Uddhava sprach: Dann, dorthin zur Stadt kommend, im Wunsch, seinen Eltern Wohl zu bereiten, zusammen mit Baladeva, warf er den Herrn der feindlichen Schar [Kaṁsa] von der Erhöhung herab und schleifte den Getöteten, seines Lebens beraubt, mit Kraft über die Erde.
Wort für Wort
uddhavaḥ uvāca
Uddhava sprach
tataḥ saḥ āgatya puram
dann, dorthin zur Stadt kommend
sva-pitroḥ cikīrṣayā śam baladeva-saṁyutaḥ
im Wunsch, seinen Eltern Wohl zu bereiten, zusammen mit Baladeva
nipātya tuṅgāt ripu-yūtha-nātham
den Herrn der feindlichen Schar von der Erhöhung herabwerfend
hatam vyakarṣat vyasum ojasā urvyām
den Getöteten, seines Lebens beraubt, schleifte er mit Kraft über die Erde
Von Sāndīpani einmal vorgetragen, studierte er das gesamte Brahman-Wissen samt seiner Ausführlichkeit; ihm gewährte er als Gunst dessen verstorbenen Sohn, zurückgeholt aus dem Bauch des Pañcajana-Dämons.
Wort für Wort
sāndīpaneḥ sakṛt proktam
von Sāndīpani einmal vorgetragen
brahma adhītya sa-vistaram
das Brahman-Wissen samt Ausführlichkeit studierend
tasmai prādāt varam putram mṛtam
ihm gewährte er als Gunst dessen verstorbenen Sohn
samāhutā bhīṣmaka-kanyayā ye śriyaḥ savarṇena bubhūṣayaiṣām | gāndharva-vṛttyā miṣatāṁ sva-bhāgaṁ jahre padaṁ mūrdhni dadhat suparṇaḥ
Die von der Tochter Bhīṣmakas [Rukmiṇī] Herbeigerufenen - Fürsten, die ihr Glück zu erlangen wünschten -, deren Anteil an ihr entriss er ihnen, die nur zusahen, nach Gāndharva-Brauch, indem er, wie Suparṇa [Garuḍa], seinen Fuß auf ihre Häupter setzte.
Wort für Wort
samāhutāḥ bhīṣmaka-kanyayā
die von der Tochter Bhīṣmakas Herbeigerufenen
ye śriyaḥ bubhūṣayā eṣām
die [Fürsten,] die deren Glück zu erlangen wünschten
gāndharva-vṛttyā miṣatām sva-bhāgam jahre
nach Gāndharva-Brauch entriss er ihnen, die zusahen, ihren Anteil
padam mūrdhni dadhat suparṇaḥ
seinen Fuß auf [ihre] Häupter setzend, wie Suparṇa [Garuḍa]
[?] Sehr verdichtete Formulierung zur Rukmiṇī-Entführung; die genaue Konstruktion ('savarṇena', 'padaṁ mūrdhni dadhat') bleibt unsicher.
Nachdem er die Buckelstiere mit unversehrten Nasen gebändigt hatte, vermählte er sich beim Svayaṃvara mit Nāgnajitī; jene, deren Stolz gebrochen war, dennoch gierig und unwissend, obwohl selbst Waffenträger, tötete er unversehrt mit ihren eigenen Waffen.
Wort für Wort
kakudminaḥ aviddha-nasaḥ damitvā
nachdem er die Buckelstiere mit unversehrten Nasen gebändigt hatte
svayaṁvare nāgnajitīm uvāha
vermählte er sich beim Svayaṃvara mit Nāgnajitī
tad-bhagna-mānān api gṛdhyataḥ ajñān
jene, deren Stolz gebrochen war, dennoch gierig, unwissend
jaghne akṣataḥ śastra-bhṛtaḥ sva-śastraiḥ
tötete er unversehrt, [obwohl selbst] Waffenträger, mit ihren eigenen Waffen
Der Herr, wie ein Dorfbewohner der Geliebten zuliebe handelnd, begehrte ihr Wohlgefallen zu bereiten und näherte sich dem Götterbaum, um dessentwillen der Blitzträger [Indra] samt seinem Gefolge, blind vor Zorn, herbeieilte - gewiss ist er das Spielzeug-Wild seiner Frauen.
Wort für Wort
priyam prabhuḥ grāmyaḥ iva priyāyāḥ vidhitsuḥ
der Herr, wie ein Dorfbewohner, der Geliebten Wohlgefallen zu bereiten begehrend
ārcchat dyu-tarum yat-arthe
näherte sich dem Götterbaum, um dessentwillen
vajrī ādravat tam sa-gaṇaḥ ruṣā andhaḥ
der Blitzträger samt Gefolge, blind vor Zorn, herbeieilte
krīḍā-mṛgaḥ nūnam ayam vadhūnām
gewiss ist er das Spielzeug-Wild seiner Frauen
[Anm.: Bezieht sich auf die Pārijāta-Episode, in der Kṛṣṇa für Satyabhāmā den Wunschbaum aus Indras Himmel raubt.]
Als er sah, wie der Sohn [Naraka], der im Kampf mit seinem Riesenkörper den Himmel verschlang, durch den Sunābha [Diskus] zerschmettert wurde - von der Erde [Bhūmi, seiner Mutter] darum gebeten, übergab er dessen Sohn den Rest [des Reiches] und betrat dessen inneres Gemach.
Wort für Wort
sutam mṛdhe kham vapuṣā grasantam
den Sohn, der im Kampf mit seinem Körper den Himmel verschlang
dṛṣṭvā sunābha-unmathitam dharitryā
als er sah, wie er durch den Sunābha zerschmettert wurde, von der Erde [darum gebeten]
āmantritaḥ tat-tanayāya śeṣam dattvā
angesprochen, dessen Sohn den Rest übergebend
tad-antaḥ-puram āviveśa
betrat er dessen inneres Gemach
[?] Der genaue mythologische Bezug (vermutlich die Narakāsura-Episode, mit Bhūmi/Erde als Naraka-Mutter) bleibt in Einzelheiten unsicher.
Dort, die von dem Erdgeborenen [Naraka] entführten Königstöchter, als sie Hari, den Freund der Bedrängten, erblickten, standen sogleich auf und ergriffen ihn mit Blicken, gesandt von Freude, Scham und Zuneigung.
Wort für Wort
tatra āhṛtāḥ tāḥ nara-deva-kanyāḥ
dort die entführten Königstöchter
kujena dṛṣṭvā harim ārta-bandhum
von dem Erdgeborenen [entführt], als sie Hari, den Freund der Bedrängten, erblickten
utthāya sadyaḥ jagṛhuḥ
standen sogleich auf und ergriffen [ihn]
praharṣa-vrīḍā-anurāga-prahita-avalokaiḥ
mit Blicken, gesandt von Freude, Scham und Zuneigung
Von diesen Frauen ergriff er, in einem einzigen Augenblick, in verschiedenen Gemächern, jeweils passend, durch seine eigene Māyā vervielfacht, die Hände nach der Sitte.
Wort für Wort
āsām muhūrte ekasmin
von diesen [Frauen], in einem einzigen Augenblick
nānā-āgāreṣu yoṣitām
in verschiedenen Gemächern der Frauen
sa-vidham jagṛhe pāṇīn
passend ergriff er die Hände
anurūpaḥ sva-māyayā
jeweils passend, durch seine eigene Māyā [vervielfacht]
Kāla[yavana], Māgadha [Jarāsandha] und Śālva sowie andere, die mit ihren Heeren die Stadt belagerten, vernichtete er selbst auf göttliche Weise, indem er zugleich seinen eigenen Männern übernatürliche Kraft zuwies.
Wort für Wort
kāla-māgadha-śālva-ādīn
Kāla[yavana], Māgadha, Śālva und andere
anīkaiḥ rundhataḥ puram
die mit ihren Heeren die Stadt belagerten
ajīghanat svayam divyam
vernichtete er selbst auf göttliche Weise
sva-puṁsām tejaḥ ādiśat
seinen eigenen Männern [übernatürliche] Kraft zuweisend
[?] Der genaue Bezug ('ajīghanat svayam' - er selbst tötete) bleibt in seiner Konstruktion unsicher - evtl. gemeint, dass Kṛṣṇa die Feinde teils selbst, teils durch verliehene Kraft an seine Männer besiegte.
Dann, durch die auf beiden Seiten der Brudersöhne [Pāṇḍavas und Kauravas] gefallenen Könige, erzitterte die Erde von Kurukṣetra unter den heranstürmenden Heeren jener.
Wort für Wort
atha te bhrātṛ-putrāṇām pakṣayoḥ patitān nṛpān
dann die auf beiden Seiten der Brudersöhne gefallenen Könige
sa karṇa-duḥśāsana-saubalānāṁ kumantra-pākena hata-śriyāyuṣam | suyodhanaṁ sānucaraṁ śayānaṁ bhagnorum ūrvyāṁ na nananda paśyan
Er freute sich nicht, als er Suyodhana [Duryodhana] sah - dessen Glück und Lebenszeit durch die Reifung des schlechten Rates von Karṇa, Duḥśāsana und Saubala [Śakuni] vernichtet war, samt Gefolge daliegend, mit gebrochenem Schenkel, auf der Erde.
Wort für Wort
saḥ karṇa-duḥśāsana-saubalānām kumantra-pākena
er, durch die Reifung des schlechten Rates von Karṇa, Duḥśāsana und Saubala
hata-śrī-āyuṣam suyodhanam
dessen Glück und Lebenszeit vernichtet war, Suyodhana
sa-anucaram śayānam bhagna-ūrum ūrvyām
samt Gefolge daliegend, mit gebrochenem Schenkel, auf der Erde
'Wie gering ist doch diese Verringerung der gewaltigen Last der Erde, da durch Droṇa, Bhīṣma, Arjuna und Bhīma als Werkzeuge die achtzehn Akṣauhiṇīs [vernichtet wurden] - während durch meine eigenen Anteile die unerträgliche Streitmacht der Yadus noch verbleibt.'
Wort für Wort
kiyān bhuvaḥ ayam kṣapita-uru-bhāraḥ
wie gering ist diese Verringerung der gewaltigen Last der Erde
yat droṇa-bhīṣma-arjuna-bhīma-mūlaiḥ
da durch Droṇa, Bhīṣma, Arjuna, Bhīma als Werkzeuge
aṣṭādaśa-akṣauhiṇikaḥ
die achtzehn Akṣauhiṇīs [vernichtet wurden]
mad-aṁśaiḥ āste balam durviṣaham yadūnām
durch meine Anteile verbleibt die unerträgliche Streitmacht der Yadus
[Anm.: Kṛṣṇas innere Überlegung, dass trotz der Vernichtung des Kaurava-Heeres die noch stärkere, von ihm selbst durchdrungene Streitmacht der Yadus als Erdenlast verbleibt - Vorausdeutung auf deren kommenden Untergang.]
mitho yadaiṣāṁ bhavitā vivādo madhv-āmadātāmra-vilocanānām | naiṣāṁ vadhopāya iyān ato 'nyo mayy udyate 'ntardadhate svayaṁ sma
'Wenn unter ihnen, deren Augen vom Wein-Rausch rot geworden sind, gegenseitiger Streit entstehen wird - kein anderes Mittel zu ihrer Vernichtung gibt es als dieses; wenn ich mich zurückziehe, verschwinden sie von selbst.'
Wort für Wort
mithaḥ yadā eṣām bhavitā vivādaḥ
wenn unter ihnen gegenseitiger Streit entstehen wird
madhu-āmada-ātāmra-vilocanānām
deren Augen vom Wein-Rausch rot geworden sind
na eṣām vadha-upāyaḥ iyān ataḥ anyaḥ
kein anderes Mittel zu ihrer Vernichtung gibt es als dieses
mayi udyate antardadhate svayam sma
wenn ich mich zurückziehe, verschwinden sie von selbst
So bei sich überlegend, setzte der Erhabene den Dharma-Sohn [Yudhiṣṭhira] in sein Königreich ein und erfreute seine Freunde, damit den Weg der Rechtschaffenen weisend.
uttarāyāṁ dhṛtaḥ pūror vaṁśaḥ sādhv-abhimanyunā | sa vai drauṇy-astra-sampluṣṭaḥ punar bhagavatā dhṛtaḥ
In Uttarā wurde die Linie des Pūru durch den trefflichen Abhimanyu erhalten; diese, durch die Waffe des Sohnes Droṇas [Aśvatthāman] verbrannt, wurde erneut vom Erhabenen erhalten.
Wort für Wort
uttarāyām dhṛtaḥ pūroḥ vaṁśaḥ
in Uttarā wurde die Linie des Pūru erhalten
sādhu-abhimanyunā
durch den trefflichen Abhimanyu
saḥ vai drauṇi-astra-sampluṣṭaḥ
diese, durch die Waffe des Sohnes Droṇas verbrannt
Er ließ den Dharma-Sohn durch drei Aśvamedha-Opfer opfern, der Allmächtige; auch dieser [Yudhiṣṭhira], die Erde mit seinen jüngeren Brüdern beschützend, ergötzte sich, Kṛṣṇa ergeben.
Wort für Wort
ayājayat dharma-sutam aśvamedhaiḥ tribhiḥ vibhuḥ
der Allmächtige ließ den Dharma-Sohn durch drei Aśvamedha-Opfer opfern
saḥ api kṣmām anujaiḥ rakṣan
auch dieser, die Erde mit den jüngeren Brüdern beschützend
Auch der Erhabene, die Weltseele, den Wegen von Welt und Veda folgend, genoss in Dvārakā die Sinnesfreuden, dabei jedoch unangehaftet, in Sāṅkhya-Erkenntnis verankert.
Durch seinen liebevollen, lächelnden Blick, durch Rede, dem Nektar gleich, durch tadellosen Wandel, durch sein Selbst, die Wohnstätte der Śrī...
Wort für Wort
snigdha-smita-avalokena
durch [seinen] liebevollen, lächelnden Blick
vācā pīyūṣa-kalpayā
durch Rede, dem Nektar gleich
caritreṇa anavadyena
durch tadellosen Wandel
śrī-niketena ca ātmanā
und durch [sein] Selbst, die Wohnstätte der Śrī
[Anm.: Der Satz setzt sich in V.21 fort (Hauptverb 'reme' - 'er ergötzte sich'); diese vier Instrumentale beschreiben die Mittel, mit denen der Herr Welt und Yadus erfreute.]
In Bezug auf die vom Schicksal abhängigen Sinnesobjekte - wo doch der Mensch selbst vom Schicksal abhängig ist -, wer sollte darauf vertrauen, wenn er durch Yoga dem Herrn des Yoga ergeben ist?
Wort für Wort
daiva-adhīneṣu kāmeṣu
in Bezug auf die vom Schicksal abhängigen Sinnesobjekte
Danach, nach einigen Monaten, zogen die Vṛṣṇis, Bhojas, Andhakas und andere, hocherfreut, mit Wagen nach Prabhāsa, von der Gottheit [in ihrem Urteil] verwirrt.
...und Speise von vorzüglichem Geschmack gaben sie ihnen, alles dem Erhabenen dargebracht; die Helden, deren Leben Kühen, Brahmanen und rechten Zielen geweiht war, verneigten sich mit ihren Häuptern zur Erde.
Wort für Wort
annam ca uru-rasam tebhyaḥ dattvā
und Speise von vorzüglichem Geschmack ihnen gebend
bhagavat-arpaṇam
alles dem Erhabenen dargebracht
go-vipra-artha-asavaḥ śūrāḥ
die Helden, deren Leben Kühen, Brahmanen und [rechten] Zielen geweiht war
praṇemuḥ bhuvi mūrdhabhiḥ
verneigten sich mit ihren Häuptern zur Erde
[Anm.: Mit diesem Vers endet Uddhavas Bericht über die Ereignisse der letzten Pilgerfahrt nach Prabhāsa; Kapitel 3.4 dürfte den weiteren Verlauf (Yadu-Untergang) schildern.]