Kapitel 141
Hiraṇyakaśipus Plan, unsterblich zu werden
Verse 1-7: IAST und Wort-für-Wort-Gloss-Tabellen von vedabase.io abgerufen (Stand 2026-09-21). vedabase.io fasst dabei die letzte Pada-Zeile des Sanskrit-Verses 6 (GRETIL 07.03.006) mit der ersten Pada-Zeile von Vers 7 (GRETIL 07.03.007) unter „TEXT 6“ zusammen (Grenzverschiebung der Quelle, unveraendert übernommen; siehe notes zu Vers 6). Ab Vers 8 war vedabase.io trotz mehrfacher Wartezyklen (ueber 10 Minuten, mehrere Anlaeufe) dauerhaft mit HTTP 403/429 blockiert (bestaetigt durch den Proxy-Status: wiederholte 'connect_rejected'-Eintraege fuer vedabase.io:443). Gemaess Anweisung wurde daher auf die lokale GRETIL-Quelldatei /mnt/user-data/uploads/3_purana/bhagp/bhp_07u.htm ausgewichen (reiner IAST-Text, Verse 07.03.008-038, kreuzgeprueft mit den erfolgreich abgerufenen Versen 1-7: identischer Wortlaut). Da GRETIL keine englische Wort-für-Wort-Gloss-Tabelle enthaelt, wurden die wfw-Glossen fuer Verse 8-38 eigenstaendig durch morphologische Analyse des Sanskrit-Texts erstellt (nicht von vedabase uebernommen). Die deutsche Übersetzung wurde für alle 38 Verse durchgehend eigenständig aus dem Sanskrit erarbeitet.
Śrī Nārada sprach: O König, Hiraṇyakaśipu wünschte, sich selbst unbesiegbar, alterslos und unsterblich, ohne Rivalen und Gegner, zum alleinigen Herrscher [aller Welten] zu machen.
Wort für Wort
śrī-nāradaḥ uvāca
Śrī Nārada sprach
hiraṇyakaśipuḥ
der dämonische König Hiraṇyakaśipu (Nom. Sg.)
rājan
o König [Yudhiṣṭhira] (Vok. Sg.)
ajeyam
unbesiegbar durch jeden Feind (Akk. Sg.)
ajara
ohne Alter oder Krankheit
amaram
unsterblich (Akk. Sg.)
ātmānam
sich selbst (Akk. Sg.)
apratidvandvam
ohne Rivalen oder Gegner (Akk. Sg.)
eka-rājam
den alleinigen König des Universums (Akk. Sg.)
vyadhitsata
wünschte zu werden (3. Sg. Desiderativ-Impf. Med.)
sa tepe mandara-droṇyāṁ
tapaḥ parama-dāruṇam
ūrdhva-bāhur nabho-dṛṣṭiḥ
pādāṅguṣṭhāśritāvaniḥ
Er übte in einem Tal des Mandara-Berges höchst schwere Askese, mit erhobenen Armen, den Blick zum Himmel gerichtet, den Boden nur mit den großen Zehen berührend.
Wort für Wort
saḥ
er (Hiraṇyakaśipu, Nom. Sg.)
tepe
übte (3. Sg. Perfekt Med., tap)
mandara-droṇyām
in einem Tal des Mandara-Berges (Lok. Sg.)
tapaḥ
Askese (Akk. Sg.)
parama-dāruṇam
höchst schwierig/grausam (Akk. Sg.)
ūrdhva-bāhuḥ
mit erhobenen Armen (Nom. Sg.)
nabhaḥ-dṛṣṭiḥ
dessen Blick zum Himmel [gerichtet war] (Nom. Sg.)
pāda-aṅguṣṭha-āśrita-avaniḥ
dessen Boden[berührung] auf den großen Zehen ruhte (Nom. Sg.)
Durch den Glanz seiner verfilzten Asketen-Haare erstrahlte er wie die Sonne der kosmischen Auflösung mit ihren Strahlen; während er diese Askese übte, kehrten die Götter zu ihren eigenen Wohnstätten zurück.
Wort für Wort
jaṭā-dīdhitibhiḥ
durch den Glanz der [verfilzten] Haarsträhnen (Instr. Pl.)
reje
er erstrahlte (3. Sg. Perfekt Med., rāj)
saṁvarta-arkaḥ
die Sonne zur Zeit der [kosmischen] Vernichtung (Nom. Sg.)
iva
wie
aṁśubhiḥ
durch die Strahlen (Instr. Pl.)
tasmin ... tapyamāne
während er (Loc. absolutus) Askese übte
tapaḥ
Askese (Akk. Sg.)
devāḥ
die Götter, die umherwanderten, um sein Tun zu beobachten (Nom. Pl.)
Aus seinem Haupt entstand ein von Rauch begleitetes, aus der Kraft seiner Askese bestehendes Feuer, das, sich nach allen Seiten ausbreitend, die Welten seitwärts, oberhalb und unterhalb gleichermaßen versengte.
Wort für Wort
tasya mūrdhnaḥ
aus seinem Haupt (Abl./Gen. Sg.)
samudbhūtaḥ
entstanden, hervorgebracht (Nom. Sg. Part.)
sa-dhūmaḥ
mit Rauch (Nom. Sg.)
agniḥ
Feuer (Nom. Sg.)
tapaḥ-mayaḥ
aus [der Kraft der] Askese bestehend (Nom. Sg.)
tīryak
seitwärts
ūrdhvam
nach oben
adhaḥ
nach unten
lokān
die Welten (Akk. Pl.)
prātapat
es versengte (3. Sg. Impf., tap)
viṣvak īritaḥ
sich nach allen Seiten ausbreitend (Nom. Sg. Part.)
Flüsse und Meere gerieten in Aufruhr, die Erde samt ihren Inseln und Bergen erbebte, die Sterne fielen samt den Planeten aus ihren Bahnen, und die zehn Himmelsrichtungen loderten.
tena taptā divaṁ tyaktvā
brahmalokaṁ yayuḥ surāḥ
dhātre vijñāpayām āsur
deva-deva jagat-pate
daityendra-tapasā taptā
divi sthātuṁ na śaknumaḥ
Von diesem Feuer versengt, verließen die Götter den Himmel und begaben sich zur Brahmā-Welt; sie teilten dem Schöpfer mit: „O Gott der Götter, o Herr des Universums! Versengt von der Askese des Daitya-Herrschers vermögen wir nicht länger im Himmel zu verweilen.
Wort für Wort
tena taptāḥ
durch dieses (Feuer) versengt (Nom. Pl. Part.)
divam tyaktvā
nachdem sie den Himmel verlassen hatten (Abs.)
brahma-lokam
zur Welt Brahmās (Akk. Sg.)
yayuḥ
sie gingen (3. Pl. Perfekt, yā)
surāḥ
die Götter (Nom. Pl.)
dhātre
dem Schöpfer [Brahmā] (Dat. Sg.)
vijñāpayām āsuḥ
sie teilten mit (3. Pl. periphr. Perfekt)
deva-deva
o Gott der Götter (Vok. Sg.)
jagat-pate
o Herr des Universums (Vok. Sg.)
daitya-indra-tapasā
durch die Askese des Daitya-Herrschers (Instr. Sg.)
taptāḥ
versengt, geröstet (Nom. Pl. Part.)
divi sthātum
im Himmel zu verweilen (Inf.)
na śaknumaḥ
wir vermögen nicht (1. Pl. Präs.)
Vedabase fasst hier das Ende des Sanskrit-Verses 6 (GRETIL 07.03.006) mit der ersten Zeile von Vers 7 (GRETIL 07.03.007/1) unter „TEXT 6“ zusammen; diese Grenzverschiebung wurde unverändert aus der Quelle übernommen.
Bewirke doch, o Gewaltiger, wenn du es für richtig hältst, ein Ende dieser Askese, solange die Welten, die dir Opfergaben darbringen, o Allüberwinder, noch nicht zugrunde gehen.“
Wort für Wort
tasya
von dieser [Askese] (Gen. Sg.)
ca
und, wahrlich
upaśamam
die Beendigung (Akk. Sg.)
bhūman
o große Persönlichkeit (Vok. Sg.)
vidhehi
bewirke! (2. Sg. Imp.)
yadi manyase
wenn du es für richtig hältst (2. Sg. Präs. Med.)
lokāḥ
die Bewohner der Welten (Nom. Pl.)
na yāvat naṅkṣyanti
solange sie nicht verloren gehen (3. Pl. Fut.)
bali-hārāḥ
die [dir] Opfergaben darbringen (Nom. Pl.)
tava
dir (Gen. Sg.)
abhibhūḥ
o Allüberwinder, Oberhaupt des Universums (Vok. Sg.)
tasyāyaṁ kila saṅkalpaś
carato duścaraṁ tapaḥ
śrūyatāṁ kiṁ na viditas
tavāthāpi niveditam
Dies also ist, wie es heißt, der Entschluss dessen, der schwer auszuführende Askese übt – so höre! Ist er dir nicht ohnehin bekannt? Dennoch sei er dir berichtet.
Nachdem er durch seine in Askese, Yoga und Versenkung bestehende Kraft dieses Universum mit dem Beweglichen und Unbeweglichen erschaffen hat, thront der Höchste [Brahmā] über allen anderen Wohnstätten auf seinem eigenen Sitz.
tad ahaṁ vardhamānena
tapo-yoga-samādhinā
kālātmanoś ca nityatvāt
sādhayiṣye tathātmanaḥ
Deshalb werde ich mir, gestützt auf meine beständig wachsende, in Askese, Yoga und Versenkung bestehende Kraft, und weil Zeit und Selbst ewig sind, ebenso [jenen Rang] erwirken.
Wort für Wort
tat
deshalb
aham
ich (Nom. Sg.)
vardhamānena
durch [meine] wachsende (Instr. Sg. Part.)
tapaḥ-yoga-samādhinā
Askese-Yoga-Versenkung (Instr. Sg.)
kāla-ātmanoḥ
der Zeit und der Seele (Gen. Dual)
ca
und
nityatvāt
wegen der Ewigkeit (Abl. Sg.)
sādhayiṣye
ich werde erwirken (1. Sg. Fut. Med.)
tathā
ebenso
ātmanaḥ
für mich selbst (Gen. Sg.)
Objekt von „sādhayiṣye“ (der Rang Brahmās) ist elliptisch aus V.9 zu ergänzen [?].
Anders werde ich dies alles, nicht wie zuvor, durch meine eigene Kraft einrichten. Was nützen mir die anderen – die Anhänger Viṣṇus und die übrigen Götter –, die ohnehin am Ende des Weltzeitalters von der Zeit hinweggerafft werden?
Wort für Wort
anyathā
anders
idam
dieses [Universum] (Akk. Sg.)
vidhāsye
ich werde einrichten (1. Sg. Fut. Med.)
aham
ich
ayathā pūrvam
nicht wie zuvor
ojasā
durch [meine] Kraft (Instr. Sg.)
kim anyaiḥ
was [nützen] die anderen (Instr. Pl.)
kāla-nirdhūtaiḥ
die von der Zeit hinweggerafft werden (Instr. Pl. Part.)
kalpa-ante
am Ende des Weltzeitalters (Lok. Sg.)
vaiṣṇava-ādibhiḥ
mit den Anhängern Viṣṇus und den übrigen (Instr. Pl.)
So haben wir von seiner festen Entschlossenheit gehört – er verharrt in äußerster Askese. Verfüge daher selbst, o Herr der drei Welten, was nun weiter angemessen ist.
tavāsanaṁ dvija-gavāṁ
pārameṣṭhyaṁ jagat-pate
bhavāya śreyase bhūtyai
kṣemāya vijayāya ca
Dein Thron, o Herr des Universums, ist der höchste Rang, gewährt zum Wohl der Brahmanen und Kühe – zum Wohlergehen, zum Heil, zum Gedeihen, zum Schutz und zum Sieg der Welten.
So von den Göttern ersucht, o König, begab sich der Erhabene, der Selbstentstandene [Brahmā], umgeben von Bhṛgu, Dakṣa und den anderen Weisen, zur Einsiedelei des Herrschers der Daityas.
Als er ihn erblickte, der mit seiner Askese die Welten versengte, gleich der selbst von Wolken verdeckten Sonne, sprach der auf dem Schwan reitende Brahmā, erstaunt und lächelnd, zu ihm:
Śrī Brahmā sprach: Erhebe dich, erhebe dich, Heil dir! Du bist durch Askese vollendet, o Sohn des Kaśyapa. Ich, der Gewährer von Gaben, bin herbeigekommen – wähle die gewünschte Gabe!
adrākṣam aham etaṁ te
hṛt-sāraṁ mahad adbhutam
daṁśa-bhakṣita-dehasya
prāṇā hy asthiṣu śerate
Ich habe diese deine große, erstaunliche Herzensstärke gesehen: obwohl dein Leib von Insekten zerfressen wurde, ruhen deine Lebenskräfte fürwahr noch in deinen Knochen.
Wort für Wort
adrākṣam
ich habe gesehen (1. Sg. Aorist)
aham
ich
etam
diese (Akk. Sg.)
te
deine (Gen. Sg.)
hṛt-sāram
Herzensstärke (Akk. Sg.)
mahat
große
adbhutam
erstaunliche
daṁśa-bhakṣita-dehasya
dessen Leib von Insekten gefressen wurde (Gen. Sg.)
naitat pūrvarṣayaś cakrur
na kariṣyanti cāpare
nirambur dhārayet prāṇān
ko vai divya-samāḥ śatam
Dies haben selbst die früheren Weisen nicht vollbracht, noch werden andere es künftig tun – wer könnte fürwahr, ohne Wasser zu sich zu nehmen, hundert Götterjahre lang seine Lebenskräfte bewahren?
vyavasāyena te 'nena
duṣkareṇa manasvinām
tapo-niṣṭhena bhavatājito 'haṁ
diti-nandana
Durch diese deine Entschlossenheit, die selbst für Willensstarke schwer auszuführen ist, durch diese in Askese verankerte Entschlossenheit bin ich von dir bezwungen worden, o Sohn der Diti.
tatas ta āśiṣaḥ sarvā
dadāmy asura-puṅgava
martasya te hy amartasya
darśanaṁ nāphalaṁ mama
Daher gebe ich dir alle gewünschten Segnungen, o Bester der Asuras; denn der Anblick meiner – eines Unsterblichen – ist für dich, einen Sterblichen, nicht fruchtlos.
Śrī Nārada sprach: Nachdem der urerst-entstandene Gott [Brahmā] so gesprochen hatte, besprengte er ihn, dessen Glieder von den Ameisen zerfressen waren, mit dem göttlichen, unfehlbar wirksamen Wasser seines Kruges.
sa tat kīcaka-valmīkāt
sahojo-balānvitaḥ
sarvāvayava-sampanno
vajra-saṁhanano yuvā
utthitas tapta-hemābho
vibhāvasur ivaidhasaḥ
Daraufhin erhob er sich aus dem Bambusrohr-Ameisenhügel, zugleich mit neuer Kraft und Stärke ausgestattet, mit allen Gliedern vollständig wiederhergestellt, von diamantgleichem Körperbau, ein Jüngling, im Glanz geschmolzenen Goldes erstrahlend, wie Feuer aus dem Brennholz hervortretend.
Wort für Wort
saḥ
er
tat
daraufhin
kīcaka-valmīkāt
aus dem Bambusrohr-Ameisenhügel (Abl. Sg.)
saha ojaḥ-bala-anvitaḥ
zugleich mit Kraft und Stärke ausgestattet (Nom. Sg.)
sarva-avayava-sampannaḥ
mit allen Gliedern vollständig [wiederhergestellt] (Nom. Sg.)
sa nirīkṣyāmbare devaṁ
haṁsa-vāham upasthitam
nanāma śirasā bhūmau
tad-darśana-mahotsavaḥ
Als er am Himmel den auf dem Schwan reitenden Gott erblickte, der sich dort eingefunden hatte, verneigte er sich mit dem Haupt zur Erde, denn dessen Anblick war ihm ein großes Freudenfest.
Wort für Wort
saḥ
er
nirīkṣya
nachdem er erblickt hatte (Abs.)
ambare
am Himmel (Lok. Sg.)
devam
den Gott (Akk. Sg.)
haṁsa-vāham
den auf dem Schwan Reitenden (Akk. Sg.)
upasthitam
anwesenden (Akk. Sg. Part.)
nanāma
er verneigte sich (3. Sg. Perfekt)
śirasā
mit dem Haupt (Instr. Sg.)
bhūmau
zur Erde (Lok. Sg.)
tat-darśana-mahā-utsavaḥ
[er, für den] dessen Anblick ein großes Freudenfest war (Nom. Sg.)
Nachdem er sich erhoben hatte, mit gefalteten Händen, demütig geneigt, mit seinem Blick den Erhabenen betrachtend, den Körper von Freudentränen und Haarsträuben durchzogen, sprach er mit stockender Stimme:
Wort für Wort
utthāya
nachdem er sich erhoben hatte (Abs.)
prāñjaliḥ
mit gefalteten Händen (Nom. Sg.)
prahvaḥ
demütig geneigt (Nom. Sg.)
īkṣamāṇaḥ
blickend (Nom. Sg. Part.)
dṛśā
mit [seinem] Blick (Instr. Sg.)
vibhum
auf den Erhabenen (Akk. Sg.)
harṣa-aśru-pulaka-udbhedaḥ
[bei dem] Freudentränen und Haarsträuben hervorbrachen (Nom. Sg.)
Śrī Hiraṇyakaśipu sprach: Verehrung dem, der am Ende des Weltzeitalters dieses von der zeitgeschaffenen, blinden Finsternis eingehüllte Universum durch seinen eigenen Glanz, selbstleuchtend, wieder sichtbar machte,
Wort für Wort
śrī-hiraṇyakaśipuḥ uvāca
Śrī Hiraṇyakaśipu sprach
kalpa-ante
am Ende des Weltzeitalters (Lok. Sg.)
kāla-sṛṣṭena
durch die von der Zeit hervorgebrachte (Instr. Sg.)
yaḥ
welcher [Gott] (Nom. Sg.)
andhena tamasā
durch blinde Finsternis (Instr. Sg.)
āvṛtam
das bedeckte (Akk. Sg. Part.)
abhivyanak
er offenbarte (3. Sg. Wurzelaorist)
jagat idam
dieses Universum (Akk. Sg.)
svayam-jyotiḥ
selbstleuchtend (Nom. Sg.)
sva-rociṣā
mit dem eigenen Glanz (Instr. Sg.)
Der Verehrungssatz erstreckt sich syntaktisch über die Verse 26–28 (namaḥ am Ende von V.28).
ātmanā tri-vṛtā cedaṁ
sṛjaty avati lumpati
rajaḥ-sattva-tamo-dhāmne
parāya mahate namaḥ
– der mit seiner eigenen, dreifach gewundenen Kraft der drei Erscheinungsweisen dieses Universum erschafft, erhält und vernichtet – Verehrung dem Höchsten, dem Großen, der Grundlage von Rajas, Sattva und Tamas!
Wort für Wort
ātmanā
durch sich selbst (Instr. Sg.)
tri-vṛtā
die dreifach gewundene [Kraft der Guṇas] (Instr. Sg.)
nama ādyāya bījāya
jñāna-vijñāna-mūrtaye
prāṇendriya-mano-buddhi-
vikārair vyaktim īyuṣe
Verehrung dem Uranfänglichen, dem Samen aller Dinge, dessen Wesen aus Wissen und Erkenntnis besteht, der durch die Wandlungen von Lebensatem, Sinnen, Geist und Verstand zur Erscheinung gelangt ist!
Wort für Wort
namaḥ
Verehrung
ādyāya
dem Uranfänglichen (Dat. Sg.)
bījāya
dem Samen (Dat. Sg.)
jñāna-vijñāna-mūrtaye
dessen Gestalt aus Wissen und Erkenntnis besteht (Dat. Sg.)
prāṇa-indriya-manaḥ-buddhi-vikāraiḥ
durch die Wandlungen von Lebensatem, Sinnen, Geist und Verstand (Instr. Pl.)
Du herrschst über das Bewegliche und das Unbewegliche als der vornehmste Lebensatem, du bist der Herr der Geschöpfe; du bist der Herr des individuellen Bewusstseins durch dein eigenes Bewusstsein, der Herr von Geist und Sinnen, der Große, der Gebieter über die Elemente, die Eigenschaften und die inneren Neigungen.
Wort für Wort
tvam
du
īśiṣe
du herrschst (2. Sg. Präs. Med.)
jagataḥ
über das Bewegliche (Gen. Sg.)
tasthuṣaḥ
und über das Unbewegliche (Gen. Sg. Part.)
ca
und
prāṇena mukhyena
als der vornehmste Lebensatem (Instr. Sg.)
patiḥ prajānām
der Herr der Geschöpfe (Nom. Sg.)
cittasya
des [individuellen] Bewusstseins (Gen. Sg.)
cittaiḥ
durch [dein] Bewusstsein (Instr. Pl.)
manaḥ-indriyāṇām
von Geist und Sinnen (Gen. Pl.)
patiḥ
der Herr
mahān
der Große
bhūta-guṇa-āśaya-īśaḥ
der Gebieter über Elemente, Eigenschaften und Neigungen (Nom. Sg.)
„cittasya cittaiḥ“ ist elliptisch/schwer eindeutig auflösbar [?]; hier als „Herr des Bewusstseins durch [sein eigenes] Bewusstsein“ gedeutet.
Du vollziehst die sieben Opfer-Fäden mit deiner Gestalt, bestehend aus der dreifachen vedischen Weisheit und der Wissenschaft der vier Opferpriester; du allein bist die Seele der Selbstbeherrschten, ohne Anfang, ohne Ende, der Seher, die innere Seele aller Wesen.
Wort für Wort
tvam
du
sapta-tantūn
die sieben [Opfer-]Fäden (Akk. Pl.)
vitanoṣi
du vollziehst (2. Sg. Präs.)
tanvā
mit [deiner] Gestalt (Instr. Sg.)
trayyā
der dreifachen [vedischen Weisheit] (Instr. Sg.)
catuḥ-hotraka-vidyayā
mit der Wissenschaft der vier Opferpriester (Instr. Sg.)
tvam eva kālo 'nimiṣo janānām
āyur-lavādy-avayavaiḥ kṣiṇoṣi
kūṭastha ātmā parameṣṭhy ajo mahāṁs
tvaṁ jīva-lokasya ca jīva ātmā
Du allein bist die unaufhörlich wache Zeit, die das Leben der Geschöpfe mit dessen Teilen wie Augenblicken usw. verringert; du bist das unveränderliche Selbst, der Höchste, der Ungeborene, der Große, und du bist zugleich die individuelle Lebensseele der Welt der Lebewesen.
tvattaḥ paraṁ nāparam apy anejad
ejac ca kiñcid vyatiriktam asti
vidyāḥ kalās te tanavaś ca sarvā
hiraṇyagarbho 'si bṛhat tri-pṛṣṭhaḥ
Außer dir gibt es weder ein Höheres noch ein Niedrigeres, nichts Bewegliches oder Unbewegliches, das von dir verschieden wäre; die heiligen Wissenschaften, die Künste sind deine, und alle diese Erscheinungsformen sind deine Körper – du bist Hiraṇyagarbha, der Gewaltige, der über den drei Welten Thronende.
O Allmächtiger, dieser grobstoffliche Körper ist dein offenbarer Aspekt, durch den du, weilend im höchsten Reich, die Sinne, den Lebensatem, den Geist und ihre Eigenschaften erfährst – du, das unmanifeste Selbst, die uralte Urperson.
Wort für Wort
vyaktam
das offenbare
vibho
o Allmächtiger (Vok. Sg.)
sthūlam
grobstoffliche
idam śarīram
dieser Körper (Nom. Sg.)
yena
durch den
indriya-prāṇa-manaḥ-guṇān
Sinne, Lebensatem, Geist und ihre Eigenschaften (Akk. Pl.)
Durch dessen grenzenlose, unmanifeste Gestalt dieses ganze Universum durchdrungen ist – jenem Erhabenen, der mit der Kraft des Bewussten und Unbewussten ausgestattet ist, sei Verehrung!
Wort für Wort
ananta-avyakta-rūpeṇa
durch [seine] grenzenlose, unmanifeste Gestalt (Instr. Sg.)
yena
durch die
idam akhilam
dieses ganze [Universum]
tatam
durchdrungen (Part.)
cit-acit-śakti-yuktāya
dem mit der Kraft des Bewussten und Unbewussten Ausgestatteten (Dat. Sg.)
yadi dāsyasy abhimatān
varān me varadottama
bhūtebhyas tvad-visṛṣṭebhyo
mṛtyur mā bhūn mama prabho
Wenn du mir die gewünschten Segnungen gewähren willst, o Bester der Gabenspender – dann möge mir, o Herr, der Tod nicht von irgendeinem der Wesen kommen, die von dir selbst erschaffen wurden;
nāntar bahir divā naktam
anyasmād api cāyudhaiḥ
na bhūmau nāmbare mṛtyur
na narair na mṛgair api
– weder von innen noch von außen, weder bei Tag noch bei Nacht, auch nicht durch ein anderes Wesen oder durch Waffen; nicht auf der Erde und nicht in der Luft sei mir der Tod bestimmt, auch nicht durch Menschen oder durch Tiere;
vyasubhir vāsumadbhir vā
surāsura-mahoragaiḥ
apratidvandvatāṁ yuddhe
aikapatyaṁ ca dehinām
– weder durch leblose noch durch belebte Wesen, weder durch Götter, Dämonen noch durch große Schlangenwesen; gewähre mir Unbesiegbarkeit im Kampf und Alleinherrschaft über die verkörperten Wesen,
Wort für Wort
vyasubhiḥ
durch leblose [Wesen] (Instr. Pl.)
vā
oder
asumadbhiḥ
durch belebte [Wesen] (Instr. Pl.)
vā
oder
sura-asura-mahā-uragaiḥ
durch Götter, Dämonen und große Schlangenwesen (Instr. Pl.)
sarveṣāṁ loka-pālānāṁ
mahimānaṁ yathātmanaḥ
tapo-yoga-prabhāvāṇāṁ
yan na riṣyati karhicit
– die Herrlichkeit aller Weltenhüter, vereint wie in meinem eigenen Selbst, jene Macht, die aus der Kraft von Askese und Yoga erwächst und die niemals zunichtewird.
Wort für Wort
sarveṣām loka-pālānām
aller Weltenhüter (Gen. Pl.)
mahimānam
die Herrlichkeit (Akk. Sg.)
yathā ātmanaḥ
wie [meine] eigene
tapaḥ-yoga-prabhāvāṇām
derer, [deren Macht] aus Askese und Yoga [erwächst] (Gen. Pl.)