg. Neutr.)
na
nicht (Negation)
arvācīnaḥ
ein [zeitlich] Späterer, [erst] nach der Schöpfung Entstandener (Nom. Sg.)
Oṃ, Verehrung sei dir, o Erhabener, Nārāyaṇa, Vāsudeva, Urperson, große Person, von großer Erhabenheit, höchst Heilbringender, höchst Verheißungsvoller, höchst Mitfühlender, Alleiniger, Stütze der Welt, alleiniger Herr der Welten, Herrscher über alles, Gemahl der Lakṣmī – du, dessen eigene Erfahrung der [innewohnenden] Glückseligkeit du selbst unmittelbar in der Welt des Selbst erfährst, [dort, wo] durch die höchste, in Ātma-Yoga versenkte Sammlung, durch die vollkommen geläuterte und klar offenbarte Lehre der Paramahaṁsas, [wie sie] von den höchsten, überall wandernden Entsagten [geübt wird], die Türflügel der Finsternis aufgestoßen sind – im [so] enthüllten Geist.
Wort für Wort
om
Oṃ (heilige Silbe)
namaḥ
Verehrung (Ausruf)
te
dir (Dat. Sg.)
astu
sei (3. Sg. Imp.)
bhagavan
o Erhabener (Vok. Sg.)
nārāyaṇa
o Nārāyaṇa (Vok. Sg.)
vāsudeva
o Vāsudeva (Vok. Sg.)
ādi-puruṣa
o Urperson (Vok. Sg.)
mahā-puruṣa
o große Person (Vok. Sg.)
mahā-anubhāva
o von großer Erhabenheit (Vok. Sg.)
parama-maṅgala
o höchst Heilbringender (Vok. Sg.)
parama-kalyāṇa
o höchst Verheißungsvoller (Vok. Sg.)
parama-kāruṇika
o höchst Mitfühlender (Vok. Sg.)
kevala
o Alleiniger (Vok. Sg.)
jagat-ādhāra
o Stütze der Welt (Vok. Sg.)
loka-eka-nātha
o alleiniger Herr der Welten (Vok. Sg.)
sarva-īśvara
o Herrscher über alles (Vok. Sg.)
lakṣmī-nātha
o Gemahl der Lakṣmī (Vok. Sg.)
paramahaṁsa-parivrājakaiḥ
von den höchsten, überall wandernden Entsagten (Instr. Pl.)
parameṇa
durch die höchste (Instr. Sg.)
ātma-yoga-samādhinā
in Ātma-Yoga versenkte Sammlung (Instr. Sg.)
paribhāvita
vollkommen geläutert (Kompositionsglied)
parisphuṭa
klar offenbart (Kompositionsglied)
pāramahaṁsya-dharmeṇa
durch die Lehre/Übung der Paramahaṁsas (Instr. Sg.)
udghāṭita-tamaḥ-kapāṭa-dvāre
an dem [Ort, wo] die Türflügel der Finsternis aufgestoßen sind (Lok. Sg.)
citte
im Geist, im Herzen (Lok. Sg.)
apāvṛte
im enthüllten, geöffneten (Lok. Sg.)
ātma-loke
in der Welt des Selbst (Lok. Sg.)
svayam
selbst, persönlich (Adv.)
upalabdha-nija-sukha-anubhavaḥ
dessen eigene Erfahrung der [innewohnenden] Glückseligkeit unmittelbar erlangt wird (Nom. Sg.)
bhavān
du, Herr (Nom. Sg. Höflichkeitsform)
[?] Sehr komplexe, mehrfach geschachtelte Prosa-Vokativ-Kette; die Satzstruktur (worauf sich 'bhavān' genau syntaktisch bezieht) ist mehrdeutig, hier nach plausibelster Lesart wiedergegeben.
duravabodha iva tavāyaṁ vihāra-yogo yad aśaraṇo 'śarīra idam anavekṣitāsmat-samavāya ātmanaivāvikriyamāṇena saguṇam aguṇaḥ sṛjasi pāsi harasi.
Schwer verständlich gleichsam ist dieses dein [schöpferisches] Spiel, da du, ohne [jede] Abhängigkeit, ohne [materiellen] Körper, ohne auf unsere Mitwirkung angewiesen zu sein, allein durch dich selbst, [dabei] unverändert bleibend, [die Welt,] die mit den Erscheinungsweisen [der Natur] behaftet ist, erschaffst, erhältst und vernichtest, obwohl du selbst ohne [diese] Erscheinungsweisen bist.
atha tatra bhavān kiṁ devadattavad iha guṇa-visarga-patitaḥ pāratantryeṇa sva-kṛta-kuśalākuśalaṁ phalam upādadāty āhosvid ātmārāma upaśama-śīlaḥ samañjasa-darśana udāsta iti ha vāva na vidāmaḥ
Nun, ob du dabei, wie ein [gewöhnlicher Mensch namens] Devadatta, in diese [Welt der] Erscheinungsweisen gefallen, durch Abhängigkeit [von Ort, Zeit und Handlung] die Frucht des selbst verursachten Guten und Schlechten annimmst, oder ob du, in dir selbst ruhend, von gestillter Wesensart, mit ungetrübter Erkenntnis, [bloß als Zeuge] verharrst – das wissen wir fürwahr nicht.
Wort für Wort
atha tatra
nun, dabei (Adv.)
bhavān
du, Herr (Nom. Sg.)
kim
ob (Fragepartikel)
devadatta-vat
wie ein [gewöhnlicher Mensch namens] Devadatta (Adv.)
iha
hier, in dieser Welt (Adv.)
guṇa-visarga-patitaḥ
in die [materielle] Schöpfung der Erscheinungsweisen gefallen (Nom. Sg.)
pāratantryeṇa
durch Abhängigkeit [von Zeit, Ort, Handlung, Natur] (Instr. Sg.)
sva-kṛta-kuśala-akuśalam phalam
die Frucht des selbst verursachten Guten und Schlechten (Akk. Sg.)
upādadāti
annimmst, empfängst (2./3. Sg. Präs.)
āhosvit
oder ob (Konjunktion)
ātma-ārāmaḥ
in dir selbst ruhend, erfreut (Nom. Sg.)
upaśama-śīlaḥ
von gestillter, zurückhaltender Wesensart (Nom. Sg.)
samañjasa-darśanaḥ
dessen Erkenntnis ungetrübt, vollkommen ist (Nom. Sg.)
na hi virodha ubhayaṁ bhagavaty aparimita-guṇa-gaṇa īśvare 'navagāhya-māhātmye 'rvācīna-vikalpa-vitarka-vicāra-pramāṇābhāsa-kutarka-śāstra-kalilāntaḥkaraṇāśraya-duravagraha-vādināṁ vivādānavasara uparata-samasta-māyāmaye kevala evātma-māyām antardhāya ko nv artho durghaṭa iva bhavati svarūpa-dvayābhāvāt.
Fürwahr, es besteht kein Widerspruch [darin, dass] beides [wahr sei] im Erhabenen, dem Herrscher mit unbegrenzten Scharen von Eigenschaften, dessen Größe unauslotbar ist – [er, der] jenseits des Streitbereichs derer [steht], deren Verstand von neumodischen Zweifeln, Streitreden, Erwägungen, scheinbaren Beweisgründen und nichtigen Schlussfolgerungen aus [unmaßgeblichen] Lehrschriften getrübt ist und die eigensinnig an ihren Behauptungen festhalten; [er, in dem] alle Wirkung der Māyā zur Ruhe gekommen ist – einzig weil du, der Alleinige, deine eigene [Schöpfungs-]Māyā verbirgst, erscheint das, was unmöglich scheint, [in Wahrheit] als keine Schwierigkeit, da es [in dir] keine zwei [gegensätzlichen] Wesensnaturen gibt.
Wort für Wort
na hi
fürwahr nicht, gewiss nicht (Negation + Partikel)
virodhaḥ
Widerspruch (Nom. Sg.)
ubhayam
beides (Nom. Sg. Neutr.)
bhagavati
im Erhabenen (Lok. Sg.)
aparimita-guṇa-gaṇe
dessen Scharen von Eigenschaften unbegrenzt sind (Lok. Sg.)
derer, deren Verstand von neumodischen Zweifeln, Streitreden, Erwägungen, scheinbaren Beweisgründen und nichtigen Schlussfolgerungen aus [unmaßgeblichen] Lehrschriften getrübt ist und die eigensinnig an ihren Behauptungen festhalten (Gen. Pl.)
vivāda-anavasare
außerhalb des Streitbereichs (Lok. Sg.)
uparata-samasta-māyāmaye
[in dem] alle Wirkung der Māyā zur Ruhe gekommen ist (Lok. Sg.)
kevale eva
einzig im Alleinigen (Lok. Sg.)
ātma-māyām
die eigene [Schöpfungs-]Māyā (Akk. Sg.)
antardhāya
verbergend (Absolutiv)
kaḥ nu
was denn, welche (Fragepartikel + Nom. Sg.)
arthaḥ
Sache, Bedeutung (Nom. Sg.)
durghaṭaḥ iva
gleichsam unmöglich, schwierig (Nom. Sg.)
bhavati
ist, wird (3. Sg. Präs.)
svarūpa-dvaya-abhāvāt
wegen des Fehlens zweier [gegensätzlicher] Wesensnaturen (Abl. Sg.)
[?] Sehr komplexer philosophischer Prosasatz mit mehrfachen Komposita; Übersetzung folgt der plausibelsten grammatischen Analyse.
Du folgst der jeweiligen Auffassung derer, deren Urteil richtig oder unrichtig ist, so wie ein Stück Seil [sich zeigt] gemäß der Vorstellung derer, die es für eine Schlange oder dergleichen halten.
Wort für Wort
sama-viṣama-matīnām
derer, deren Urteil richtig oder unrichtig ist (Gen. Pl.)
matam
die Auffassung, Meinung (Akk. Sg.)
anusarasi
du folgst [ihr] entsprechend (2. Sg. Präs.)
yathā
so wie (Partikel)
rajju-khaṇḍaḥ
ein Stück Seil (Nom. Sg.)
sarpa-ādi-dhiyām
für die, die es für eine Schlange u. dgl. halten (Gen. Pl.)
sa eva hi punaḥ sarva-vastuni vastu-svarūpaḥ sarveśvaraḥ sakala-jagat-kāraṇa-kāraṇa-bhūtaḥ sarva-pratyag-ātmatvāt sarva-guṇābhāsopalakṣita eka eva paryavaśeṣitaḥ.
Eben er ist wiederum fürwahr in jedem Ding dessen [wahre] Wesensnatur, der Herrscher über alles, die Ursache der Ursache der gesamten Welt; weil er das im Innern eines jeden [Wesens] wohnende Selbst ist, [nur] erkennbar am Abglanz aller [materiellen] Erscheinungsweisen, bleibt am Ende er allein übrig.
Wort für Wort
saḥ eva hi punaḥ
eben er wiederum fürwahr (Nom. Sg. + Partikeln)
sarva-vastuni
in jedem Ding (Lok. Sg.)
vastu-svarūpaḥ
die [wahre] Wesensnatur des Dings (Nom. Sg.)
sarva-īśvaraḥ
der Herrscher über alles (Nom. Sg.)
sakala-jagat-kāraṇa-kāraṇa-bhūtaḥ
die Ursache der Ursache der gesamten Welt (Nom. Sg.)
sarva-pratyak-ātmatvāt
weil er das im Innern jedes [Wesens] wohnende Selbst ist (Abl. Sg.)
sarva-guṇa-ābhāsa-upalakṣitaḥ
erkennbar am Abglanz aller [materiellen] Erscheinungsweisen (Nom. Sg.)
atha ha vāva tava mahimāmṛta-rasa-samudra-vipruṣā sakṛd avalīḍhayā sva-manasi niṣyandamānānavarata-sukhena vismārita-dṛṣṭa-śruta-viṣaya-sukha-leśābhāsāḥ parama-bhāgavatā ekāntino bhagavati sarva-bhūta-priya-suhṛdi sarvātmani nitarāṁ nirantaraṁ nirvṛta-manasaḥ katham u ha vā ete madhumathana punaḥ svārtha-kuśalā hy ātma-priya-suhṛdaḥ sādhavas tvac-caraṇāmbujānusevāṁ visṛjanti na yatra punar ayaṁ saṁsāra-paryāvartaḥ.
Nun, wie sollten fürwahr diese Heiligen, die höchsten, ausschließlich [dir ergebenen] Geweihten, deren Geist – durch das beständig strömende, ununterbrochene Glück, [das entsteht,] wenn nur einmal ein Tröpfchen aus dem Nektar-Ozean deiner Herrlichkeit im eigenen Geist gekostet wurde – selbst den geringen Abglanz des durch Sehen und Hören [vermittelten] weltlichen Glücks vergessen hat, die gegenüber dem Erhabenen, dem allen Wesen liebsten Freund, dem Selbst von allem, gänzlich und ununterbrochen befriedeten Geistes sind – wie, o Madhu-Bezwinger, sollten diese, die fürwahr kundig im [wahren] Eigennutz sind, die dich als Selbst, Liebsten und Freund angenommen haben, den Dienst an deinen Lotosfüßen je aufgeben, wo es doch, [einmal dorthin gelangt,] keine Wiederkehr in diesen Kreislauf der [bedingten] Existenz mehr gibt?
Wort für Wort
atha ha vāva
nun, fürwahr (Partikeln)
tava mahima-amṛta-rasa-samudra-vipruṣā
durch ein Tröpfchen aus dem Nektar-Ozean deiner Herrlichkeit (Instr. Sg.)
sakṛt
nur einmal (Adv.)
avalīḍhayā
gekostet (Instr. Sg. Part. Perf. Pass.)
sva-manasi
im eigenen Geist (Lok. Sg.)
niṣyandamāna-anavarata-sukhena
durch das beständig strömende, ununterbrochene Glück (Instr. Sg.)
vismārita-dṛṣṭa-śruta-viṣaya-sukha-leśa-ābhāsāḥ
die den geringen Abglanz des durch Sehen und Hören [vermittelten] weltlichen Glücks vergessen haben (Nom. Pl.)
parama-bhāgavatāḥ
die höchsten Geweihten (Nom. Pl.)
ekāntinaḥ
die ausschließlich [dir] Ergebenen (Nom. Pl.)
bhagavati
gegenüber dem Erhabenen (Lok. Sg.)
sarva-bhūta-priya-suhṛdi
dem allen Wesen liebsten Freund (Lok. Sg.)
sarva-ātmani
dem Selbst von allem (Lok. Sg.)
nitarām nirantaram
gänzlich und ununterbrochen (Adv.)
nirvṛta-manasaḥ
deren Geist befriedet ist (Nom. Pl.)
katham u ha vā
wie denn fürwahr (Fragepartikeln)
ete
diese (Nom. Pl.)
madhu-mathana
o Madhu-Bezwinger (Vok. Sg.)
punaḥ
wieder, je (Adv.)
sva-artha-kuśalāḥ
die kundig im [wahren] Eigennutz sind (Nom. Pl.)
hi
fürwahr (Partikel)
ātma-priya-suhṛdaḥ
die [dich] als Selbst, Liebsten und Freund [angenommen haben] (Nom. Pl.)
sādhavaḥ
die Heiligen (Nom. Pl.)
tvat-caraṇa-ambuja-anusevām
den Dienst an deinen Lotosfüßen (Akk. Sg.)
visṛjanti
geben auf (3. Pl. Präs.)
na
nicht (Negation)
yatra
wo (Adv.)
punaḥ
wieder (Adv.)
ayam
dieser (Nom. Sg.)
saṁsāra-paryāvartaḥ
Kreislauf der [bedingten] Existenz, Wiederkehr (Nom. Sg.)
O Wohnstatt des Selbst der drei Welten, o [du, der du sie] in drei Schritten [durchmissest], o Dreiäugiger, o [du, dessen] Erscheinung die drei Welten bezaubert – allein deine [Erscheinungs-]Formen sind auch die Söhne der Diti, die Dānavas und die übrigen [Dämonen]; mit dem Gedanken 'dies ist ihre Zeit [zu handeln]', hast du durch deine eigene [Schöpfungs-]Kraft, in Gestalten von Göttern, Menschen, Tieren, Mischwesen und Wasserbewohnern, entsprechend dem [jeweiligen] Vergehen die Strafe verhängt, o Träger der Strafe. So töte, o Erhabener, wenn du es für richtig hältst, wohlan auch diesen Sohn Tvaṣṭās.
Wort für Wort
tri-bhuvana-ātma-bhavana
o Wohnstatt des Selbst der drei Welten (Vok. Sg.)
tri-vikrama
o [du, der du] in drei Schritten [die Welten durchmisst] (Vok. Sg.)
tri-nayana
o Dreiäugiger (Vok. Sg.)
tri-loka-manohara-anubhāva
o [du, dessen] Erscheinung die drei Welten bezaubert (Vok. Sg.)
O Urahn, o Hari, du mögest, o Makelloser, die innere Qual von uns stillen, die dir gehören, die wir uns [vor dir] verneigen, deren Herzen durch Meditation auf dein Lotosfuß-Paar wie mit Ketten gebunden sind, die du durch das Offenbaren deiner eigenen [göttlichen] Gestalt dir zu eigen gemacht hast – [stille sie] durch den von Mitgefühl gefärbten, klaren, anmutigen, kühlenden Blick deines Lächelns und durch den Tropfen des süßen Nektar-Safts, der aus deinem Mund herabträufelt.
Wort für Wort
asmākam
unser (Gen. Pl.)
tāvakānām
derer, die dir gehören (Gen. Pl.)
tata-tata
o Urahn, Großvater der Väter (Vok. Sg.)
natānām
die [wir] uns verneigen (Gen. Pl. Part. Perf. Pass.)
atha bhagavaṁs tavāsmābhir akhila-jagad-utpatti-sthiti-laya-nimittāyamāna-divya-māyā-vinodasya sakala-jīva-nikāyānām antar-hṛdayeṣu bahir api ca brahma-pratyag-ātma-svarūpeṇa pradhāna-rūpeṇa ca yathā-deśa-kāla-dehāvasthāna-viśeṣaṁ tad-upādānopalambhakatayānubhavataḥ sarva-pratyaya-sākṣiṇa ākāśa-śarīrasya sākṣāt para-brahmaṇaḥ paramātmanaḥ kiyān iha vārtha-viśeṣo vijñāpanīyaḥ syād visphuliṅgādibhir iva hiraṇya-retasaḥ.
Nun, o Erhabener, welche besondere Sache gäbe es hier wohl, dir mitzuteilen, der du zum Anlass der Entstehung, des Bestehens und der Auflösung der gesamten Welt wirst als [dein] göttliches Spiel der Māyā, der du im Innersten der Herzen aller Scharen von Lebewesen wie auch äußerlich, in [deiner] Gestalt als das [unpersönliche] Brahman und zugleich als das im Innern zurückgewandte Selbst sowie in Gestalt der Urmaterie, entsprechend den jeweiligen Besonderheiten von Ort, Zeit und Körperzustand, als deren materielle Ursache wahrgenommen, [alles] erfährst – der du der Zeuge allen Wahrnehmens bist, dessen Leib der [ganze] Raum ist, der du unmittelbar das höchste Brahman, die höchste Seele bist – so wie [man] dem Ursprung des Feuers [nicht erst] von seinen Funken [zu berichten braucht]?
ata eva svayaṁ tad upakalpayāsmākaṁ bhagavataḥ parama-guros tava caraṇa-śata-palāśac-chāyāṁ vividha-vṛjina-saṁsāra-pariśramopaśamanīm upasṛtānāṁ vayaṁ yat-kāmenopasāditāḥ.
Eben deshalb gewähre du selbst uns, dem Erhabenen, dem höchsten Lehrer, den Schatten deiner hundertblättrigen Lotosfüße, der die mannigfache Mühsal des gefahrvollen Daseinskreislaufs stillt – uns, die wir [bei dir] Zuflucht gesucht haben, [und] die eben durch das Verlangen danach hergeführt wurden.
Wort für Wort
ata eva
eben deshalb (Adv.)
svayam
du selbst (Adv.)
tat upakalpaya
gewähre jenes, ordne jenes an (2. Sg. Imp.)
asmākam
uns, für uns (Gen. Pl.)
bhagavataḥ
des Erhabenen (Gen. Sg.)
parama-guroḥ
des höchsten Lehrers (Gen. Sg.)
tava caraṇa-śata-palāśat-chāyām
den Schatten deiner hundertblättrigen Lotosfüße (Akk. Sg.)
vividha-vṛjina-saṁsāra-pariśrama-upaśamanīm
der die mannigfache Mühsal des gefahrvollen Daseinskreislaufs stillt (Akk. Sg.)
upasṛtānām
für [uns], die [wir dort] Zuflucht gesucht haben (Gen. Pl.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
yat-kāmena
durch dessen Verlangen (Instr. Sg.)
upasāditāḥ
hergeführt, herbeigebracht (Nom. Pl. Part. Perf. Pass.)
So denn, o Herrscher, töte den Sohn Tvaṣṭās, der die drei Welten verschlingt, durch den, o Kṛṣṇa, unsere Kräfte sowie [unsere] Geschosse und Waffen verschlungen wurden.
Wort für Wort
atho
so denn (Partikel)
īśa
o Herrscher (Vok. Sg.)
jahi
töte (2. Sg. Imp.)
tvāṣṭram
den Sohn Tvaṣṭās (Akk. Sg.)
grasantam
der [gerade] verschlingt (Akk. Sg. Part. Präs.)
bhuvana-trayam
die drei Welten (Akk. Sg. Neutr.)
grastāni
verschlungen [wurden] (Nom. Pl. Neutr. Part. Perf. Pass.)
haṁsāya dahra-nilayāya
nirīkṣakāya kṛṣṇāya
mṛṣṭa-yaśase nirupakramāya
sat-saṅgrahāya bhava-pāntha-nijāśramāptāv
ante parīṣṭa-gataye haraye
namas te
Dem Reinen, dessen Wohnstatt der Raum des Herzens ist, dem Zeugen, Kṛṣṇa, von makellosem Ruhm, dem Anfanglosen, der [nur] von den Wahrhaftigen erfasst wird, [dir, der du] für den auf dem Daseinspfad Wandernden am Ende die eigentliche Zuflucht, das ersehnte Ziel [bist] – dir, Hari, sei Verehrung.
Wort für Wort
haṁsāya
dem Reinen, dem Schwan[gleichen] (Dat. Sg.)
dahra-nilayāya
dessen Wohnstatt der Raum des Herzens ist (Dat. Sg.)
nirīkṣakāya
dem Betrachter, Zeugen (Dat. Sg.)
kṛṣṇāya
Kṛṣṇa (Dat. Sg.)
mṛṣṭa-yaśase
von makellosem Ruhm (Dat. Sg.)
nirupakramāya
dem Anfanglosen (Dat. Sg.)
sat-saṅgrahāya
der [nur] von den Wahrhaftigen erfasst wird (Dat. Sg.)
bhava-pāntha-nija-āśrama-āptau
für den Wanderer im Daseinskreislauf beim Erlangen seiner eigentlichen Zuflucht (Lok. Sg.)
Der Erhabene sprach: Erfreut bin ich, o Beste der Götter, über euch, durch das Wissen des mir dargebrachten Loblieds, durch welches [Wissen] den Menschen die Erinnerung an die [wahre] Herrlichkeit des Selbst [zuteilwird], und ebenso Hingabe zu mir.
Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene sprach (3. Sg. Perf.)
prītaḥ aham
erfreut bin ich (Nom. Sg.)
vaḥ
über euch, von euch (Gen. Pl.)
sura-śreṣṭhāḥ
o Beste der Götter (Vok. Pl.)
mat-upasthāna-vidyayā
durch das Wissen des mir dargebrachten Loblieds (Instr. Sg.)
ātma-aiśvarya-smṛtiḥ
die Erinnerung an die [wahre] Herrlichkeit des Selbst (Nom. Sg.)
Was wäre schwer erlangbar, wenn ich erfreut bin? Dennoch, o Beste der Weisen, wünscht sich, wer den Geist ausschließlich auf mich gerichtet hat und die Wahrheit kennt, nichts anderes als mich.
Wort für Wort
kim durāpam
was [wäre] schwer erlangbar (Nom. Sg.)
mayi prīte
wenn ich erfreut bin (Lok. Sg. absolutus)
tathāpi
dennoch (Adv.)
vibudha-ṛṣabhāḥ
o Beste der Weisen/Götter (Vok. Pl.)
mayi
auf mich (Lok. Sg.)
ekānta-matiḥ
wer den Geist ausschließlich [darauf] gerichtet hat (Nom. Sg.)
na veda kṛpaṇaḥ śreya
ātmano guṇa-vastu-dṛk
tasya tān icchato yacched
yadi so 'pi tathā-vidhaḥ
Der geistig Arme, der [nur] die Dinge der [materiellen] Erscheinungsweisen wahrnimmt, kennt nicht das [wahre] Heil der Seele; wenn man ihm, der [solche Dinge] begehrt, jene gewährt, so ist auch [der Gewährende] von derselben [törichten] Art.
Wort für Wort
na veda
kennt nicht (3. Sg. Perf.)
kṛpaṇaḥ
der geistig Arme, Armselige (Nom. Sg.)
śreyaḥ
das [wahre] Heil (Akk. Sg. Neutr.)
ātmanaḥ
der Seele (Gen. Sg.)
guṇa-vastu-dṛk
wer [nur] die Dinge der [materiellen] Erscheinungsweisen wahrnimmt (Nom. Sg.)
svayaṁ niḥśreyasaṁ vidvān
na vakty ajñāya karma hi
na rāti rogiṇo 'pathyaṁ
vāñchato 'pi bhiṣaktamaḥ
Der [wahrhaft] Kundige des höchsten Heils lehrt den Unwissenden nicht [bloß fruchtbringendes] Handeln; denn der erfahrenste Arzt gibt dem Kranken nicht das Schädliche, auch wenn dieser es begehrt.
O Maghavan [Indra], geht – Heil euch! – zu Dadhyañca, dem Besten der Weisen, und erbittet ohne Verzug [seinen] Leib, die [lautere] Essenz von Wissen, Gelübde und Askese.
Wort für Wort
maghavan
o Maghavan, Indra (Vok. Sg.)
yāta
geht (2. Pl. Imp.)
bhadram vaḥ
Heil euch (Nom. Sg. Neutr. + Dat. Pl.)
dadhyañcam
zu Dadhyañca (Akk. Sg.)
ṛṣi-sat-tamam
dem Besten der [heiligen] Weisen (Akk. Sg.)
vidyā-vrata-tapaḥ-sāram
dessen [Leib] die Essenz von Wissen, Gelübde und Askese [ist] (Akk. Sg.)
Dadhyañca, der Sohn Atharvās, [gab] dem Tvaṣṭā die undurchdringliche Rüstung, die aus mir selbst besteht; Tvaṣṭā gab sie seinem [Sohn] Viśvarūpa, und von ihm empfingst du sie.
Wort für Wort
dadhyaṅ ātharvaṇaḥ
Dadhyañca, der Sohn Atharvās (Nom. Sg.)
tvaṣṭre
dem Tvaṣṭā (Dat. Sg.)
varma abhedyam
die undurchdringliche [Schutz-]Rüstung (Akk. Sg. Neutr.)
Von euch [im Verein] mit den Aśvins gebeten, wird der Kenner des Dharma [Dadhīci] seine Glieder hingeben; daraufhin [entsteht] aus jenen [Knochen] die beste der Waffen, von Viśvakarmā gefertigt und durch meine Kraft verstärkt, mit der das Haupt Vṛtras abgeschlagen werden wird.
Wort für Wort
yuṣmabhyam
von euch (Dat. Pl.)
yācitaḥ
gebeten (Nom. Sg. Part. Perf. Pass.)
aśvibhyām
durch die Aśvins, [im Verein] mit den Aśvins (Instr. Du.)
dharma-jñaḥ
der Kenner des Dharma (Nom. Sg.)
aṅgāni
seine Glieder (Akk. Pl. Neutr.)
dāsyati
wird geben (3. Sg. Fut.)
tataḥ
daraufhin (Adv.)
taiḥ
mit jenen [Knochen] (Instr. Pl.)
āyudha-śreṣṭhaḥ
die beste der Waffen (Nom. Sg.)
viśvakarma-vinirmitaḥ
von Viśvakarmā gefertigt (Nom. Sg.)
yena
mit der, durch die (Instr. Sg.)
vṛtra-śiraḥ
das Haupt Vṛtras (Nom. Sg. Neutr.)
hartā
wird abgeschlagen, fortgenommen (Nom. Sg. Fut. Akt. Part./periphr. Fut.)
tasmin vinihate yūyaṁ
tejo-'strāyudha-sampadaḥ
bhūyaḥ prāpsyatha bhadraṁ vo
na hiṁsanti ca mat-parān
Wenn er getötet ist, werdet ihr, Heil euch, die Fülle an Kraft und an Geschossen und Waffen wiedererlangen; und [wisset:] meinen Ergebenen fügen [solche Dämonen] keinen Schaden zu.
Wort für Wort
tasmin vinihate
wenn er getötet ist (Lok. Sg. absolutus)
yūyam
ihr (Nom. Pl.)
tejaḥ-astra-āyudha-sampadaḥ
die Fülle an Kraft, Geschossen und Waffen (Akk. Pl.)
bhūyaḥ
wieder (Adv.)
prāpsyatha
werdet ihr erlangen (2. Pl. Fut.)
bhadram vaḥ
Heil euch (Nom. Sg. Neutr. + Dat. Pl.)
na hiṁsanti
sie fügen nicht Schaden zu (3. Pl. Präs.)
ca
und (Konjunktion)
mat-parān
denen, die mir ergeben sind (Akk. Pl.)
[?] Das Subjekt von 'na hiṁsanti' ist im Text nicht explizit genannt; sinngemäß auf Dämonen wie Vṛtra bzw. Feinde bezogen.