maitreya uvāca
sanakādyā nāradaś ca
ṛbhur haṁso 'ruṇir yatiḥ
naite gṛhān brahma-sutā
hy āvasann ūrdhva-retasaḥ
Maitreya sprach: Sanaka und die anderen [Kumāras], Nārada, sowie Ṛbhu, Haṁsa, Aruṇi und Yati – diese Söhne Brahmās wohnten gewiss nicht zuhause, denn ihr Same war aufwärtsgerichtet [d.h. sie waren ewige Brahmacārīs].
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya (Nom.) sprach
sanaka-ādyāḥ
die mit Sanaka beginnenden (Nom.Pl.)
nāradaḥ ca
und Nārada (Nom.)
ṛbhuḥ haṁsaḥ aruṇiḥ yatiḥ
Ṛbhu, Haṁsa, Aruṇi, Yati (Nom.)
na ete gṛhān
nicht diese (Nom.) [wohnten] in Häusern (Akk., 'zuhause')
brahma-sutāḥ
die Söhne Brahmās (Nom.Pl.)
hi āvasan
gewiss wohnten sie (3.Pl.Impf.)
ūrdhva-retasaḥ
deren Same aufwärtsgerichtet ist (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
mṛṣādharmasya bhāryāsīd
dambhaṁ māyāṁ ca śatru-han
asūta mithunaṁ tat tu
nirṛtir jagṛhe 'prajaḥ
Mṛṣā war die Gattin des Adharma, o Feindevernichter; sie gebar das Zwillingspaar Dambha [Heuchelei] und Māyā [Täuschung]. Dieses aber nahm Nirṛti, da er kinderlos war, [als eigenes Kind] an.
Wort für Wort
mṛṣā
Mṛṣā (Nom.)
adharmasya bhāryā āsīt
war die Gattin (Nom.) des Adharma (Gen.); 3.Sg.Impf.
dambham māyām ca
Dambha und Māyā (Akk.)
śatru-han
o Feindevernichter (Vok.)
asūta mithunam tat
sie gebar (3.Sg.Impf.Med.) jenes Zwillingspaar (Akk.)
tayoḥ samabhaval lobho
nikṛtiś ca mahā-mate
tābhyāṁ krodhaś ca hiṁsā ca
yad duruktiḥ svasā kaliḥ
Von jenen beiden [Dambha und Māyā] entstanden Lobha [Gier] und Nikṛti [Arglist], o Großgesinnter; von jenen beiden [Lobha und Nikṛti] aber Krodha [Zorn] und Hiṁsā [Gewalttätigkeit], von denen wiederum Kali und seine Schwester Durukti [üble Rede geboren wurden].
Wort für Wort
tayoḥ
von jenen beiden (Gen./Abl.Dual)
samabhavat
entstand (3.Sg.Impf.)
lobhaḥ nikṛtiḥ ca
Lobha und Nikṛti (Nom.)
mahā-mate
o Großgesinnter (Vok.)
tābhyām
von jenen beiden (Abl.Dual)
krodhaḥ ca hiṁsā ca
und Krodha und Hiṁsā (Nom.)
yat
von denen (Rel.Pron.)
duruktiḥ svasā
Durukti [als] Schwester (Nom.)
kaliḥ
Kali (Nom.)
'yad' bezieht sich auf Krodha/Hiṁsā als Elternpaar von Kali und Durukti, die in der überlieferten Genealogie als Zwillingspaar gelten [Anm.].
duruktau kalir ādhatta
bhayaṁ mṛtyuṁ ca sattama
tayoś ca mithunaṁ jajñe
yātanā nirayas tathā
In Durukti zeugte Kali Bhaya [Furcht] und Mṛtyu [Tod], o Bester der Guten; und von jenen beiden wurde wiederum ein Zwillingspaar geboren: Yātanā [Qual] und ebenso Niraya [die Hölle].
Wort für Wort
duruktau
in Durukti (Lok.)
kaliḥ ādhatta
Kali erzeugte (3.Sg.Impf.Med.)
bhayam mṛtyum ca
Bhaya und Mṛtyu (Akk.)
sattama
o Bester der Guten (Vok.)
tayoḥ ca mithunam
und von jenen beiden [entstand] ein Zwillingspaar (Nom.)
In Kürze wurde dir, o Sündenloser, von mir diese Weiterschöpfung erzählt. Wer dies Heilige dreimal gehört hat, wäscht als Mensch den Schmutz von seiner Seele ab.
Wort für Wort
saṅgraheṇa
zusammenfassend, in Kürze (Instr.)
mayā ākhyātaḥ
von mir verkündet (Nom., PPP)
pratisargaḥ
die Weiterschöpfung (Nom.)
tava anagha
dir, o Sündenloser (Dat./Vok.)
triḥ śrutvā
dreimal gehört habend (Absolutiv)
etat puṇyam
dieses Heilige (Akk.)
pumān
ein Mensch (Nom.)
vidhunoti
wäscht ab (3.Sg.Präs.)
ātmanaḥ malam
den Schmutz (Akk.) der Seele (Gen.)
'pratisarga' = Nach- bzw. Weiterschöpfung (Genealogie nach der Urschöpfung) [?]; 'puṇyam' wird hier attributiv zu 'etat' gelesen ('dieses heilige [Berichtete]'), nicht zu 'malam'.
Nun werde ich fortan die Dynastie besingen, deren Ruhm heilig ist, o Bester der Kurus – die Dynastie des Svāyambhuva Manu, der selbst aus einem Teil einer Teilerweiterung Haris geboren ist.
Priyavrata und Uttānapāda waren die beiden Söhne Śatarūpās und ihres Gatten [Manu], die durch eine Erweiterung Vāsudevas zum Schutz der Welt eingesetzt waren.
Wort für Wort
priyavrata-uttānapādau
Priyavrata und Uttānapāda (Nom.Dual)
śatarūpā-pateḥ sutau
die beiden Söhne (Nom.Dual) der Śatarūpā und ihres Gatten (Gen.)
vāsudevasya kalayā
durch eine Teilerweiterung (Instr.) Vāsudevas (Gen.)
Die beiden Gattinnen König Uttānapādas waren Sunīti und Suruci; von den beiden war Suruci dem Gatten die Liebere, nicht die andere; deren [Sunītis] Sohn war Dhruva.
Wort für Wort
jāye
die beiden Gattinnen (Nom.Dual)
uttānapādasya
Königs Uttānapāda (Gen.)
sunītiḥ suruciḥ
Sunīti [und] Suruci (Nom.)
tayoḥ
von den beiden (Gen.Dual)
suruciḥ preyasī
Suruci [war] die Liebere (Nom.)
patyuḥ
des Gatten (Gen.)
na itarā
nicht die andere (Nom.)
yat-sutaḥ dhruvaḥ
deren Sohn Dhruva [war] (Nom.)
Auf der Quellseite war im zweiten Pāda ein Devanagari-Fragment mit dem IAST vermischt; hier zu 'suruciḥ tayoḥ' korrigiert [Anm.].
Einst, als der König seinen Sohn Uttama, den Surucis, auf den Schoß gehoben hatte und liebkoste, hieß er Dhruva, der ebenfalls hinaufzusteigen begehrte, nicht willkommen.
Wort für Wort
ekadā
einst (Adv.)
suruceḥ putram
den Sohn (Akk.) Surucis (Gen.)
aṅkam āropya
auf den Schoß (Akk.) gehoben habend (Absolutiv)
lālayan uttamam
Uttama (Akk.) liebkosend (Ppr.)
na ārurukṣantam dhruvam
Dhruva (Akk.), der nicht hinaufzusteigen begehrte (Akk.Ppr.)
Als Dhruva, der Sohn ihrer Nebenfrau, ebenso [auf den Schoß zu steigen] begehrte, sprach Suruci, überaus hochmütig, voller Eifersucht, während der König zuhörte.
bālo 'si bata nātmānam
anya-strī-garbha-sambhṛtam
nūnaṁ veda bhavān yasya
durlabhe 'rthe manorathaḥ
Ein Kind bist du fürwahr, das nicht einmal sich selbst kennt – dass du im Leib einer anderen Frau getragen wurdest –, und dessen Herzenswunsch dennoch auf ein unerreichbares Ziel gerichtet ist.
Wort für Wort
bālaḥ asi bata
ein Kind bist du fürwahr (2.Sg.Präs.)
na ātmānam
nicht sich selbst (Akk.)
anya-strī-garbha-sambhṛtam
im Leib einer anderen Frau getragen (Akk., Ptz.)
nūnam veda
wahrlich kennst du (2./3.Sg.Perf.)
bhavān
du (Nom.)
yasya durlabhe arthe
dessen Herzenswunsch auf ein unerreichbares (Lok.) Ziel (Lok.) [gerichtet ist]
tapasārādhya puruṣaṁ
tasyaivānugraheṇa me
garbhe tvaṁ sādhayātmānaṁ
yadīcchasi nṛpāsanam
Wenn du den Königsthron begehrst, dann verehre den Höchsten Puruṣa durch Askese, und bewirke dich selbst – allein durch dessen Gnade – in meinem Leib [geboren zu werden].
Maitreya sprach: Von den harschen Worten der Nebenfrau seiner Mutter durchbohrt, vor Zorn schnaubend wie eine mit dem Stock geschlagene Schlange, verließ er seinen [nur] zuschauenden, sprachlosen Vater und ging weinend zu seiner Mutter.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
mātuḥ sapatnyāḥ
von der Nebenfrau der Mutter (Gen.)
saḥ durukti-viddhaḥ
er, durchbohrt von harschen Worten (Nom., PPP)
śvasan ruṣā
vor Zorn (Instr.) schnaubend (Ppr.)
daṇḍa-hataḥ yathā ahiḥ
vom Stock geschlagen wie eine Schlange (Nom.)
hitvā
verlassend (Absolutiv)
miṣantam pitaram sanna-vācam
den [nur] zusehenden, sprachlosen Vater (Akk.)
jagāma mātuḥ sakāśam
ging (3.Sg.Perf.) in die Nähe der Mutter (Gen. + Akk.)
Sunīti hob das Kind, das schwer atmete und dessen Lippen zitterten, auf ihren Schoß; und als sie aus dem Mund der Stadtbewohner alles vernommen hatte, was von der Nebenfrau gesprochen worden war, wurde sie zutiefst erschüttert.
Wort für Wort
tam niḥśvasantam
ihn, schwer atmend (Akk., Ppr.)
sphurita-adhara-oṣṭham
dessen Lippen zitterten (Akk.)
sunītiḥ
Sunīti (Nom.)
utsaṅge udūhya bālam
hob das Kind (Akk.) auf den Schoß (Lok.); Absolutiv
niśamya
vernommen habend (Absolutiv)
tat-paura-mukhāt nitāntam
aus dem Mund jener Stadtbewohner (Abl.) gänzlich (Adv.)
sā vivyathe
sie wurde erschüttert (3.Sg.Perf.Med.)
yat gaditam sapatnyā
was von der Nebenfrau (Instr.) gesprochen worden war (Nom./Akk., PPP)
Sie, die junge Frau, gab ihre Fassung auf und klagte, wie eine vom Waldbrand des Kummers versengte Schlingpflanze; sich der Worte ihrer Nebenfrau erinnernd, brachte sie mit lotosgleich schönem, tränenerfülltem Blick eine von Tränen erstickte Stimme hervor.
Wort für Wort
sā utsṛjya dhairyam
sie, die Fassung (Akk.) aufgebend (Absolutiv)
vilalāpa
klagte (3.Sg.Perf.)
śoka-dāva-agninā
durch das Feuer (Instr.) des Kummer-Waldbrands
dāva-latā iva bālā
wie eine [versengte] Schlingpflanze (Nom.), die junge Frau (Nom.)
vākyam sapatnyāḥ smaratī
sich der Worte (Akk.) der Nebenfrau (Gen.) erinnernd (Nom.Ptz.)
saroja-śriyā dṛśā
mit lotosgleicher Schönheit (Instr.), mit dem Blick (Instr.)
bāṣpa-kalām uvāha
brachte eine tränenerstickte [Stimme] (Akk.) hervor (3.Sg.Perf.)
Schwer seufzend, kein Ende ihres Kummers erblickend, sprach die junge Frau zum Kind: 'Wünsche keinem anderen Unheil, mein Kind; denn wer anderen Leid zufügt, erleidet selbst das, was er ihnen zufügt.'
Wort für Wort
dīrgham śvasantī
lang/schwer seufzend (Nom.Ptz.)
vṛjinasya pāram apaśyatī
das Ende (Akk.) der Notlage (Gen.) nicht sehend (Nom.Ptz.)
bālakam āha bālā
die junge Frau (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.) zum Kind (Akk.)
mā amaṅgalam
nicht Unheil (Akk.)
tāta pareṣu maṁsthāḥ
mein Kind (Vok.), gegen andere (Lok.) sollst du wünschen (2.Sg.Inj.)
bhuṅkte janaḥ
es erleidet der Mensch (3.Sg.Präs.Med., Nom.)
yat para-duḥkha-daḥ tat
was der Leidzufüger (Nom.) [den anderen zufügt], eben das (Akk.)
satyaṁ surucyābhihitaṁ bhavān me
yad durbhagāyā udare gṛhītaḥ
stanyena vṛddhaś ca vilajjate yāṁ
bhāryeti vā voḍhum iḍaspatir mām
Wahr ist, was Suruci gesagt hat: Du wurdest im Leib von mir, der Unglücklichen, empfangen und bist an [meiner] Muttermilch aufgewachsen – von mir, deren sich der Herr der Erde schämt, mich als Gattin anzuerkennen.
Wort für Wort
satyam surucyā abhihitam
wahr [ist], was von Suruci (Instr.) gesagt wurde (Nom.PPP)
bhavān me
du, meiner (Gen.)
yat durbhagāyāḥ udare gṛhītaḥ
dass du im Leib (Lok.) der Unglücklichen (Gen.) empfangen wurdest (Nom.PPP)
stanyena vṛddhaḥ ca
und mit Muttermilch (Instr.) aufgewachsen (Nom.)
vilajjate
er schämt sich (3.Sg.Präs.Med.)
yām bhāryā iti vā voḍhum
mich (Akk., als 'yām'), als Gattin anzuerkennen (Inf.)
ātiṣṭha tat tāta vimatsaras tvam
uktaṁ samātrāpi yad avyalīkam
ārādhayādhokṣaja-pāda-padmaṁ
yadīcchase 'dhyāsanam uttamo yathā
Vollziehe also, mein Kind, ohne Neid, das, was auch deine Stiefmutter gesagt hat, denn es ist wahr: Verehre die Lotosfüße des Transzendenten, wenn du wünschst, wie Uttama einen [ebenbürtigen] Sitz zu erlangen.
Wort für Wort
ātiṣṭha tat
vollziehe (Imp.) das (Akk.)
tāta vimatsaraḥ tvam
mein Kind (Vok.), frei von Neid (Nom.) du
uktam sa-mātrā api
gesagt (Akk./Nom.) auch von der Stiefmutter (Instr.)
yasyāṅghri-padmaṁ paricarya viśva-
vibhāvanāyātta-guṇābhipatteḥ
ajo 'dhyatiṣṭhat khalu pārameṣṭhyaṁ
padaṁ jitātma-śvasanābhivandyam
Nachdem Brahmā, der Ungeborene, die Lotosfüße dessen verehrt und dadurch die zur Erschaffung des Universums nötigen Eigenschaften erlangt hatte, bestieg er wahrlich die höchste Stellung, die von jenen verehrt wird, die Geist und Lebensatem gemeistert haben.
Wort für Wort
yasya aṅghri-padmam paricarya
dessen Lotosfuß (Akk.) verehrt habend (Absolutiv)
viśva-vibhāvanāya
zur Erschaffung des Universums (Dat.)
ātta-guṇa-abhipatteḥ
der die [nötigen] Eigenschaften erlangt hat (Gen.)
ajaḥ adhyatiṣṭhat khalu
der Ungeborene [Brahmā] bestieg wahrlich (3.Sg.Impf.)
pārameṣṭhyam padam
die höchste Stellung (Akk.)
jita-ātma-śvasana-abhivandyam
die von den Geist-und-Atem-Bezwingern verehrt wird (Akk.)
Ebenso hat euer verehrungswürdiger Großvater Manu, nachdem er Ihn mit ungeteiltem Sinn durch Opfer mit reichen Gaben verehrt hatte, das erlangt, was anderweitig schwer zu erreichen ist: irdisches, himmlisches sowie das Glück der Erlösung.
Wort für Wort
tathā manuḥ vaḥ bhagavān pitāmahaḥ
ebenso euer (Gen.Pl.) verehrungswürdiger Großvater Manu (Nom.)
yam eka-matyā
den (Akk.) mit ungeteiltem Sinn (Instr.)
puru-dakṣiṇaiḥ makhaiḥ iṣṭvā
durch Opfer (Instr.) mit reichen Gaben (Instr.) verehrt habend (Absolutiv)
abhipede duravāpam anyataḥ
erlangte (3.Sg.Perf.Med.) das anderweitig (Adv.) schwer erreichbare (Akk.)
bhaumam sukham divyam atha āpavargyam
irdisches, himmlisches und das Glück der Erlösung (Akk.)
tam eva vatsāśraya bhṛtya-vatsalaṁ
mumukṣubhir mṛgya-padābja-paddhatim
ananya-bhāve nija-dharma-bhāvite
manasy avasthāpya bhajasva pūruṣam
Nimm Zuflucht zu eben Ihm, mein Kind, der seinen Dienern liebevoll zugetan ist und dessen Lotosfuß-Pfad von denen gesucht wird, die Befreiung begehren; verehre die Höchste Person, indem du deinen Geist, der von ungeteilter, in der eigenen [wesenhaften] Pflicht gegründeter Hingabe erfüllt ist, [auf Ihn] gefestigt hältst.
Wort für Wort
tam eva vatsa āśraya
eben Ihn, mein Kind, nimm Zuflucht zu (Imp.)
bhṛtya-vatsalam
der seinen Dienern zugetan ist (Akk.)
mumukṣubhiḥ mṛgya-pada-abja-paddhatim
dessen Lotosfuß-Pfad von den Befreiung-Suchenden (Instr.) gesucht wird (Akk.)
ananya-bhāve nija-dharma-bhāvite
in ungeteilter, von eigener Pflicht durchdrungener Gestimmtheit (Lok.)
nānyaṁ tataḥ padma-palāśa-locanād
duḥkha-cchidaṁ te mṛgayāmi kañcana
yo mṛgyate hasta-gṛhīta-padmayā
śriyetarair aṅga vimṛgyamāṇayā
Außer Ihm, dem Lotosblatt-Äugigen, suche ich für dich, mein Lieber, keinen anderen, der das Leid durchtrennt – Ihn, den sogar die Glücksgöttin sucht, die selbst, einen Lotos in der Hand haltend, von anderen gesucht wird.
Wort für Wort
na anyam tataḥ padma-palāśa-locanāt
keinen anderen (Akk.) als Ihn, den Lotosblatt-Äugigen (Abl.)
duḥkha-cchidam te
der das Leid durchtrennt (Akk.), für dich (Dat.)
mṛgayāmi kañcana
suche ich (1.Sg.Präs.) irgendeinen (Akk.)
yaḥ mṛgyate
der (Nom.) gesucht wird (3.Sg.Präs.Pass.)
hasta-gṛhīta-padmayā śriyā
von der Glücksgöttin (Instr.), die einen Lotos in der Hand hält
itaraiḥ aṅga vimṛgyamāṇayā
mein Lieber (Vok.), die von anderen (Instr.) [selbst] gesucht wird (Instr.Ptz.Pass.)
Maitreya sprach: Nachdem er so die sinnvolle Rede seiner Mutter vernommen hatte, festigte er sich selbst durch seinen eigenen Geist und trat aus der Stadt seines Vaters hinaus.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
evam sañjalpitam mātuḥ vacaḥ
so gesprochene Rede (Akk.) der Mutter (Gen.)
ākarṇya artha-āgamam
vernommen habend (Absolutiv) die sinnvolle/zielführende (Akk.)
sanniyamya ātmanā ātmānam
durch den [eigenen] Geist (Instr.) sich selbst (Akk.) beherrscht/gefestigt habend (Absolutiv)
Ach, welch Kraft besitzen die Kṣatriyas, die eine Kränkung ihrer Ehre nicht ertragen! Selbst als Kind noch trägt dieser die unpassenden Worte seiner Stiefmutter im Herzen.
Wort für Wort
aho tejaḥ kṣatriyāṇām
ach, welch Kraft (Nom.) der Kṣatriyas (Gen.)
māna-bhaṅgam amṛṣyatām
die eine Kränkung der Ehre (Akk.) nicht ertragen (Gen.Pl., 'derer, die nicht ertragen')
bālaḥ api ayam
selbst als Kind dieser (Nom.)
hṛdā dhatte
trägt im Herzen (Instr., 3.Sg.Präs.Med.)
yat samātuḥ asat-vacaḥ
die unpassenden Worte (Akk.) der Stiefmutter (Gen.)
Nārada sprach: Weder eine Kränkung noch eine Ehrerweisung dir gegenüber, mein Söhnchen, bemerken wir jetzt bei einem Knaben, der doch sonst an Spiel und dergleichen hängt.
Wort für Wort
nāradaḥ uvāca
Nārada sprach
na adhunā api avamānam te
nicht einmal jetzt eine Kränkung (Akk.) dir (Gen.) gegenüber
sammānam vā api putraka
oder auch eine Ehrerweisung (Akk.), mein Söhnchen (Vok.)
vikalpe vidyamāne 'pi
na hy asantoṣa-hetavaḥ
puṁso moham ṛte bhinnā
yal loke nija-karmabhiḥ
Auch wenn Verschiedenheit im Los der Menschen besteht, sind – abgesehen von Verblendung – die durch das eigene Karma in der Welt entstandenen Unterschiede keine wahren Gründe für die Unzufriedenheit eines Menschen.
Wort für Wort
vikalpe vidyamāne api
auch wenn Verschiedenheit besteht (Lok.abs.)
na hi asantoṣa-hetavaḥ
gewiss nicht die Gründe der Unzufriedenheit (Nom.Pl.)
puṁsaḥ
eines Menschen (Gen.)
moham ṛte
abgesehen von Verblendung (Akk. + Präp.)
bhinnāḥ yat loke
die verschiedenen [Dinge], die in der Welt (Lok.) [entstehen]
Daher, mein Kind, sollte ein Mensch sich mit so viel zufriedengeben, wie ihm vom Schicksal zugeteilt wird, sofern er als Weiser das Walten des Herrn erkennt.
Wort für Wort
parituṣyet tataḥ tāta
daher sollte er sich zufriedengeben (Opt.), mein Kind (Vok.)
tāvat-mātreṇa pūruṣaḥ
ein Mensch (Nom.) mit so viel (Instr.)
daiva-upasāditam yāvat
wie [viel] ihm vom Schicksal zugeteilt wird (Akk.)
vīkṣya īśvara-gatim
erkannt habend (Absolutiv) das Walten des Herrn (Akk.)
atha mātropadiṣṭena
yogenāvarurutsasi
yat-prasādaṁ sa vai puṁsāṁ
durārādhyo mato mama
Nun begehrst du dich mittels der von deiner Mutter gelehrten Yoga-Methode zu Ihm zu erheben; doch Er, dessen Gnade zu erlangen ist, gilt meiner Meinung nach als schwer erreichbar für die Menschen.
Wort für Wort
atha mātrā upadiṣṭena yogena
nun mittels der von der Mutter gelehrten Methode (Instr.)
avarurutsasi
du begehrst dich zu erheben (2.Sg.Präs.Desid.)
yat-prasādam saḥ
dessen Gnade (Akk.), Er (Nom.)
vai puṁsām durārādhyaḥ
gewiss für die Menschen (Gen.Pl.) schwer zu verehren (Nom.)
munayaḥ padavīṁ yasya
niḥsaṅgenoru-janmabhiḥ
na vidur mṛgayanto 'pi
tīvra-yoga-samādhinā
Selbst die Weisen kennen dessen Pfad nicht, obwohl sie ihn, durch Loslösung über viele Geburten hinweg gereift, mittels intensiver Yoga-Versenkung suchen.
Wort für Wort
munayaḥ padavīm yasya
die Weisen (Nom.) den Pfad (Akk.) dessen
niḥsaṅgena uru-janmabhiḥ
durch Loslösung (Instr.), über viele Geburten (Instr.)
Daher soll dieser dein fruchtloser Entschluss aufgegeben werden; du magst es [erneut] versuchen, wenn zur rechten Zeit die reife Gelegenheit für dein Heil eintritt.
Wort für Wort
ataḥ nivartatām
daher soll aufgegeben werden (Imp.Pass.)
eṣaḥ nirbandhaḥ tava niṣphalaḥ
dieser fruchtlose (Nom.) Entschluss (Nom.) dein (Gen.)
yatiṣyati bhavān kāle
du (Nom.) wirst versuchen (3.Sg.Fut., höfl. für 2.P.) zur Zeit (Lok.)
śreyasām samupasthite
wenn [die Gelegenheit] des Heils (Gen.) eingetreten ist (Lok.abs.)
yasya yad daiva-vihitaṁ
sa tena sukha-duḥkhayoḥ
ātmānaṁ toṣayan dehī
tamasaḥ pāram ṛcchati
Wer immer sich mit dem, was ihm vom Schicksal bestimmt ist, in Glück und Leid zufriedenstellt, ein solcher Verkörperter erreicht das jenseitige Ufer der Dunkelheit.
Wort für Wort
yasya yat daiva-vihitam
wem was auch immer vom Schicksal bestimmt ist (Nom.)
saḥ tena
dieser, durch das (Instr.)
sukha-duḥkhayoḥ
in Glück und Leid (Lok.Dual)
ātmānam toṣayan
sich selbst zufriedenstellend (Akk. + Nom.Ptz.)
dehī
der Verkörperte (Nom.)
tamasaḥ pāram ṛcchati
erreicht das jenseitige Ufer (Akk.) der Dunkelheit (Gen.); 3.Sg.Präs.
Man sollte von den höher Qualifizierten Freude zu gewinnen suchen, Mitleid gegenüber dem geringer Qualifizierten empfinden und Freundschaft mit dem Gleichgestellten erstreben; so wird man nicht von Leiden überwältigt.
Wort für Wort
guṇa-adhikāt mudam lipset
von dem höher Qualifizierten (Abl.) sollte man Freude (Akk.) zu gewinnen suchen (Opt.Desid.)
anukrośam guṇa-adhamāt
Mitleid (Akk.) gegenüber dem geringer Qualifizierten (Abl.)
maitrīm samānāt anviccheṭ
Freundschaft (Akk.) mit dem Gleichgestellten (Abl.) sollte man erstreben (Opt.)
na tāpaiḥ abhibhūyate
nicht wird man von Leiden (Instr.) überwältigt (3.Sg.Präs.Pass.)
dhruva uvāca
so 'yaṁ śamo bhagavatā
sukha-duḥkha-hatātmanām
darśitaḥ kṛpayā puṁsāṁ
durdarśo 'smad-vidhais tu yaḥ
Dhruva sprach: Diese Gleichmut, die für Menschen wie uns, deren Herz von Glück und Leid überwältigt ist, gewöhnlich schwer zu erschauen ist, wurde mir von Euch aus Mitleid gezeigt.
Wort für Wort
dhruvaḥ uvāca
Dhruva sprach
saḥ ayam śamaḥ
eben diese Gleichmut (Nom.)
bhagavatā darśitaḥ kṛpayā
von Euch (Instr.) gezeigt (Nom.PPP) aus Mitleid (Instr.)
sukha-duḥkha-hata-ātmanām puṁsām
der Menschen (Gen.Pl.), deren Selbst von Glück und Leid überwältigt ist
athāpi me 'vinītasya
kṣāttraṁ ghoram upeyuṣaḥ
surucyā durvaco-bāṇair
na bhinne śrayate hṛdi
Dennoch weilt sie nicht in meinem Herzen, das, da ich unerzogen bin und den schrecklichen Kṣatriya-Geist angenommen habe, von den Pfeilen der harschen Worte Surucis durchbohrt ist.
Wort für Wort
atha api me avinītasya
dennoch, meinem, des Unerzogenen (Gen.)
kṣāttram ghoram upeyuṣaḥ
der den schrecklichen Kṣatriya-Geist (Akk.) angenommen hat (Gen.Ptz.Perf.)
surucyā durvacaḥ-bāṇaiḥ
durch die Pfeile (Instr.) der harschen Worte (Gen.) Surucis (Gen.)
na bhinne śrayate hṛdi
weilt nicht (3.Sg.Präs.Med.) im durchbohrten Herzen (Lok.)
Nenne mir, o Brahmane, den rechten Weg zu jener über die drei Welten erhabenen Stellung, die weder von unseren Vorvätern noch von anderen jemals eingenommen wurde, da ich danach zu streben begehre.
Wort für Wort
padam tri-bhuvana-utkṛṣṭam
die über die drei Welten (Akk.) erhabene Stellung (Akk.)
jigīṣoḥ sādhu vartma me
für mich, der ich [danach] zu streben begehre (Gen.Ptz.Desid.), den rechten Weg (Akk.) mir (Dat.)
brūhi asmat-pitṛbhiḥ brahman
sage, o Brahmane (Vok.), von unseren Vorvätern (Instr.)
anyaiḥ api anadhiṣṭhitam
auch von anderen (Instr.) nicht eingenommen (Akk.PPP)
Gewiss bist du, der du der leibliche Sohn des verehrungswürdigen Brahmā bist, derjenige, der, seine Vīṇā spielend, zum Wohl der Welt umherwandert wie die Sonne.
Wort für Wort
nūnam bhavān
gewiss du (Nom.)
bhagavataḥ parameṣṭhinaḥ yaḥ aṅgajaḥ
der leibliche Sohn (Nom.) des verehrungswürdigen Brahmā (Gen.)
vitudan vīṇām aṭate
spielend (Ppr.) die Vīṇā (Akk.) wanderst du umher (2./3.Sg.Präs.)
hitāya jagataḥ arka-vat
zum Wohl (Dat.) der Welt (Gen.), wie die Sonne (Adv.)
nārada uvāca
jananyābhihitaḥ panthāḥ
sa vai niḥśreyasasya te
bhagavān vāsudevas taṁ
bhaja taṁ pravaṇātmanā
Nārada sprach: Der von deiner Mutter genannte Pfad ist wahrlich der zum höchsten Heil für dich; verehre daher den verehrungswürdigen Vāsudeva, Ihn, mit geneigtem [hingegebenem] Sinn.
Wort für Wort
nāradaḥ uvāca
Nārada sprach
jananyā abhihitaḥ panthāḥ
der von der Mutter (Instr.) genannte Pfad (Nom.)
saḥ vai niḥśreyasasya te
dieser ist gewiss der des höchsten Heils (Gen.) für dich (Dat.)
dharmārtha-kāma-mokṣākhyaṁ
ya icchec chreya ātmanaḥ
ekaṁ hy eva hares tatra
kāraṇaṁ pāda-sevanam
Wer immer das als Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa benannte Heil der Seele begehrt – dafür ist einzig und allein der Dienst an den Füßen Haris die Ursache.
Wort für Wort
dharma-artha-kāma-mokṣa-ākhyam
das als Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa benannte (Akk.)
yaḥ icchet śreyaḥ ātmanaḥ
wer immer das Heil (Akk.) der Seele (Gen.) begehrte (Opt.)
ekam hi eva hareḥ tatra kāraṇam
dafür ist einzig und allein die Ursache (Nom.) Haris (Gen.)
Bade dort dreimal täglich im heilvollen Wasser der Kālindī, verrichte die gebührenden [Riten], und weile, nachdem du dir einen Sitz bereitet hast, [in Versenkung].
Wort für Wort
snātvā anusavanam tasmin
dort dreimal täglich gebadet habend (Absolutiv)
kālindyāḥ salile śive
im heilvollen Wasser (Lok.) der Kālindī (Gen.)
kṛtvā ucitāni
verrichtet habend (Absolutiv) die gebührenden [Riten] (Akk.)
nivasan
weilend (Ppr., Nom.)
ātmanaḥ kalpita-āsanaḥ
für sich selbst (Gen.) einen bereiteten Sitz habend (Nom.)
Durch die dreifache Atemkontrolle beseitige allmählich den Schmutz von Lebenshauch, Sinnen und Geist, und meditiere dann mit gefestigtem, gesammeltem Geist über den höchsten Lehrer.
Wort für Wort
prāṇāyāmena tri-vṛtā
durch die dreifache (Instr.) Atemkontrolle (Instr.)
prāṇa-indriya-manaḥ-malam
den Schmutz (Akk.) von Lebenshauch, Sinnen und Geist
śanaiḥ vyudasya
allmählich (Adv.) beseitigt habend (Absolutiv)
abhidhyāyet
er sollte meditieren (Opt.)
manasā guruṇā gurum
mit gefestigtem/gewichtigem Geist (Instr.) über den höchsten Lehrer (Akk.)
[Meditiere über Ihn, der] stets zur Gnade geneigt ist, dessen Antlitz und Augen heiter sind, der eine schöne Nase, schöne Augenbrauen, liebliche Wangen besitzt und von göttlicher Schönheit ist.
[Über Ihn, der] jugendlich ist und dessen Glieder anmutig sind, dessen Lippen, Augen und Unterlippe rötlich wie die Morgenröte sind, der den sich Ergebenden Zuflucht gewährt, wohltätig, zufluchtswürdig und ein Ozean des Mitgefühls ist.
Wort für Wort
taruṇam ramaṇīya-aṅgam
jugendlich, mit anmutigen Gliedern (Akk.)
aruṇa-oṣṭha-īkṣaṇa-adharam
mit rötlichen Lippen, Augen und Unterlippe (Akk.)
praṇata-āśrayaṇam nṛmṇam
der den Ergebenen Zuflucht gewährt, wohltätig (Akk.)
[Über] die Höchste Person, gekennzeichnet mit dem Śrīvatsa-Zeichen, von dichter, dunkler Farbe, einen Waldblumenkranz tragend, deren vier Arme durch Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos kenntlich gemacht sind.
Wort für Wort
śrīvatsa-aṅkam ghana-śyāmam
mit dem Śrīvatsa-Zeichen versehen, dicht-dunkel (Akk.)
puruṣam vana-mālinam
die Höchste Person, einen Waldblumenkranz tragend (Akk.)
śaṅkha-cakra-gadā-padmaiḥ
durch Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotos (Instr.)
[Über Ihn, der] eine Krone und Ohrringe trägt, mit Armreifen und Armbändern geschmückt ist, dessen Hals mit dem Kaustubha-Juwel geziert ist, und der in gelbe Seidengewänder gekleidet ist.
Wort für Wort
kirīṭinam kuṇḍalinam
mit Krone, mit Ohrringen (Akk.)
keyūra-valaya-anvitam
mit Armreifen und Armbändern versehen (Akk.)
kaustubha-ābharaṇa-grīvam
dessen Hals mit dem Kaustubha-Juwel geziert ist (Akk.)
[Über Ihn, dessen Hüfte] von einem Gürtelband kleiner Glöckchen umgeben ist, dessen Füße mit glänzenden goldenen Fußspangen geschmückt sind, überaus anzuschauen, friedvoll, der Geist und Auge erfreut.
Wort für Wort
kāñcī-kalāpa-paryastam
von einem Gürtelband kleiner Glöckchen umgeben (Akk.)
[Über Ihn, der] mit den beiden Füßen, die durch die Reihe juwelengleicher Zehennägel erstrahlen und von den Ihn Verehrenden verehrt werden, die Stätte der Herzens-Lotosblüte betreten hat und so im Selbst weilt.
Wort für Wort
padbhyām nakha-maṇi-śreṇyā vilasadbhyām
mit den beiden Füßen (Instr.), die durch die Reihe (Instr.) juwelengleicher Nägel erstrahlen (Instr.Ptz.)
samarcatām
der [Ihn] Verehrenden (Gen.Pl.)
hṛt-padma-karṇikā-dhiṣṇyam ākramya
die Stätte der Herzens-Lotosblüte (Akk.) betreten habend (Absolutiv)
Man sollte über den Lächelnden meditieren, dessen Blick voller Liebe ist, über Ihn, den besten der Gewährer von Segnungen, mit geregeltem, geeintem Geist.
Wort für Wort
smayamānam abhidhyāyet
über den Lächelnden (Akk.) sollte man meditieren (Opt.)
So kehrt der Geist dessen, der über die höchst verheißungsvolle Gestalt des Herrn meditiert, sogleich mit höchster [transzendentaler] Freude erfüllt, nicht mehr zurück.
Wort für Wort
evam bhagavataḥ rūpam subhadram
so über die höchst verheißungsvolle (Akk.) Gestalt (Akk.) des Herrn (Gen.)
dhyāyataḥ manaḥ
der Geist (Nom.) dessen, der meditiert (Gen.Ptz.)
nirvṛtyā parayā tūrṇam
mit höchster [transzendentaler] Freude (Instr.) sogleich (Adv.)
'Oṁ, Verehrung dem verehrungswürdigen Vāsudeva.' Mit diesem Mantra soll der Weise, kundig der Einteilung nach Ort und Zeit, dem Herrn die aus [materiellen] Gegenständen bestehende Verehrung mit mannigfaltigen Dingen darbringen.
Wort für Wort
oṁ namaḥ bhagavate vāsudevāya
Oṁ, Verehrung (Nom.) dem verehrungswürdigen Vāsudeva (Dat.)
mantreṇa anena devasya
mit diesem Mantra (Instr.), des Herrn (Gen.)
kuryāt dravyamayīm budhaḥ
soll darbringen (Opt.) der Weise (Nom.) die aus Gegenständen bestehende (Akk.)
saparyām vividhaiḥ dravyaiḥ
die Verehrung (Akk.) mit mannigfaltigen Dingen (Instr.)
Mit reinem Wasser, mit Waldblumen-Girlanden, mit Wurzeln, Früchten und dergleichen, mit erlesenen Sprossen und Rindenstücken sowie mit dem ihm lieben Tulasī[-Blatt] soll man den Herrn verehren.
Wort für Wort
salilaiḥ śucibhiḥ mālyaiḥ vanyaiḥ
mit reinem Wasser, mit Waldblumen-Girlanden (Instr.)
mūla-phala-ādibhiḥ
mit Wurzeln, Früchten und dergleichen (Instr.)
śasta-aṅkura-aṁśukaiḥ ca
und mit erlesenen Sprossen und Rindenstücken (Instr.)
arcet tulasyā priyayā prabhum
soll verehren (Opt.) mit dem lieben (Instr.) Tulasī[-Blatt] (Instr.) den Herrn (Akk.)
Hat man noch keine geeignete materielle Bildgestalt erlangt, so verehre man den Herrn in Erde, Wasser und dergleichen – als beherrschter, friedvoller Weiser, der seine Rede zügelt und sich mäßig von Waldkost nährt.
Wort für Wort
labdhvā dravyamayīm arcām
erlangt habend (Absolutiv) eine materielle Bildgestalt (Akk.)
kṣiti-ambu-ādiṣu vā arcayet
oder in Erde, Wasser und dergleichen (Lok.) soll man verehren (Opt.)
ābhṛta-ātmā muniḥ śāntaḥ
als beherrschter (Nom.) friedvoller Weiser (Nom.)
yata-vāk mita-vanya-bhuk
dessen Rede gezügelt ist, der sich mäßig von Waldkost nährt (Nom.)
'labdhvā ... vā arcayet' im Sinn einer Alternative: fehlt eine Bildgestalt (arcā), verehre man in den Elementen [?].
svecchāvatāra-caritair
acintya-nija-māyayā
kariṣyaty uttamaślokas
tad dhyāyed dhṛdayaṅ-gamam
Über das, was der Herr des erhabenen Lobpreises durch die Taten seiner freiwilligen Inkarnationen mittels seiner unbegreiflichen eigenen Māyā vollbringen wird, soll man als das herzergreifende [Geschehen] meditieren.
Wort für Wort
sva-icchā-avatāra-caritaiḥ
durch die Taten (Instr.) der freiwilligen Inkarnationen
acintya-nija-māyayā
mittels der unbegreiflichen eigenen Māyā (Instr.)
kariṣyati uttama-ślokaḥ
was vollbringen wird (3.Sg.Fut.) der Herr des erhabenen Lobpreises (Nom.)
tat dhyāyet hṛdayam-gamam
über das (Akk.) soll man meditieren (Opt.), das Herzergreifende (Akk.)
paricaryā bhagavato
yāvatyaḥ pūrva-sevitāḥ
tā mantra-hṛdayenaiva
prayuñjyān mantra-mūrtaye
Alle Dienste am Herrn, die zuvor [von den früheren Weisen] geleistet wurden, soll man eben durch das Herz-Mantra dem darbringen, der mit dem Mantra selbst nicht verschieden ist.
Wort für Wort
paricaryāḥ bhagavataḥ
die Dienste (Nom.Pl.) am Herrn (Gen.)
yāvatyaḥ pūrva-sevitāḥ
so viele wie zuvor geleistet wurden (Nom.Pl.)
tāḥ mantra-hṛdayena eva
diese, eben durch das Herz-Mantra (Instr.)
prayuñjyāt mantra-mūrtaye
soll man darbringen (Opt.) dem, der mit dem Mantra nicht verschieden ist (Dat.)
evaṁ kāyena manasā vacasā ca
mano-gatam paricaryamāṇo
bhagavān bhaktimat-paricaryayā
puṁsām amāyināṁ samyag bhajatāṁ
bhāva-vardhanaḥ
śreyo diśaty abhimataṁ
yad dharmādiṣu dehinām
So wird der im Geist gegenwärtige verehrungswürdige Herr durch Körper, Geist und Rede mit hingebungsvollem Dienst verehrt. Und Er, der die [spirituelle] Ekstase mehrt, gewährt den aufrichtigen, vollkommen hingegebenen Menschen jenes ersehnte Heil, das den verkörperten Wesen hinsichtlich Dharma und den übrigen [Lebenszielen] zuteilwird.
Wort für Wort
evam kāyena manasā vacasā ca
so durch Körper, Geist und Rede (Instr.)
manaḥ-gatam paricaryamāṇaḥ
der im Geist gegenwärtige, [so] verehrt werdende (Nom.)
bhagavān bhaktimat-paricaryayā
der verehrungswürdige Herr (Nom.), mit hingebungsvollem Dienst (Instr.)
puṁsām amāyinām samyak bhajatām
der aufrichtigen, vollkommen hingegebenen Menschen (Gen.Pl.)
bhāva-vardhanaḥ
der die [spirituelle] Empfindung/Ekstase mehrt (Nom.)
śreyaḥ diśati abhimatam
das ersehnte Heil (Akk.) gewährt (3.Sg.Präs.)
yat dharma-ādiṣu dehinām
das den verkörperten Wesen (Gen.Pl.) hinsichtlich Dharma und dergleichen (Lok.) [zukommt]
Wer der Sinnenlust entsagt hat, sollte Ihn mit reichlichem Bhakti-Yoga, mit ununterbrochener [innerer] Haltung, unmittelbar zum Zweck der Befreiung verehren.
Wort für Wort
viraktaḥ ca indriya-ratau
und der entsagt hat (Nom.) der Sinnenlust (Lok.)
bhakti-yogena bhūyasā
mit reichlichem (Instr.) Bhakti-Yoga (Instr.)
tam nirantara-bhāvena
Ihn (Akk.), mit ununterbrochener Haltung (Instr.)
bhajeta addhā vimuktaye
sollte verehren (Opt.) unmittelbar (Adv.) zur Befreiung (Dat.)
So angesprochen, umschritt der Königsknabe ihn [Nārada], verneigte sich und begab sich zum heiligen Madhuvana, das von den Fußspuren Haris geheiligt ist.
Wort für Wort
iti uktaḥ
so angesprochen (Nom.PPP)
tam parikramya praṇamya ca
ihn umschritten und sich verneigt habend (Absolutiv)
nṛpa-arbhakaḥ yayau
der Königsknabe (Nom.) ging (3.Sg.Perf.)
madhuvanam puṇyam
zum heiligen Madhuvana (Akk.)
hareḥ caraṇa-carcitam
das von den Fußspuren Haris (Gen.) geheiligt ist (Akk.)
Als jener zum Buß-Wald gegangen war, betrat der Weise Nārada das innere Gemach des Palastes; vom König mit gebührender Ehrerbietung empfangen, sprach er, bequem sitzend, zu ihm.
Wort für Wort
tapaḥ-vanam gate tasmin
als jener zum Buß-Wald (Akk.) gegangen war (Lok.abs.)
praviṣṭaḥ antaḥ-puram muniḥ
der Weise (Nom.) betrat (Nom.PPP) das innere Gemach (Akk.)
arhita-arhaṇakaḥ rājñā
mit gebührender Ehrerbietung empfangen (Nom.) vom König (Instr.)
sukha-āsīnaḥ uvāca tam
bequem sitzend (Nom.) sprach er (3.Sg.Perf.) zu ihm (Akk.)
Nārada sprach: O König, worüber grübelst du so lange, mit ausgetrocknetem Antlitz? Ist etwa dein sinnliches Verlangen zunichtegegangen, oder deine Pflichterfüllung samt Wohlstand?
Wort für Wort
nāradaḥ uvāca
Nārada sprach
rājan kim dhyāyase dīrgham
o König (Vok.), worüber grübelst du (2.Sg.Präs.) so lange (Adv.)
mukhena pariśuṣyatā
mit dem austrocknenden (Instr.Ptz.) Antlitz (Instr.)
kim vā na riṣyate kāmaḥ
ist etwa das Verlangen (Nom.) zunichtegegangen (3.Sg.Präs.Pass.)
dharmaḥ vā arthena saṁyutaḥ
oder die Pflichterfüllung (Nom.) samt (Nom.) dem Wohlstand (Instr.)
rājovāca
suto me bālako brahman
straiṇenākaruṇātmanā
nirvāsitaḥ pañca-varṣaḥ
saha mātrā mahān kaviḥ
Der König sprach: Mein Sohn, o Brahmane, ein fünfjähriger Knabe – ein großer Weiser von Geburt an –, wurde von mir, der ich meiner Frau ergeben und hartherzig bin, samt seiner Mutter verstoßen.
Wort für Wort
rājā uvāca
der König sprach
sutaḥ me bālakaḥ brahman
mein (Gen.) Sohn (Nom.), das Kind (Nom.), o Brahmane (Vok.)
straiṇena akaruṇa-ātmanā
von mir, dem der Frau Ergebenen (Instr.), dem Hartherzigen (Instr.)
nirvāsitaḥ pañca-varṣaḥ
verstoßen (Nom.PPP), fünfjährig (Nom.)
saha mātrā mahān kaviḥ
samt der Mutter (Instr.), ein großer (Nom.) Weiser (Nom.)
Fressen ihn wohl, den schutzlosen Knaben im Wald, o Brahmane, nicht etwa die Wölfe – ihn, den erschöpften, dort liegenden, hungrigen, dessen lotosgleiches Antlitz verwelkt ist?
Wort für Wort
api anātham vane brahman
wohl den schutzlosen (Akk.) im Wald (Lok.), o Brahmane (Vok.)
mā sma adanti arbhakam vṛkāḥ
fressen etwa nicht (Neg. + 3.Pl.Präs.) den Knaben (Akk.) die Wölfe (Nom.)
aho me bata daurātmyaṁ
strī-jitasyopadhāraya
yo 'ṅkaṁ premṇārurukṣantaṁ
nābhyanandam asattamaḥ
Ach, bedenke doch meine Bosheit – ich, der von einer Frau Besiegte –, der ich, der Niederträchtigste, ihn, der aus Liebe auf meinen Schoß zu steigen begehrte, nicht willkommen hieß!
Wort für Wort
aho me bata daurātmyam
ach, meine (Gen.) Bosheit (Akk.) fürwahr
strī-jitasya upadhāraya
bedenke (Imp.) [meine, des] von einer Frau Besiegten (Gen.)
yaḥ aṅkam premṇā ārurukṣantam
ich, der ihn, der aus Liebe (Instr.) auf den Schoß (Akk.) zu steigen begehrte (Akk.Ptz.)
na abhyanandam asattamaḥ
nicht willkommen hieß (1.Sg.Impf.), der Niederträchtigste (Nom.)
Nārada sprach: Betrübe dich nicht, betrübe dich nicht, o Herrscher über die Menschen, um deinen eigenen Sohn, der von den Göttern beschützt wird – dessen Ruhm sich, ohne dass du seine Macht kenntest, bereits über die ganze Welt verbreitet.
Wort für Wort
nāradaḥ uvāca
Nārada sprach
mā mā śucaḥ sva-tanayam
betrübe dich nicht, betrübe dich nicht (Inj.), um den eigenen Sohn (Akk.)
deva-guptam viśāmpate
der von den Göttern beschützt wird (Akk.), o Herrscher der Menschen (Vok.)
tat-prabhāvam avijñāya
dessen Macht (Akk.), ohne [sie] zu kennen (Absolutiv, negiert)
prāvṛṅkte yat-yaśaḥ jagat
dessen Ruhm (Nom.) sich über die Welt (Akk.) verbreitet (3.Sg.Präs.Med.)
Nachdem er eine selbst für die Weltenhüter äußerst schwer auszuführende Tat vollbracht hat, wird er, der Fähige, o König, unverzüglich zurückkehren und dabei deinen Ruhm mehren.
Wort für Wort
su-duṣkaram karma kṛtvā
eine äußerst schwer auszuführende Tat (Akk.) vollbracht habend (Absolutiv)
loka-pālaiḥ api
auch für die Weltenhüter (Instr.)
prabhuḥ aiṣyati aciritaḥ rājan
der Fähige (Nom.) wird kommen (3.Sg.Fut.) unverzüglich (Adv.), o König (Vok.)
Maitreya sprach: Nachdem der Herrscher der Erde dies vom Götterweisen Nārada Gesagte vernommen hatte, achtete er nicht auf den Glanz seines Königreichs, sondern dachte nur an seinen Sohn.
Wort für Wort
maitreyaḥ uvāca
Maitreya sprach
iti devarṣiṇā proktam
dies vom Götterweisen (Instr.) Gesagte (Akk.)
viśrutya jagatī-patiḥ
vernommen habend (Absolutiv) der Herrscher der Erde (Nom.)
tatrābhiṣiktaḥ prayatas
tām upoṣya vibhāvarīm
samāhitaḥ paryacarad
ṛṣy-ādeśena pūruṣam
Dort verehrte Dhruva, nachdem er gebadet und, achtsam, jene Nacht fastend verbracht hatte, gesammelt und der Anweisung des Weisen gemäß, die Höchste Person.
Jeweils am Ende von drei Nächten sich von Kapittha- und Beerenfrüchten nährend, verbrachte er, dem Erfordernis seines Leibes entsprechend, den ersten Monat mit der Verehrung Haris.
Wort für Wort
tri-rātra-ante tri-rātra-ante
jeweils am Ende von drei Nächten (Lok.)
kapittha-badara-aśanaḥ
sich von Kapittha- und Beerenfrüchten nährend (Nom.)
ātma-vṛtti-anusāreṇa
dem Erfordernis des [eigenen] Leibes entsprechend (Instr.)
māsam ninye arcayan harim
verbrachte (3.Sg.Aor.Med.) den Monat (Akk.), Hari (Akk.) verehrend (Ppr.)
dvitīyaṁ ca tathā māsaṁ
ṣaṣṭhe ṣaṣṭhe 'rbhako dine
tṛṇa-parṇādibhiḥ śīrṇaiḥ
kṛtānno 'bhyarcayan vibhum
Ebenso verbrachte der Knabe den zweiten Monat, indem er jeden sechsten Tag mit vertrockneten Gräsern und Blättern und dergleichen seine Nahrung bereitete und so den Allmächtigen verehrte.
Wort für Wort
dvitīyam ca tathā māsam
und ebenso den zweiten Monat (Akk.)
ṣaṣṭhe ṣaṣṭhe arbhakaḥ dine
der Knabe (Nom.) an jedem sechsten Tag (Lok.)
tṛṇa-parṇa-ādibhiḥ śīrṇaiḥ
mit vertrockneten Gräsern, Blättern und dergleichen (Instr.)
kṛta-annaḥ abhyarcayan vibhum
seine Nahrung bereitet habend (Nom.), verehrte er (Ppr.) den Allmächtigen (Akk.)
caturtham api vai māsaṁ
dvādaśe dvādaśe 'hani
vāyu-bhakṣo jita-śvāso
dhyāyan devam adhārayat
Auch den vierten Monat trug er durch, indem er sich an jedem zwölften Tag nur von Luft nährte, den Atem beherrschte und, Ihn meditierend, den Herrn im Geist festhielt.
Wort für Wort
caturtham api vai māsam
auch den vierten Monat (Akk.) gewiss
dvādaśe dvādaśe ahani
an jedem zwölften Tag (Lok.)
vāyu-bhakṣaḥ jita-śvāsaḥ
sich nur von Luft nährend, den Atem beherrschend (Nom.)
dhyāyan devam adhārayat
meditierend (Ppr.) hielt er den Herrn (Akk.) fest (3.Sg.Impf.)
sarvato mana ākṛṣya
hṛdi bhūtendriyāśayam
dhyāyan bhagavato rūpaṁ
nādrākṣīt kiñcanāparam
Nachdem er seinen Geist gänzlich zurückgezogen hatte – die Ruhestätte der Elemente und Sinne im Herzen [gebündelt] –, sah er, über die Gestalt des Herrn meditierend, nichts anderes mehr.
Wort für Wort
sarvataḥ manaḥ ākṛṣya
den Geist (Akk.) gänzlich zurückgezogen habend (Absolutiv)
hṛdi bhūta-indriya-āśayam
die Ruhestätte der Elemente und Sinne (Akk.) im Herzen (Lok.)
dhyāyan bhagavataḥ rūpam
über die Gestalt (Akk.) des Herrn (Gen.) meditierend (Ppr.)
Als er das Brahman – die Grundlage des Mahat und der übrigen [Kategorien], den Herrn über Pradhāna und Puruṣa – in sich festhielt, erzitterten die drei Welten.
Wort für Wort
ādhāram mahat-ādīnām
die Grundlage (Akk.) des Mahat und der übrigen (Gen.)
pradhāna-puruṣa-īśvaram
den Herrn über Pradhāna und Puruṣa (Akk.)
brahma dhārayamāṇasya
während er das Brahman (Akk.) [in sich] festhielt (Gen.Ptz.)
trayaḥ lokāḥ cakampire
die drei (Nom.) Welten (Nom.) erzitterten (3.Pl.Perf.Med.)
Als jener Königsknabe auf einem einzigen Bein dastand, neigte sich, von seinem Großzehen gedrückt, die Erde zur einen Hälfte, gleich einem Boot, das von einem Elefantenfürsten bestiegen wird, bei jedem Schritt abwechselnd nach rechts und links.
Wort für Wort
yadā eka-pādena
als auf einem [einzigen] Bein (Instr.)
saḥ pārthiva-arbhakaḥ tasthau
jener Königsknabe (Nom.) dastand (3.Sg.Perf.)
tat-aṅguṣṭha-nipīḍitā mahī
die von seinem Großzehen gedrückte (Nom.) Erde (Nom.)
nanāma tatra ardham
neigte sich (3.Sg.Perf.) dort zur Hälfte (Akk./Adv.)
ibha-indra-dhiṣṭhitā tarī iva
gleich einem Boot (Nom.), das von einem Elefantenfürsten (Instr.) bestiegen wird (Nom.)
savya-itarataḥ pade pade
abwechselnd nach rechts und links (Adv.) bei jedem Schritt (Lok.)
Während jener [Dhruva], mit ungeteiltem Sinn, die Öffnungen seines eigenen Selbst und den Lebensatem des Weltganzen zurückhaltend, so meditierte, wandten sich die Welten, heftig vom Ausbleiben des Atems bedrängt, samt ihren Weltenhütern schutzsuchend an Hari.
Wort für Wort
tasmin abhidhyāyati
während jener meditierte (Lok.abs.)
viśvam ātmanaḥ dvāram nirudhya
die Öffnungen (Akk.) des eigenen [und des Welt-]Selbst (Gen.) zurückhaltend (Absolutiv)
asum ananyayā dhiyā
den Lebensatem (Akk.), mit ungeteiltem Sinn (Instr.)
lokāḥ nirucchvāsa-nipīḍitāḥ bhṛśam
die Welten (Nom.), heftig vom Ausbleiben des Atems bedrängt (Nom.)
sa-loka-pālāḥ śaraṇam yayuḥ harim
wandten sich samt den Weltenhütern (Nom.) schutzsuchend (Akk.) an Hari (Akk.); 3.Pl.Perf.
devā ūcuḥ
naivaṁ vidāmo bhagavan prāṇa-rodhaṁ
carācarasyākhila-sattva-dhāmnaḥ
vidhehi tan no vṛjinād vimokṣaṁ
prāptā vayaṁ tvāṁ śaraṇaṁ śaraṇyam
Die Götter sprachen: Wir verstehen nicht, o Herr, dieses Anhalten des Lebensatems des Beweglichen und Unbeweglichen, der Stätte alles Seienden. Gewähre uns daher Befreiung von dieser Bedrängnis; wir sind zu dir, dem Zufluchtswürdigen, als Zuflucht gekommen.
Wort für Wort
devāḥ ūcuḥ
die Götter sprachen
na evam vidāmaḥ bhagavan
wir verstehen nicht so, o Herr (Vok.)
prāṇa-rodham cara-acarasya
dieses Anhalten des Atems (Akk.) des Beweglichen und Unbeweglichen (Gen.)
akhila-sattva-dhāmnaḥ
der Stätte alles Seienden (Gen.)
vidhehi tat naḥ vṛjināt vimokṣam
gewähre (Imp.) uns (Dat.) Befreiung (Akk.) von dieser Bedrängnis (Abl.)
prāptāḥ vayam tvām śaraṇam śaraṇyam
gekommen (Nom.) sind wir (Nom.) zu dir (Akk.), als Zuflucht (Akk.), dem Zufluchtswürdigen (Akk.)
Der Erhabene Herr sprach: Fürchtet euch nicht; ich werde den Knaben von seiner schwer zu überwindenden Askese abbringen – kehrt zu euren eigenen Wohnstätten zurück. Denn der Sohn Uttānapādas, dessen Selbst ganz in mir aufgegangen ist, war die Ursache eures angehaltenen Lebensatems.
Wort für Wort
śrī-bhagavān uvāca
der Erhabene Herr sprach
mā bhaiṣṭa
fürchtet euch nicht (Inj.Aor. 2.Pl.)
bālam tapasaḥ duratyayāt
den Knaben (Akk.) von der schwer zu überwindenden (Abl.) Askese (Abl.)
nivartayiṣye
ich werde abbringen (1.Sg.Fut.Med.)
pratiyāta sva-dhāma
kehrt zurück (Imp.) zu euren eigenen Wohnstätten (Akk.)
yataḥ hi vaḥ prāṇa-nirodhaḥ āsīt
denn gewiss war euer (Gen.) Anhalten des Lebensatems (Nom.) [dessentwegen]
auttānapādiḥ mayi saṅgata-ātmā
der Sohn Uttānapādas (Nom.), dessen Selbst in mir (Lok.) aufgegangen ist (Nom.)