Śrī Śuka sprach: Die Worte ihres Herrn, der ihnen so das Gesetz (dharma) verkündete, nahmen sie, deren Sinn verwirrt war, keineswegs an; bestürzt, waren sie einzig aufs Fliehen bedacht, o König.
Als der Beste der Asuras [Vṛtrāsura] sah, wie das dämonische Heer, von den Göttern, die den günstigen Zeitumständen folgten, verfolgt, sich auflöste und wie schutzlos zersprengt wurde, litt er, sehr zornig, Indras Feind, unfähig es zu ertragen; er hielt sie [die Götter] mit Kraft zurück, o König, und sprach, sie tadelnd, fürwahr diese Worte.
kiṁ va uccaritair mātur
dhāvadbhiḥ pṛṣṭhato hataiḥ
na hi bhīta-vadhaḥ ślāghyo
na svargyaḥ śūra-māninām
Was nützt ihr, die ihr, dem Auswurf der Mutter gleich, flieht und von hinten erschlagen werdet? Denn das Töten eines Furchtsamen ist weder rühmlich noch himmelsführend für jene, die sich für Helden halten.
Wort für Wort
kim
was
vaḥ
euch/für euch (Dat. Pl.)
uccaritaiḥ
mit den Ausgeschiedenen/dem Kot-Gleichen (Instr. Pl.)
yadi vaḥ pradhane śraddhā
sāraṁ vā kṣullakā hṛdi
agre tiṣṭhata mātraṁ me
na ced grāmya-sukhe spṛhā
Wenn ihr, ihr Geringen, im Kampf Vertrauen oder Kraft im Herzen habt, so steht nur einen Augenblick vor mir - wenn euer Verlangen nicht dem sinnlichen Glück gilt.
So brüllte er, zornig, die Scharen der Götter, seine Feinde, mit seinem Leib erschreckend, der überaus Kraftvolle, wodurch die Welten die Besinnung verloren.
Mit seinen Füßen zertrat er das leidgeplagte Heer der Götter, das die Augen geschlossen hielt, er, der Übermütige auf dem Kampfplatz; die Erde erbeben lassend, den Dreizack erhoben, mit Kraft, wie ein rasender Leitelefant ein Bambusdickicht.
Als der Träger des Donnerkeils [Indra] ihn, seinen anstürmenden Feind, sah, warf er, überaus ungeduldig, seine große Keule; jene heranfliegende, kaum zu ertragende [Keule] fing [Vṛtra] mühelos mit der linken Hand.
sa indra-śatruḥ kupito bhṛśaṁ tayā
mahendra-vāhaṁ gadayoru-vikramaḥ
jaghāna kumbha-sthala unnadan mṛdhe
tat karma sarve samapūjayan nṛpa
Er, Indras Feind, heftig erzürnt, von gewaltiger Kraft, schlug mit jener Keule dem Reittier des großen Indra [dem Elefanten] auf den Kopfhöcker, laut brüllend im Kampf; diese Tat priesen alle, o König.
Airāvata, von Vṛtras Keule getroffen, wankte wie ein vom Donnerkeil getroffener Berg; mit zerschmettertem Maul wich er, samt Indra, Blut speiend, um die Strecke von sieben Bogenlängen zurück, heftig gequält.
na sanna-vāhāya viṣaṇṇa-cetase
prāyuṅkta bhūyaḥ sa gadāṁ mahātmā
indro 'mṛta-syandi-karābhimarśa-
vīta-vyatha-kṣata-vāho 'vatasthe
Nicht schlug der Hochgesinnte [Vṛtra] die Keule noch einmal gegen ihn [Indra], dessen Reittier erschöpft und dessen Sinn bekümmert war; und Indra, dessen Reittier durch die Berührung von dessen nektarträufelnder Hand von Schmerz und Wunden befreit war, stand [wieder] da.
Wort für Wort
na
nicht
sanna-vāhāya
für den, dessen Reittier erschöpft war (Dat. Sg.)
viṣaṇṇa-cetase
dessen Sinn bekümmert war (Dat. Sg.)
prāyuṅkta
er setzte ein (3. Sg. Impf.)
bhūyaḥ
erneut
saḥ
er (Nom. Sg.)
gadām
die Keule (Akk. Sg.)
mahā-ātmā
der Hochgesinnte (Nom. Sg.)
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
amṛta-syandi-kara-abhimarśa
durch die Berührung der nektartriefenden Hand (Instr.)
sa taṁ nṛpendrāhava-kāmyayā ripuṁ
vajrāyudhaṁ bhrātṛ-haṇaṁ vilokya
smaraṁś ca tat-karma nṛ-śaṁsam aṁhaḥ
śokena mohena hasañ jagāda
Er [Vṛtra], o bester der Könige, erblickte jenen Feind, den Träger des Donnerkeils, den Mörder seines Bruders, aus Verlangen nach Kampf, und sich an dessen grausame, sündige Tat erinnernd, sprach er, mit Kummer und Verwirrung lachend.
śrī-vṛtra uvāca
diṣṭyā bhavān me samavasthito ripur
yo brahma-hā guru-hā bhrātṛ-hā ca
diṣṭyānṛṇo 'dyāham asattama tvayā
mac-chūla-nirbhinna-dṛṣad-dhṛdācirāt
Śrī Vṛtra sprach: Durch Fügung steht Euer Gnaden mir gegenüber, mein Feind, der Ihr ein Brahmanen-Mörder, ein Mörder des geistigen Lehrers und ein Bruder-Mörder seid; durch Fügung werde ich heute schuldenfrei sein, o Niederträchtigster, wenn dein steinhartes Herz von meinem Dreizack bald durchbohrt sein wird.
yo no 'grajasyātma-vido dvijāter
guror apāpasya ca dīkṣitasya
viśrabhya khaḍgena śirāṁsy avṛścat
paśor ivākaruṇaḥ svarga-kāmaḥ
Der du unserem älteren Bruder, dem selbstverwirklichten, zweifach Geborenen, dem sündlosen, zur Opferweihe geweihten geistigen Lehrer, vertrauensselig mit dem Schwert das Haupt abtrenntest, wie einem Tier, erbarmungslos, nach dem Himmel begehrend.
Dich, der du durch dein eigenes Tun der Schönheit, der Scham, des Mitleids und des Ruhmes beraubt und selbst von Menschenfressern verabscheut bist - deinen Leib, mit Mühe von meinem Dreizack durchbohrt, ohne vom Feuer berührt worden zu sein, werden die Geier verzehren.
Wort für Wort
śrī-hrī-dayā-kīrtibhiḥ
von Schönheit, Scham, Mitleid und Ruhm (Instr. Pl.)
anye 'nu ye tveha nṛ-śaṁsam ajñā
yad udyatāstrāḥ praharanti mahyam
tair bhūta-nāthān sagaṇān niśāta-
triśūla-nirbhinna-galair yajāmi
Und die anderen, die dir Unwissenden folgen, die grausamen, welche mit erhobenen Waffen mich hier angreifen - mit ihnen, deren Kehlen vom scharfen Dreizack durchbohrt sind, werde ich den Herren der Geisterscharen samt ihrem Gefolge opfern.
atho hare me kuliśena vīra
hartā pramathyaiva śiro yadīha
tatrānṛṇo bhūta-baliṁ vidhāya
manasvināṁ pāda-rajaḥ prapatsye
Wenn du aber, o Held, o Hari [Indra], mit deinem Donnerkeil mein Haupt hier zerschmetternd fortnimmst, dann werde ich, schuldenfrei, nachdem ich den Wesen ein Opfer dargebracht habe, den Staub der Füße der Weisen erlangen.
sureśa kasmān na hinoṣi vajraṁ
puraḥ sthite vairiṇi mayy amogham
mā saṁśayiṣṭhā na gadeva vajraḥ
syān niṣphalaḥ kṛpaṇārtheva yācñā
O Herr der Götter, warum schleuderst du nicht deinen unfehlbaren Donnerkeil gegen mich, deinen vor dir stehenden Feind? Zweifle nicht - der Donnerkeil soll nicht, wie die Keule, wirkungslos bleiben, wie das Bitten eines Geizigen um Geld [vergeblich].
Ist nicht dieser dein Donnerkeil, o Śakra, durch die Macht Haris und durch die Askese Dadhīcis kraftgeladen? Mit eben diesem töte deinen Feind, von Viṣṇu gelenkt; denn wo Hari ist, dort ist Sieg, Glanz und alle guten Eigenschaften.
Ich, meinen Sinn fest richtend, wie es uns Saṅkarṣaṇa geheißen hat, auf jene Lotosfüße, das Band der weltlichen Bindung durch die Wucht deines Donnerkeils zerrissen, werde, diese Welt hinter mir lassend, den Weg des Weisen [Nārada] erlangen.
puṁsāṁ kilaikānta-dhiyāṁ svakānāṁ
yāḥ sampado divi bhūmau rasāyāṁ
na rāti yad dveṣa udvega ādhir
madaḥ kalir vyasanaṁ samprayāsaḥ
Den Menschen, die einsgerichteten Sinnes und Ihm zu eigen sind, gewährt Er fürwahr nicht jene Reichtümer im Himmel, auf Erden und in der Unterwelt, aus denen Hass, Angst, Kummer, Stolz, Streit, Unglück und großes Mühen entstehen.
Wort für Wort
puṁsām
den Menschen (Gen. Pl.)
kila
fürwahr
eka-anta-dhiyām
deren Sinn einzig [auf Ihn] gerichtet ist (Gen. Pl.)
trai-vargikāyāsa-vighātam asmat-
patir vidhatte puruṣasya śakra
tato 'numeyo bhagavat-prasādo
yo durlabho 'kiñcana-gocaro 'nyaiḥ
Unser Herr bewirkt die Zunichtemachung der Mühe eines Menschen um die drei [Lebensziele Religion, Wohlstand, Sinnesgenuss], o Śakra; daraus ist die Gnade des Erhabenen zu erschließen, welche schwer zu erlangen ist und im Bereich der Besitzlosen liegt, nicht aber im Bereich anderer.
Wort für Wort
trai-vargika-āyāsa-vighātam
die Zunichtemachung der Mühe um die drei Ziele (Akk. Sg.)
ahaṁ hare tava pādaika-mūla-
dāsānudāso bhavitāsmi bhūyaḥ
manaḥ smaretāsu-pater guṇāṁs te
gṛṇīta vāk karma karotu kāyaḥ
Ich, o Hari, werde wieder der Diener des Dieners werden, der einzig deine Füße als Zuflucht hat; mein Sinn möge sich der Eigenschaften des Herrn meines Lebensatems erinnern, meine Stimme möge sie preisen, mein Leib möge [dir] Dienst erweisen.
Wort für Wort
aham
ich (Nom. Sg.)
hare
o Hari (Vok.)
tava
dein (Gen. Sg.)
pāda-eka-mūla
dessen einzige Wurzel/Zuflucht deine Füße sind (Kompositumsteil)
na nāka-pṛṣṭhaṁ na ca pārameṣṭhyaṁ
na sārva-bhaumaṁ na rasādhipatyam
na yoga-siddhīr apunar-bhavaṁ vā
samañjasa tvā virahayya kāṅkṣe
Weder den Himmelsgrund noch die Stellung Brahmās, weder die Herrschaft über die ganze Erde noch die Herrschaft über die Unterwelt, weder die Vollkommenheiten des Yoga noch die Befreiung von der Wiedergeburt begehre ich, o du vollkommen Gerechter, getrennt von dir.
Wie ungefiederte Vogeljunge nach der Mutter, wie hungergequälte Kälber nach der Muttermilch, wie eine betrübte Geliebte nach dem fernen Geliebten - so sehnt sich mein Sinn danach, dich zu sehen, o Lotosäugiger.
mamottamaśloka-janeṣu sakhyaṁ
saṁsāra-cakre bhramataḥ sva-karmabhiḥ
tvan-māyayātmātmaja-dāra-geheṣv
āsakta-cittasya na nātha bhūyāt
Möge, wenn ich, durch meine eigenen Taten im Rad des Weltenkreislaufs umherwandere, mein Sinn durch deine Māyā nicht an Leib, Kinder, Gattin und Heim gebunden sein - sondern möge mir die Freundschaft mit den Menschen zuteil werden, die dem Herrn höchster Lobpreisungen [ergeben sind], o Herr.
Wort für Wort
mama
mein (Gen. Sg.)
uttama-śloka-janeṣu
unter den dem Erhabenen ergebenen Menschen (Lok. Pl.)