Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 32: bhagavataḥ vṛndāvanān nirgamana-līlā Die Taten des Herrn außerhalb von Vṛndāvana

Skandha 3, Adhyāya 3. Quelle: vedabase.io, eigene Übersetzung ohne Konsultation bestehender Übertragungen.

uddhava uvāca: tataḥ sa āgatya puraṁ sva-pitroś cikīrṣayā śaṁ baladeva-saṁyutaḥ | nipātya tuṅgād ripu-yūtha-nāthaṁ hataṁ vyakarṣad vyasum ojasorvyām

Uddhava sprach: Dann, dorthin zur Stadt kommend, im Wunsch, seinen Eltern Wohl zu bereiten, zusammen mit Baladeva, warf er den Herrn der feindlichen Schar [Kaṁsa] von der Erhöhung herab und schleifte den Getöteten, seines Lebens beraubt, mit Kraft über die Erde.

Wort für Wort
uddhavaḥ uvāca
Uddhava sprach
tataḥ saḥ āgatya puram
dann, dorthin zur Stadt kommend
sva-pitroḥ cikīrṣayā śam baladeva-saṁyutaḥ
im Wunsch, seinen Eltern Wohl zu bereiten, zusammen mit Baladeva
nipātya tuṅgāt ripu-yūtha-nātham
den Herrn der feindlichen Schar von der Erhöhung herabwerfend
hatam vyakarṣat vyasum ojasā urvyām
den Getöteten, seines Lebens beraubt, schleifte er mit Kraft über die Erde

sāndīpaneḥ sakṛt proktaṁ brahmādhītya sa-vistaram | tasmai prādād varaṁ putraṁ mṛtaṁ pañca-janodarāt

Von Sāndīpani einmal vorgetragen, studierte er das gesamte Brahman-Wissen samt seiner Ausführlichkeit; ihm gewährte er als Gunst dessen verstorbenen Sohn, zurückgeholt aus dem Bauch des Pañcajana-Dämons.

Wort für Wort
sāndīpaneḥ sakṛt proktam
von Sāndīpani einmal vorgetragen
brahma adhītya sa-vistaram
das Brahman-Wissen samt Ausführlichkeit studierend
tasmai prādāt varam putram mṛtam
ihm gewährte er als Gunst dessen verstorbenen Sohn
pañca-jana-udarāt
aus dem Bauch des Pañcajana-Dämons [zurückgeholt]

samāhutā bhīṣmaka-kanyayā ye śriyaḥ savarṇena bubhūṣayaiṣām | gāndharva-vṛttyā miṣatāṁ sva-bhāgaṁ jahre padaṁ mūrdhni dadhat suparṇaḥ

Die von der Tochter Bhīṣmakas [Rukmiṇī] Herbeigerufenen - Fürsten, die ihr Glück zu erlangen wünschten -, deren Anteil an ihr entriss er ihnen, die nur zusahen, nach Gāndharva-Brauch, indem er, wie Suparṇa [Garuḍa], seinen Fuß auf ihre Häupter setzte.

Wort für Wort
samāhutāḥ bhīṣmaka-kanyayā
die von der Tochter Bhīṣmakas Herbeigerufenen
ye śriyaḥ bubhūṣayā eṣām
die [Fürsten,] die deren Glück zu erlangen wünschten
gāndharva-vṛttyā miṣatām sva-bhāgam jahre
nach Gāndharva-Brauch entriss er ihnen, die zusahen, ihren Anteil
padam mūrdhni dadhat suparṇaḥ
seinen Fuß auf [ihre] Häupter setzend, wie Suparṇa [Garuḍa]

[?] Sehr verdichtete Formulierung zur Rukmiṇī-Entführung; die genaue Konstruktion ('savarṇena', 'padaṁ mūrdhni dadhat') bleibt unsicher.

kakudmino 'viddha-naso damitvā svayaṁvare nāgnajitīm uvāha | tad-bhagnamānān api gṛdhyato 'jñāñ jaghne 'kṣataḥ śastra-bhṛtaḥ sva-śastraiḥ

Nachdem er die Buckelstiere mit unversehrten Nasen gebändigt hatte, vermählte er sich beim Svayaṃvara mit Nāgnajitī; jene, deren Stolz gebrochen war, dennoch gierig und unwissend, obwohl selbst Waffenträger, tötete er unversehrt mit ihren eigenen Waffen.

Wort für Wort
kakudminaḥ aviddha-nasaḥ damitvā
nachdem er die Buckelstiere mit unversehrten Nasen gebändigt hatte
svayaṁvare nāgnajitīm uvāha
vermählte er sich beim Svayaṃvara mit Nāgnajitī
tad-bhagna-mānān api gṛdhyataḥ ajñān
jene, deren Stolz gebrochen war, dennoch gierig, unwissend
jaghne akṣataḥ śastra-bhṛtaḥ sva-śastraiḥ
tötete er unversehrt, [obwohl selbst] Waffenträger, mit ihren eigenen Waffen

priyaṁ prabhur grāmya iva priyāyā vidhitsur ārcchad dyutaruṁ yad-arthe | vajry ādravat taṁ sa-gaṇo ruṣāndhaḥ krīḍā-mṛgo nūnam ayaṁ vadhūnām

Der Herr, wie ein Dorfbewohner der Geliebten zuliebe handelnd, begehrte ihr Wohlgefallen zu bereiten und näherte sich dem Götterbaum, um dessentwillen der Blitzträger [Indra] samt seinem Gefolge, blind vor Zorn, herbeieilte - gewiss ist er das Spielzeug-Wild seiner Frauen.

Wort für Wort
priyam prabhuḥ grāmyaḥ iva priyāyāḥ vidhitsuḥ
der Herr, wie ein Dorfbewohner, der Geliebten Wohlgefallen zu bereiten begehrend
ārcchat dyu-tarum yat-arthe
näherte sich dem Götterbaum, um dessentwillen
vajrī ādravat tam sa-gaṇaḥ ruṣā andhaḥ
der Blitzträger samt Gefolge, blind vor Zorn, herbeieilte
krīḍā-mṛgaḥ nūnam ayam vadhūnām
gewiss ist er das Spielzeug-Wild seiner Frauen

[Anm.: Bezieht sich auf die Pārijāta-Episode, in der Kṛṣṇa für Satyabhāmā den Wunschbaum aus Indras Himmel raubt.]

sutaṁ mṛdhe khaṁ vapuṣā grasantaṁ dṛṣṭvā sunābhonmathitaṁ dharitryā | āmantritas tat-tanayāya śeṣaṁ dattvā tad-antaḥ-puram āviveśa

Als er sah, wie der Sohn [Naraka], der im Kampf mit seinem Riesenkörper den Himmel verschlang, durch den Sunābha [Diskus] zerschmettert wurde - von der Erde [Bhūmi, seiner Mutter] darum gebeten, übergab er dessen Sohn den Rest [des Reiches] und betrat dessen inneres Gemach.

Wort für Wort
sutam mṛdhe kham vapuṣā grasantam
den Sohn, der im Kampf mit seinem Körper den Himmel verschlang
dṛṣṭvā sunābha-unmathitam dharitryā
als er sah, wie er durch den Sunābha zerschmettert wurde, von der Erde [darum gebeten]
āmantritaḥ tat-tanayāya śeṣam dattvā
angesprochen, dessen Sohn den Rest übergebend
tad-antaḥ-puram āviveśa
betrat er dessen inneres Gemach

[?] Der genaue mythologische Bezug (vermutlich die Narakāsura-Episode, mit Bhūmi/Erde als Naraka-Mutter) bleibt in Einzelheiten unsicher.

tatrāhṛtās tā nara-deva-kanyāḥ kujena dṛṣṭvā harim ārta-bandhum | utthāya sadyo jagṛhuḥ praharṣa-vrīḍānurāga-prahitāvalokaiḥ

Dort, die von dem Erdgeborenen [Naraka] entführten Königstöchter, als sie Hari, den Freund der Bedrängten, erblickten, standen sogleich auf und ergriffen ihn mit Blicken, gesandt von Freude, Scham und Zuneigung.

Wort für Wort
tatra āhṛtāḥ tāḥ nara-deva-kanyāḥ
dort die entführten Königstöchter
kujena dṛṣṭvā harim ārta-bandhum
von dem Erdgeborenen [entführt], als sie Hari, den Freund der Bedrängten, erblickten
utthāya sadyaḥ jagṛhuḥ
standen sogleich auf und ergriffen [ihn]
praharṣa-vrīḍā-anurāga-prahita-avalokaiḥ
mit Blicken, gesandt von Freude, Scham und Zuneigung

āsāṁ muhūrta ekasmin nānāgāreṣu yoṣitām | sa-vidhaṁ jagṛhe pāṇīn anurūpaḥ sva-māyayā

Von diesen Frauen ergriff er, in einem einzigen Augenblick, in verschiedenen Gemächern, jeweils passend, durch seine eigene Māyā vervielfacht, die Hände nach der Sitte.

Wort für Wort
āsām muhūrte ekasmin
von diesen [Frauen], in einem einzigen Augenblick
nānā-āgāreṣu yoṣitām
in verschiedenen Gemächern der Frauen
sa-vidham jagṛhe pāṇīn
passend ergriff er die Hände
anurūpaḥ sva-māyayā
jeweils passend, durch seine eigene Māyā [vervielfacht]

tāsv apatyāny ajanayad ātma-tulyāni sarvataḥ | ekaikasyāṁ daśa daśa prakṛter vibubhūṣayā

In ihnen zeugte er Nachkommen, ihm selbst in allem gleich, bei jeder einzelnen zehn, entsprechend dem Wunsch, seine eigene Natur zu vervielfältigen.

Wort für Wort
tāsu apatyāni ajanayat
in ihnen zeugte er Nachkommen
ātma-tulyāni sarvataḥ
ihm selbst in allem gleich
eka-ekasyām daśa daśa
bei jeder einzelnen zehn
prakṛteḥ vibubhūṣayā
entsprechend dem Wunsch, seine Natur zu vervielfältigen

kāla-māgadha-śālvādīn anīkai rundhataḥ puram | ajīghanat svayaṁ divyaṁ sva-puṁsāṁ teja ādiśat

Kāla[yavana], Māgadha [Jarāsandha] und Śālva sowie andere, die mit ihren Heeren die Stadt belagerten, vernichtete er selbst auf göttliche Weise, indem er zugleich seinen eigenen Männern übernatürliche Kraft zuwies.

Wort für Wort
kāla-māgadha-śālva-ādīn
Kāla[yavana], Māgadha, Śālva und andere
anīkaiḥ rundhataḥ puram
die mit ihren Heeren die Stadt belagerten
ajīghanat svayam divyam
vernichtete er selbst auf göttliche Weise
sva-puṁsām tejaḥ ādiśat
seinen eigenen Männern [übernatürliche] Kraft zuweisend

[?] Der genaue Bezug ('ajīghanat svayam' - er selbst tötete) bleibt in seiner Konstruktion unsicher - evtl. gemeint, dass Kṛṣṇa die Feinde teils selbst, teils durch verliehene Kraft an seine Männer besiegte.

śambaraṁ dvividaṁ bāṇaṁ muraṁ balvalam eva ca | anyāṁś ca dantavakrādīn avadhīt kāṁś ca ghātayat

Śambara, Dvivida, Bāṇa, Mura und ebenso Balvala, und andere wie Dantavakra und weitere, tötete er teils selbst und ließ teils andere töten.

Wort für Wort
śambaram dvividam bāṇam muram balvalam eva ca
Śambara, Dvivida, Bāṇa, Mura und ebenso Balvala
anyān ca dantavakra-ādīn
und andere wie Dantavakra
avadhīt kān ca ghātayat
tötete er [selbst] und ließ [andere] töten

atha te bhrātṛ-putrāṇāṁ pakṣayoḥ patitān nṛpān | cacāla bhūḥ kurukṣetraṁ yeṣām āpatatāṁ balaiḥ

Dann, durch die auf beiden Seiten der Brudersöhne [Pāṇḍavas und Kauravas] gefallenen Könige, erzitterte die Erde von Kurukṣetra unter den heranstürmenden Heeren jener.

Wort für Wort
atha te bhrātṛ-putrāṇām pakṣayoḥ patitān nṛpān
dann die auf beiden Seiten der Brudersöhne gefallenen Könige
cacāla bhūḥ kurukṣetram
es erzitterte die Erde von Kurukṣetra
yeṣām āpatatām balaiḥ
unter den Heeren jener heranstürmenden

sa karṇa-duḥśāsana-saubalānāṁ kumantra-pākena hata-śriyāyuṣam | suyodhanaṁ sānucaraṁ śayānaṁ bhagnorum ūrvyāṁ na nananda paśyan

Er freute sich nicht, als er Suyodhana [Duryodhana] sah - dessen Glück und Lebenszeit durch die Reifung des schlechten Rates von Karṇa, Duḥśāsana und Saubala [Śakuni] vernichtet war, samt Gefolge daliegend, mit gebrochenem Schenkel, auf der Erde.

Wort für Wort
saḥ karṇa-duḥśāsana-saubalānām kumantra-pākena
er, durch die Reifung des schlechten Rates von Karṇa, Duḥśāsana und Saubala
hata-śrī-āyuṣam suyodhanam
dessen Glück und Lebenszeit vernichtet war, Suyodhana
sa-anucaram śayānam bhagna-ūrum ūrvyām
samt Gefolge daliegend, mit gebrochenem Schenkel, auf der Erde
na nananda paśyan
er freute sich nicht, als er [ihn] sah

kiyān bhuvo 'yaṁ kṣapitoru-bhāro yad droṇa-bhīṣmārjuna-bhīma-mūlaiḥ | aṣṭādaśākṣauhiṇiko mad-aṁśair āste balaṁ durviṣahaṁ yadūnām

'Wie gering ist doch diese Verringerung der gewaltigen Last der Erde, da durch Droṇa, Bhīṣma, Arjuna und Bhīma als Werkzeuge die achtzehn Akṣauhiṇīs [vernichtet wurden] - während durch meine eigenen Anteile die unerträgliche Streitmacht der Yadus noch verbleibt.'

Wort für Wort
kiyān bhuvaḥ ayam kṣapita-uru-bhāraḥ
wie gering ist diese Verringerung der gewaltigen Last der Erde
yat droṇa-bhīṣma-arjuna-bhīma-mūlaiḥ
da durch Droṇa, Bhīṣma, Arjuna, Bhīma als Werkzeuge
aṣṭādaśa-akṣauhiṇikaḥ
die achtzehn Akṣauhiṇīs [vernichtet wurden]
mad-aṁśaiḥ āste balam durviṣaham yadūnām
durch meine Anteile verbleibt die unerträgliche Streitmacht der Yadus

[Anm.: Kṛṣṇas innere Überlegung, dass trotz der Vernichtung des Kaurava-Heeres die noch stärkere, von ihm selbst durchdrungene Streitmacht der Yadus als Erdenlast verbleibt - Vorausdeutung auf deren kommenden Untergang.]

mitho yadaiṣāṁ bhavitā vivādo madhv-āmadātāmra-vilocanānām | naiṣāṁ vadhopāya iyān ato 'nyo mayy udyate 'ntardadhate svayaṁ sma

'Wenn unter ihnen, deren Augen vom Wein-Rausch rot geworden sind, gegenseitiger Streit entstehen wird - kein anderes Mittel zu ihrer Vernichtung gibt es als dieses; wenn ich mich zurückziehe, verschwinden sie von selbst.'

Wort für Wort
mithaḥ yadā eṣām bhavitā vivādaḥ
wenn unter ihnen gegenseitiger Streit entstehen wird
madhu-āmada-ātāmra-vilocanānām
deren Augen vom Wein-Rausch rot geworden sind
na eṣām vadha-upāyaḥ iyān ataḥ anyaḥ
kein anderes Mittel zu ihrer Vernichtung gibt es als dieses
mayi udyate antardadhate svayam sma
wenn ich mich zurückziehe, verschwinden sie von selbst

evaṁ sañcintya bhagavān sva-rājye sthāpya dharmajam | nandayām āsa suhṛdaḥ sādhūnāṁ vartma darśayan

So bei sich überlegend, setzte der Erhabene den Dharma-Sohn [Yudhiṣṭhira] in sein Königreich ein und erfreute seine Freunde, damit den Weg der Rechtschaffenen weisend.

Wort für Wort
evam sañcintya bhagavān
so bei sich überlegend, der Erhabene
sva-rājye sthāpya dharma-jam
den Dharma-Sohn in sein Königreich einsetzend
nandayām āsa suhṛdaḥ
er erfreute seine Freunde
sādhūnām vartma darśayan
den Weg der Rechtschaffenen weisend

uttarāyāṁ dhṛtaḥ pūror vaṁśaḥ sādhv-abhimanyunā | sa vai drauṇy-astra-sampluṣṭaḥ punar bhagavatā dhṛtaḥ

In Uttarā wurde die Linie des Pūru durch den trefflichen Abhimanyu erhalten; diese, durch die Waffe des Sohnes Droṇas [Aśvatthāman] verbrannt, wurde erneut vom Erhabenen erhalten.

Wort für Wort
uttarāyām dhṛtaḥ pūroḥ vaṁśaḥ
in Uttarā wurde die Linie des Pūru erhalten
sādhu-abhimanyunā
durch den trefflichen Abhimanyu
saḥ vai drauṇi-astra-sampluṣṭaḥ
diese, durch die Waffe des Sohnes Droṇas verbrannt
punaḥ bhagavatā dhṛtaḥ
erneut vom Erhabenen erhalten

ayājayad dharma-sutam aśvamedhais tribhir vibhuḥ | so 'pi kṣmām anujai rakṣan reme kṛṣṇam anuvrataḥ

Er ließ den Dharma-Sohn durch drei Aśvamedha-Opfer opfern, der Allmächtige; auch dieser [Yudhiṣṭhira], die Erde mit seinen jüngeren Brüdern beschützend, ergötzte sich, Kṛṣṇa ergeben.

Wort für Wort
ayājayat dharma-sutam aśvamedhaiḥ tribhiḥ vibhuḥ
der Allmächtige ließ den Dharma-Sohn durch drei Aśvamedha-Opfer opfern
saḥ api kṣmām anujaiḥ rakṣan
auch dieser, die Erde mit den jüngeren Brüdern beschützend
reme kṛṣṇam anuvrataḥ
ergötzte sich, Kṛṣṇa ergeben

bhagavān api viśvātmā loka-veda-pathānugaḥ | kāmān siṣeve dvārvatyām asaktaḥ sāṅkhyam āsthitaḥ

Auch der Erhabene, die Weltseele, den Wegen von Welt und Veda folgend, genoss in Dvārakā die Sinnesfreuden, dabei jedoch unangehaftet, in Sāṅkhya-Erkenntnis verankert.

Wort für Wort
bhagavān api viśva-ātmā
auch der Erhabene, die Weltseele
loka-veda-patha-anugaḥ
den Wegen von Welt und Veda folgend
kāmān siṣeve dvārvatyām
genoss die Sinnesfreuden in Dvārakā
asaktaḥ sāṅkhyam āsthitaḥ
unangehaftet, in Sāṅkhya-Erkenntnis verankert

snigdha-smitāvalokena vācā pīyūṣa-kalpayā | caritreṇānavadyena śrī-niketena cātmanā

Durch seinen liebevollen, lächelnden Blick, durch Rede, dem Nektar gleich, durch tadellosen Wandel, durch sein Selbst, die Wohnstätte der Śrī...

Wort für Wort
snigdha-smita-avalokena
durch [seinen] liebevollen, lächelnden Blick
vācā pīyūṣa-kalpayā
durch Rede, dem Nektar gleich
caritreṇa anavadyena
durch tadellosen Wandel
śrī-niketena ca ātmanā
und durch [sein] Selbst, die Wohnstätte der Śrī

[Anm.: Der Satz setzt sich in V.21 fort (Hauptverb 'reme' - 'er ergötzte sich'); diese vier Instrumentale beschreiben die Mittel, mit denen der Herr Welt und Yadus erfreute.]

imaṁ lokam amuṁ caiva ramayan sutarāṁ yadūn | reme kṣaṇadayā datta-kṣaṇa-strī-kṣaṇa-sauhṛdaḥ

...diese Welt und jene andere erfreuend, vor allem die Yadus, ergötzte er sich, den Frauen seine Zeit widmend, ihnen Zeit und Zuneigung schenkend.

Wort für Wort
imam lokam amum ca eva ramayan
diese Welt und auch jene [andere] erfreuend
sutarām yadūn
vor allem die Yadus
reme kṣaṇadayā
er ergötzte sich, mit [seiner] Zeit
datta-kṣaṇa-strī-kṣaṇa-sauhṛdaḥ
den Frauen Zeit und Zuneigung schenkend

[?] Wortspiel mit 'kṣaṇa' (Augenblick/Zeit) in mehreren Zusammensetzungen; genauer Sinn bleibt etwas unsicher.

tasyaivaṁ ramamāṇasya saṁvatsara-gaṇān bahūn | gṛhamedheṣu yogeṣu virāgaḥ samajāyata

Bei ihm, der sich so viele Jahre lang ergötzte, entstand dennoch Loslösung von den Bindungen des Hausherrenlebens.

Wort für Wort
tasya evam ramamāṇasya
bei ihm, der sich so ergötzte
saṁvatsara-gaṇān bahūn
viele Jahre lang
gṛhamedheṣu yogeṣu virāgaḥ samajāyata
von den Bindungen des Hausherrenlebens entstand Loslösung

daivādhīneṣu kāmeṣu daivādhīnaḥ svayaṁ pumān | ko viśrambheta yogena yogeśvaram anuvrataḥ

In Bezug auf die vom Schicksal abhängigen Sinnesobjekte - wo doch der Mensch selbst vom Schicksal abhängig ist -, wer sollte darauf vertrauen, wenn er durch Yoga dem Herrn des Yoga ergeben ist?

Wort für Wort
daiva-adhīneṣu kāmeṣu
in Bezug auf die vom Schicksal abhängigen Sinnesobjekte
daiva-adhīnaḥ svayam pumān
der Mensch selbst vom Schicksal abhängig
kaḥ viśrambheta yogena
wer sollte [darauf] vertrauen, durch Yoga
yoga-īśvaram anuvrataḥ
dem Herrn des Yoga ergeben

puryāṁ kadācit krīḍadbhir yadu-bhoja-kumārakaiḥ | kopitā munayaḥ śepur bhagavan-mata-kovidāḥ

In der Stadt einst, von den spielenden jungen Prinzen der Yadus und Bhojas erzürnt, verfluchten die Weisen, die den Willen des Erhabenen kannten, sie.

Wort für Wort
puryām kadācit krīḍadbhiḥ
in der Stadt einst, von den spielenden
yadu-bhoja-kumārakaiḥ kopitāḥ
von den jungen Prinzen der Yadus und Bhojas erzürnt
munayaḥ śepuḥ
verfluchten die Weisen
bhagavat-mata-kovidāḥ
die den Willen des Erhabenen kannten

tataḥ katipayair māsair vṛṣṇi-bhojāndhakādayaḥ | yayuḥ prabhāsaṁ saṁhṛṣṭā rathair deva-vimohitāḥ

Danach, nach einigen Monaten, zogen die Vṛṣṇis, Bhojas, Andhakas und andere, hocherfreut, mit Wagen nach Prabhāsa, von der Gottheit [in ihrem Urteil] verwirrt.

Wort für Wort
tataḥ katipayaiḥ māsaiḥ
danach, nach einigen Monaten
vṛṣṇi-bhoja-andhaka-ādayaḥ
die Vṛṣṇis, Bhojas, Andhakas und andere
yayuḥ prabhāsam saṁhṛṣṭāḥ rathaiḥ
zogen hocherfreut mit Wagen nach Prabhāsa
deva-vimohitāḥ
von der Gottheit [in ihrem Urteil] verwirrt

tatra snātvā pitṝn devān ṛṣīṁś caiva tad-ambhasā | tarpayitvātha viprebhyo gāvo bahu-guṇā daduḥ

Dort, gebadet, und die Ahnen, Götter und Weisen mit jenem Wasser befriedigt, gaben sie danach den Brahmanen Kühe von vielfachem Wert.

Wort für Wort
tatra snātvā
dort gebadet
pitṝn devān ṛṣīn ca eva tad-ambhasā tarpayitvā
und die Ahnen, Götter und Weisen mit jenem Wasser befriedigt
atha viprebhyaḥ gāvaḥ bahu-guṇāḥ daduḥ
danach gaben sie den Brahmanen Kühe von vielfachem Wert

hiraṇyaṁ rajataṁ śayyāṁ vāsāṁsy ajina-kambalān | yānaṁ rathān ibhān kanyā dharāṁ vṛtti-karīm api

Gold, Silber, Betten, Gewänder, Felle und Decken, Sänften, Wagen, Elefanten, Mädchen, ja sogar Land, das den Lebensunterhalt sichert...

Wort für Wort
hiraṇyam rajatam śayyām
Gold, Silber, Betten
vāsāṁsi ajina-kambalān
Gewänder, Felle und Decken
yānam rathān ibhān kanyāḥ
Sänften, Wagen, Elefanten, Mädchen
dharām vṛtti-karīm api
sogar Land, das den Lebensunterhalt sichert

annaṁ coru-rasaṁ tebhyo dattvā bhagavad-arpaṇam | go-viprārthāsavaḥ śūrāḥ praṇemur bhuvi mūrdhabhiḥ

...und Speise von vorzüglichem Geschmack gaben sie ihnen, alles dem Erhabenen dargebracht; die Helden, deren Leben Kühen, Brahmanen und rechten Zielen geweiht war, verneigten sich mit ihren Häuptern zur Erde.

Wort für Wort
annam ca uru-rasam tebhyaḥ dattvā
und Speise von vorzüglichem Geschmack ihnen gebend
bhagavat-arpaṇam
alles dem Erhabenen dargebracht
go-vipra-artha-asavaḥ śūrāḥ
die Helden, deren Leben Kühen, Brahmanen und [rechten] Zielen geweiht war
praṇemuḥ bhuvi mūrdhabhiḥ
verneigten sich mit ihren Häuptern zur Erde

[Anm.: Mit diesem Vers endet Uddhavas Bericht über die Ereignisse der letzten Pilgerfahrt nach Prabhāsa; Kapitel 3.4 dürfte den weiteren Verlauf (Yadu-Untergang) schildern.]

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