Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 156: gajendra-mokṣaṇam / gajendrasya stutiḥ Gajendras Gebet der Ergebung

śrī-bādarāyaṇir uvāca | evaṁ vyavasito buddhyā samādhāya mano hṛdi | jajāpa paramaṁ jāpyaṁ prāg-janmany anuśikṣitam

Śrī Bādarāyaṇi [Śukadeva] sprach: So, mit dem Verstand entschlossen, den Geist im Herzen sammelnd, murmelte er das höchste Gebet, das er in seiner früheren Geburt erlernt hatte.

Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ
Śrī Bādarāyaṇi (=Śukadeva) (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
evam
so (Adv.)
vyavasitaḥ
entschlossen, gefestigt (Nom.Sg., PPP)
buddhyā
durch den Verstand (Instr.)
samādhāya
nachdem er konzentriert hatte (Absol.)
manaḥ
den Geist (Akk.)
hṛdi
im Herzen (Lok.)
jajāpa
er murmelte, rezitierte (3.Sg.Perf. von jap)
paramam
das höchste (Akk.)
jāpyam
das zu murmelnde Gebet (Akk.)
prāk-janmani
in der früheren Geburt (Lok.)
anuśikṣitam
das erlernte, eingeübte (Akk., PPP)

śrī-gajendra uvāca | oṁ namo bhagavate tasmai yata etac cid-ātmakam | puruṣāyādi-bījāya pareśāyābhidhīmahi

Śrī Gajendra sprach: Oṁ. Verehrung sei jenem Erhabenen, aus dem dies [Universum], dessen Wesen Bewusstsein ist, [entstanden ist] – auf den Urmenschen, den ersten Samen [aller Dinge], den höchsten Herrn wollen wir meditieren.

Wort für Wort
śrī-gajendraḥ
Śrī Gajendra (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
om
Oṁ
namaḥ
Verehrung
bhagavate
dem Erhabenen (Dat.)
tasmai
ihm (Dat.)
yataḥ
aus dem, von dem (Abl.)
etat
dies (Nom./Akk.n., =das Universum)
cit-ātmakam
dessen Wesen Bewusstsein ist (Nom.n.)
puruṣāya
dem Urwesen (Dat.)
ādi-bījāya
dem Ur-Samen, der ersten Ursache (Dat.)
pareśāya
dem höchsten Herrn (Dat.)
abhidhīmahi
lasst uns meditieren (1.Pl.Med.)

yasminn idaṁ yataś cedaṁ yenedaṁ ya idaṁ svayam | yo 'smāt parasmāc ca paras taṁ prapadye svayambhuvam

In dem dies [Universum ruht], aus dem dies [entsteht], durch den dies [gemacht wird], der selbst dies [Universum] ist – der, der sowohl von diesem [der Wirkung] als auch von jenem [der Ursache] verschieden und höher ist: ihm, dem Selbstentstandenen, ergebe ich mich.

Wort für Wort
yasmin
in dem (Lok.)
idam
dies (Nom./Akk.)
yataḥ
aus dem (Abl.)
ca
und
idam
dies
yena
durch den (Instr.)
idam
dies
yaḥ
der (Nom.)
idam
dies
svayam
selbst (Adv.)
yaḥ
der (Nom.)
asmāt
als dieses [Wirkung] (Abl.)
parasmāt
als jenes [Ursache] (Abl.)
ca
und
paraḥ
verschieden, höher (Nom.)
tam
ihn (Akk.)
prapadye
ich ergebe mich (1.Sg.Med.)
svayambhuvam
den Selbstentstandenen (Akk.)

yaḥ svātmanīdaṁ nija-māyayārpitaṁ kvacid vibhātaṁ kva ca tat tirohitam | aviddha-dṛk sākṣy ubhayaṁ tad īkṣate sa ātma-mūlo 'vatu māṁ parāt-paraḥ

Er, der dieses [Universum], das durch seine eigene Māyā in ihn selbst hineingelegt ist, bald offenbart und bald verborgen sieht, dessen Blick ungetrübt bleibt, der als Zeuge beides betrachtet – er, dessen Wurzel [nur] er selbst ist, der Höhere als das Höchste, möge mich schützen.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.)
sva-ātmani
in sich selbst (Lok.)
idam
dies (Universum)
nija-māyayā
durch seine eigene Māyā (Instr.)
arpitam
hineingelegt (Akk./Nom.n., PPP)
kvacit
zuweilen (Adv.)
vibhātam
erscheinend, offenbart (Nom./Akk.n.)
kva ca
und manchmal (Adv.)
tat
das (Nom./Akk.n.)
tirohitam
verborgen (Nom./Akk.n.)
aviddha-dṛk
dessen Blick ungetrübt ist (Nom., Bahuvrihi)
sākṣī
der Zeuge (Nom.)
ubhayam
beides (Akk.)
tat
das
īkṣate
er sieht, betrachtet (3.Sg.Med.)
saḥ
er (Nom.)
ātma-mūlaḥ
dessen Wurzel er selbst ist (Nom.)
avatu
er möge schützen (3.Sg.Imp.)
mām
mich (Akk.)
parāt paraḥ
der Höhere als das Höchste (Nom.)

kālena pañcatvam iteṣu kṛtsnaśo lokeṣu pāleṣu ca sarva-hetuṣu | tamas tadāsīd gahanaṁ gabhīraṁ yas tasya pāre 'bhivirājate vibhuḥ

Als durch die Zeit die Welten samt ihren Hütern und allen Ursachen [des Weltalls] gänzlich der Auflösung anheimgefallen waren, da war dichte, tiefe Finsternis. Der Mächtige aber erstrahlt jenseits jener [Finsternis].

Wort für Wort
kālena
durch die Zeit (Instr.)
pañcatvam
den Zustand der Auflösung, den Tod (Akk.)
iteṣu
als sie eingegangen waren (Lok.Pl., PPP von i)
kṛtsnaśaḥ
vollständig, gänzlich (Adv.)
lokeṣu
die Welten (Lok.Pl.)
pāleṣu
die Hüter (Lok.Pl.)
ca
und
sarva-hetuṣu
alle Ursachen (Lok.Pl.)
tamaḥ
Finsternis (Nom.)
tadā
dann (Adv.)
āsīt
war (3.Sg.Impf.)
gahanam
dicht, undurchdringlich (Nom.n.)
gabhīram
tief (Nom.n.)
yaḥ
der (Nom.)
tasya
dieser [Finsternis] (Gen.)
pāre
jenseits (Lok., Adv.)
abhivirājate
er erstrahlt (3.Sg.Med.)
vibhuḥ
der Mächtige (Nom.)

na yasya devā ṛṣayaḥ padaṁ vidur jantuḥ punaḥ ko 'rhati gantum īritum | yathā naṭasyākṛtibhir viceṣṭato duratyayānukramaṇaḥ sa māvatu

Dessen Zustand nicht einmal die Götter und Weisen kennen – wie sollte dann gar ein [gewöhnliches] Lebewesen imstande sein, dorthin zu gelangen oder ihn zu beschreiben? Wie ein Schauspieler, der durch wechselnde Gestalten agiert, so ist sein Vorgehen schwer zu ergründen – er möge mich schützen.

Wort für Wort
na
nicht
yasya
dessen (Gen.)
devāḥ
die Götter (Nom.)
ṛṣayaḥ
die Weisen (Nom.)
padam
die Stellung, den Zustand (Akk.)
viduḥ
sie kennen (3.Pl.Perf.)
jantuḥ
ein [gewöhnliches] Lebewesen (Nom.)
punaḥ
wiederum, gar (Adv.)
kaḥ
wer (Nom.)
arhati
vermag (3.Sg.)
gantum
zu gelangen (Inf.)
īritum
auszusprechen, zu beschreiben (Inf.)
yathā
wie (Adv.)
naṭasya
eines Schauspielers (Gen.)
ākṛtibhiḥ
durch [seine] Gestalten (Instr.Pl.)
viceṣṭataḥ
der sich [wechselnd] bewegt (Gen.Sg., Part.)
duratyaya-anukramaṇaḥ
dessen Vorgehen schwer zu ergründen ist (Nom.)
saḥ
er (Nom.)
mā
mich (Akk.)
avatu
er möge schützen (3.Sg.Imp.)

didṛkṣavo yasya padaṁ sumaṅgalaṁ vimukta-saṅgā munayaḥ susādhavaḥ | caranty aloka-vratam avraṇaṁ vane bhūtātma-bhūtāḥ suhṛdaḥ sa me gatiḥ

Er, dessen höchst heilbringende Füße die von aller Anhaftung befreiten Weisen, die trefflichen Vollkommenen, zu schauen wünschen, indem sie im Wald das makellose Gelübde der Weltabgeschiedenheit üben, allen Wesen zum eigenen Selbst geworden, Freunde [aller] – er ist meine Zuflucht.

Wort für Wort
didṛkṣavaḥ
die zu sehen wünschen (Nom.Pl., Desid.)
yasya
dessen (Gen.)
padam
die Füße (Akk.)
su-maṅgalam
höchst heilbringend (Akk.)
vimukta-saṅgāḥ
die von aller Anhaftung befreiten (Nom.Pl.)
munayaḥ
die Weisen (Nom.Pl.)
su-sādhavaḥ
die trefflich Vollkommenen (Nom.Pl.)
caranti
sie wandeln, üben (3.Pl.)
aloka-vratam
das Gelübde der Weltabgeschiedenheit (Akk.)
avraṇam
fehlerlos, makellos (Akk.)
vane
im Wald (Lok.)
bhūta-ātma-bhūtāḥ
die allen Wesen zum eigenen Selbst geworden sind (Nom.Pl.)
suhṛdaḥ
die Wohlgesinnten, Freunde (Nom.Pl.)
saḥ
er (Nom.)
me
mein (Gen.)
gatiḥ
die Zuflucht, das Ziel (Nom.)

na vidyate yasya ca janma karma vā na nāma-rūpe guṇa-doṣa eva vā | tathāpi lokāpyaya-sambhavāya yaḥ sva-māyayā tāny anukālam ṛcchati || tasmai namaḥ pareśāya brahmaṇe 'nanta-śaktaye | arūpāyoru-rūpāya nama āścarya-karmaṇe

Ihm, dem weder Geburt noch Tat eignet, noch Name und Gestalt, noch Vorzug und Fehler – ihm, der dennoch zur Auflösung und Entstehung der Welt durch seine eigene Māyā von Zeit zu Zeit eben diese [Geburt, Taten, Namen und Gestalten] annimmt, ihm sei Verehrung – dem höchsten Herrn, dem Brahman von unbegrenzter Macht, dem Gestaltlosen und zugleich Vielgestaltigen, Verehrung ihm, dessen Taten wunderbar sind.

Wort für Wort
na
nicht
vidyate
es gibt (3.Sg.Med.)
yasya
dessen (Gen.)
ca
und
janma
Geburt (Nom.)
karma
Tat (Nom.)
vā
oder
na
nicht
nāma-rūpe
Name und Gestalt (Nom.Dual)
guṇa-doṣaḥ
Vorzug und Fehler (Nom.)
eva
gewiss
vā
oder
tathā api
dennoch (Adv.)
loka-apyaya-sambhavāya
zur Auflösung und Entstehung der Welt (Dat.)
yaḥ
der (Nom.)
sva-māyayā
durch seine eigene Māyā (Instr.)
tāni
diese (Akk.Pl.n.)
anukālam
von Zeit zu Zeit (Adv.)
ṛcchati
er nimmt an (3.Sg.)
tasmai
ihm (Dat.)
namaḥ
Verehrung
para-īśāya
dem höchsten Herrn (Dat.)
brahmaṇe
dem Brahman (Dat.)
ananta-śaktaye
dem von unbegrenzter Macht (Dat.)
arūpāya
dem Gestaltlosen (Dat.)
uru-rūpāya
dem Vielgestaltigen (Dat.)
namaḥ
Verehrung
āścarya-karmaṇe
dem von wunderbaren Taten (Dat.)

nama ātma-pradīpāya sākṣiṇe paramātmane | namo girāṁ vidūrāya manasaś cetasām api

Verehrung sei dem sich selbst Erleuchtenden, dem Zeugen, der höchsten Seele; Verehrung ihm, der fern ist von Worten und selbst vom Denksinn und den Erkenntniskräften unerreicht bleibt.

Wort für Wort
namaḥ
Verehrung
ātma-pradīpāya
dem sich selbst Erleuchtenden (Dat.)
sākṣiṇe
dem Zeugen (Dat.)
parama-ātmane
der höchsten Seele (Dat.)
namaḥ
Verehrung
girām
der Worte (Gen.Pl.)
vidūrāya
dem fernen, unerreichbaren (Dat.)
manasaḥ
des Denksinns (Gen.)
cetasām
der Erkenntniskräfte (Gen.Pl.)
api
auch, sogar

sattvena pratilabhyāya naiṣkarmyeṇa vipaścitā | namaḥ kaivalya-nāthāya nirvāṇa-sukha-saṁvide

Ihm, der durch reine Wesenheit und durch den Weisen, der handlungsfrei wirkt, erlangt wird – Verehrung sei dem Herrn der Alleinheit, dem Geber des Glücks der Erlösung.

Wort für Wort
sattvena
durch reine Wesenheit, Güte (Instr.)
pratilabhyāya
dem, der [dadurch] erlangt wird (Dat., Gerundivum)
naiṣkarmyeṇa
durch handlungsfreies Wirken (Instr.)
vipaścitā
durch den Weisen (Instr.)
namaḥ
Verehrung
kaivalya-nāthāya
dem Herrn der Alleinheit (Dat.)
nirvāṇa-sukha-saṁvide
dem Geber des Glücks der Erlöschung (Dat.)

namaḥ śāntāya ghorāya mūḍhāya guṇa-dharmiṇe | nirviśeṣāya sāmyāya namo jñāna-ghanāya ca

Verehrung dem Friedvollen, dem Furchtbaren, dem scheinbar Törichten, dem Träger der [Natur-]Eigenschaften; dem Unterschiedslosen, dem Gleichmütigen, und Verehrung dem aus geballter Erkenntnis Bestehenden.

Wort für Wort
namaḥ
Verehrung
śāntāya
dem Friedvollen (Dat.)
ghorāya
dem Furchtbaren (Dat.)
mūḍhāya
dem [scheinbar] Törichten (Dat.)
guṇa-dharmiṇe
dem Träger der [Natur-]Eigenschaften (Dat.)
nirviśeṣāya
dem Unterschiedslosen (Dat.)
sāmyāya
dem Gleichmütigen (Dat.)
namaḥ
Verehrung
jñāna-ghanāya
dem aus geballter Erkenntnis Bestehenden (Dat.)
ca
und

kṣetra-jñāya namas tubhyaṁ sarvādhyakṣāya sākṣiṇe | puruṣāyātma-mūlāya mūla-prakṛtaye namaḥ

Dir sei Verehrung, dem Kenner des Feldes [des Körpers], dem Aufseher über alles, dem Zeugen; dem Urwesen, dessen Wurzel [nur] das eigene Selbst ist, der Urnatur – Verehrung.

Wort für Wort
kṣetra-jñāya
dem Kenner des Feldes (Dat.)
namaḥ
Verehrung
tubhyam
dir (Dat.)
sarva-adhyakṣāya
dem Aufseher über alles (Dat.)
sākṣiṇe
dem Zeugen (Dat.)
puruṣāya
dem Urwesen (Dat.)
ātma-mūlāya
dessen Wurzel das Selbst ist (Dat.)
mūla-prakṛtaye
der Urnatur (Dat.)
namaḥ
Verehrung

sarvendriya-guṇa-draṣṭre sarva-pratyaya-hetave | asatā cchāyayoktāya sad-ābhāsāya te namaḥ

Dem Beschauer aller Sinnesobjekte, der Ursache aller Erkenntnis; dir, der durch das Nichtseiende, wie durch dessen Schattenbild, bezeichnet wird, dem Widerschein des Seienden – dir sei Verehrung.

Wort für Wort
sarva-indriya-guṇa-draṣṭre
dem Beschauer aller Sinnesobjekte (Dat.)
sarva-pratyaya-hetave
der Ursache aller Erkenntnis (Dat.)
asatā
durch das Nichtseiende (Instr.)
chāyayā
durch [dessen] Schatten (Instr.)
uktāya
dem [so] Bezeichneten (Dat.)
sat-ābhāsāya
dem Widerschein des Seienden (Dat.)
te
dir (Dat.)
namaḥ
Verehrung

namo namas te 'khila-kāraṇāya niṣkāraṇāyādbhuta-kāraṇāya | sarvāgamāmnāya-mahārṇavāya namo 'pavargāya parāyaṇāya

Verehrung, Verehrung dir, der Ursache von allem, dem Ursachelosen, der wunderbaren Ursache; dem großen Ozean der überlieferten Lehre aller heiligen Schriften – Verehrung dem Geber der Erlösung, der höchsten Zuflucht.

Wort für Wort
namaḥ namaḥ
Verehrung, Verehrung
te
dir (Dat.)
akhila-kāraṇāya
der Ursache von allem (Dat.)
niṣkāraṇāya
dem Ursachelosen (Dat.)
adbhuta-kāraṇāya
der wunderbaren Ursache (Dat.)
sarva-āgama-āmnāya-mahārṇavāya
dem großen Ozean der Überlieferung aller heiligen Schriften (Dat.)
namaḥ
Verehrung
apavargāya
dem Geber der Erlösung (Dat.)
parāyaṇāya
der höchsten Zuflucht (Dat.)

guṇāraṇi-cchanna-cid-uṣmapāya tat-kṣobha-visphūrjita-mānasāya | naiṣkarmya-bhāvena vivarjitāgama-svayaṁ-prakāśāya namas karomi

Dem, dessen Bewusstseinsglut wie verborgenes Feuer durch die Reibhölzer der [Natur-]Eigenschaften verdeckt ist, dessen [empirischer] Geist aus deren Erregung hervorbricht – ihm, der, frei von [äußerer] Überlieferung, durch den Zustand der Handlungslosigkeit sich selbst offenbart, erweise ich Verehrung.

Wort für Wort
guṇa-araṇi-channa-cit-uṣmapāya
dem, dessen Bewusstseinsglut vom Reibholz der Guṇas verborgen ist (Dat.)
tat-kṣobha-visphūrjita-mānasāya
dessen [empirischer] Geist aus deren Erregung hervorbricht (Dat.)
naiṣkarmya-bhāvena
durch den Zustand der Handlungslosigkeit (Instr.)
vivarjita-āgama-
frei von [äußerer] Überlieferung (Nom./Dat.-Kompositum)
svayam-prakāśāya
dem sich selbst Offenbarenden (Dat.)
namaḥ karomi
ich erweise Verehrung (1.Sg.)

[Anm.: Das Kompositum 'guṇāraṇi-cchanna-cid-uṣmapāya' vergleicht das Bewusstsein mit dem im Feuerreibholz (araṇi) verborgenen Feuer, das durch die drei Guṇas verdeckt wird; Lesart sparsam und nach wfw-Gloss angesetzt.]

mādṛk prapanna-paśu-pāśa-vimokṣaṇāya muktāya bhūri-karuṇāya namo 'layāya | svāṁśena sarva-tanu-bhṛn-manasi pratīta-pratyag-dṛśe bhagavate bṛhate namas te

Mir gleiche [Wesen], die sich [dir] ergeben haben, aus der Fessel der Tierheit zu befreien – dir, dem [selbst] Befreiten, von reichem Mitleid, Verehrung, dem nie Untätigen; der du durch deinen eigenen Anteil im Geist aller verkörperten Wesen als der innewohnende Betrachter erkannt wirst, dem Erhabenen, dem Unermesslichen – Verehrung sei dir.

Wort für Wort
mādṛk
mir gleich, meinesgleichen (Adv.)
prapanna-paśu-pāśa-vimokṣaṇāya
dem Befreier der sich ergebenden Tiere aus der Fessel (Dat.)
muktāya
dem [selbst] Befreiten (Dat.)
bhūri-karuṇāya
dem von reichem Mitleid (Dat.)
namaḥ
Verehrung
alayāya
dem nie Untätigen (Dat.)
sva-aṁśena
durch seinen eigenen Anteil (Instr.)
sarva-tanu-bhṛt-manasi
im Geist aller verkörperten Wesen (Lok.)
pratīta-pratyag-dṛśe
dem als innewohnender Betrachter Erkannten (Dat.)
bhagavate
dem Erhabenen (Dat.)
bṛhate
dem Unermesslichen (Dat.)
namaḥ te
Verehrung dir

ātmātma-jāpta-gṛha-vitta-janeṣu saktair duṣprāpaṇāya guṇa-saṅga-vivarjitāya | muktātmabhiḥ sva-hṛdaye paribhāvitāya jñānātmane bhagavate nama īśvarāya

Dem, der von denen, die an den eigenen Leib, die Kinder, Verwandten, das Haus, den Besitz und die Dienerschaft haften, schwer zu erlangen ist, der frei von Anhaftung an die [Natur-]Eigenschaften ist; der von den befreiten Seelen im eigenen Herzen [stets] betrachtet wird, dessen Wesen Erkenntnis ist – dem Erhabenen, dem Herrn, sei Verehrung.

Wort für Wort
ātma-ātma-ja-āpta-gṛha-vitta-janeṣu
an [den eigenen] Leib, Kinder, Verwandte, Haus, Besitz und Dienerschaft (Lok.Pl.)
saktaiḥ
von den [daran] Haftenden (Instr.Pl.)
duṣprāpaṇāya
dem schwer zu Erlangenden (Dat.)
guṇa-saṅga-vivarjitāya
dem von der Anhaftung an die Eigenschaften Freien (Dat.)
mukta-ātmabhiḥ
von den befreiten Seelen (Instr.Pl.)
sva-hṛdaye
im eigenen Herzen (Lok.)
paribhāvitāya
dem [stets] Betrachteten (Dat.)
jñāna-ātmane
dessen Wesen Erkenntnis ist (Dat.)
bhagavate
dem Erhabenen (Dat.)
namaḥ
Verehrung
īśvarāya
dem Herrn (Dat.)

yaṁ dharma-kāmārtha-vimukti-kāmā bhajanta iṣṭāṁ gatim āpnuvanti | kiṁ cāśiṣo rāty api deham avyayaṁ karotu me 'dabhra-dayo vimokṣaṇam

Ihn, den die nach Dharma, Sinnesgenuss, Reichtum und Erlösung Verlangenden verehren und so das ersehnte Ziel erlangen – er gewährt sogar [weitere] Segnungen und einen unvergänglichen Leib. Er, von unermesslichem Mitleid, möge mir die Befreiung gewähren.

Wort für Wort
yam
den (Akk.)
dharma-kāma-artha-vimukti-kāmāḥ
die nach Dharma, Sinnesgenuss, Reichtum und Erlösung Verlangenden (Nom.Pl.)
bhajantaḥ
ihn verehrend (Nom.Pl., Part.)
iṣṭām
das ersehnte (Akk.)
gatim
Ziel (Akk.)
āpnuvanti
sie erlangen (3.Pl.)
kim ca
und ferner (Adv.)
āśiṣaḥ
Segnungen (Akk.Pl.)
rāti
er gewährt (3.Sg.)
api
sogar
deham
einen Leib (Akk.)
avyayam
unvergänglichen (Akk.)
karotu
er möge gewähren (3.Sg.Imp.)
me
mir (Dat.)
adabhra-dayaḥ
der von unermesslichem Mitleid (Nom.)
vimokṣaṇam
die Befreiung (Akk.)

ekāntino yasya na kañcanārthaṁ vāñchanti ye vai bhagavat-prapannāḥ | aty-adbhutaṁ tac-caritaṁ sumaṅgalaṁ gāyanta ānanda-samudra-magnāḥ || tam akṣaraṁ brahma paraṁ pareśam avyaktam ādhyātmika-yoga-gamyam | atīndriyaṁ sūkṣmam ivātidūram anantam ādyaṁ paripūrṇam īḍe

Die ausschließlich [ihm] Ergebenen, die sich dem Erhabenen ergeben haben, wünschen keinerlei Lohn; sie, seine höchst wunderbaren und heilbringenden Taten besingend, sind in den Ozean der Wonne versunken. Ihn, das unvergängliche Brahman, das Höchste, den Herrn der höchsten [Wesen], den Unentfalteten, den nur durch spirituellen Yoga Erreichbaren, den die Sinne Übersteigenden, den gleichsam Feinen und zugleich überaus Fernen, den Grenzenlosen, den Uranfänglichen, den ganz Erfüllten – ihn preise ich.

Wort für Wort
ekāntinaḥ
die ausschließlich [ihm] Ergebenen (Nom.Pl.)
yasya
dessen (Gen.)
na
nicht
kañcana
irgendetwas (Akk.)
artham
einen Nutzen (Akk.)
vāñchanti
sie wünschen (3.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
vai
fürwahr
bhagavat-prapannāḥ
die sich dem Erhabenen Ergebenen (Nom.Pl.)
ati-adbhutam
höchst wunderbare (Akk.)
tat-caritam
dessen Taten (Akk.)
su-maṅgalam
höchst heilbringende (Akk.)
gāyantaḥ
singend (Nom.Pl., Part.)
ānanda-samudra-magnāḥ
in den Ozean der Wonne Versunkene (Nom.Pl.)
tam
ihn (Akk.)
akṣaram
den Unvergänglichen (Akk.)
brahma
das Brahman (Akk.)
param
das Höchste (Akk.)
para-īśam
den Herrn der höchsten [Wesen] (Akk.)
avyaktam
den Unentfalteten (Akk.)
ādhyātmika-yoga-gamyam
den durch spirituellen Yoga Erreichbaren (Akk.)
atīndriyam
den die Sinne Übersteigenden (Akk.)
sūkṣmam
den Feinen (Akk.)
iva
gleichsam
ati-dūram
den sehr Fernen (Akk.)
anantam
den Grenzenlosen (Akk.)
ādyam
den Uranfänglichen (Akk.)
paripūrṇam
den ganz Erfüllten (Akk.)
īḍe
ich preise (1.Sg.Med.)

yasya brahmādayo devā vedā lokāś carācarāḥ | nāma-rūpa-vibhedena phalgvyā ca kalayā kṛtāḥ || yathārciṣo 'gneḥ savitur gabhastayo niryānti saṁyānty asakṛt sva-rociṣaḥ | tathā yato 'yaṁ guṇa-sampravāho buddhir manaḥ khāni śarīra-sargāḥ || sa vai na devāsura-martya-tiryaṅ na strī na ṣaṇḍho na pumān na jantuḥ | nāyaṁ guṇaḥ karma na san na cāsan niṣedha-śeṣo jayatād aśeṣaḥ

Dessen geringem Anteil – durch die Unterscheidung von Namen und Gestalt – die Götter mit Brahmā an der Spitze, die Veden, die Welten samt den beweglichen und unbeweglichen [Wesen] entstammen, wie die Flammen des Feuers und die Strahlen der Sonne, [beide] aus eigenem Glanz [entstehend], wiederholt hervorgehen und wieder eingehen – ebenso [entstehen] aus ihm dieser Strom der [Natur-]Eigenschaften, der Verstand, der Denksinn, die Sinnesorgane und die Hervorbringungen des Körpers. Er ist fürwahr weder Gott, Dämon, Mensch noch Tier, weder Frau, Geschlechtsloser noch Mann, kein [gewöhnliches] Lebewesen; er ist nicht [bloß] Eigenschaft, nicht Handlung, weder seiend noch nichtseiend – er, der als Rest [aller] Verneinung übrigbleibt, der Restlose, möge triumphieren!

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen.)
brahma-ādayaḥ
mit Brahmā an der Spitze (Nom.Pl.)
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
vedāḥ
die Veden (Nom.Pl.)
lokāḥ
die Welten (Nom.Pl.)
cara-acarāḥ
die beweglichen und unbeweglichen [Wesen] (Nom.Pl.)
nāma-rūpa-vibhedena
durch die Unterscheidung von Namen und Gestalt (Instr.)
phalgvyā
durch [seinen] geringen [Anteil] (Instr.Sg.f.)
ca
und
kalayā
durch [seinen] Teil (Instr.)
kṛtāḥ
geschaffen, entstammt (Nom.Pl.)
yathā
wie (Adv.)
arciṣaḥ
die Flammen (Nom.Pl.)
agneḥ
des Feuers (Gen.)
savituḥ
der Sonne (Gen.)
gabhastayaḥ
die Strahlen (Nom.Pl.)
niryānti
sie gehen hervor (3.Pl.)
saṁyānti
sie gehen [wieder] ein (3.Pl.)
asakṛt
wiederholt (Adv.)
sva-rociṣaḥ
aus eigenem Glanz [entstehend] (Nom.Pl.)
tathā
so, ebenso (Adv.)
yataḥ
aus dem (Abl.)
ayam
dieser (Nom.)
guṇa-sampravāhaḥ
der Strom der [Natur-]Eigenschaften (Nom.)
buddhiḥ
der Verstand (Nom.)
manaḥ
der Denksinn (Nom.)
khāni
die Sinnesorgane (Nom.Pl.)
śarīra-sargāḥ
die Hervorbringungen des Körpers (Nom.Pl.)
saḥ
er (Nom.)
vai
fürwahr
na
nicht
deva-asura-martya-tiryak
Gott, Dämon, Mensch oder Tier (Nom.)
na
nicht
strī
Frau (Nom.)
na
nicht
ṣaṇḍhaḥ
Geschlechtsloser (Nom.)
na
nicht
pumān
Mann (Nom.)
na
nicht
jantuḥ
[gewöhnliches] Lebewesen (Nom.)
na ayam
nicht dieser
guṇaḥ
Eigenschaft (Nom.)
karma
Handlung (Nom.)
na
nicht
sat
seiend (Nom.n.)
na ca
und nicht
asat
nichtseiend (Nom.n.)
niṣedha-śeṣaḥ
der als Rest der Verneinung übrigbleibt (Nom.)
jayatāt
er möge triumphieren (3.Sg.Imp.)
aśeṣaḥ
der Restlose (Nom.)

[Anm.: 'niṣedha-śeṣaḥ' spielt auf die upaniṣadische Methode des 'neti neti' (nicht dies, nicht dies) an.]

jijīviṣe nāham ihāmuyā kim antar bahiś cāvṛtayebha-yonyā | icchāmi kālena na yasya viplavas tasyātma-lokāvaraṇasya mokṣam

Ich wünsche nicht zu leben, weder hier [in diesem Leib] noch in einem künftigen, durch diese innerlich wie äußerlich [von Unwissenheit] umhüllte Geburt als Elefant – wozu? Ich begehre die Befreiung von der Verhüllung der Schau des Selbst, dessen [Wesen] durch die Zeit keinen Untergang [erleidet].

Wort für Wort
jijīviṣe
ich wünsche zu leben (1.Sg.Med., Desid.)
na
nicht
aham
ich (Nom.)
iha
hier (Adv.)
amuyā
mit diesem [Leib] (Instr.Sg.f.)
kim
wozu (Frage-Adv.)
antaḥ
innerlich (Adv.)
bahiḥ
äußerlich (Adv.)
ca
und
āvṛtayā
durch die umhüllte (Instr.)
ibha-yonyā
durch diese Geburt als Elefant (Instr.)
icchāmi
ich wünsche (1.Sg.)
kālena
durch die Zeit (Instr.)
na
nicht
yasya
dessen (Gen.)
viplavaḥ
Untergang (Nom.)
tasya
dessen (Gen.)
ātma-loka-āvaraṇasya
der Verhüllung der Schau des Selbst (Gen.)
mokṣam
die Befreiung (Akk.)

so 'haṁ viśva-sṛjaṁ viśvam aviśvaṁ viśva-vedasam | viśvātmānam ajaṁ brahma praṇato 'smi paraṁ padam

Eben ich verneige mich vor dem Schöpfer des Universums, der zugleich das Universum selbst und doch nicht das Universum ist, vor dem Kenner des Universums, der Seele des Universums, dem Ungeborenen, dem Brahman, dem höchsten Zustand.

Wort für Wort
saḥ aham
eben ich (Nom.)
viśva-sṛjam
den Schöpfer des Universums (Akk.)
viśvam
das Universum [selbst] (Akk.)
aviśvam
den über das Universum Hinausgehenden (Akk.)
viśva-vedasam
den Kenner des Universums (Akk.)
viśva-ātmānam
die Seele des Universums (Akk.)
ajam
den Ungeborenen (Akk.)
brahma
das Brahman (Akk.)
praṇataḥ asmi
ich verneige mich (1.Sg.)
param
das Höchste (Akk.)
padam
den Zustand (Akk.)

yoga-randhita-karmāṇo hṛdi yoga-vibhāvite | yogino yaṁ prapaśyanti yogeśaṁ taṁ nato 'smy aham

Vor ihm, den die Yogis, deren Taten durch Yoga [gleichsam verzehrt und] gereinigt sind, im durch Yoga geläuterten Herzen erschauen – vor ihm, dem Herrn des Yoga, verneige ich mich.

Wort für Wort
yoga-randhita-karmāṇaḥ
die, deren Taten durch Yoga verbrannt sind (Nom.Pl.)
hṛdi
im Herzen (Lok.)
yoga-vibhāvite
im durch Yoga geläuterten [Herzen] (Lok.)
yoginaḥ
die Yogis (Nom.Pl.)
yam
den (Akk.)
prapaśyanti
sie erschauen (3.Pl.)
yoga-īśam
den Herrn des Yoga (Akk.)
tam
ihn (Akk.)
nataḥ asmi aham
ich verneige mich (1.Sg.)

namo namas tubhyam asahya-vega-śakti-trayāyākhila-dhī-guṇāya | prapanna-pālāya duranta-śaktaye kad-indriyāṇām anavāpya-vartmane

Verehrung, Verehrung dir, dem von unwiderstehlicher Wucht dreifacher Macht, dem [Ursprung] aller Erkenntniskraft; dem Beschützer der sich [dir] Ergebenden, dem von unüberwindlicher Macht, dem für Menschen mit unbeherrschten Sinnen auf unerreichbarem Pfad [Weilenden].

Wort für Wort
namaḥ namaḥ
Verehrung, Verehrung
tubhyam
dir (Dat.)
asahya-vega-śakti-trayāya
dem von unwiderstehlicher Wucht dreifacher Macht (Dat.)
akhila-dhī-guṇāya
dem [Ursprung] aller Erkenntniskraft (Dat.)
prapanna-pālāya
dem Beschützer der sich Ergebenden (Dat.)
duranta-śaktaye
dem von unüberwindlicher Macht (Dat.)
kat-indriyāṇām
für die von unbeherrschten Sinnen (Gen.Pl.)
anavāpya-vartmane
dem auf unerreichbarem Pfad [Weilenden] (Dat.)

nāyaṁ veda svam ātmānaṁ yac-chaktyāhaṁ-dhiyā hatam | taṁ duratyaya-māhātmyaṁ bhagavantam ito 'smy aham

Dieses [Lebewesen] kennt nicht sein eigenes Selbst, das durch dessen Macht mittels der Ich-Vorstellung verdeckt ist. Zu ihm, dessen Erhabenheit schwer zu ergründen ist, dem Erhabenen, nehme ich Zuflucht.

Wort für Wort
na
nicht
ayam
dieser (Nom.)
veda
kennt (3.Sg.Perf.)
svam
das eigene (Akk.)
ātmānam
Selbst (Akk.)
yat-śaktyā
durch dessen Macht (Instr.)
aham-dhiyā
durch die Ich-Vorstellung (Instr.)
hatam
verdeckt, geschlagen (Akk., PPP)
tam
ihn (Akk.)
duratyaya-māhātmyam
dessen Erhabenheit schwer zu ergründen ist (Akk.)
bhagavantam
den Erhabenen (Akk.)
itaḥ asmi aham
ich nehme Zuflucht (1.Sg.)

[Anm.: 'itaḥ asmi' (wörtl. 'ich bin gegangen') im Sinne von 'ich nehme Zuflucht bei' gedeutet.]

śrī-śuka uvāca | evaṁ gajendram upavarṇita-nirviśeṣaṁ brahmādayo vividha-liṅga-bhidābhimānāḥ | naite yadopasasṛpur nikhilātmakatvāt tatrākhilāmara-mayo harir āvirāsīt

Śrī Śuka sprach: Als Gajendra so [den Höchsten] ohne nähere Bestimmung beschrieben hatte, näherten sich ihm die [Götter] mit Brahmā an der Spitze, die sich durch ihre mannigfachen unterschiedlichen Erscheinungsformen für [eigenständige] Autoritäten hielten, nicht – weil er [der Angerufene] die Seele von allem ist. Da erschien Hari, aus allen Unsterblichen bestehend.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
evam
so (Adv.)
gajendram
auf Gajendra bezogen (Akk.)
upavarṇita-nirviśeṣam
den ohne nähere Bestimmung Beschriebenen (Akk.)
brahma-ādayaḥ
[die Götter] mit Brahmā an der Spitze (Nom.Pl.)
vividha-liṅga-bhidā-abhimānāḥ
die sich durch mannigfache Erscheinungsformen für Autoritäten hielten (Nom.Pl.)
na ete
nicht diese
yadā
als (Adv.)
upasasṛpuḥ
sie näherten sich (3.Pl.Perf.)
nikhila-ātmakatvāt
weil er die Seele von allem ist (Abl.)
tatra
da (Adv.)
akhila-amara-mayaḥ
aus allen Unsterblichen bestehend (Nom.)
hariḥ
Hari (Nom.)
āvirāsīt
er erschien (3.Sg.Aor.)

taṁ tadvad ārtam upalabhya jagan-nivāsaḥ stotraṁ niśamya divijaiḥ saha saṁstuvadbhiḥ | chandomayena garuḍena samuhyamānaś cakrāyudho 'bhyagamad āśu yato gajendraḥ

Nachdem der Bewohner der Welt [Viṣṇu] ihn [Gajendra] derart bedrängt wahrgenommen und das Loblied vernommen hatte – zusammen mit dem Lobpreis der Himmlischen, die ebenfalls priesen –, kam er, getragen von Garuḍa, der nach Belieben dahinflog, mit dem Diskus bewaffnet, eilends dorthin, wo Gajendra war.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
tadvat
derart (Adv.)
ārtam
bedrängt, leidend (Akk.)
upalabhya
nachdem er wahrgenommen hatte (Absol.)
jagat-nivāsaḥ
der Bewohner der Welt (Nom.)
stotram
das Loblied (Akk.)
niśamya
nachdem er vernommen hatte (Absol.)
divijaiḥ
mit den Himmelsgeborenen (Instr.Pl.)
saha
zusammen mit
saṁstuvadbhiḥ
die [ebenfalls] priesen (Instr.Pl., Part.)
chandaḥ-mayena
mit dem nach Belieben [dahinfliegenden, Garuḍa] (Instr.)
garuḍena
mit Garuḍa (Instr.)
samuhyamānaḥ
getragen werdend (Nom., Part.)
cakra-āyudhaḥ
der mit dem Diskus Bewaffnete (Nom.)
abhyagamat
er kam heran (3.Sg.Impf.)
āśu
eilends (Adv.)
yataḥ
wo (Adv.)
gajendraḥ
Gajendra (Nom.)

so 'ntaḥ-sarasy urubalena gṛhīta ārto dṛṣṭvā garutmati hariṁ kha upātta-cakram | utkṣipya sāmbuja-karaṁ giramāha kṛcchrān nārāyaṇākhila-guro bhagavan namas te

Er, im See von der gewaltigen Kraft [des Krokodils] ergriffen und leidend, sah am Himmel Hari auf Garuḍa, den Diskus ergriffen haltend; er hob seinen Rüssel samt einer Lotosblüte empor und sprach mit großer Mühe die Worte: 'O Nārāyaṇa, o Herr von allem, o Erhabener, Verehrung sei dir!'

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
antaḥ-sarasi
im [Innern des] Sees (Lok.)
uru-balena
von großer Kraft (Instr.)
gṛhītaḥ
ergriffen (Nom.)
ārtaḥ
leidend (Nom.)
dṛṣṭvā
nachdem er gesehen hatte (Absol.)
garutmati
auf Garuḍa (Lok.)
harim
Hari (Akk.)
khe
am Himmel (Lok.)
upātta-cakram
der den Diskus ergriffen hatte (Akk.)
utkṣipya
emporhebend (Absol.)
sa-ambuja-karam
die Hand [den Rüssel] samt einer Lotosblüte (Akk.)
giram
die Worte (Akk.)
āha
er sprach (3.Sg.Perf.)
kṛcchrāt
mit großer Mühe (Abl., Adv.)
nārāyaṇa
o Nārāyaṇa (Vok.)
akhila-guro
o Herr von allem (Vok.)
bhagavan
o Erhabener (Vok.)
namaḥ te
Verehrung dir

taṁ vīkṣya pīḍitam ajaḥ sahasāvatīrya sa-grāham āśu sarasaḥ kṛpayojjahāra | grāhād vipāṭita-mukhād ariṇā gajendraṁ saṁpaśyatāṁ harir amūmucad ucchriyāṇām

Als der Ungeborene [Viṣṇu] ihn so gequält sah, stieg er sogleich herab und zog ihn samt dem Krokodil rasch aus dem See, aus Mitleid; dann befreite Hari mit dem Diskus Gajendra aus dem Krokodil, dessen Maul er aufgerissen hatte, während die Erhabenen [Götter] zuschauten.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
vīkṣya
nachdem er gesehen hatte (Absol.)
pīḍitam
gequält (Akk.)
ajaḥ
der Ungeborene (Nom.)
sahasā
sogleich (Adv.)
avatīrya
herabsteigend (Absol.)
sa-grāham
samt dem Krokodil (Akk.)
āśu
rasch (Adv.)
sarasaḥ
aus dem See (Abl.)
kṛpayā
aus Mitleid (Instr.)
ujjahāra
er zog heraus (3.Sg.Perf.)
grāhāt
aus dem Krokodil (Abl.)
vipāṭita-mukhāt
dessen Maul aufgerissen war (Abl.)
ariṇā
mit dem Diskus (Instr.)
gajendram
Gajendra (Akk.)
sampaśyatām
während sie zusahen (Gen.Pl., Part.)
hariḥ
Hari (Nom.)
amūmucat
er befreite (3.Sg.Aor.)
ucchriyāṇām
der Erhabenen [Götter] (Gen.Pl.)

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