Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 127: Nārāyaṇa-kavaca Die Nārāyaṇa-Rüstung (Nārāyaṇa-kavaca)

śrī-rājovāca yayā guptaḥ sahasrākṣaḥ savāhān ripu-sainikān krīḍann iva vinirjitya tri-lokyā bubhuje śriyam bhagavaṁs tan mamākhyāhi varma nārāyaṇātmakam yathātatāyinaḥ śatrūn yena gupto 'jayan mṛdhe

Śrī König [Parīkṣit] sprach: O Herr, erkläre mir jene Rüstung, bestehend aus [der Gnade] Nārāyaṇas, durch welche beschützt der Tausendäugige [Indra] die feindlichen Soldaten samt ihren Reittieren wie im Spiel besiegte und den Glanz der drei Welten genoss – jene, wodurch er, beschützt, im Kampf die mordlustigen Feinde besiegte.

Wort für Wort
śrī-rājā
der ehrwürdige König
uvāca
sprach
yayā
durch welche (die geistige Rüstung)
guptaḥ
beschützt
sahasra-akṣaḥ
der tausendäugige König Indra
sa-vāhān
mitsamt ihren Trägern/Reittieren
ripu-sainikān
die Soldaten und Befehlshaber der Feinde
krīḍan iva
wie im Spiel
vinirjitya
besiegend
tri-lokyāḥ
der drei Welten
bubhuje
genoss
śriyam
den Glanz/Reichtum
bhagavan
o erhabener Weiser
tat
das
mama
mir
ākhyāhi
erkläre bitte
varma
die Schutzrüstung aus einem Mantra
nārāyaṇa-ātmakam
bestehend aus der Gnade Nārāyaṇas
yathā
auf welche Weise
ātatāyinaḥ
die nach seinem Leben trachteten
śatrūn
die Feinde
yena
wodurch
ajayat
besiegte
mṛdhe
im Kampf

śrī-bādarāyaṇir uvāca vṛtaḥ purohitas tvāṣṭro mahendrāyānupṛcchate nārāyaṇākhyaṁ varmāha tad ihaika-manāḥ śṛṇu

Śrī Bādarāyaṇi [Śukadeva] sprach: Der erwählte Priester, der Sohn Tvaṣṭās, sprach, als der große Indra ihn befragte, die mit Namen Nārāyaṇa [bezeichnete] Rüstung. Höre dies nun mit gesammeltem Geist.

Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ
Śrī Śukadeva Gosvāmī
uvāca
sprach
vṛtaḥ
der erwählte
purohitaḥ
Priester
tvāṣṭraḥ
der Sohn Tvaṣṭās
mahendrāya
dem großen Indra
anupṛcchate
nachdem er (Indra) gefragt hatte
nārāyaṇa-ākhyam
mit Namen Nārāyaṇa-kavaca
varma
die Schutzrüstung aus einem Mantra
āha
er sprach
tat
das
iha
hier/dies
eka-manāḥ
mit gesammelter Aufmerksamkeit
śṛṇu
höre von mir

śrī-viśvarūpa uvāca dhautāṅghri-pāṇir ācamya sapavitra udaṅ-mukhaḥ kṛta-svāṅga-kara-nyāso mantrābhyāṁ vāg-yataḥ śuciḥ nārāyaṇa-paraṁ varma sannahyed bhaya āgate pādayor jānunor ūrvor udare hṛdy athorasi mukhe śirasy ānupūrvyād oṁkārādīni vinyaset oṁ namo nārāyaṇāyeti viparyayam athāpi vā

Śrī Viśvarūpa sprach: Mit gewaschenen Füßen und Händen, nach vollzogenem ācamana, mit heiligem [Kuśa-]Ring versehen, nach Norden gewandt, nachdem er die Berührung von Körper und Händen [mit den beiden Mantras] vollzogen hat, mit den zwei Mantras, schweigend, gereinigt – er soll die auf Nārāyaṇa gerichtete Rüstung anlegen, wenn Furcht naht: an den beiden Füßen, den Knien, den Schenkeln, am Bauch, am Herzen und sodann an der Brust, am Mund, am Kopf – der Reihe nach soll er die mit dem Oṁkāra beginnenden [Silben] anordnen: „Oṁ, Verehrung Nārāyaṇa“ – so, oder auch in umgekehrter Reihenfolge.

Wort für Wort
śrī-viśvarūpaḥ
Śrī Viśvarūpa
uvāca
sprach
dhauta
vollständig gewaschen
aṅghri
Füße
pāṇiḥ
Hände
ācamya
ācamana (Mundspülung) vollziehend
sa-pavitraḥ
mit einem Ring aus Kuśa-Gras versehen
udak-mukhaḥ
nach Norden gewandt sitzend
kṛta
vollzogen habend
sva-aṅga-kara-nyāsaḥ
die gedankliche Zuweisung von Körper- und Handteilen
mantrābhyām
mit den zwei Mantras
vāk-yataḥ
sich im Schweigen haltend
śuciḥ
gereinigt
nārāyaṇa-param
ganz auf den Herrn Nārāyaṇa gerichtet
varma
die Rüstung
sannahyet
lege sich an
bhaye
wenn Furcht
āgate
eingetreten ist
pādayoḥ
an den beiden Füßen
jānunoḥ
an den beiden Knien
ūrvoḥ
an den beiden Schenkeln
udare
am Bauch
hṛdi
am Herzen
atha
sodann
urasi
an der Brust
mukhe
am Mund
śirasi
am Kopf
ānupūrvyāt
der Reihe nach
oṁkāra-ādīni
mit dem Oṁkāra beginnend
vinyaset
soll er anordnen
om
der Praṇava
namaḥ
Verehrung
nārāyaṇāya
Nārāyaṇa
iti
so
viparyayam
umgekehrt
atha api
oder auch
vā
oder

kara-nyāsaṁ tataḥ kuryād dvādaśākṣara-vidyayā praṇavādi-ya-kārāntam aṅguly-aṅguṣṭha-parvasu

Danach soll er die Handanordnung (kara-nyāsa) mit dem zwölfsilbigen Mantra vollziehen, [die Silben] mit dem Praṇava beginnend und mit der Silbe „ya“ endend, auf den Gliedern der Finger und des Daumens.

Wort für Wort
kara-nyāsam
das Ritual der Zuweisung der Mantra-Silben auf die Finger (kara-nyāsa)
tataḥ
danach
kuryāt
soll er ausführen
dvādaśa-akṣara
aus zwölf Silben bestehend
vidyayā
mit dem Mantra
praṇava-ādi
mit dem Oṁkāra beginnend
ya-kāra-antam
mit der Silbe ya endend
aṅguli
auf den Fingern, beginnend mit dem Zeigefinger
aṅguṣṭha-parvasu
auf den Gliedern des Daumens

nyased dhṛdaya oṁkāraṁ vi-kāram anu mūrdhani ṣa-kāraṁ tu bhruvor madhye ṇa-kāraṁ śikhayā nyaset ve-kāraṁ netrayor yuñjyān na-kāraṁ sarva-sandhiṣu ma-kāram astram uddiśya mantra-mūrtir bhaved budhaḥ savisargaṁ phaḍ-antaṁ tat sarva-dikṣu vinirdiśet oṁ viṣṇave nama iti

Er soll am Herzen den Oṁkāra platzieren, danach die Silbe „vi“ auf dem Scheitel; die Silbe „ṣa“ aber zwischen den Augenbrauen; die Silbe „ṇa“ soll er am Scheitelschopf platzieren; die Silbe „ve“ soll er mit den beiden Augen verbinden; die Silbe „na“ auf allen Gelenken; die Silbe „ma“, als Waffe gedacht – so werde der Kundige zur verkörperten Gestalt des Mantras. Jenes [Mantra], mit dem Visarga versehen und mit „phaṭ“ endend, soll er in alle Richtungen aussenden: „Oṁ, Verehrung dem Viṣṇu“ – so [lautet es].

Wort für Wort
nyaset
soll platzieren
hṛdaye
am Herzen
oṁkāram
den Praṇava, Oṁkāra
vi-kāram
die Silbe vi von viṣṇave
anu
danach
mūrdhani
auf dem Scheitel
ṣa-kāram
die Silbe ṣa
tu
aber
bhruvoḥ madhye
zwischen den beiden Augenbrauen
ṇa-kāram
die Silbe ṇa
śikhayā
am Scheitelschopf (śikhā)
ve-kāram
die Silbe ve
netrayoḥ
zwischen den beiden Augen
yuñjyāt
soll verbinden
na-kāram
die Silbe na von namaḥ
sarva-sandhiṣu
auf allen Gelenken
ma-kāram
die Silbe ma von namaḥ
astram
als Waffe
uddiśya
gedacht habend
mantra-mūrtiḥ
die verkörperte Gestalt des Mantras
bhavet
soll werden
budhaḥ
der Kundige
sa-visargam
mit dem Visarga (ḥ)
phaṭ-antam
mit dem Laut phaṭ endend
tat
jenes
sarva-dikṣu
in alle Richtungen
vinirdiśet
soll aussenden
om
Praṇava
viṣṇave
dem Herrn Viṣṇu
namaḥ
Verehrung
iti
so

ātmānaṁ paramaṁ dhyāyed dhyeyaṁ ṣaṭ-śaktibhir yutam vidyā-tejas-tapo-mūrtim imaṁ mantram udāharet

Er soll über das höchste Selbst meditieren, das der Meditation würdig ist, versehen mit den sechs Kräften, verkörpertes Wissen, Glanz und Askese – dieses Mantra soll er aussprechen:

Wort für Wort
ātmānam
das Selbst
paramam
das höchste
dhyāyet
soll er meditieren über
dhyeyam
der Meditation würdig
ṣaṭ-śaktibhiḥ
mit den sechs Vollkommenheiten
yutam
versehen
vidyā
Wissen
tejaḥ
Glanz
tapaḥ
Askese
mūrtim
verkörpert
imam
dieses
mantram
Mantra
udāharet
soll aussprechen

om harir vidadhyān mama sarva-rakṣāṁ nyastāṅghri-padmaḥ patagendra-pṛṣṭhe darāri-carmāsi-gadeṣu-cāpa-pāśān dadhāno 'ṣṭa-guno 'ṣṭa-bāhuḥ

Oṁ. Hari möge mir vollständigen Schutz gewähren – er, dessen Lotosfüße auf dem Rücken des Herrn der Vögel [Garuḍa] ruhen, der Muschelhorn, Diskus, Schild, Schwert, Keule, Pfeile, Bogen und Fangseile hält, mit acht Vollkommenheiten und acht Armen.

Wort für Wort
om
o Herr
hariḥ
der Höchste Herr
vidadhyāt
möge gewähren
mama
mir
sarva-rakṣām
Schutz von allen Seiten
nyasta
platziert
aṅghri-padmaḥ
dessen Lotosfüße
patagendra-pṛṣṭhe
auf dem Rücken Garuḍas, des Königs der Vögel
dara
Muschelhorn
ari
Diskus
carma
Schild
asi
Schwert
gadā
Keule
iṣu
Pfeile
cāpa
Bogen
pāśān
Fangseile
dadhānaḥ
haltend
aṣṭa
acht
guṇaḥ
Vollkommenheiten
aṣṭa
acht
bāhuḥ
Arme

jaleṣu māṁ rakṣatu matsya-mūrtir yādo-gaṇebhyo varuṇasya pāśāt sthaleṣu māyāvaṭu-vāmano vyāt trivikramaḥ khe vatu viśvarūpaḥ

Im Wasser möge mich die Gestalt des Fisches vor den Scharen der Wassertiere und vor dem Fangseil Varuṇas beschützen; auf dem Land möge der durch Māyā [erschienene] Knabe Vāmana beschützen, Trivikrama; im Himmel möge der Allgestaltige [Viśvarūpa] beschützen.

Wort für Wort
jaleṣu
im Wasser
mām
mich
rakṣatu
möge beschützen
matsya-mūrtiḥ
die Gestalt des großen Fisches
yādaḥ-gaṇebhyaḥ
vor den Scharen wilder Wassertiere
varuṇasya
des Gottes Varuṇa
pāśāt
vor dem Fangseil
sthaleṣu
auf dem Land
māyā-vaṭu
die durch Māyā erschienene Gestalt eines Knaben
vāmanaḥ
genannt Vāmanadeva
avyāt
möge beschützen
trivikramaḥ
Trivikrama, dessen drei riesige Schritte die drei Welten durchmaßen
khe
im Himmel
avatu
möge beschützen
viśvarūpaḥ
die gigantische universale Form

durgeṣv aṭavy-āji-mukhādiṣu prabhuḥ pāyān nṛsiṁho 'sura-yūthapāriḥ vimuñcato yasya mahāṭṭa-hāsaṁ diśo vinedur nyapataṁś ca garbhāḥ

An schwer zugänglichen Orten, im Wald, an der Kampffront und dergleichen möge der Herr Nṛsiṁha beschützen, der Feind des Anführers der Dämonen [Hiraṇyakaśipu] – er, bei dessen losgelassenem gewaltigem Gelächter die Himmelsrichtungen widerhallten und die ungeborenen Kinder [im Mutterleib der Dämonenfrauen] herabfielen.

Wort für Wort
durgeṣu
an schwer zugänglichen Orten
aṭavi
im dichten Wald
āji-mukha-ādiṣu
an der Kampffront und dergleichen
prabhuḥ
der Höchste Herr
pāyāt
möge beschützen
nṛsiṁhaḥ
Herr Nṛsiṁhadeva
asura-yūthapa
des Hiraṇyakaśipu, des Anführers der Dämonen
ariḥ
der Feind
vimuñcataḥ
loslassend
yasya
dessen
mahā-aṭṭa-hāsam
großes, furchterregendes Gelächter
diśaḥ
alle Himmelsrichtungen
vineduḥ
hallten wider
nyapatan
fielen herab
ca
und
garbhāḥ
die Embryonen der Frauen der Dämonen

rakṣatv asau mādhvani yajña-kalpaḥ sva-daṁṣṭrayonnīta-dharo varāhaḥ rāmo 'dri-kūṭeṣv atha vipravāse salakṣmaṇo 'vyād bharatāgrajo 'smān

Jener, der dem Opfer gleicht, möge mich auf dem Weg beschützen – der Eber, der die Erde mit seinem eigenen Stoßzahn emporhob; Rāma, der ältere Bruder Bharatas, möge uns mit Lakṣmaṇa auf Berggipfeln und in der Fremde beschützen.

Wort für Wort
rakṣatu
möge beschützen
asau
jener
mā
mich
adhvani
auf dem Weg
yajña-kalpaḥ
der durch Opferriten erkannt wird
sva-daṁṣṭrayā
mit seinem eigenen Stoßzahn
unnīta
emporgehoben
dharaḥ
der die Erde
varāhaḥ
der Eber-Herr
rāmaḥ
Herr Rāma
adri-kūṭeṣu
auf Berggipfeln
atha
und
vipravāse
in der Fremde
sa-lakṣmaṇaḥ
mit seinem Bruder Lakṣmaṇa
avyāt
möge beschützen
bharata-agrajaḥ
der ältere Bruder Bharatas
asmān
uns

mām ugra-dharmād akhilāt pramādān nārāyaṇaḥ pātu naraś ca hāsāt dattas tv ayogād atha yoga-nāthaḥ pāyād guṇeśaḥ kapilaḥ karma-bandhāt

Vor schrecklicher [religiöser] Pflicht und vor jeglicher aus Verblendung [entstandener Verirrung] möge mich Nārāyaṇa beschützen, und Nara vor Hochmut; Datta aber, der Herr des Yoga, [möge beschützen] vor falschem Yoga; der Herr der [materiellen] Erscheinungsweisen, Kapila, möge vor der Bindung des Karma beschützen.

Wort für Wort
mām
mich
ugra-dharmāt
vor unnötig strengen Religionsvorschriften
akhilāt
vor jeglichen
pramādāt
aus Wahnsinn/Verblendung entstandenen [Handlungen]
nārāyaṇaḥ
Herr Nārāyaṇa
pātu
möge beschützen
naraḥ ca
und Nara
hāsāt
vor unnötigem Hochmut
dattaḥ
Dattātreya
tu
aber
ayogāt
vor falschem Yoga-Pfad
atha
und
yoga-nāthaḥ
der Herr aller mystischen Kräfte
pāyāt
möge beschützen
guṇa-īśaḥ
der Herr der [materiellen] Erscheinungsweisen
kapilaḥ
Herr Kapila
karma-bandhāt
vor der Bindung fruchtbringender Tätigkeiten

sanat-kumāro 'vatu kāmadevād dhayaśīrṣā māṁ pathi deva-helanāt devarṣi-varyaḥ puruṣārcanāntarāt kūrmo harir māṁ nirayād aśeṣāt

Sanat-kumāra möge vor dem Liebesgott [Kāma] beschützen; der Pferdeköpfige [Hayagrīva] möge mich auf dem Weg vor der Missachtung der Götter beschützen; der Beste der göttlichen Weisen [Nārada] vor Fehlern bei der Verehrung der Gottheit; die Schildkröte, Hari [Kūrma], möge mich vor grenzenloser Hölle beschützen.

Wort für Wort
sanat-kumāraḥ
der große Brahmacārī Sanat-kumāra
avatu
möge beschützen
kāma-devāt
vor dem Liebesgott bzw. lüsternem Verlangen
haya-śīrṣā
Herr Hayagrīva, mit pferdeähnlichem Kopf
māṁ
mich
pathi
auf dem Weg
deva-helanāt
vor der Missachtung von Brahmanen und Vaiṣṇavas
devarṣi-varyaḥ
der Beste der göttlichen Weisen, Nārada
puruṣa-arcana-antarāt
vor Fehlern bei der Verehrung der Gottheit
kūrmaḥ
die Schildkröte, Herr Kūrma
hariḥ
der Höchste Herr
mām
mich
nirayāt
vor der Hölle
aśeṣāt
grenzenlosen

dhanvantarir bhagavān pātv apathyād dvandvād bhayād ṛṣabho nirjitātmā yajñaś ca lokād avatāj janāntād balo gaṇāt krodha-vaśād ahīndraḥ

Der erhabene Dhanvantari möge vor Ungesundem beschützen; Ṛṣabha, der sein Selbst vollständig bezwungen hat, vor Dualität und Furcht; Yajña möge vor [Verleumdung durch] die Leute beschützen; Bala möge vor Gefahr durch [andere] Menschen [beschützen]; der Herr der Schlangen möge vor der Schar der zornerfüllten [Schlangen beschützen].

Wort für Wort
dhanvantariḥ
die Inkarnation Dhanvantari, der Arzt
bhagavān
der Höchste Herr
pātu
möge mich beschützen
apathyāt
vor Gesundheitsschädlichem wie Fleisch und Rauschmitteln
dvandvāt
vor Dualität
bhayāt
vor Furcht
ṛṣabhaḥ
Herr Ṛṣabhadeva
nirjita-ātmā
der Geist und Selbst völlig beherrscht hat
yajñaḥ
Yajña
ca
und
lokāt
vor Verleumdung durch die Leute
avatāt
möge beschützen
jana-antāt
vor gefährlichen Lagen durch andere Menschen
balaḥ
Herr Balarāma
gaṇāt
vor der Schar
krodha-vaśāt
der zornerfüllten Schlangen
ahīndraḥ
Herr Balarāma in Gestalt der Schlange Śeṣa Nāga

dvaipāyano bhagavān aprabodhād buddhas tu pāṣaṇḍa-gaṇa-pramādāt kalkiḥ kaleḥ kāla-malāt prapātu dharmāvanāyoru-kṛtāvatāraḥ

Der erhabene Dvaipāyana [Vyāsa] möge vor Unwissenheit [beschützen]; Buddha aber vor der Verblendung durch Scharen von Häretikern; Kalki, der zum Schutz der Religion eine überaus große Inkarnation angenommen hat, möge vor dem Schmutz des Zeitalters Kali beschützen.

Wort für Wort
dvaipāyanaḥ
Śrīla Vyāsadeva, der Geber alles vedischen Wissens
bhagavān
die überaus mächtige Inkarnation des Höchsten Herrn
aprabodhāt
vor Unkenntnis der Schriften
buddhaḥ tu
und Herr Buddha
pāṣaṇḍa-gaṇa
von Häretikern, die Unschuldigen Verwirrung stiften
pramādāt
vor der Verblendung
kalkiḥ
Herr Kalki, die Inkarnation Keśavas
kaleḥ
dieses Kali-Zeitalters
kāla-malāt
vor dem Schmutz des Zeitalters
prapātu
möge beschützen
dharma-avanāya
zum Schutz der religiösen Prinzipien
uru
eine überaus große
kṛta-avatāraḥ
der eine Inkarnation angenommen hat

māṁ keśavo gadayā prātar avyād govinda āsaṅgavam ātta-veṇuḥ nārāyaṇaḥ prāhṇa udātta-śaktir madhyan-dine viṣṇur arīndra-pāṇiḥ

Keśava möge mich am Morgen mit seiner Keule beschützen; Govinda, die Flöte haltend, während der zweiten Tageszeit; Nārāyaṇa, von erhabener Macht, während der dritten Tageszeit; Viṣṇu, den Diskus [zur Vernichtung] der Feinde in der Hand, um die Mittagszeit.

Wort für Wort
mām
mich
keśavaḥ
Herr Keśava
gadayā
mit seiner Keule
prātaḥ
in den Morgenstunden
avyāt
möge beschützen
govindaḥ
Herr Govinda
āsaṅgavam
während des zweiten Teils des Tages
ātta-veṇuḥ
seine Flöte haltend
nārāyaṇaḥ
der vierarmige Herr Nārāyaṇa
prāhṇaḥ
während des dritten Teils des Tages
udātta-śaktiḥ
verschiedene Arten von Kräften beherrschend
madhyam-dine
während des vierten Teils des Tages
viṣṇuḥ
Herr Viṣṇu
arīndra-pāṇiḥ
den Diskus in der Hand tragend, um die Feinde zu töten

devo 'parāhṇe madhu-hogradhanvā sāyaṁ tri-dhāmāvatu mādhavo mām doṣe hṛṣīkeśa utārdha-rātre niśītha eko 'vatu padmanābhaḥ

Der Gott, der Töter Madhus, mit dem furchtbaren Bogen, [möge mich beschützen] in der fünften Tageszeit; Mādhava, der die drei Wohnstätten trägt, möge mich am Abend beschützen; Hṛṣīkeśa in der ersten Nachtwache, und in der Mitternacht möge Padmanābha allein mich beschützen.

Wort für Wort
devaḥ
der Herr
aparāhṇe
im fünften Teil des Tages
madhu-hā
genannt Madhusūdana
ugra-dhanvā
den überaus furchterregenden Bogen Śārṅga tragend
sāyam
der sechste Teil des Tages
tri-dhāmā
manifest als die drei Gottheiten Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara
avatu
möge beschützen
mādhavaḥ
genannt Mādhava
mām
mich
doṣe
während des ersten Teils der Nacht
hṛṣīkeśaḥ
Herr Hṛṣīkeśa
uta
auch
ardha-rātre
während des zweiten Teils der Nacht
niśīthe
während des dritten Teils der Nacht
ekaḥ
allein
avatu
möge beschützen
padmanābhaḥ
Herr Padmanābha

śrīvatsa-dhāmāpara-rātra īśaḥ pratyūṣa īśo 'si-dharo janārdanaḥ dāmodaro 'vyād anusandhyaṁ prabhāte viśveśvaro bhagavān kāla-mūrtiḥ

Der Herr, der die Śrīvatsa-Marke trägt, [möge beschützen] in der vierten Nachtwache; der Herr, das Schwert tragend, Janārdana, [möge beschützen] im Morgengrauen; Dāmodara möge zu jeder Dämmerung beschützen; im frühen Morgen [möge beschützen] der Herr des Universums, der Erhabene, die verkörperte Zeit selbst.

Wort für Wort
śrīvatsa-dhāmā
der Herr, auf dessen Brust das Śrīvatsa-Zeichen ruht
apara-rātre
im vierten Teil der Nacht
īśaḥ
der Höchste Herr
pratyūṣe
am Ende der Nacht
īśaḥ
der Höchste Herr
asi-dharaḥ
ein Schwert in der Hand tragend
janārdanaḥ
Herr Janārdana
dāmodaraḥ
Herr Dāmodara
avyāt
möge beschützen
anusandhyam
zu jeder Dämmerung/Übergangszeit
prabhāte
im frühen Morgen (der sechste Teil der Nacht)
viśva-īśvaraḥ
der Herr des gesamten Universums
bhagavān
der Höchste Herr
kāla-mūrtiḥ
die Verkörperung der Zeit

cakraṁ yugāntānala-tigma-nemi bhramat samantād bhagavat-prayuktam dandagdhi dandagdhy ari-sainyam āśu kakṣaṁ yathā vāta-sakho hutāśaḥ

Oh Diskus, mit scharfem Rand, gleich dem Feuer am Ende des Zeitalters, überallhin kreisend, vom Herrn entsandt – verbrenne, verbrenne das Heer der Feinde sogleich, wie das mit dem Wind befreundete Feuer trockenes Gestrüpp [verbrennt]!

Wort für Wort
cakram
der Diskus des Herrn
yuga-anta
am Ende des Zeitalters
anala
wie das Feuer der Vernichtung
tigma-nemi
mit scharfem Rand
bhramat
umherwirbelnd
samantāt
nach allen Seiten
bhagavat-prayuktam
vom Herrn eingesetzt
dandagdhi
verbrenne vollständig
dandagdhi
verbrenne vollständig
ari-sainyam
das Heer unserer Feinde
āśu
sogleich
kakṣam
trockenes Gras/Gestrüpp
yathā
wie
vāta-sakhaḥ
der Freund des Windes
hutāśaḥ
das lodernde Feuer

gade 'śani-sparśana-visphuliṅge niṣpiṇḍhi niṣpiṇḍhy ajita-priyāsi kuṣmāṇḍa-vaināyaka-yakṣa-rakṣo-bhūta-grahāṁś cūrṇaya cūrṇayārīn

Oh Keule, deren Berührung Funken sprüht wie ein Blitz, zermalme, zermalme! Du bist dem Unbesiegten [Kṛṣṇa] lieb – zermalme, zermalme die Kuṣmāṇḍas, Vaināyakas, Yakṣas, Rākṣasas, Bhūtas und Grahas, [zermalme] die Feinde!

Wort für Wort
gade
o Keule in den Händen des Höchsten Herrn
aśani
wie Blitze
sparśana
deren Berührung
visphuliṅge
Funken sprühend
niṣpiṇḍhi
zermalme zu Stücken
ajita-priyāsi
dem Unbesiegten [Kṛṣṇa] sehr lieb; du bist es
kuṣmāṇḍa
Kobolde namens Kuṣmāṇḍas
vaināyaka
Geister namens Vaināyakas
yakṣa
Geister namens Yakṣas
rakṣaḥ
Geister namens Rākṣasas
bhūta
Geister namens Bhūtas
grahān
böse Dämonen namens Grahas
cūrṇaya
zermalme
arīn
meine Feinde

tvaṁ yātudhāna-pramatha-preta-mātṛ-piśāca-vipragraha-ghora-dṛṣṭīn darendra vidrāvaya kṛṣṇa-pūrito bhīma-svano 'rer hṛdayāni kampayan

Du, o Herr der Muschelhörner [Pāñcajanya], vertreibe die Yātudhānas, Pramathas, Pretas, Mātṛs, Piśācas und Brahmanen-Geister mit furchtbarem Blick, von Kṛṣṇa erfüllt, mit furchterregendem Klang die Herzen der Feinde erzittern lassend!

Wort für Wort
tvam
du
yātudhāna
Rākṣasas
pramatha
Pramathas
preta
Pretas
mātṛ
Mātās
piśāca
Piśācas
vipra-graha
brahmanische Geister
ghora-dṛṣṭīn
die einen überaus furchterregenden Blick haben
darendra
o Pāñcajanya, das Muschelhorn in den Händen des Herrn
vidrāvaya
vertreibe
kṛṣṇa-pūritaḥ
mit dem Atem aus Kṛṣṇas Mund erfüllt
bhīma-svanaḥ
überaus furchterregend tönend
areḥ
des Feindes
hṛdayāni
die Kerne der Herzen
kampayan
erzittern lassend

tvaṁ tigma-dhārāsi-varāri-sainyam īśa-prayukto mama chindhi chindhi cakṣūṁṣi carmañ chata-candra chādaya dviṣām aghonāṁ hara pāpa-cakṣuṣām

Du, o bestes Schwert mit scharfer Klinge, vom Herrn entsandt, zerschneide, zerschneide das feindliche Heer! Oh Schild, mit hundert Mondscheiben [verziert], bedecke die Augen der mir feindlich Gesinnten, der Sündigen – nimm [das Augenlicht] derer mit sündigen Augen!

Wort für Wort
tvam
du
tigma-dhāra-asi-vara
o bestes Schwert mit überaus scharfer Klinge
ari-sainyam
die Soldaten des Feindes
īśa-prayuktaḥ
vom Höchsten Herrn eingesetzt
mama
mein/für mich
chindhi chindhi
zerschneide zu Stücken, zerschneide zu Stücken
cakṣūṁṣi
die Augen
carman
o Schild
śata-candra
mit hundert glänzenden Mondscheiben versehen
chādaya
bedecke bitte
dviṣām
derer, die mir feindlich gesinnt sind
aghonām
die völlig sündig sind
hara
nimm bitte weg
pāpa-cakṣuṣām
derer, deren Augen überaus sündig sind

yan no bhayaṁ grahebhyo 'bhūt ketubhyo nṛbhya eva ca sarīsṛpebhyo daṁṣṭribhyo bhūtebhyo 'ṁhobhya eva ca sarvāṇy etāni bhagavan-nāma-rūpānukīrtanāt prayāntu saṅkṣayaṁ sadyo ye naḥ śreyaḥ-pratīpakāḥ

Welche Furcht uns [befiel] vor Planetengeistern (Grahas), vor Kometen, ebenso vor [feindlichen] Menschen, vor kriechenden Tieren, vor Reißzähnigen, vor Bhūtas, ebenso vor Sünden – all diese [Ängste] mögen durch das beständige Verkünden von Namen und Gestalt des Herrn sogleich zur vollständigen Vernichtung gelangen, [all jene], die unserem Wohl entgegenstehen.

Wort für Wort
yat
welche
naḥ
unsere
bhayam
Furcht
grahebhyaḥ
vor den Graha-Dämonen
abhūt
war
ketubhyaḥ
vor Meteoren bzw. Sternschnuppen
nṛbhyaḥ
vor missgünstigen Menschen
eva ca
auch
sarīsṛpebhyaḥ
vor Schlangen oder Skorpionen
daṁṣṭribhyaḥ
vor Tieren mit gewaltigen Zähnen wie Tigern, Wölfen und Ebern
bhūtebhyaḥ
vor Geistern oder den materiellen Elementen
aṁhobhyaḥ
vor sündhaften Handlungen
eva ca
sowie auch
sarvāṇi etāni
all diese
bhagavat-nāma-rūpa-anukīrtanāt
durch das Verkünden des transzendenten Namens, der Gestalt, der Eigenschaften und des Beiwerks des Herrn
prayāntu
mögen gehen
saṅkṣayam
zur vollständigen Vernichtung
sadyaḥ
sogleich
ye
welche
naḥ
unserem
śreyaḥ-pratīpakāḥ
Hindernisse für das Wohlergehen

garuḍo bhagavān stotra-stobhaś chandomayaḥ prabhuḥ rakṣatv aśeṣa-kṛcchrebhyo viṣvaksenaḥ sva-nāmabhiḥ

Garuḍa, der Erhabene, gepriesen durch Loblieder und Refrains, aus den Versmaßen [der Veden] bestehend, der Herr, möge beschützen; Viṣvaksena möge durch seine eigenen Namen vor grenzenlosen Nöten beschützen.

Wort für Wort
garuḍaḥ
Seine Heiligkeit Garuḍa, der Träger des Herrn Viṣṇu
bhagavān
so mächtig wie der Höchste Herr
stotra-stobhaḥ
der durch ausgewählte Verse und Lieder gepriesen wird
chandaḥ-mayaḥ
die personifizierten Veden
prabhuḥ
der Herr
rakṣatu
möge beschützen
aśeṣa-kṛcchrebhyaḥ
vor grenzenlosem Elend
viṣvaksenaḥ
Herr Viṣvaksena
sva-nāmabhiḥ
durch seine heiligen Namen

sarvāpadbhyo harer nāma-rūpa-yānāyudhāni naḥ buddhīndriya-manaḥ-prāṇān pāntu pārṣada-bhūṣaṇāḥ

Vor allen Gefahren mögen der Name, die Gestalt, die Reittiere und Waffen Haris – als Schmuck seiner Gefährten – unseren Verstand, unsere Sinne, unseren Geist und unsere Lebensluft beschützen.

Wort für Wort
sarva
vor allerlei
āpadbhyaḥ
Gefahren
hareḥ
des Höchsten Herrn
nāma
der heilige Name
rūpa
die transzendente Gestalt
yāna
die Reittiere
āyudhāni
und alle Waffen
naḥ
unseren
buddhi
Verstand
indriya
Sinne
manaḥ
Geist
prāṇān
Lebensluft
pāntu
mögen beschützen und erhalten
pārṣada
die Begleiter des Herrn
bhūṣaṇāḥ
als Schmuck, die persönlichen Gefährten

yathā hi bhagavān eva vastutaḥ sad asac ca yat satyenānena naḥ sarve yāntu nāśam upadravāḥ

So wahrlich, wie der Erhabene selbst in Wahrheit das Seiende und das Nicht-Seiende ist – durch diese Wahrheit mögen alle unsere Unglücke zunichte werden.

Wort für Wort
yathā
so wie
hi
wahrlich
bhagavān
der Höchste Herr
eva
gewiss
vastutaḥ
im letzten Grunde
sat
das Manifestierte
asat
das Unmanifestierte
ca
und
yat
welches
satyena
durch die Wahrheit
anena
diese
naḥ
unsere
sarve
alle
yāntu
mögen gehen
nāśam
zur Vernichtung
upadravāḥ
Störungen/Unglücke

yathaikātmyānubhāvānāṁ vikalpa-rahitaḥ svayam bhūṣaṇāyudha-liṅgākhyā dhatte śaktīḥ sva-māyayā tenaiva satya-mānena sarva-jño bhagavān hariḥ pātu sarvaiḥ svarūpair naḥ sadā sarvatra sarva-gaḥ

So wie er selbst, für jene, die die Erfahrung der Wesenseinheit [erlangt haben], frei von Unterschiedenheit ist, [und dennoch] durch seine eigene Māyā Kräfte annimmt, [erscheinend] als Schmuck, Waffen, Merkmale und Namen – durch eben diese Wahrhaftigkeit möge Hari, der allwissende Erhabene, der Allesdurchdringende, uns mit allen seinen Formen immer und überall beschützen.

Wort für Wort
yathā
so wie
aikātmya
in Bezug auf die in Vielfalt manifestierte Einheit
anubhāvānām
derer, die dies erfahren
vikalpa-rahitaḥ
frei von Unterschiedenheit
svayam
er selbst
bhūṣaṇa
Schmuck
āyudha
Waffen
liṅga-ākhyāḥ
Merkmale und verschiedene Namen
dhatte
nimmt an
śaktīḥ
Kräfte wie Reichtum, Einfluss, Macht, Wissen, Schönheit und Entsagung
sva-māyayā
durch Entfaltung seiner eigenen geistigen Energie
tena eva
durch eben dieses
satya-mānena
wahrhaftige Verständnis
sarva-jñaḥ
allwissend
bhagavān
der Höchste Herr
hariḥ
der alle Illusion der Lebewesen hinwegnehmen kann
pātu
möge beschützen
sarvaiḥ
mit allen
sva-rūpaiḥ
seinen Formen
naḥ
uns
sadā
immer
sarvatra
überall
sarva-gaḥ
der alldurchdringende

vidikṣu dikṣūrdhvam adhaḥ samantād antar bahir bhagavān nārasiṁhaḥ prahāpayan loka-bhayaṁ svanena sva-tejasā grasta-samasta-tejāḥ

In den Zwischenrichtungen, den Haupthimmelsrichtungen, oben, unten, ringsum, innen und außen [möge] der erhabene Nṛsiṁha [beschützen], der durch sein Gebrüll die Furcht der Welt vertreibt, dessen eigener Glanz allen anderen Glanz verschlungen hat.

Wort für Wort
vidikṣu
in den Zwischenrichtungen
dikṣu
in den Haupthimmelsrichtungen (Ost, West, Nord, Süd)
ūrdhvam
oben
adhaḥ
unten
samantāt
auf allen Seiten
antaḥ
innen
bahiḥ
außen
bhagavān
der Höchste Herr
nārasiṁhaḥ
in Gestalt Nṛsiṁhadevas (halb Löwe, halb Mensch)
prahāpayan
völlig vernichtend
loka-bhayam
die durch Tiere, Gift, Waffen, Wasser, Wind, Feuer usw. hervorgerufene Furcht
svanena
durch sein Gebrüll bzw. die Vibration seines Namens durch seinen Geweihten Prahlāda Mahārāja
sva-tejasā
durch seinen eigenen Glanz
grasta
verschlungen
samasta
allen anderen
tejāḥ
Glanz/Einfluss

[Anm.: Quelltext auf vedabase.io zeigt an dieser Stelle den fehlerhaften Druckbuchstaben „prahāpayaḻ“; gemäß Wort-für-Wort-Gloss korrigiert zu „prahāpayan“.]

maghavann idam ākhyātaṁ varma nārāyaṇātmakam vijeṣyase 'ñjasā yena daṁśito 'sura-yūthapān

Oh Maghavan [Indra], dies ist die verkündete Rüstung, bestehend aus [der Kraft] Nārāyaṇas; damit gepanzert, wirst du mühelos die Anführer der Dämonen besiegen.

Wort für Wort
maghavan
o König Indra
idam
dies
ākhyātam
beschriebene
varma
mystische Rüstung
nārāyaṇa-ātmakam
mit Nārāyaṇa verbunden
vijeṣyase
du wirst besiegen
añjasā
sehr leicht
yena
wodurch
daṁśitaḥ
gepanzert seiend
asura-yūthapān
die Anführer der Dämonen

etad dhārayamāṇas tu yaṁ yaṁ paśyati cakṣuṣā padā vā saṁspṛśet sadyaḥ sādhvasāt sa vimucyate

Wer aber dies trägt – wen immer er mit den Augen erblickt oder mit dem Fuß berührt, der wird sogleich von aller Furcht befreit.

Wort für Wort
etat
dies
dhārayamāṇaḥ
eine Person, die trägt
tu
aber
yam yam
wen auch immer
paśyati
er erblickt
cakṣuṣā
mit seinen Augen
padā
mit seinem Fuß
vā
oder
saṁspṛśet
berührt
sadyaḥ
sogleich
sādhvasāt
von aller Furcht
saḥ
er
vimucyate
wird befreit

na kutaścid bhayaṁ tasya vidyāṁ dhārayato bhavet rāja-dasyu-grahādibhyo vyādhy-ādibhyaś ca karhicit

Keinerlei Furcht wird jemals für den entstehen, der dieses Wissen trägt – weder vor König, Räubern, Grahas und dergleichen, noch vor Krankheiten und dergleichen, zu keiner Zeit.

Wort für Wort
na
nicht
kutaścit
von irgendwoher
bhayam
Furcht
tasya
für ihn
vidyām
dieses mystische Mantra
dhārayataḥ
der trägt
bhavet
möge entstehen
rāja
von der Regierung
dasyu
von Räubern und Dieben
graha-ādibhyaḥ
von Dämonen und dergleichen
vyādhi-ādibhyaḥ
von Krankheiten und dergleichen
ca
auch
karhicit
zu irgendeiner Zeit

imāṁ vidyāṁ purā kaścit kauśiko dhārayan dvijaḥ yoga-dhāraṇayā svāṅgaṁ jahau sa maru-dhanvani

Einst trug ein gewisser Brahmane namens Kauśika dieses Wissen; durch die Konzentration des Yoga gab er seinen eigenen Körper in der Wüste auf.

Wort für Wort
imām
dieses
vidyām
Wissen/Mantra
purā
einst
kaścit
ein gewisser
kauśikaḥ
Kauśika
dhārayan
tragend
dvijaḥ
ein Brahmane
yoga-dhāraṇayā
durch mystische Konzentration (yoga-dhāraṇā)
sva-aṅgam
seinen eigenen Körper
jahau
gab auf
saḥ
er
maru-dhanvani
in der Wüste

tasyopari vimānena gandharva-patir ekadā yayau citrarathaḥ strībhir vṛto yatra dvija-kṣayaḥ

Über ihm [seinem Leichnam] flog einst der Herr der Gandharvas, Citraratha, mit einem Luftschiff, umgeben von Frauen, dorthin, wo der Brahmane gestorben war.

Wort für Wort
tasya
über seinem (toten) Körper
upari
oben
vimānena
mit einem Luftschiff
gandharva-patiḥ
der König von Gandharvaloka
ekadā
einst
yayau
fuhr
citrarathaḥ
Citraratha
strībhiḥ
von vielen schönen Frauen
vṛtaḥ
umgeben
yatra
wo
dvija-kṣayaḥ
der Brahmane Kauśika gestorben war

gaganān nyapatat sadyaḥ savimāno hy avāk-śirāḥ sa vālikhilya-vacanād asthīny ādāya vismitaḥ prāsya prācī-sarasvatyāṁ snātvā dhāma svam anvagāt

Sogleich stürzte er mitsamt seinem Luftschiff kopfüber vom Himmel herab; er nahm, auf das Wort der Vālikhilya-Weisen hin, verwundert die Gebeine [des Kauśika], warf sie in die östlich fließende Sarasvatī, badete darin, und kehrte zu seiner eigenen Wohnstätte zurück.

Wort für Wort
gaganāt
vom Himmel
nyapatat
fiel
sadyaḥ
plötzlich
sa-vimānaḥ
mitsamt seinem Luftschiff
hi
gewiss
avāk-śirāḥ
mit dem Kopf nach unten
saḥ
er
vālikhilya
der großen Weisen namens Vālikhilyas
vacanāt
auf die Weisung hin
asthīni
alle Gebeine
ādāya
nehmend
vismitaḥ
voller Staunen
prāsya
werfend
prācī-sarasvatyām
in den Fluss Sarasvatī, der nach Osten fließt
snātvā
in jenem Fluss badend
dhāma
zur Wohnstätte
svam
seiner eigenen
anvagāt
kehrte zurück

śrī-śuka uvāca ya idaṁ śṛṇuyāt kāle yo dhārayati cādṛtaḥ taṁ namasyanti bhūtāni mucyate sarvato bhayāt

Śrī Śuka sprach: Wer dies zur rechten Zeit hört, und wer es ehrfürchtig trägt, dem erweisen alle Wesen Verehrung; er wird von aller Furcht befreit.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ
Śrī Śukadeva Gosvāmī
uvāca
sprach
yaḥ
wer immer
idam
dies
śṛṇuyāt
möge hören
kāle
zur Zeit der Furcht
yaḥ
wer immer
dhārayati
trägt dieses Gebet
ca
auch
ādṛtaḥ
mit Glauben und Verehrung
tam
ihm
namasyanti
erweisen ehrfurchtsvolle Verbeugungen
bhūtāni
alle Lebewesen
mucyate
wird befreit
sarvataḥ
von allen
bhayāt
furchterfüllten Zuständen

etāṁ vidyām adhigato viśvarūpāc chatakratuḥ trailokya-lakṣmīṁ bubhuje vinirjitya mṛdhe 'surān

Nachdem Śatakratu [Indra] dieses Wissen von Viśvarūpa erlangt hatte, genoss er den Glanz der drei Welten, nachdem er im Kampf die Dämonen besiegt hatte.

Wort für Wort
etām
dieses
vidyām
Gebet/Mantra
adhigataḥ
erlangt habend
viśvarūpāt
vom Brahmanen Viśvarūpa
śata-kratuḥ
Indra, der König des Himmels
trailokya-lakṣmīm
den gesamten Glanz der drei Welten
bubhuje
genoss
vinirjitya
besiegend
mṛdhe
im Kampf
asurān
alle Dämonen

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