Śrī Śuka sprach: Yati, Yayāti, Saṃyāti, Āyati, Viyati und Kṛti – diese sechs waren die Söhne des Nahuṣa, wie die sechs Sinne dem verkörperten Wesen [eigen sind].
Yati wollte das vom Vater angebotene Königreich nicht, da er dessen Ausgang kannte: dass ein Mensch, der darin eingetreten ist, das Selbst nicht [mehr] erkennt.
Als der Vater [Nahuṣa], weil er Indrāṇī bedrängt hatte, von den Zweifachgeborenen aus seiner [himmlischen] Stellung gestürzt und in den Zustand einer Riesenschlange versetzt worden war, wurde Yayāti König.
Wort für Wort
pitari bhraṃśite sthānāt
als der Vater von [seiner] Stellung gestürzt wurde
Der jüngere Bruder [Yayāti] wies seine [übrigen] Brüder an, über die vier Himmelsrichtungen zu herrschen; er selbst, der sich die Töchter des Kāvya [Śukra] und des Vṛṣaparvā zur Frau genommen hatte, beschützte [fortan] die Erde.
Wort für Wort
catasṛṣu dikṣu
über die vier Richtungen
ādiśat bhrātṝn
wies die Brüder an
bhrātā yavīyasaḥ
der jüngere Bruder
kṛta-dāraḥ
der sich eine Frau/Frauen genommen hatte
jugopa urvīm
beschützte die Erde
kāvyasya
des Kāvya (Śukra) [Tochter]
vṛṣaparvaṇaḥ
des Vṛṣaparvā [Tochter]
[Anm.: 'kāvyasya vṛṣaparvaṇaḥ' steht elliptisch für 'die Tochter des Kāvya und die des Vṛṣaparvā'; das Bezugswort 'duhitṛ' ist nicht ausgeschrieben, ergibt sich aber aus dem Handlungszusammenhang der folgenden Verse.]
Der König [Parīkṣit] sprach: Kāvya [Śukrācārya] war ein erhabener Brahmanenweiser, und der Sohn des Nahuṣa [Yayāti] gehörte der Kṣatriya-Kaste an – wie kam es da zwischen einem Königlichen und einem Brahmanen zu einer der [natürlichen] Ordnung zuwiderlaufenden Heirat?
Śrī Śuka sprach: Einst wandelte Śarmiṣṭhā, die Tochter des Daitya-Herrschers [Vṛṣaparvā], eine leicht erregbare junge Frau, begleitet von tausend Gefährtinnen und zusammen mit der Tochter des Lehrers, Devayānī, im Palastgarten umher – einem Garten voller blühender Bäume, an den Ufern eines Lotusteichs, wo Bienen süß summten, wandelte die junge, arglose Frau.
Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī Śuka sprach
ekadā dānava-indrasya
einst des Daitya-Herrschers
śarmiṣṭhā nāma kanyakā
die Tochter mit Namen Śarmiṣṭhā
sakhī-sahasra-saṃyuktā
begleitet von tausend Freundinnen
guru-putryā ca bhāminī
und die launische, mit der Tochter des Lehrers
devayānyā
mit Devayānī
pura-udyāne
im Palastgarten
puṣpita-druma-saṅkule
voll blühender Bäume
vyacarat
wandelte umher
kala-gīta-ali-nalinī-puline
am Ufer eines Lotusteichs mit süß summenden Bienen
Diese lotusäugigen Mädchen erreichten den Wasserteich, legten ihre feinen Gewänder am Ufer ab und vergnügten sich, indem sie einander [mit Wasser] bespritzten.
Als sie Giriśa [Śiva], der mit der Göttin auf seinem Stier reitend vorüberzog, erblickten, stiegen die Frauen eilends aus dem Wasser und legten beschämt [wieder ihre] Gewänder an.
śarmiṣṭhājānatī vāso guruputryāḥ samavyayat
svīyaṃ matvā prakupitā devayānī idam abravīt
Śarmiṣṭhā vertauschte unwissend das Gewand der Lehrertochter [mit dem ihren] und hielt es für ihr eigenes; darüber sehr erzürnt, sprach Devayānī folgendes:
„Oh, seht doch die unschickliche Tat dieser Dienerin! Sie hat das, was mir zu tragen zusteht, angelegt – wie eine Hündin, die das Opfergut beim Opfer [an sich reißt]!“
„Wir sind es, durch deren Askese dieses [Universum] erschaffen wurde, die das Antlitz des Höchsten Purusha sind; durch uns wird hier [das] Licht [der Erkenntnis] aufrechterhalten, und durch uns wurde der heilbringende Pfad gezeigt – die selbst die Herren der Welten und die Götterfürsten verehren und ihnen aufwarten – ja, sogar der Erhabene selbst, die Seele des Universums, der Reinigende, die Wohnstatt der [Göttin] Śrī, [verehrt uns Brahmanen]! Wir aber gehören sogar zum [erhabenen Geschlecht der] Bhṛgus, während der Vater dieser [Śarmiṣṭhā] nur ein Schüler von uns ist, [noch dazu] ein Dämon! Diese Unkeusche hat das, was mir zusteht, angelegt – wie ein Śūdra, der sich die Veden aneignet!“
Wort für Wort
yaiḥ idam tapasā sṛṣṭam
durch die [Brahmanen] dieses durch Askese erschaffen wurde
mukham puṃsaḥ parasya ye
die das Antlitz des Höchsten Purusha [sind]
dhāryate yaiḥ iha jyotiḥ
durch die hier das Licht aufrechterhalten wird
śivaḥ panthāḥ pradarśitaḥ
der heilbringende Pfad wurde gezeigt
yān vandanti
die sie verehren
upatiṣṭhante
sie warten auf
loka-nāthāḥ sura-īśvarāḥ
die Herren der Welten, die Götterfürsten
bhagavān api
sogar der Erhabene
viśva-ātmā pāvanaḥ
die Seele des Universums, der Reinigende
śrī-niketanaḥ
die Wohnstatt der Śrī
vayam tatra api bhṛgavaḥ
wir aber gehören sogar den Bhṛgus [an]
śiṣyaḥ asyāḥ naḥ pitā asuraḥ
der Vater dieser [Śarmiṣṭhā] ist unser Schüler, ein Dämon
„Ohne deine eigene Lage zu kennen, prahlst du so sehr, du Bettlerin! Wartest du nicht [etwa auf Almosen] an unseren Häusern, wie [Krähen,] die von Opferresten leben?“
Nachdem sie die tugendhafte Tochter des Lehrers mit solch harten Worten beschimpft hatte, stieß Śarmiṣṭhā sie im Zorn in einen Brunnen und nahm ihr Gewand an sich.
Wort für Wort
evaṃvidhaiḥ su-paruṣaiḥ
mit solchen sehr harten [Worten]
kṣiptvā ācārya-sutām satīm
die tugendhafte Tochter des Lehrers beschimpft habend
tasyāṃ gatāyāṃ svagṛhaṃ yayātir mṛgayāṃ caran
prāpto yadṛcchayā kūpe jalārthī tāṃ dadarśa ha
Als sie [Śarmiṣṭhā] zu ihrem Haus zurückgegangen war, kam Yayāti, der auf der Jagd war, zufällig zu jenem Brunnen, wasserbedürftig, und erblickte sie [Devayānī] dort.
Der König gab ihr, die ohne Gewand [dastand], sein eigenes Obergewand, ergriff mitleidsvoll ihre Hand mit seiner Hand und zog sie [aus dem Brunnen] heraus.
taṃ vīram āha auśanasī prema-nirbharayā girā
rājaṃs tvayā gṛhīto me pāṇiḥ parapurañjaya
hastagrāho 'paro mā bhūd gṛhītāyās tvayā hi me
eṣa īśa-kṛto vīra sambandho nau na pauruṣaḥ
yad idaṃ kūpam-agnāyā bhavato darśanaṃ mama
Zu jenem Helden sprach die Tochter des Uśanas [Devayānī] mit liebevoll bewegter Stimme: „O König, du hast meine Hand ergriffen, du Bezwinger feindlicher Städte! Kein anderer soll je meine Hand ergreifen, da du sie [schon] ergriffen hast, o Held! Dies ist eine von Gott bewirkte Verbindung zwischen uns beiden, nicht [bloß] Menschenwerk – dass ausgerechnet dir, als ich in den Brunnen gestürzt war, dieser Anblick meiner [Person] zuteilwurde.“
Wort für Wort
tam vīram āha
zu jenem Helden sprach
auśanasī prema-nirbharayā girā
die Tochter des Uśanas mit liebeserfüllter Stimme
rājan tvayā gṛhītaḥ me pāṇiḥ
o König, von dir wurde meine Hand ergriffen
para-pura-añjaya
o Bezwinger feindlicher Städte
hasta-grāhaḥ aparaḥ mā bhūt
ein anderer Handnehmer soll nicht sein
gṛhītāyāḥ tvayā hi me
da ich von dir ergriffen wurde
eṣaḥ īśa-kṛtaḥ sambandhaḥ
dies ist eine von Gott bewirkte Verbindung
vīra nau na pauruṣaḥ
o Held, zwischen uns beiden, nicht menschengemacht
na brāhmaṇo me bhavitā hastagrāho mahābhuja
kacasya bārhaspatyasya śāpād yam aśapaṃ purā
„Kein Brahmane wird [je] mein Ehemann sein, o Starkarmiger – dies wegen des Fluches [im Zusammenhang] mit Kaca, dem Sohn des Bṛhaspati, den ich einst verflucht habe.“
Wort für Wort
na brāhmaṇaḥ me bhavitā
kein Brahmane wird mein sein
hasta-grāhaḥ mahā-bhuja
Ehemann, o Starkarmiger
kacasya bārhaspatyasya
des Kaca, des Sohnes von Bṛhaspati
śāpāt
wegen des Fluches
yam aśapam purā
den ich einst verfluchte
[Anm.: Anspielung auf die Vorgeschichte, in der Devayānī und Kaca einander gegenseitig verfluchten, weshalb ihr kein Brahmane zum Gatten bestimmt sein sollte.]
yayātir anabhipretaṃ daivopahṛtam ātmanaḥ
manas tu tad-gataṃ buddhvā pratijagrāha tad-vacaḥ
Obwohl es ihm [Yayāti] nicht [ursprünglich] in den Sinn gekommen war, [erkannte er es] als vom Schicksal ihm dargebracht; doch als er erkannte, dass ihr Herz [bereits ganz] daran hing, nahm er ihre Worte an.
Wort für Wort
yayātiḥ
Yayāti
anabhipretam daiva-upahṛtam ātmanaḥ
das für ihn nicht beabsichtigte, vom Schicksal Dargebrachte
gate rājani sā dhīre tatra sma rudatī pituḥ
nyavedayat tataḥ sarvam uktaṃ śarmiṣṭhayā kṛtam
Nachdem der besonnene König fortgegangen war, blieb sie dort weinend zurück. Dann berichtete sie [ihrem] Vater alles, was von Śarmiṣṭhā gesagt und getan worden war.
durmanā bhagavān kāvyaḥ paurohityaṃ vigarhayan
stuvan vṛttiṃ ca kāpotīṃ duhitrā sa yayau purāt
Betrübt tadelte der erhabene Kāvya [Śukrācārya] das Amt des Hofpriesters und pries stattdessen die [bescheidene] Lebensweise der Taube; zusammen mit seiner Tochter verließ er die Stadt.
vṛṣaparvā tam ājñāya pratyanīkavivakṣitam
guruṃ prasādayan mūrdhnā pādayoḥ patitaḥ pathi
Als Vṛṣaparvā erkannte, dass jener [Śukra] mit feindseliger Absicht [die Stadt verließ], warf er sich, um seinen Lehrer zu besänftigen, mit dem Haupt [voran] zu dessen Füßen auf den Weg.
Wort für Wort
vṛṣaparvā tam ājñāya
Vṛṣaparvā, ihn erkennend
pratyanīka-vivakṣitam
als mit feindseliger Absicht [handelnd]
gurum prasādayan
um den Lehrer zu besänftigen
mūrdhnā pādayoḥ patitaḥ pathi
mit dem Haupt fiel er zu [dessen] Füßen auf den Weg
Der erhabene Bhārgava [Śukra], dessen Zorn [nur] einen halben Augenblick währte, sprach zu seinem Schüler: „O König, erfülle den Wunsch dieser [meiner Tochter]! Ich vermag es nicht, sie hier zu verlassen.“
Wort für Wort
kṣaṇa-ardha-manyuḥ bhagavān
der erhabene, dessen Zorn einen halben Augenblick währte
Als [Vṛṣaparvā] „So sei es“ gesagt hatte und dabei blieb, sprach Devayānī ihren Herzenswunsch aus: „Wohin ich auch gehe, nachdem mein Vater mich [einem Gatten] gegeben hat, dorthin soll sie [Śarmiṣṭhā] mit [ihrem] Gefolge mir nachfolgen.“
pitrā dattā devayānyai śarmiṣṭhā sānugā tadā
svānāṃ tat saṅkaṭaṃ vīkṣya tadarthasya ca gauravam
devayānīṃ paryacarat strīsahasreṇa dāsavat
Da wurde Śarmiṣṭhā mit ihrem Gefolge vom Vater der Devayānī übergeben. Als sie die Bedrängnis der Ihrigen und die Schwere dieser Angelegenheit erkannte, diente sie Devayānī, begleitet von tausend Frauen, wie eine Sklavin.
nāhuṣāya sutāṃ dattvā saha śarmiṣṭhayauśanā
tamāha rājan charmiṣṭhāmādhāstalpe na karhicit
Nachdem der Sohn des Uśanas [Śukra] seine Tochter zusammen mit Śarmiṣṭhā dem Sohn des Nahuṣa [Yayāti] übergeben hatte, sprach er zu ihm: „O König, du sollst Śarmiṣṭhā niemals in dein [Ehe]lager aufnehmen.“
Wort für Wort
nāhuṣāya sutām dattvā
dem Sohn des Nahuṣa die Tochter gegeben habend
saha śarmiṣṭhayā auśanāḥ
zusammen mit Śarmiṣṭhā, der Sohn des Uśanas
tam āha rājan
sprach zu ihm: o König
śarmiṣṭhām ādhāḥ talpe na karhicit
Śarmiṣṭhā sollst du niemals ins [Ehe]lager aufnehmen
O König, als Śarmiṣṭhā einst sah, dass die Tochter des Uśanas [Devayānī] mit gutem Nachwuchs gesegnet war, erwählte sie, in [ihrer] fruchtbaren Zeit, heimlich eben ihn, den Gatten ihrer Freundin, für sich.
Wort für Wort
vilokya auśanasīm
sehend die Tochter des Uśanas
rājan śarmiṣṭhā su-prajām kvacit
o König, Śarmiṣṭhā [sah sie] einst mit gutem Nachwuchs
tam eva vavre rahasi
eben ihn erwählte sie heimlich
sakhyāḥ patim ṛtau satī
den Gatten der Freundin, in [ihrer] fruchtbaren Zeit, die Tugendhafte
Von der Königstochter um Nachkommenschaft gebeten, fügte sich der Rechtskundige [Yayāti], das Dharma erwägend und sich der Worte Śukras erinnernd, zur [rechten] Zeit dem vom Schicksal Bestimmten.
Als die stolze Devayānī erfuhr, dass ihr Gatte mit der Tochter des Asura [Śarmiṣṭhā] Kinder gezeugt hatte, ging sie, vor Zorn außer sich, zum Haus ihres Vaters.
priyāmanugataḥ kāmī vacobhirupamantrayan
na prasādayituṃ śeke pādasaṃvāhanādibhiḥ
Der [nach ihrer Zuneigung] verlangende König folgte seiner Geliebten nach und versuchte, sie mit Worten zu beschwichtigen; doch auch durch Fußmassage und Ähnliches vermochte er sie nicht zu besänftigen.
Der erzürnte Śukra sprach zu ihm: „Du nach Frauen begieriger, unwahrhaftiger Mann! Möge dich das Alter befallen, o Tor – jenes, das die Menschen entstellt!“
śrī-yayātir uvāca
atṛpto 'smyadya kāmānāṃ brahman duhitari sma te
vyatyasyatāṃ yathākāmaṃ vayasā yo 'bhidhāsyati
Śrī Yayāti sprach: „O Brahmane, ich bin [noch] nicht gesättigt an Genüssen mit deiner Tochter. Möge [das Alter] nach Belieben mit der Jugend dessen vertauscht werden, der sich [dazu] bereit erklären wird.“
Wort für Wort
śrī-yayātiḥ uvāca
Śrī Yayāti sprach
atṛptaḥ asmi adya kāmānām
ich bin jetzt nicht gesättigt an Genüssen
brahman duhitari sma te
o Brahmane, mit deiner Tochter
vyatyasyatām yathā-kāmam
es werde nach Belieben vertauscht
vayasā yaḥ abhidhāsyati
mit dem [Jugend]alter dessen, der sich bereit erklären wird
Nachdem er so diese Übereinkunft erlangt hatte, sprach er zu seinem ältesten Sohn: „O Yadu, mein Lieber, nimm dieses Alter [von mir] an und gib [mir dafür] deine eigene Jugend.“
„[Dieses Alter,] das vom [mütterlichen] Großvater bewirkt wurde, [nimm an,] mein Kind – ich bin an den Sinnesobjekten nicht gesättigt; mit deiner Jugend will ich mich [noch] einige Jahre vergnügen.“
Śrī Yadu sprach: „Ich vermag es nicht, mit deinem, [mir] zwischenzeitlich zugefallenen Alter auszuharren. Denn ohne das weltliche [sinnliche] Glück erfahren zu haben, gelangt ein Mensch nicht zur Freiheit vom Verlangen [danach].“
Wort für Wort
śrī-yaduḥ uvāca
Śrī Yadu sprach
na utsahe jarasā sthātum
ich vermag nicht mit dem Alter auszuharren
antarā prāptayā tava
dem zwischenzeitlich zugefallenen, deinem [Alter]
aviditvā sukham grāmyam
ohne das weltliche Glück erfahren zu haben
vaitṛṣṇyam na eti pūruṣaḥ
gelangt der Mensch nicht zur Freiheit vom Verlangen
O Nachkomme Bharatas, auch Turvasu, Druhyu und Anu, vom Vater dazu aufgefordert, lehnten ab, denn sie, dharma-unkundig, hafteten [fälschlich] mit der Vorstellung von Beständigkeit am Unbeständigen.
Wort für Wort
turvasuḥ coditaḥ pitrā
Turvasu, vom Vater aufgefordert
druhyuḥ ca anuḥ ca bhārata
und Druhyu und Anu, o Nachkomme Bharatas
pratyācakhyuḥ adharma-jñāḥ
sie lehnten ab, dharma-unkundig
hi anitye nitya-buddhayaḥ
denn am Unbeständigen mit der Vorstellung von Beständigkeit [behaftet]
apṛcchat tanayaṃ pūruṃ vayasonaṃ guṇādhikam
na tvamagrajavadvatsa māṃ pratyākhyātumarhasi
Er fragte [dann seinen jüngsten] Sohn Pūru, der an Alter geringer, doch an [guten] Eigenschaften überlegen war: „Mein Kind, du sollst mich nicht wie deine älteren Brüder abweisen.“
Wort für Wort
apṛcchat tanayam pūrum
er fragte den Sohn Pūru
vayasā ūnam guṇa-adhikam
an Alter geringer, an Eigenschaften überlegen
na tvam agraja-vat vatsa
du sollst nicht wie [deine] älteren Brüder, mein Kind
śrī-pūrur uvāca
ko nu loke manuṣyendra piturātmakṛtaḥ pumān
pratikartuṃ kṣamo yasya prasādādvindate param
Śrī Pūru sprach: „Wer in [aller] Welt, o Herrscher der Menschen, wäre als ein vom Vater erschaffener Mensch [d.h. Sohn] imstande, [ihm die Wohltat] zu vergelten, durch dessen Gnade man das Höchste erlangt?“
uttamaścintitaṃ kuryāt proktakārī tu madhyamaḥ
adhamo 'śraddhayā kuryādakartoccaritaṃ pituḥ
Der Beste [Sohn] erfüllt [den Wunsch des Vaters bereits durch dessen bloßes] Erwägen; der Mittlere hingegen [erst,] wenn er ausgesprochen wird; der Geringste [tut es nur] widerwillig, und wer [selbst das] nicht tut, [zeigt] übles Verhalten gegenüber dem Vater.
Wort für Wort
uttamaḥ cintitam kuryāt
der Beste erfüllt das [bloß] Gedachte
prokta-kārī tu madhyamaḥ
der Mittlere aber führt das Ausgesprochene aus
adhamaḥ aśraddhayā kuryāt
der Geringste tut es widerwillig
akartā uccaritam pituḥ
der Nicht-Tuende [zeigt] übles Verhalten gegenüber dem Vater
So sprechend, nahm Pūru freudig das Alter seines Vaters an; und jener [Yayāti] wiederum genoss mit dessen Jugend, o König [Parīkṣit], die Sinnesgenüsse, wie es sich geziemte.
Wort für Wort
iti pramuditaḥ pūruḥ
so, der freudige Pūru
pratyagṛhṇāt jarām pituḥ
nahm das Alter des Vaters an
saḥ api tad-vayasā
er aber mit dessen Jugend
kāmān yathāvat jujuṣe nṛpa
genoss die Sinnesgenüsse, wie es sich gebührte, o König
Als Herr der sieben Kontinente beschützte er die Untertanen trefflich wie ein Vater, und mit ungehinderten Sinnen genoss er die Sinnesobjekte nach Belieben.
Auch Devayānī bereitete, sie, die Liebste, Tag für Tag durch Geist, Rede, Körper und [dargebrachte] Dinge dem Geliebten [Yayāti] im Verborgenen höchste Freude.
Er verehrte den Herrn des Opfers mit Opferzeremonien, die reichliche Priestergaben umfassten – den Gott, der das Wesen aller Götter ist, Hari, der das Wesen aller Veden ist.
Wort für Wort
ayajat yajña-puruṣam
er verehrte den Herrn des Opfers
kratubhiḥ bhūri-dakṣiṇaiḥ
mit Opferzeremonien mit reichlichen [Priester]gaben
In wem dieses [Universum] gestaltet ist wie eine Wolkenreihe am Himmel – [dieses Universum,] das wie mannigfaltig erscheint [und doch] nicht [wirklich] erscheint, [gleich] einem Traum, einer Illusion, einem bloßen Wunschgebilde.
Wort für Wort
yasmin idam viracitam
in wem dieses [Universum] gestaltet ist
vyomni iva jalada-āvaliḥ
wie eine Wolkenreihe am Himmel
nānā iva bhāti
wie mannigfaltig erscheint es
na abhāti
es erscheint nicht [wirklich]
svapna-māyā-manorathaḥ
[gleich] einem Traum, einer Illusion, einem Wunschgebilde
Indem er eben Ihn, Vāsudeva, der [in der Höhle des Herzens] verborgen wohnt, im Herzen niederlegte, verehrte er wunschlos den Herrn Nārāyaṇa, den Feinsten [der Kleinsten].
So [verbrachte er] tausend Jahre; obwohl der Herrscher der ganzen Erde sich, mit dem Geist als sechstem [Sinnesorgan], geistiges Vergnügen bereitete, wurde er mit den [seinen] unzulänglichen Sinnen dennoch nicht gesättigt.
Wort für Wort
evam varṣa-sahasrāṇi
so, tausend Jahre
manaḥ-ṣaṣṭhaiḥ manaḥ-sukham
mit dem Geist als sechstem [Sinn], geistiges Vergnügen
vidadhānaḥ api
obwohl er bereitete
na atṛpyat sārva-bhaumaḥ
wurde nicht gesättigt der Herrscher der ganzen Erde