Fortsetzung der Nachkommenschaft Vaivasvata Manus nach der Sudyumna-Episode aus Kapitel 1: die Geschichte Pṛṣadhras sowie die Dynastien Karūṣas, Dhṛṣṭas, Nariṣyantas, Diṣṭas (mit Marutta und Tṛṇabindu) bis zu den Königen von Vaiśālī.
Śrī Śuka sprach: Als es sich mit Sudyumna, dem Sohn, so zugetragen hatte, übte Manu Vaivasvata, der sich Söhne wünschte, hundert Jahre lang an der Yamunā Askese.
tato 'yajan manur devam apatyārthaṁ hariṁ prabhum ikṣvāku-pūrvajān putrān lebhe sva-sadṛśān daśa
Danach opferte Manu dem Gott, dem Herrn Hari, um Nachkommenschaft zu erlangen, und erhielt zehn ihm selbst gleiche Söhne, an deren Spitze Ikṣvāku stand.
Pṛṣadhra aber, der Sohn Manus, wurde von seinem Lehrer zum Kuhhirten gemacht; eifrig bewachte er die Kühe, indem er nachts das Gelübde des Vīrāsana (des wachsamen Heldensitzes) hielt.
Einst, als es nachts regnete, drang ein Tiger in den Kuhstall ein; die schlafenden Kühe sprangen auf und irrten, von Furcht ergriffen, im Pferch umher.
Der starke Tiger ergriff eine der Kühe, und sie schrie auf, von Angst gepeinigt. Als Pṛṣadhra ihr Klagen hörte, eilte er ihr nach. Er ergriff eilends sein Schwert, und da in der Nacht die Sterne verhüllt waren, schlug er, ohne es zu erkennen, im Verdacht, es sei der Tiger, der falben Kuh den Kopf ab.
Wort für Wort
ekām
eine (Kuh)
jagrāha
ergriff
balavān
der Starke (Tiger)
sā
sie
cukrośa
schrie auf
bhaya-āturā
von Angst gequält
tasyāḥ tu
ihr aber
kranditam
das Klagen
śrutvā
hörend
pṛṣadhraḥ
Pṛṣadhra
anusasāra ha
eilte hinterher
khaḍgam
das Schwert
ādāya
ergreifend
tarasā
eilends
pralīna-uḍu-gaṇe
als die Sternenschar verborgen war
niśi
in der Nacht
ajānan
ohne zu erkennen
acchinot
schlug ab
babhroḥ
der falben Kuh
śiraḥ
den Kopf
śārdūla-śaṅkayā
im Verdacht, es sei der Tiger
"babhru" („röltlich-braun, falb“) dient hier als Farb-Beiname der getöteten Kuh.
Pṛṣadhra, der Bezwinger feindlicher Helden, der meinte, den Tiger erschlagen zu haben, sah, als die Nacht vergangen war, voll Kummer, dass er selbst die falbe Kuh getötet hatte.
Der Familienlehrer verfluchte ihn, der ohne Absicht eine Sünde begangen hatte: „Du bist kein wahrer Verwandter der Kṣatriyas mehr - durch diese Tat wirst du zum Śūdra werden.“
So von seinem Lehrer verflucht, nahm er den Fluch mit gefalteten Händen an; der Held legte das den Weisen liebe Gelübde der Enthaltsamkeit (des „aufwärtsgerichteten Samens“) ab.
Wort für Wort
evam
so
śaptaḥ tu
verflucht aber
guruṇā
vom Lehrer
pratyagṛhṇāt
nahm an
kṛta-añjaliḥ
mit gefalteten Händen
adhārayat
legte ab / hielt
vratam
das Gelübde
vīraḥ
der Held
ūrdhva-retāḥ
der Keuschheit (wörtl. mit aufwärtsgerichtetem Samen)
Er gelangte durch Hingabe zu ausschließlicher Verehrung Vāsudevas, des Erhabenen, der Seele von allem, des Höchsten, Makellosen, und wurde so allen Wesen wohlgesinnt und gleichgesinnt. Frei von weltlicher Bindung, ruhigen Gemüts, mit gezügelten Sinnen, ohne Besitz, seinen Lebensunterhalt mit dem bestreitend, was sich zufällig ergab, und indem er das Selbst im eigenen Selbst festhielt, von spiritueller Erkenntnis erfüllt und gesammelt, wanderte er über diese Erde, wobei er die Gestalt eines Stummen, Blinden und Tauben annahm.
So lebend, ging er in den Wald; als er ein aufloderndes Waldfeuer sah, setzte er darin seine Körperorgane ein, und der Weise erlangte das höchste Brahman.
Kavi, der jüngste Sohn, ohne Verlangen nach Sinnesobjekten, gab das Königreich auf und zog mit seinen Verwandten in den Wald; er verankerte in seinem Herzen die selbstleuchtende Person und ging, noch im Knabenalter, in das Höchste ein, das er erreicht hatte.
Von Karūṣa, dem Sohn Manus, stammten die Kārūṣas, eine Kṣatriya-Sippe, Beschützer der nördlichen Region, den Brahmanen zugetan und der Religion ergeben.
Von Dhṛṣṭa entstand die Dhārṣṭa-Kaste, ursprünglich den Kṣatriyas zugehörig, die auf Erden den Stand der Brahmanen erlangte. Nun die Dynastie Nṛgas: Sumati, von ihm Bhūtajyotis, danach Vasu.
tato brahma-kulaṁ jātam āgniveśyāyanaṁ nṛpa nariṣyantānvayaḥ prokto diṣṭa-vaṁśam ataḥ śṛṇu
Von ihm entstand, o König, die Brahmanenfamilie namens Āgniveśyāyana. Damit ist die Nachkommenschaft Nariṣyantas dargelegt; höre nun die Dynastie Diṣṭas.
Nābhāga, ein anderer Sohn Diṣṭas, gelangte durch seine Tätigkeit in den Stand der Vaiśyas; sein Sohn war Bhalandana, von Bhalandana kam Vatsaprīti. Der Sohn Vatsaprītis war Prāṁśu; dessen Sohn, wisse, war Pramati; von Pramati kam Khanitra, von diesem Cākṣuṣa, und dann Viviṁśati.
Dessen Sohn war Avīkṣit, dessen Sohn Marutta war, der Weltherrscher wurde; ihn ließ Saṁvarta, der große Mystiker, Sohn des Aṅgiras, ein Opfer vollziehen.
Indra berauschte sich am Soma, die Zweifachgeborenen an den Opfergaben; die Maruts dienten als Aufwärter, die Viśvedevas waren Mitglieder der Versammlung.
Die göttliche Alambuṣā, die beste der Apsaras, erwählte ihn, den Hort verehrungswürdiger Eigenschaften, zum Gatten; von ihr kamen Söhne, und eine Tochter namens Ilavilā wurde geboren.
In ihr zeugte Viśravā, der Weise, der Herr des Yoga, nachdem er von seinem Vater höchstes Wissen empfangen hatte, den Sohn Dhanada („Schätzegeber“, Kuvera).
kṛśāśvāt somadatto 'bhūd yo 'śvamedhair iḍaspatim iṣṭvā puruṣam āpāgryāṁ gatiṁ yogeśvarāśritām saumadattis tu sumatis tat-putro janamejayaḥ ete vaiśāla-bhūpālās tṛṇabindor yaśodharāḥ
Von Kṛśāśva kam Somadatta, der, nachdem er durch Aśvamedha-Opfer den Herrn der Erde (Viṣṇu, den puruṣa) verehrt hatte, das höchste, von den Herren des Yoga bewohnte Ziel erlangte. Der Sohn Somadattas aber war Sumati; dessen Sohn war Janamejaya. Dies sind die Könige von Vaiśāla, die den Ruhm Tṛṇabindus fortführten.