Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 181 Mahārāja Ambarīṣa wird von Durvāsā Muni beleidigt

śrī-śuka uvāca / nābhāgo nabhagāpatyaṁ yaṁ tataṁ bhrātaraḥ kavim / yaviṣṭhaṁ vyabhajan dāyaṁ brahmacāriṇam āgatam

Śrī Śuka sprach: Nābhāga war der Sohn Nabhagas. Ihm, dem jüngsten und gelehrten [Bruder], der als Brahmacārī zurückgekehrt war, teilten die [älteren] Brüder bei der Erbteilung nur den Vater selbst zu.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
nābhāgaḥ
Nābhāga
nabhaga-apatyam
der Sohn Nabhagas
yam
dem
tatam
den Vater (als Anteil)
bhrātaraḥ
die (älteren) Brüder
kavim
dem gelehrten
yaviṣṭham
dem jüngsten
vyabhajan
teilten zu
dāyam
das Erbe
brahmacāriṇam
der ein Brahmacārī (Keuschheitsschüler) gewesen war
āgatam
zurückgekehrt war

bhrātaro 'bhāṅkta kiṁ mahyaṁ bhajāma pitaraṁ tava / tvāṁ mamāryās tatābhāṅkṣur mā putraka tad ādṛthāḥ

[Nābhāga sprach:] „O Brüder, was habt ihr mir zugeteilt?“ [Sie erwiderten:] „Wir teilen dir den Vater als deinen Anteil zu.“ [Nābhāga zum Vater:] „Dich haben mir, o Vater, meine älteren Brüder als Anteil gegeben.“ [Der Vater sprach:] „O mein Sohn, miss dem keine Bedeutung bei.“

Wort für Wort
bhrātaraḥ
o Brüder
abhāṅkta kim mahyam
was habt ihr mir zugeteilt
bhajāma pitaram tava
wir teilen dir den Vater zu
tvām
dich
mama āryāḥ
meine älteren Brüder
tata
o Vater
abhāṅkṣuḥ
haben zugeteilt
mā putraka
o mein Sohn, nicht
tat ādṛthāḥ
miss dem Bedeutung bei

[Anm.: Der Vers enthält, wie im Original üblich, mehrere Redewechsel ohne explizite Sprecherkennzeichnung; die Zuordnung folgt der Erzähllogik.]

ime aṅgirasaḥ satram āsate 'dya sumedhasaḥ / ṣaṣṭhaṁ ṣaṣṭham upetyāhaḥ kave muhyanti karmaṇi

[Der Vater sprach:] „Diese Nachkommen Aṅgirās vollziehen heute ein Opfer; obwohl höchst gelehrt, geraten sie, wenn sie jeweils den sechsten Tag erreichen, o Weiser, hinsichtlich der [rechten] Handlung in Verwirrung.“

Wort für Wort
ime
diese
aṅgirasaḥ
Nachkommen Aṅgirās
satram āsate
vollziehen ein (Feuer-)Opfer
adya
heute
sumedhasaḥ
die höchst Gelehrten
ṣaṣṭham ṣaṣṭham
jeden sechsten
upetya ahaḥ
Tag erreichend
kave
o Weiser (Sohn)
muhyanti
geraten in Verwirrung
karmaṇi
hinsichtlich der (rituellen) Handlung

tāṁs tvaṁ śaṁsaya sūkte dve vaiśvadeve mahātmanaḥ / te svar yanto dhanaṁ satra-pariśeṣitam ātmanaḥ // dāsyanti te 'tha tān arccha tathā sa kṛtavān yathā / tasmai dattvā yayuḥ svargaṁ te satra-pariśeṣaṇam //

„Trage du ihnen, den Großmütigen, die beiden vaiśvadeva-Hymnen vor; sie werden dir, wenn sie zum Himmel aufbrechen, den nach dem Opfer übriggebliebenen Reichtum als dein Eigentum geben. Geh daher zu ihnen.“ So handelte er [Nābhāga], wie [ihm geraten war]. Nachdem sie ihm [die Opferreste] gegeben hatten, gingen sie – jene Überreste des Opfers [hinterlassend] – zum Himmel.

Wort für Wort
tān
ihnen
tvam śaṁsaya
trage du vor
sūkte dve
die zwei Hymnen
vaiśvadeve
im Zusammenhang mit Vaiśvadeva
mahātmanaḥ
den Großmütigen (Weisen)
te svaḥ yantaḥ
sie, zum Himmel aufbrechend
dhanam satra-pariśeṣitam
den nach dem Opfer übriggebliebenen Reichtum
ātmanaḥ
als dein eigenes
dāsyanti te
sie werden dir geben
atha tān arccha
geh daher zu ihnen
tathā saḥ kṛtavān
so handelte er
yathā
wie (geraten)
tasmai dattvā
nachdem sie ihm gegeben hatten
yayuḥ svargam
gingen zum Himmel
te satra-pariśeṣaṇam
jene Opferreste (zurücklassend)

taṁ kaścit svīkariṣyantaṁ puruṣaḥ kṛṣṇa-darśanaḥ / uvācottarato 'bhyetya mamedaṁ vāstukaṁ vasu

Als er [im Begriff war], [den Reichtum] anzunehmen, kam von Norden her eine dunkel aussehende Gestalt auf ihn zu und sprach: „Dies ist mein Reichtum, der Rückstand vom Opferplatz.“

Wort für Wort
tam
zu ihm
kaścit
irgendein
svīkariṣyantam
der im Begriff war anzunehmen
puruṣaḥ
eine Person, ein Wesen
kṛṣṇa-darśanaḥ
von dunklem Aussehen
uvāca
sprach
uttarataḥ abhyetya
von Norden herantretend
mama idam
dies ist mein
vāstukam vasu
der Reichtum vom Opferplatz

mamedam ṛṣibhir dattam iti tarhi sma mānavaḥ / syān nau te pitari praśnaḥ pṛṣṭavān pitaraṁ yathā

„Dies ist mir von den Weisen gegeben worden“, [erwiderte Nābhāga]. Da [sprach der Fremde]: „So sei die Frage von uns beiden an deinen Vater gerichtet.“ Und so befragte der Sohn Manus [Nābhāga] seinen Vater dementsprechend.

Wort für Wort
mama idam
dies ist mein
ṛṣibhiḥ dattam
von den Weisen gegeben
iti
so (sprach er)
tarhi sma
da, in der Tat
mānavaḥ
der Sohn Manus (Nābhāga)
syāt nau
sei von uns beiden
te pitari
an deinen Vater
praśnaḥ
die Frage
pṛṣṭavān pitaram
er befragte den Vater
yathā
dementsprechend

yajña-vāstu-gataṁ sarvam ucchiṣṭam ṛṣayaḥ kvacit / cakrur hi bhāgaṁ rudrāya sa devaḥ sarvam arhati

[Der Vater sprach:] „Alles, was auf dem Opferplatz verbleibt, ist Rückstand; die Weisen machten dies einst zum Anteil Rudras – jenem Gott gebührt in der Tat alles.“

Wort für Wort
yajña-vāstu-gatam
was auf dem Opferplatz zurückbleibt
sarvam ucchiṣṭam
alles ist Rückstand
ṛṣayaḥ
die Weisen
kvacit
einst, bei Gelegenheit
cakruḥ hi
machten in der Tat
bhāgam rudrāya
zum Anteil Rudras
saḥ devaḥ
jener Gott
sarvam arhati
verdient alles

nābhāgas taṁ praṇamyāha taveśa kila vāstukam / ity āha me pitā brahmañ chirasā tvāṁ prasādaye

Nābhāga verneigte sich vor ihm und sprach: „O Herr, dies ist in der Tat dein [Anteil vom] Opferrückstand – so sprach mein Vater. O Brahmane, mit gesenktem Haupt erbitte ich deine Gnade.“

Wort für Wort
nābhāgaḥ
Nābhāga
tam praṇamya
sich vor ihm verneigend
āha
sprach
tava īśa
dein, o Herr
kila vāstukam
ist in der Tat der Opferrückstand
iti āha me pitā
so sprach mein Vater
brahman
o Brahmane
śirasā
mit dem Haupt (gesenkt)
tvām prasādaye
erbitte ich deine Gnade

yat te pitāvadad dharmaṁ tvaṁ ca satyaṁ prabhāṣase / dadāmi te mantra-dṛśo jñānaṁ brahma sanātanam

[Śiva sprach:] „Was dein Vater als Dharma erklärte und was du in Wahrheit aussprichst – [beides ist wahr]. Ich gebe dir, dem Kenner der Mantras, das ewige transzendente Wissen (Brahman).“

Wort für Wort
yat
was
te pitā
dein Vater
avadat dharmam
als Dharma erklärte
tvam ca satyam
und du in Wahrheit
prabhāṣase
aussprichst
dadāmi te
ich gebe dir
mantra-dṛśaḥ
dem Kenner (Schauer) der Mantras
jñānam brahma sanātanam
das ewige transzendente Wissen

gṛhāṇa draviṇaṁ dattaṁ mat-satra-pariśeṣitam / ity uktvāntarhito rudro bhagavān dharma-vatsalaḥ

„Nimm den Reichtum an, der dir gegeben ist, den Rückstand meines Opfers.“ Nach diesen Worten verschwand Rudra, der erhabene, dem Dharma zugetane Gott.

Wort für Wort
gṛhāṇa
nimm an
draviṇam dattam
den gegebenen Reichtum
mat-satra-pariśeṣitam
den Rückstand meines Opfers
iti uktvā
so sprechend
antarhitaḥ
verschwand
rudraḥ
Rudra
bhagavān
der Erhabene
dharma-vatsalaḥ
der dem Dharma zugetane

ya etat saṁsmaret prātaḥ sāyaṁ ca susamāhitaḥ / kavir bhavati mantra-jño gatiṁ caiva tathātmanaḥ

Wer sich dies morgens und abends mit gesammeltem Geist ins Gedächtnis ruft, wird gelehrt, kundig der Mantras, und [erlangt] ebenso das [wahre] Ziel der Seele.

Wort für Wort
yaḥ
wer
etat saṁsmaret
sich dies ins Gedächtnis ruft
prātaḥ sāyam ca
morgens und abends
susamāhitaḥ
mit gesammeltem Geist
kaviḥ bhavati
wird gelehrt
mantra-jñaḥ
kundig der Mantras
gatim ca eva
und ebenso das Ziel
tathā ātmanaḥ
so der Seele

nābhāgād ambarīṣo 'bhūn mahā-bhāgavataḥ kṛtī / nāspṛśad brahma-śāpo 'pi yaṁ na pratihataḥ kvacit

Von Nābhāga stammte Ambarīṣa, ein höchst vollkommener, großer Gottgeweihter; nicht einmal der Fluch eines Brahmanen konnte ihn berühren – [ein Fluch,] der sonst niemals wirkungslos blieb.

Wort für Wort
nābhāgāt
von Nābhāga
ambarīṣaḥ abhūt
entstand Ambarīṣa
mahā-bhāgavataḥ
der große Gottgeweihte
kṛtī
der Vollkommene, Berühmte
na aspṛśat
berührte nicht
brahma-śāpaḥ api
selbst der Brahmanenfluch
yam
den
na pratihataḥ
nicht wirkungslos
kvacit
jemals

śrī-rājovāca / bhagavañ chrotum icchāmi rājarṣes tasya dhīmataḥ / na prābhūd yatra nirmukto brahma-daṇḍo duratyayaḥ

Śrī König [Parīkṣit] sprach: O Erhabener, ich möchte von jenem klugen königlichen Weisen hören, bei dem der entfesselte, unüberwindliche Brahmanenfluch keine Macht hatte.

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der König (Parīkṣit) sprach
bhagavan
o Erhabener
śrotum icchāmi
ich möchte hören
rājarṣeḥ tasya dhīmataḥ
von jenem klugen königlichen Weisen
na prābhūt
hatte keine Macht
yatra
bei dem
nirmuktaḥ
entfesselt, freigesetzt
brahma-daṇḍaḥ
der Brahmanenfluch (die Brahmanenstrafe)
duratyayaḥ
unüberwindlich

śrī-śuka uvāca / ambarīṣo mahā-bhāgaḥ sapta-dvīpavatīṁ mahīm / avyayāṁ ca śriyaṁ labdhvā vibhavaṁ cātulaṁ bhuvi // mene 'tidurlabhaṁ puṁsāṁ sarvaṁ tat svapna-saṁstutam / vidvān vibhava-nirvāṇaṁ tamo viśati yat pumān //

Śrī Śuka sprach: Ambarīṣa, der höchst Glückhafte, erlangte die aus sieben Inseln bestehende Erde, unvergängliche Schönheit und auf Erden unvergleichliche Macht – all das, was für [gewöhnliche] Menschen kaum erreichbar ist –, hielt jedoch all dies für [flüchtig] wie im Traum gepriesen. Denn er wusste: Ein Mensch verfällt, wenn diese Macht erlischt, in Finsternis (Unwissenheit).

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
ambarīṣaḥ mahā-bhāgaḥ
Ambarīṣa, der höchst Glückhafte
sapta-dvīpavatīm mahīm
die aus sieben Inseln bestehende Erde
avyayām ca śriyam
und unvergängliche Schönheit
labdhvā
nachdem er erlangt hatte
vibhavam ca atulam
und unvergleichliche Macht
bhuvi
auf Erden
mene
er erachtete
ati-durlabham puṁsām
für Menschen kaum erreichbar
sarvam tat
all dies
svapna-saṁstutam
wie im Traum gepriesen (flüchtig)
vidvān
wissend
vibhava-nirvāṇam
beim Erlöschen der Macht
tamaḥ viśati
verfällt in Finsternis
yat pumān
ein Mensch, der

vāsudeve bhagavati tad-bhakteṣu ca sādhuṣu / prāpto bhāvaṁ paraṁ viśvaṁ yenedaṁ loṣṭravat smṛtam

Er hatte höchste Hingabe zum Erhabenen Vāsudeva und zu Seinen heiligen Geweihten erlangt, durch welche ihm dieses ganze Universum wie ein bloßer Erdklumpen erschien.

Wort für Wort
vāsudeve bhagavati
zum Erhabenen Vāsudeva
tat-bhakteṣu ca sādhuṣu
und zu Seinen heiligen Geweihten
prāptaḥ bhāvam param
erlangte höchste Hingabe
viśvam
das (ganze) Universum
yena
durch welche (Hingabe)
idam loṣṭra-vat
dies wie ein Erdklumpen
smṛtam
erschien, galt

sa vai manaḥ kṛṣṇa-padāravindayor vacāṁsi vaikuṇṭha-guṇānuvarṇane / karau harer mandira-mārjanādiṣu śrutiṁ cakārācyuta-sat-kathodaye // mukunda-liṅgālaya-darśane dṛśau tad-bhṛtya-gātra-sparśe 'ṅga-saṅgamam / ghrāṇaṁ ca tat-pāda-saroja-saurabhe śrīmat-tulasyā rasanāṁ tad-arpite // pādau hareḥ kṣetra-padānusarpaṇe śiro hṛṣīkeśa-padābhivandane / kāmaṁ ca dāsye na tu kāma-kāmyayā yathottamaśloka-janāśrayā ratiḥ //

Er richtete seinen Geist auf die Lotosfüße Kṛṣṇas, seine Worte auf die Beschreibung der Eigenschaften Vaikuṇṭhas, seine Hände auf Dienste wie das Reinigen des Tempels Haris, sein Gehör auf das Erklingen der heiligen Erzählungen über den Unfehlbaren; seine Augen auf den Anblick der Bildgestalt, der Symbole und Stätten Mukundas, [die Empfindung] seines Körpers auf die Berührung der Leiber Seiner Diener, seinen Geruchssinn auf den Duft [Seiner] Lotosfüße samt der heiligen Tulasī, seine Zunge auf das Ihm Dargebrachte (Prasāda); seine Füße auf das Wandern zu den heiligen Stätten Haris, sein Haupt auf die Verehrung der Füße Hṛṣīkeśas, und sein Verlangen [richtete er] auf den Dienst [des Herrn] – nicht aber aus Wunsch nach Sinnenfreude –, so wie [bei] Personen, die bei dem durch erhabene Verse Gepriesenen Zuflucht suchen, [wahre] Zuneigung [beschaffen ist].

Wort für Wort
saḥ vai manaḥ
er richtete gewiss seinen Geist
kṛṣṇa-pada-aravindayoḥ
auf die Lotosfüße Kṛṣṇas
vacāṁsi
seine Worte
vaikuṇṭha-guṇa-anuvarṇane
auf die Beschreibung der Eigenschaften Vaikuṇṭhas
karau
seine beiden Hände
hareḥ mandira-mārjana-ādiṣu
auf Dienste wie das Reinigen des Tempels Haris
śrutim cakāra
richtete er sein Gehör
acyuta-sat-kathā-udaye
auf das Erklingen der heiligen Erzählungen des Unfehlbaren
mukunda-liṅga-ālaya-darśane
auf den Anblick der Bildgestalt, Symbole und Tempel Mukundas
dṛśau
seine beiden Augen
tad-bhṛtya-gātra-sparśe
auf die Berührung der Leiber Seiner Diener
aṅga-saṅgamam
die Berührung seines Körpers
ghrāṇam ca
und seinen Geruchssinn
tat-pāda-saroja-saurabhe
auf den Duft Seiner Lotosfüße
śrīmat-tulasyāḥ
der heiligen Tulasī
rasanām
seine Zunge
tat-arpite
auf das Ihm Dargebrachte
pādau
seine beiden Füße
hareḥ kṣetra-pada-anusarpaṇe
auf das Wandern zu den heiligen Stätten Haris
śiraḥ
sein Haupt
hṛṣīkeśa-pada-abhivandane
auf die Verehrung der Füße Hṛṣīkeśas
kāmam ca dāsye
und sein Verlangen auf den Dienst
na tu kāma-kāmyayā
nicht aber aus Verlangen nach Sinnesgenuss
yathā uttamaśloka-jana-āśrayā ratiḥ
wie die Zuneigung derer, die beim Herrn der erhabenen Verse Zuflucht suchen

evaṁ sadā karma-kalāpam ātmanaḥ pare 'dhiyajñe bhagavaty adhokṣaje / sarvātma-bhāvaṁ vidadhan mahīm imāṁ tan-niṣṭha-viprābhihitaḥ śaśāsa ha

So weihte er stets die Gesamtheit seiner [vorgeschriebenen] Handlungen mit ganzer Hingabe dem Höchsten, dem Herrn des Opfers, dem Erhabenen jenseits der Sinneswahrnehmung; und, geleitet von Brahmanen, die ebenso [Ihm] ergeben waren, beherrschte er einst diese Erde.

Wort für Wort
evam sadā
so stets
karma-kalāpam ātmanaḥ
die Gesamtheit seiner (vorgeschriebenen) Handlungen
pare adhiyajñe
dem Höchsten, dem Herrn des Opfers
bhagavati adhokṣaje
dem Erhabenen jenseits der Sinneswahrnehmung
sarva-ātma-bhāvam vidadhat
mit ganzer Hingabe weihend
mahīm imām
diese Erde
tat-niṣṭha-vipra-abhihitaḥ
geleitet von ihm ebenso ergebenen Brahmanen
śaśāsa ha
beherrschte einst

īje 'śvamedhair adhiyajñam īśvaraṁ mahā-vibhūtyopacitāṅga-dakṣiṇaiḥ / tatair vasiṣṭhāsita-gautamādibhir dhanvany abhisrotam asau sarasvatīm

Er verehrte den Höchsten Herrscher, den Herrn des Opfers, mit Pferdeopfern, reich ausgestattet mit üppigen Gaben (Dakṣiṇā) und allem Zubehör, ausgeführt von Vasiṣṭha, Asita, Gautama und anderen, in der Wüste, am Ufer der dort fließenden Sarasvatī.

Wort für Wort
īje
er verehrte
aśvamedhaiḥ
mit Pferdeopfern
adhiyajñam īśvaram
den Höchsten Herrscher, Herrn des Opfers
mahā-vibhūtyā
mit großer Fülle
upacita-aṅga-dakṣiṇaiḥ
reich ausgestattet mit Zubehör und Gaben
tataiḥ
ausgeführt
vasiṣṭha-asita-gautama-ādibhiḥ
von Vasiṣṭha, Asita, Gautama u. a.
dhanvani
in der Wüste
abhisrotam sarasvatīm
an der dort fließenden Sarasvatī
asau
er

yasya kratuṣu gīrvāṇaiḥ sadasyā ṛtvijo janāḥ / tulya-rūpāś cānimiṣā vyadṛśyanta suvāsasaḥ

Bei dessen Opfern sah man die Ratsmitglieder, Priester und [übrigen] Menschen den Göttern gleichgestaltet, mit unbewegten Augen wie [die Götter selbst] und prächtig gekleidet.

Wort für Wort
yasya kratuṣu
bei dessen Opfern
gīrvāṇaiḥ
mit den Göttern
sadasyāḥ ṛtvijaḥ janāḥ
die Ratsmitglieder, Priester und (übrigen) Menschen
tulya-rūpāḥ ca
gleichgestaltet und
animiṣāḥ
mit unbewegten Augen
vyadṛśyanta
wurden gesehen
su-vāsasaḥ
prächtig gekleidet

svargo na prārthito yasya manujair amara-priyaḥ / śṛṇvadbhir upagāyadbhir uttamaśloka-ceṣṭitam

Der Himmel selbst, obwohl den Unsterblichen [Göttern] lieb, wurde von dessen Untertanen nicht [einmal] erwünscht, da sie [beständig] die Taten des durch erhabene Verse Gepriesenen hörten und besangen.

Wort für Wort
svargaḥ
der Himmel
na prārthitaḥ
wurde nicht erbeten
yasya manujaiḥ
von dessen Untertanen
amara-priyaḥ
der den Unsterblichen lieb ist
śṛṇvadbhiḥ
die hörten
upagāyadbhiḥ
und besangen
uttamaśloka-ceṣṭitam
die Taten des durch erhabene Verse Gepriesenen

saṁvardhayanti yat kāmāḥ svārājya-paribhāvitāḥ / durlabhā nāpi siddhānāṁ mukundaṁ hṛdi paśyataḥ

Jene Wünsche, erfüllt von [der Freude an] der eigenen [Stellung im Dienst des Herrn], mehren [sein Glück] – etwas, das selbst vollkommenen [Mystikern] kaum zuteilwird, [wohl aber] dem, der Mukunda [beständig] im Herzen schaut.

Wort für Wort
saṁvardhayanti
sie mehren, steigern
yat kāmāḥ
jene Wünsche, die
svārājya-paribhāvitāḥ
erfüllt von (der Freude an) der eigenen (höchsten) Stellung
durlabhāḥ na api
kaum erreichbar, nicht einmal
siddhānām
für die Vollkommenen (Mystiker)
mukundam hṛdi paśyataḥ
für den, der Mukunda im Herzen schaut

[Anm.: Vers philosophisch verdichtet; Deutung nach dem Zusammenhang mit dem vorangehenden Vers gewählt.]

sa itthaṁ bhakti-yogena tapo-yuktena pārthivaḥ / sva-dharmeṇa hariṁ prīṇan sarvān kāmān śanair jahau

So gab der König, indem er durch Bhakti-yoga – verbunden mit Askese – und durch die ihm eigene [Pflicht-]Ausübung Hari erfreute, nach und nach alle [weltlichen] Wünsche auf.

Wort für Wort
saḥ ittham
so er
bhakti-yogena
durch Bhakti-yoga
tapaḥ-yuktena
verbunden mit Askese
pārthivaḥ
der König
sva-dharmeṇa
durch seine eigene (Pflicht-)Ausübung
harim prīṇan
Hari erfreuend
sarvān kāmān
alle Wünsche
śanaiḥ jahau
gab er nach und nach auf

gṛheṣu dāreṣu suteṣu bandhuṣu dvipottama-syandana-vāji-vastuṣu / akṣayya-ratnābharaṇāmbarādiṣv ananta-kośeṣv akarod asan-matim

An Haus, Gattinnen, Söhnen, Verwandten, prächtigen Elefanten, Wagen, Pferden und dergleichen, an unerschöpflichen Juwelen, Schmuckstücken, Gewändern und Ähnlichem, an [seinem] grenzenlosen Schatz – an all dem hegte er keine [bindende] Anhaftung.

Wort für Wort
gṛheṣu dāreṣu suteṣu bandhuṣu
an Haus, Gattinnen, Söhnen, Verwandten
dvipa-uttama-syandana-vāji-vastuṣu
an prächtigen Elefanten, Wagen, Pferden und dergleichen
akṣayya-ratna-ābharaṇa-ambara-ādiṣu
an unerschöpflichen Juwelen, Schmuck, Gewändern u. a.
ananta-kośeṣu
an (seinem) grenzenlosen Schatz
akarot asat-matim
hegte er keine (bindende) Anhaftung

tasmā adād dhariś cakraṁ pratyanīka-bhayāvaham / ekānta-bhakti-bhāvena prīto bhaktābhirakṣaṇam

Ihm gab Hari, erfreut über seine ausschließliche Hingabe, [Seinen] Diskus – Furcht bringend für [seine] Feinde, [zum Zweck des] Schutzes [Seiner] Geweihten.

Wort für Wort
tasmai adāt
ihm gab
hariḥ cakram
Hari (Seinen) Diskus
pratyanīka-bhaya-āvaham
Furcht bringend für die Feinde
ekānta-bhakti-bhāvena
wegen der ausschließlichen Hingabe
prītaḥ
erfreut
bhakta-abhirakṣaṇam
zum Schutz der Geweihten

ārirādhayiṣuḥ kṛṣṇaṁ mahiṣyā tulya-śīlayā / yuktaḥ sāṁvatsaraṁ vīro dadhāra dvādaśī-vratam

In dem Wunsch, Kṛṣṇa zu verehren, hielt der heldenhafte [König] zusammen mit seiner an Wesensart gleichrangigen Gemahlin ein Jahr lang das Dvādaśī-Gelübde ein.

Wort für Wort
ārirādhayiṣuḥ
in dem Wunsch zu verehren
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
mahiṣyā tulya-śīlayā
mit seiner an Wesensart gleichrangigen Gemahlin
yuktaḥ
vereint (mit ihr)
sāṁvatsaram
ein Jahr lang
vīraḥ
der Held (König)
dadhāra dvādaśī-vratam
hielt das Dvādaśī-Gelübde ein

vratānte kārtike māsi tri-rātraṁ samupoṣitaḥ / snātaḥ kadācit kālindyāṁ hariṁ madhuvane 'rcayat

Am Ende des Gelübdes, im Monat Kārtika, nachdem er drei Nächte vollständig gefastet und in der Kālindī gebadet hatte, verehrte er einst Hari in Madhuvana.

Wort für Wort
vrata-ante
am Ende des Gelübdes
kārtike māsi
im Monat Kārtika
tri-rātram samupoṣitaḥ
nachdem er drei Nächte gefastet hatte
snātaḥ
gebadet
kadācit
einst
kālindyām
in der Kālindī (Yamunā)
harim
Hari
madhuvane arcayat
verehrte er in Madhuvana

mahābhiṣeka-vidhinā sarvopaskara-sampadā / abhiṣicyāmbarākalpair gandha-mālyārhaṇādibhiḥ // tad-gatāntara-bhāvena pūjayām āsa keśavam / brāhmaṇāṁś ca mahā-bhāgān siddhārthān api bhaktitaḥ //

Nach den Regeln der großen Bade[zeremonie], mit aller Fülle des Zubehörs, nachdem [die Bildgestalt] gebadet und mit Gewändern, Schmuck, duftenden Girlanden, Verehrungsgaben und Ähnlichem geschmückt war, verehrte er, den Geist ganz auf Ihn gerichtet, Keśava, und – mit Hingabe – auch die hochbeglückten Brahmanen, obgleich diese [an sich] schon vollkommen zufrieden [und wunschlos] waren.

Wort für Wort
mahā-abhiṣeka-vidhinā
nach den Regeln der großen Badezeremonie
sarva-upaskara-sampadā
mit aller Fülle des Zubehörs
abhiṣicya
nachdem gebadet war
ambara-ākalpaiḥ
mit Gewändern und Schmuck
gandha-mālya-arhaṇa-ādibhiḥ
mit duftenden Girlanden, Verehrungsgaben u. a.
tat-gata-antara-bhāvena
mit dem ganz auf Ihn gerichteten Geist
pūjayām āsa
verehrte er
keśavam
Keśava
brāhmaṇān ca mahā-bhāgān
und die hochbeglückten Brahmanen
siddha-arthān api
obgleich (schon) vollkommen zufrieden
bhaktitaḥ
mit Hingabe

gavāṁ rukma-viṣāṇīnāṁ rūpyāṅghrīṇāṁ suvāsasām / payaḥśīla-vayo-rūpa-vatsopaskara-sampadām // prāhiṇot sādhu-viprebhyo gṛheṣu nyarbudāni ṣaṭ / bhojayitvā dvijān agre svādv annaṁ guṇavattamam // labdha-kāmair anujñātaḥ pāraṇāyopacakrame / tasya tarhy atithiḥ sākṣād durvāsā bhagavān abhūt //

Von Kühen, deren Hörner mit Gold, deren Hufe mit Silber überzogen waren, die prächtig geschmückt, milchreich, jung, schön von Gestalt und samt trefflichen Kälbern und allem Zubehör [versehen] waren, schenkte er den tugendhaften Brahmanen sechs mal zehn Millionen an ihre Häuser. Nachdem er zuerst die Brahmanen mit schmackhafter, höchst vorzüglicher Speise gespeist hatte, und von jenen, nun zufriedengestellten, die Erlaubnis erhalten hatte, wollte er mit dem [rituellen] Fastenbrechen beginnen – da erschien plötzlich, als unerwarteter Gast, in eigener Person der mächtige Durvāsā.

Wort für Wort
gavām
von Kühen
rukma-viṣāṇīnām
deren Hörner mit Gold überzogen waren
rūpya-aṅghrīṇām
deren Hufe mit Silber überzogen waren
su-vāsasām
prächtig geschmückt
payaḥ-śīla-vayaḥ-rūpa-vatsa-upaskara-sampadām
milchreich, jung, schön, mit trefflichen Kälbern und allem Zubehör
prāhiṇot
er schenkte
sādhu-viprebhyaḥ
den tugendhaften Brahmanen
gṛheṣu
an ihre Häuser
nyarbudāni ṣaṭ
sechsmal zehn Millionen
bhojayitvā dvijān agre
nachdem er zuerst die Brahmanen gespeist hatte
svādu annam guṇavat-tamam
mit schmackhafter, höchst vorzüglicher Speise
labdha-kāmaiḥ anujñātaḥ
von den zufriedengestellten (Brahmanen) die Erlaubnis erhaltend
pāraṇāya upacakrame
wollte er mit dem Fastenbrechen beginnen
tasya tarhi
da (kam) zu ihm
atithiḥ sākṣāt
in eigener Person als Gast
durvāsāḥ bhagavān abhūt
erschien der mächtige Durvāsā

tam ānarcātithiṁ bhūpaḥ pratyutthānāsanārhaṇaiḥ / yayāce 'bhyavahārāya pāda-mūlam upāgataḥ

Diesen Gast verehrte der König, indem er sich erhob, ihm einen Sitz anbot und ihm Ehrengaben darbrachte; dann, zu seinen Füßen tretend, bat er ihn, [zuerst] zu speisen.

Wort für Wort
tam
ihn
ānarca
verehrte
atithim
den Gast
bhūpaḥ
der König
pratyutthāna-āsana-arhaṇaiḥ
durch Erheben, Sitzangebot und Ehrengaben
yayāce
bat
abhyavahārāya
um zu speisen
pāda-mūlam upāgataḥ
zu seinen Füßen tretend

pratinandya sa tāṁ yācñāṁ kartum āvaśyakaṁ gataḥ / nimamajja bṛhad dhyāyan kālindī-salile śubhe

Er [Durvāsā] nahm diese Bitte freudig an, ging fort, um die notwendigen [rituellen Pflichten] zu verrichten, und tauchte, über das Höchste Brahman meditierend, in das reine Wasser der Kālindī ein.

Wort für Wort
pratinandya
freudig annehmend
saḥ
er (Durvāsā)
tām yācñām
diese Bitte
kartum āvaśyakam
um die notwendigen (Pflichten) zu verrichten
gataḥ
ging fort
nimamajja
tauchte ein
bṛhat dhyāyan
über das Höchste (Brahman) meditierend
kālindī-salile śubhe
in das reine Wasser der Kālindī

muhūrtārdhāvaśiṣṭāyāṁ dvādaśyāṁ pāraṇaṁ prati / cintayām āsa dharma-jño dvijais tad-dharma-saṅkaṭe

Als von der Dvādaśī nur noch eine halbe Muhūrta übrig war, begann der [König], kundig des Dharma, angesichts dieser religiösen Zwangslage, gemeinsam mit den Brahmanen über das [rechte Vorgehen beim] Fastenbrechen nachzudenken.

Wort für Wort
muhūrta-ardha-avaśiṣṭāyām
als nur noch eine halbe Muhūrta übrig war
dvādaśyām
von der Dvādaśī
pāraṇam prati
hinsichtlich des Fastenbrechens
cintayām āsa
begann nachzudenken
dharma-jñaḥ
der Kundige des Dharma
dvijaiḥ
mit den Brahmanen
tat-dharma-saṅkaṭe
in dieser religiösen Zwangslage

brāhmaṇātikrame doṣo dvādaśyāṁ yad apāraṇe / yat kṛtvā sādhu me bhūyād adharmo vā na māṁ spṛśet // ambhasā kevalenātha kariṣye vrata-pāraṇam / āhur ab-bhakṣaṇaṁ viprā hy aśitaṁ nāśitaṁ ca tat //

[Der König dachte:] „Es ist ein Fehler, einen Brahmanen zu übergehen; ebenso ist es [ein Fehler], das Fastenbrechen an der Dvādaśī nicht [rechtzeitig] zu vollziehen. Was auch immer ich tue – möge es für mich heilsam sein, und keine Verfehlung möge mich berühren! So werde ich denn das Gelübde allein mit Wasser brechen; denn die Brahmanen erklären, dass das Trinken von Wasser zugleich als Essen wie auch als Nicht-Essen gilt.“

Wort für Wort
brāhmaṇa-atikrame
beim Übergehen eines Brahmanen
doṣaḥ
liegt ein Fehler
dvādaśyām
an der Dvādaśī
yat apāraṇe
und beim Nicht-Vollziehen des Fastenbrechens
yat kṛtvā
was immer ich tue
sādhu me bhūyāt
möge es für mich heilsam sein
adharmaḥ vā na mām spṛśet
und keine Verfehlung möge mich berühren
ambhasā kevalena
allein mit Wasser
atha kariṣye
so werde ich vollziehen
vrata-pāraṇam
das Brechen des Gelübdes
āhuḥ
sie sagen
ap-bhakṣaṇam
das Trinken von Wasser
viprāḥ
die Brahmanen
hi aśitam na aśitam ca tat
gilt zugleich als Essen und als Nicht-Essen

ity apaḥ prāśya rājarṣiś cintayan manasācyutam / pratyacaṣṭa kuru-śreṣṭha dvijāgamanam eva saḥ

So sprechend trank der königliche Weise Wasser und wartete, im Geiste an den Unfehlbaren denkend, o Bester der Kurus, allein auf die Rückkehr des Brahmanen.

Wort für Wort
iti apaḥ prāśya
so sprechend, Wasser trinkend
rājarṣiḥ
der königliche Weise
cintayan manasā acyutam
im Geiste an den Unfehlbaren denkend
pratyacaṣṭa
wartete
kuru-śreṣṭha
o Bester der Kurus
dvija-āgamanam eva
allein auf die Rückkehr des Brahmanen
saḥ
er

durvāsā yamunā-kūlāt kṛtāvaśyaka āgataḥ / rājñābhinanditas tasya bubudhe ceṣṭitaṁ dhiyā

Durvāsā, der am Ufer der Yamunā die notwendigen [Riten] vollzogen hatte, kehrte zurück; vom König freudig empfangen, erkannte er mit [seinem geistigen] Verstand sogleich, was jener getan hatte.

Wort für Wort
durvāsāḥ
Durvāsā
yamunā-kūlāt
vom Ufer der Yamunā
kṛta-āvaśyakaḥ
nachdem er die notwendigen (Riten) vollzogen hatte
āgataḥ
kehrte zurück
rājñā abhinanditaḥ
vom König freudig empfangen
tasya bubudhe
erkannte, was jener (getan hatte)
ceṣṭitam dhiyā
die Handlung mit dem Verstand

manyunā pracalad-gātro bhru-kuṭī-kuṭilānanaḥ / bubhukṣitaś ca sutarāṁ kṛtāñjalim abhāṣata

Vor Zorn am ganzen Leibe zitternd, das Gesicht durch gerunzelte Brauen verzerrt und überdies sehr hungrig, sprach er zu [dem König], der mit gefalteten Händen [vor ihm stand].

Wort für Wort
manyunā
vor Zorn
pracalat-gātraḥ
am ganzen Leibe zitternd
bhru-kuṭī-kuṭila-ānanaḥ
das Gesicht durch gerunzelte Brauen verzerrt
bubhukṣitaḥ ca sutarām
und überdies sehr hungrig
kṛta-añjalim
zu dem mit gefalteten Händen (Stehenden)
abhāṣata
sprach

aho asya nṛ-śaṁsasya śriyonmattasya paśyata / dharma-vyatikramaṁ viṣṇor abhaktasyeśa-māninaḥ

„Ach, seht nur die Übertretung des Dharma durch diesen grausamen, vom Reichtum berauschten Mann, der kein Geweihter Viṣṇus ist und sich dennoch für den Herrn selbst hält!“

Wort für Wort
aho
ach
asya nṛ-śaṁsasya
dieses grausamen (Mannes)
śriyā unmattasya
vom Reichtum berauschten
paśyata
seht
dharma-vyatikramam
die Übertretung des Dharma
viṣṇoḥ abhaktasya
der kein Geweihter Viṣṇus ist
īśa-māninaḥ
der sich für den Herrn selbst hält

yo mām atithim āyātam ātithyena nimantrya ca / adattvā bhuktavāṁs tasya sadyas te darśaye phalam

„Wer mich, den [uneingeladen] gekommenen Gast, [zwar] mit Gastfreundschaft eingeladen, [mir aber] nichts gegeben und [selbst zuerst] gegessen hat – dessen Tat Frucht will ich dir sogleich zeigen.“

Wort für Wort
yaḥ mām atithim āyātam
wer mich, den gekommenen Gast
ātithyena nimantrya ca
mit Gastfreundschaft eingeladen hat
adattvā
ohne zu geben
bhuktavān
selbst gegessen hat
tasya
dessen
sadyaḥ te darśaye phalam
Frucht will ich dir sogleich zeigen

evaṁ bruvāṇa utkṛtya jaṭāṁ roṣa-pradīpitaḥ / tayā sa nirmame tasmai kṛtyāṁ kālānalopamām

So sprechend, riss er, von Zorn entflammt, eine Locke [seines verfilzten Haares] aus und erschuf daraus für ihn ein Dämonenwesen, gleich dem Feuer der Weltzerstörung.

Wort für Wort
evam bruvāṇaḥ
so sprechend
utkṛtya jaṭām
eine Haarlocke ausreißend
roṣa-pradīpitaḥ
von Zorn entflammt
tayā
damit
saḥ nirmame
erschuf er
tasmai
für ihn (gegen den König)
kṛtyām
ein Dämonenwesen
kāla-anala-upamām
gleich dem Feuer der Weltzerstörung

tām āpatantīṁ jvalatīm asi-hastāṁ padā bhuvam / vepayantīṁ samudvīkṣya na cacāla padān nṛpaḥ

Als er sie auf sich zukommen sah, lodernd, ein Schwert in der Hand, den Erdboden mit ihrem Schritt erzittern lassend, wich der König nicht von seinem Platz.

Wort für Wort
tām āpatantīm
sie, die herannahte
jvalatīm
lodernd
asi-hastām
ein Schwert in der Hand
padā bhuvam vepayantīm
die mit ihrem Schritt die Erde erzittern ließ
samudvīkṣya
als er (sie) sah
na cacāla padāt
wich nicht von seinem Platz
nṛpaḥ
der König

prāg diṣṭaṁ bhṛtya-rakṣāyāṁ puruṣeṇa mahātmanā / dadāha kṛtyāṁ tāṁ cakraṁ kruddhāhim iva pāvakaḥ

Der Diskus, [zuvor] vom Höchsten Wesen zum Schutz Seiner Diener bestimmt, verbrannte jenes Dämonenwesen, wie Feuer eine zornige Schlange [verbrennt].

Wort für Wort
prāk diṣṭam
zuvor bestimmt
bhṛtya-rakṣāyām
zum Schutz der Diener
puruṣeṇa mahātmanā
vom Höchsten Wesen
dadāha
verbrannte
kṛtyām tām
jenes Dämonenwesen
cakram
der Diskus
kruddha-ahim iva pāvakaḥ
wie Feuer eine zornige Schlange

tad-abhidravad udvīkṣya sva-prayāsaṁ ca niṣphalam / durvāsā dudruve bhīto dikṣu prāṇa-parīpsayā

Als Durvāsā sah, wie [der Diskus] auf ihn zustürmte und seine eigene Anstrengung vergeblich [gewesen] war, floh er voller Furcht in alle Richtungen, um sein Leben zu retten.

Wort für Wort
tat-abhidravat
der auf ihn zustürmende (Diskus)
udvīkṣya
sehend
sva-prayāsam ca niṣphalam
und seine eigene Anstrengung als vergeblich
durvāsāḥ dudruve
Durvāsā floh
bhītaḥ
voller Furcht
dikṣu
in alle Richtungen
prāṇa-parīpsayā
mit dem Wunsch, sein Leben zu retten

tam anvadhāvad bhagavad-rathāṅgaṁ dāvāgnir uddhūta-śikho yathāhim / tathānuṣaktaṁ munir īkṣamāṇo guhāṁ vivikṣuḥ prasasāra meroḥ

Der Diskus des Herrn verfolgte ihn, wie ein loderndes Waldfeuer eine Schlange [verfolgt]; und da der Weise [Durvāsā] ihn dicht hinter sich sah, eilte er, [Zuflucht suchend], zu einer Höhle des [Berges] Meru, um hineinzuschlüpfen.

Wort für Wort
tam anvadhāvat
ihn verfolgte
bhagavat-ratha-aṅgam
der Diskus (das Rad des Wagens) des Herrn
dāva-agniḥ uddhūta-śikhaḥ
wie ein loderndes Waldfeuer
yathā ahim
wie eine Schlange (verfolgt wird)
tathā anuṣaktam
so dicht hinter sich
muniḥ īkṣamāṇaḥ
der Weise, sehend
guhām vivikṣuḥ
eine Höhle betreten wollend
prasasāra meroḥ
eilte zum (Berg) Meru

diśo nabhaḥ kṣmāṁ vivarān samudrān lokān sapālāṁs tridivaṁ gataḥ saḥ / yato yato dhāvati tatra tatra sudarśanaṁ duṣprasahaṁ dadarśa

[Er durchquerte] die Himmelsrichtungen, den Luftraum, die Erde, Erdhöhlen, die Meere, die [verschiedenen] Welten samt ihren Herrschern, [ja sogar] die Himmelswelt; doch wohin er auch eilte – überall erblickte er den unerträglichen Sudarśana[-Diskus].

Wort für Wort
diśaḥ nabhaḥ kṣmām vivarān samudrān
die Himmelsrichtungen, den Luftraum, die Erde, Erdhöhlen, die Meere
lokān sapālān
die Welten samt ihren Herrschern
tridivam gataḥ
(sogar) zur Himmelswelt gegangen
saḥ
er
yataḥ yataḥ dhāvati
wohin er auch eilte
tatra tatra
dort überall
sudarśanam duṣprasaham
den unerträglichen Sudarśana(-Diskus)
dadarśa
erblickte er

alabdha-nāthaḥ sa sadā kutaścit santrasta-citto 'raṇam eṣamāṇaḥ / devaṁ viriñcaṁ samagād vidhātas trāhy ātma-yone 'jita-tejaso mām

Da er nirgends einen Beschützer fand, mit ständig angsterfülltem Herzen, auf der Suche nach einem, der ihm Zuflucht gewähren könnte, wandte er sich schließlich an den Gott Brahmā [und sprach]: „O Schöpfer, o Selbstentsprungener, rette mich vor der [verzehrenden] Glut des Unbesiegten!“

Wort für Wort
alabdha-nāthaḥ
keinen Beschützer findend
saḥ sadā kutaścit
er, immerzu, irgendwo
santrasta-cittaḥ
mit angsterfülltem Herzen
araṇam eṣamāṇaḥ
auf der Suche nach einem Zufluchtsort
devam viriñcam samagāt
wandte sich an den Gott Brahmā
vidhātaḥ
o Schöpfer
trāhi
rette
ātma-yone
o Selbstentsprungener
ajita-tejasaḥ mām
mich vor der Glut des Unbesiegten

sthānaṁ madīyaṁ saha-viśvam etat krīḍāvasāne dvi-parārdha-saṁjñe / bhrū-bhaṅga-mātreṇa hi sandidhakṣoḥ kālātmano yasya tirobhaviṣyati // ahaṁ bhavo dakṣa-bhṛgu-pradhānāḥ prajeśa-bhūteśa-sureśa-mukhyāḥ / sarve vayaṁ yan-niyamaṁ prapannā mūrdhnyārpitaṁ loka-hitaṁ vahāmaḥ //

[Brahmā sprach:] „Diese meine Wohnstätte samt dem ganzen Universum wird am Ende [meines] Spiels, zu der Zeit, die als ‚zwei Parārdha‘ bekannt ist, allein durch das Zusammenziehen der Brauen dessen vergehen, der, in Zeitgestalt, [alles] zu verbrennen wünscht. Ich, Śiva, Dakṣa, Bhṛgu und die anderen Ersten [unter den Weisen], die Herrscher der Geschöpfe, der Lebewesen und der Götter – wir alle sind Seiner Herrschaft unterworfen; mit gesenktem Haupt tragen wir, zum Wohl der Welten, [Seine Gebote] aus.“

Wort für Wort
sthānam madīyam
meine Wohnstätte
saha-viśvam etat
samt diesem (ganzen) Universum
krīḍā-avasāne
am Ende des Spiels
dvi-parārdha-saṁjñe
zur Zeit, genannt 'zwei Parārdha'
bhrū-bhaṅga-mātreṇa hi
allein durch das Zusammenziehen der Brauen
sandidhakṣoḥ
dessen, der zu verbrennen wünscht
kāla-ātmanaḥ
der in Zeitgestalt (ist)
yasya
dessen
tirobhaviṣyati
wird vergehen
aham bhavaḥ
ich, Śiva
dakṣa-bhṛgu-pradhānāḥ
Dakṣa, Bhṛgu und die Ersten (der Weisen)
prajā-īśa-bhūta-īśa-sura-īśa-mukhyāḥ
die Herrscher der Geschöpfe, Lebewesen und Götter, angeführt von ihnen
sarve vayam
wir alle
yat-niyamam prapannāḥ
seiner Herrschaft unterworfen
mūrdhnyā arpitam
mit gesenktem Haupt (dargebracht)
loka-hitam vahāmaḥ
tragen wir zum Wohl der Welten aus

pratyākhyāto viriñcena viṣṇu-cakropatāpitaḥ / durvāsāḥ śaraṇaṁ yātaḥ śarvaṁ kailāsa-vāsinam

Von Brahmā zurückgewiesen und von Viṣṇus Diskus versengt, suchte Durvāsā Zuflucht bei Śiva, dem Bewohner des Kailāsa.

Wort für Wort
pratyākhyātaḥ viriñcena
von Brahmā zurückgewiesen
viṣṇu-cakra-upatāpitaḥ
von Viṣṇus Diskus versengt
durvāsāḥ
Durvāsā
śaraṇam yātaḥ
suchte Zuflucht
śarvam kailāsa-vāsinam
bei Śiva, dem Bewohner des Kailāsa

vayaṁ na tāta prabhavāma bhūmni yasmin pare 'nye 'py aja-jīva-kośāḥ / bhavanti kāle na bhavanti hīdṛśāḥ sahasraśo yatra vayaṁ bhramāmaḥ

Śiva sprach: „Wir, mein Sohn, vermögen nichts gegenüber jenem Erhabenen, in dem selbst andere [Wesen] wie Brahmā, die Lebewesen und die Welten im Laufe der Zeit entstehen und wieder vergehen – solche wie diese hier [entstehen und vergehen] zu Tausenden, während wir [selbst nur] in Ihm [umher]wandern.“

Wort für Wort
vayam na
wir vermögen nicht
tāta
o Sohn
prabhavāma
wir vermögen (etwas)
bhūmni
gegenüber dem Erhabenen
yasmin pare
in dem Höchsten
anye api
auch andere
aja-jīva-kośāḥ
(wie) Brahmā, die Lebewesen, die Welten
bhavanti kāle na bhavanti
entstehen mit der Zeit und vergehen
hi īdṛśāḥ
solche wie diese
sahasraśaḥ
zu Tausenden
yatra vayam bhramāmaḥ
in dem wir (selbst nur) umherwandern

ahaṁ sanat-kumāraś ca nārado bhagavān ajaḥ / kapilo 'pāntaratamo devalo dharma āsuriḥ // marīci-pramukhāś cānye siddheśāḥ pāra-darśanāḥ / vidāma na vayaṁ sarve yan-māyāṁ māyayāvṛtāḥ // tasya viśveśvarasyedaṁ śastraṁ durviṣahaṁ hi naḥ / tam evaṁ śaraṇaṁ yāhi haris te śaṁ vidhāsyati //

„Ich, die Sanat-Kumāras, Nārada, der erhabene Brahmā, Kapila, Apāntaratama, Devala, Dharma, Āsuri, Marīci und andere, an der Spitze der Vollendeten stehend, die das Ende [allen] Wissens geschaut haben – wir alle, [selbst] von Seiner Täuschungsmacht umhüllt, verstehen dessen Māyā nicht. Diese Waffe des Herrn des Universums ist auch für uns unerträglich. Suche daher bei Ihm selbst Zuflucht – Hari wird dir Wohlergehen bereiten.“

Wort für Wort
aham sanat-kumāraḥ ca
ich (und) die Sanat-Kumāras
nāradaḥ bhagavān ajaḥ
Nārada, der erhabene Brahmā
kapilaḥ apāntaratamaḥ
Kapila, Apāntaratama
devalaḥ dharmaḥ āsuriḥ
Devala, Dharma, Āsuri
marīci-pramukhāḥ ca anye
Marīci und andere an der Spitze
siddha-īśāḥ pāra-darśanāḥ
die Herren der Vollendeten, die das Ende (des Wissens) geschaut haben
vidāmaḥ na vayam sarve
wir alle verstehen nicht
yat-māyām
dessen Täuschungsmacht (Māyā)
māyayā āvṛtāḥ
von (Seiner) Māyā umhüllt
tasya viśva-īśvarasya
des Herrn des Universums
idam śastram
diese Waffe
durviṣaham hi naḥ
ist auch für uns unerträglich
tam evam śaraṇam yāhi
suche daher bei Ihm Zuflucht
hariḥ te śam vidhāsyati
Hari wird dir Wohlergehen bereiten

tato nirāśo durvāsāḥ padaṁ bhagavato yayau / vaikuṇṭhākhyaṁ yad adhyāste śrīnivāsaḥ śriyā saha

Daraufhin begab sich der hoffnungslose Durvāsā zum Wohnort des Erhabenen, [genannt] Vaikuṇṭha, wo der Herr des Glücks zusammen mit [der Göttin] Śrī weilt.

Wort für Wort
tataḥ nirāśaḥ
daraufhin hoffnungslos
durvāsāḥ
Durvāsā
padam bhagavataḥ yayau
begab sich zum Wohnort des Erhabenen
vaikuṇṭha-ākhyam
genannt Vaikuṇṭha
yat adhyāste
wo weilt
śrīnivāsaḥ śriyā saha
der Herr des Glücks zusammen mit Śrī

sandahyamāno 'jita-śastra-vahninā tat-pāda-mūle patitaḥ savepathuḥ / āhācyutānanta sad-īpsita prabho kṛtāgasaṁ māvahi viśva-bhāvana

Vom Feuer der Waffe des Unbesiegten verbrannt, fiel er, am ganzen Leibe zitternd, zu Seinen Füßen nieder und sprach: „O Unfehlbarer, o Endloser, o vom Erhabenen Ersehnter, o Herr – beschütze mich, den Übeltäter, o Wohltäter des Universums!“

Wort für Wort
sandahyamānaḥ
verbrannt werdend
ajita-śastra-vahninā
vom Feuer der Waffe des Unbesiegten
tat-pāda-mūle
zu Seinen Füßen
patitaḥ savepathuḥ
niederfallend, am ganzen Leibe zitternd
āha
sprach
acyuta ananta
o Unfehlbarer, o Endloser
sat-īpsita prabho
o vom (Erhabenen/den Heiligen) Ersehnter, o Herr
kṛta-āgasam mā avahi
beschütze mich, den Übeltäter
viśva-bhāvana
o Wohltäter des Universums

śrī-bhagavān uvāca / ahaṁ bhakta-parādhīno hy asvatantra iva dvija / sādhubhir grasta-hṛdayo bhaktair bhakta-jana-priyaḥ

Der Erhabene Herr sprach: „Ich bin, o Brahmane, meinen Geweihten untertan, gleichsam unfrei; von den Heiligen ist mein Herz gefangen genommen, von [Meinen] Geweihten – denn Mir ist [selbst] der Geweihte eines Geweihten teuer.“

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene Herr sprach
aham bhakta-parādhīnaḥ
ich bin meinen Geweihten untertan
hi asvatantraḥ iva
gleichsam unfrei
dvija
o Brahmane
sādhubhiḥ grasta-hṛdayaḥ
von den Heiligen ist (mein) Herz gefangen genommen
bhaktaiḥ
von (meinen) Geweihten
bhakta-jana-priyaḥ
dem der Geweihte eines Geweihten teuer ist

ajānatā te paramānubhāvaṁ kṛtaṁ mayāghaṁ bhavataḥ priyāṇām / vidhehi tasyāpacitiṁ vidhātar mucyeta yan-nāmny udite nārako 'pi

[Durvāsā sprach:] „In Unkenntnis Deiner höchsten Macht habe ich eine Verfehlung gegen die Dir Lieben begangen. Verordne Du, o Lenker, die [angemessene] Wiedergutmachung dafür – [Du], bei dessen Namensnennung selbst ein zur Hölle Bestimmter erlöst wird.“

Wort für Wort
ajānatā
in Unkenntnis
te parama-anubhāvam
Deiner höchsten Macht
kṛtam mayā agham
von mir begangene Verfehlung
bhavataḥ priyāṇām
gegen die Dir Lieben
vidhehi tasya apacitim
verordne dafür die Wiedergutmachung
vidhātaḥ
o Lenker
mucyeta
wird erlöst
yat-nāmni udite
bei dessen Namensnennung
nārakaḥ api
selbst ein zur Hölle Bestimmter

nāham ātmānam āśāse mad-bhaktaiḥ sādhubhir vinā / śriyaṁ cātyantikīṁ brahman yeṣāṁ gatir ahaṁ parā

[Der Herr sprach:] „Ohne Meine Geweihten, die Heiligen, wünsche ich weder Mich selbst noch, o Brahmane, [Mein] höchstes Glück – jene, deren höchstes Ziel Ich bin.“

Wort für Wort
na aham ātmānam āśāse
ich wünsche nicht Mich selbst
mad-bhaktaiḥ sādhubhiḥ vinā
ohne Meine Geweihten, die Heiligen
śriyam ca ātyantikīm
noch das höchste Glück
brahman
o Brahmane
yeṣām gatiḥ aham parā
jene, deren höchstes Ziel Ich bin

ye dārāgāra-putrāpta-prāṇān vittam imaṁ param / hitvā māṁ śaraṇaṁ yātāḥ kathaṁ tāṁs tyaktum utsahe

„Wie könnte Ich jene verlassen, die, nachdem sie Gattin, Haus, Söhne, Verwandte, [ihr eigenes] Leben, Reichtum, all dies und selbst das Jenseitige aufgegeben haben, bei Mir Zuflucht gesucht haben?“

Wort für Wort
ye
die, welche
dāra-agāra-putra-āpta-prāṇān
Gattin, Haus, Söhne, Verwandte, (eigenes) Leben
vittam imam param
Reichtum, dieses (Diesseitige) und das Jenseitige
hitvā
aufgegeben habend
mām śaraṇam yātāḥ
bei Mir Zuflucht gesucht haben
katham tān tyaktum utsahe
wie könnte Ich sie verlassen

mayi nirbaddha-hṛdayāḥ sādhavaḥ sama-darśanāḥ / vaśe kurvanti māṁ bhaktyā sat-striyaḥ sat-patiṁ yathā

Die Heiligen, deren Herz fest an Mich gebunden ist, die [alle Wesen] gleich betrachten, machen Mich durch [ihre] Hingabe Sich gefügig, so wie tugendhafte Frauen ihren tugendhaften Gatten.

Wort für Wort
mayi nirbaddha-hṛdayāḥ
deren Herz fest an Mich gebunden ist
sādhavaḥ
die Heiligen
sama-darśanāḥ
die (alle Wesen) gleich betrachten
vaśe kurvanti mām
machen Mich sich gefügig
bhaktyā
durch Hingabe
sat-striyaḥ sat-patim yathā
so wie tugendhafte Frauen ihren tugendhaften Gatten

mat-sevayā pratītaṁ te sālokyādi-catuṣṭayam / necchanti sevayā pūrṇāḥ kuto 'nyat kāla-viplutam

Sie, durch ihren Dienst an Mir bereits vollkommen erfüllt, begehren nicht [einmal] die vier Arten der Befreiung [wie Sālokya usw.], die durch [bloßen] Dienst [an Mir] gewiss erlangt werden – wieviel weniger andere, in der Zeit vergängliche Dinge!

Wort für Wort
mat-sevayā pratītam
durch den Dienst an Mir gewiss erlangt
te
sie
sālokya-ādi-catuṣṭayam
die vier Arten (der Befreiung wie Sālokya usw.)
na icchanti
begehren nicht
sevayā pūrṇāḥ
durch den Dienst (bereits) erfüllt
kutaḥ anyat
wieviel weniger anderes
kāla-viplutam
in der Zeit Vergängliches

sādhavo hṛdayaṁ mahyaṁ sādhūnāṁ hṛdayaṁ tv aham / mad-anyat te na jānanti nāhaṁ tebhyo manāg api

Die Heiligen sind Mir Herz, und Ich bin fürwahr das Herz der Heiligen; sie kennen nichts außer Mir, und Ich [kenne nichts] außer ihnen, auch nicht im Geringsten.

Wort für Wort
sādhavaḥ hṛdayam mahyam
die Heiligen sind Mir Herz
sādhūnām hṛdayam tu aham
und Ich bin das Herz der Heiligen
mat-anyat te na jānanti
sie kennen nichts außer Mir
na aham tebhyaḥ
und Ich (nichts) außer ihnen
manāk api
auch nicht im Geringsten

upāyaṁ kathayiṣyāmi tava vipra śṛṇuṣva tat / ayaṁ hy ātmābhicāras te yatas taṁ yāhi mā ciram / sādhuṣu prahitaṁ tejaḥ prahartuḥ kurute 'śivam

„Ich werde dir, o Brahmane, das Mittel [zu deiner Rettung] nennen – so höre: Diese [Tat] ist in Wahrheit eine gegen dich selbst gerichtete Verwünschung; darum begib dich ohne Verzug zu jenem [König], von dem [du kamst]. Gegen Heilige gerichtete [feindliche] Macht wendet sich gegen den, der sie entsandt hat, [und bringt ihm] Unheil.“

Wort für Wort
upāyam kathayiṣyāmi
ich werde das Mittel nennen
tava vipra
für dich, o Brahmane
śṛṇuṣva tat
so höre dies
ayam hi ātma-abhicāraḥ te
diese (Tat) ist in Wahrheit eine gegen dich selbst gerichtete Verwünschung
yataḥ tam yāhi
darum geh zu ihm (von dem du kamst)
mā ciram
ohne Verzug
sādhuṣu prahitam tejaḥ
gegen Heilige gerichtete Macht
prahartuḥ kurute aśivam
bringt dem Entsender Unheil

tapo vidyā ca viprāṇāṁ niḥśreyasa-kare ubhe / te eva durvinītasya kalpete kartur anyathā

Askese und Wissen sind für Brahmanen beide Ursachen des höchsten Heils; eben diese beiden werden, wenn der, der sie ausübt, unbeherrscht ist, zum Gegenteil [ihrer selbst].

Wort für Wort
tapaḥ vidyā ca
Askese und Wissen
viprāṇām
für Brahmanen
niḥśreyasa-kare ubhe
sind beide Ursachen des höchsten Heils
te eva
eben diese
durvinītasya kartuḥ
wenn der Ausübende unbeherrscht (schlecht erzogen) ist
kalpete anyathā
werden zum Gegenteil

brahmaṁs tad gaccha bhadraṁ te nābhāga-tanayaṁ nṛpam / kṣamāpaya mahā-bhāgaṁ tataḥ śāntir bhaviṣyati

O Brahmane, geh daher – Segen sei mit dir – zum König, dem Sohn Nābhāgas, dem hochbeglückten, und bitte ihn um Verzeihung; dann wird Friede eintreten.

Wort für Wort
brahman
o Brahmane
tat gaccha
geh daher
bhadram te
Segen sei mit dir
nābhāga-tanayam nṛpam
zum König, dem Sohn Nābhāgas
kṣamāpaya
bitte um Verzeihung
mahā-bhāgam
den Hochbeglückten
tataḥ śāntiḥ bhaviṣyati
dann wird Friede eintreten

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