Śrī Bādarāyaṇi [Śukadeva] sprach: So, mit dem Verstand entschlossen, den Geist im Herzen sammelnd, murmelte er das höchste Gebet, das er in seiner früheren Geburt erlernt hatte.
Śrī Gajendra sprach: Oṁ. Verehrung sei jenem Erhabenen, aus dem dies [Universum], dessen Wesen Bewusstsein ist, [entstanden ist] – auf den Urmenschen, den ersten Samen [aller Dinge], den höchsten Herrn wollen wir meditieren.
yasminn idaṁ yataś cedaṁ yenedaṁ ya idaṁ svayam | yo 'smāt parasmāc ca paras taṁ prapadye svayambhuvam
In dem dies [Universum ruht], aus dem dies [entsteht], durch den dies [gemacht wird], der selbst dies [Universum] ist – der, der sowohl von diesem [der Wirkung] als auch von jenem [der Ursache] verschieden und höher ist: ihm, dem Selbstentstandenen, ergebe ich mich.
yaḥ svātmanīdaṁ nija-māyayārpitaṁ kvacid vibhātaṁ kva ca tat tirohitam | aviddha-dṛk sākṣy ubhayaṁ tad īkṣate sa ātma-mūlo 'vatu māṁ parāt-paraḥ
Er, der dieses [Universum], das durch seine eigene Māyā in ihn selbst hineingelegt ist, bald offenbart und bald verborgen sieht, dessen Blick ungetrübt bleibt, der als Zeuge beides betrachtet – er, dessen Wurzel [nur] er selbst ist, der Höhere als das Höchste, möge mich schützen.
Als durch die Zeit die Welten samt ihren Hütern und allen Ursachen [des Weltalls] gänzlich der Auflösung anheimgefallen waren, da war dichte, tiefe Finsternis. Der Mächtige aber erstrahlt jenseits jener [Finsternis].
na yasya devā ṛṣayaḥ padaṁ vidur jantuḥ punaḥ ko 'rhati gantum īritum | yathā naṭasyākṛtibhir viceṣṭato duratyayānukramaṇaḥ sa māvatu
Dessen Zustand nicht einmal die Götter und Weisen kennen – wie sollte dann gar ein [gewöhnliches] Lebewesen imstande sein, dorthin zu gelangen oder ihn zu beschreiben? Wie ein Schauspieler, der durch wechselnde Gestalten agiert, so ist sein Vorgehen schwer zu ergründen – er möge mich schützen.
didṛkṣavo yasya padaṁ sumaṅgalaṁ vimukta-saṅgā munayaḥ susādhavaḥ | caranty aloka-vratam avraṇaṁ vane bhūtātma-bhūtāḥ suhṛdaḥ sa me gatiḥ
Er, dessen höchst heilbringende Füße die von aller Anhaftung befreiten Weisen, die trefflichen Vollkommenen, zu schauen wünschen, indem sie im Wald das makellose Gelübde der Weltabgeschiedenheit üben, allen Wesen zum eigenen Selbst geworden, Freunde [aller] – er ist meine Zuflucht.
Wort für Wort
didṛkṣavaḥ
die zu sehen wünschen (Nom.Pl., Desid.)
yasya
dessen (Gen.)
padam
die Füße (Akk.)
su-maṅgalam
höchst heilbringend (Akk.)
vimukta-saṅgāḥ
die von aller Anhaftung befreiten (Nom.Pl.)
munayaḥ
die Weisen (Nom.Pl.)
su-sādhavaḥ
die trefflich Vollkommenen (Nom.Pl.)
caranti
sie wandeln, üben (3.Pl.)
aloka-vratam
das Gelübde der Weltabgeschiedenheit (Akk.)
avraṇam
fehlerlos, makellos (Akk.)
vane
im Wald (Lok.)
bhūta-ātma-bhūtāḥ
die allen Wesen zum eigenen Selbst geworden sind (Nom.Pl.)
na vidyate yasya ca janma karma vā na nāma-rūpe guṇa-doṣa eva vā | tathāpi lokāpyaya-sambhavāya yaḥ sva-māyayā tāny anukālam ṛcchati || tasmai namaḥ pareśāya brahmaṇe 'nanta-śaktaye | arūpāyoru-rūpāya nama āścarya-karmaṇe
Ihm, dem weder Geburt noch Tat eignet, noch Name und Gestalt, noch Vorzug und Fehler – ihm, der dennoch zur Auflösung und Entstehung der Welt durch seine eigene Māyā von Zeit zu Zeit eben diese [Geburt, Taten, Namen und Gestalten] annimmt, ihm sei Verehrung – dem höchsten Herrn, dem Brahman von unbegrenzter Macht, dem Gestaltlosen und zugleich Vielgestaltigen, Verehrung ihm, dessen Taten wunderbar sind.
nama ātma-pradīpāya sākṣiṇe paramātmane | namo girāṁ vidūrāya manasaś cetasām api
Verehrung sei dem sich selbst Erleuchtenden, dem Zeugen, der höchsten Seele; Verehrung ihm, der fern ist von Worten und selbst vom Denksinn und den Erkenntniskräften unerreicht bleibt.
Ihm, der durch reine Wesenheit und durch den Weisen, der handlungsfrei wirkt, erlangt wird – Verehrung sei dem Herrn der Alleinheit, dem Geber des Glücks der Erlösung.
Wort für Wort
sattvena
durch reine Wesenheit, Güte (Instr.)
pratilabhyāya
dem, der [dadurch] erlangt wird (Dat., Gerundivum)
namaḥ śāntāya ghorāya mūḍhāya guṇa-dharmiṇe | nirviśeṣāya sāmyāya namo jñāna-ghanāya ca
Verehrung dem Friedvollen, dem Furchtbaren, dem scheinbar Törichten, dem Träger der [Natur-]Eigenschaften; dem Unterschiedslosen, dem Gleichmütigen, und Verehrung dem aus geballter Erkenntnis Bestehenden.
Dir sei Verehrung, dem Kenner des Feldes [des Körpers], dem Aufseher über alles, dem Zeugen; dem Urwesen, dessen Wurzel [nur] das eigene Selbst ist, der Urnatur – Verehrung.
sarvendriya-guṇa-draṣṭre sarva-pratyaya-hetave | asatā cchāyayoktāya sad-ābhāsāya te namaḥ
Dem Beschauer aller Sinnesobjekte, der Ursache aller Erkenntnis; dir, der durch das Nichtseiende, wie durch dessen Schattenbild, bezeichnet wird, dem Widerschein des Seienden – dir sei Verehrung.
namo namas te 'khila-kāraṇāya niṣkāraṇāyādbhuta-kāraṇāya | sarvāgamāmnāya-mahārṇavāya namo 'pavargāya parāyaṇāya
Verehrung, Verehrung dir, der Ursache von allem, dem Ursachelosen, der wunderbaren Ursache; dem großen Ozean der überlieferten Lehre aller heiligen Schriften – Verehrung dem Geber der Erlösung, der höchsten Zuflucht.
Wort für Wort
namaḥ namaḥ
Verehrung, Verehrung
te
dir (Dat.)
akhila-kāraṇāya
der Ursache von allem (Dat.)
niṣkāraṇāya
dem Ursachelosen (Dat.)
adbhuta-kāraṇāya
der wunderbaren Ursache (Dat.)
sarva-āgama-āmnāya-mahārṇavāya
dem großen Ozean der Überlieferung aller heiligen Schriften (Dat.)
Dem, dessen Bewusstseinsglut wie verborgenes Feuer durch die Reibhölzer der [Natur-]Eigenschaften verdeckt ist, dessen [empirischer] Geist aus deren Erregung hervorbricht – ihm, der, frei von [äußerer] Überlieferung, durch den Zustand der Handlungslosigkeit sich selbst offenbart, erweise ich Verehrung.
Wort für Wort
guṇa-araṇi-channa-cit-uṣmapāya
dem, dessen Bewusstseinsglut vom Reibholz der Guṇas verborgen ist (Dat.)
tat-kṣobha-visphūrjita-mānasāya
dessen [empirischer] Geist aus deren Erregung hervorbricht (Dat.)
naiṣkarmya-bhāvena
durch den Zustand der Handlungslosigkeit (Instr.)
vivarjita-āgama-
frei von [äußerer] Überlieferung (Nom./Dat.-Kompositum)
svayam-prakāśāya
dem sich selbst Offenbarenden (Dat.)
namaḥ karomi
ich erweise Verehrung (1.Sg.)
[Anm.: Das Kompositum 'guṇāraṇi-cchanna-cid-uṣmapāya' vergleicht das Bewusstsein mit dem im Feuerreibholz (araṇi) verborgenen Feuer, das durch die drei Guṇas verdeckt wird; Lesart sparsam und nach wfw-Gloss angesetzt.]
mādṛk prapanna-paśu-pāśa-vimokṣaṇāya muktāya bhūri-karuṇāya namo 'layāya | svāṁśena sarva-tanu-bhṛn-manasi pratīta-pratyag-dṛśe bhagavate bṛhate namas te
Mir gleiche [Wesen], die sich [dir] ergeben haben, aus der Fessel der Tierheit zu befreien – dir, dem [selbst] Befreiten, von reichem Mitleid, Verehrung, dem nie Untätigen; der du durch deinen eigenen Anteil im Geist aller verkörperten Wesen als der innewohnende Betrachter erkannt wirst, dem Erhabenen, dem Unermesslichen – Verehrung sei dir.
Wort für Wort
mādṛk
mir gleich, meinesgleichen (Adv.)
prapanna-paśu-pāśa-vimokṣaṇāya
dem Befreier der sich ergebenden Tiere aus der Fessel (Dat.)
Dem, der von denen, die an den eigenen Leib, die Kinder, Verwandten, das Haus, den Besitz und die Dienerschaft haften, schwer zu erlangen ist, der frei von Anhaftung an die [Natur-]Eigenschaften ist; der von den befreiten Seelen im eigenen Herzen [stets] betrachtet wird, dessen Wesen Erkenntnis ist – dem Erhabenen, dem Herrn, sei Verehrung.
Wort für Wort
ātma-ātma-ja-āpta-gṛha-vitta-janeṣu
an [den eigenen] Leib, Kinder, Verwandte, Haus, Besitz und Dienerschaft (Lok.Pl.)
saktaiḥ
von den [daran] Haftenden (Instr.Pl.)
duṣprāpaṇāya
dem schwer zu Erlangenden (Dat.)
guṇa-saṅga-vivarjitāya
dem von der Anhaftung an die Eigenschaften Freien (Dat.)
yaṁ dharma-kāmārtha-vimukti-kāmā bhajanta iṣṭāṁ gatim āpnuvanti | kiṁ cāśiṣo rāty api deham avyayaṁ karotu me 'dabhra-dayo vimokṣaṇam
Ihn, den die nach Dharma, Sinnesgenuss, Reichtum und Erlösung Verlangenden verehren und so das ersehnte Ziel erlangen – er gewährt sogar [weitere] Segnungen und einen unvergänglichen Leib. Er, von unermesslichem Mitleid, möge mir die Befreiung gewähren.
Wort für Wort
yam
den (Akk.)
dharma-kāma-artha-vimukti-kāmāḥ
die nach Dharma, Sinnesgenuss, Reichtum und Erlösung Verlangenden (Nom.Pl.)
ekāntino yasya na kañcanārthaṁ vāñchanti ye vai bhagavat-prapannāḥ | aty-adbhutaṁ tac-caritaṁ sumaṅgalaṁ gāyanta ānanda-samudra-magnāḥ || tam akṣaraṁ brahma paraṁ pareśam avyaktam ādhyātmika-yoga-gamyam | atīndriyaṁ sūkṣmam ivātidūram anantam ādyaṁ paripūrṇam īḍe
Die ausschließlich [ihm] Ergebenen, die sich dem Erhabenen ergeben haben, wünschen keinerlei Lohn; sie, seine höchst wunderbaren und heilbringenden Taten besingend, sind in den Ozean der Wonne versunken. Ihn, das unvergängliche Brahman, das Höchste, den Herrn der höchsten [Wesen], den Unentfalteten, den nur durch spirituellen Yoga Erreichbaren, den die Sinne Übersteigenden, den gleichsam Feinen und zugleich überaus Fernen, den Grenzenlosen, den Uranfänglichen, den ganz Erfüllten – ihn preise ich.
yasya brahmādayo devā vedā lokāś carācarāḥ | nāma-rūpa-vibhedena phalgvyā ca kalayā kṛtāḥ || yathārciṣo 'gneḥ savitur gabhastayo niryānti saṁyānty asakṛt sva-rociṣaḥ | tathā yato 'yaṁ guṇa-sampravāho buddhir manaḥ khāni śarīra-sargāḥ || sa vai na devāsura-martya-tiryaṅ na strī na ṣaṇḍho na pumān na jantuḥ | nāyaṁ guṇaḥ karma na san na cāsan niṣedha-śeṣo jayatād aśeṣaḥ
Dessen geringem Anteil – durch die Unterscheidung von Namen und Gestalt – die Götter mit Brahmā an der Spitze, die Veden, die Welten samt den beweglichen und unbeweglichen [Wesen] entstammen, wie die Flammen des Feuers und die Strahlen der Sonne, [beide] aus eigenem Glanz [entstehend], wiederholt hervorgehen und wieder eingehen – ebenso [entstehen] aus ihm dieser Strom der [Natur-]Eigenschaften, der Verstand, der Denksinn, die Sinnesorgane und die Hervorbringungen des Körpers. Er ist fürwahr weder Gott, Dämon, Mensch noch Tier, weder Frau, Geschlechtsloser noch Mann, kein [gewöhnliches] Lebewesen; er ist nicht [bloß] Eigenschaft, nicht Handlung, weder seiend noch nichtseiend – er, der als Rest [aller] Verneinung übrigbleibt, der Restlose, möge triumphieren!
Wort für Wort
yasya
dessen (Gen.)
brahma-ādayaḥ
mit Brahmā an der Spitze (Nom.Pl.)
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
vedāḥ
die Veden (Nom.Pl.)
lokāḥ
die Welten (Nom.Pl.)
cara-acarāḥ
die beweglichen und unbeweglichen [Wesen] (Nom.Pl.)
nāma-rūpa-vibhedena
durch die Unterscheidung von Namen und Gestalt (Instr.)
phalgvyā
durch [seinen] geringen [Anteil] (Instr.Sg.f.)
ca
und
kalayā
durch [seinen] Teil (Instr.)
kṛtāḥ
geschaffen, entstammt (Nom.Pl.)
yathā
wie (Adv.)
arciṣaḥ
die Flammen (Nom.Pl.)
agneḥ
des Feuers (Gen.)
savituḥ
der Sonne (Gen.)
gabhastayaḥ
die Strahlen (Nom.Pl.)
niryānti
sie gehen hervor (3.Pl.)
saṁyānti
sie gehen [wieder] ein (3.Pl.)
asakṛt
wiederholt (Adv.)
sva-rociṣaḥ
aus eigenem Glanz [entstehend] (Nom.Pl.)
tathā
so, ebenso (Adv.)
yataḥ
aus dem (Abl.)
ayam
dieser (Nom.)
guṇa-sampravāhaḥ
der Strom der [Natur-]Eigenschaften (Nom.)
buddhiḥ
der Verstand (Nom.)
manaḥ
der Denksinn (Nom.)
khāni
die Sinnesorgane (Nom.Pl.)
śarīra-sargāḥ
die Hervorbringungen des Körpers (Nom.Pl.)
saḥ
er (Nom.)
vai
fürwahr
na
nicht
deva-asura-martya-tiryak
Gott, Dämon, Mensch oder Tier (Nom.)
na
nicht
strī
Frau (Nom.)
na
nicht
ṣaṇḍhaḥ
Geschlechtsloser (Nom.)
na
nicht
pumān
Mann (Nom.)
na
nicht
jantuḥ
[gewöhnliches] Lebewesen (Nom.)
na ayam
nicht dieser
guṇaḥ
Eigenschaft (Nom.)
karma
Handlung (Nom.)
na
nicht
sat
seiend (Nom.n.)
na ca
und nicht
asat
nichtseiend (Nom.n.)
niṣedha-śeṣaḥ
der als Rest der Verneinung übrigbleibt (Nom.)
jayatāt
er möge triumphieren (3.Sg.Imp.)
aśeṣaḥ
der Restlose (Nom.)
[Anm.: 'niṣedha-śeṣaḥ' spielt auf die upaniṣadische Methode des 'neti neti' (nicht dies, nicht dies) an.]
jijīviṣe nāham ihāmuyā kim antar bahiś cāvṛtayebha-yonyā | icchāmi kālena na yasya viplavas tasyātma-lokāvaraṇasya mokṣam
Ich wünsche nicht zu leben, weder hier [in diesem Leib] noch in einem künftigen, durch diese innerlich wie äußerlich [von Unwissenheit] umhüllte Geburt als Elefant – wozu? Ich begehre die Befreiung von der Verhüllung der Schau des Selbst, dessen [Wesen] durch die Zeit keinen Untergang [erleidet].
Eben ich verneige mich vor dem Schöpfer des Universums, der zugleich das Universum selbst und doch nicht das Universum ist, vor dem Kenner des Universums, der Seele des Universums, dem Ungeborenen, dem Brahman, dem höchsten Zustand.
Vor ihm, den die Yogis, deren Taten durch Yoga [gleichsam verzehrt und] gereinigt sind, im durch Yoga geläuterten Herzen erschauen – vor ihm, dem Herrn des Yoga, verneige ich mich.
Wort für Wort
yoga-randhita-karmāṇaḥ
die, deren Taten durch Yoga verbrannt sind (Nom.Pl.)
namo namas tubhyam asahya-vega-śakti-trayāyākhila-dhī-guṇāya | prapanna-pālāya duranta-śaktaye kad-indriyāṇām anavāpya-vartmane
Verehrung, Verehrung dir, dem von unwiderstehlicher Wucht dreifacher Macht, dem [Ursprung] aller Erkenntniskraft; dem Beschützer der sich [dir] Ergebenden, dem von unüberwindlicher Macht, dem für Menschen mit unbeherrschten Sinnen auf unerreichbarem Pfad [Weilenden].
Wort für Wort
namaḥ namaḥ
Verehrung, Verehrung
tubhyam
dir (Dat.)
asahya-vega-śakti-trayāya
dem von unwiderstehlicher Wucht dreifacher Macht (Dat.)
nāyaṁ veda svam ātmānaṁ yac-chaktyāhaṁ-dhiyā hatam | taṁ duratyaya-māhātmyaṁ bhagavantam ito 'smy aham
Dieses [Lebewesen] kennt nicht sein eigenes Selbst, das durch dessen Macht mittels der Ich-Vorstellung verdeckt ist. Zu ihm, dessen Erhabenheit schwer zu ergründen ist, dem Erhabenen, nehme ich Zuflucht.
Wort für Wort
na
nicht
ayam
dieser (Nom.)
veda
kennt (3.Sg.Perf.)
svam
das eigene (Akk.)
ātmānam
Selbst (Akk.)
yat-śaktyā
durch dessen Macht (Instr.)
aham-dhiyā
durch die Ich-Vorstellung (Instr.)
hatam
verdeckt, geschlagen (Akk., PPP)
tam
ihn (Akk.)
duratyaya-māhātmyam
dessen Erhabenheit schwer zu ergründen ist (Akk.)
bhagavantam
den Erhabenen (Akk.)
itaḥ asmi aham
ich nehme Zuflucht (1.Sg.)
[Anm.: 'itaḥ asmi' (wörtl. 'ich bin gegangen') im Sinne von 'ich nehme Zuflucht bei' gedeutet.]
Śrī Śuka sprach: Als Gajendra so [den Höchsten] ohne nähere Bestimmung beschrieben hatte, näherten sich ihm die [Götter] mit Brahmā an der Spitze, die sich durch ihre mannigfachen unterschiedlichen Erscheinungsformen für [eigenständige] Autoritäten hielten, nicht – weil er [der Angerufene] die Seele von allem ist. Da erschien Hari, aus allen Unsterblichen bestehend.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śuka (Nom.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
evam
so (Adv.)
gajendram
auf Gajendra bezogen (Akk.)
upavarṇita-nirviśeṣam
den ohne nähere Bestimmung Beschriebenen (Akk.)
brahma-ādayaḥ
[die Götter] mit Brahmā an der Spitze (Nom.Pl.)
vividha-liṅga-bhidā-abhimānāḥ
die sich durch mannigfache Erscheinungsformen für Autoritäten hielten (Nom.Pl.)
Nachdem der Bewohner der Welt [Viṣṇu] ihn [Gajendra] derart bedrängt wahrgenommen und das Loblied vernommen hatte – zusammen mit dem Lobpreis der Himmlischen, die ebenfalls priesen –, kam er, getragen von Garuḍa, der nach Belieben dahinflog, mit dem Diskus bewaffnet, eilends dorthin, wo Gajendra war.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
tadvat
derart (Adv.)
ārtam
bedrängt, leidend (Akk.)
upalabhya
nachdem er wahrgenommen hatte (Absol.)
jagat-nivāsaḥ
der Bewohner der Welt (Nom.)
stotram
das Loblied (Akk.)
niśamya
nachdem er vernommen hatte (Absol.)
divijaiḥ
mit den Himmelsgeborenen (Instr.Pl.)
saha
zusammen mit
saṁstuvadbhiḥ
die [ebenfalls] priesen (Instr.Pl., Part.)
chandaḥ-mayena
mit dem nach Belieben [dahinfliegenden, Garuḍa] (Instr.)
so 'ntaḥ-sarasy urubalena gṛhīta ārto dṛṣṭvā garutmati hariṁ kha upātta-cakram | utkṣipya sāmbuja-karaṁ giramāha kṛcchrān nārāyaṇākhila-guro bhagavan namas te
Er, im See von der gewaltigen Kraft [des Krokodils] ergriffen und leidend, sah am Himmel Hari auf Garuḍa, den Diskus ergriffen haltend; er hob seinen Rüssel samt einer Lotosblüte empor und sprach mit großer Mühe die Worte: 'O Nārāyaṇa, o Herr von allem, o Erhabener, Verehrung sei dir!'
Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
antaḥ-sarasi
im [Innern des] Sees (Lok.)
uru-balena
von großer Kraft (Instr.)
gṛhītaḥ
ergriffen (Nom.)
ārtaḥ
leidend (Nom.)
dṛṣṭvā
nachdem er gesehen hatte (Absol.)
garutmati
auf Garuḍa (Lok.)
harim
Hari (Akk.)
khe
am Himmel (Lok.)
upātta-cakram
der den Diskus ergriffen hatte (Akk.)
utkṣipya
emporhebend (Absol.)
sa-ambuja-karam
die Hand [den Rüssel] samt einer Lotosblüte (Akk.)
Als der Ungeborene [Viṣṇu] ihn so gequält sah, stieg er sogleich herab und zog ihn samt dem Krokodil rasch aus dem See, aus Mitleid; dann befreite Hari mit dem Diskus Gajendra aus dem Krokodil, dessen Maul er aufgerissen hatte, während die Erhabenen [Götter] zuschauten.