Quellen der Menschheit

Bhāgavata-Purāṇa

Kapitel 126 Indra beleidigt seinen geistigen Meister, Bṛhaspati

Quellanomalie: vedabase.io unterlag während des Abrufs einer wiederholten, sehr strengen Ratenbegrenzung (HTTP 429) durch den Zugangsproxy; die Verse mussten daher mit z.T. langen Wartezeiten einzeln nacheinander abgerufen werden, was jedoch bei allen 40 Versen letztlich gelang - kein Vers musste durch eine andere Quelle ersetzt werden. Die Einzelverse 2 und 3 existieren auf vedabase.io nicht als eigene Seiten; sie sind dort zu einem einzigen fortlaufenden Satzgefüge über die Texte 2-8 zusammengefasst (eine Seite für '6.7.2-8'), ebenso sind die Texte 29-30 auf einer gemeinsamen Seite zusammengefasst. Diese Zusammenfassungen entsprechen der Struktur der Quelle selbst (durchlaufende Syntax über mehrere Śloka) und wurden daher als kombinierte Einheiten '2-8' und '29-30' übernommen. Die Wort-für-Wort-Gloss-Tabelle für Vers 37 war auf der abgerufenen Seite intern fehlerhaft angeordnet (Sanskrit- und Deutsch-Spalte liefen syntaktisch auseinander); die Zuordnung wurde anhand der IAST-Satzgrammatik selbständig korrigiert.

śrī-rājovāca kasya hetoḥ parityaktā ācāryeṇātmanaḥ surāḥ etad ācakṣva bhagavañ chiṣyāṇām akramaṁ gurau

Der glückhafte König sprach: Aus welchem Grund wurden die Götter von ihrem eigenen Lehrer verlassen? Berichte dies, o Erhabener - das Fehlverhalten der Schüler gegenüber dem Guru.

Wort für Wort
śrī-rājā uvāca
der glückhafte König (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
kasya hetoḥ
aus welchem Grund (Gen.Sg.)
parityaktāḥ
verlassen/aufgegeben (Nom.Pl., PPP)
ācāryeṇa
durch den Lehrer (Instr.Sg.)
ātmanaḥ
des eigenen [Lehrers] (Gen.Sg.)
surāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
etat
dies (Akk.Sg.)
ācakṣva
erkläre (2.Sg.Imp.)
bhagavan
o Erhabener (Vok.Sg.)
śiṣyāṇām
der Schüler (Gen.Pl.)
akramam
das Fehlverhalten/die Ungebühr (Akk.Sg.)
gurau
gegenüber dem Lehrer (Lok.Sg.)

śrī-bādarāyaṇir uvāca indras tribhuvanaiśvarya-madollaṅghita-satpathaḥ marudbhir vasubhī rudrair ādityair ṛbhubhir nṛpa viśvedevaiś ca sādhyaiś ca nāsatyābhyāṁ pariśritaḥ siddha-cāraṇa-gandharvair munibhir brahmavādibhiḥ vidyādharāpsarobhiś ca kinnaraiḥ patagoragaiḥ niṣevyamāṇo maghavān stūyamānaś ca bhārata upagīyamāno lalitam āsthānādhyāsanāśritaḥ pāṇḍureṇātapatreṇa candra-maṇḍala-cāruṇā yuktaś cānyaiḥ pārameṣṭhyaiś cāmara-vyajanādibhiḥ virājamānaḥ paulamyā sahārdhāsanayā bhṛśam sa yadā paramācāryaṁ devānām ātmanaś ca ha nābhyanandata samprāptaṁ pratyutthānāsanādibhiḥ vācaspatiṁ muni-varaṁ surāsura-namaskṛtam noccacālāsanād indraḥ paśyann api sabhāgatam

Śrī-Bādarāyaṇi sprach: O König, Indra - der durch den Rausch der Herrschaft über die drei Welten den Pfad der Rechtschaffenen überschritten hatte, umgeben von den Maruts, den Vasus, den Rudras, den Ādityas und den Ṛbhus, sowie von den Viśvedevas und den Sādhyas und den beiden Nāsatyas [Aśvins], von Siddhas, Cāraṇas und Gandharvas, von Weisen und Kennern des Brahman, von Vidyādharas und Apsaras, von Kinnaras und geflügelten Schlangenwesen bedient, und, o Bhārata, gepriesen, lieblich besungen, auf dem Thron der Versammlung sitzend, mit einem weißen Schirm, schön wie die Mondscheibe, versehen auch mit anderen königlichen Insignien wie Yakschwanzwedeln und dergleichen, überaus strahlend, gemeinsam mit Paulomī [Śacī], die den halben Sitz mit ihm teilte - er, als er den höchsten Lehrer der Götter und seiner selbst, den angekommenen Vācaspati [Bṛhaspati], den besten der Weisen, der von Göttern und Dämonen verehrt wird, nicht willkommen hieß durch Aufstehen, Anbieten eines Sitzes und dergleichen - Indra erhob sich nicht von seinem Sitz, obwohl er ihn die Versammlung betreten sah.

Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ uvāca
Śrī-Bādarāyaṇi [Śukadeva] (Nom.) sprach (3.Sg.Perf.)
indraḥ
Indra (Nom.Sg.)
tri-bhuvana-aiśvarya-mada-ullaṅghita-sat-pathaḥ
der durch den Rausch der Herrschaft über die drei Welten den Pfad der Rechtschaffenen überschritten hatte (Nom.Sg., Kompositum)
marudbhiḥ
von den Maruts (Instr.Pl.)
vasubhiḥ
von den Vasus (Instr.Pl.)
rudraiḥ
von den Rudras (Instr.Pl.)
ādityaiḥ
von den Ādityas (Instr.Pl.)
ṛbhubhiḥ
von den Ṛbhus (Instr.Pl.)
nṛpa
o König (Vok.Sg., Anrede an Parīkṣit)
viśvedevaiḥ ca
und von den Viśvedevas (Instr.Pl.)
sādhyaiḥ ca
und von den Sādhyas (Instr.Pl.)
nāsatyābhyām
von den beiden Nāsatyas/Aśvins (Instr.Dual)
pariśritaḥ
umgeben (Nom.Sg., PPP)
siddha-cāraṇa-gandharvaiḥ
von Siddhas, Cāraṇas und Gandharvas (Instr.Pl.)
munibhiḥ
von Weisen (Instr.Pl.)
brahma-vādibhiḥ
von Kennern des Brahman (Instr.Pl.)
vidyādhara-apsarobhiḥ ca
und von Vidyādharas und Apsaras (Instr.Pl.)
kinnaraiḥ
von Kinnaras (Instr.Pl.)
pataga-uragaiḥ
von Vogelwesen und Schlangenwesen (Instr.Pl.)
niṣevyamāṇaḥ
bedient werdend (Nom.Sg., Ptz.Präs.Pass.)
maghavān
Maghavan [Indra] (Nom.Sg.)
stūyamānaḥ ca
und gepriesen werdend (Nom.Sg., Ptz.Präs.Pass.)
bhārata
o Nachkomme Bharatas (Vok.Sg.)
upagīyamānaḥ
besungen werdend (Nom.Sg., Ptz.Präs.Pass.)
lalitam
lieblich (Adv.)
āsthāna-adhyāsana-āśritaḥ
auf dem Thron der Versammlung sitzend (Nom.Sg.)
pāṇḍureṇa ātapatreṇa
mit einem weißen Schirm (Instr.Sg.)
candra-maṇḍala-cāruṇā
schön wie die Mondscheibe (Instr.Sg.)
yuktaḥ ca
und versehen (Nom.Sg.)
anyaiḥ pārameṣṭhyaiḥ
mit anderen königlichen Insignien (Instr.Pl.)
cāmara-vyajana-ādibhiḥ
mit Yakschwanzwedeln und dergleichen (Instr.Pl.)
virājamānaḥ
strahlend (Nom.Sg., Ptz.Präs.)
paulamyā saha
zusammen mit Paulomī [Śacī] (Instr.Sg.)
ardha-āsanayā
die den halben Sitz [teilte] (Instr.Sg.)
bhṛśam
überaus (Adv.)
saḥ yadā
er, als (Nom.Sg. / Konj.)
parama-ācāryam
den höchsten Lehrer (Akk.Sg.)
devānām
der Götter (Gen.Pl.)
ātmanaḥ ca ha
und seiner selbst, wahrlich (Gen.Sg.)
na abhyanandata
hieß nicht willkommen (3.Sg.Impf.)
samprāptam
den Angekommenen (Akk.Sg.)
pratyutthāna-āsana-ādibhiḥ
durch Aufstehen, Sitzanbieten und dergleichen (Instr.Pl.)
vācaspatim
Vācaspati [Bṛhaspati] (Akk.Sg.)
muni-varam
den besten der Weisen (Akk.Sg.)
sura-asura-namaskṛtam
von Göttern und Dämonen verehrt (Akk.Sg.)
na uccacāla āsanāt
erhob sich nicht vom Sitz (3.Sg.Perf. + Abl.Sg.)
indraḥ
Indra (Nom.Sg.)
paśyan api
obwohl sehend (Nom.Sg., Ptz.Präs.)
sabhā-āgatam
der die Versammlung betreten hatte (Akk.Sg.)

Ein einziges, über sieben Śloka (Texte 2-8) durchlaufendes Satzgefüge; auf vedabase.io als gemeinsame Seite '6/7/2-8' geführt, da die Einzelverse 2 und 3 dort keine eigenen Seiten besitzen.

tato nirgatya sahasā kavir āṅgirasaḥ prabhuḥ āyayau sva-gṛhaṁ tūṣṇīṁ vidvān śrī-mada-vikriyām

Daraufhin ging der weise Herr, der Sohn des Aṅgiras [Bṛhaspati], plötzlich hinaus und kehrte schweigend in sein eigenes Haus zurück, da er um die Verderbnis wusste, die aus dem Rausch des Wohlstands entsteht.

Wort für Wort
tataḥ
daraufhin (Adv.)
nirgatya
hinausgehend (Absol.)
sahasā
plötzlich (Adv.)
kaviḥ
der Weise (Nom.Sg.)
āṅgirasaḥ
der Sohn des Aṅgiras [Bṛhaspati] (Nom.Sg.)
prabhuḥ
der Herr (Nom.Sg.)
āyayau
kehrte zurück (3.Sg.Perf.)
sva-gṛham
in sein eigenes Haus (Akk.Sg.)
tūṣṇīm
schweigend (Adv.)
vidvān
wissend (Nom.Sg., Ptz.Perf.Akt.)
śrī-mada-vikriyām
die Verderbnis durch den Rausch des Wohlstands (Akk.Sg.)

tarhy eva pratibudhyendro guru-helanam ātmanaḥ garhayām āsa sadasi svayam ātmānam ātmanā

Gerade da erst wurde Indra sich seiner Missachtung des Gurus bewusst und tadelte sich selbst in der Versammlung durch sich selbst.

Wort für Wort
tarhi eva
gerade da (Adv.)
pratibudhya
erkennend (Absol.)
indraḥ
Indra (Nom.Sg.)
guru-helanam
die Missachtung des Gurus (Akk.Sg.)
ātmanaḥ
seine eigene (Gen.Sg.)
garhayām āsa
tadelte (3.Sg.Perf.Kaus.)
sadasi
in der Versammlung (Lok.Sg.)
svayam
selbst (Adv.)
ātmānam
sich selbst (Akk.Sg.)
ātmanā
durch sich selbst (Instr.Sg.)

aho bata mayāsādhu kṛtaṁ vai dabhra-buddhinā yan mayaiśvarya-mattena guruḥ sadasi kātkṛtaḥ

Ach, wahrlich, Übles wurde von mir, dem Kleingeistigen, getan, da ich, berauscht vom Wohlstand, den Guru in der Versammlung missachtet habe.

Wort für Wort
aho bata
ach, wahrlich (Interj.)
mayā
von mir (Instr.Sg.)
asādhu
Übles (Akk.Sg.)
kṛtam vai
wurde getan, wahrlich (Nom.Sg., PPP)
dabhra-buddhinā
von mir Kleingeistigem (Instr.Sg.)
yat
da, weil (Konj.)
mayā
von mir (Instr.Sg.)
aiśvarya-mattena
vom Wohlstand Berauschtem (Instr.Sg.)
guruḥ
der Guru (Nom.Sg.)
sadasi
in der Versammlung (Lok.Sg.)
kāt-kṛtaḥ
missachtet, schlecht behandelt (Nom.Sg., PPP)

ko gṛdhyet paṇḍito lakṣmīṁ tripiṣṭapa-pater api yayāham āsuraṁ bhāvaṁ nīto 'dya vibudheśvaraḥ

Welcher Gelehrte würde nach dem Reichtum begehren, und sei es dem des Herrn der drei Himmel [Indra selbst] - durch den ich, der Herr der Weisen, heute in dämonische Gesinnung geführt wurde?

Wort für Wort
kaḥ
wer (Nom.Sg.)
gṛdhyet
würde begehren (3.Sg.Opt.)
paṇḍitaḥ
ein Gelehrter (Nom.Sg.)
lakṣmīm
den Reichtum (Akk.Sg.)
tri-piṣṭa-pa-pateḥ api
selbst des Herrn der drei Himmel [Indra] (Gen.Sg.)
yayā
durch welchen (Instr.Sg.)
aham
ich (Nom.Sg.)
āsuram bhāvam
in dämonische Gesinnung (Akk.Sg.)
nītaḥ
geführt (Nom.Sg., PPP)
adya
heute (Adv.)
vibudha-īśvaraḥ
der Herr der Weisen/Götter (Nom.Sg.)

yaḥ pārameṣṭhyaṁ dhiṣaṇam adhitiṣṭhan na kañcana pratyuttiṣṭhed iti brūyur dharmaṁ te na paraṁ viduḥ

Diejenigen, die sagen: 'Wer auf dem königlichen Thron sitzt, soll sich vor niemandem erheben' - sie kennen nicht das höchste Dharma.

Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom.Sg.)
pārameṣṭhyam dhiṣaṇam
auf dem königlichen Thron (Akk.Sg.)
adhitiṣṭhan
sitzend (Nom.Sg., Ptz.Präs.)
na kañcana
vor niemandem (Akk.Sg.)
pratyuttiṣṭhet
solle sich erheben (3.Sg.Opt.)
iti brūyuḥ
so sagen (3.Pl.Präs.)
dharmam
das Dharma (Akk.Sg.)
te
sie (Nom.Pl.)
na param viduḥ
kennen nicht das Höchste (3.Pl.Perf.)

teṣāṁ kupatha-deṣṭṝṇāṁ patatāṁ tamasi hy adhaḥ ye śraddadhyur vacas te vai majjanty aśma-plavā iva

Wer den Worten jener vertraut, die den falschen Weg weisen und selbst hinab in die Finsternis fallen, versinkt gewiss wie auf Booten aus Stein.

Wort für Wort
teṣām ku-patha-deṣṭṝṇām
jener, die den falschen Weg weisen (Gen.Pl.)
patatām
die [selbst] fallen (Gen.Pl., Ptz.Präs.)
tamasi
in die Finsternis (Lok.Sg.)
hi adhaḥ
wahrlich hinab (Adv.)
ye
die, welche (Nom.Pl.)
śraddadhyuḥ
vertrauen würden (3.Pl.Opt.)
vacaḥ
den Worten (Akk.Sg.)
te vai
sie, wahrlich (Nom.Pl.)
majjanti
versinken (3.Pl.Präs.)
aśma-plavāḥ iva
wie [auf] Booten aus Stein (Nom.Pl.)

athāham amarācāryam agādha-dhiṣaṇaṁ dvijam prasādayiṣye niśaṭhaḥ śīrṣṇā tac-caraṇaṁ spṛśan

Daher werde ich, ohne Falschheit, den Lehrer der Unsterblichen, den Zweifachgeborenen von unergründlicher Weisheit, gnädig stimmen, indem ich mit meinem Haupt seine Füße berühre.

Wort für Wort
atha
daher (Adv.)
aham
ich (Nom.Sg.)
amara-ācāryam
den Lehrer der Unsterblichen (Akk.Sg.)
agādha-dhiṣaṇam
von unergründlicher Weisheit (Akk.Sg.)
dvijam
den Zweifachgeborenen (Akk.Sg.)
prasādayiṣye
werde gnädig stimmen (1.Sg.Fut.Med.)
niśaṭhaḥ
ohne Falschheit (Nom.Sg.)
śīrṣṇā
mit dem Haupt (Instr.Sg.)
tat-caraṇam
seine Füße (Akk.Sg.)
spṛśan
berührend (Nom.Sg., Ptz.Präs.)

evaṁ cintayatas tasya maghono bhagavān gṛhāt bṛhaspatir gato 'dṛṣṭāṁ gatim adhyātma-māyayā

Während jener Indra so nachdachte, war der mächtige Bṛhaspati bereits von seinem Haus fortgegangen, zu einem unsichtbaren Ziel, durch seine geistige Māyā-Kraft.

Wort für Wort
evam cintayataḥ
während er so nachdachte (Gen.Sg., Ptz.Präs.)
tasya maghonaḥ
jenes Indra (Gen.Sg.)
bhagavān
der Mächtige (Nom.Sg.)
gṛhāt
von [seinem] Haus (Abl.Sg.)
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati (Nom.Sg.)
gataḥ
fortgegangen (Nom.Sg., PPP)
adṛṣṭām gatim
zu einem unsichtbaren Ziel (Akk.Sg.)
adhyātma-māyayā
durch seine geistige Māyā-Kraft (Instr.Sg.)

guror nādhigataḥ saṁjñāṁ parīkṣan bhagavān svarāṭ dhyāyan dhiyā surair yuktaḥ śarma nālabhatātmanaḥ

Da der mächtige, unabhängige Indra keine Spur des Gurus fand, obwohl er überall suchte, und, umgeben von den Göttern, mit dem Verstand nachsann, erlangte er keinen Frieden des Geistes.

Wort für Wort
guroḥ
des Gurus (Gen.Sg.)
na adhigataḥ saṁjñām
fand keine Spur (Nom.Sg., PPP + Akk.Sg.)
parīkṣan
suchend, prüfend (Nom.Sg., Ptz.Präs.)
bhagavān svarāṭ
der mächtige, unabhängige [Indra] (Nom.Sg.)
dhyāyan dhiyā
mit dem Verstand nachsinnend (Ptz.Präs. + Instr.Sg.)
suraiḥ yuktaḥ
von den Göttern umgeben (Instr.Pl. + Nom.Sg.)
śarma
Frieden (Akk.Sg.)
na alabhata
erlangte nicht (3.Sg.Impf.)
ātmanaḥ
des Geistes (Gen.Sg.)

tac chrutvaivāsurāḥ sarva āśrityauśanasaṁ matam devān pratyudyamaṁ cakrur durmadā ātatāyinaḥ

Sobald sie dies vernommen hatten, unternahmen alle Dämonen, dem Rat des Uśanas [Śukrācārya] folgend, in ihrem Übermut, bewaffnet, Maßnahmen gegen die Götter.

Wort für Wort
tat śrutvā eva
sobald sie dies vernommen hatten (Absol.)
asurāḥ sarve
alle Dämonen (Nom.Pl.)
āśritya
sich stützend auf (Absol.)
auśanasam matam
den Rat des Uśanas (Akk.Sg.)
devān prati
gegen die Götter (Akk.Pl. + Präp.)
udyamam
Anstrengung/Maßnahmen (Akk.Sg.)
cakruḥ
unternahmen (3.Pl.Perf.)
durmadāḥ
übermütig (Nom.Pl.)
ātatāyinaḥ
bewaffnet (Nom.Pl.)

tair visṛṣṭeṣubhis tīkṣṇair nirbhinnāṅgoru-bāhavaḥ brahmāṇaṁ śaraṇaṁ jagmuḥ sahendrā nata-kandharāḥ

An Leib, Schenkeln und Armen durchbohrt von den scharfen Pfeilen, die jene abgeschossen hatten, suchten sie, zusammen mit Indra, mit gesenktem Nacken, Zuflucht bei Brahmā.

Wort für Wort
taiḥ visṛṣṭa-iṣubhiḥ
durch die von ihnen abgeschossenen Pfeile (Instr.Pl.)
tīkṣṇaiḥ
scharfe (Instr.Pl.)
nirbhinna-aṅga-uru-bāhavaḥ
an Leib, Schenkeln und Armen durchbohrt (Nom.Pl.)
brahmāṇam śaraṇam
Zuflucht bei Brahmā (Akk.Sg.)
jagmuḥ
suchten, gingen (3.Pl.Perf.)
saha-indrāḥ
zusammen mit Indra (Nom.Pl.)
nata-kandharāḥ
mit gesenktem Nacken (Nom.Pl.)

tāṁs tathābhyarditān vīkṣya bhagavān ātmabhūr ajaḥ kṛpayā parayā deva uvāca parisāntvayan

Als der mächtige, selbstentstandene, ungeborene Gott [Brahmā] sie so gequält sah, sprach er, sie mit höchstem Mitgefühl besänftigend.

Wort für Wort
tān tathā abhyarditān
sie, so gequält (Akk.Pl.)
vīkṣya
sehend (Absol.)
bhagavān ātma-bhūḥ ajaḥ
der mächtige, selbstentstandene, ungeborene [Brahmā] (Nom.Sg.)
kṛpayā parayā
mit höchstem Mitgefühl (Instr.Sg.)
devaḥ
der Gott [Brahmā] (Nom.Sg.)
uvāca
sprach (3.Sg.Perf.)
parisāntvayan
besänftigend (Nom.Sg., Ptz.Präs.Kaus.)

śrī-brahmovāca aho bata sura-śreṣṭhā hy abhadraṁ vaḥ kṛtaṁ mahat brahmiṣṭhaṁ brāhmaṇaṁ dāntam aiśvaryān nābhyanandata

Śrī-Brahmā sprach: Ach, wahrlich, o beste der Götter, ein großes Unheil wurde von euch begangen, da ihr aus [Rausch des] Wohlstands den im Brahman gefestigten, selbstbeherrschten Brāhmaṇa nicht willkommen geheißen habt.

Wort für Wort
śrī-brahmā uvāca
Śrī-Brahmā sprach
aho bata
ach, wahrlich (Interj.)
sura-śreṣṭhāḥ
o beste der Götter (Vok.Pl.)
hi abhadram
wahrlich ein Unheil (Akk.Sg.)
vaḥ kṛtam mahat
von euch wurde Großes getan (Instr.Pl. + Nom.Sg.)
brahmiṣṭham brāhmaṇam
den im Brahman gefestigten Brāhmaṇa (Akk.Sg.)
dāntam
den Selbstbeherrschten (Akk.Sg.)
aiśvaryāt
aus [Rausch des] Wohlstands (Abl.Sg.)
na abhyanandata
wurde nicht willkommen geheißen (3.Sg.Impf.Pass.)

tasyāyam anayasyāsīt parebhyo vaḥ parābhavaḥ prakṣīṇebhyaḥ sva-vairibhyaḥ samṛddhānāṁ ca yat surāḥ

Dies war die Niederlage, die euch, den Wohlhabenden, o Götter, wegen dieses Unrechts durch andere - durch eure eigenen, zuvor geschwächten Feinde - widerfuhr.

Wort für Wort
tasya ayam anayasya
dies, dieses Unrechts (Gen.Sg.)
āsīt
war (3.Sg.Impf.)
parebhyaḥ
durch andere (Abl.Pl.)
vaḥ parābhavaḥ
eure Niederlage (Nom.Sg.)
prakṣīṇebhyaḥ sva-vairibhyaḥ
durch eure zuvor geschwächten eigenen Feinde (Abl.Pl.)
samṛddhānām ca
und die ihr wohlhabend wart (Gen.Pl.)
yat surāḥ
weshalb, o Götter (Vok.Pl.)

maghavan dviṣataḥ paśya prakṣīṇān gurv-atikramāt sampraty upacitān bhūyaḥ kāvyam ārādhya bhaktitaḥ ādadīran nilayanaṁ mamāpi bhṛgu-devatāḥ

O Maghavan [Indra], sieh die Feinde, die wegen der Missachtung des Gurus geschwächt waren, jetzt aber wieder erstarkt sind, da sie Kāvya [Śukrācārya] mit Hingabe verehrt haben - diese Anhänger des Bhṛgu[-Nachkommen] könnten sogar meine eigene Wohnstatt an sich reißen.

Wort für Wort
maghavan
o Maghavan [Indra] (Vok.Sg.)
dviṣataḥ paśya
sieh die Feinde (Akk.Pl. + 2.Sg.Imp.)
prakṣīṇān
die geschwächten (Akk.Pl.)
guru-atikramāt
wegen der Missachtung des Gurus (Abl.Sg.)
samprati
jetzt (Adv.)
upacitān bhūyaḥ
wieder erstarkten (Akk.Pl.)
kāvyam
Kāvya [Śukrācārya] (Akk.Sg.)
ārādhya bhaktitaḥ
mit Hingabe verehrend (Absol. + Adv.)
ādadīran
sie könnten an sich reißen (3.Pl.Opt.)
nilayanam mama api
sogar meine Wohnstatt (Akk.Sg.)
bhṛgu-devatāḥ
die Anhänger des Bhṛgu[-Nachkommen] (Nom.Pl.)

Der Śloka umfasst sechs Pāda (drei Zeilenpaare), abweichend vom sonst üblichen vierteiligen Anuṣṭubh-Vers.

tripiṣṭapaṁ kiṁ gaṇayanty abhedya- mantrā bhṛgūṇām anuśikṣitārthāḥ na vipra-govinda-gavīśvarāṇāṁ bhavanty abhadrāṇi nareśvarāṇām

Was kümmert es jene, deren Ratschluss unerschütterlich ist und die die Lehren der Nachkommen Bhṛgus befolgt haben, schon um das Himmelreich? Denjenigen Königen, die Brāhmaṇas, Govinda und die Kuh als Herren verehren, widerfährt kein Unheil.

Wort für Wort
tri-piṣṭa-pam
das Himmelreich (Akk.Sg.)
kim gaṇayanti
was kümmert es sie (3.Pl.Präs.)
abhedya-mantrāḥ
jene mit unerschütterlichem Ratschluss (Nom.Pl.)
bhṛgūṇām anuśikṣita-arthāḥ
die die Lehren der Nachkommen Bhṛgus befolgt haben (Nom.Pl.)
na
nicht (Neg.)
vipra-govinda-gav-īśvarāṇām
denen, die Brāhmaṇas, Govinda und die Kuh als Herren [verehren] (Gen.Pl.)
bhavanti abhadrāṇi
widerfährt Unheil (3.Pl.Präs.)
nara-īśvarāṇām
den Königen (Gen.Pl.)

tad viśvarūpaṁ bhajatāśu vipraṁ tapasvinaṁ tvāṣṭram athātmavantam sabhājito 'rthān sa vidhāsyate vo yadi kṣamiṣyadhvam utāsya karma

Daher verehrt eilends Viśvarūpa als [euren Guru] - den vollkommenen Brāhmaṇa, den Asketen, den Sohn des Tvaṣṭṛ, und zudem den Selbstbeherrschten; geehrt, wird er eure Anliegen erfüllen, wenn ihr auch sein Tun ertragt.

Wort für Wort
tat
daher (Adv.)
viśvarūpam bhajata āśu
verehrt eilends Viśvarūpa (Akk.Sg. + 2.Pl.Imp.)
vipram
den Brāhmaṇa (Akk.Sg.)
tapasvinam
den Asketen (Akk.Sg.)
tvāṣṭram
den Sohn des Tvaṣṭṛ (Akk.Sg.)
atha ātmavantam
und den Selbstbeherrschten (Akk.Sg.)
sabhājitaḥ
geehrt (Nom.Sg.)
arthān
die Anliegen (Akk.Pl.)
saḥ vidhāsyate vaḥ
er wird für euch erfüllen (3.Sg.Fut.)
yadi kṣamiṣyadhvam
wenn ihr ertragt (2.Pl.Fut.)
uta asya karma
auch sein Tun (Akk.Sg.)

śrī-śuka uvāca ta evam uditā rājan brahmaṇā vigata-jvarāḥ ṛṣiṁ tvāṣṭram upavrajya pariṣvajyedam abruvan

Śrī-Śuka sprach: O König, sie, von ihrem Kummer befreit, nachdem sie so von Brahmā angesprochen worden waren, traten zu dem Weisen, dem Sohn des Tvaṣṭṛ, umarmten ihn und sprachen dies.

Wort für Wort
śrī-śukaḥ uvāca
Śrī-Śuka sprach
te evam uditāḥ
sie, so angesprochen (Nom.Pl.)
rājan
o König (Vok.Sg.)
brahmaṇā
von Brahmā (Instr.Sg.)
vigata-jvarāḥ
von Kummer befreit (Nom.Pl.)
ṛṣim tvāṣṭram
zum Weisen, dem Sohn des Tvaṣṭṛ (Akk.Sg.)
upavrajya
hintretend (Absol.)
pariṣvajya
umarmend (Absol.)
idam abruvan
sprachen dies (3.Pl.Impf.)

śrī-devā ūcuḥ vayaṁ te 'tithayaḥ prāptā āśramaṁ bhadram astu te kāmaḥ sampādyatāṁ tāta pitṛṇāṁ samayocitaḥ

Die Götter sprachen: Wir sind als deine Gäste zu deiner Einsiedelei gekommen - Segen sei mit dir! O Sohn, erfülle den der Zeit gemäßen Wunsch der Väter.

Wort für Wort
śrī-devāḥ ūcuḥ
die Götter sprachen
vayam te atithayaḥ prāptāḥ
wir sind als deine Gäste angekommen (Nom.Pl.)
āśramam
zur Einsiedelei (Akk.Sg.)
bhadram astu te
Segen sei mit dir (3.Sg.Opt.)
kāmaḥ sampādyatām
der Wunsch werde erfüllt (3.Sg.Imp.Pass.)
tāta
o Sohn (Vok.Sg.)
pitṛṇām
der Väter (Gen.Pl.)
samayocitaḥ
der Zeit gemäße (Nom.Sg.)

putrāṇāṁ hi paro dharmaḥ pitṛ-śuśrūṣaṇaṁ satām api putravatāṁ brahman kim uta brahmacāriṇām

Denn für Söhne, o Brāhmaṇa, ist der Dienst an den Vätern die höchste Pflicht der Rechtschaffenen - selbst für diejenigen, die bereits eigene Söhne haben, wie viel mehr für Brahmacārīs.

Wort für Wort
putrāṇām hi
für Söhne wahrlich (Gen.Pl.)
paraḥ dharmaḥ
die höchste Pflicht (Nom.Sg.)
pitṛ-śuśrūṣaṇam satām
der Dienst der Rechtschaffenen an den Vätern (Nom.Sg.)
api putra-vatām
selbst derer, die Söhne haben (Gen.Pl.)
brahman
o Brāhmaṇa (Vok.Sg.)
kim uta brahmacāriṇām
wie viel mehr der Brahmacārīs (Gen.Pl.)

ācāryo brahmaṇo mūrtiḥ pitā mūrtiḥ prajāpateḥ bhrātā marutpater mūrtir mātā sākṣāt kṣitestanuḥ dayāyā bhaginī mūrtir dharmasyātmātithiḥ svayam agner abhyāgato mūrtiḥ sarva-bhūtāni cātmanaḥ

Der Lehrer ist die Verkörperung des Brahman [der Veden], der Vater die Verkörperung Prajāpatis, der Bruder die Verkörperung des Herrn der Maruts [Indra], die Mutter unmittelbar der verkörperte Leib der Erde selbst, die Schwester die Verkörperung des Mitgefühls, der eigene Gast selbst die Verkörperung des Dharma, der ins Haus gekommene Gast die Verkörperung Agnis, und alle Lebewesen sind die Verkörperung des Selbst [des Höchsten].

Wort für Wort
ācāryaḥ
der Lehrer (Nom.Sg.)
brahmaṇaḥ mūrtiḥ
die Verkörperung des Brahman/der Veden (Nom.Sg.)
pitā
der Vater (Nom.Sg.)
mūrtiḥ prajāpateḥ
die Verkörperung Prajāpatis (Nom.Sg.)
bhrātā
der Bruder (Nom.Sg.)
marut-pateḥ mūrtiḥ
die Verkörperung des Herrn der Maruts [Indra] (Nom.Sg.)
mātā
die Mutter (Nom.Sg.)
sākṣāt kṣiteḥ tanuḥ
unmittelbar der verkörperte Leib der Erde (Nom.Sg.)
dayāyāḥ bhaginī mūrtiḥ
die Schwester [ist] die Verkörperung des Mitgefühls (Nom.Sg.)
dharmasya ātmā atithiḥ svayam
der eigene Gast ist selbst die Verkörperung des Dharma (Nom.Sg.)
agneḥ abhyāgataḥ mūrtiḥ
der ins Haus gekommene Gast ist die Verkörperung Agnis (Nom.Sg.)
sarva-bhūtāni ca ātmanaḥ
und alle Lebewesen [sind die Verkörperung] des Selbst [des Höchsten] (Nom.Pl.)

tasmāt pitṛṇām ārtānām ārtiṁ para-parābhavam tapasāpanayaṁs tāta sandeśaṁ kartum arhasi

Daher, o Sohn, sollst du, indem du durch deine Askese den Kummer der leidenden Väter - die Not der Niederlage durch andere - hinwegnimmst, den Auftrag ausführen.

Wort für Wort
tasmāt
daher (Adv.)
pitṛṇām ārtānām
der leidenden Väter (Gen.Pl.)
ārtim
den Kummer (Akk.Sg.)
para-parābhavam
die Not der Niederlage durch andere (Akk.Sg.)
tapasā
durch Askese (Instr.Sg.)
apanayan
hinwegnehmend (Nom.Sg., Ptz.Präs.)
tāta
o Sohn (Vok.Sg.)
sandeśam kartum arhasi
du sollst den Auftrag ausführen (Inf. + 2.Sg.Präs.)

vṛṇīmahe tvopādhyāyaṁ brahmiṣṭhaṁ brāhmaṇaṁ gurum yathāñjasā vijeṣyāmaḥ sapatnāṁs tava tejasā

Wir erwählen dich zum Lehrer, zum im Brahman gefestigten Brāhmaṇa, zum Guru, damit wir durch deine Kraft mühelos unsere Rivalen besiegen.

Wort für Wort
vṛṇīmahe
wir erwählen (1.Pl.Präs.)
tvā upādhyāyam
dich zum Lehrer (Akk.Sg.)
brahmiṣṭham brāhmaṇam gurum
zum im Brahman gefestigten Brāhmaṇa, zum Guru (Akk.Sg.)
yathā añjasā
damit mühelos (Adv.)
vijeṣyāmaḥ
wir werden besiegen (1.Pl.Fut.)
sapatnān
die Rivalen (Akk.Pl.)
tava tejasā
durch deine Kraft (Instr.Sg.)

na garhayanti hy artheṣu yaviṣṭhāṅghry-abhivādanam chandobhyo 'nyatra na brahman vayo jyaiṣṭhyasya kāraṇam

Man tadelt nämlich nicht die Verehrung der Füße eines Jüngeren, wenn es [notwendige] Angelegenheiten betrifft; außer bei den Veda-Hymnen, o Brāhmaṇa, ist das Alter nicht der [alleinige] Grund für den Vorrang.

Wort für Wort
na garhayanti hi
man tadelt nämlich nicht (3.Pl.Präs.)
artheṣu
in [notwendigen] Angelegenheiten (Lok.Pl.)
yaviṣṭha-aṅghri-abhivādanam
die Verehrung der Füße eines Jüngeren (Akk.Sg.)
chandobhyaḥ anyatra
außer bei den Veda-Hymnen (Abl.Pl.)
na brahman
nicht, o Brāhmaṇa (Vok.Sg.)
vayaḥ
das Alter (Nom.Sg.)
jyaiṣṭhyasya kāraṇam
der Grund für den Vorrang (Nom.Sg.)

śrī-ṛṣir uvāca abhyarthitaḥ sura-gaṇaiḥ paurahitye mahā-tapāḥ sa viśvarūpas tān āha prasannaḥ ślakṣṇayā girā

Der Weise [Śuka] sprach: Von der Schar der Götter um das Priesteramt gebeten, sprach jener Viśvarūpa, groß in Askese, zufrieden, mit sanfter Stimme zu ihnen.

Wort für Wort
śrī-ṛṣiḥ uvāca
der Weise [Śuka] sprach
abhyarthitaḥ sura-gaṇaiḥ
gebeten von der Schar der Götter (Nom.Sg. + Instr.Pl.)
paurahitye
um das Priesteramt (Lok.Sg.)
mahā-tapāḥ
groß in Askese (Nom.Sg.)
saḥ viśvarūpaḥ
jener Viśvarūpa (Nom.Sg.)
tān āha
sprach zu ihnen (3.Sg.Perf.)
prasannaḥ
zufrieden (Nom.Sg.)
ślakṣṇayā girā
mit sanfter Stimme (Instr.Sg.)

śrī-viśvarūpa uvāca vigarhitaṁ dharma-śīlair brahmavarca-upavyayam kathaṁ nu mad-vidho nāthā lokeśair abhiyācitam pratyākhyāsyati tac-chiṣyaḥ sa eva svārtha ucyate

Śrī-Viśvarūpa sprach: Wie könnte einer meinesgleichen, o Herren, das von den Herrschern der Welten Erbetene - das zwar von den Tugendhaften als Verlust brahmanischer Kraft getadelt wird - ablehnen, da er doch [zugleich] ihr Schüler ist? Eben das nennt man das eigene [wahre] Interesse.

Wort für Wort
śrī-viśvarūpaḥ uvāca
Śrī-Viśvarūpa sprach
vigarhitam dharma-śīlaiḥ
getadelt von den Tugendhaften (Akk.Sg. + Instr.Pl.)
brahma-varcaḥ-upavyayam
als Verlust brahmanischer Kraft (Akk.Sg.)
katham nu
wie denn (Adv.)
mat-vidhaḥ
einer meinesgleichen (Nom.Sg.)
nāthāḥ
o Herren (Vok.Pl.)
loka-īśaiḥ abhiyācitam
das von den Herrschern der Welten Erbetene (Akk.Sg. + Instr.Pl.)
pratyākhyāsyati
wird ablehnen (3.Sg.Fut.)
tat-śiṣyaḥ
wer doch ihr Schüler ist (Nom.Sg.)
saḥ eva sva-arthaḥ ucyate
eben das nennt man das eigene Interesse (Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass.)

akiñcanānāṁ hi dhanaṁ śiloñchanaṁ teneha nirvartita-sādhu-satkriyaḥ kathaṁ vigarhyaṁ nu karomy adhīśvarāḥ paurodhasaṁ hṛṣyati yena durmatiḥ

Der Reichtum der Besitzlosen ist wahrlich das Ährenlesen [übriggebliebener Körner]; dadurch habe ich hier alle guten Pflichten der Tugendhaften vollzogen - wie sollte ich also, o ihr Herrscher, das Verwerfliche tun, das Priesteramt, an dem sich der Unverständige erfreut?

Wort für Wort
akiñcanānām hi dhanam
der Reichtum der Besitzlosen wahrlich (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
śila-uñchanam
das Ährenlesen (Nom.Sg.)
tena iha
dadurch hier (Instr.Sg. + Adv.)
nirvartita-sādhu-sat-kriyaḥ
der alle guten Pflichten der Tugendhaften vollzogen hat (Nom.Sg.)
katham vigarhyam nu karomi
wie sollte ich also das Verwerfliche tun (1.Sg.Präs.)
adhīśvarāḥ
o ihr Herrscher (Vok.Pl.)
paurodhasam
das Priesteramt (Akk.Sg.)
hṛṣyati yena durmatiḥ
an dem sich der Unverständige erfreut (3.Sg.Präs. + Nom.Sg.)

tathāpi na pratibrūyāṁ gurubhiḥ prārthitaṁ kiyat bhavatāṁ prārthitaṁ sarvaṁ prāṇair arthaiś ca sādhaye

Dennoch würde ich nicht widersprechen - wie gering ist schon die Bitte derer, die wie Gurus [für mich] sind! Euren gesamten Wunsch werde ich mit [meinem] Leben und [meinem] Besitz erfüllen.

Wort für Wort
tathā api
dennoch (Adv.)
na pratibrūyām
ich würde nicht widersprechen (1.Sg.Opt.)
gurubhiḥ prārthitam
das von Guru-gleichen Erbetene (Instr.Pl. + Akk.Sg.)
kiyat
wie gering (Adv./Akk.Sg.)
bhavatām prārthitam sarvam
euren gesamten Wunsch (Akk.Sg.)
prāṇaiḥ arthaiḥ ca
mit Leben und Besitz (Instr.Pl.)
sādhaye
werde ich erfüllen (1.Sg.Fut.Med.)

Die auf vedabase.io angezeigte Wort-für-Wort-Tabelle war für diesen Vers offensichtlich fehlerhaft angeordnet (die deutsche Spalte lief nicht Zeile für Zeile mit der IAST-Spalte); die Zuordnung wurde hier anhand der Sanskrit-Wortfolge selbständig richtiggestellt.

śrī-bādarāyaṇir uvāca tebhya evaṁ pratiśrutya viśvarūpo mahā-tapāḥ paurahityaṁ vṛtaś cakre parameṇa samādhinā

Śrī-Bādarāyaṇi sprach: Nachdem er ihnen dies so versprochen hatte, übernahm Viśvarūpa, groß in Askese, von ihnen erwählt, das Priesteramt mit höchster Sammlung.

Wort für Wort
śrī-bādarāyaṇiḥ uvāca
Śrī-Bādarāyaṇi sprach
tebhyaḥ evam pratiśrutya
nachdem er ihnen dies versprochen hatte (Absol.)
viśvarūpaḥ mahā-tapāḥ
Viśvarūpa, groß in Askese (Nom.Sg.)
paurahityam
das Priesteramt (Akk.Sg.)
vṛtaḥ
erwählt (Nom.Sg., PPP)
cakre
übernahm (3.Sg.Perf.Med.)
parameṇa samādhinā
mit höchster Sammlung (Instr.Sg.)

sura-dviṣāṁ śriyaṁ guptām auśanasyāpi vidyayā ācchidyādān mahendrāya vaiṣṇavyā vidyayā vibhuḥ

Der mächtige Viśvarūpa entriss den Feinden der Götter deren Reichtum, der durch die Kunst des Uśanas geschützt war, mit Hilfe des Wissens [Mantras] Viṣṇus und übergab ihn dem großen Indra.

Wort für Wort
sura-dviṣām śriyam
den Reichtum der Feinde der Götter (Akk.Sg.)
guptām
geschützten (Akk.Sg.)
auśanasya api vidyayā
sogar durch die Kunst des Uśanas (Instr.Sg.)
ācchidya
entreißend (Absol.)
adāt
gab (3.Sg.Aor.)
mahā-indrāya
dem großen Indra (Dat.Sg.)
vaiṣṇavyā vidyayā
durch das Wissen [Mantra] Viṣṇus (Instr.Sg.)
vibhuḥ
der Mächtige [Viśvarūpa] (Nom.Sg.)

yayā guptaḥ sahasrākṣo jigye 'sura-camūr vibhuḥ tāṁ prāha sa mahendrāya viśvarūpa udāra-dhīḥ

Jenes [Wissen], durch das geschützt der Tausendäugige [Indra], mächtig geworden, die Heerscharen der Dämonen besiegte - das lehrte der großherzige Viśvarūpa dem großen Indra.

Wort für Wort
yayā guptaḥ
durch das geschützt (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
sahasra-akṣaḥ
der Tausendäugige [Indra] (Nom.Sg.)
jigye
besiegte (3.Sg.Perf.Med.)
asura-camūḥ
die Heerscharen der Dämonen (Akk.Pl.)
vibhuḥ
mächtig geworden (Nom.Sg.)
tām prāha
das lehrte (3.Sg.Perf.)
saḥ mahā-indrāya
er dem großen Indra (Dat.Sg.)
viśvarūpaḥ udāra-dhīḥ
Viśvarūpa, der Großherzige (Nom.Sg.)

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