tad dṛṣṭvā mithunaṁ jātam
ṛṣayo brahma-vādinaḥ
ūcuḥ parama-santuṣṭā
viditvā bhagavat-kalām
Als die im Veda/Brahman kundigen Weisen dieses geborene Paar gesehen hatten, sprachen sie, höchst erfreut, da sie [darin] eine Teilportion des Herrn erkannt hatten:
Wort für Wort
tat
das (Akk. Sg. n.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
mithunam
Paar (Akk. Sg. n.)
jātam
geboren, entstanden (Akk. Sg. n., Part.Perf.Pass.)
ṛṣayaḥ
die Weisen (Nom. Pl. m.)
brahma-vādinaḥ
die im Veda/Brahman Kundigen (Nom. Pl. m., Kompositum)
ūcuḥ
sie sprachen (3. Pl. Perf. Akt. von vac)
parama-santuṣṭāḥ
höchst zufrieden (Nom. Pl. m., Kompositum)
viditvā
erkannt habend (Absolutiv)
bhagavat-kalām
eine Teilportion des Herrn (Akk. Sg. f., Kompositum)
Die Weisen sprachen: Dieser [Knabe] ist eine Teilportion des Herrn Viṣṇu, die Behüterin der Welt; und diese [Maid] ist eine Erscheinung der Lakṣmī, unzertrennlich vom [Höchsten] Puruṣa.
Dieser Mann aber wird der erste unter den Königen sein, der seinen Ruhm ausbreitet; er wird als Großkönig mit Namen Pṛthu, von weitreichendem Ruhme, erscheinen.
Wort für Wort
ayam
dieser (Nom. Sg. m.)
tu
aber (Partikel)
prathamaḥ
der erste (Nom. Sg. m.)
rājñām
der Könige (Gen. Pl. m.)
pumān
der Mann (Nom. Sg. m.)
prathayitā
der ausbreiten wird (Nom. Sg. m., Nomen agentis auf -tṛ)
iyaṁ ca sudatī devī
guṇa-bhūṣaṇa-bhūṣaṇā
arcir nāma varārohā
pṛthum evāvarundhatī
Und diese schöngezähnte Herrin, die durch ihre [guten] Eigenschaften noch den Schmuck schmückt, mit Namen Arci, von schönem Wuchs, wird sich einzig an Pṛthu binden.
Wort für Wort
iyam
diese (Nom. Sg. f.)
ca
und
su-datī
die schöne Zähne hat (Nom. Sg. f., Bahuvrihi)
devī
die Herrin, Göttin (Nom. Sg. f.)
guṇa-bhūṣaṇa-bhūṣaṇā
die durch [ihre] Tugenden den Schmuck schmückt (Nom. Sg. f., Kompositum)
arciḥ nāma
"Arci" mit Namen (Nom. Sg. f. + Adv.)
vara-ārohā
von schönem Wuchs (Nom. Sg. f., Bahuvrihi)
pṛthum
den Pṛthu (Akk. Sg. m.)
eva
einzig, gewiss (Partikel)
avarundhatī
die sich anschließt/gewinnt (Nom. Sg. f., Präs.Part.Akt. von ava-rudh)
eṣa sākṣāddharer aṁśo
jāto loka-rirakṣayā
iyaṁ ca tat-parā hi śrīr
anujajñe 'napāyinī
Dieser ist unmittelbar ein Anteil Haris, geboren aus dem Wunsch, die Welt zu beschützen; und diese, ihm ganz ergebene, ist fürwahr die unzertrennliche Śrī, die mit ihm zugleich geboren wurde.
Wort für Wort
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
sākṣāt
unmittelbar, direkt (Adv.)
hareḥ
Haris (Gen. Sg. m.)
aṁśaḥ
ein Anteil (Nom. Sg. m.)
jātaḥ
geboren (Nom. Sg. m., Part.Perf.Pass.)
loka-rirakṣayā
aus dem Wunsch, die Welt zu beschützen (Instr. Sg. f., Desiderativabstraktum)
Maitreya sprach: Die Brahmanen priesen ihn, die Besten der Gandharvas sangen, sie ließen Blütenströme herabregnen; die Siddhas [waren zugegen], die Himmelsfrauen tanzten.
Wort für Wort
maitreyaḥ
Maitreya (Nom. Sg. m.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf. Akt.)
praśaṁsanti sma
sie priesen (Historisches Präsens mit sma)
tam
ihn (Akk. Sg. m.)
viprāḥ
die Brahmanen (Nom. Pl. m.)
gandharva-pravarāḥ
die Besten der Gandharvas (Nom. Pl. m., Kompositum)
brahmā jagad-gurur devaiḥ
sahāsṛtya sureśvaraiḥ
vainyasya dakṣiṇe haste
dṛṣṭvā cihnaṁ gadābhṛtaḥ
pādayor aravindaṁ ca
taṁ vai mene hareḥ kalām
yasyāpratihataṁ cakram
aṁśaḥ sa parameṣṭhinaḥ
Brahmā, der Lehrmeister der Welt, kam mit den Göttern und den Herrschern der Götter herbei; als er an der rechten Hand des Sohnes der Vena das Zeichen dessen, der die Keule trägt, und an dessen beiden Füßen die Lotusblume erblickte, erkannte er ihn fürwahr als eine Teilportion Haris - er sei ein Anteil jenes Höchsten, dessen Diskus unbezwingbar ist.
Wort für Wort
brahmā
Brahmā (Nom. Sg. m.)
jagat-guruḥ
der Lehrmeister der Welt (Nom. Sg. m., Kompositum, Apposition)
devaiḥ
mit den Göttern (Instr. Pl. m.)
saha
zusammen mit (Postposition)
āsṛtya
herbeigekommen seiend (Absolutiv von ā-sṛ)
sura-īśvaraiḥ
mit den Herrschern der Götter (Instr. Pl. m., Kompositum)
vainyasya
des Sohnes der Vena (Gen. Sg. m.)
dakṣiṇe haste
an der rechten Hand (Lok. Sg. m.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
cihnam
das Zeichen (Akk. Sg. n.)
gadā-bhṛtaḥ
dessen, der die Keule trägt (Gen. Sg. m., Kompositum)
Kubera, der Schätzegeber, brachte ihm einen goldenen, erlesenen Thronsitz dar, o Held [Vidura]; Varuṇa [brachte] einen wasserträufelnden, mondgleich glänzenden Sonnenschirm.
Vāyu [brachte] die beiden Haarwedel, Dharma einen ruhmvollen Blumenkranz, Indra ein vorzügliches Diadem, Yama einen Herrscherstab, der zur Bezähmung [der Welt] dient.
Brahmā [brachte] eine aus [Veda-]Wissen bestehende Rüstung, Bhāratī eine vortreffliche Halskette, Hari den Sudarśana-Diskus, dessen Gattin [Lakṣmī] ungeschmälerten Glanz.
Wort für Wort
brahmā
Brahmā (Nom. Sg. m.)
brahma-mayam
aus [Veda-]Wissen bestehend (Akk. Sg. n., Kompositum)
Rudra [brachte] ein mit zehn Mondzeichen verziertes Schwert, ebenso Ambikā [einen Schild] mit hundert Mondzeichen; Soma [brachte] aus Nektar bestehende Pferde, Tvaṣṭṛ einen Wagen von vollendeter Schönheit.
Wort für Wort
daśa-candram
mit zehn Mondzeichen verziert (Akk. Sg. m., Kompositum)
asim
ein Schwert (Akk. Sg. m.)
rudraḥ
Rudra (Nom. Sg. m.)
śata-candram
mit hundert Mondzeichen verziert [Schild, elliptisch] (Akk. Sg. n., Kompositum)
tathā
ebenso (Adv.)
ambikā
Ambikā [Durgā] (Nom. Sg. f.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg. m.)
amṛta-mayān
aus Nektar bestehend (Akk. Pl. m., Kompositum)
aśvān
Pferde (Akk. Pl. m.)
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ [Viśvakarman] (Nom. Sg. m.)
rūpa-āśrayam
von vollendeter Schönheit (Akk. Sg. m., Kompositum)
ratham
einen Wagen (Akk. Sg. m.)
[Anm.: Bei "śata-candram" fehlt im Sanskrit ein ausdrückliches Bezugswort; sinngemäß ergänzt als "[Schild]", da Schwert und Schild traditionell als Geschenkpaar erscheinen [?].]
Agni [brachte] einen aus Ziegen- und Rinderhorn gefertigten Bogen, Sūrya aus Strahlen bestehende Pfeile; die Erde [brachte] zwei mit mystischer Kraft versehene Sandalen, der Himmel Tag für Tag eine Blütengirlande.
Wort für Wort
agniḥ
Agni (Nom. Sg. m.)
āja-gavam
aus Ziegen- und Rinderhorn gemacht (Akk. Sg. m., Kompositum)
Die Himmelswandler [brachten] die Tanzkunst, schönen Gesang, Instrumentalspiel und die Kunst des Verschwindens; die Weisen [brachten] wahrhafte Segenssprüche, der Ozean eine aus ihm selbst entstandene Muschel.
pṛthur uvāca
bhoḥ sūta he māgadha saumya vandil-
loke 'dhunāspaṣṭa-guṇasya me syāt
kim āśrayo me stava eṣa yojyatāṁ
mā mayy abhūvan vitathā giro vaḥ
Pṛthu sprach: O Sūta, o Māgadha, o sanftmütiger Vandī! Da meine Eigenschaften in der Welt jetzt noch unerwiesen sind - worauf gestützt sollte dieser euer Lobpreis auf mich angewandt werden? Mögen eure Worte an mir nicht vergeblich/unwahr sein!
Wort für Wort
pṛthuḥ
Pṛthu (Nom. Sg. m.)
uvāca
sprach (3. Sg. Perf. Akt.)
bhoḥ
o (Interjektion, Vok.)
sūta
o Sūta (Vok. Sg. m.)
he māgadha
o Māgadha (Vok. Sg. m.)
saumya
o Sanftmütiger (Vok. Sg. m.)
vandin
o Lobredner (Vok. Sg. m.)
loke
in der Welt (Lok. Sg. m.)
adhunā
jetzt, gegenwärtig (Adv.)
aspaṣṭa-guṇasya
dessen Eigenschaften unklar sind (Gen. Sg. m., Kompositum)
me
meiner (Gen. Sg.)
syāt
es möge sein (3. Sg. Opt. Akt.)
kim āśrayaḥ
worauf gestützt, aus welchem Grund (Nom. Sg. m. + Frageadv.)
me
mein (Gen. Sg.)
stavaḥ
Lobpreis (Nom. Sg. m.)
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
yojyatām
möge angewendet werden (3. Sg. Pass. Imp.)
mā
nicht, dass nicht (Prohibitivpartikel)
mayi
an mir (Lok. Sg.)
abhūvan
mögen sein/werden (3. Pl. Aorist-Injunktiv von bhū)
vitathāḥ
unwahr, vergeblich (Nom. Pl. f.)
giraḥ
Worte (Nom. Pl. f.)
vaḥ
eure (Gen. Pl.)
[Anm.: Die Quelle zeigt an dieser Stelle die Sandhi-Schreibung "vandiḻ loke" (Verbindung von "vandin" + "loke" mit Nasalierung des auslautenden n vor l); hier vereinfacht als "vandil-loke" wiedergegeben.]
Deshalb möget ihr, o ihr mit lieblicher Stimme, künftig, wenn ihr von meinen [Taten] vernommen habt, hinreichenden Lobpreis darbringen. Denn solange die Besprechung der Eigenschaften des Höchstgepriesenen [Herrn] die [einzig angemessene] Sache ist, lassen die Rechtschaffenen einen Verabscheuungswürdigen nicht preisen.
Wort für Wort
tasmāt
deshalb (Adv.)
parokṣe
in der Zukunft, im Verborgenen (Lok. Sg. n.)
asmat-upaśrutāni
die von mir vernommenen [Taten] (Akk. Pl. n., Kompositum)
alam
hinreichend (Adv.)
kariṣyatha
ihr werdet machen (2. Pl. Fut. Akt.)
stotram
Lobpreis (Akk. Sg. n.)
apīcya-vācaḥ
o ihr mit lieblicher Stimme (Vok. Pl. m., Bahuvrihi)
sati
während vorhanden ist (Lok. Sg. n., Lokativus absolutus, Präs.Part. von as)
uttamaśloka-guṇa-anuvāde
bei der Besprechung der Eigenschaften des Höchstgepriesenen (Lok. Sg. m., Kompositum)
jugupsitam
einen Verabscheuungswürdigen (Akk. Sg. m.)
na
nicht
stavayanti
sie lassen preisen (3. Pl. Präs. Akt., Kausativ von stu)
mahad-guṇān ātmani kartum īśaḥ
kaḥ stāvakaiḥ stāvayate 'sato 'pi
te 'syābhaviṣyann iti vipralabdho
janāvahāsaṁ kumatir na veda
Wer, der imstande ist, in sich selbst erhabene Eigenschaften hervorzubringen, lässt sich schon durch Lobpreiser preisen, obwohl [diese] noch nicht vorhanden sind, [im Gedanken]: 'Sie wären für ihn [ohnehin] eingetreten'? Ein solcher Genarrter, ein Dummkopf, kennt nicht das Gelächter der Leute [über ihn].
Wort für Wort
mahat-guṇān
erhabene Eigenschaften (Akk. Pl. m.)
ātmani
in sich selbst (Lok. Sg. m.)
kartum
zu bewirken (Inf.)
īśaḥ
fähig, imstande (Nom. Sg. m.)
kaḥ
wer (Nom. Sg. m.)
stāvakaiḥ
durch Lobpreiser (Instr. Pl. m.)
stāvayate
lässt sich preisen (3. Sg. Präs. Med., Kausativ von stu)
asataḥ
nicht vorhanden seiend [elliptisch für die Eigenschaften] (Gen. Sg. m.)
prabhavo hy ātmanaḥ stotraṁ
jugupsanty api viśrutāḥ
hrīmantaḥ paramodārāḥ
pauruṣaṁ vā vigarhitam
Fürwahr, die Mächtigen verabscheuen den Lobpreis ihrer selbst, mögen sie auch wohlbekannt sein; die Schamhaften, höchst Edelmütigen [verabscheuen] auch tadelnswertes Handeln.
Wort für Wort
prabhavaḥ
die Mächtigen (Nom. Pl. m.)
hi
fürwahr (Partikel)
ātmanaḥ
ihrer selbst (Gen. Sg.)
stotram
Lobpreis (Akk. Sg. n.)
jugupsanti
sie verabscheuen (3. Pl. Präs. Akt., Desiderativ von gup)