Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 171 Der Herr Vāmanadeva, die Zwerg-Inkarnation

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śrī-śuka uvāca | ittham viriñca-stuta-karma-vīryaḥ prādurbabhūvāmṛta-bhūr adityāṁ catur-bhujaḥ śaṅkha-gadābja-cakraḥ piśaṅga-vāsā nalināyatekṣaṇaḥ

Śrī Śuka sprach: So erschien, aus Aditi hervortretend, unsterblichen Wesens, Er, dessen Taten und Macht von Viriñca [Brahmā] gepriesen wurden - vierarmig, mit Muschelhorn, Keule, Lotus und Diskus, gelb gewandet, mit Augen, lang ausgedehnt wie Lotusblätter.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
ittham
so, auf diese Weise
viriñca-stuta-karma-vīryaḥ
dessen Taten und Kraft von Viriñca (Brahmā) gepriesen wurden
prādurbabhūva
erschien, wurde offenbar
amṛta-bhūḥ
dessen Erscheinen/Wesen unsterblich war
adityām
aus/in Aditi
catur-bhujaḥ
vierarmig
śaṅkha-gadā-abja-cakraḥ
mit Muschelhorn, Keule, Lotus und Diskus
piśaṅga-vāsāḥ
gelb gewandet
nalina-āyata-īkṣaṇaḥ
mit lotusgleich langen Augen

śyāmāvadāto jhaṣa-rāja-kuṇḍala-tviṣollasac-chrī-vadanāmbujaḥ pumān śrīvatsa-vakṣā balayāṅgadollasat-kirīṭa-kāñcī-guṇa-cāru-nūpuraḥ

[Er war] dunkel und zugleich glänzend, sein schönes Lotusgesicht erstrahlte vom Glanz der haifischförmigen Ohrringe; dieser Erhabene [trug] das Śrīvatsa-Zeichen auf der Brust, geschmückt mit Armreifen, Oberarmspangen, strahlendem Diadem, Gürtelschnur und schönen Fußglöckchen.

Wort für Wort
śyāma-avadātaḥ
dunkel und zugleich glänzend/rein
jhaṣa-rāja-kuṇḍala-tviṣā
durch den Glanz der haifischförmigen Ohrringe
ullasat-śrī-vadana-ambujaḥ
dessen schönes Lotusgesicht erstrahlte
pumān
der Erhabene (Puruṣa)
śrīvatsa-vakṣāḥ
mit dem Śrīvatsa-Zeichen auf der Brust
balaya
mit Armreifen
aṅgada
Oberarmspangen
ullasat-kirīṭa
strahlendem Diadem
kāñcī-guṇa
Gürtelschnur
cāru-nūpuraḥ
und schönen Fußglöckchen geschmückt

madhu-vrata-vrāta-vighuṣṭayā svayā virājitaḥ śrī-vanamālayā hariḥ prajāpater veśma-tamaḥ sva-rociṣā vināśayan kaṇṭha-niviṣṭa-kaustubhaḥ

Hari, geschmückt mit seinem eigenen, von einem Schwarm honigsuchender Bienen umsummten schönen Waldblumenkranz, die Finsternis von Prajāpatis [Kaśyapas] Haus durch seinen eigenen Glanz vertreibend, [trug] den auf seiner Brust ruhenden Kaustubha-Edelstein.

Wort für Wort
madhu-vrata-vrāta-vighuṣṭayā
von einem Schwarm honigsuchender Bienen umsummt
svayā
mit seinem eigenen
virājitaḥ
geschmückt, erstrahlend
śrī-vanamālayā
mit dem schönen Waldblumenkranz
hariḥ
Hari
prajāpateḥ veśma-tamaḥ
die Finsternis von Prajāpatis [Kaśyapas] Haus
sva-rociṣā
durch seinen eigenen Glanz
vināśayan
vertreibend
kaṇṭha-niviṣṭa-kaustubhaḥ
mit dem auf der Brust ruhenden Kaustubha-Edelstein

Vers 3 war über vedabase.io dauerhaft (429) blockiert; Devanagari-Grundtext und Wort-Gloss wurden über die Spiegelquelle prabhupadabooks.com abgerufen, das IAST wurde von dort selbständig aus dem Devanagari transliteriert (deutsche Übersetzung eigenständig erstellt).

diśaḥ praseduḥ salilāśayās tadā prajāḥ prahṛṣṭā ṛtavo guṇānvitāḥ dyaur antarīkṣaṁ kṣitir agni-jihvā gāvo dvijāḥ sañjahṛṣur nagāś ca

Da wurden die Himmelsrichtungen heiter, die Wasserstätten [klar], die Geschöpfe hocherfreut, die Jahreszeiten mit ihren Vorzügen versehen; der Himmel, der Luftraum, die Erde, die Götter [deren Zunge das Feuer ist], die Kühe, die Brahmanen und die Berge erschauerten vor Freude.

Wort für Wort
diśaḥ
die Himmelsrichtungen
praseduḥ
wurden heiter, klar
salila-āśayāḥ
die Wasserstätten (Seen, Teiche)
tadā
da, damals
prajāḥ
die Geschöpfe
prahṛṣṭāḥ
hocherfreut
ṛtavaḥ
die Jahreszeiten
guṇa-anvitāḥ
mit ihren Vorzügen versehen
dyauḥ
der Himmel
antarīkṣam
der Luftraum
kṣitiḥ
die Erde
agni-jihvāḥ
die Götter (deren Zunge das Feuer ist)
gāvaḥ
die Kühe
dvijāḥ
die Brahmanen
sañjahṛṣuḥ
erschauerten vor Freude
nagāḥ ca
und die Berge

śroṇāyāṁ śravaṇa-dvādaśyāṁ muhūrte 'bhijiti prabhuḥ sarve nakṣatra-tārādyāś cakrus taj-janma dakṣiṇam

Als [der Mond] in Śroṇā [dem Śravaṇa-Nakṣatra] stand, an der Śravaṇa-Dvādaśī, zur Abhijit-Stunde, da machten alle, angefangen mit den Sternbildern und Sternen, die Geburt des Herrn zu einer überaus günstigen.

Wort für Wort
śroṇāyām
als der Mond im Śravaṇa-Nakṣatra stand
śravaṇa-dvādaśyām
an der Śravaṇa-Dvādaśī (12. Mondtag)
muhūrte abhijiti
zur Abhijit-Stunde
prabhuḥ
der Herr
sarve
alle
nakṣatra-tārā-ādyāḥ
angefangen mit den Sternbildern und Sternen
cakruḥ
machten, gestalteten
tat-janma
seine Geburt
dakṣiṇam
überaus günstig, glückverheißend

dvādaśyāṁ savitātiṣṭhan madhyandina-gato nṛpa vijayā-nāma sā proktā yasyāṁ janma vidur hareḥ

O König, am zwölften Tag, als die Sonne im Zenit stand [geschah dies]; jener Tag wird Vijayā genannt, an dem man die Geburt Haris kennt.

Wort für Wort
dvādaśyām
am zwölften Tag
savitā atiṣṭhat
die Sonne stand
madhyandina-gataḥ
im Zenit angelangt
nṛpa
o König
vijayā-nāma
Vijayā genannt
sā proktā
jener Tag wird genannt
yasyām
an welchem
janma
die Geburt
viduḥ hareḥ
kennt man von Hari

śaṅkha-dundubhayo nedur mṛdaṅga-paṇavānakāḥ citra-vāditra-tūryāṇāṁ nirghoṣas tumulo 'bhavat

Muschelhörner und Kesselpauken erklangen, [ebenso] Mṛdaṅga-, Paṇava- und Ānaka-Trommeln; das Getöse der mannigfaltigen Musikinstrumente wurde tosend.

Wort für Wort
śaṅkha-dundubhayaḥ
Muschelhörner und Kesselpauken
neduḥ
erklangen
mṛdaṅga-paṇava-ānakāḥ
Mṛdaṅga-, Paṇava- und Ānaka-Trommeln
citra-vāditra-tūryāṇām
der mannigfaltigen Musikinstrumente
nirghoṣaḥ
das Getöse
tumulaḥ abhavat
wurde tosend

Vers 7 war über vedabase.io dauerhaft (429) blockiert; Devanagari-Grundtext und Wort-Gloss wurden über die Spiegelquelle prabhupadabooks.com abgerufen, das IAST wurde von dort selbständig aus dem Devanagari transliteriert (deutsche Übersetzung eigenständig erstellt).

prītāś cāpsaraso 'nṛtyan gandharva-pravarā jaguḥ tuṣṭuvur munayo devā manavaḥ pitaro 'gnayaḥ

Und die erfreuten Apsaras tanzten, die besten der Gandharvas sangen; die Weisen, Götter, Manus, Ahnen und Feuergötter priesen ihn hoch.

Wort für Wort
prītāḥ ca apsarasaḥ
und die erfreuten Apsaras
anṛtyan
tanzten
gandharva-pravarāḥ
die besten der Gandharvas
jaguḥ
sangen
tuṣṭuvuḥ
priesen hoch
munayaḥ
die Weisen
devāḥ
die Götter
manavaḥ
die Manus
pitaraḥ
die Ahnen
agnayaḥ
die Feuergötter

siddha-vidyādhara-gaṇāḥ sakimpuruṣa-kinnarāḥ cāraṇā yakṣa-rakṣāṁsi suparṇā bhujagottamāḥ | gāyanto 'tipraśaṁsanto nṛtyanto vibudhānugāḥ adityā āśrama-padaṁ kusumaiḥ samavākiran

Die Scharen der Siddhas und Vidyādharas, samt den Kimpuruṣas und Kinnaras, die Cāraṇas, die Yakṣas und Rākṣasas, die Suparṇas und die besten der Schlangenwesen, dazu die Gefolgsleute der Götter, singend, hochpreisend und tanzend, bestreuten Aditis Einsiedelei mit Blüten.

Wort für Wort
siddha-vidyādhara-gaṇāḥ
die Scharen der Siddhas und Vidyādharas
sa-kimpuruṣa-kinnarāḥ
samt den Kimpuruṣas und Kinnaras
cāraṇāḥ
die Cāraṇas
yakṣa-rakṣāṁsi
die Yakṣas und Rākṣasas
suparṇāḥ
die Suparṇas
bhujaga-uttamāḥ
die besten der Schlangenwesen
gāyantaḥ
singend
ati-praśaṁsantaḥ
hochpreisend
nṛtyantaḥ
tanzend
vibudha-anugāḥ
die Gefolgsleute der Götter
adityāḥ āśrama-padam
Aditis Einsiedelei
kusumaiḥ
mit Blüten
samavākiran
bestreuten

dṛṣṭvāditis taṁ nija-garbha-sambhavaṁ paraṁ pumāṁsaṁ mudam āpa vismitā gṛhīta-dehaṁ nija-yoga-māyayā prajāpatiś cāha jayeti vismitaḥ

Als Aditi, erstaunt, jene höchste Person erblickte, die aus ihrem eigenen Schoß hervorgegangen war und die durch ihre eigene Yoga-Māyā diesen Leib angenommen hatte, empfand sie Freude; und Prajāpati [Kaśyapa], gleichfalls erstaunt, rief: 'Sieg!'

Wort für Wort
dṛṣṭvā
nachdem sie gesehen hatte
aditiḥ
Aditi
tam
ihn
nija-garbha-sambhavam
aus ihrem eigenen Schoß hervorgegangen
param pumāṁsam
die höchste Person
mudam āpa
empfand Freude
vismitā
erstaunt
gṛhīta-deham
der diesen Leib angenommen hatte
nija-yoga-māyayā
durch seine eigene Yoga-Māyā
prajāpatiḥ ca āha
und Prajāpati sprach
jaya iti
"Sieg!"
vismitaḥ
erstaunt

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yat tad vapur bhāti vibhūṣaṇāyudhair avyakta-cid-vyaktam adhārayad dhariḥ babhūva tenaiva sa vāmano vaṭuḥ sampaśyator divya-gatir yathā naṭaḥ

Jener Leib, der von Schmuck und Waffen erstrahlt, das Unmanifeste, [rein] Geistige, [nun] manifestiert, den Hari annahm - eben damit wurde er, während beide zusahen, zum Zwerg-Brahmacārī Vāmana, dessen wunderbares Erscheinen einem Schauspieler [im Wandel der Rollen] glich.

Wort für Wort
yat tat vapuḥ
jener Leib, welcher
bhāti
erstrahlt
vibhūṣaṇa-āyudhaiḥ
mit Schmuckstücken und Waffen
avyakta-cit-vyaktam
das unmanifeste, geistige, nun manifestierte
adhārayat hariḥ
Hari nahm an
babhūva
wurde
tena eva
eben damit
saḥ vāmanaḥ vaṭuḥ
er, der Zwerg-Brahmacārī
sampaśyatoḥ
während beide zusahen
divya-gatiḥ
dessen wunderbares Erscheinen
yathā naṭaḥ
wie ein Schauspieler

taṁ vaṭuṁ vāmanaṁ dṛṣṭvā modamānā maharṣayaḥ karmāṇi kārayām āsuḥ puraskṛtya prajāpatim

Als die großen Weisen jenen Zwerg-Brahmacārī Vāmana erblickten, freuten sie sich und ließen, mit Prajāpati [Kaśyapa] an der Spitze, die heiligen Riten vollziehen.

Wort für Wort
taṁ vaṭum vāmanam
jenen Zwerg-Brahmacārī
dṛṣṭvā
erblickend
modamānāḥ
sich freuend
maharṣayaḥ
die großen Weisen
karmāṇi
die rituellen Handlungen
kārayām āsuḥ
ließen vollziehen
puraskṛtya
voranstellend
prajāpatim
Prajāpati [Kaśyapa]

tasyopanīyamānasya sāvitrīṁ savitābravīt bṛhaspatir brahma-sūtraṁ mekhalāṁ kaśyapo 'dadāt

Während er die Einweihung ins heilige Fadenritual empfing, sprach Savitā [ihm] den Sāvitrī-Vers vor; Bṛhaspati [gab ihm] die heilige Schnur, und Kaśyapa gab ihm den Gürtel.

Wort für Wort
tasya upanīyamānasya
während er die Einweihung empfing
sāvitrīm
den Sāvitrī-Vers
savitā abravīt
sprach Savitā (der Sonnengott) vor
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati
brahma-sūtram
die heilige Schnur
mekhalām
den Gürtel
kaśyapaḥ adadāt
gab Kaśyapa

dadau kṛṣṇājinaṁ bhūmir daṇḍaṁ somo vanaspatiḥ kaupīnācchādanaṁ mātā dyauś chatraṁ jagataḥ pateḥ

Die Erde gab das schwarze Antilopenfell, Soma, der Herr der Pflanzen, den Stab, die Mutter das Lendentuch, und der Himmel dem Herrn der Welt den Sonnenschirm.

Wort für Wort
dadau
gab
kṛṣṇa-ajinam
das schwarze Antilopenfell
bhūmiḥ
die Erde
daṇḍam
den Stab
somaḥ vanaspatiḥ
Soma, der Herr der Pflanzen
kaupīna-ācchādanam
das Lendentuch
mātā
die Mutter [Aditi]
dyauḥ
der Himmel
chatram
den Sonnenschirm
jagataḥ pateḥ
dem Herrn der Welt

kamaṇḍaluṁ veda-garbhaḥ kuśān saptarṣayo daduḥ akṣa-mālāṁ mahārāja sarasvaty avyayātmanaḥ

Der Veda-Geborene [Brahmā] gab den Wasserkrug, die sieben Weisen das Kuśa-Gras; Sarasvatī gab dem Unvergänglichen die Gebetskette, o Großkönig.

Wort für Wort
kamaṇḍalum
den Wasserkrug
veda-garbhaḥ
der Veda-Geborene (Brahmā)
kuśān
das Kuśa-Gras
sapta-ṛṣayaḥ
die sieben Weisen
daduḥ
gaben
akṣa-mālām
die Gebetskette
mahārāja
o Großkönig
sarasvatī
Sarasvatī
avyaya-ātmanaḥ
dem Unvergänglichen

tasmā ity upanītāya yakṣa-rāṭ pātrikām adāt bhikṣāṁ bhagavatī sākṣād umādād ambikā satī

So gab dem soeben Eingeweihten der König der Yakṣas [Kubera] das Bettelschälchen; Almosen gab persönlich die erhabene, tugendhafte Weltenmutter Umā.

Wort für Wort
tasmai iti
so, ihm
upanītāya
dem soeben Eingeweihten
yakṣa-rāṭ
der König der Yakṣas (Kubera)
pātrikām adāt
gab das Bettelschälchen
bhikṣām
Almosen
bhagavatī sākṣāt
die erhabene [Göttin] persönlich
umā
Umā
adāt
gab
ambikā satī
die tugendhafte Weltenmutter

Verstümmelte Sonderzeichen (Bindestrich-Artefakte) im vedabase-Rohtext wurden bereinigt; sa-Text auf Basis der Wort-Gloss rekonstruiert.

sa brahma-varcasenaivaṁ sabhāṁ sambhāvito vaṭuḥ brahmarṣi-gaṇa-sañjuṣṭām atyarocata māriṣaḥ

So erstrahlte er, der Brahmacārī, durch seinen geistlichen Glanz gewürdigt, überaus in der von der Schar brahmanischer Weiser erfüllten Versammlung, der Verehrungswürdige.

Wort für Wort
saḥ
er
brahma-varcasena
durch geistlichen Glanz
evam
so
sabhām
die Versammlung
sambhāvitaḥ
gewürdigt, geehrt
vaṭuḥ
der Brahmacārī
brahma-ṛṣi-gaṇa-sañjuṣṭām
die von der Schar brahmanischer Weiser erfüllte Versammlung
ati-arocata
erstrahlte überaus
māriṣaḥ
der Verehrungswürdige

samiddham āhitaṁ vahniṁ kṛtvā parisamūhanam paristīrya samabhyarcya samidbhir ajuhod dvijaḥ

Nachdem der Zweifachgeborene [Vāmana] das entfachte, rituell gelegte Feuer umkreist, [das Kuśa-Gras] ausgebreitet und alles verehrt hatte, opferte er mit Brennholzscheiten.

Wort für Wort
samiddham āhitam vahnim
das entfachte, gelegte Feuer
kṛtvā parisamūhanam
nachdem er die rituelle Umkreisung vollzogen hatte
paristīrya
nachdem er [das Gras] ausgebreitet hatte
samabhyarcya
nachdem er es verehrt hatte
samidbhiḥ
mit Brennholzscheiten
ajuhot
opferte
dvijaḥ
der Zweifachgeborene [Vāmana]

śrutvāśvamedhair yajamānam ūrjitaṁ baliṁ bhṛgūṇām upakalpitais tataḥ jagāma tatrākhila-sāra-sambhṛto bhāreṇa gāṁ sannamayan pade pade

Als er hörte, dass der mächtige Bali, von den Bhṛgus geleitet, Pferdeopfer darbrachte, ging er von dort dorthin - er, der die Essenz von allem in sich trug, wobei er bei jedem Schritt mit seinem Gewicht die Erde niederdrückte.

Wort für Wort
śrutvā
nachdem er gehört hatte
aśvamedhaiḥ
mit Pferdeopfern
yajamānam
den Opfernden
ūrjitam balim
den mächtigen Bali
bhṛgūṇām upakalpitaiḥ
die von den Bhṛgus ausgerichtet wurden
tataḥ
von dort
jagāma tatra
ging er dorthin
akhila-sāra-sambhṛtaḥ
erfüllt von der Essenz alles Seienden
bhāreṇa
durch sein Gewicht
gāṁ sannamayan
die Erde niederdrückend
pade pade
bei jedem Schritt

taṁ narmadāyās taṭa uttare baler ya ṛtvijas te bhṛgukaccha-saṁjñake pravartayanto bhṛgavaḥ kratūttamaṁ vyacakṣatārād uditaṁ yathā ravim

Ihn erblickten die Priester Balis, die Bhṛgus, die am nördlichen Ufer der Narmadā, an dem Ort namens Bhṛgukaccha, das höchste Opfer durchführten, aus der Nähe, wie die eben aufgegangene Sonne.

Wort für Wort
tam
ihn
narmadāyāḥ taṭe uttare
am nördlichen Ufer der Narmadā
baleḥ ye ṛtvijaḥ te
jene Priester des Bali
bhṛgukaccha-saṁjñake
an dem Ort namens Bhṛgukaccha
pravartayantaḥ
durchführend
bhṛgavaḥ
die Bhṛgus
kratu-uttamam
das höchste Opfer
vyacakṣata
erblickten
ārāt
aus der Nähe
uditam yathā ravim
wie die aufgegangene Sonne

te ṛtvijo yajamānaḥ sadasyā hata-tviṣo vāmana-tejasā nṛpa sūryaḥ kilāyāty uta vā vibhāvasuḥ sanat-kumāro 'tha didṛkṣayā kratoḥ

O König, jene Priester, der Opferherr [Bali] und die Versammlungsmitglieder, deren Glanz durch den Glanz Vāmanas verblasste, [fragten sich]: 'Kommt da die Sonne? Oder etwa Agni? Oder Sanat-Kumāra, aus Verlangen, das Opfer zu sehen?'

Wort für Wort
te ṛtvijaḥ
jene Priester
yajamānaḥ
der Opferherr [Bali]
sadasyāḥ
die Versammlungsmitglieder
hata-tviṣaḥ
deren Glanz verblasst war
vāmana-tejasā
durch den Glanz Vāmanas
nṛpa
o König
sūryaḥ kila āyāti
"kommt da die Sonne?"
uta vā vibhāvasuḥ
"oder etwa Agni?"
sanat-kumāraḥ atha
"oder Sanat-Kumāra"
didṛkṣayā kratoḥ
aus Verlangen, das Opfer zu sehen

ittham saśiṣyeṣu bhṛguṣv anekadhā vitarkyamāṇo bhagavān sa vāmanaḥ chatraṁ sadaṇḍaṁ sajalaṁ kamaṇḍaluṁ viveśa bibhrad dhayamedha-vāṭam

So, während man unter den Bhṛgus samt ihren Schülern auf vielerlei Weise über ihn mutmaßte, trat der erhabene Vāmana, Sonnenschirm und Stab sowie den mit Wasser gefüllten Wasserkrug tragend, in den Bezirk des Pferdeopfers ein.

Wort für Wort
ittham
so
sa-śiṣyeṣu bhṛguṣu
unter den Bhṛgus samt ihren Schülern
anekadhā vitarkyamāṇaḥ
auf vielerlei Weise erwogen
bhagavān saḥ vāmanaḥ
der erhabene Vāmana
chatram sa-daṇḍam
den Sonnenschirm samt Stab
sa-jalam kamaṇḍalum
den mit Wasser gefüllten Wasserkrug
viveśa
trat ein
bibhrat
tragend
haya-medha-vāṭam
in den Bezirk des Pferdeopfers

mauñjyā mekhalayā vītam upavītājinottaram jaṭilaṁ vāmanaṁ vipraṁ māyā-māṇavakaṁ harim | praviṣṭaṁ vīkṣya bhṛgavaḥ saśiṣyās te sahāgnibhiḥ pratyagṛhṇan samutthāya saṅkṣiptās tasya tejasā

Als sie den mit dem Muñja-Grasgürtel umgürteten, mit heiliger Schnur und Antilopenfell als Obergewand bekleideten, mit verfilzten Haarlocken versehenen zwergenhaften Brahmanen Vāmana - Hari, der durch seine Māyā als Jüngling erschien - eintreten sahen, empfingen ihn die Bhṛgus samt ihren Schülern und den Feuerpriestern, sich erhebend, obgleich sie durch seinen Glanz überstrahlt wurden.

Wort für Wort
mauñjyā mekhalayā vītam
umgürtet mit dem Muñja-Grasgürtel
upavīta-ajina-uttaram
mit heiliger Schnur und Antilopenfell als Obergewand
jaṭilam
mit verfilzten Haarlocken
vāmanam vipram
den zwergenhaften Brahmanen
māyā-māṇavakam harim
Hari, der durch Māyā als Jüngling erschien
praviṣṭam
eingetreten
vīkṣya
erblickend
bhṛgavaḥ
die Bhṛgus
sa-śiṣyāḥ te
jene samt ihren Schülern
saha-agnibhiḥ
samt den Feuerpriestern
pratyagṛhṇan
empfingen
samutthāya
sich erhebend
saṅkṣiptāḥ
überstrahlt, verkleinert
tasya tejasā
durch seinen Glanz

yajamānaḥ pramudito darśanīyaṁ manoramam rūpānurūpāvayavaṁ tasmā āsanam āharat

Der hocherfreute Opferherr [Bali] brachte ihm, dessen Glieder seiner Schönheit entsprachen und der herzerfreuend anzusehen war, einen Sitz herbei.

Wort für Wort
yajamānaḥ
der Opferherr [Bali]
pramuditaḥ
hocherfreut
darśanīyam manoramam
erfreulich anzusehen, herzerfreuend
rūpa-anurūpa-avayavam
dessen Glieder der Schönheit entsprachen
tasmai
ihm
āsanam āharat
brachte einen Sitz herbei

svāgatenābhinandyātha pādau bhagavato baliḥ avanijyārcayām āsa mukta-saṅga-manoramam

Nachdem er ihn mit Willkommensworten begrüßt hatte, wusch Bali die Füße des Erhabenen und verehrte ihn, der selbst den von aller Bindung Befreiten erfreulich ist.

Wort für Wort
su-āgatena abhinandya
mit Willkommensworten begrüßend
atha
dann
pādau bhagavataḥ
die Füße des Erhabenen
baliḥ
Bali
avanijya
nachdem er sie gewaschen hatte
arcayām āsa
verehrte
mukta-saṅga-manoramam
der den von aller Bindung Befreiten erfreulich ist

tat-pāda-śaucaṁ jana-kalmaṣāpahaṁ sa dharma-vin mūrdhny adadhāt sumaṅgalam yad deva-devo giriśaś candra-maulir dadhāra mūrdhnā parayā ca bhaktyā

Er, der Pflichtkundige, setzte sich jenes fußwaschende, die Sünden der Menschen tilgende, überaus glückverheißende Wasser aufs Haupt, welches auch Giriśa [Śiva], der Gott der Götter, der den Mond als Diadem trägt, mit höchster Hingabe auf dem Haupt trug.

Wort für Wort
tat-pāda-śaucam
jenes Fußwaschwasser
jana-kalmaṣa-apaham
das die Sünden der Menschen tilgt
saḥ dharma-vit
er, der Pflichtkundige
mūrdhni adadhāt
setzte es sich aufs Haupt
su-maṅgalam
das überaus glückverheißende
yat
welches
deva-devaḥ
der Gott der Götter
giriśaḥ
Giriśa [Śiva]
candra-mauliḥ
der den Mond als Diadem trägt
dadhāra mūrdhnā
trug auf dem Haupt
parayā ca bhaktyā
und mit höchster Hingabe

śrī-balir uvāca svāgataṁ te namas tubhyaṁ brahman kiṁ karavāma te brahmarṣīṇāṁ tapaḥ sākṣān manye tvārya vapur-dharam

Der ehrenwerte Bali sprach: Willkommen sei dir, Verehrung dir, o Brahmane! Was können wir für dich tun? Ich halte dich, o Edler, für die leibhaftig verkörperte Askese der Brahmanen-Weisen.

Wort für Wort
śrī-baliḥ uvāca
der ehrenwerte Bali sprach
su-āgatam te
willkommen sei dir
namaḥ tubhyam
Verehrung dir
brahman
o Brahmane
kim karavāma te
was können wir für dich tun
brahma-ṛṣīṇām tapaḥ sākṣāt
die Askese der Brahmanen-Weisen leibhaftig
manye
ich halte [dich]
tvā ārya
dich, o Edler
vapuḥ-dharam
verkörpert

adya naḥ pitaras tṛptā adya naḥ pāvitaṁ kulam adya sviṣṭaḥ kratur ayaṁ yad bhavān āgato gṛhān

Heute sind unsere Ahnen zufriedengestellt, heute ist unsere Familie geläutert, heute ist dieses Opfer wohlvollzogen, da du in unser Haus gekommen bist.

Wort für Wort
adya
heute
naḥ pitaraḥ tṛptāḥ
sind unsere Ahnen zufriedengestellt
adya naḥ pāvitam kulam
heute ist unsere Familie geläutert
adya su-iṣṭaḥ kratuḥ ayam
heute ist dieses Opfer wohlvollzogen
yat
da, weil
bhavān āgataḥ gṛhān
du in unser Haus gekommen bist

adyāgnayo me suhutā yathā-vidhi dvijātmaja tvac-caraṇāvanejanaiḥ hatāṁhaso vārbhir iyaṁ ca bhūr aho tathā punītā tanubhiḥ padais tava

Heute, o Sohn eines Brahmanen, sind meine Feuer vorschriftsgemäß wohlgeopfert durch das sündenvernichtende Wasser der Waschung deiner Füße; und wahrlich, ebenso ist diese Erde durch deine kleinen Füße geläutert.

Wort für Wort
adya agnayaḥ me su-hutāḥ
heute sind meine Feuer wohlgeopfert
yathā-vidhi
vorschriftsgemäß
dvija-ātmaja
o Sohn eines Brahmanen
tvat-caraṇa-avanejanaiḥ
durch das Wasser der Waschung deiner Füße
hata-aṁhasaḥ vārbhiḥ
durch das sündenvernichtende Wasser
iyam ca bhūḥ
und diese Erde
aho
ach, wahrlich
tathā punītā
ist ebenso geläutert
tanubhiḥ padaiḥ tava
durch deine kleinen Füße

yad yad vaṭo vāñchasi tat pratīccha me tvām arthinaṁ vipra-sutānutarkaye gāṁ kāñcanaṁ guṇavad dhāma mṛṣṭaṁ tathānna-peyam uta vā vipra-kanyām grāmān samṛddhāṁs turagān gajān vā rathāṁs tathārhattama sampratīccha

Was immer du, o Brahmacārī, begehrst, das nimm von mir an; ich vermute, du bist als Bittsteller gekommen, o Sohn eines Brahmanen: eine Kuh, Gold, eine wohlausgestattete Wohnstätte, schmackhafte Speise und Trank, oder auch eine Brahmanentochter, wohlhabende Dörfer, Pferde, Elefanten oder Wagen - nimm, o Verehrungswürdigster, all dies an.

Wort für Wort
yat yat vaṭo vāñchasi
was auch immer du, o Brahmacārī, wünschst
tat pratīccha me
das nimm von mir an
tvām arthinam
dich als Bittenden
vipra-suta
o Sohn eines Brahmanen
anutarkaye
vermute ich
gāṁ kāñcanam
eine Kuh, Gold
guṇavat dhāma
eine wohlausgestattete Wohnstätte
mṛṣṭam tathā anna-peyam
schmackhafte Speise und Trank
uta vā vipra-kanyām
oder auch eine Brahmanentochter
grāmān samṛddhān
wohlhabende Dörfer
turagān gajān vā rathān
Pferde, Elefanten oder Wagen
tathā arhat-tama
ebenso, o Verehrungswürdigster
sampratīccha
nimm all dies an

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