Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 33: vidura-maitreya-saṅgamaḥ Vidura sucht Maitreya auf

Skandha 3, Adhyāya 4. Quelle: vedabase.io, eigene Übersetzung ohne Konsultation bestehender Übertragungen.

uddhava uvāca: atha te tad-anujñātā bhuktvā pītvā ca vāruṇīm | tayā vibhraṁśita-jñānā duruktair marma paspṛśuḥ

Uddhava sprach: Da aßen und tranken sie, von ihm [Kṛṣṇa] dazu ermächtigt, Vāruṇī-Wein; durch diesen um ihre Urteilskraft gebracht, verletzten sie sich gegenseitig mit bösen Worten ins Herz.

Wort für Wort
uddhavaḥ uvāca
Uddhava sprach
atha te tad-anujñātāḥ
da sie, von ihm dazu ermächtigt
bhuktvā pītvā ca vāruṇīm
aßen und tranken Vāruṇī-Wein
tayā vibhraṁśita-jñānāḥ
durch diesen um ihre Urteilskraft gebracht
duruktaiḥ marma paspṛśuḥ
verletzten sie sich mit bösen Worten ins Herz

teṣāṁ maireya-doṣeṇa viṣamīkṛta-cetasām | nimlocati ravāv āsīd veṇūnām iva mardanam

Bei ihnen, deren Sinn durch den Fehler des Maireya-Weins verwirrt war, geschah, als die Sonne unterging, ein Gemetzel wie das Aneinanderreiben von Bambusrohren.

Wort für Wort
teṣām maireya-doṣeṇa
bei ihnen, durch den Fehler des Maireya-Weins
viṣamīkṛta-cetasām
deren Sinn verwirrt war
nimlocati ravau āsīt
als die Sonne unterging, geschah
veṇūnām iva mardanam
wie das Aneinanderreiben von Bambusrohren

bhagavān svātma-māyāyā gatiṁ tām avalokya saḥ | sarasvatīm upaspṛśya vṛkṣa-mūlam upāviśat

Der Erhabene, jenen Verlauf seiner eigenen Māyā erblickend, berührte rituell die Sarasvatī und setzte sich an den Fuß eines Baumes.

Wort für Wort
bhagavān sva-ātma-māyāyāḥ gatim tām avalokya
der Erhabene, jenen Verlauf seiner eigenen Māyā erblickend
saḥ sarasvatīm upaspṛśya
er, die Sarasvatī rituell berührend
vṛkṣa-mūlam upāviśat
setzte sich an den Fuß eines Baumes

ahaṁ cokto bhagavatā prapannārti-hareṇa ha | badarīṁ tvaṁ prayāhīti sva-kulaṁ sañjihīrṣuṇā

Und mir wurde vom Erhabenen, dem Beseitiger des Leids der sich Ergebenden, gesagt: 'Geh du nach Badarī' - von ihm, der sein eigenes Geschlecht von der Erde abzuziehen im Begriff war.

Wort für Wort
aham ca uktaḥ bhagavatā
und mir wurde vom Erhabenen gesagt
prapanna-ārti-hareṇa ha
dem Beseitiger des Leids der sich Ergebenden
badarīm tvam prayāhi iti
'geh du nach Badarī'
sva-kulam sañjihīrṣuṇā
von ihm, der sein Geschlecht abzuziehen im Begriff war

tathāpi tad-abhipretaṁ jānann aham arindama | pṛṣṭhato 'nvagamaṁ bhartuḥ pāda-viśleṣaṇākṣamaḥ

Dennoch, obwohl ich seine Absicht kannte, o Bezwinger der Feinde, folgte ich meinem Herrn von hinten nach, unfähig, mich von seinen Füßen zu trennen.

Wort für Wort
tathā api tad-abhipretam jānan aham
dennoch, obwohl ich seine Absicht kannte
arindama
o Bezwinger der Feinde
pṛṣṭhataḥ anvagamam bhartuḥ
ich folgte meinem Herrn von hinten nach
pāda-viśleṣaṇa-akṣamaḥ
unfähig, mich von [seinen] Füßen zu trennen

adrākṣam ekam āsīnaṁ vicinvan dayitaṁ patim | śrī-niketaṁ sarasvatyāṁ kṛta-ketam aketanam

Ich erblickte, meinen geliebten Herrn suchend, ihn allein sitzend, die Wohnstätte der Śrī, an der Sarasvatī, dort sein Lager aufgeschlagen, obwohl sonst ohne festen Wohnsitz.

Wort für Wort
adrākṣam ekam āsīnam
ich erblickte ihn allein sitzend
vicinvan dayitam patim
meinen geliebten Herrn suchend
śrī-niketam sarasvatyām
die Wohnstätte der Śrī, an der Sarasvatī
kṛta-ketam aketanam
dort sein Lager aufgeschlagen, [obwohl sonst] ohne festen Wohnsitz

śyāmāvadātaṁ virajaṁ praśāntāruṇa-locanam | dorbhiś caturbhir viditaṁ pīta-kauśāmbareṇa ca

Dunkel-hell schimmernd, makellos, mit friedvollen, rötlichen Augen, an den vier Armen erkennbar und am gelben Seidengewand.

Wort für Wort
śyāma-avadātam virajam
dunkel-hell schimmernd, makellos
praśānta-aruṇa-locanam
mit friedvollen, rötlichen Augen
dorbhiḥ caturbhiḥ viditam
an den vier Armen erkennbar
pīta-kauśāmbareṇa ca
und am gelben Seidengewand

vāma ūrāv adhiśritya dakṣiṇāṅghri-saroruham | apāśritārbhakāśvattham akṛśaṁ tyakta-pippalam

Seinen rechten Lotos-Fuß auf den linken Schenkel gestützt, gelehnt an einen jungen, kräftigen Aśvattha-Baum, dessen Blätter bereits abgefallen waren.

Wort für Wort
vāme ūrau adhiśritya
auf den linken Schenkel gestützt
dakṣiṇa-aṅghri-saroruham
den rechten Lotos-Fuß
apāśrita-arbhaka-aśvattham akṛśam
gelehnt an einen jungen, kräftigen Aśvattha-Baum
tyakta-pippalam
dessen Blätter abgefallen waren

[?] 'tyakta-pippalam' (dessen Blätter abgeworfen) - der Bezug auf den Baum bleibt unsicher, evtl. eine jahreszeitliche Angabe.

tasmin mahā-bhāgavato dvaipāyana-suhṛt-sakhā | lokān anucaran siddha āsasāda yadṛcchayā

Dorthin gelangte, die Welten durchwandernd, durch Zufall der große Verehrer des Herrn, der Freund und Gefährte Dvaipāyanas [Vyāsas], ein Vollendeter [Maitreya].

Wort für Wort
tasmin mahā-bhāgavataḥ
dorthin [gelangte] der große Verehrer
dvaipāyana-suhṛt-sakhā
der Freund und Gefährte Dvaipāyanas
lokān anucaran siddhaḥ
die Welten durchwandernd, ein Vollendeter
āsasāda yadṛcchayā
gelangte [dorthin] durch Zufall

tasyānuraktasya muner mukundaḥ pramoda-bhāvānata-kandharasya | āśṛṇvato mām anurāga-hāsa-samīkṣayā viśramayann uvāca

Zu jenem ergebenen Weisen [Maitreya], dessen Nacken sich vor Freude neigte, sprach Mukunda, während ich zuhörte, ihn mit einem liebevoll-lächelnden Blick beruhigend.

Wort für Wort
tasya anuraktasya muneḥ
zu jenem ergebenen Weisen
pramoda-bhāva-anata-kandharasya
dessen Nacken sich vor Freude neigte
āśṛṇvataḥ mām
während ich zuhörte
anurāga-hāsa-samīkṣayā viśramayan uvāca
mit einem liebevoll-lächelnden Blick ihn beruhigend, sprach er

śrī-bhagavān uvāca: vedāham antar manasīpsitaṁ te dadāmi yat tad duravāpam anyaiḥ | satre purā viśva-sṛjāṁ vasūnāṁ mat-siddhi-kāmena vaso tvayeṣṭaḥ

Der Erhabene sprach: Ich kenne das, was du in deinem Innern wünschst; ich gewähre dir jenes, was für andere schwer zu erlangen ist - denn einst, bei der Opferfeier der Weltschöpfer, der Vasus, wurde ich, o Vasu, von dir, im Verlangen nach meiner Vollendung [als Ziel], verehrt.

Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene sprach
veda aham antaḥ manasi īpsitam te
ich kenne das, was du in deinem Innern wünschst
dadāmi yat tat duravāpam anyaiḥ
ich gewähre jenes, was für andere schwer zu erlangen ist
satre purā viśva-sṛjām vasūnām
einst bei der Opferfeier der Weltschöpfer, der Vasus
mat-siddhi-kāmena vaso tvayā iṣṭaḥ
o Vasu, von dir im Verlangen nach meiner Vollendung verehrt

[?] Die genaue Anrede 'vaso' (o Vasu) an Maitreya sowie der Bezug auf eine frühere Opferhandlung bleiben in den Details unsicher.

sa eṣa sādho caramo bhavānām āsāditas te mad-anugraho yat | yan māṁ nṛlokān raha utsṛjantaṁ diṣṭyā dadṛśvān viśadānuvṛttyā

Dies eben, o Rechtschaffener, ist die letzte deiner Existenzen, die durch meine Gnade dir zuteil geworden ist - dass du, durch dein gutes Glück, mich, wie ich mich von der Menschenwelt insgeheim zurückziehe, mit klarer Ergebenheit erblickt hast.

Wort für Wort
saḥ eṣaḥ sādho caramaḥ bhavānām
dies eben, o Rechtschaffener, ist die letzte deiner Existenzen
āsāditaḥ te mad-anugrahaḥ
dir durch meine Gnade zuteil geworden
yat mām nṛ-lokāt rahaḥ utsṛjantam
dass [du] mich, wie ich mich von der Menschenwelt insgeheim zurückziehe
diṣṭyā dadṛśvān viśada-anuvṛttyā
durch [dein] Glück erblickt hast, mit klarer Ergebenheit

purā mayā proktam ajāya nābhye padme niṣaṇṇāya mamādi-sarge | jñānaṁ paraṁ man-mahimāvabhāsaṁ yat sūrayo bhāgavataṁ vadanti

Einst wurde von mir dem Ungeborenen [Brahmā], der auf dem Lotus in meinem Nabel saß, bei meiner ersten Schöpfung jenes höchste, meine Herrlichkeit offenbarende Wissen verkündet, das die Weisen 'Bhāgavatam' nennen.

Wort für Wort
purā mayā proktam ajāya
einst wurde von mir dem Ungeborenen verkündet
nābhye padme niṣaṇṇāya mama ādi-sarge
der auf dem Lotus in meinem Nabel bei meiner ersten Schöpfung saß
jñānam param man-mahima-avabhāsam
jenes höchste, meine Herrlichkeit offenbarende Wissen
yat sūrayaḥ bhāgavatam vadanti
das die Weisen 'Bhāgavatam' nennen

[Anm.: Verweist auf die catuḥ-ślokī-Episode aus Skandha 2, Kapitel 9.]

ity ādṛtoktaḥ paramasya puṁsaḥ pratikṣaṇānugraha-bhājano 'ham | snehottha-romā skhalitākṣaras taṁ muñcañ chucaḥ prāñjalir ābabhāṣe

So von dem Höchsten Puruṣa ehrenvoll angesprochen, ich, der ich in jedem Augenblick Anteil an seiner Gnade habe, mit vor Zuneigung gesträubten Haaren, stockender Stimme, Tränen vergießend, sprach ich, die Hände gefaltet, zu ihm.

Wort für Wort
iti ādṛta-uktaḥ paramasya puṁsaḥ
so von dem Höchsten Puruṣa ehrenvoll angesprochen
pratikṣaṇa-anugraha-bhājanaḥ aham
ich, der in jedem Augenblick Anteil an [seiner] Gnade hat
sneha-uttha-romā skhalita-akṣaraḥ
mit vor Zuneigung gesträubten Haaren, stockender Stimme
tam muñcan śucaḥ prāñjaliḥ ābabhāṣe
zu ihm, Tränen vergießend, mit gefalteten Händen sprach ich

ko nv īśa te pāda-saroja-bhājāṁ sudurlabho 'rtheṣu caturṣv apīha | tathāpi nāhaṁ pravṛṇomi bhūman bhavat-padāmbhoja-niṣevaṇotsukaḥ

'Was, o Herr, wäre denn für die, die Anteil an deinen Lotosfüßen haben, unter den vier Lebenszielen hier wirklich schwer erreichbar? Und dennoch, o Unermesslicher, wähle ich [keines von ihnen], begierig nur nach dem Dienst an deinen Lotosfüßen.'

Wort für Wort
kaḥ nu īśa te pāda-saroja-bhājām
was, o Herr, für die, die Anteil an deinen Lotosfüßen haben
sudurlabhaḥ artheṣu caturṣu api iha
wäre wirklich schwer erreichbar unter den vier Lebenszielen hier
tathā api na aham pravṛṇomi bhūman
und dennoch wähle ich [keines], o Unermesslicher
bhavat-pada-ambhoja-niṣevaṇa-utsukaḥ
begierig nach dem Dienst an deinen Lotosfüßen

karmāṇy anīhasya bhavo 'bhavasya te durgāśrayo 'thāri-bhayāt palāyanam | kālātmano yat pramadā-yutāśramaḥ svātman-rateḥ khidyati dhīr vidām iha

'Die Taten deiner selbst, des Wunschlosen; deine Geburt, des Ungeborenen; deine Zuflucht in einer Festung und die Flucht aus Furcht vor Feinden; dass du, die Zeit selbst, ein Leben mit Frauen führst, du, der Freude am eigenen Selbst findet - dies verwirrt hier den Verstand selbst der Wissenden.'

Wort für Wort
karmāṇi anīhasya bhavaḥ abhavasya te
die Taten deiner selbst, des Wunschlosen; deine Geburt, des Ungeborenen
durga-āśrayaḥ atha ari-bhayāt palāyanam
deine Zuflucht in einer Festung und die Flucht aus Furcht vor Feinden
kāla-ātmanaḥ yat pramadā-yuta-āśramaḥ
dass du, die Zeit selbst, ein Leben mit Frauen führst
sva-ātman-rateḥ khidyati dhīḥ vidām iha
dies verwirrt, [obwohl du] Freude am eigenen Selbst [findest], hier den Verstand der Wissenden

mantreṣu māṁ vā upahūya yat tvam akuṇṭhitākhaṇḍa-sadātma-bodhaḥ | pṛccheḥ prabho mugdha ivāpramattas tan no mano mohayatīva deva

'Dass du, dessen ungetrübtes, ungeteiltes, ewiges Selbstbewusstsein ist, mich bei Beratungen zu Rate ziehst und fragst, o Herr, wie ein Verwirrter, obwohl nie unachtsam - dies, o Gott, verwirrt gleichsam auch unseren Verstand.'

Wort für Wort
mantreṣu mām vā upahūya
mich bei Beratungen zu Rate ziehend
yat tvam akuṇṭhita-akhaṇḍa-sat-ātma-bodhaḥ
dass du, dessen ungetrübtes, ungeteiltes, ewiges Selbstbewusstsein ist
pṛccheḥ prabho mugdhaḥ iva apramattaḥ
fragst, o Herr, wie ein Verwirrter, [obwohl] nie unachtsam
tat naḥ manaḥ mohayati iva deva
dies verwirrt, o Gott, gleichsam unseren Verstand

jñānaṁ paraṁ svātma-rahaḥ-prakāśaṁ provāca kasmai bhagavān samagram | api kṣamaṁ no grahaṇāya bhartar vadāñjasā yad vṛjinaṁ tarema

'Wem hat der Erhabene das höchste, das Geheimnis des eigenen Selbst offenbarende Wissen vollständig verkündet? Ist es, o Herr, für uns geeignet, es zu empfangen? Sprich es unmittelbar aus, damit wir das Übel der Weltbindung überwinden.'

Wort für Wort
jñānam param sva-ātma-rahaḥ-prakāśam
das höchste, das Geheimnis des eigenen Selbst offenbarende Wissen
provāca kasmai bhagavān samagram
wem hat der Erhabene [es] vollständig verkündet
api kṣamam naḥ grahaṇāya bhartaḥ
ist es, o Herr, für uns zum Empfangen geeignet
vada añjasā yat vṛjinam tarema
sprich es unmittelbar aus, damit wir das Übel überwinden

ity āvedita-hārdāya mahyaṁ sa bhagavān paraḥ | ādideśāravindākṣa ātmanaḥ paramāṁ sthitim

So, nachdem ich mein Herzensanliegen dargelegt hatte, wies mir, dem Lotosäugigen, jener höchste Erhabene seinerseits den höchsten Zustand des Selbst.

Wort für Wort
iti āvedita-hārdāya mahyam
so, nachdem [ich] mein Herzensanliegen dargelegt hatte, mir
saḥ bhagavān paraḥ
jener höchste Erhabene
ādideśa aravinda-akṣa
wies an, o Lotosäugiger
ātmanaḥ paramām sthitim
den höchsten Zustand des Selbst

sa evam ārādhita-pāda-tīrthād adhīta-tattvātma-vibodha-mārgaḥ | praṇamya pādau parivṛtya devam ihāgato 'haṁ virahāturātmā

So, von dem, dessen Füße selbst eine Pilgerstätte sind, dies verehrend, den Weg der Erkenntnis der Wahrheit über das Selbst erlernt habend, verneigte ich mich vor seinen Füßen, umschritt den Gott und kam hierher, meiner Seele durch die Trennung gequält.

Wort für Wort
saḥ evam ārādhita-pāda-tīrthāt
so, von dem, dessen Füße eine Pilgerstätte sind, [dies] verehrend
adhīta-tattva-ātma-vibodha-mārgaḥ
den Weg der Erkenntnis der Wahrheit über das Selbst erlernt habend
praṇamya pādau parivṛtya devam
mich vor [seinen] Füßen verneigend, den Gott umschreitend
iha āgataḥ aham viraha-ātura-ātmā
kam ich hierher, meiner Seele durch die Trennung gequält

so 'haṁ tad-darśanāhlāda-viyogārti-yutaḥ prabho | gamiṣye dayitaṁ tasya badaryāśrama-maṇḍalam

Ich, von der Trennung von der Freude seines Anblicks gequält, o Herr, werde nun zu jenem ihm lieben Badarī-Āśrama-Gebiet gehen.

Wort für Wort
saḥ aham tad-darśana-āhlāda-viyoga-ārti-yutaḥ prabho
ich, von der Trennung von der Freude seines Anblicks gequält, o Herr
gamiṣye dayitam tasya
ich werde gehen zu jenem ihm lieben
badarī-āśrama-maṇḍalam
Badarī-Āśrama-Gebiet

yatra nārāyaṇo devo naraś ca bhagavān ṛṣiḥ | mṛdu tīvraṁ tapo dīrghaṁ tepāte loka-bhāvanau

Wo der Gott Nārāyaṇa und Nara, der erhabene Weise, milde und doch intensive, lange Askese übten, beide zum Wohl der Welt.

Wort für Wort
yatra nārāyaṇaḥ devaḥ naraḥ ca bhagavān ṛṣiḥ
wo der Gott Nārāyaṇa und Nara, der erhabene Weise
mṛdu tīvram tapaḥ dīrgham tepāte
milde, intensive, lange Askese beide übten
loka-bhāvanau
beide zum Wohl der Welt

śrī-śuka uvāca: ity uddhavād upākarṇya suhṛdāṁ duḥsahaṁ vadham | jñānenāśamayat kṣattā śokam utpatitaṁ budhaḥ

Śrī Śuka sprach: So, von Uddhava die unerträgliche Tötung seiner Verwandten vernehmend, besänftigte Kṣattā, der Weise, durch sein Wissen die in ihm aufsteigende Trauer.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti uddhavāt upākarṇya
so von Uddhava vernehmend
suhṛdām duḥsaham vadham
die unerträgliche Tötung der Verwandten
jñānena aśamayat kṣattā śokam utpatitam budhaḥ
besänftigte Kṣattā, der Weise, durch Wissen die aufsteigende Trauer

sa taṁ mahā-bhāgavataṁ vrajantaṁ kauravarṣabhaḥ | viśrambhād abhyadhattedaṁ mukhyaṁ kṛṣṇa-parigrahe

Er, der Stier der Kauravas [Vidura], sprach vertrauensvoll zu jenem großen Verehrer [Uddhava], der im Begriff war zu gehen, dies, den Vorzüglichsten unter Kṛṣṇas Anhängern betreffend.

Wort für Wort
saḥ tam mahā-bhāgavatam vrajantam
er zu jenem großen Verehrer, der im Begriff war zu gehen
kaurava-ṛṣabhaḥ
der Stier der Kauravas
viśrambhāt abhyadhatta idam
sprach vertrauensvoll dies
mukhyam kṛṣṇa-parigrahe
den Vorzüglichsten unter Kṛṣṇas Anhängern betreffend

vidura uvāca: jñānaṁ paraṁ svātma-rahaḥ-prakāśaṁ yad āha yogeśvara īśvaras te | vaktuṁ bhavān no 'rhati yad dhi viṣṇor bhṛtyāḥ sva-bhṛtyārtha-kṛtaś caranti

Vidura sprach: Das höchste Wissen, das Geheimnis des eigenen Selbst offenbarend, das dir der Herr, der Herrscher des Yoga, verkündet hat - du solltest es uns aussprechen; denn Viṣṇus Diener wandeln stets, zum Nutzen ihrer eigenen Mit-Diener handelnd.

Wort für Wort
viduraḥ uvāca
Vidura sprach
jñānam param sva-ātma-rahaḥ-prakāśam
das höchste, das Geheimnis des eigenen Selbst offenbarende Wissen
yat āha yoga-īśvaraḥ īśvaraḥ te
das dir der Herr, der Herrscher des Yoga, verkündet hat
vaktum bhavān naḥ arhati
du solltest es uns aussprechen
yat hi viṣṇoḥ bhṛtyāḥ sva-bhṛtya-artha-kṛtaḥ caranti
denn Viṣṇus Diener wandeln, zum Nutzen ihrer Mit-Diener handelnd

uddhava uvāca: nanu te tattva-saṁrādhya ṛṣiḥ kauṣāravo 'ntike | sākṣād bhagavatādiṣṭo martya-lokaṁ jihāsatā

Uddhava sprach: Ist nicht der Weise Kauṣārava [Maitreya], der die Wahrheit vollkommen verehrt hat, dir nahe - er, der unmittelbar vom Erhabenen, der im Begriff war, die sterbliche Welt zu verlassen, dazu angewiesen wurde?

Wort für Wort
uddhavaḥ uvāca
Uddhava sprach
nanu te tattva-saṁrādhyaḥ ṛṣiḥ kauṣāravaḥ antike
ist nicht der Weise Kauṣārava, der die Wahrheit verehrt hat, dir nahe
sākṣāt bhagavatā ādiṣṭaḥ
unmittelbar vom Erhabenen angewiesen
martya-lokam jihāsatā
der im Begriff war, die sterbliche Welt zu verlassen

śrī-śuka uvāca: iti saha vidureṇa viśva-mūrter guṇa-kathayā sudhayā plāvitoru-tāpaḥ | kṣaṇam iva puline yamasvasus tāṁ samuṣita aupagavir niśāṁ tato 'gāt

Śrī Śuka sprach: So, zusammen mit Vidura, durch den Nektar der Erzählung von den Eigenschaften der All-Gestalt [Kṛṣṇas] von seiner gewaltigen Qual überflutet, verbrachte der Sohn Upagus [Uddhava] jene Nacht am Ufer der Schwester Yamas [der Yamunā] wie einen einzigen Augenblick und zog dann weiter.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
iti saha vidureṇa viśva-mūrteḥ guṇa-kathayā sudhayā
so, zusammen mit Vidura, durch den Nektar der Erzählung von den Eigenschaften der All-Gestalt
plāvita-uru-tāpaḥ
von [seiner] gewaltigen Qual überflutet [gelindert]
kṣaṇam iva puline yamasvasuḥ tām samuṣitaḥ
wie einen Augenblick am Ufer der Schwester Yamas jene [Nacht] verbringend
aupagaviḥ niśām tataḥ agāt
der Sohn Upagus [Uddhava] zog dann [nach jener Nacht] weiter

rājā uvāca: nidhanam upagateṣu vṛṣṇi-bhojeṣv adhiratha-yūthapa-yūthapeṣu mukhyaḥ | sa tu katham avaśiṣṭa uddhavo yad dharir api tatyaja ākṛtiṁ tryadhīśaḥ

Der König [Parīkṣit] sprach: Als die Vṛṣṇis und Bhojas, die vorzüglichsten unter den Anführern der Anführer unzähliger Wagenkämpfer, dem Untergang anheimgefallen waren, wie blieb Uddhava übrig - wo doch sogar Hari, der Herr der drei Welten, seine irdische Gestalt ablegte?

Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach
nidhanam upagateṣu vṛṣṇi-bhojeṣu
als die Vṛṣṇis und Bhojas dem Untergang anheimgefallen waren
adhiratha-yūthapa-yūthapeṣu mukhyaḥ
die vorzüglichsten unter den Anführern der Anführer der Wagenkämpfer
saḥ tu katham avaśiṣṭaḥ uddhavaḥ
wie aber blieb Uddhava übrig
yat hariḥ api tatyaja ākṛtim tri-adhīśaḥ
wo doch Hari, der Herr der drei Welten, [seine] Gestalt ablegte

śrī-śuka uvāca: brahma-śāpāpadeśena kālenāmogha-vāñchitaḥ | saṁhṛtya sva-kulaṁ sphītaṁ tyakṣyan deham acintayat

Śrī Śuka sprach: Unter dem Vorwand des Brahmanenfluchs, von der Zeit, deren Wunsch unfehlbar ist, dazu bewegt, überlegte er, nachdem er sein blühendes eigenes Geschlecht vernichtet hatte, im Begriff, seinen Körper abzulegen.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
brahma-śāpa-apadeśena
unter dem Vorwand des Brahmanenfluchs
kālena amogha-vāñchitaḥ
von der Zeit, deren Wunsch unfehlbar ist, [dazu bewegt]
saṁhṛtya sva-kulam sphītam
nachdem er sein blühendes eigenes Geschlecht vernichtet hatte
tyakṣyan deham acintayat
im Begriff, den Körper abzulegen, überlegte er

asmāl lokād uparate mayi jñānaṁ mad-āśrayam | arhaty uddhava evāddhā sampraty ātmavatāṁ varaḥ

'Wenn ich mich von dieser Welt zurückgezogen habe, verdient allein Uddhava wahrhaftig das auf mich gegründete Wissen, er, gegenwärtig der Vorzüglichste der Selbstbeherrschten.'

Wort für Wort
asmāt lokāt uparate mayi
wenn ich mich von dieser Welt zurückgezogen habe
jñānam mad-āśrayam
das auf mich gegründete Wissen
arhati uddhavaḥ eva addhā
verdient allein Uddhava wahrhaftig
samprati ātmavatām varaḥ
gegenwärtig der Vorzüglichste der Selbstbeherrschten

noddhavo 'ṇv api man-nyūno yad guṇair nārditaḥ prabhuḥ | ato mad-vayunaṁ lokaṁ grāhayann iha tiṣṭhatu

'Nicht im Geringsten ist Uddhava mir unterlegen, da er, der Herr über sich selbst, von den Eigenschaften nicht bedrängt wird; darum soll er hierbleiben, um der Welt meine Weisheit zu vermitteln.'

Wort für Wort
na uddhavaḥ aṇu api mat-nyūnaḥ
nicht im Geringsten ist Uddhava mir unterlegen
yat guṇaiḥ na arditaḥ prabhuḥ
da er, der Herr, von den Eigenschaften nicht bedrängt wird
ataḥ mad-vayunam lokam grāhayan iha tiṣṭhatu
darum soll er hierbleiben, der Welt meine Weisheit vermittelnd

evaṁ tri-loka-guruṇā sandiṣṭaḥ śabda-yoninā | badaryāśramam āsādya harim īje samādhinā

So von dem Lehrer der drei Welten, dem Ursprung des heiligen Wortes, angewiesen, gelangte er zum Badarī-Āśrama und verehrte Hari in tiefer Versenkung.

Wort für Wort
evam tri-loka-guruṇā sandiṣṭaḥ
so von dem Lehrer der drei Welten angewiesen
śabda-yoninā
dem Ursprung des [heiligen] Wortes
badarī-āśramam āsādya
zum Badarī-Āśrama gelangend
harim īje samādhinā
verehrte er Hari in [tiefer] Versenkung

viduro 'py uddhavāc chrutvā kṛṣṇasya paramātmanaḥ | krīḍayopātta-dehasya karmāṇi ślāghitāni ca

Auch Vidura, nachdem er von Uddhava die preiswürdigen Taten Kṛṣṇas, des Höchsten Selbst, der spielhalber einen Körper angenommen hatte, vernommen hatte...

Wort für Wort
viduraḥ api uddhavāt śrutvā
auch Vidura, nachdem er von Uddhava vernommen hatte
kṛṣṇasya paramātmanaḥ
Kṛṣṇas, des Höchsten Selbst
krīḍayā upātta-dehasya
der spielhalber einen Körper angenommen hatte
karmāṇi ślāghitāni ca
die preiswürdigen Taten

[Anm.: Satz setzt sich in V.34-35 fort.]

deha-nyāsaṁ ca tasyaivaṁ dhīrāṇāṁ dhairya-vardhanam | anyeṣāṁ duṣkarataraṁ paśūnāṁ viklavātmanām

...und von dessen Ablegen des Körpers, einem Ereignis, das die Standhaftigkeit der Standhaften mehrt, während es für andere, für die tierhaft an den Körper Gebundenen, deren Seele verwirrt ist, noch schwerer zu ertragen ist...

Wort für Wort
deha-nyāsam ca tasya evam
und von dessen Ablegen des Körpers so
dhīrāṇām dhairya-vardhanam
die Standhaftigkeit der Standhaften mehrend
anyeṣām duṣkarataram
für andere noch schwerer [zu ertragen]
paśūnām viklava-ātmanām
für die tierhaften, deren Seele verwirrt ist

ātmānaṁ ca kuru-śreṣṭha kṛṣṇena manasekṣitam | dhyāyan gate bhāgavate ruroda prema-vihvalaḥ

...und von sich selbst, o Vorzüglichster der Kurus [Parīkṣit], von Kṛṣṇa im Geiste betrachtet - darüber nachsinnend, weinte er, nachdem der Verehrer [Uddhava] gegangen war, von Liebe überwältigt.

Wort für Wort
ātmānam ca kuru-śreṣṭha
und von sich selbst, o Vorzüglichster der Kurus
kṛṣṇena manasā īkṣitam
von Kṛṣṇa im Geiste betrachtet
dhyāyan gate bhāgavate
darüber nachsinnend, nachdem der Verehrer gegangen war
ruroda prema-vihvalaḥ
weinte er, von Liebe überwältigt

kālindyāḥ katibhiḥ siddha ahobhir bharatarṣabha | prāpadyata svaḥ-saritaṁ yatra mitrā-suto muniḥ

Nach wie vielen Tagen, vollendet, erreichte er, o Stier der Bharatas, ausgehend von der Kālindī, den Himmelsfluss, wo der Weise, Sohn der Mitrā [Maitreya], weilte?

Wort für Wort
kālindyāḥ katibhiḥ siddhaḥ ahobhiḥ
nach wie vielen Tagen, vollendet, ausgehend von der Kālindī
bharata-ṛṣabha
o Stier der Bharatas
prāpadyata svaḥ-saritam
erreichte er den Himmelsfluss
yatra mitrā-sutaḥ muniḥ
wo der Weise, Sohn der Mitrā, [weilte]

[Anm.: Dies ist Parīkṣits Frage an Sūta/Śukadeva, die den direkten Übergang zu Kapitel 3.5 (Viduras Gespräch mit Maitreya) markiert.]

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