Kapitel 171
Der Herr Vāmanadeva, die Zwerg-Inkarnation
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Śrī Śuka sprach: So erschien, aus Aditi hervortretend, unsterblichen Wesens, Er, dessen Taten und Macht von Viriñca [Brahmā] gepriesen wurden - vierarmig, mit Muschelhorn, Keule, Lotus und Diskus, gelb gewandet, mit Augen, lang ausgedehnt wie Lotusblätter.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
ittham
so, auf diese Weise
viriñca-stuta-karma-vīryaḥ
dessen Taten und Kraft von Viriñca (Brahmā) gepriesen wurden
[Er war] dunkel und zugleich glänzend, sein schönes Lotusgesicht erstrahlte vom Glanz der haifischförmigen Ohrringe; dieser Erhabene [trug] das Śrīvatsa-Zeichen auf der Brust, geschmückt mit Armreifen, Oberarmspangen, strahlendem Diadem, Gürtelschnur und schönen Fußglöckchen.
Hari, geschmückt mit seinem eigenen, von einem Schwarm honigsuchender Bienen umsummten schönen Waldblumenkranz, die Finsternis von Prajāpatis [Kaśyapas] Haus durch seinen eigenen Glanz vertreibend, [trug] den auf seiner Brust ruhenden Kaustubha-Edelstein.
Wort für Wort
madhu-vrata-vrāta-vighuṣṭayā
von einem Schwarm honigsuchender Bienen umsummt
svayā
mit seinem eigenen
virājitaḥ
geschmückt, erstrahlend
śrī-vanamālayā
mit dem schönen Waldblumenkranz
hariḥ
Hari
prajāpateḥ veśma-tamaḥ
die Finsternis von Prajāpatis [Kaśyapas] Haus
sva-rociṣā
durch seinen eigenen Glanz
vināśayan
vertreibend
kaṇṭha-niviṣṭa-kaustubhaḥ
mit dem auf der Brust ruhenden Kaustubha-Edelstein
Vers 3 war über vedabase.io dauerhaft (429) blockiert; Devanagari-Grundtext und Wort-Gloss wurden über die Spiegelquelle prabhupadabooks.com abgerufen, das IAST wurde von dort selbständig aus dem Devanagari transliteriert (deutsche Übersetzung eigenständig erstellt).
Da wurden die Himmelsrichtungen heiter, die Wasserstätten [klar], die Geschöpfe hocherfreut, die Jahreszeiten mit ihren Vorzügen versehen; der Himmel, der Luftraum, die Erde, die Götter [deren Zunge das Feuer ist], die Kühe, die Brahmanen und die Berge erschauerten vor Freude.
Als [der Mond] in Śroṇā [dem Śravaṇa-Nakṣatra] stand, an der Śravaṇa-Dvādaśī, zur Abhijit-Stunde, da machten alle, angefangen mit den Sternbildern und Sternen, die Geburt des Herrn zu einer überaus günstigen.
Muschelhörner und Kesselpauken erklangen, [ebenso] Mṛdaṅga-, Paṇava- und Ānaka-Trommeln; das Getöse der mannigfaltigen Musikinstrumente wurde tosend.
Wort für Wort
śaṅkha-dundubhayaḥ
Muschelhörner und Kesselpauken
neduḥ
erklangen
mṛdaṅga-paṇava-ānakāḥ
Mṛdaṅga-, Paṇava- und Ānaka-Trommeln
citra-vāditra-tūryāṇām
der mannigfaltigen Musikinstrumente
nirghoṣaḥ
das Getöse
tumulaḥ abhavat
wurde tosend
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Die Scharen der Siddhas und Vidyādharas, samt den Kimpuruṣas und Kinnaras, die Cāraṇas, die Yakṣas und Rākṣasas, die Suparṇas und die besten der Schlangenwesen, dazu die Gefolgsleute der Götter, singend, hochpreisend und tanzend, bestreuten Aditis Einsiedelei mit Blüten.
Als Aditi, erstaunt, jene höchste Person erblickte, die aus ihrem eigenen Schoß hervorgegangen war und die durch ihre eigene Yoga-Māyā diesen Leib angenommen hatte, empfand sie Freude; und Prajāpati [Kaśyapa], gleichfalls erstaunt, rief: 'Sieg!'
Wort für Wort
dṛṣṭvā
nachdem sie gesehen hatte
aditiḥ
Aditi
tam
ihn
nija-garbha-sambhavam
aus ihrem eigenen Schoß hervorgegangen
param pumāṁsam
die höchste Person
mudam āpa
empfand Freude
vismitā
erstaunt
gṛhīta-deham
der diesen Leib angenommen hatte
nija-yoga-māyayā
durch seine eigene Yoga-Māyā
prajāpatiḥ ca āha
und Prajāpati sprach
jaya iti
"Sieg!"
vismitaḥ
erstaunt
Vers 11 war über vedabase.io dauerhaft (429) blockiert; Devanagari-Grundtext und Wort-Gloss wurden über die Spiegelquelle prabhupadabooks.com abgerufen, das IAST wurde von dort selbständig aus dem Devanagari transliteriert (deutsche Übersetzung eigenständig erstellt).
yat tad vapur bhāti vibhūṣaṇāyudhair avyakta-cid-vyaktam adhārayad dhariḥ babhūva tenaiva sa vāmano vaṭuḥ sampaśyator divya-gatir yathā naṭaḥ
Jener Leib, der von Schmuck und Waffen erstrahlt, das Unmanifeste, [rein] Geistige, [nun] manifestiert, den Hari annahm - eben damit wurde er, während beide zusahen, zum Zwerg-Brahmacārī Vāmana, dessen wunderbares Erscheinen einem Schauspieler [im Wandel der Rollen] glich.
Als die großen Weisen jenen Zwerg-Brahmacārī Vāmana erblickten, freuten sie sich und ließen, mit Prajāpati [Kaśyapa] an der Spitze, die heiligen Riten vollziehen.
Während er die Einweihung ins heilige Fadenritual empfing, sprach Savitā [ihm] den Sāvitrī-Vers vor; Bṛhaspati [gab ihm] die heilige Schnur, und Kaśyapa gab ihm den Gürtel.
Die Erde gab das schwarze Antilopenfell, Soma, der Herr der Pflanzen, den Stab, die Mutter das Lendentuch, und der Himmel dem Herrn der Welt den Sonnenschirm.
sa brahma-varcasenaivaṁ sabhāṁ sambhāvito vaṭuḥ brahmarṣi-gaṇa-sañjuṣṭām atyarocata māriṣaḥ
So erstrahlte er, der Brahmacārī, durch seinen geistlichen Glanz gewürdigt, überaus in der von der Schar brahmanischer Weiser erfüllten Versammlung, der Verehrungswürdige.
Wort für Wort
saḥ
er
brahma-varcasena
durch geistlichen Glanz
evam
so
sabhām
die Versammlung
sambhāvitaḥ
gewürdigt, geehrt
vaṭuḥ
der Brahmacārī
brahma-ṛṣi-gaṇa-sañjuṣṭām
die von der Schar brahmanischer Weiser erfüllte Versammlung
Nachdem der Zweifachgeborene [Vāmana] das entfachte, rituell gelegte Feuer umkreist, [das Kuśa-Gras] ausgebreitet und alles verehrt hatte, opferte er mit Brennholzscheiten.
Wort für Wort
samiddham āhitam vahnim
das entfachte, gelegte Feuer
kṛtvā parisamūhanam
nachdem er die rituelle Umkreisung vollzogen hatte
Als er hörte, dass der mächtige Bali, von den Bhṛgus geleitet, Pferdeopfer darbrachte, ging er von dort dorthin - er, der die Essenz von allem in sich trug, wobei er bei jedem Schritt mit seinem Gewicht die Erde niederdrückte.
taṁ narmadāyās taṭa uttare baler ya ṛtvijas te bhṛgukaccha-saṁjñake pravartayanto bhṛgavaḥ kratūttamaṁ vyacakṣatārād uditaṁ yathā ravim
Ihn erblickten die Priester Balis, die Bhṛgus, die am nördlichen Ufer der Narmadā, an dem Ort namens Bhṛgukaccha, das höchste Opfer durchführten, aus der Nähe, wie die eben aufgegangene Sonne.
O König, jene Priester, der Opferherr [Bali] und die Versammlungsmitglieder, deren Glanz durch den Glanz Vāmanas verblasste, [fragten sich]: 'Kommt da die Sonne? Oder etwa Agni? Oder Sanat-Kumāra, aus Verlangen, das Opfer zu sehen?'
So, während man unter den Bhṛgus samt ihren Schülern auf vielerlei Weise über ihn mutmaßte, trat der erhabene Vāmana, Sonnenschirm und Stab sowie den mit Wasser gefüllten Wasserkrug tragend, in den Bezirk des Pferdeopfers ein.
Als sie den mit dem Muñja-Grasgürtel umgürteten, mit heiliger Schnur und Antilopenfell als Obergewand bekleideten, mit verfilzten Haarlocken versehenen zwergenhaften Brahmanen Vāmana - Hari, der durch seine Māyā als Jüngling erschien - eintreten sahen, empfingen ihn die Bhṛgus samt ihren Schülern und den Feuerpriestern, sich erhebend, obgleich sie durch seinen Glanz überstrahlt wurden.
Wort für Wort
mauñjyā mekhalayā vītam
umgürtet mit dem Muñja-Grasgürtel
upavīta-ajina-uttaram
mit heiliger Schnur und Antilopenfell als Obergewand
Nachdem er ihn mit Willkommensworten begrüßt hatte, wusch Bali die Füße des Erhabenen und verehrte ihn, der selbst den von aller Bindung Befreiten erfreulich ist.
Wort für Wort
su-āgatena abhinandya
mit Willkommensworten begrüßend
atha
dann
pādau bhagavataḥ
die Füße des Erhabenen
baliḥ
Bali
avanijya
nachdem er sie gewaschen hatte
arcayām āsa
verehrte
mukta-saṅga-manoramam
der den von aller Bindung Befreiten erfreulich ist
tat-pāda-śaucaṁ jana-kalmaṣāpahaṁ sa dharma-vin mūrdhny adadhāt sumaṅgalam yad deva-devo giriśaś candra-maulir dadhāra mūrdhnā parayā ca bhaktyā
Er, der Pflichtkundige, setzte sich jenes fußwaschende, die Sünden der Menschen tilgende, überaus glückverheißende Wasser aufs Haupt, welches auch Giriśa [Śiva], der Gott der Götter, der den Mond als Diadem trägt, mit höchster Hingabe auf dem Haupt trug.
śrī-balir uvāca svāgataṁ te namas tubhyaṁ brahman kiṁ karavāma te brahmarṣīṇāṁ tapaḥ sākṣān manye tvārya vapur-dharam
Der ehrenwerte Bali sprach: Willkommen sei dir, Verehrung dir, o Brahmane! Was können wir für dich tun? Ich halte dich, o Edler, für die leibhaftig verkörperte Askese der Brahmanen-Weisen.
Heute sind unsere Ahnen zufriedengestellt, heute ist unsere Familie geläutert, heute ist dieses Opfer wohlvollzogen, da du in unser Haus gekommen bist.
adyāgnayo me suhutā yathā-vidhi dvijātmaja tvac-caraṇāvanejanaiḥ hatāṁhaso vārbhir iyaṁ ca bhūr aho tathā punītā tanubhiḥ padais tava
Heute, o Sohn eines Brahmanen, sind meine Feuer vorschriftsgemäß wohlgeopfert durch das sündenvernichtende Wasser der Waschung deiner Füße; und wahrlich, ebenso ist diese Erde durch deine kleinen Füße geläutert.
yad yad vaṭo vāñchasi tat pratīccha me tvām arthinaṁ vipra-sutānutarkaye gāṁ kāñcanaṁ guṇavad dhāma mṛṣṭaṁ tathānna-peyam uta vā vipra-kanyām grāmān samṛddhāṁs turagān gajān vā rathāṁs tathārhattama sampratīccha
Was immer du, o Brahmacārī, begehrst, das nimm von mir an; ich vermute, du bist als Bittsteller gekommen, o Sohn eines Brahmanen: eine Kuh, Gold, eine wohlausgestattete Wohnstätte, schmackhafte Speise und Trank, oder auch eine Brahmanentochter, wohlhabende Dörfer, Pferde, Elefanten oder Wagen - nimm, o Verehrungswürdigster, all dies an.